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Betriebliche Krankenversicherung in der Steuer

Worauf ist besonders zu achten? (inkl. Freigrenzen, Steuermodellen & Tipps)
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Versteuerung der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) ist seit jeher Streitpunkt zwischen Gesetzgeber und Gerichten.
  • Nach aktuellem Stand unterliegen Beiträge zur bKV seit dem 1. Januar 2014 grundsätzlich einer Steuerpflicht.
  • Eine Ausnahme bildet die 44-Euro-Freigrenze für Sachlohn.
  • Alles über der Freigrenze gehört versteuert. Wahlweise über verschiedene Modelle.

Versteuerung der betrieblichen Krankenversicherung

Im Regelfall handelt es sich bei einer betrieblichen Krankenversicherung um eine ausschließlich arbeitgeberfinanzierte Versicherungslösung. In diesem Fall spricht man von obligatorischen Tarifen. Arbeitnehmerfinanzierte Tarife oder Mischformen sind ebenfalls möglich.

Veränderungen in den letzten Jahren

Eine in der jüngeren Vergangenheit komplexe steuerliche Behandlung resultiert aus verschiedenen Urteilen und dem diesen widersprechenden Bundesfinanzministerium. Bis 2013 galt eine steuerliche Freibehandlung, da die gewährten Zahlungen zur bKV als Sachlohn gewertet wurden. Was auch der Bundesfinanzhof bestätigte.

Daraufhin folgte ein sogenannter Nichtanwendungserlass vom Bundesfinanzministerium, woraufhin die Beträge in der Praxis dennoch als Barlohn bewertet wurden und somit sowohl zu steuerlichen Belastungen als auch weiteren Sozialabgaben führten. Klarheit schaffte erst das Ende 2019 erlassene Jahressteuergesetz, in dem nun erneut die ursprüngliche Bewertung durch den Bundesfinanzhof realisiert wird.

… mehr zur bKV

Versteuerung der Zuschüsse zur bKV

Die Ver- und Besteuerung der Zuschüsse ist maßgeblich davon abhängig, wie diese gewährt werden. Sofern die Aufwendungen als Sachlohn vorliegen, der Arbeitnehmer also keine Geldsumme ausgehändigt bekommt, werden diese als beitragsfreier Arbeitslohn definiert. In der Folge werden sie nicht besteuert. An dieser Stelle ist die 44-Euro-Freigrenze für Sachbezüge zu berücksichtigen. Die Sachzuschüsse fallen in diesen Topf.

Anders sieht es aus, wenn der Arbeitgeber einen Geldzuschuss auszahlt und dafür verlangt, dass Mitarbeiter einen eigenständigen Versicherungsvertrag mit einem Krankenversicherer abschließen. In diesem Fall handelt es sich nicht mehr um Sachlohn, sondern um einen Barlohn. Ein Barlohn ist zwangsläufig zu versteuern. Die steuerliche Behandlung variiert also nicht nur mit Hinblick auf die Freigrenze, sondern auch hinsichtlich der Handhabe der bKV im Unternehmen.

Von Bewertung als Sachlohn profitieren

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer profitieren davon, wenn der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer der bKV auftritt und somit keine Geldzahlung an den Mitarbeiter erfolgt. Nur unter diesen Voraussetzungen ist es möglich, die bKV bis zur Freigrenze in Höhe von 44 Euro steuerfrei zu erhalten, was auch für damit verbundene Sozialabgaben gilt.

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Besonderheit Sachbezugsfreigrenze

Aufgrund der komplexen Handhabe und der Sachbezugsfreigrenze, die nur unter bestimmten Bedingungen gewährt wird, ist dieser als Besonderheit im steuerlichen Umgang der bKV besondere Beachtung zu schenken.

  • Die 44-Euro-Freigrenze gilt pro Monat und pro Mitarbeiter
  • Sie kann nur genutzt werden, wenn ein Sachbezug vorliegt und der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer auftritt (siehe vorherigen Abschnitt)
  • Sofern die Beitragszahlungen die Grenze übersteigen, liegt ein steuer- und beitragspflichtiger Arbeitslohn vor
  • Ein steuer- und beitragspflichtiger Arbeitslohn liegt immer vor, wenn der Mitarbeiter auch Versicherungsnehmer ist, unabhängig der 44-Euro-Grenze

Sofern alle Voraussetzungen zur Steuerfreiheit entsprechend der 44-Euro-Freigrenze gewahrt bleiben, entstehen dem Mitarbeiter keine Kosten. Selbiges gilt für die Arbeitgeberseite. Wird die Freigrenze von 44 Euro durch weitere Sachbezüge überschritten, ist unter Umständen eine Splittung notwendig. So kann eine Möglichkeit geschaffen werden, dass nur ein Teil der Sachbezüge versteuert werden muss.

Beitragserhöhung

Bedenken Sie, dass eine Krankenversicherung ihre Beiträge in der Zukunft auch erhöhen kann. Sollte Ihnen als Arbeitgeber die 44-Euro-Freigrenze besonders wichtig sein, sollten Sie darauf schon vor Vertragsabschluss achten.

… mehr zur bKV in der Lohnabrechnung

Besteuerungsmodelle der betrieblichen Krankenversicherung

Bei Überschreiten der 44-Euro-Grenze kommt es zu der eben erwähnten Besteuerung. Noch komplexer wird es, weil nun zwischen drei Varianten der Besteuerung gewählt werden kann und muss. Die gewählte Variante der Besteuerung hat sowohl Einfluss auf den Arbeitgeber als auch auf den Arbeitnehmer. Zur Auswahl stehen diese drei Modelle:

  • individuelle Besteuerung
  • Nettolohnversteuerung
  • Pauschalversteuerung

Nachfolgend sollen alle drei Varianten und ihre Auswirkungen auf beide Seiten dargelegt werden. Die Entscheidung der Besteuerung liegt aber stets auf Arbeitgeberseite. Weder der Versicherungspartner noch der Arbeitnehmer genießen mit Hinblick darauf ein Weisungsrecht.

BERATER-TIPP

»Arbeitgeber können die von ihnen übernommenen Gesamtkosten für die bKV als Betriebsausgaben geltend machen. So wirkt sich die bKV im Nachhinein steuermindernd aus. Dadurch fällt auch die effektive Belastung für die bKV geringer aus.«


Barlohn- beziehungsweise individuelle Besteuerung

Diese Handhabung wird als geldwerter Vorteil definiert. Der geldwerte Vorteil entsteht dem Arbeitnehmer, der bei diesem Modell steuerliche Mehrbelastungen erfährt. Das Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers wird um den individuellen Beitrag zur bKV durch den Arbeitgeber erhöht. In der Folge führt das nun höhere Bruttoeinkommen zu einer Mehrbelastung bei der Lohnsteuer einerseits und zu höheren Sozialabgaben andererseits. Der Mitarbeiter trägt diese Kosten selbst, wodurch sich sein Nettoeinkommen reduziert.

Mehrbelastung für Arbeitnehmer

Der Arbeitgeber trägt bei dieser Variante lediglich den bKV-Beitrag sowie den regulären Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung – zumindest bis zur Höhe der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Die Variante geht sowohl beim Arbeitgeber als auch beim Arbeitnehmer mit einem normalen finanziellen Aufwand einher. Der administrative Aufwand ist überschaubar und entsteht durch die angepasste Gehaltsabrechnung. Um wieviel sich das Nettoeinkommen des Arbeitnehmers genau reduziert, ist von seiner Steuerklasse abhängig.

  • Zahlt der Arbeitnehmer einen niedrigen Steuersatz, fällt auch die steuerliche Mehrbelastung auf das Bruttoeinkommen geringer aus
  • Alleinstehende Singles hingegen würden, insbesondere mit hohem Einkommen, die größte Mehrbelastung erfahren
Modell wird selten genutzt

Das Modell der individuellen Besteuerung wird in der Praxis nur selten genutzt, da es für Arbeitnehmer ausgesprochen unattraktiv ist. Die zusätzliche Belastung über Steuern und Sozialabgaben hebt die eigentlichen Vorteile der betrieblichen Krankenversicherung, die der Arbeitnehmer erfahren soll, teilweise sogar auf.


Nettolohnversteuerung

Bei der Nettolohnversteuerung bekommt der Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung auf sein Bruttoeinkommen. Die Erhöhung des Bruttogehalts berücksichtigt den bKV-Beitrag sowie anfallende Steuern und Abgaben, wird im Rahmen der Gehaltsabrechnung des Mitarbeiters bereits lohnversteuert und anschließend um den bKV-Beitrag korrigiert. Das Ergebnis ist ein unverändertes Nettogehalt.

Keine Belastung für Arbeitnehmer

Effektiv trägt damit der Arbeitgeber alle Steuern und Sozialabgaben, die im Zuge der betrieblichen Krankenversicherung anfallen. Folglich fällt sein finanzieller Aufwand hoch aus, während der Arbeitnehmer keinerlei finanzielle Belastung erfährt. Der administrative Aufwand ist auch bei diesem Modell überschaubar, da die Verrechnung standardmäßig über die Gehaltsabrechnung stattfindet. Dennoch ist es erforderlich, den Nettolohnsteuersatz für jeden Mitarbeiter individuell zu berechnen. So wird sichergestellt, dass sich das Nettogehalt durch die Erhöhung des Bruttogehalts nicht verändert. Die Verrechnung ist aber schnell erledigt und stellt die Buchhaltung selbst in kleinen und mittelständischen Unternehmen vor keinen großen Zeitaufwand.

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Pauschalversteuerung

Wie anhand der Bezeichnung bereits deutlich wird, findet eine Pauschalisierung statt. Diese bezieht sich auf die anfallende Lohnsteuer, die für alle betroffenen Mitarbeiter über einen einheitlichen Satz berechnet wird. So ist es Arbeitgebern möglich, eine größere Anzahl von Mitarbeitern und bKV-Versicherten zu erfassen, ohne für jeden Arbeitnehmer individuelle Berechnungen anstellen zu müssen. Im Zuge dessen übernimmt der Arbeitgeber im Regelfall auch die Beiträge zur Sozialversicherung. In der Praxis tritt nur sehr selten der Fall ein, dass Unternehmen diese stattdessen durch den Arbeitnehmer zahlen lassen.

Beide Seiten profitieren

Anders als bei den bisherigen Varianten, erscheint der bKV-Beitrag nicht mehr in der Lohn- und Gehaltsabrechnung. Er wird lediglich, für Mitarbeiter letztlich nicht einsehbar, im internen Lohnkonto des jeweiligen Angestellten erfasst. Für Arbeitnehmer entsteht kein oder nur ein sehr geringer finanzieller Aufwand, für Arbeitgeber ein normaler bis höherer Aufwand, der aber geringer als bei der Nettolohnversteuerung ausfällt. Für Unternehmen, die ausreichend viele Mitarbeiter in der betrieblichen Krankenversicherung erfassen und somit die Zustimmung für dieses Modell vom Finanzamt erhalten, verspricht diese Variante daher steuerliche Vorteile.

Vorher beim Finanzamt beantragen

Unternehmen dürfen nur auf die Pauschalversteuerung zurückgreifen, wenn diese zuvor beim für das Unternehmen zuständigen Finanzamt bewilligt wurde. Des Weiteren setzen jene eine gewisse Mindestanzahl an Versicherten in der betrieblichen Krankenversicherung voraus – meistens mindestens 20 Angestellte. Eine Pauschalisierung sonstiger Bezüge, der bKV-Beitrag inbegriffen, ist bis zu 1.000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr möglich.

Rechenbeispiele

Zu beachten ist bei diesem Modell eine Unterscheidung, die sich aus der Behandlung der Sozialversicherungsbeiträge ergibt.

Arbeitgeber (AG) und Arbeitnehmer (AN) übernehmen jeweils ihren Anteil an den Sozialversicherungsabgaben. Dem Arbeitnehmer entstehen Mehrkosten durch diese Übernahme, der Arbeitgeber kann seine reduzierten Kosten über die Betriebsausgaben weiter steuerlich geltend machen.

Beispielrechnung mit fiktiven Zahlen:

Kostengezahlt durch
bKV Beitrag20 EuroAG
Lohnsteuer pauschal7 EuroAG
Sozialversicherungsbeitrag4 EuroAN
Sozialversicherungsbeitrag4 EuroAG

So entsteht eine Belastung für den Arbeitnehmer von 4 Euro und eine Belastung für den Arbeitgeber von 31 Euro monatlich.

Der Arbeitgeber trägt hier auch die Sozialversicherungsbeiträge, so wie es in der Praxis nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber üblich ist. In der Modellrechnung würde das mit den identischen fiktiven Werten so aussehen:

Kostengezahlt durch
bKV Beitrag20 EuroAG
Lohnsteuer pauschal höher durch SV-Anteil8 EuroAG
Sozialversicherungsbeitrag0 EuroAN
Sozialversicherungsbeitrag8 EuroAG

Auf diese Weise entsteht für den Arbeitnehmer eine Belastung von 0 Euro, für den Arbeitgeber von 36 Euro monatlich. Diese Belastung kann der Arbeitgeber jedoch weiterhin steuermindernd in den Betriebsausgaben erfassen.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 18.11.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Nina Bruckmann
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