Altersvorsorge in der Steuer

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von Swantje Niemann
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Welche Beiträge zur Altersvorsorge steuerfrei sind, welche Höchstbeträge aktuell gelten und was Sie beim Ausfüllen der Steuererklärung beachten müssen.

Inhalt dieser Seite
  1. Altersvorsorge: Diese Ausgaben können Sie geltend machen
  2. Das sind die aktuellen Höchstbeträge
  3. Gesetzliche Rente in der Steuer
  4. Riester Rente, Basisrente, etc.: So viel können Sie absetzen
  5. Steuererklärung richtig ausfüllen
  6. Diese Steuern zahlen Sie als Renter
  7. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Zum Ausgleich der stärkeren Besteuerung von Rentenauszahlungen sind die Beiträge zur Altersvorsorge zunehmend steuerlich absetzbar.
  • 2021 können Beiträge zur gesetzlichen Rente oder Basisrente bis zu einer Summe von 23.724 € steuerlich geltend gemacht werden.
  • Für die Riester-Rente und andere Vorsorge­aufwendungen wie z.B. Kranken­­versicherungs­beiträge oder die Berufs­unfähigkeits­versicherung gelten jeweils eigene Höchstbeträge.
  • In jedem Fall lohnt es sich, Ihre Ausgaben für die Altersvorsorge in der Steuererklärung einzutragen.

Welche Aufwendungen kann man steuerlich absetzen?

Diese Vorsorge­aufwendungen können Sie absetzen

Die private Altersvorsorge ist in Deutschland so wichtig wie eh und je – immer mehr Berufs­tätige verlassen sich nicht mehr ausschließlich auf die gesetzliche Rente und sparen zusätzlich Geld für den Ruhestand. Dabei geht es oft um spezielle Geldanlagen für die Zukunft, wie beispielsweise die Riester-Rente. Einige Arten der Altersvorsorge können Sie von der Steuer absetzen.

Die gesetzliche Renten­versicherung kann von Arbeitnehmern zu einem großen Teil steuerlich geltend gemacht werden – allerdings nur maximal bis zum gesetzlich festgelegten Höchstbetrag. Ebenfalls in großem Umfang absetzbar sind die Rürup-Rente und die Beiträge zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen sowie für landwirtschaft­liche Alterskassen. Immerhin teilweise anrechenbar sind die sogenannten „sonstigen Vorsorge­aufwendungen“, zu denen z. B. die Beiträge zur gesetzlichen Kranken­- und Pflege­versicherung gehören.


Altersvorsorge in der Steuer auf einen Blick

Form der AltersvorsorgeWie funktioniert die Besteuerung?Relevanter Abschnitt der SteuererklärungMaximal absetzbar (Single, Stand 2021)
Gesetzliche Renten­versicherungIn Ansparphase teils von der Steuer absetzbar, Besteuerung in AuszahlungsphaseAnlage­ Vorsorge­aufwand23.724 € (92 % von 25.787 €)
Rürup-RenteSteuervorteile in der Ansparphase, Besteuerung in AuszahlungsphaseAnlage­ Vorsorge­aufwand23.724 € (92 % von 25.787 €)
Betriebliche AltersvorsorgeSteuervorteile in Ansparphase, Besteuerung in AuszahlungsphaseAnlage­ Vorsorge­aufwandunterhalb der Beitrags­bemessungsgrenze bis zu einer Höhe von 8 Prozent oder vollständig steuerfrei
Riester-RenteSteuervorteile bzw. Zulagen in der Ansparphase (siehe Günstigerprüfung), nachgelagerte Besteuerung in AuszahlungsphaseAnlage­ AV2.100 €
Risikolebens­versicherungals Sonder­ausgabe steuerlich absetzbar, Erträge werden besteuert (Ausnahme: Verträge von vor 2005)Anlage­ Vorsorge­aufwand1.900 oder 2.800 € (sofern noch nicht durch andere Sonder­ausgaben ausgeschöpft)
Kapitallebens­versicherungals Sonder­ausgabe steuerlich absetzbar, wenn Vertrag vor 2005 geschlossen wurde, Erträge werden besteuert (Ausnahme: Verträge von vor 2005)Anlage­ Vorsorge­aufwand1.900 oder 2.800 € (sofern noch nicht durch andere Sonder­ausgaben ausgeschöpft)

Diese Beiträge können Sie nicht absetzen

Nicht immer wirkt sich die Altersvorsorge auf die Steuer aus. Bei einer Direkt­versicherung oder Pensionskasse erhalten Versicherte oft schon eine steuerliche Förderung. Daher gehören diese Beiträge nicht in das Feld „Sonder­ausgaben-Pauschbetrag“. Das liegt daran, dass es sich nicht um uneingeschränkt abziehbare Sonder­ausgaben handelt.

Auch Versicherungen, die nichts mit der Zukunftsabsicherung zu tun haben, können nicht als Vorsorge­aufwendung abgesetzt werden. In diese Kategorie fallen die üblichen Sach­versicherungen wie Kasko, Hausrat­versicherung oder Rechtsschutz­versicherung. Brauchen Sie eine Rechtsschutz- oder Haftpflicht­versicherung für Ihre berufliche Tätigkeit, können Sie diese jedoch absetzen. Diese Versicherungen werden als Werbekosten eingetragen. Für Arbeitnehmer ist hier die Anlage­ N relevant, für Selbständige die Anlage­ EÜR.

Das sind die Höchstbeträge für Vorsorge­aufwendungen 2021

Höchstbetrag für Altersvorsorgeaufwendungen 2021

Die Vorsorge­aufwendungen werden in Altersvorsorgeaufwendungen und sonstige Vorsorge­aufwendungen unterteilt. Beide Arten sind bis zu einem eigenen Höchstbetrag steuerlich absetzbar. Die Freistellung von Beiträgen

  • zur gesetzlichen Renten­versicherung
  • Beiträge zu Rürup-Renten
  • zu berufsständischen Versorgungswerken oder landwirtschaft­lichen Alterskassen

wird seit 2005 kontinuierlich erweitert, bis die Rentenbeiträge ab dem Jahr 2025 im Rahmen der Höchstbeträge zu 100 Prozent absetzbar sind. Diesen Ersparnissen in der Zeit der Berufs­tätigkeit steht die spätere Besteuerung der Renten gegenüber.

Für die private und auch für die gesetzliche Renten­versicherung lassen sich verschiedene Ausgaben absetzen. Das Finanzamt erkennt allerdings für 2021 noch lediglich 92 Prozent der angegebenen Ausgaben an – man kann also maximal 23.724 Euro absetzen. Für 2022 erhöht sich dieser Satz auf 94 Prozent. Bei Einzahlungen in eine Rentenkasse verringert sich der absetzbare Geldbetrag um den errechneten Arbeitgeberanteil (steuerfrei).

JahrHöchstbetrag für Altersvorsorge­aufwendungen (Single)Vom Finanzamt anerkannter Anteil der Einzahlungen
201924.305 €88 Prozent
202025.046 €90 Prozent
202125.406 €92 Prozent

Komplette Tabelle: Absetzbare Vorsorge­aufwendungen

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SteuerjahrAbsetzbarer Anteil in Prozent
200560
200662
200764
200866
200968
201070
201172
201274
201376
201478
201580
201682
201784
201886
201988
202090
202192
202294
202396
202498
2025100

Keine Günstigerprüfung seit 2020

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Seit 2005 führte das Finanzamt die sogenannte Günstigerprüfung durch. Es gab bis 2019 zwei Berechnungsmethoden, um Vorsorge­aufwendungen auf ihre Absetzbarkeit zu prüfen. Das Finanzamt rechnete beide Methoden durch. Zur Anwendung kam die für den Steuerzahler günstigere Methode. 2019 war jedoch das letzte Jahr, für dass das Finanzamt die Günstigerprüfung durchführt. Ab 2020 kommt nur noch eine Berechnungsmethode zur Anwendung, die dann für alle Steuerzahler gilt, die ihre Altersvorsorge steuerlich geltend machen möchten.

Sonstige Vorsorge­-Ausgaben

Die Basisbeiträge, die für die Kranken­- und Pflege­versicherung anfallen, dürfen komplett abgesetzt werden. Das gilt für den Lebenspartner und auch für die unterhaltsberechtigten Kinder. Wer Kindergeld bezieht, trägt die entsprechenden Beiträge in der Anlage­ Kind ein.

Der jährliche Höchstbetrag für die sonstigen Vorsorge­aufwendungen liegt für Arbeitnehmer sowie für Beamte bei 1.900 €, und für Selbständige bei 2.800 €. Die Grenze richtet sich danach, ob die Steuerzahler zu den jeweiligen Aufwendungen steuerfreie Zuschüsse erhalten.

Höchstbeträge voll ausschöpfen

Falls die oben genannten Grenzen noch nicht erreicht sind, können weitere Ausgaben für Versicherungen von der Steuer abgesetzt werden. Die sonstigen Vorsorge­aufwendungen beziehen sich auf die zusätzlichen Aufwendungen zur Basis-Kranken­­versicherung und Pflege­versicherung ebenso wie auf Arbeits­losen­versicherung, Unfall­versicherung und Berufs­unfähigkeits­versicherung.

Auch Haftpflicht­versicherungen und Risikolebens­versicherungen sowie spezielle Renten­versicherungen mit oder ohne Kapitalwahlrecht können abhängig von den jeweiligen Umständen abgesetzt werden. Beachten Sie: Oft ist der Höchstbetrag bereits ausgeschöpft, sodass die Möglichkeiten der steuerlichen Absetzungen begrenzt sind.

Wann ist die gesetzliche Renten­versicherung steuerlich absetzbar?

Wer zahlt in die gesetzliche Renten­versicherung ein?

Grundsätzlich sind alle regulären Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft sowie im öffentlichen Dienst dazu verpflichtet, in die gesetzliche Renten­versicherung einzuzahlen. Freiwillig ist dies auch während Kindererziehungszeiten sowie für geringfügig Beschäftigte möglich, wenn sie sich nicht von der Renten­versicherungs­pflicht befreien lassen. Ebenfalls rentenversichert sind:

  • Arbeits­lose, die eine staatliche Unterstützung erhalten
  • behinderte Arbeitnehmer in entsprechenden Einrichtungen
  • renten­versicherungs­pflichtige Selbständige.

Abhängig von der Arbeits­situation besteht die Möglichkeit, sich von der gesetzlichen Renten­versicherungs­pflicht befreien zu lassen. Dafür muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. Andererseits kann jedoch auch eine freiwillige Weiter­versicherung vereinbart werden. Eine befreiende Lebens­versicherung oder spezielle Beitrags­zahlungen an eine bestimmte Versorgungsgruppe der jeweiligen Berufs­gruppe sind auch möglich. Die entsprechenden Beiträge werden stets in der Steuererklärung eingetragen, wobei steuerfreie Zuschüsse des Arbeitgebers oder Erstattungen zuvor abzuziehen sind.


Welche Renten­versicherungs­beiträge sind steuerlich absetzbar?

Die Beiträge zur gesetzlichen Renten­versicherung lassen sich als Sonder­ausgaben absetzen, da sie zu den Altersvorsorgeaufwendungen zählen:

  • Wenn Pflichtbeiträge von Selbständigen an die gesetzliche Renten­versicherung geleistet werden, beispielsweise von Handwerkern, Pflegekräften, Lehrern oder im häuslichen Gewerbe tätigen Personen.
  • Selbständig Tätige können für die Invaliditäts­versicherung freiwillig ihre Beiträge einzahlen und diese in der Steuererklärung angeben.
  • Personen, die aufgrund eines eigenen Antrags ­versicherungs­pflichtig sind.
  • Künstler und Autoren zahlen in die Künstlersozialkasse (KSK) ein und können dementsprechend den eigenen Anteil eintragen. Davon ausgenommen sind die Zuschüsse der KSK.
  • Bei Auffüllung der gesetzlichen Renten­versicherungs­beiträge in der Ausbildungszeit können die gezahlten Beiträge angegeben werden.
  • Der Ausgleich der Rentenkürzung bei einer vorzeitigen Inanspruchnahme der Rente ermöglicht ebenfalls die Angabe der Beiträge.
  • Auch bei der Beitrags­zahlung in eine gesetzliche Renten­versicherung im Ausland ist es möglich, die Altersvorsorge von der Steuer abzusetzen.

Experten-Tipp:

„Auch freiwillig geleistete Beiträge dürfen abgesetzt werden. Das kann bei einer Weiter­versicherung oder Höher­versicherung der Fall sein, wenn der Anspruch auf eine spätere Erwerbs­minderungsrente aufrecht erhalten werden soll. Minijobber, die sich nicht von der Renten­versicherungs­pflicht befreien lassen, können den Arbeitnehmeranteil eintragen. Für die freiwilligen Versicherungs­beiträge gelten ebenfalls die Höchstgrenzen der Vorsorge­aufwendungen.“

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Alexander Velden
Berater

Rentenfreibetrag und Grundfreibetrag: Wann ist die Rente steuerfrei

Wer bis 2039 in Rente geht, erhält einen Rentenfreibetrag – das heißt, dass ein bestimmter Teil der Rente nicht versteuert werden muss. Dieser Betrag wird bei Renteneintritt festgelegt und verändert sich durch Rentenanpassungen nicht. Neben dem Rentenfreibetrag gibt es auch den Grundfreibetrag – das ist der Betrag, bis zu dem Einkommen steuerfrei bleibt und der das Existenzminimum decken soll. 2021 sind das 9.744 Euro im Jahr.

Riester-Rente, Rürup-Rente, betriebliche Altersvorsorge, private Lebens­versicherungen: So viel können Sie absetzen

Rürup-Rente: steuerlich absetzbar

In der Ansparphase lässt sich die Rürup-Rente analog zur gesetzlichen Rente zu einem Großteil steuerlich geltend machen – bis 2025 nimmt die steuerliche Absetzbarkeit stufenweise zu, bis die Beiträge komplett steuerfrei und die steuerliche Absetzbarkeit nur noch durch den Höchstbetrag gedeckelt ist. 2021 lassen sich maximal 23.724 Euro absetzen, da maxial 92 Prozent der Ausgaben geltend gemacht werden können und der aktuelle Höchstbetrag 25.787 Euro beträgt.

Auch der Anteil der Auszahlungen, auf die in der Rentenphase Steuern anfallen, erhöht sich kontinuierlich. 2021 müssen 81 Prozent der Rürup-Rente versteuert werden. Jedes Jahr kommt ein weiteres Prozent dazu, bis sie schließlich im Jahr 2040 vollständig versteuert werden muss. Detailliertere Ausführungen zu dem Thema finden Sie hier:

Rürup-Rente in der Steuer


Riester-Rente: Zulagen oder Steuervorteile

Bei der Riester-Rente führt das Finanzamt in der Ansparphase eine Günstigerprüfung durch, die darüber entscheidet, ob Sparende mehr von den staatlichen Zulagen oder mehr von den Steuervorteilen profitieren. Alljährlich können Riester-Beiträge bis zur Höhe von 2.100 Euro von der Steuer abgesetzt werden. Auch die Riester-Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung – das heißt, dass später Einkommens­steuer auf die Auszahlungen anfällt. Wie bei der Rürup-Rente erfolgt die Umstellung auf die Besteuerung auch hier schrittweise, sodass sie erst ab 2040 vollständig versteuert werden muss. Mehr Informationen zur Riester-Rente in der Steuer finden Sie hier:

Riester-Rente in der Steuer


Wann ist die betriebliche Altersvorsorge steuerbefreit?

In der Ansparphase werden Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge vom Brutto­einkommen abgezogen und sind entweder bis zu einer bestimmten Grenze oder aber vollständig von Steuern und Sozialabgaben befreit – wie genau dies aussieht, hängt davon ab, welches Modell der betrieblichen Altersvorsorge gewählt wurde. In der Steuererklärung muss die betriebliche Altersvorsorge oft nicht angegeben werden, es sei denn, es handelt sich um Sonder­zulagen. In der Auszahlungsphase muss die betriebliche Altersvorsorge zu 100 Prozent versteuert werden. Mehr zu dem Thema können Sie hier nachlesen:

Betriebliche Altersvorsorge in der Steuer


Diese Lebens­versicherungen sind absetzbar

Risikolebens­versicherungen können als Vorsorge­aufwendungen von der Steuer abgesetzt werden, allerdings gilt hier die bereits genannte Obergrenze von 1.900 bzw. 2.800 Euro. Auch Kapitallebens­versicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden, können so abgesetzt werden. Die Besteuerung der Auszahlungen hängt davon ab, wann die Versicherungen abgeschlossen wurden. Mehr dazu, wie Risiko- und Kapitallebens­versicherungen steuerlich behandelt werden und welche Unterschiede es dabei zwischen den beiden Lebens­versicherungen gibt, erfahren Sie auf unserer Seite zum Thema:

Lebens­versicherungen in der Steuer

Altersvorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung

Steuererklärung richtig ausfüllen – Steuern sparen

Es lohnt sich also, ihre Beiträge zur Altersvorsorge in der Ansparphase in der Steuerklärung anzugeben, um ihre Steuerlast zu erleichtern. In der Tabelle finden Sie einen Überblick, wo Sie Ihre Ausgaben eintragen können.

RenteRelevante Anlage­Weiterführende Informationen
Gesetzliche RenteAnlage­ Vorsorge­aufwandSteuererklärung als Rentner
Basisrente (Rürup-Rente)Anlage­ Vorsorge­aufwandMehr zur Rürup-Rente in der Steuer
Betriebliche Altersvorsorgemuss meist nicht angegeben werden, Ausnahme: Sonder­zulagen werden in Anlage­ N eingetragenAnleitung: Betriebliche Altersvorsorge in der Steuererklärung eintragen
Riester-RenteAnlage­ AVAnleitung: Riester-Beiträge in der Steuererklärung eintragen
Lebens­versicherungenAnlage­ Vorsorge­aufwandMehr zu Lebens­versicherungen in der Steuer
Basisbeiträge für Kranken­- und Pflege­versicherung, Berufs­unfähigkeits­versicherung, …Anlage­ Vorsorge­aufwand, bzw. Anlage­ KindAnleitung: Private Kranken­­versicherung in der Steuererklärung, Berufs­unfähigkeits­versicherung in der Steuer

So werden Renten in der Auszahlungsphase besteuert

Diese Steuern zahlen Rentner

Seit der Rentenreform von 2005 werden Renten (gesetzliche Renten ebenso wie Renten landwirtschaft­licher Alterskassen oder berufsständischer Versorgungswerke) ganz oder anteilig besteuert. Diese Besteuerung wird stufenweise eingeführt und richtet sich nach dem Jahr des Renteneintritts. Für Rentner, die bis 2039 in Rente gehen, gibt es einen Rentenfreibetrag. Diese Besteuerung der Rente steht die in den vorherigen Kapiteln beschriebene höhere steuerliche Absetzbarkeit von Rentenbeiträgen gegenüber. Lesen Sie zu dem Thema auch:

Informationen des Bundes­finanzministeriums
Rente in der Steuer


Steuererklärung ausfüllen als Rentner

Für Rentner ist die Anlage­ R relevant. Verschiedene Rentenarten werden unterschiedlich besteuert und entsprechend an verschiedenen Stellen eingetragen.

ZeileWas müssen Sie hier eintragen?
4-13Zahlungen aus gesetzlichen Renten, berufsständischen Versorgunswerken, Rürup-Renten oder landwirtschaft­lichen Alterskassen
„Rentenan­passungs­betrag“Jährliche Rentenerhöhungen
15-19Zahlungen aus private Renten- und Berufs­unfähigkeits­versicherungen
31-49Zahlungen aus Betriebs­renten, Riester-Renten, Zusatzversorgungen des öffentlichen Dienstes

Beim Ausfüllen der Steuerklärung hilft die „Mitteilung zur Vorlage des Finanzamts“, die telefonisch oder online bei der Deutschen Renten­versicherung angefordert werden kann.

Welche Renten sind steuerfrei?

  • Rente der gesetzlichen Unfall­versicherung
  • Kriegs- und Schwerbeschädigtenrenten
  • Grundsicherung (siehe SGB XII)
  • Wiedergutmachungsrenten

Fazit

Wer Beiträge zur Altersvorsorge zahlt, sollte diese unbedingt in der Steuererklärung eintragen, da man insbesondere Beiträge zur Basisversorgung zu einem Großteil – und in wenigen Jahren vollständig – steuerlich geltend machen kann. Doch auch andere Ausgaben für die Altersvorsorge wie z.B. private Lebens­versicherungen lassen sich unter Umständen von der Steuer absetzen, sofern der Höchstbetrag für solche Vorsorge­aufwendungen noch nicht ausgeschöpft ist.

Alle Angaben zum Steuerrecht sind ohne Gewähr.

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Die häufigsten Fragen zur Altersvorsorge in der Steuer

Ist private Altersvorsorge steuerlich absetzbar?

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Private Altersvorsorge wie z.B. eine Risikolebens­versicherung können Sie als Sonder­ausgabe bei den Vorsorge­aufwendungen von der Steuer absetzen. Arbeitnehmer können maximal 1.900 Euro absetzen, Selbständige maximal 2.800 Euro. Es kann jedoch sein, dass diese Höchstgrenze bereits durch andere als Sonder­ausgabe absetzbare Versicherungen erreicht ist.

Wo gibt man in der Steuerklärung die betriebliche Altersvorsorge an?

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Wer als Rentner Auszahlungen der betrieblichen Altersvorsorge erhält, trägt diese in der Steuererklärung in der Anlage­ R ein. In der Ansparphase müssen nur Sonder­zulagen in der Steuerklärung eingetragen werden.

Welche Altersvorsorgeaufwendungen sind steuerlich absetzbar?

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Beiträge zur gesetzlichen Renten­versicherung, zu berufsständischen Versorgungswerken, der landwirtschaft­lichen Alterskasse, zur betrieblichen Altersvorsorge, zur Riester-Rente und unter Umständen auch privater Lebens­versicherungen sind von der Steuer absetzbar. Es gelten jeweils eigene Regeln und Höchstbeträge.

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