Private Pflege­versicherung – Vor- und Nachteile

Foto von von Swantje Niemann
von Swantje Niemann
aktualisiert

Das erwartet Sie hier

In welchem Umfang lohnt sich eine private Zusatz­versicherung?

Inhalt dieser Seite
  1. Pflege im Alter kostet Geld
  2. Die Gesundheits­­prüfung als Klippe
  3. Überblick: Vorteile und Nachteile
  4. Rücklagen und Vermögen ratsam

Das Wichtige in Kürze

  • Eine private Pflege­versicherung ist unumgänglich, wenn man als Pflegefall umfassend versorgt sein möchte, denn die gesetzliche Absicherung bietet lediglich eine Grundversorgung.
  • Eine private Pflege­versicherung schützt das eigene Vermögen ebenso wie das der Familie.
  • Menschen mit Vorerkrankungen zahlen Risikozuschläge.

Pflege im Alter kostet Geld

Unabhängig davon, woher das Geld letztlich stammt, muss jede Pflege irgendwie bezahlt werden. Wer in einem Pflegeheim untergebracht ist, muss pro Monat mit Kosten von rund 3.000 Euro bis 4.000 Euro rechnen. Wenn die Einteilung in einen der Pflegegrade vorgenommen wurde, wird ein Teil durch die staatliche Pflegepflicht­versicherung erstattet. Ein erheblicher Anteil ist jedoch aus eigener Tasche zu zahlen.

Die Mittel zur Finanzierung können aus verschiedenen Einkünften stammen:

Experten-Tipp:

„PKV-Versicherte haben die Möglichkeit für einen kleinen Mehrbeitrag die private Pflege­versicherung mit einzuschließen. So ist in einem Vertrag die Kranken­- und Pflege­versicherung gekoppelt.“

Foto von Alexander Velden
Alexander Velden
Berater

Pflegezusatz­versicherung schließt die Lücken

Eine private Zusatz­versicherung kann helfen, die Versorgungslücke zu schließen. Wer frühzeitig anfängt, kann schon mit einem überschaubaren Eigenanteil eine ordentliche Zusatzversorgung aufbauen. Die Beiträge werden durch den Versicherten eingezahlt, der Versicherer legt sie am Markt zur Verzinsung an. In den letzten Jahren ist die Garantieverzinsung ständig gesunken. Sie lag für Neuverträge 2020 nur noch bei 0,9 Prozent. Wer eine solide Zusatz­versicherung für das Alter aufbauen will, muss also früh anfangen oder später größere Beiträge pro Monat einzahlen. Genau hier setzen die Kritiker der Pflege­versicherung an.

Kostenfreier Tarifvergleich zur privaten Pflege­versicherung

Passgenau und individuell von unseren mehrfach ausgezeichneten Experten erstellt.

Die Gesundheits­prüfung als Klippe

Die Kritiker der Pflege­versicherung mahnen an, dass eine Gesundheits­prüfung erforderlich ist, wenn man eine Pflegezusatz­versicherung ohne Förderung abschließen will. Wer dann nicht gesund ist und Vorerkrankungen angeben muss, hat einen Risikozuschlag zu erwarten. Aus diesem Grund kommt die Zusatz­versicherung vor allem für kranke Versicherte nicht in Frage. Weil eine Pflegezusatz­versicherung aber schon aus gesundheitlichen Gründen nicht für jedermann gut geeignet ist, gerät sie bei den Gegnern der Zusatz­versicherung häufig unter Beschuss und wird zur Absicherung nicht empfohlen.

Förderpflege bietet keine Top-Absicherung

Die private Zusatz­versicherung könnte durch eine geförderte Pflege-Bahr ergänzt werden. Auch die Förderpflege allein wird nicht ausreichen, um die Versorgungslücke zu schließen. Letztlich dürfte eine Kombination aus Förderpflege und aus ungeförderter Pflege­versicherung eine solide Basis für die Absicherung im Pflegefall gewährleisten. Doch Kritiker argumentieren, dass ein Versicherter damit mehrere Pflege­versicherungen abschließen muss, um im Pflegefall umfassend abgesichert zu sein. Deshalb können andere Wege zur Vorsorge­ im Alter ebenso effizient sein.

Vor- und Nachteile einer privaten Pflege­versicherung im Überblick

Da die Leistungen der gesetzlichen Pflege­versicherung in der Regel nicht ausreichen, um eine ausreichende Versorgung im Krankheits­fall zu gewährleisten, ist natürlich der größte Vorteil einer privaten Pflege­versicherung, dass man sich keine Gedanken um die finanzielle Versorgung machen muss, falls man zum Pflegefall wird. Wer selbst nicht für die weiteren Kosten der Pflegeversorgung aufkommen kann und keine private Pflege­versicherung besitzt, dessen Kinder können für die Bezahlung der elterlichen Pflege herangezogen werden.

Daher schützt die private Pflege­versicherung nicht nur den Versicherten, sondern auch dessen Kinder vor der finanziellen Belastung durch körperliche Beschwerden. Wer früh vorsorgt, kann zudem durch günstige Beiträge profitieren, da in jungen Jahren meist der Gesundheits­zustand noch besser ist als im Alter. Gleichzeitig ist hierbei der Nachteil, dass man im fortgeschrittenen Alter und bei schlechter Gesundheit kaum mehr die Chance hat, eine private Pflege­versicherung abzuschließen und wenn, dann meist nur in Verbindung mit einer hohen Beitrags­zahlung.

Rücklagen und Vermögen ratsam

Wer keine Pflege­versicherung abschließen will, kann die Versorgungslücke sehr gut mit einem Privatinvestment schließen. Wichtig ist allerdings, dass man dies tatsächlich frühzeitig tut und schon in jungen Jahren damit beginnt, Vermögen aufzubauen. Dies kann in Form von mehreren Sparplänen geschehen, auch Kapitalanlagen sind sinnvoll. Auch eine im Alter schuldenfreie Immobilie ist gut geeignet zur Vorsorge­ für den Pflegefall, sie kann verkauft werden und bringt dann das nötige Kapital für eine Unterbringung im Pflegeheim.

Haben Sie alles gefunden?

Schnelle Frage, Kritik oder Feedback?

Wir helfen Ihnen gerne. Professionelle Beratung von echten Menschen. Rufen Sie uns zum Ortstarif an oder schreiben Sie uns per E–Mail.

Foto von Katharina Tennius
Katharina Tennius
Ihre Ansprechpartnerin