Pflege­versicherung für Rentner: Beitrag 2026 und Zusatz­versicherung im Alter

Tarifrechner, aktuelle Testergebnisse und Ratgeber (2026)

Das erwartet Sie hier

Was Rentner 2026 für die Pflege­versicherung zahlen, was sie im Pflegefall leistet und bis zu welchem Alter eine Zusatz­versicherung noch möglich ist.

Inhalt dieser Seite
  1. Wie sind Rentner pflegeversichert?
  2. Was kostet die Pflege­­versicherung für Rentner?
  3. Was deckt die gesetzliche Absicherung ab und was nicht?
  4. Lohnt sich eine Pflegezusatz­­versicherung für Rentner?
  5. Wie finden Rentner die passende Pflegezusatz­­versicherung?
  6. Häufige Fragen (FAQ)
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Das Wichtigste in Kürze

  • Beitrag allein tragen: Rentner zahlen 2026 in der sozialen Pflege­versicherung 3,6 % von Rente und Betriebsrente, kinderlos 4,2 %, ohne Zuschuss der Renten­versicherung.
  • Privat versichert: In der Pflegepflicht­versicherung zählen Alter und Gesundheit beim Abschluss, nach fünf Jahren höchstens 209,26 € im Monat.
  • Große Lücke im Heim: Im ersten Jahr bleiben im Schnitt 3.364 € im Monat selbst zu zahlen (Stand Juli 2026).
  • Zusatzschutz auch im Alter: Viele Tarife kennen kein Höchstalter, entscheidend sind Gesundheit und Beitrag. Unser Partner Holger Rasch prüft, was für Sie noch möglich ist.
Holger Rasch

Zwei Jahre im Pflegeheim kosten mit den Durchschnittswerten des vdek 76.980 Euro aus eigener Tasche…

… und wer nach dem 60. Geburtstag pflegebedürftig wird, bleibt es laut Barmer im Schnitt rund fünf Jahre. Die Pflege­versicherung zahlt dafür nur feste Beträge, den Rest tragen Rente und Erspartes. Den Pflichtbeitrag zahlen Sie als Rentner allein, auch auf Betriebsrenten, für die in der Pflege­versicherung nur eine Freigrenze von 197,75 Euro im Monat gilt. Eine Zusatz­versicherung ist im Ruhestand oft noch möglich, viele Tarife kennen kein Höchstalter. Entscheidend sind dann Ihre Gesundheit und ein Beitrag, der deutlich höher ausfällt als bei einem frühen Abschluss. Wir zeigen, welche Einnahmen beitragspflichtig sind, wann Angehörige zahlen müssen, welche Tarife Rentner noch aufnehmen und welche Fehler im Alter Geld kosten.

Wie sind Rentner pflegeversichert?

Rentner bleiben dort pflegeversichert, wo sie krankenversichert sind: gesetzlich Krankenversicherte in der sozialen Pflege­versicherung, privat Krankenversicherte in der privaten Pflegepflicht­versicherung. Den Beitrag zahlen Sie im Ruhestand allein, einen Zuschuss der Renten­versicherung wie in der Kranken­versicherung gibt es nicht. Beide Systeme decken im Pflegefall nur einen Teil der Kosten.

Die Pflege­versicherung der Rentner auf einen Blick

Welche Regeln für Sie gelten, hängt davon ab, wie Sie im Ruhestand krankenversichert sind. Die meisten Rentner sind in der Kranken­versicherung der Rentner pflichtversichert. Freiwillig gesetzlich Versicherte, privat Versicherte und pensionierte Beamte mit Beihilfe haben beim Beitrag eigene Regeln. Die Tabelle zeigt die vier Gruppen mit Stand 2026.

Versichert alsPflege­versicherungBeitrag 2026Wer zahlt
Pflichtmitglied der Kranken­versicherung der RentnerSoziale Pflege­versicherung3,6 % von Rente und Versorgungsbezügen, kinderlos 4,2 %Sie allein, Abzug direkt von der Rente
Freiwillig gesetzlich versichertSoziale Pflege­versicherung3,6 %, kinderlos 4,2 %, auch auf weitere EinnahmenSie allein
Privat krankenversichertPrivate Pflegepflicht­versicherungNach Eintrittsalter und Gesundheit, nach 5 Jahren höchstens 209,26 €Sie allein
Pensionierte Beamte mit BeihilfeSozial oder privat, anteiligSozial 1,8 %, kinderlos 2,4 %; privat höchstens die Hälfte des HöchstbeitragsSie allein, den Rest der Leistung trägt die Beihilfe (sozial versichert die Hälfte, privat versichert beim Bund 70 %)

Pflegepflicht­­versicherung folgt Kranken­­versicherung

Sind Sie in der Kranken­versicherung der Rentner oder freiwillig gesetzlich versichert, gehören Sie automatisch zur Pflegekasse Ihrer Krankenkasse. Haben Sie eine private Kranken­versicherung, führen Sie beim selben Unternehmen eine private Pflegepflicht­versicherung (Quelle: SGB XI § 23). Am Versicherungsschutz ändert der Ruhestand nichts, nur der Arbeitgeber fällt als Mitzahler weg.

Die Leistungen beider Systeme sind gleich hoch und richten sich nach dem Pflegegrad. Den Pflegegrad stellt bei gesetzlich Versicherten der Medizinische Dienst fest, bei privat Versicherten Medicproof. Wie die soziale Pflege­versicherung insgesamt funktioniert, welche Leistungen es gibt und wie Sie sie beantragen, erklären wir im Ratgeber zur gesetzlichen Pflege­versicherung.


Privater Versicherungsschutz als Ergänzung

Zusätzlich zur Pflicht­versicherung können Sie eine private Pflegezusatz­versicherung abschließen, auch als Rentner. Sie zahlt im Pflegefall zusätzlich zur gesetzlichen Leistung, am flexibelsten als Pflegetagegeld ohne Kostennachweis. Ob sich das in Ihrem Alter noch lohnt, hängt von Gesundheit, Beitrag und Vermögen ab. Darauf gehen die Kapitel zur Zusatz­versicherung und zum Vorgehen ein.

Was kostet die Pflege­versicherung für Rentner?

In der sozialen Pflege­versicherung zahlen Rentner 2026 3,6 Prozent ihrer Rente und Versorgungsbezüge, kinderlos 4,2 Prozent, und zwar allein. In der privaten Pflegepflicht­versicherung zählt nicht das Einkommen, sondern Ihr Alter und Ihre Gesundheit beim Abschluss. Nach fünf Jahren ist der Beitrag dort auf 209,26 Euro im Monat begrenzt.

Beiträge zur sozialen Pflege­versicherung

Für Rentner gelten dieselben Beitragssätze wie für Beschäftigte. Anders als in der Kranken­versicherung übernimmt die Renten­versicherung aber keinen Anteil, Sie tragen den vollen Beitrag selbst. Bei der gesetzlichen Rente behält der Renten­versicherungsträger ihn direkt ein und führt ihn an Ihre Pflegekasse ab (Quelle: SGB XI § 59).

Beiträge fallen höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro im Monat an. Der Höchstbeitrag liegt 2026 laut Bundesgesundheitsministerium bei 209,26 Euro, für Kinderlose rechnerisch bei 244,13 Euro (Quelle: BMG, Zahlen und Fakten zur Pflege­versicherung). Diese Grenze erreichen Rentner nur, wenn Rente und Versorgungsbezüge zusammen sehr hoch sind.

Pensionierte Beamte mit Beihilfe zahlen in der sozialen Pflege­versicherung den halben Satz von 1,8 Prozent, kinderlos 2,4 Prozent. Dafür erhalten sie die Leistungen zur Hälfte, die andere Hälfte trägt die Beihilfe (Quelle: SGB XI § 28). Was für die Pflege­versicherung von Beamten im Dienst und im Ruhestand gilt, steht im Ratgeber für Beamte.


Beitragssatz: Diesen Einfluss haben Kinder

Ohne Kinder zahlen Sie einen Zuschlag von 0,6 Beitragssatzpunkten, also 4,2 Prozent. Ausgenommen sind alle, die vor dem 1. Januar 1940 geboren sind. Ab dem zweiten Kind sinkt der Satz um je 0,25 Punkte, aber nur für Kinder unter 25 (Quelle: SGB XI § 55). Für die meisten Rentner mit Kindern gilt deshalb 3,6 Prozent, auch wenn sie mehrere Kinder haben.

Ihre KinderBeitragssatzBeitrag bei 1.500 € Rente
Keine Kinder4,2 %63,00 €
Kinder, davon höchstens eins unter 253,6 %54,00 €
Zwei Kinder unter 253,35 %50,25 €
Drei Kinder unter 253,10 %46,50 €
Vier oder mehr Kinder unter 252,85 % oder 2,60 %42,75 € oder 39,00 €

Die Euro-Beträge hat unsere Redaktion für eine gesetzliche Rente von 1.500 Euro im Monat gerechnet. Zahlen Sie den Kinderlosenzuschlag, obwohl Sie Kinder haben, auch Stief-, Adoptiv- oder Pflegekinder, reichen Sie bei Ihrer Pflegekasse einen Nachweis der Elternschaft ein. Wie der Nachweis funktioniert, steht im Ratgeber für Kinderlose.

Die Bundesregierung plant, den Kinderlosenzuschlag ab 2027 von 0,6 auf 0,9 Beitragssatzpunkte zu erhöhen. Kinderlose Rentner zahlten dann 4,5 statt 4,2 Prozent. Beschlossen ist das noch nicht, der Bundestag berät den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (Stand Oktober 2026; Quelle: BMG).


Diese Einnahmen sind beitragspflichtig

In der Kranken­versicherung der Rentner zahlen Sie Beiträge auf Ihre gesetzliche Rente, auf Versorgungsbezüge wie Betriebsrenten, Renten aus Versorgungswerken und Pensionen sowie auf Arbeitseinkommen aus selbständiger Tätigkeit (Quelle: SGB V § 226). Leistungen aus einem betrieblichen Riester-Vertrag sind beitragsfrei. Private Renten, Mieten und Kapitalerträge bleiben bei Pflichtversicherten außen vor.

Für Betriebsrenten und andere Versorgungsbezüge gilt in der Pflege­versicherung nur eine Freigrenze von 197,75 Euro im Monat, kein Freibetrag wie in der Kranken­versicherung. Liegen sie darüber, zahlen Sie auf den vollen Betrag (Quelle: SGB XI § 57). Sind Sie freiwillig gesetzlich versichert, zählen zusätzlich Mieten, Kapitalerträge und private Renten, der Mindestbeitrag liegt 2026 bei 47,46 Euro.

Rechenbeispiel: Pflegebeitrag auf Rente und Betriebsrente
Rentner mit Kindern, 1.500 Euro gesetzliche Rente, Beitragssatz 3,6 Prozent (2026)

PostenBetriebsrente 300 €Betriebsrente 190 €
Gesetzliche Rente1.500 €1.500 €
Plus Betriebsrente300 €0 €, unter der Freigrenze
Beitragspflichtig1.800 €1.500 €
Pflegebeitrag im Monat (3,6 %)64,80 €54 €

Liegt die Betriebsrente über der Freigrenze, zahlen Sie Pflegebeitrag auf den vollen Betrag und nicht nur auf den Teil darüber.


Beiträge zur privaten Pflegepflicht­­versicherung

In der privaten Pflegepflicht­versicherung richtet sich der Beitrag nicht nach Ihrer Rente, sondern nach Alter und Gesundheitszustand beim Abschluss. Der Versicherer muss Sie aufnehmen und darf Vor­erkrankungen nicht ausschließen. Nach fünf Jahren Vor­versicherungszeit ist der Beitrag auf den Höchstbeitrag der sozialen Pflege­versicherung begrenzt, 2026 also auf 209,26 Euro im Monat (Quelle: SGB XI § 110).

Als Rentner zahlen Sie auch hier allein, denn der Arbeitgeberzuschuss fällt mit dem Ruhestand weg. Für Ehepaare in älteren Verträgen gibt es eine zusätzliche Grenze: Hat ein Partner kaum eigenes Einkommen, zahlen beide zusammen höchstens 150 Prozent des Höchstbeitrags, 2026 also 313,89 Euro. Für Personen, die erst nach dem 1. Januar 1995 privat versichert wurden, gilt diese Regel nicht.


Beitragszahlungen bei Pflegebedürftigkeit

Auch wenn Sie pflegebedürftig werden, zahlen Sie Ihre Beiträge zur Pflegepflicht­versicherung weiter. Eine Beitragsbefreiung im Pflegefall sieht das Gesetz weder für die soziale noch für die private Pflegepflicht­versicherung vor. Anders ist es bei der privaten Zusatz­versicherung: Dort stellen die meisten Anbieter Sie ab Pflegegrad 4 oder 5 beitragsfrei, einige schon früher.

Pflegezusatz­versicherung auch als Rentner berechnen

Unser Partner Holger Rasch prüft, welche Tarife Sie in Ihrem Alter und mit Ihrer Gesundheit noch bekommen, und zeigt Ihnen den Beitrag.

  • Beitrag sofort online berechnen
  • Persönliche Beratung durch Holger Rasch am Telefon oder per Video
  • Vergleich der Tarife mehrerer Versicherer
Foto von Holger Rasch
Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

Was deckt die gesetzliche Absicherung ab und was nicht?

Die Pflege­versicherung zahlt ab Pflegegrad 2 feste Beträge: Pflegegeld, Sachleistungen für einen Pflegedienst oder einen Zuschuss im Heim. Die tatsächlichen Kosten deckt sie nicht. Im Pflegeheim blieben im ersten Jahr im Schnitt 3.364 Euro im Monat selbst zu zahlen, Stand 1. Juli 2026. Das trägt zuerst Ihre Rente, dann Ihr Erspartes.

Leistungen der Pflegepflicht­­versicherung

Die Höhe hängt von Ihrem Pflegegrad ab und ist in der sozialen und der privaten Pflegepflicht­versicherung gleich. Pflegen Angehörige Sie zu Hause, erhalten Sie Pflegegeld, das Sie frei verwenden. Für einen Pflegedienst zahlt die Kasse höhere, aber zweckgebundene Sachleistungen, im Heim einen festen Betrag für die Pflege (Quelle: BMG, Zahlen und Fakten zur Pflege­versicherung).

PflegegradPflegegeld im MonatPflegesachleistung bisPflegeheim im Monat
2347 €796 €805 €
3599 €1.497 €1.319 €
4800 €1.859 €1.855 €
5990 €2.299 €2.096 €

Dazu kommen Leistungen, die Sie gesondert beantragen: der Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro im Monat schon ab Pflegegrad 1, bis zu 4.180 Euro je Maßnahme für den Umbau der Wohnung, Pflegehilfsmittel und ab Pflegegrad 2 ein gemeinsamer Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Alle Beträge gelten 2026 unverändert.


Was leistet die Versicherung nicht?

Im Pflegeheim zahlen Sie den Eigenanteil für die Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten selbst. Je länger Sie im Heim leben, desto stärker senkt ein gesetzlicher Zuschlag den Anteil für die Pflege. Für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten gibt es diesen Zuschlag nicht, sie bleiben in voller Höhe bei Ihnen (Quelle: SGB XI § 43c).

Eigenanteil im Pflegeheim im ersten Jahr nach Kostenart, 1. Juli 2026
  • Pflege, nach Zuschlag1.775 €
  • Unterkunft und Verpflegung1.068 €
  • Investitionskosten521 €

Quelle: vdek, Eigenanteile im Pflegeheim, Stand 1. Juli 2026

Aufenthalt im HeimDurchschnittliche Eigenbeteiligung im Monat
Bis 12 Monate3.364 €
Mehr als 12 Monate3.051 €
Mehr als 24 Monate2.633 €
Mehr als 36 Monate2.111 €

Die Werte sind der Bundesdurchschnitt des Verbands der Ersatzkassen mit Stand 1. Juli 2026. Im ersten Jahr lag die Eigenbeteiligung in Sachsen-Anhalt bei 2.891 Euro, in Bremen bei 3.761 Euro (Quelle: vdek). Zu Hause reicht das Pflegegeld oft nur für einen Teil der Hilfe, etwa wenn ein Pflegedienst täglich kommt oder Betreuung rund um die Uhr nötig wird.

Rechenbeispiel: Zwei Jahre im Pflegeheim mit 1.500 Euro Rente
Durchschnittliche Eigenanteile laut vdek, die ganze Rente von 1.500 Euro im Monat fließt ins Heim

PostenBetrag
Eigenanteil im ersten Jahr40.368 €
Plus Eigenanteil im zweiten Jahr36.612 €
Minus Rente für 24 Monate36.000 €
Fehlbetrag aus Erspartem40.980 €

Selbst die ganze Rente deckt nur gut die Hälfte, den Rest zahlen Sie aus Erspartem (Durchschnittswerte des vdek).


Wie wahrscheinlich ist Pflege im Rentenalter?

Mit dem Alter steigt das Risiko deutlich. Zwischen 65 und 70 Jahren sind laut Bundesgesundheitsministerium 8,6 Prozent pflegebedürftig, zwischen 75 und 80 Jahren 21,9 Prozent, zwischen 80 und 85 Jahren 37,8 Prozent und zwischen 85 und 90 Jahren 56,8 Prozent (Stand Juli 2026). Ende 2025 waren rund 47 Prozent der Leistungsbeziehenden der sozialen Pflege­versicherung 80 Jahre oder älter.

Anteil Pflegebedürftiger nach Altersgruppe in der sozialen Pflege­versicherung
  • unter 203,3 %
  • 20 bis 652,6 %
  • 65 bis 708,6 %
  • 70 bis 7513,3 %
  • 75 bis 8021,9 %
  • 80 bis 8537,8 %
  • 85 bis 9056,8 %
  • ab 9074,7 %

Quelle: Bundesgesundheitsministerium, Zahlen und Fakten zur Pflege­versicherung, Stand Juli 2026

Wer nach dem 60. Geburtstag pflegebedürftig wird, bleibt es nach Berechnung der Barmer im Schnitt rund fünf Jahre, Frauen 5,7 Jahre, Männer 4,0 Jahre (Quelle: Barmer Pflegereport 2024). Die Kosten fallen also meist über Jahre an, nicht nur für wenige Monate, und genau dann wird der Eigenanteil zur Last für Ihr Erspartes.


Unter Umständen keine Leistungen im Ausland

Verbringen Sie Ihren Ruhestand im Ausland, kommt es auf das Land an. In der Europäischen Union, im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz zahlt die Pflege­versicherung das Pflegegeld weiter, auch bei dauerhaftem Wohnsitz. In anderen Ländern ruhen die Leistungen, nur bei vorübergehenden Aufenthalten bis acht Wochen im Kalenderjahr läuft das Pflegegeld weiter (Quelle: SGB XI § 34).

Ob Sie nach einem Umzug weiter in Deutschland versichert bleiben, hängt außerdem von Ihrer Rente und Ihrer Kranken­versicherung ab. Lassen Sie das vor dem Umzug von Ihrer Kranken- und Pflegekasse oder Ihrem privaten Versicherer prüfen. Welche Leistungen im Ausland bleiben, erklären wir im Ratgeber zur Pflege­versicherung im Ausland.


Wann zahlen Angehörige für den Eigenanteil?

Reichen Rente und Erspartes nicht, zahlt das Sozialamt Hilfe zur Pflege. Ende 2024 bekamen laut Bundesgesundheitsministerium 35,1 Prozent der Heimbewohner diese Sozialhilfe. Vorher setzen Sie Ihr Vermögen ein, bis auf ein Schonvermögen von 10.000 Euro je Person (Quelle: SGB XII § 90). Auch Ihr Ehepartner muss sich beteiligen, für ihn gilt keine Einkommensgrenze.

Ihre Kinder zieht das Sozialamt erst heran, wenn ihr Gesamteinkommen jeweils über 100.000 Euro im Jahr liegt (Quelle: SGB XII § 94). Haben Sie in den zehn Jahren vor Eintritt der Bedürftigkeit Ihr Haus oder größere Beträge verschenkt, kann das Sozialamt das Geschenk zurückfordern. Mehr dazu im Ratgeber zum Elternunterhalt.

Lohnt sich eine Pflegezusatz­versicherung für Rentner?

Oft ja, wenn Rente und Vermögen einen Eigenanteil von über 3.000 Euro im Monat nicht über Jahre tragen und Sie Ihr Erspartes oder Ihren Ehepartner schützen wollen. Als Rentner zahlen Sie aber deutlich mehr als bei einem frühen Abschluss, und die Gesundheitsfragen entscheiden, ob Sie überhaupt einen Vertrag bekommen. Rechnen Sie deshalb Beitrag und Leistung gegen Ihre Lücke.

Wann ist eine Pflegezusatz­­versicherung für Rentner sinnvoll?

Sinnvoll ist sie vor allem, wenn Ihre Rente nur knapp über Ihren Lebenshaltungskosten liegt und Ihr Erspartes im Pflegefall in wenigen Jahren aufgebraucht wäre. Lebt Ihr Ehepartner von denselben Einkünften, schützt ein Pflegetagegeld auch dessen Lebensstandard. Die Verbraucherzentrale rät, vor dem Abschluss Vermögen und Renten zu prüfen (Quelle: Verbraucherzentrale). Besonders passt der Zusatzschutz, wenn diese Punkte auf Sie zutreffen:

  • Ihre Rente reicht für einen Eigenanteil von über 3.000 Euro im Monat nicht aus
  • Sie möchten Ihr Erspartes, Ihr Haus oder Ihren Ehepartner schützen
  • Sie sind gesund und können die Gesundheitsfragen ohne Einschränkung beantworten
  • Der Beitrag passt auch nach späteren Anpassungen dauerhaft in Ihr Budget

Weniger sinnvoll oder gar nicht mehr möglich ist ein Vertrag, wenn der Beitrag Ihre Rente auf Dauer überfordern würde oder Ihr Vermögen die Pflegekosten auch über viele Jahre sicher deckt. In diesen Fällen sollten Sie eher Ihre gesetzlichen Ansprüche voll nutzen und das Ersparte für die Pflege zurücklegen:

  • Sie sind bereits pflegebedürftig oder haben einen Pflegegrad beantragt
  • Der Beitrag würde Ihr Budget im Ruhestand dauerhaft belasten
  • Ihr Vermögen deckt die Pflegekosten auch bei mehreren Jahren im Heim

Können sich Rentner überhaupt noch versichern?

Ja. Ein einheitliches Höchsteintrittsalter gibt es nicht, es hängt vom Tarif ab. Barmenia (Tarif PT1), DKV, Debeka und Münchener Verein nennen laut eigenen Angaben keine Altersgrenze nach oben. Die Allianz nimmt online bis zum 60. Geburtstag auf, ältere Kunden über persönliche Beratung. Beim Münchener Verein sind online über 75 Jahren nur noch die Pflegegrade 4 und 5 versicherbar.

Entscheidend ist im Alter weniger das Höchstalter als Ihre Gesundheit. Der Versicherer fragt meist nach Krankheiten der letzten fünf Jahre und nimmt Sie nicht auf, wenn Sie schon pflegebedürftig sind oder einen Pflegegrad beantragt haben. Beim Münchener Verein ist die Leistung zum Beispiel ausgeschlossen, wenn in den letzten fünf Jahren Demenz, Parkinson, ein Schlaganfall oder Herzinsuffizienz festgestellt wurden und mitursächlich sind.


Pflege-Bahr ohne Höchstalter und Gesundheitsprüfung

Der staatlich geförderte Pflege-Bahr nimmt jeden ab 18 Jahren auf, ohne Gesundheitsfragen und ohne Höchstalter, solange Sie noch keine Pflegeleistungen beziehen. Zahlen Sie mindestens zehn Euro im Monat ein, legt der Staat fünf Euro dazu (Quelle: SGB XI § 127). Wir raten Rentnern zum Pflege-Bahr vor allem, wenn sie wegen Vor­erkrankungen keinen ungeförderten Tarif mehr bekommen.

Die Leistung ist allerdings klein: Ab etwa 50 Jahren gibt es meist nur die Mindestleistung von 600 Euro in Pflegegrad 5. Die Wartezeit darf bis zu fünf Jahre dauern, wer mit 67 abschließt, ist also unter Umständen erst mit 72 voll geschützt. Eine Beitragsbefreiung im Pflegefall gibt es beim Pflege-Bahr nicht, Sie zahlen auch dann weiter.


Kosten der privaten Pflege­­versicherung

Der Beitrag richtet sich vor allem nach dem Eintrittsalter, also Ihrem Alter bei Vertragsbeginn, und nach der gewählten Leistung. Je später Sie abschließen, desto teurer wird es. Die Tabelle zeigt Beispiele der Versicherer von ihren eigenen Seiten, abgerufen am 13. Oktober 2026, und zwei Spannen von Assekurata und der Verbraucherzentrale. Ihr eigener Beitrag kann abweichen.

BeispielEintrittsalterLeistung im MonatMonatsbeitrag
Allianz PflegetagegeldBest63 Jahre1.050 € (35 € je Tag)106,68 €
Assekurata, vier Pflegetagegeldtarife55 Jahre2.000 € bei Pflege im Heim134 bis 215 €
Verbraucherzentrale, Pflegetagegeld mit Beitragsbefreiung50 Jahre1.500 € in Pflegegrad 5 (50 € je Tag)70 bis 160 €
ARAG FörderPflege (Pflege-Bahr)50 Jahre600 € in Pflegegrad 522,80 € einschließlich 5 € Zulage
Allianz PflegetagegeldBest30 Jahre3.150 € (105 € je Tag)72,24 €

Das Allianz-Beispiel zeigt den Preis eines späten Abschlusses: Mit 63 Jahren zahlen Sie gut 100 Euro im Monat für 1.050 Euro Leistung, das deckt knapp ein Drittel des durchschnittlichen Eigenanteils im ersten Heimjahr. Mit 30 Jahren gäbe es beim selben Tarif für 72,24 Euro dreimal so viel Leistung. Welche Höhe für Sie passt, hängt davon ab, was Rente und Erspartes schon tragen.

Die Spanne für 55-Jährige stammt aus einer Studie von Assekurata im Auftrag des PKV-Verbands mit Stand März 2026, die Rentnern zugleich zeigt, wie stark der Beitrag mit dem Eintrittsalter steigt (Quelle: Assekurata-Studie). Die Verbraucherzentrale nennt ihre Spanne für 2026. Für ältere Eintrittsalter rechnet jeder Versicherer einzeln.

Pflegetagegeldtarife sind nach dem Eintrittsalter kalkuliert, eine Erhöhung allein wegen des Älterwerdens ist ausgeschlossen. Steigen die Leistungsausgaben eines Tarifs, darf der Versicherer die Beiträge mit Zustimmung eines Treuhänders anpassen (Quelle: § 155 VAG). Planen Sie deshalb Luft im Budget ein. Die Verbraucherzentrale rät, eine Dynamik im höheren Alter eher zu stoppen.


Drei Arten der privaten Pflege­­versicherung

Für die meisten Rentner ist die Pflegetagegeld­versicherung die passende Form: Sie zahlt einen festen Betrag ohne Kostennachweis, auch wenn Ihr Ehepartner oder Ihre Kinder Sie pflegen. Die Pflegekosten­versicherung stockt die gesetzlichen Leistungen auf, leistet bei Pflege durch Angehörige aber weniger. Die Pflegerenten­versicherung kostet etwa zwei- bis dreimal so viel und ist für einen späten Abschluss meist zu teuer.


Darauf sollten Sie achten

Im Alter zählen andere Tarifmerkmale als mit 30 Jahren. Achten Sie neben dem Beitrag vor allem auf Wartezeit und Beitragsbefreiung, denn Sie brauchen den Schutz unter Umständen schon in wenigen Jahren. Diese Punkte sollten Sie vor dem Abschluss in den Versicherungs­bedingungen prüfen und sich im Zweifel bestätigen lassen:

  • Keine Wartezeit, wie bei den meisten ungeförderten Pflegetagegeldtarifen
  • Spürbare Leistung zu Hause schon in Pflegegrad 2 und 3, nicht erst ab Pflegegrad 4
  • Beitragsbefreiung spätestens ab Pflegegrad 4
  • Anerkennung des Pflegegrads von Medizinischem Dienst oder Medicproof ohne eigene Begutachtung
  • Geltungsbereich weltweit, wenn Sie Ihren Ruhestand im Ausland verbringen möchten

Den Geltungsbereich sollten Sie besonders genau lesen, wenn Sie sich einen Umzug offenhalten wollen. Nach den Musterbedingungen gilt ein Pflegetagegeld nur in Deutschland. Allianz, Hallesche (Tarif OLGAflex) und Württembergische leisten laut eigenen Angaben weltweit, die AXA in der Europäischen Union, im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz.


Diese Versicherer empfehlen wir

In unserer Gesamtauswertung aus fünf Tests und der Beschwerdestatistik der BaFin liegt die Allianz mit 92 von 100 Punkten vorn, vor der R+V mit 85 und der Württembergischen mit 79 Punkten. Unsere Redaktion empfiehlt besonders Allianz, DKV und Barmenia. Alle Ergebnisse finden Sie im Test der privaten Pflege­versicherung.

Wie finden Rentner die passende Pflegezusatz­versicherung?

Ermitteln Sie zuerst Ihre Lücke, klären Sie dann Ihre Gesundheitsdaten und vergleichen Sie erst danach Tarife. Als Rentner haben Sie wenig Spielraum für Fehler, denn einen zweiten Anlauf bei einem anderen Versicherer erschwert ein abgelehnter Antrag. Nutzen Sie außerdem die kostenlose Pflegeberatung Ihrer Pflegekasse, Ihres privaten Versicherers oder eines Pflegestützpunkts.

1. Lücke ermitteln

Rechnen Sie Ihre Rente und Ihr Erspartes gegen einen Eigenanteil von über 3.000 Euro im Monat im Heim. Was fehlt, ist Ihre Lücke.

2. Gesundheit klären

Lassen Sie sich Ihre Diagnosen der letzten fünf Jahre von Ihren Ärzten geben, damit Ihre Angaben im Antrag vollständig sind.

3. Tarife vergleichen

Vergleichen Sie Beitrag, Leistung in Pflegegrad 2 und 3, Wartezeit und Beitragsbefreiung mehrerer Versicherer, nicht nur den Preis.

4. Antrag stellen

Beantworten Sie alle Gesundheitsfragen vollständig und zahlen Sie die Beiträge pünktlich, damit der Schutz im Pflegefall gilt.


Diese Fehler sollten Rentner vermeiden

Viele Fehler passieren nicht beim Tarif, sondern davor und danach: beim Pflichtbeitrag, bei der Planung des Vermögens und beim Antrag. Einige davon kosten jeden Monat Geld, andere erst im Pflegefall. Prüfen Sie Ihre Situation gegen diese Liste, am besten zusammen mit Ihrem Ehepartner, denn er ist im Pflegefall finanziell mit betroffen:

  • Den Kinderlosenzuschlag zahlen, obwohl Kinder da sind, und keinen Nachweis einreichen
  • Davon ausgehen, dass die Pflege­versicherung das Pflegeheim komplett bezahlt
  • Mit dem Antrag warten, bis neue Diagnosen die Gesundheitsfragen erschweren
  • Gesundheitsfragen lückenhaft beantworten und so den Schutz riskieren
  • Einen Tarif wählen, der erst ab Pflegegrad 4 zahlt oder eine lange Wartezeit hat
  • Das Haus kurz vor dem Pflegefall verschenken und es damit für sicher halten

Falsche Angaben im Antrag haben harte Folgen: Je nach Verschulden kann der Versicherer zurücktreten, kündigen oder den Vertrag rückwirkend anpassen, bis drei Jahre nach Abschluss, bei Vorsatz oder Arglist bis zehn Jahre (Quelle: VVG § 21). Wie Sie die Fragen richtig beantworten, steht auf unserer Seite zu den Gesundheitsfragen.

Gerade im Alter lohnt sich der Vergleich mehrerer Versicherer, weil jeder Tarif andere Altersgrenzen, Gesundheitsfragen und Annahmeregeln hat. Unser Partner Holger Rasch von „Die Pflege­versicherung Spezialisten“ in Grafschaft kennt diese Unterschiede. Er prüft mit Ihnen, welcher Tarif in Ihrem Alter und mit Ihrer Gesundheit noch zu Ihnen passt.

Experten-Tipp:
Experte für Pflege­­versicherungen

„Sie können auch mit 70 noch eine Pflegezusatz­versicherung abschließen. Allerdings gelten in einigen Tarifen Altersgrenzen und ältere Versicherungsnehmer müssen mit deutlich höheren Beiträgen rechnen als Personen, die beim Abschluss der Versicherung jünger sind. Über die Annahme beim Versicherer können Vor­erkrankungen und der Gesundheitszustand entscheiden.“

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Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

Mit uns die ideale private Pflege­­versicherung finden

Gemeinsam mit unserem Partner Holger Rasch schließen wir Ihre Versorgungslücke und sichern Ihr Vermögen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ab.

  • Vergleich der Tarife mehrerer Versicherer
  • Begleitung bei Antrag und Gesundheitsfragen
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Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

So läuft unsere kostenfreie Beratung zur Pflege­versicherung ab

Die häufigsten Fragen zur Pflege­versicherung für Rentner

Wie viel Pflege­versicherung muss ich als Rentner zahlen?

In der sozialen Pflege­versicherung zahlen Rentner 2026 genau 3,6 Prozent ihrer Rente und Versorgungsbezüge, kinderlos 4,2 Prozent. Wer vor 1940 geboren ist, zahlt keinen Kinderlosenzuschlag. Pensionierte Beamte mit Beihilfe zahlen 1,8 Prozent, kinderlos 2,4 Prozent. In der privaten Pflegepflicht­versicherung zählt Ihr Vertrag, nach fünf Jahren Vor­versicherungszeit zahlen Sie höchstens 209,26 Euro im Monat.

Wer zahlt die Pflege­versicherung bei Rentnern?

Die Rentner selbst. In der Kranken­versicherung übernimmt die Renten­versicherung einen Teil des Beitrags, in der Pflege­versicherung gibt es keinen solchen Zuschuss. Bei der gesetzlichen Rente zieht der Renten­versicherungsträger den Beitrag laut § 59 SGB XI direkt ab. Pensionierte Beamte zahlen nur den halben Beitragssatz, weil die Beihilfe die andere Hälfte der Leistungen trägt.

Bis zu welchem Alter kann ich eine private Pflegezusatz­versicherung abschließen?

Eine gesetzliche Altersgrenze gibt es nicht, jeder Tarif legt sie selbst fest. Barmenia, DKV, Debeka und Münchener Verein nennen laut eigenen Angaben kein Höchstalter, die Allianz nimmt online bis zum 60. Geburtstag auf, darüber nach persönlicher Beratung. Den Pflege-Bahr können Sie ohne Altersgrenze abschließen, solange Sie noch keine Pflegeleistungen beziehen.

Kann ich mit 75 oder 80 Jahren noch eine Pflege­versicherung abschließen?

Grundsätzlich ja, bei Tarifen ohne Höchstalter und beim Pflege-Bahr. Der Münchener Verein versichert online über 75 Jahren allerdings nur noch die Pflegegrade 4 und 5. Je älter Sie sind, desto höher ist der Beitrag und desto eher scheitert der Antrag an den Gesundheitsfragen. Beim Pflege-Bahr dauert die Wartezeit bis zu fünf Jahre, und die Leistung ist klein.

Lohnt sich eine Pflegezusatz­versicherung für Rentner?

Das hängt von Ihrer Lücke ab. Im Pflegeheim blieben im ersten Jahr im Schnitt 3.364 Euro im Monat selbst zu zahlen, laut vdek mit Stand 1. Juli 2026. Reichen Rente und Erspartes dafür nicht über mehrere Jahre, schützt eine Zusatz­versicherung Ihr Vermögen und Ihren Ehepartner. Bei hohem Vermögen oder einem sehr hohen Beitrag lohnt sie sich weniger.

Können Rentner ohne Gesundheitsprüfung eine Pflegezusatz­versicherung abschließen?

Ja, mit dem Pflege-Bahr: Er nimmt jeden ab 18 Jahren ohne Gesundheitsfragen und ohne Höchstalter auf, solange noch keine Pflegeleistungen fließen. Die Leistung liegt ab etwa 50 Jahren meist nur bei 600 Euro in Pflegegrad 5. Einige Tarife, etwa die Deutsche PrivatPflege des Münchener Vereins, schließen statt Fragen bestimmte Krankheiten der letzten fünf Jahre von der Leistung aus.

Muss ich auf meine Betriebsrente Pflege­versicherung zahlen?

Ja, wenn Ihre Versorgungsbezüge zusammen über der Freigrenze von 197,75 Euro im Monat liegen, und dann auf den vollen Betrag. Einen Freibetrag wie in der Kranken­versicherung gibt es in der Pflege­versicherung laut § 57 SGB XI nicht. Leistungen aus einem betrieblichen Riester-Vertrag sind beitragsfrei. Der Beitragssatz ist derselbe wie für die gesetzliche Rente.

Wer muss in die Pflege­versicherung einzahlen?

Alle Versicherten, ein Leben lang. Wer gesetzlich krankenversichert ist, ist Mitglied der sozialen Pflege­versicherung, wer privat krankenversichert ist, muss eine private Pflegepflicht­versicherung abschließen. Auch im Rentenalter und im Pflegefall laufen die Beiträge weiter, eine Beitragsbefreiung sieht das Gesetz nicht vor. Nur viele private Zusatz­versicherungen stellen ab Pflegegrad 4 oder 5 beitragsfrei.

Gibt es in der privaten Pflegezusatz­versicherung Wartezeiten?

Die Musterbedingungen sehen drei Jahre vor, die meisten ungeförderten Tarife verzichten aber darauf, etwa bei Allianz, AXA, Continentale und DKV. Der Pflege-Bahr hat eine Wartezeit von bis zu fünf Jahren, nach einem Unfall entfällt sie bei vielen Anbietern. Achten Sie als Rentner besonders darauf, denn mit dem Alter steigt das Pflegerisiko schnell.

Was ist der Unterschied zwischen Pflege­versicherung und privater Pflegezusatz­versicherung?

Die Pflegepflicht­versicherung, sozial oder privat, ist Pflicht und zahlt feste Beträge je Pflegegrad, das Pflegegeld etwa 347 bis 990 Euro im Monat. Die private Pflegezusatz­versicherung ist freiwillig und ergänzt diese Leistung, damit Ihr Eigenanteil sinkt. Beim Pflegetagegeld legen Sie selbst fest, wie viel Sie im Pflegefall zusätzlich bekommen, und verwenden das Geld frei.

Zahlt die Pflege­versicherung, wenn ich als Rentner ins Ausland ziehe?

In der Europäischen Union, im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz zahlt die Pflege­versicherung das Pflegegeld weiter, auch bei dauerhaftem Wohnsitz. In anderen Ländern ruhen die Leistungen, außer bei Aufenthalten bis acht Wochen im Kalenderjahr. Private Zusatztarife gelten nach den Musterbedingungen nur in Deutschland, viele leisten aber weltweit. Mehr zur Pflege­versicherung im Ausland.

Kann ich die Beiträge als Rentner von der Steuer absetzen?

Die Beiträge zur Pflegepflicht­versicherung ja, als Sonderausgaben in voller Höhe. Beiträge zu einer Pflegezusatz­versicherung sind für die meisten Rentner zusammen mit den Kranken- und Pflegepflichtbeiträgen nur bis 1.900 Euro im Jahr abziehbar, ist die Grenze ausgeschöpft, wirken sie nicht mehr. Leistungen aus der Pflege­versicherung sind steuerfrei. Mehr unter Pflege­versicherung und Steuer.

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Lena Mierbach
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Beitragsbemessungsgrenze Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße, die festlegt, bis zu welchem Betrag das Einkommen von gesetzlich Versicherten zur Beitragsberechnung der gesetzlichen Sozialversicherungen herangezogen wird. Es gibt verschiedene Werte für die Kranken- und Rentenversicherung.
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