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Notlagentarif der privaten Krankenversicherung

Kosten, Leistungen, Alternativen (2020)
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Notlagentarif der PKV (privaten Krankenversicherung) ist ein Sozialtarif ist für alle Privatversicherten, die ihre regulären Beiträge (vorübergehend) nicht bezahlen können.
  • Versicherte werden von der Versicherung in den Notlagentarif heruntergestuft.
  • Der Leistungsanspruch ist auf Notfallversorgungen beschränkt.
  • Eine solche Herabstufung muss nicht anhalten und lässt sich unter Umständen umgehen.
  • Was passiert, wenn privat Versicherte ihre Beiträge nicht mehr zahlen können?

    Wer eine private Krankenversicherung abschließt, tut das in der Regel in der Überzeugung, dass er sie langfristig bezahlen kann. Doch unerwartete Entwicklungen wie der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes können das jäh sehr schwierig machen. Insbesondere, da die Beiträge der PKV mit dem Alter stetig steigen. Wenn Privatpatienten gar nicht mehr bezahlen können, greift der Notlagentarif. Es handelt sich dabei nicht um einen frei wählbaren Tarif, sondern um einen Sozialtarif für Privatversicherte in einer finanziellen Notlage.

    Durch den Notlagentarif der privaten Krankenversicherung reduzieren sich die Beitragsschulden temporär zahlungsunfähiger Versicherter. Sie können ihre finanziellen Außenstände schneller zurückzahlen und anschließend in ihren normalen Tarif zurückkehren. Ende 2019 betrug die durchschnittliche Verweildauer im Notlagentarif 20 Monate, was einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr darstellte.

    2013 hatten die privaten Krankenkassen über 745 Millionen Euro Ausstände. Rund 150.000 Privatversicherte gehörten zu den sogenannten Nichtzahlern und waren mindestens mit 3 Monatsbeiträgen im Rückstand. Darum wurde per „Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung“ der Notlagentarif eingeführt. Unmittelbar nach der Einführung wurden rund 94.000 private Versicherungsnehmer in den Notlagentarif heruntergestuft.

    Vor der Einführung waren die unzähligen Beitragsschuldner für die privaten Krankenversicherungen und die gesamte Versicherungsgemeinschaft eine doppelte Belastung. Zum einen mussten die übrigen Versicherten weiterhin Altersrückstellungen für die Schuldner aufbauen. Zum anderen sorgten die Beitragsschuldner für höhere Beitragssteigerungen in den jeweiligen Tarifen.

    Die in Not geratenen Versicherten steckten in einem Teufelskreis: Sie hatten nicht nur Schulden durch ihren alten Tarif. Aufgrund der länger anhaltenden Nichtzahlung wurde ihr Tarif teurer und sie häuften dadurch noch mehr Schulden an. Davon waren ganz besonders Selbständige, aber auch einige Beamte betroffen.


    Wie werden Privatversicherte in den Notlagentarif heruntergestuft?

    Im Gegensatz zu den anderen Tarifen der privaten Krankenkassen können die Versicherten nicht eigenständig in den Notlagentarif wechseln. Sie können der Herunterstufung, wenn die Voraussetzungen für diese vorliegen, auch nicht widersprechen. Sie erfolgt automatisch und ausschließlich unter folgenden Bedingungen:

    • Bezahlt der Versicherte seine monatlichen Beiträge nicht, darf die privaten Krankenkasse nach spätestens 2 Monaten eine Mahnung aussprechen.
    • Ist nach 2 weiteren Monaten noch mindestens 1 monatlicher Betrag offen, erhält der Versicherte die zweite Mahnung
    • Vergeht ein weiterer Monat und besteht weiterhin ein Beitragsrückstand, wird der Versicherte von der Krankenkasse automatisch in den Notlagentarif heruntergestuft.

    Es gibt jedoch Situationen, in denen aus diesen Voraussetzungen nicht zwangsläufig die Herabstufung in den Notlagentarif resultiert.

    Rückwirkende Umstellung
    Um die Schuldenlast zu reduzieren, ist es möglich, sich auch rückwirkend herabstufen zu lassen. Allerdings ist das zeitaufwendig und auch mit bürokratischem Aufwand verbunden.

    Ausnahme Basistarif

    Befinden sich die Privatversicherten in einem sogenannten Basistarif können Sie im Falle eines Beitragsverzugs nicht automatisch in den Notlagentarif heruntergestuft werden.

    Ausnahme für hilfebedürftige Menschen

    Wer in Deutschland im Sinne des Sozialrechts hilfebedürftig wird und Anspruch auf das Arbeitslosengeld II oder auf die Grundsicherung hat, muss nicht in den Notlagentarif wechseln. Die Versicherten müssen einen Nachweis über ihre finanzielle Hilfebedürftigkeit erbringen. Bei Bewilligung erhalten sie vom deutschen Staat einen finanziellen Zuschuss zu ihrem monatlichen Versicherungsbeitrag und dürfen in einen preiswerten Basistarif wechseln. Wer hingegen Arbeitslosengeld I erhält, kann oder muss sogar in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.

    Andere Sparmöglichkeiten
    Obwohl er deutlich mehr Leistungen beinhaltet als der Notlagentarif, ist auch der Basistarif eine Notlösung. Auf unserer Seite zum Basistarif finden Sie auch Tipps, wie Sie innerhalb eines Normaltarifs ihre Beiträge reduzieren und damit die Nachteile von Basis- und Notlagentarif umgehen können, falls Ihre finanzielle Situation das zulässt. Das sind z.B.

    • der Wechsel in einen günstigeren Normaltarif
    • ein höherer Selbstbehalt
    • das Stunden von Versicherungsbeiträgen

    Welche Leistungen beinhaltet der Notlagentarif?

    Im Notlagentarif werden sämtliche Leistungen der Krankenversicherung so weit wie möglich beschränkt. In den meisten Fällen verlangen die Krankenkassen von ihren Versicherten, dass alle vorhandenen Zusatzversicherungen ruhen. Besitzen die Versicherten eine PKV-Card, dürfen sie diese nicht mehr verwenden und müssen die Karte zeitnah an die Versicherung zurückschicken. Die reduzierten Leistungen gelten auch für andere Personen, für die der Versicherungsnehmer einen Vertrag abgeschlossen hat.

    Die Krankenkasse übernimmt folgende Kosten
    • medizinische Leistungen bei akuten Fällen
    • Schmerzversorgung
    • Schwangerschaft (Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen) und Mutterschaft
    • Behandlung von chronischen Krankheiten
    • ambulante und stationäre Betreuungen
    • Vorsorgeuntersuchungen, Schutzimpfungen und Früherkennungen bei Kindern und Jugendlichen

    Da die Krankenkassen ihre Leistungen auf das Nötigste beschränken, können sie die monatlichen Beiträge so gering wie möglich halten. Alle weiteren Kosten, die zusätzlich zur unmittelbaren Akutversorgung anfallen, müssen die Versicherten selbst bezahlen. Darüber hinaus kann es passieren, dass einige Ärzte die Behandlung verweigern, da sie durch den Notlagentarif weniger verdienen.

    Die Versicherung zahlt nicht immer

    Darüber hinaus kann es auch sein, dass eine Behandlung aus eigener Tasche bezahlt werden muss, weil Versicherer die Behandlungskosten mit Beitragsrückständen verrechnen. Das ist laut einem Urteil des BGH gesetzmäßig, aber nicht im Sinne des Gesetzgebers. Derzeit werden Gesetzesänderungen diskutiert, die hier Abhilfe schaffen sollen. (Antwort der Bundesregierung auf eine entsprechende Anfrage der Linken)

    Da Rechnungen erst nach dem Arztbesuch bei der Versicherung eingereicht werden, können Versicherte auch in vielen Fällen nicht wissen, ob ihre Versicherung ihr gesundheitliches Problem als akut genug einstuft, um die Behandlungskosten zu übernehmen.

    Tarif-Vergleich: Kosten und Leistungen im Überblick

    Tarif Leistungen Beiträge
    PKV Normaltarif Je nach Tarif: Versorgung auf dem Niveau der GKV ergänzt um individuell gewählte Zusatzleistungen (Einzelzimmer, Chefarztbehandlung, Kostenübernahme für Medikamente, …), zahlt auch Honorare für teurere Spezialisten Bemessen sich nach Alter, Leistungsumfang und individuellen Risikofaktoren
    PKV Basistarif Ungefähr auf dem Niveau gesetzlicher Krankenversicherungen, nicht länger Übernahme von Arzthonoraren über GKV-Niveau Höchstbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung plus durchschnittlicher Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen. Derzeit (2021) 769,16 €/Monat
    PKV Notlagentarif Behandlung akuter Schmerzen und Krankheiten, Versorgung rund um Schwangerschaft und Geburt, Vorsorgebehandlungen und Schutzimpfungen für Kinder 100-125 €, unter Umständen kommen Zahlungen aus eigener Tasche für bestimmte Behandlungen hinzu
    GKV Früherkennung und Behandlung von Krankheiten, Versorgung während Schwangerschaft/Geburt, Krankentransport, zahnärztliche Grundversorgung, … 14,6% des Bruttoeinkommens, kostenlos für familienversicherte Mitglieder

    Was kostet der Notlagentarif?

    Der Notlagentarif wurde so gestaltet, sodass die monatlichen Beiträge so niedrig wie möglich sind. Es entfallen nicht nur alle „unnötigen“ Zusatzleistungen, sondern auch die für die private Krankenversicherung typische finanzielle Altersvorsorge.

    Jede private Krankenkasse kalkuliert zuerst einen einheitlichen Betrag. Darauf werden sämtliche im alten PKV-Tarif gebildeten Rückstellungen der säumigen Versicherungsnehmer angerechnet. Maximal dürfen 25 Prozent der monatlichen Beiträge aus den Rückstellungen finanziert werden. Aufgrund dieser Berechnungsweise ist der Notlagentarif der privaten Krankenversicherung nicht einheitlich und kann sich von Krankenkasse zu Krankenkasse unterscheiden.

    Monatsbeitrag

    In finanzielle Not geratene Versicherungsnehmer bezahlen für den Notlagentarif monatlich 100 bis 125 Euro. Damit ist der Notlagentarif um einiges günstiger als der Basistarif. Je länger die Versicherten in diesem Sozialtarif sind, desto höher die Höhe der aufgebrauchten Altersrückstellungen. Aufgrund der deutlich reduzierten Monatsbeiträge sollen die Versicherten ihre angehäuften Schulden leichter zurückzahlen können. Es fallen allerdings auch im Notlagentarif Säumniszuschläge für Schulden an.

    Arbeitgeberzuschuss
    Der Notlagentarif der privaten Krankenkasse ist arbeitgeberzuschussfähig. Somit lassen sich die monatlichen Beiträge weiter senken. Generell ist der Arbeitgeberzuschuss auf maximal 50 Prozent der Gesamtsumme begrenzt.

    Wie können Privatversicherte wieder in ihren normalen Tarif wechseln?

    Wird ein in Not geratener Versicherter automatisch in den Notlagentarif heruntergestuft, ruht sein bisheriger PKV-Tarif bis auf weiteres. In seinen alten Tarif kann der Privatversicherte wieder wechseln, indem er folgende Bedingungen erfüllt:

    • alle offenen Versicherungsbeiträge bezahlen
    • sämtliche Säumniszuschläge sowie Mahnkosten begleiche

    Wurden diese Bedingungen erfüllt, erfolgt der Wechsel in den ursprünglichen PKV-Tarif automatisch. Der Rückwechsel geschieht nicht sofort. Erst im übernächsten Monat (ab dem ersten Tag) befindet sich der Versicherte wieder in seinem alten Tarif.

    Zusatzversicherungen, die durch den Wechsel in den Notlagentarif aufgelöst wurden, müssen neu beantragt werden. Das geht mit einer erneuten Gesundheitsprüfung einher.

    Kosten nach der Rückkehr in den Normaltarif
    Da die Altersrückstellungen anteilig verrechnet werden, müssen nach der Rückkehr in den normalen Tarif höhere Beiträge gezahlt werden. In der Zwischenzeit können auch Beitragsanpassungen erfolgt sein, die den Preis weiter erhöhen.

    Fazit

    Der Notlagentarif der privaten Krankenversicherungen soll die Schuldenlast zahlungsunfähiger Versicherungsnehmer reduzieren. Er geht mit einer stark eingeschränkten medizinischen Versorgung einher.


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    Dieser Artikel wurde zuletzt am 06.01.2021 aktualisiert.
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