Beitrags­anpassungen in der privaten Kranken­­versicherung

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Mit welchen Beitrags­anpassungen Sie in der privaten Kranken­­versicherung rechnen müssen und welche Optionen Sie haben, wenn Sie mit einer Anpassung nicht einverstanden sind.

Inhalt dieser Seite
  1. Wie sehr steigen Beiträge in der PKV?
  2. Warum gibt es Beitrags­­anpassungen?
  3. Unberechtigte Beitrags­­erhöhungen
  4. Berechtigte Beitrags­­anpassungen
  5. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Die Beiträge zur privaten Kranken­­versicherung (PKV) erhöhen sich durchschnittlich um 3 Prozent pro Jahr.
  • Beitrags­anpassungen müssen strikten gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Tun sie das nicht, können Sie von den Versicherten angefochten werden.
  • Bei einer berechtigten Beitrags­erhöhung können Sie z.B. durch den Wechsel in einen vergleichbaren, doch günstigeren Tarif Kosten sparen.

Mit welchen Beitrags­erhöhungen müssen Sie rechnen?

Versicherungs­nehmer der privaten Kranken­­versicherung (PKV) können nahezu immer davon ausgehen, dass der Versicherer einmal im Jahr einen Brief verschickt, in dem die neu kalkulierten und fortan zu zahlenden Prämien aufgeführt werden. Teilweise handelt es sich nur um geringe Beitrags­anpassungen, aber auch Erhöhungen von 10 oder 20% sind keine Seltenheit mehr. Typisch sind Phasen relativer Beitrags­stabilität, auf die ein größerer Anstieg der Versicherungs­prämie folgt.

Kann ich Beitrags­anpassungen beeinflussen?

Beitrags­anpassungen in der privaten Kranken­­versicherung werden vorgenommen, um sicherzustellen, dass die Einnahmen des Versicherers die Ausgaben für Behandlungen decken. Wie oft der individuelle Versicherte zum Arzt geht oder welche Behandlungen er erhält, spielt keine ausschlaggebende Rolle. Keine hohen Kosten zu verursachen, bringt nur in Bezug auf teilweise Beitrags­rückerstattungen Vorteile – allgemeine Beitrags­anpassungen werden unabhängig vom Verhalten des Individuums vorgenommen.

Umgekehrt müssen Sie nicht mit einer Beitrags­erhöhung nach einer schweren Krankheit rechnen. Die einzige Ausnahme: Die Versicherung kann Ihnen nachweisen, dass Sie das Gesundheits­risiko bereits vorher kannten und nicht korrekt angegeben haben.

Mehr zu den Kosten der privaten Kranken­­versicherung


Beispiel: So können Beitrags­anpassungen aussehen

Um Ihnen eine Vorstellung zu vermitteln, wie Beitrags­anpassungen aussehen können, haben wir Ihnen ein Beispiel zusammengestellt. Unser Beispielkunde ist 1983 geboren und seit 2018 privat versichert. Seit Versicherungs­beginn gab es jedes Jahr eine Anpassung des monatlichen Beitrags­.

JahrMonatlicher BeitragPreissteigerung zum VorjahrPreissteigerung in Prozent
2018348,70 €
2019355,39 €6,96 €2,0 %
2020365,38 €9,99 €2,7 %

Beitrags­erhöhungen 2021

2021 findet bei vielen Versicherern wieder ein großer Sprung des Versicherungs­beitrags statt. Letztes Jahr ging das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) von einem Anstieg von durchschnittlich 8,1 Prozent aus (Quelle). Eine Versicherung kündigte bereits eine Beitrags­erhöhung von 17,6 Prozent an.

Durchschnittliche Beitrags­entwicklung

Das WIP ermittelte, dass die Beitrags­belastungen von Privatpatienten zwischen 2011 und 2021 um durchschnittlich 3,0 % pro Jahr gestiegen sind. Dabei sind voraussichtliche Beitrags­anpassungen in 2021 mit einkalkuliert. Der Bericht geht auch auf die Bedeutung der aktuellen Niedrigzinsphase für Beitrags­anpassungen ein (Quelle).


Gibt es auch in der gesetzlichen Versicherung Beitrags­anpassungen?

Auch die durchschnittlichen Beiträge in der gesetzlichen Kranken­­versicherungen steigen – zwischen 2011 und 2021 sogar um 0,3 Prozent mehr als die der privaten Kranken­­versicherungen. Hier steigen Beiträge durch den Zusatzbeitrag, durch den Anstieg des beitragspflichtigen Einkommens­ und Anhebungen der Beitrags­bemessungsgrenze.

Warum kommt es zu Beitrags­anpassungen?

Beitrags­kalkulation der privaten Kranken­­versicherung

In die Beitrags­kalkulation für Versicherungs­tarife fließen die folgenden Faktoren ein:

  • Leistungs­umfang
  • Alter und Gesundheits­zustand der Versicherten
  • Altersrückstellungen

Anders als gesetzliche Kranken­­versicherungen, deren Leistungs­umfang gesetzlichen Vorgaben folgt und immer wieder angepasst werden kann, garantieren private Kranken­­versicherungen die dauerhafte Übernahme der vertraglich vereinbarten Leistungen. Durch den medizinischen Fortschritt werden die Leistungen mit der Zeit sogar besser.


Kostenfaktoren für private Kranken­­versicherungen

Allerdings steigen auch die Kosten für die privaten Kranken­­versicherungen kontinuierlich an. Gründe dafür sind z.B. die folgenden:

  • Der demographische Wandel führt zu einer alternden Gesellschaft, die stärker auf medizinische Hilfe angewiesen ist und daher geschlossen höhere Kosten verursacht. In der PKV wird dies jedoch zum Teil durch die Altersrückstellungen jüngerer Versicherungs­nehmer aufgefangen.
  • Im Zuge der Globalisierung können sich bakterielle und virale Infekte schneller ausbreiten. Der medizinische Handlungsbedarf steigt und damit auch die Kosten.
  • Der Leistungs­bedarf vom Versicherten überschreitet maßgeblich die planmäßigen Kalkulationen.
  • Aufgrund der Niedrigzinsphase können Versicherer schlechter mit dem eigenen Kapital wirtschaften und verlieren die sonst durch Zinsen erzielte Rendite. Die ausbleibenden Zinseinnahmen müssen an anderer Stelle, beispielsweise beim Versicherer selbst, ausgeglichen werden.
  • Gesundheits­kosten steigen pauschal, beispielsweise durch den Mindest­lohn für Pflegeberufe oder kostspielige Ausstattungen und Behandlungen.

Altersrückstellungen und Niedrigzinsen

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Die private Kranken­­versicherung kalkuliert ihre Beiträge für das gesamte Leben der Versicherten. Damit die Beiträge im Alter nicht zur Belastung werden, zahlen jüngere Versicherte Altersrückstellungen (auch Alterungsrückstellungen genannt). In der Regel sind das 10 Prozent ihrer Versicherungs­prämie. Diese werden von der Versicherung angelegt und das so vermehrte Geld dann später genutzt, um die gestiegenen Gesundheits­kosten im Alter zu decken.

Das wird allerdings durch den aktuell sehr niedrigen Leitzins erschwert, sodass nun höhere Rückstellungen für die Vorsorge­ fällig werden. Die Auswirkungen der Situation auf den Finanzmärkten erreichen die Versicherten zeitversetzt. Steigen die Zinsen wieder, dürften sich dadurch auch die Beitrags­anpassungen reduzieren.

Neben Altersrückstellungen tragen auch das Entfallen des Kranken­gelds und ein Zuschuss des Renten­versicherungs­trägers dazu bei, privat versicherte Rentner zu entlasten.

Häufige Wirtschaftlichkeitsprüfungen

Diese und weitere Gründe sind maßgeblich dafür verantwortlich, warum Versicherer konsequent ihre eigene Rentabilität/Wirtschaftlichkeit sowie die ihrer Produkte prüfen müssen. Wird eine bestimmte Wirtschaftlichkeitsschwelle unterschritten, stellen die Versicherer alle Faktoren auf den Prüfstand. Das führt oft zu starken Anstiegen der Prämien, woraufhin sie im Folgejahr dann oftmals wieder weniger stark ansteigen oder sich sogar reduzieren.


Wann dürfen Versicherer ihre Beiträge ändern?

Für Beitrags­anpassungen gibt es strikte gesetzliche Vorgaben. Zur Überprüfung der Beiträge unterteilen Versicherer ihre Kunden nach Altersgruppe in Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Der Versicherer prüft dann, ob die von ihm veranschlagten, zu erwartenden Leistungs­ausgaben zu den tatsächlich erfolgten Leistungs­ausgaben passen.

Bei einer Abweichung von mehr als 10%, egal in welche Richtung, werden die Beiträge geprüft und angepasst. Hat der Versicherer also beispielsweise mit zu hohen Kosten kalkuliert und die realen Kosten bewegen sich 18% darunter, wird er die Prämien prüfen und gegebenenfalls reduzieren. Da die Abweichung nicht in jedem Jahr hoch genug ist, vergehen auch Jahre ohne Beitrags­anpassung. Wird der Schwellenwert jedoch überschritten, werden in der Neuberechnung auch die Veränderungen der Vorjahre einkalkuliert.

Wie genau funktioniert eine Beitrags­anpassung?

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Bei einer Beitrags­anpassung müssen Versicherer genaue gesetzliche Bestimmungen beachten. Die Überprüfung solcher Anpassungen, aber auch der daran geknüpften Kalkulationen, unterliegt der zuständigen Aufsichtsbehörde. Ein unabhängiger mathematischer Treuhänder kommt als weitere Sicherheit zum Einsatz. Außerdem beschäftigt der Versicherer im Unternehmen selbst einen Aktuar. Das ist in den meisten Fällen ein Mathematiker, der die Risiken im Versicherungs­wesen und der Altersvorsorge prüft.

Der Aktuar wiederum kooperiert mit dem Treuhänder sowie der Bundes­anstalt für Finanzdienst­leistungsaufsicht (BaFin). Es liegt in seiner Verantwortung, die geltenden Rechte bei seinen Kalkulationen zu berücksichtigen. Sobald der Aktuar eine Anpassung vollzieht, muss diese vom Treuhänder geprüft werden, der der BaFin unterstellt ist. Erst wenn alle Instanzen die Erhöhung bestätigen, wird sie in die Praxis übertragen.

Geregelt werden diese Auflagen im § 155 Abs. 1 & Abs. 2 im Versicherungs­aufsichtsgesetz (VAG). Selbiges räumt Versicherten außerdem die Überprüfung aller Beitrags­anpassungen ein. Das sollte über einen Fachanwalt und zuvor über den Versicherungs­makler geschehen. Eine eigenmächtige Prüfung ist für Laien nicht möglich.

Was tun bei unberechtigten Beitrags­anpassungen?

In der Vergangenheit ist es bereits geschehen, dass Beitrags­erhöhungen als ungerechtfertigt eingestuft wurden. Versicherten bleibt bei einer vermeintlich unberechtigten Erhöhung nur der Gang zum Fachanwalt für Versicherungs­recht. Eine eigenmächtige Überprüfung ist ohne entsprechendes Fachwissen nicht möglich und vor Gericht ist ohnehin die Vertretung durch einen Anwalt nötig. Hier hilft eine Rechtsschutz­versicherung.

Mehr zur Rechtsschutz­versicherung


Wann sind Beitrags­erhöhungen unwirksam?

Beitrags­erhöhungen können aus den folgenden Gründen zurückgewiesen werden:

  • keine ausreichende Begründung
  • zu niedrig kalkulierte Prämie bei Vertragsabschluss
  • Nichterreichen der für eine Beitrags­angleichung notwendigen Differenz zwischen kalkulierten und tatsächlichen Kosten

Rechte der Versicherten

Erweist sich eine Beitrags­anpassung als unwirksam, können die Versicherten ihre in den letzten drei Jahren zu viel gezahlten Beiträge verzinst zurückfordern. Unter Umständen ist das sogar für die Beiträge der letzten zehn Jahre der Fall. Eine endgültige gerichtliche Klärung der Verjährungsfrist steht allerdings noch aus. Zu diesem Thema haben wir auch Kläger-Anwalt Knut Pilz interviewt.


Drei Urteile zugunsten von Verbrauchern

Urteil gegen Axa

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Am 28.01.2020 urteilte das OLG Köln, dass Prämienerhöhungen der Axa von 2014 und 2015 nicht ausreichend begründet waren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und es kann daher sein, dass der Fall im Bundes­gerichtshof noch ein weiteres Mal verhandelt wird. Da jedoch auch andere Oberlandesgerichte ähnlich strenge oder strengere Anforderungen an Begründungen für Beitrags­erhöhungen aufgestellt haben, sieht es für den Kläger gut aus. Dieser kann eine Rückzahlung von über 3.500 Euro plus Zinsen erwarten

Urteil gegen Barmenia

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Das Landgericht Frankfurt sprach am 16.04.2020 einem Kläger gegen die Barmenia knapp 10.000 Euro zu, da es die Prämiensteigerung in einem Tarif der Barmenia zwischen 2010 und 2018 für unwirksam erklärte. Auch hier wurde eine mangelhafte Begründung als Grund für die Unwirksamkeit angeführt. Allerdings waren die Erstattungsansprüche aus der Zeit vor 2015 verjährt.

Urteil gegen DKV

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Am 02.09.2020 erklärte das Landgericht Bonn Beitrags­steigerungen der DKV aus den Jahren 2012, 2013 und 2016 für unwirksam. Der Grund: die DKV hatte den für die Beitrags­erhöhung nötigen Schwellenwert auf 5 Prozent abgesenkt, was einen Verstoß gegen gesetzliche Vorgaben darstellt. Das noch nicht rechtskräftige Urteil sprach dem Kläger eine Rückzahlung von 7.500 Euro zu.

Pro und Contra Klage

Wie aus den Beispiele ersichtlich ist, entschieden Gerichte in einigen Fällen zu Gunsten der Klagenden. Allerdings bedeuten diese Urteile nicht, dass alle betroffenen Verbraucher automatisch Rückzahlungen erhalten, da ein Urteil immer erstmal nur für den Kläger und seine Versicherung gilt.

Fällt das Urteil nicht zu Gunsten des Klägers aus, kommen hohe Kosten auf ihn zu, da er Anwalts- und Gerichtskosten übernehmen muss. Hier zahlt es sich aus, eine Rechtsschutz­versicherung zu haben.

So gehen Sie vor

  1. Lesen Sie die Mitteilung zur Beitrags­anpassung und vor allem deren Begründung genau. Halten Sie diese für ausreichend begründet? Hat die Versicherung alle gesetzlichen Vorschriften beachtet?
  2. Haben Sie den Verdacht, dass dies nicht der Fall ist? Wenden Sie sich an einen Fachanwalt oder Ihren Versicherungs­makler und lassen Sie die Beitrags­erhöhung professionell prüfen.
  3. Informieren Sie sich, wie rechtliche Auseinandersetzungen mit Versicherungen normalerweise verlaufen, gerne mit Hilfe unserer Seite und unserer Inhalte zum Thema Versicherungs­recht.
  4. Falls Sie gegen die Beitrags­erhöhung klagen wollen: Vergegenwärtigen sich, was Sie dabei zu gewinnen und zu verlieren haben. Haben Sie eine Rechtsschutz­versicherung, die gegebenenfalls für Sie Anwalts- und Gerichtskosten trägt?

Was tun bei einer berechtigten Beitrags­anpassung?

Im Falle einer berechtigten Anpassung bleiben dem Versicherten einige Optionen, mit denen sich die Beiträge unter Umständen künftig reduzieren lassen. Eine Möglichkeit ist der Wechsel des PKV-Versicherers. Dieser geht jedoch mit einigen Nachteilen einher:

  • Es erfolgt eine erneute Gesundheits­prüfung, die unter Umständen zu einer Schlechterstellung führt.
  • Altersrückstellungen können nicht vollständig mitgenommen werden, was zu hohen Verlusten führt, insbesondere bei Versicherten, die schon seit längerer Zeit bei dem Versicherer unter Vertrag stehen.
  • Erkrankungen aus der jüngeren Vergangenheit können erhebliche Risikoaufschläge beim neuen Versicherer mit sich bringen.

Sonder­kündigungsrecht bei Beitrags­anpassung

Für Versicherte besteht nach einer Beitrags­erhöhung ein Sonder­kündigungsrecht. Die Kündigungsfrist sind die ersten zwei Monate nach Mitteilung der Beitrags­anpassung. Aus den oben genannten Gründen ist es jedoch nur für wenige Versicherte empfehlenswert, davon Gebrauch zu machen. Falls Sie dennoch ihre private Kranken­­versicherung kündigen möchten, können Sie auf unserer Seite zu dem Thema nachlesen, was es zu beachten gilt.

Private Kranken­­versicherung kündigen

Tarifwechsel beim gleichen Anbieter

Eine Alternative ist der Wechsel des Tarifs innerhalb des Versicherers. Diese Option ist oftmals lohnenswerter, allein schon deshalb, weil die Altersrückstellungen in voller Höhe übertragen werden. Vorgesehen sind solche Wechsel für „gleichartige Tarife“, also solche, die dem bisherigen Tarif hinsichtlich des Leistungs­umfangs sehr ähnlich sind. Wird ein leistungsstärkerer Tarif gewählt, kann der Versicherer den Wechsel ablehnen. Unter Umständen ist er aber zu Kompromissen bereit, wenn die Mehrleistungen aus dem Vertrag gestrichen werden.

Eine attraktive Option ist das deshalb, weil Versicherer ihre Produkte kontinuierlich anpassen und weitere Policen auf den Markt bringen. Unter Umständen hat eine davon, die dem aktuellen Vertrag sehr ähnlich ist, bessere Konditionen. Dann würde sich der Wechsel lohnen.

Sind herkömmliche Tarife finanziell nicht tragbar, ist noch der Wechsel in den Basistarif möglich, den jeder PKV-Anbieter anbieten muss. In einigen Fällen ist es auch möglich oder sogar notwendig, von der privaten in die gesetzliche Kranken­­versicherung zu wechseln.

Innerhalb eines Tarifs Kosten reduzieren

Ein Tarifwechsel ist jedoch nicht unbedingt nötig. Versicherte können auch

  • ihren Selbstbehalt erhöhen, was sich bei Menschen lohnen könnte, die sich nur sehr selten in Behandlung begeben.
  • auf optionale Mehrleistungen (z.B. Chefarztbehandlungen) verzichten.
  • das optionale Kranken­geld streichen oder reduzieren. Achtung: Gerade Selbständige sollten damit jedoch vorsichtig sein.

So gehen Sie vor

  1. Rechnen Sie nach, wie sich die Beitrags­anpassung auf ihre Versicherungs­prämie auswirkt. Ist die Preiserhöhung für Sie gut tragbar? In diesem Fall müssen Sie nichts weiter tun.
  2. Wollen Sie die Preiserhöhung nicht hinnehmen, recherchieren Sie und lassen Sie sich am besten auch von einem unabhängigen Experten beraten, welche der drei folgenden Optionen die beste für Sie ist: Tarifwechsel beim selben Versicherer, Anpassung Ihres aktuellen Tarifs oder Wechsel des PKV-Anbieters.
  3. Tarifwechsel: Finden Sie heraus, welche Optionen Sie für eine Reduktion Ihrer Prämie haben. Sie können bei Ihrem Versicherer eine Auswahl alternativer Tarife anfordern, z.B. mit unserem Musterschreiben zum Tarifwechsel.
  4. Leistungs­anpassung: Erfragen Sie bei Ihrem Versicherer, ob die oben genannten Möglichkeiten zur Reduktion des Beitrags­ innerhalb Ihres bestehenden Tarifs für Sie infrage kommen. Vorsicht beim Verzicht auf Leistungen.
  5. Anbieterwechsel: Greifen Sie bei der Entscheidung für einen anderen Versicherer auf Tests und Rankings unabhängiger Institute und professionelle Beratung zurück und überlegen Sie sich sorgfältig, ob Sie wirklich davon profitieren. Achten Sie auf die zweimonatige Sonder­kündigungsfrist (Tipp: Nutzen Sie bei der Kündigung Ihrer PKV unsere Checkliste und unser Musterschreiben).

Fazit

Beitrags­anpassungen, die Versicherungs­beiträge mitunter nach Jahren relativer Beitrags­stabilität jäh in die Höhe schnellen lassen können, sind nahezu unvermeidbar. Versicherungen können sie allerdings nur nach strengen gesetzlichen Vorgaben durchführen und Versicherungs­nehmer haben sie in der Vergangenheit bereits erfolgreich angefochten.

Oft jedoch sind die Beitrags­anpassungen berechtigt. Ist die Kostensteigerung zu hoch, stehen Versicherten mehrere Optionen offen, um sie zu umgehen. Die Attraktivste ist dabei in vielen Fällen der Wechsel in einen günstigeren Tarif beim selben Anbieter.

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Die häufigsten Fragen zu Beitrags­anpassungen der privaten Kranken­­versicherung

Wie stark steigen die Beiträge bei der PKV?

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Das ist von Jahr zu Jahr sehr verschieden – nach Jahren mit relativ kleinen Veränderungen kann es Jahre mit dramatischen Beitrags­steigerungen geben. Im Durchschnitt sind die PKV-Beiträge in den letzten zehn Jahren um etwa 3 Prozent pro Jahr gestiegen.

Wann darf die PKV den Beitrag erhöhen?

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Die PKV darf ihre Beiträge nur dann erhöhen, wenn die tatsächlichen Kosten um mehr als 10 Prozent von den einkalkulierten Kosten abweichen.

Warum steigen PKV-Beiträge?

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Ein steigendes Durchschnittsalter, neue medizinische Behandlungen und niedrige Zinsen sorgen dafür, dass Kranken­­versicherungen oft mehr Geld brauchen als sie ursprünglich einkalkuliert haben. Überschreitet die Differenz zwischen einkalkuliertem und tatsächlich gebrauchtem Geld eine bestimmte Schwelle, werden die Beiträge für das nächste Jahr neu berechnet.

Was können PKV-Kunden bei Beitrags­anpassungen tun?

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Unberechtigte Beitrags­anpassungen können vor Gericht angefochten werden, aber meist empfiehlt es sich für Kunden, ihre Kosten wenn nötig z.B. durch den Wechsel in einen günstigeren Tarif zu reduzieren.

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Katharina Tennius
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