Gibt es Berufs­­un­fähig­keits­ver­siche­rungen ohne Gesundheits­fragen?

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Ist der Abschluss einer Berufs­unfähigkeits­versicherung ohne Gesundheits­fragen möglich? Was sollten Sie bei Versicherungen mit vereinfachter Gesundheits­prüfung und beim Beantworten der Gesundheits­fragen im Allgemeinen beachten?

Inhalt dieser Seite
  1. BU ohne Ge­sund­heits­fragen
  2. BU ohne Ge­sund­heits­fragen für wen?
  3. Aktionen zur BU ohne Gesundheits­­fragen
  4. Vereinfachte Prüfung: Pro und Contra
  5. Ge­sund­heits­fragen in der BU
  6. Alternativen zur BU
  7. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Eine Berufs­­un­fähig­keits­ver­siche­rung ohne Ge­sund­heits­fragen ist prinzipiell nicht möglich – es gibt jedoch Versicherungen mit vereinfachter Gesund­heits­prü­fung.
  • Vereinfachte Gesundheits­prüfungen gibt es im Rahmen von Aktionen oder Angeboten für bestimmte Kundengruppen.
  • Verträge mit vereinfachter Gesund­heits­prü­fung weisen jedoch oftmals Einschränkungen bei den Ver­siche­rungs­leistungen auf.
  • Wer eine Berufs­unfähigkeits­versicherung mit Nach­versicherungs­garantie hat, muss sich bei einer Anpassung der Versicherung keiner erneuten Gesundheits­prüfung stellen.

Berufs­­un­fähig­keits­ver­siche­rung ohne Ge­sund­heits­fragen: Ist das möglich?

Keine Berufs­unfähigkeits­versicherung ohne Risikoprüfung

Eine Berufs­­un­fähig­keits­ver­siche­rung, die vollständig auf Gesundheits­fragen verzichtet, existiert nicht. Einige Versicherer bieten jedoch Sonder­­aktionen mit einer vereinfachten Gesund­heits­prü­fung an oder haben entsprechende Angebote für bestimmte Berufs­gruppen, z.B. Studenten. Mehr dazu im Abschnitt „Vereinfachte Gesund­heits­prü­fungen und Sonder­­aktionen“. Versicherte müssen in diesem Fall weniger Fragen beantworten, was mehrere Vorteile hat. Auf der anderen Seite bieten diese Versicherungen oft weniger umfassende Leistungen oder eine geringere Berufs­­unfähig­keits­rente.

Darüber hinaus ermöglichen Tarife, die eine Nach­versicherungs­garantie enthalten, eine Erhöhung der Berufs­unfähigkeitsrente, ohne dass eine neue Gesundheits­prüfung verlangt wird. Wer jedoch einen neuen Vertrag abschließt, wird sich einer Gesundheits­prüfung stellen müssen.

Keine Ge­sund­heits­fragen bei Änderung bestehender Verträge

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Sofern der Versicherungs­vertrag eine solche Nach­ver­siche­rungs­garan­tie beinhaltet, können Versicherte ihre Rentenhöhe ohne weitere Gesund­heits­prü­fung erhöhen bzw. dynamisch anpassen. Diese Klausel ist bei Veränderungen wie einem Berufs­wechsel oder einer Eheschließung wichtig. Nicht alle Versicherungs­­verträge beinhalten die Nach­ver­siche­rungs­garan­tie, doch ist sie aus Sicht der Versicherten sinnvoll.

Warum gibt es eine Gesundheits­prüfung?

Die Gesundheits­prüfung ist Teil des Risikomanagements des Versicherers, da dieser auf der Grundlage der Gesundheits­fragen das Risiko eines Leistungs­falls abschätzt und entscheidet, ob und zu welchen Konditionen er den Antrag akzeptiert. Bestimmte Vorerkrankungen, Tätigkeiten oder Hobbys bedeuten ein erhöhtes Risiko, später berufsunfähig zu werden. Auf dieses reagieren Versicherer je nach Situation mit höheren Prämien, Leistungs­ausschlüssen oder einer Ablehnung des Antrags.

Was bedeuten die Gesundheits­fragen für Sie?

Berufs­unfähigkeits­versicherung ohne Gesundheits­fragen: Wer würde profitieren?

Grundsätzlich wäre eine Versicherung ohne Prüfung des Gesundheits­­risikos für alle Zielgruppen interessant, die aufgrund bestimmter Risiken mit einer Ablehnung rechnen müssten. Ablehnungsgründe können vielseitig sein und reichen von einem riskanten Beruf über gefährliche Hobbys bis zu gesundheitlichen Beschwerden. Versicherer achten auf sämtliche Aspekte, die einen Leistungs­fall wahrscheinlich machen.

Wer hingegen keine Vorerkrankungen hat, noch jung ist und einer Tätigkeit ohne große gesundheitliche Belastungen nachgeht, kann sich in der Regel problemlos und zu günstigen Konditionen versichern. Darum empfiehlt es sich, sich so früh wie möglich um die Berufs­unfähigkeits­versicherung zu kümmern, z.B. bereits während der Schulzeit oder des Studiums, und den Vertrag gegebenenfalls später mittels der Nach­versicherungs­garantie anzupassen.


Ablehnung: Oftmals sind Vorerkrankungen der Grund

In den meisten Fällen sind Krankheiten die Ursache der Berufs­­unfähigkeit. Hierbei spielen psychische Beschwerden eine immer wichtigere Rolle. Etwa 30 Prozent aller Fälle der Berufs­­unfähig­keit sind auf Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout zurückzuführen. An zweiter Stelle folgen Beschwerden des Muskel- und Skelett-Apparates. Krebs­erkrankungen befinden sich an dritter Stelle. In weniger als einem Zehnte aller Fälle ist ein Unfall die Ursache der Berufs­unfähigkeit.

Aus diesen und anderen Statistiken berechnen Versicherer die Wahrscheinlichkeit des Leistungs­falls. Entsprechend sind folgende Risikofaktoren und Vorerkrankungen ein häufiger Grund für die Ablehnung:

  • Psychische Erkrankungen
  • Chronische Erkrankungen (beispielsweise Diabetes mellitus)
  • Sportverletzungen (auch in der jüngeren Vergangenheit)
  • Rückenleiden
  • Adipositas

Personen die an diesen oder vergleichbaren gesund­heitlichen Beschwerden leiden, würden daher von einer Berufs­­un­fähig­keits­ver­siche­rung ohne Ge­sund­heits­fragen profitieren. Einige Versicherer werben mit vereinfachten Gesund­heits­prü­fungen, um auch solche Risikogruppen anzusprechen. Prinzipiell ist es möglich, trotz bestimmter Vorerkrankungen eine Berufs­unfähigkeits­versicherung abzuschließen.

Tipp: Stellen Sie eine anonyme Risikovoranfrage

Wenn Sie nicht sicher sind, was Ihre Vorerkrankungen für Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung bedeuten, stellen wir gerne für Sie eine anonyme Risikovoranfrage. Auf diese Weise erfahren Sie, ob Sie sich bei einem bestimmten Anbieter versichern können, ohne dass dies im Fall einer Ablehnung Ihren Chancen bei anderen Versicherern schadet. Denn Ablehnungen nicht-anonymer Anfragen werden im Hinweis- und Informationssystem der Versicherungs­wirtschaft (HIS) gespeichert. Stellt sich heraus, dass eine Berufs­unfähigkeits­versicherung für Sie vorerst nicht möglich ist, beraten wir Sie auch gerne zu alternativen Versicherungen für die Absicherung Ihrer Arbeits­kraft.

Vereinfachte Gesund­heits­prü­fungen und Sonder­­aktionen

Wie funktioniert das?

Zwar verzichtet kein Anbieter einer Berufs­­un­fähig­keits­ver­siche­rung vollständig auf die Gesund­heits­prü­fung, doch finden sich auf dem Markt einige Aktionen mit deutlich vereinfachten Ge­sund­heits­fragen. Es handelt sich meist um zeitlich befristete Aktionen der Anbieter. Viele Versicherer bieten solche Verträge auch dauerhaft an, aber oft nur für bestimmte Personengruppen, z.B. für

  • Studenten
  • Personen bis 30 oder 35
  • Ärzte
  • Ingenieurberufe
  • Personen, welche die Berufs­unfähigkeits­versicherung mit einem anderen Produkt wie einer Basisrente oder Immobilienfinanzierung kombinieren

Die Ausgestaltung des Versicherungs­­vertrags beinhaltet zudem bestimmte Einschränkungen. Die reguläre Gesund­heits­prü­fung ist hierbei durch eine geringe Anzahl einfacher Fragen zur Gesundheit ersetzt. So fragen viele der Versicherer nicht gezielt nach Vorerkrankungen. An Stelle dessen prüfen sie bei potentiellen Kunden, ob eine Behinderung vorliegt oder ob Kunden in den letzten fünf Jahren mehrere Monate in Behandlung waren. Andere Versicherungs­­anbieter interessieren sich in solchen Aktionen nur für die Erkrankungen der vergangenen 12 Monate. Teilweise verzichten Versicherer auch auf Fragen zu risikoreichen Freizeitaktivitäten.

Insgesamt gibt es große Unterschiede zwischen den entsprechenden Aktionen und Angeboten verschiedener Versicherer. Diese beziehen sich darauf, wer Zugang zu der Versicherung mit vereinfachten Gesundheits­fragen hat, wonach genau gefragt wird, und wie umfassen und flexibel die Leistungen der Berufs­unfähigkeits­versicherung gestaltet sind. Ein Vergleich lohnt sich.


Beispiel: Diese vereinfachten Ge­sund­heits­fragen werden gestellt

  1. Wurde bei Ihnen bis heute eine HIV-Infektion (positiver AIDS-Test), eine Krebs­erkrankung, ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall, eine Multiple Sklerose (MS), eine Leber- oder Stoff­wechsel­störung, eine chronisch-entzündliche Darm­erkrankung, Epilepsie, eine psychische Störung oder ein Bandscheibenvorfall festgestellt?
  2. Sind Sie aktuell in einer medizinischen Behandlung, einer laufenden Therapie?
  3. Nahmen oder nehmen Sie Drogen oder regelmäßig Medikamente?
  4. Ist eine Operation geplant
  5. Waren Sie in den letzten 2 Jahren krankheits­bedingt für einen Zeitraum von länger als 2 Wochen arbeitsunfähig?
  6. Liegt bei Ihnen eine MdE (Minderung der Erwerbs­­fähigkeit), ein GdS (Grad der Schädigungs­folge) oder ein GdB (Grad der Behinderung) vor?
  7. Wurden Anträge auf Lebens-, Berufs­­unfähig­keits-, Erwerbs­­unfähig­keits-, Grund­fähig­keits- oder Pflege­versicherung nur zu erschwerten Bedingungen angenommen (z. B. mit Klausel oder Zuschlag), zurückgestellt oder abgelehnt?

Voraussetzungen einer Berufs­unfähigkeits­versicherung mit vereinfachten Ge­sund­heits­fragen

Versicherer, die ihm Rahmen einer Aktion eine Berufs­unfähigkeits­versicherung mit vereinfachten Gesundheits­fragen anbieten oder diese standardmäßig ermöglichen, tun dies in der Regel nur unter bestimmten Voraussetzungen bzw. mit Einschränkungen gegenüber einer „normalen“ Berufs­unfähigkeits­versicherung. Das kann beispielsweise so aussehen:

  • Es werden nur Versicherungs­­nehmer berücksichtigt, die bestimmten Berufs­- oder Altersgruppen angehören. Welche das sind, ist meist in den Bedingungen beschrieben.
  • Die Höhe der Berufs­­unfähigkeits­rente ist meist begrenzt.
  • Klauseln wie die Nach­ver­siche­rungs­garan­tie sind oftmals nicht Gegenstand solcher Verträge.

Entsprechend empfiehlt es sich, bei den Vertrags­bedingungen genau hinzusehen.


Vereinfachte Gesund­heits­prü­fung: Vor- und Nachteile

Geringere Einstiegshürde durch Reduktion der Ge­sund­heits­fragenEingeschränkter Umfang der Versicherungs­­summe. Meist liegt die Jahres-Berufs­unfähigkeitsrente bei ca. 12.000 €.

VorteileNachteile
Menschen, denen eine Ablehnung der Berufs­unfähigkeits­versicherung droht, haben trotzdem die ChanceHäufig nur an jüngere Menschen gerichtet, die statistisch gesehen ohnehin gesünder sind als ältere.
Der Anbieter kann gewechselt werden, falls der bestehende Schutz unzureichend und ein Ausbau nicht möglich ist, etwa aufgrund fehlender Klauseln.Relevante Klauseln und Regelungen sind oftmals nicht Vertrags­bestandteil (z. B. Nachs­­versicherungs­sgarantie, Beitrags­­dynamik)

Antrag auf eine Berufs­unfähigkeits­versicherung: Mit diesen Gesundheits­fragen müssen Sie rechnen

Unterschiede zwischen den Anbietern

Bei der regulären Gesund­heits­prü­fung bei Antrag auf Berufs­­un­fähig­keits­ver­siche­rung können sich die Fragen von einem Versicherungs­­unternehmen zum anderen unterscheiden. Gemeinsam ist ihnen, dass es sich um Zeiträume um meist fünf Jahre handelt, bis zu der rückwirkend Erkrankungen anzugeben sind. Was Kranken­­haus­aufenthalte betrifft, sind diese meist bis zu 10 Jahre lang anzugeben. Gleiches gilt für chronische Erkrankungen. Der Anbieter der Berufs­unfähigkeits­versicherung kann hier auch Auskünfte Kranken­­­versicherung oder behandelnder Ärzte anfordern,

Das Versicherungs­­vertragss­gesetz (VGV) sieht vor, dass sich Versicherer präzise erkundigen. Hierfür sieht das Gesetz einen bestimmten Rahmen für die Ausgestaltung der Prüfung vor. Die Gesund­heits­prü­fung darf keine offenen, sondern nur geschlossene Fragen beinhalten. Sie müssen nur die tatsächlich gestellten Fragen beantworten. Achten Sie auch sehr darauf, um welche Zeiträume es bei den Fragen geht. Nach Abschluss des Vertrages auftretende Erkrankungen müssen Sie nicht nachmelden.


Diese Angaben müssen Sie zumeist machen

  • Körpergröße
  • Körpergewicht
  • Risikofaktoren, darunter das Rauchen
  • Riskante Hobbys wie Bergsteigen oder Tauchen
  • Beschwerden oder Chronische Erkrankungen
  • Behandlungen und Untersuchungen der letzten 5 Jahre
  • Stationäre Behandlungen der letzten 10 Jahre
  • Operationen der letzten 10 Jahre
  • Einnahme von verschreibungs­pflichtigen Medikamenten

Experten-Tipp:

„Ob vereinfachte oder komplette Gesund­heits­prü­fung: Grundsätzlich sollten Versicherungs­kunden auf eine lückenlose und korrekte Beantwortung achten. Sollten sich Angaben als fehlerhaft oder unvollständig ausweisen, kann der Versicherungs­­schutz entfallen. Der Versicherer kann sich im Falle der Berufs­­unfähig­keit auf die Anzeigepflicht berufen und die Zahlung der BU-Rente verweigern. Dies gilt auch, wenn die Berufs­s­unfähigs­keit in keinem Zusammen­hang mit der ausgelassenen Komponente steht.“

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Marc Björn Wolter
Berater

Ist die Gesund­heits­prü­fung der Berufs­unfähigkeits­versicherung wirklich so schlimm?

Viele Menschen, die eine Berufs­unfähigkeits­versicherung abschließen wollen, sorgen sich wegen der Gesund­heits­prü­fung. Sie haben Angst, dass aufgrund ihrer Erkrankungen ihr Antrag auf eine Berufs­unfähigkeits­versicherung abgelehnt wird oder dass sie horrende Beiträge zahlen müssen. Andere befürchten, sie könnten etwas Wichtiges vergessen und somit unwissentlich die vorvertragliche Anzeigepflicht verletzen. Diese Sorgen sind häufig unbegründet bzw. gibt es Möglichkeiten, sich abzusichern:

  • Es ist in der Tat wichtig, dass Sie die Gesundheits­fragen vollständig und wahrheitsgemäß beantworten – andernfalls kann der Versicherer die Leistung verweigern, wenn sie diese brauchen. Damit ihre Angaben korrekt sind, können Sie um Auskunft bei Ihrer Kranken­­versicherung und Ihren behandelnden Ärzten bitten. So vergessen Sie nicht, Behandlungen oder Kranken­­haus­aufenthalte der letzten 5 bzw. 10 Jahre anzugeben.
  • Wenn Sie an leichter Migräne, Asthma oder einer Tierhaar­allergie leiden oder regelmäßig Fußball spielen oder Wandern gehen, brauchen Sie nichts zu befürchten. Diese Erkrankungen und Hobbys führen nicht zu Risikozuschlägen oder Ablehnungen.
  • Schwierig wird der Abschluss eines Vertrages mit schwerwiegenden Erkrankungen wie Epilepsie, Multiple Sklerose oder Diabetes oder Hobbys wie der Teilnahme an Kampfsport-Wettkämpfen.
  • Bei mittleren Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck oder chronischer Bronchitis sowie Sportarten wie Bergsteigen hingegen können Sie sich in der Regel versichern, aber müssen mit höheren Beiträgen oder Leistungs­ausschlüssen rechnen.
  • Wenn Sie unsicher sind, dann holen Sie sich Hilfe von Experten. Unsere Versicherungs­­berater stehen Ihnen auch bei der Antrags­tellung und der Beantwortung der Ge­sund­heits­fragen zur Seite.

Mehr dazu, wie sich welche Vorerkrankung beim Antrag auf eine Berufs­unfähigkeits­versicherung auswirkt, können Sie hier nachlesen:

Berufs­unfähigkeits­versicherung trotz Vorerkrankung

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Berufs­­un­fähig­keits­ver­siche­rung und ihre Alternativen

Diese Alternativen gibt es

Wer auch bei vereinfachten Ge­sund­heits­fragen keinen Versicherungs­­schutz durch eine Berufs­unfähigkeits­versicherung erhält, hat mehrere Alternativen, um die eigene Arbeits­kraft zumindest gegen einige wichtige Risiken abzusichern. Dazu gehören die folgenden Versicherungen:

Die Erwerbs­­unfähig­keits­ver­siche­rung greift, wenn Versicherte generell nicht mehr erwerbsfähig sind. Der ausgeübte Beruf spielt bei dieser Versicherung keine Rolle. Die Versicherer leisten jedoch erst dann, wenn Versicherte nicht mehr imstande sind, mehr als drei Stunden pro Tag zu arbeiten. Die private Unfall­­versicherung leistet, wenn Versicherte für mindestens drei Jahre infolge eines Unfalls eine körperliche Beeinträchtigung haben. Sie deckt ein wichtiges Risiko ab und ist eine gute Ergänzung zu bestehenden Versicherungen.

Auch die Grund­fähig­keits­ver­siche­rung kann den Verlust bestimmter Fähigkeiten (beispiels­weise Sehen oder Hören) durch Unfall oder Krankheit absichern. Die Rentenzahlung ist unabhängig von der Ursache des Fähigkeits­verlusts. Einen etwas größeren Versicherungs­schutz bietet die Funk­tions­in­vali­ditäts­ver­siche­rung. Diese kombiniert einzelne Leistungen aus der Unfall- Grund­fähig­keits­- und Dread-Disease-Ver­siche­rung. Versicherer zahlen nur, wenn die körperlichen Einschränkungen von Dauer und nicht heilbar sind. Varianten dieser Versicherung sind die Existenzschutz­versicherung und die Multi-Rente. Einen ausführlicheren Überblick über die Alternativen zur Berufs­unfähigkeits­versicherung finden Sie hier:

Alternativen zur Berufs­unfähigkeits­versicherung


Einge­schränkter Versicherungs­­schutz

Bei diesen Alternativen zur Berufs­unfähigkeits­versicherung ist zu beachten, dass diese nur ausgewählte Risiken absichern. Ein vollumfänglicher Schutz gegen Invalidität und Berufs­­unfähigkeit ist bei diesen Angeboten unter Umständen nicht gegeben. Zwar bieten sie einen grundlegenden Schutz gegen gravierende physische Beeinträchtigungen, es ist jedoch zu berück­sichtigen, dass vermeintlich kleinere Beschwerden wie etwa Rücken­probleme sowie psychische Erkrankungen weitaus häufiger die Ursache für eine (vorübergehende) Berufs­unfähigkeit sind und gerade diese Risiken sind durch Funktions­invaliditäts-, Unfall- und Grundfähigkeits­versicherungen nicht abgedeckt.

Fazit

Die Entscheidung, ob man es mit einem Antrag auf eine Berufs­­unfähigkeits­versicherung mit vereinfachten Ge­sund­heits­fragen versucht, sollte sorgfältig überlegt sein, da es hier unter Umständen gravierende Nachteile zu beachten gilt. Jedoch ist eine solche Absicherung besser als gar keine, gehört die Absicherung der eigenen Arbeits­kraft doch zu den wichtigsten Versicherungen für Privat­personen. Die Berufs­unfähigkeits­versicherung bietet hier den umfassendsten Schutz, doch im Fall einer Ablehnung ist eine weniger umfassende, aber dennoch empfehlenswerte Absicherung über andere Versicherungen möglich.

Was im individuellen Fall die optimale Absicherung ist, können Sie mit Hilfe unserer Versicherungs­­experten herausfinden. Unsere Experten für die Arbeits­kraftabsicherung beraten Sie gern. Auch kennen sie den Versicherungs­markt und können Ihnen Berufs­unfähigkeits­versicherer mit vereinfachten Ge­sund­heits­fragen vermitteln oder gegebenenfalls Alternativen aufzeigen. Kontaktieren Sie uns einfach direkt oder nutzen Sie auch gern unseren kostenfreien Tarifrechner, um direkt passende Tarife zu vergleichen und ein individuelles Angebot anzufordern.

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