Rechtsschutz­versicherung für Medizinrecht

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Das erwartet Sie hier

Beim Rechtsschutz für Medizinrecht muss einiges beachtet werden – Alle Infos im Überblick

Inhalt dieser Seite
  1. Rechtsschutz für Medizinrecht
  2. Welche Leistungen werden übernommen?
  3. Kosten (mit Beispiel)
  4. Kommt es häufig zu Behandlungsfehlern?
  5. Rechtsschutztarife vergleichen

Das Wichtige in Kürze

  • Ein Behandlungsfehler beim Arzt kann für den Patienten gravierende Folgen haben.
  • enn er den Mediziner auf Schadenersatz oder Schmerzensgeld verklagen will, kann der rechtliche Weg für ihn teuer werden.
  • Eine Rechtsschutz­versicherung mit dem Baustein Privatrechtschutz übernimmt im Bereich Medizinrecht in der Regel Kosten für Anwalt, Gericht und Gutachten.
  • Die Versicherten sollten aber darauf achten, dass es bei den meisten Versicherungen eine Wartezeit und bei Behandlungsfehlern eine Verjährungsfrist gibt.
  • Wichtig ist außerdem, dass der Patient bei Behandlungsfehlern das Gespräch mit dem Arzt sucht und sich an seine Kranken­versicherung wendet.

Was bietet die Rechts­schutz­ver­si­cher­ung im Bereich Medizinrecht?

Für Patienten können Arztfehler weitreichende Folgen haben. Zusätzliche Behandlungen, Arbeits­ausfall und manchmal lebenslange Beeinträchtigungen stellen die Lebensplanung auf den Kopf. Wer die verantwortlichen Ärzte auf Schadensersatz verklagen möchte, hat oft einen langen und beschwerlichen Weg vor sich. Ohne passenden Rechtsschutz kann der Gang vor Gericht teuer werden.

Wer aber eine gute Rechtsschutz­versicherung mit dem Baustein Privat­rechtsschutz abgeschlossen hat, ist in der Regel gut beraten. Das Patienten- und Medizinrecht gehört dann automatisch zum Leistungsumfang. Die Versicherung übernimmt im Schadensfall Anwalts- und Gerichtskosten und zahlt die Gebühren für Gutachter und Sachverständige. Ist die Klage erfolglos, deckt die Rechtsschutz­versicherung auch die Gebühren der Gegenseite ab.

Mehr zu den Leistungen einer Rechtsschutz­versicherung


Welche Schadensfälle sollte eine Rechts­schutz­ver­si­cher­ung im Bereich Medizinrecht abdecken?

  • Behandlungsfehler
  • Beratungs- und Aufklärungsfehler
  • Diagnosefehler und Befunderhebungsfehler
  • Therapiefehler
  • Organisationsfehler

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Welche Leistungen werden übernommen?

Wer aufgrund einer ärztlichen Behandlung einen Schaden erlitten hat, zögert oft, vor Gericht zu ziehen. Einen ärztlichen Kunstfehler nachzuweisen, ist nicht einfach. Die Betroffenen sind in der Beweislast und müssen belegen, dass:

  • eine Behandlung stattgefunden hat,
  • der beklagte Arzt den Fehler zu verantworten hat,
  • die Betroffenen einen Schaden erlitten haben,
  • der Arztfehler die Ursache für den entstandenen Schaden ist.

Insbesondere bei Beratungs- und Aufklärungsfehlern ist schwer festzustellen, ob sich der Schaden durch eine andere Beratung hätte abwenden lassen. Zur Klärung müssen unabhängige Sachverständige und Gutachter hinzugezogen werden. Die Kosten für Kopien der ärztlichen Unterlagen, beispielsweise Befunde, Untersuchungsergebnisse, Laborwerte und OP-Berichte, muss der Patient u. U. ebenfalls übernehmen. Die Kosten für Schadensersatzprozesse sind daher oft sehr hoch. Weist das Gericht die Klage ab, kann dies für viele Betroffene den finanziellen Ruin bedeuten.


Das sollte zum Leistungsumfang gehören

Eine Rechtsschutz­versicherung mit dem Baustein Privatrechtschutz nimmt Betroffenen das finanzielle Risiko ab. Zum Leistungsumfang gehören:

  • die Übernahme der Verfahrens- und Anwaltsgebühren
  • die Übernahme der Gebühren für Sachverständige und Gutachter
  • die Zahlung einer Entschädigung für Zeugen, die vor Gericht aussagen
  • die Kostenübernahme für Kopien der Behandlungsunterlagen
  • die Kostenübernahme für Schieds- oder Schlichtungsverfahren
  • die Übernahme einer Strafverfolgungskaution im Ausland
  • die Kostenübernahme für Mediationen.
  • bei verlorenem Prozess die Übernahme der Prozesskosten der Gegenpartei

Beachten Sie die Wartezeit!

Möchten Sie das Medizinrecht mit einer Rechtsschutz­versicherung absichern, achten Sie darauf, dass bei vielen Anbietern eine Wartezeit gilt. In den meisten Fällen beträgt diese drei Monate. Sie kann aber auch deutlich länger sein. Der Versicherungs­schutz tritt erst nach Ablauf der sogenannten Karenzzeit in Kraft. Überlegen Sie daher frühzeitig, ob Sie eine Absicherung für Patienten- und Medizinrecht benötigen.


Für wen gilt der Versicherungs­schutz?

In der Rechtsschutz­versicherung bieten Versicherungs­unternehmen Single- und Familientarife an. Über einen Tarif für Familien sind auch die Kinder abgesichert, unabhängig davon, ob sie beim Versicherungs­nehmer wohnen oder nicht. Der Versicherungs­schutz für Kinder gilt meistens, bis diese einem eigenen Beruf nachgehen. Gesonderte Tarife gelten in der Rechtsschutz­versicherung für Selbständige und Freiberufler.

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Kosten einer Rechtsschutz­versicherung für Medizinrecht

So viel kostet eine Rechtsschutz­versicherung – inklusive Rechenbeispiel

Eine Rechtschutz­versicherung mit dem Baustein Privat­rechtsschutz kommt in der Regel für die rechtlichen Kosten im Bereich Medizinrecht auf. Für einen Arbeitnehmer (35) kostet der Familientarif zwischen 10 und 30 Euro pro Monat. Nutzen Sie gerne unseren Tarifrechner, wenn Sie die Kosten für Ihre persönliche Rechtsschutz­versicherung ermitteln wollen.

Was kostet Sie eine Rechtsschutz­versicherungen für Medizinrecht?

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Selbstbeteiligung ja oder nein?

In der Regel vereinbaren Sie beim Abschluss der Police einen Selbstbehalt. Der Selbstbehalt bezeichnet die Summe der Kosten, die Sie im Schadensfall selbst übernehmen. Sie können die Summe zumeist frei vereinbaren. Je höher der Selbstbehalt, desto tiefer ist in der Regel die Prämie. Stiftung Warentest empfiehlt einen Selbstbehalt von 150 Euro. Die Selbstbeteiligung senkt die Kosten des Vertrags. Viele Versicherer verzichten auf den Selbstbehalt, wenn Sie sich zunächst zur Erstberatung an einen Anwalt wenden.

Experten-Tipp:

„Suchen Sie nach einem auf Medizinrecht spezialisierten Anwalt, kann Ihnen Ihre Versicherung oft behilflich sein. Viele Rechtsschutz­versicherungs-Anbieter bieten Ihnen günstigere Konditionen, wenn Sie die Partneranwälte des Unternehmens konsultieren. Das bedeutet zum Beispiel, dass diese auf eine Selbstbeteiligung verzichten.“

Foto von Martin Hacker
Signatur von Martin Hacker
Martin Hacker
Berater

Kommt es häufig zu Behandlungsfehlern?

Ein Patient darf eine Behandlung nach anerkannten medizinischen Standard in Anspruch nehmen. Diese sowie die Aufklärung müssen sorgfältig, richtig und zeitgerecht passieren. Wird dies nicht erfüllt, spricht man von einem Behandlungsfehler.

Wie viele Behandlungsfehler es gibt, kann nicht genau gesagt werden. Denn die Dunkelziffer ist hoch. Ein Anhaltspunkt liefern die Zahlen des medizinischen Dienstes der Kran­ken­ver­si­cher­ungen (MDK). Er ist der erste Ansprechpartner für gesetzlich versicherte Patienten, die einen Arztfehler vermuten. 2018 meldete der MDK rund 14.000 Behandlungsfehlergutachten. Etwa jeden vierten Vorwurf bestätigen die Gutachter pro Jahr. Nur wenn tatsächlich ein Fehler festgestellt wurde, haben die Patienten Anspruch auf Schadenersatz. In der Tabelle sehen Sie, welchen Fachgebieten gemäß MDK am häufigsten Behandlungsfehler vorgeworfen werden.

FachgebietQuote
Orthopädie und Unfallchirurgie31 %
Innere Medizin und Allgemeinmedizin13 %
Frauenheilkunde und Geburtshilfe9 %
Allgemein- und Viszeralchirurgie (Chirurgie des Bauchraums)9 %
Zahnmedizin8 %
Pflege5 %
Weitere Fachgebiete25 %

Mehr zu Behandlungsfehlern beim Arzt und im Krankenhaus


Wie können Betroffene im Schadensfall vorgehen?

Wer einen Behandlungsfehler vermutet, sollte sich zunächst an seinen behandelnden Arzt wenden und ein klärendes Gespräch suchen. Passierte der Fehler im Krankenhaus, sind die Klinikleitung oder die Patientenbeschwerdenstelle der Klinik Anlaufstellen.

Bringt dies keinen Erfolg, steht gesetzlich Versicherten der Weg zu ihrer Krankenkasse offen. Über den medizinischen Dienst der Kranken­versicherung (MDK) können sie ein Sachverständigengutachten anfordern. Für den Patienten ist dies kostenlos. Privatversicherte können sich an die Schlichtungs- und Gutachterkommissionen der Ärztekammern wenden.

Anspruch auf Schmerzensgeld

Wird der Behandlungsfehler bestätigt, hat der Patient gute Aussichten, dass er dagegen vorgehen kann. Dazu muss er aber einen objektiv feststellbaren Schaden erlitten haben und es muss einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Schaden und Fehler geben.

Ein auf Medizin- und Patientenrecht spezialisierter Rechtsanwalt kann Betroffene anschließend über mögliche rechtliche Schritte beraten. Wer eine Rechtsschutz­versicherung abgeschlossen hat, informiert diese idealerweise frühzeitig über den Verdacht eines Behandlungsfehlers im Bereich Medizinrecht, um die Kostenübernahme sicherzustellen. Geschädigte Patienten haben häufig ein Anspruch auf Schmerzensgeld bzw. Schadengeld. Die Höhe hängt von der Schwere der Verletzung ab.


Verjährungsfrist für Behandlungsfehler beachten

Ärztliche Behandlungsfehler verjähren in der Regel nach drei Jahren. Die Frist beginnt jedoch erst, wenn Patienten feststellen oder erfahren, dass ein Arztfehler vorliegen könnte. Der Behandlungszeitpunkt und der Fristbeginn können daher sogar mehrere Jahre auseinanderliegen. Spätestens nach 30 Jahren verfallen aber alle Schadensersatzansprüche.


Rechts­schutz­ver­sicher­ung für Ärzte

Auch Ärzten kann es schnell passieren, dass ihnen ein Behandlungsfehler vorgeworfen wird. Eine Rechtsschutz­versicherung übernimmt in einem solchen Fall die Kosten für den Anwalt oder Prozess und hilft bei anderen Problemen im Beruf. Es gibt einige Versicherungs­gesellschaften, die Medizinern maßgeschneiderten Schutz anbieten.

Mehr zur Rechtsschutz­versicherung für Ärzte

Rechtsschutz­versicherungen für Medizinrecht vergleichen

Die geeignete Rechtsschutz­versicherung zu finden, die im Bereich Medizinrecht die gewünschten Leistungen anbietet, kann eine Herausforderung sein. Unsere unabhängigen Experten sind Ihnen bei der Suche behilflich. Sie werden umfassend und unverbindlich beraten, damit Sie einen Tarif finden, der zu Ihren Lebensumständen passt. Kontaktieren Sie uns direkt oder nutzen Sie unseren kostenfreien Tarifrechner, um direkt passende Tarife zu vergleichen und online abzuschließen

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Wie können Sie Ihre Versicherung kündigen?

Finden Sie, dass Ihre Rechtsschutz­versicherung im Bereich Medizinrecht nicht genug leistet, können Sie auch eine Kündigung in Betracht ziehen. Eine Rechtsschutz­versicherung schließen Sie in der Regel für ein Jahr ab. Die Kündigungsfrist beträgt zumeist drei Monate. Sofern Sie Ihren Vertrag nicht vor Ablauf dieser Frist kündigen, verlängert er sich automatisch um weitere zwölf Monate. Die ordentliche Kündigung der Rechtsschutz­versicherung reichen Sie schriftlich bei Ihrem Versicherungs­unternehmen ein.


Weitere Arten der Rechtsschutz­versicherung

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Foto von Katharina Tennius
Katharina Tennius
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