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Rechtsschutzversicherung kündigen

In jedem Fall sollten Sie die Rechts­schutz­ver­siche­rung kündigen, und nicht der Versicherer.
Das Wichtigste in Kürze
  • Sowohl Versicherungs­nehmer als auch Versicherer können die Rechts­schutz­ver­siche­rung kündigen.
  • Die Kündigungs­frist richtet sich nach der Vertragslaufzeit.
  • In einigen Fällen gibt es ein Sonder­kündigungs­recht, z. B. bei einer Beitrags­erhöhung durch den Versicherer.
  • Versicherungsnehmer sollten unbedingt darauf achten, selbst zu kündigen.
  • Wenn Sie vom Versicherer gekündigt werden, werden Sie in der Regel Probleme beim Neuabschluss einer Rechts­schutz­ver­sicherung haben.

Wann kann man die Rechts­schutz­ver­sicherung kündigen?

Die Kündigungsfrist richtet sich nach der Vertragslaufzeit der Rechtsschutzversicherung. Üblicherweise beträgt die Kündigungsfrist 3 Monate bis zum Ende der Vertragslaufzeit.

Dies ist die häufigste Laufzeit für eine Rechtsschutzversicherung. Hier beträgt die Kündigungsfrist 3 Monate vor Ablauf der 12 Monate.

Bedeutet: Wenn Sie Ihre Rechtsschutzversicherung zum 1. Januar abgeschlossen haben, können Sie zum 31. Dezember kündigen. Ihre Kündigung muss dem Versicherer spätestens zum 30. September vorliegen.

Haben Sie einen 2- oder 3-Jahresvertrag, können Sie zum Ablauf des letzten Versicherungsj­ahres kündigen.

Bedeutet: Wenn Sie Ihre Rechts­schutz­ver­siche­rung zum 1. April 2020 abgeschlossen haben, können Sie zum 31. März 2022 (bei 2 Jahren) bzw. zum 31. März 2023 (bei 3 Jahren) kündigen. Beachten Sie auch hier die Frist von 3 Monaten.

Hat Ihr Rechtsschutzvertrag eine Laufzeit von mehr als 3 Jahren (beispielsweise 5 Jahre), müssen Sie diese nicht komplett abwarten. Nach dem Ver­siche­rungs­vertrags­gesetz von 2008 können Sie bereits zum Ablauf des 3. Versicherungs­jahres kündigen.

Bedeutet: Wenn Sie Ihren Vertrag zum 01. April 2019 abgeschlossen haben, können Sie erstmals zum 30. März 2022 kündigen. Bleibt die Kündigung aus, können Sie danach jährlich zum Ende des Versicherungs­jahres kündigen.


Wann kann man außer­ordentlich kündigen?

Unter bestimmten Umständen müssen Sie die o. g. Kündigungs­fristen nicht einhalten, sondern können auch früher kündigen. Dies ist möglich, wenn ein Grund für das Sonderkündigungsrecht vorliegt.

Rechtsschutzversicherungen sind auf den Bedarf des Versicherten zugeschnitten. Fällt das versicherte Risiko weg, können Sie auch außerhalb der üblichen Fristen kündigen. Dies liegt beispielsweise vor, wenn Sie Ihr Fahrzeug abmelden, weil Sie es nicht mehr benötigen. Die Verkehrsrechtsschutzversicherung hält zwar weiterhin Leistungen bereit, kann aber dennoch gekündigt werden, wenn sie vorrangig für das Autofahren gedacht war.
Erhöht ein Versicherer seine Beiträge, wird den Kunden per Gesetz ein Sonder­kündigungs­recht eingeräumt. Ab einer Beitragssteigerung von in der Regel 10 Prozent können Verbraucher die Kündigung aussprechen. Manche Anbieter erlauben bereits ab einer Beitragserhöhung von 5 Prozent ihren Kunden, den Vertrag zu kündigen.
Ähnlich verhält es sich, wenn sich die Risikoumstände des Versicherten ändern bzw. erhöhen. Schaffen Sie sich zusätzlich zum Auto ein weiteres Fahrzeug an, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Rechtsstreits. Die Versicherung kann daraufhin die Beiträge erhöhen. Tut sie dies um mehr als 10 Prozent, können Sie außerordentlich kündigen.
Lehnt Ihr Versicherer die Leistung ab, obwohl Ihr Rechtsstreit vertraglich im Leistungsumfang enthalten ist, können Sie außerordentlich kündigen. Dafür haben Sie nach der offiziellen Absage Ihres Versicherers 1 Monat Zeit.
Lassen Sie zwei Rechtsschutzfälle im selben Jahr von Ihrer Versicherung regulieren, können Sie mit einer Frist von einem Monat nach dem zweiten Fall Ihre Versicherung kündigen. Dies ist insofern interessant, da auch der Versicherer das Recht hat, bei zwei Rechtsschutzfällen im Jahr Ihnen zu kündigen – dem sollten Sie unbedingt zuvorkommen. Mehr dazu im Abschnitt Wann der Versicherer kündigen kann.

Wie muss die Rechts­schutz­ver­sicherung gekündigt werden?

Folgendes müssen Sie beachten, wenn Sie Ihre Rechtsschutzversicherung kündigen möchten:

  • Schriftliches Kündigungsschreiben
  • Versicherungsnummer sowie persönliche Angaben
  • Konkreter Kündigungstermin oder “zum nächstmöglichen Zeitpunkt”
  • Bei außerordentlicher Kündigung: Nennung des Grundes zur Berechtigung des Sonderkündigungsrechtes

Nutzen Sie für Ihre Kündigung unser Musterschreiben:

Musterkündigung (Download)

Bitte ersetzen Sie die kursiven Angaben durch Ihre eigenen Angaben. Nichtzutreffendes streichen.

Kündigung per Einschreiben verschicken
Wenn Sie Ihre Kündigung postalisch an den Versicherer schicken, tun Sie dies am besten per Einschreiben mit Rückschein. Somit erhalten Sie eine Bestätigung, sobald das Schreiben den Empfänger erreicht hat. Wichtig ist, dass Ihre Kündigung den Versicherer pünktlich zur Kündigungsfrist erreicht. Im Fall der Fälle haben Sie somit einen Beweis.

Vor Kündigung neuen Rechts­schutz­versicherer finden

In vielen Fällen wird eine Rechts­schutz­ver­sicherung gekündigt, weil der Kunde unzufrieden mit der Qualität bzw. den Leistungen eines Versicherers ist. Wer seine Rechtsschutzversicherung kündigt, aber weiterhin Rechtsschutz genießen will, sollte sich im Vorfeld um eine neue Police kümmern. Bei der Rechtsschutzversicherung lohnt es sich, regelmäßig Anbieter und Tarife zu vergleichen. Viele Anbieter bringen moderne, leistungsstarke und preisgünstige Tarife auf den Markt.

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Wartezeit entfällt bei nahtlosem Wechsel
Wer nahtlos von einem Versicherer zum anderen wechselt, muss in der Regel die Wartezeit von 3 Monaten nicht abwarten. Voraussetzung hierfür ist, dass die versicherten Rechtsbereiche auch beim alten Anbieter versichert waren.
… mehr zum Thema Rechtsschutz ohne Wartezeit

Wann kann der Ver­sicherer die Rechts­schutz­ver­sicherung kündigen?

Versicherer können auch von sich aus den Vertrag über eine Rechtsschutzversicherung kündigen. Im § 92 des Versicherungsvertragsgesetzes wird beiden Vertragsparteien ein Kündigungsrecht eingeräumt. Eine Angabe von Gründen sieht das Gesetz nicht vor.

Mögliche Gründe für Kündigung durch Versicherer

Nach Neuabschluss hat der Kunde eine gewisse Frist, in der der Erstbeitrag bezahlt werden muss. Geschieht dies nicht, und auch nicht nach einer Mahnung, erlischt der Versicherungsschutz.
Das gleiche gilt natürlich auch für die Folgebeiträge. Steht der Kunde im Zahlungsverzug und begleicht die fehlenden Beiträge auch nicht nach einer Mahnung, kann der Versicherer den Vertrag fristlos kündigen.
Ebenso wie der Versicherungsnehmer kann auch der Versicherer eine Kündigung aussprechen, wenn er zwei Rechts­schutz­fälle im selben Jahr regulieren musste. Dies zeugt für die Versicherer für einen unrentablen Vertrag, da der Kunde quasi mehr Schadenskosten verursacht, als durch Beitragseinnahmen eingeholt wird. Dies ist besonders bei sehr teuren Rechtsfällen üblich.
BERATER-TIPP

»Sofern man die Wahl hat, sollte man immer selbst seine Rechts­schutz­ver­siche­rung kündigen. Denn wer darauf wartet, dass ihm der Versicherer kündigt, kann es in Zukunft deutlich schwerer haben. Vor Abschluss eines neuen Vertrages muss man angeben, ob man schon einmal vom Versicherer gekündigt worden ist. Daraufhin verweigert die Mehrheit der Anbieter die Absicherung.

Aus diesem Grund ist es immer besser, selbst zu kündigen, als gekündigt zu werden. Diese Möglichkeit sollte geprüft werden, nachdem die Versicherung die Kostenübernahme im Versicherungsfall gebilligt hat. Wer sich von seiner Police trennen möchte, sollte vorab nach Alternativen Ausschau halten.«

Was Sie tun können, wenn Ihnen der Versicherer gekündigt hat

Wenn es doch dazu kommt, dass Ihnen Ihr Rechtsschutz-Anbieter kündigt, können Sie den Kontakt zum Anbieter suchen und ihn bitten:

  • Die Kündigung umzukehren: Dabei bitten Sie, dass der Versicherer die Kündigung zurückzieht, damit Sie wiederum die Kündigung einreichen können.
  • Die Kündigung aufzuheben und die Vertragsbedingungen zu ändern: Dabei könnte Ihre Versicherung die Vertragsdetails so gestalten, dass sie Sie erneut aufnehmen. Jedoch sollten Sie hier darauf achten, dass Kosten und Leistungen akzeptabel bleiben.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.04.2020 aktualisiert.
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Mario Müller
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