Rechtsschutz­versicherung kündigen: Kündigungsfrist, Sonderkündigung und Muster

Fachlich geprüft durch Benjamin Mai
Zuletzt aktualisiert am

Das erwartet Sie hier

Wann Sie Ihre Rechtsschutz­versicherung kündigen können, wann ein Sonderkündigungsrecht gilt und wie Sie ohne Lücke in einen neuen Vertrag wechseln.

Inhalt dieser Seite
  1. Kurz beantwortet
  2. Kündigungsfristen
  3. Sonderkündigung
  4. So geht es
  5. Kündigung durch den Versicherer
  6. Ihre Möglichkeiten
  7. Häufige Fragen (FAQ)
Fachlich geprüft durch Benjamin Mai
Zuletzt aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

  • Ordentlich kündigen Sie zum Ende des Versicherungsjahres, nach den Musterbedingungen muss die Kündigung drei Monate vorher beim Versicherer sein.
  • Bei jeder Beitragserhöhung dürfen Sie innerhalb eines Monats kündigen, die Schwelle von 10 % gilt nur, wenn Ihr Risiko steigt.
  • Textform genügt: Brief, Fax oder E‑Mail reichen, ein Einschreiben dient nur als Nachweis. Unser Musterschreiben hilft beim Formulieren.
  • Erst der neue Vertrag, dann die Kündigung: Nur beim lückenlosen Wechsel bleiben Sie ohne Lücke im Schutz.

Wie kündige ich meine Rechtsschutz­versicherung?

Mit einer Kündigung in Textform, die nach den Musterbedingungen spätestens drei Monate vor Ende des Versicherungsjahres beim Versicherer eingeht. Früher kommen Sie nur mit einem Sonderkündigungsrecht aus dem Vertrag, etwa nach einer Beitragserhöhung oder einem Rechtsschutzfall. Kündigen Sie erst, wenn Ihr neuer Vertrag lückenlos anschließt.

Kündigungswege auf einen Blick

Welcher Weg für Sie offen ist, hängt vom Anlass ab. Die Regeln stehen im Versicherungs­vertrags­gesetz und in Ihren Versicherungs­bedingungen. Die Tabelle zeigt sie nach dem Gesetz und den Musterbedingungen des GDV (Quelle: GDV, ARB 2021). Ihr Tarif kann davon abweichen, maßgeblich sind Ihr Versicherungsschein und Ihre Bedingungen.

AnlassFristWirkung
Ordentliche KündigungZugang spätestens 3 Monate vor AblaufZum Ende des Versicherungsjahres
Vertrag über mehr als 3 JahreZugang spätestens 3 Monate vor Ende des dritten JahresZum Ende des dritten und jedes weiteren Jahres
BeitragserhöhungZugang innerhalb 1 Monats nach der MitteilungSofort, frühestens zum Tag der Erhöhung
Ablehnung trotz LeistungspflichtZugang innerhalb 1 Monats nach der AblehnungVorzeitig
Zwei Rechtsschutzfälle in 12 MonatenZugang innerhalb 1 Monats nach Bestätigung des zweiten FallsMit Zugang oder später, spätestens zum Ende des Versicherungsjahres

Was nach der Kündigung bleibt und was verloren geht

Mit dem Vertragsende endet der Schutz für neue Fälle. Für Fälle, deren erster Verstoß in die Vertragszeit fällt, zahlt der alte Versicherer weiter, auch wenn Sie sie erst später melden. Nach den Musterbedingungen haben Sie dafür bis zu drei Jahre nach Vertragsende Zeit. Teuer wird die Kündigung erst, wenn kein neuer Vertrag anschließt.

  • Fälle, deren erster Verstoß in der Vertragszeit liegt, bleiben versichert
  • Solche Fälle können Sie bis drei Jahre nach Vertragsende melden
  • Kein Schutz für einen Streit, der erst nach dem Vertragsende beginnt
  • Im neuen Vertrag in der Regel drei Monate Wartezeit, wenn der Tarif nicht darauf verzichtet
  • Kein Schutz, wenn Sie vor dem neuen Vertrag zum Beispiel einen Antrag bei einer Behörde gestellt haben, außer beim lückenlosen Wechsel

Wartezeit und Vorvertraglichkeit sind die zwei Regeln, die einen späteren Neuabschluss teuer machen können. Maßgeblich ist der Tag des ersten Verstoßes, nicht der Tag, an dem Sie davon erfahren. Wie beide Regeln im Einzelnen funktionieren und welche Bausteine Sie brauchen, erklärt unser Ratgeber zur Rechtsschutz­versicherung.

Wann können Sie die Rechtsschutz­versicherung kündigen?

Zum Ende jedes Versicherungsjahres, wenn Ihre Kündigung spätestens drei Monate vorher beim Versicherer ist. Bei Verträgen mit mehr als drei Jahren Laufzeit müssen Sie das Ende nicht abwarten, Sie kündigen schon zum Ende des dritten Jahres. Entscheidend ist der Zugang beim Versicherer, nicht das Datum auf Ihrem Schreiben.

Welche Kündigungsfristen sind möglich?

Das Gesetz lässt eine Kündigungsfrist von einem bis drei Monaten zu, für Sie und den Versicherer gleich lang (Quelle: VVG § 11). Die Musterbedingungen des GDV sehen drei Monate vor. Welche Frist für Sie gilt, steht in Ihren Versicherungs­bedingungen. Verlängert sich der Vertrag stillschweigend, dann höchstens um jeweils ein Jahr.

Wann Ihre Kündigung spätestens eingehen muss, hängt von Vertragsbeginn und Laufzeit ab. Die Beispiele rechnen mit der Frist von drei Monaten aus den Musterbedingungen. Ihr Versicherungsjahr beginnt mit dem Datum im Versicherungsschein, nicht automatisch am 1. Januar. Prüfen Sie dort auch, welche Laufzeit Sie vereinbart haben.

LaufzeitBeispiel VertragsbeginnFrühestens kündbar zumKündigung muss zugehen bis
1 Jahr1. Januar31. Dezember, danach jährlich30. September
2 Jahre1. April 202531. März 2027, danach jährlich31. Dezember 2026
3 Jahre1. April 202531. März 2028, danach jährlich31. Dezember 2027
5 Jahre1. April 202531. März 2028, danach jährlich31. Dezember 2027

Laufzeit von mehr als drei Jahren

Haben Sie einen Vertrag über fünf Jahre abgeschlossen, müssen Sie nicht bis zu dessen Ende warten. Das Gesetz erlaubt Ihnen die Kündigung zum Schluss des dritten Jahres und danach zum Ende jedes weiteren Jahres, jeweils mit drei Monaten Frist. Dieses Recht steht nur Ihnen als Versicherungsnehmer zu, nicht dem Versicherer.

Achten Sie bei langen Laufzeiten auf das genaue Datum. Beginnt Ihr Vertrag am 1. April 2025, endet das dritte Versicherungsjahr am 31. März 2028. Ihre Kündigung muss deshalb bis 31. Dezember 2027 beim Versicherer sein. Verpassen Sie diesen Termin, können Sie erst zum Ende des nächsten Versicherungsjahres kündigen.


Gilt die Frist auch für den Verkehrs­rechtsschutz?

Ja. Der Verkehrs­rechtsschutz ist ein Baustein Ihres Vertrags oder ein eigener Vertrag und folgt denselben Fristen. Ob sich ein einzelner Baustein aus einem Kombi-Vertrag herauslösen lässt, steht in Ihren Bedingungen. Haben Sie kein Fahrzeug mehr, gilt eine Sonderregel, die das nächste Kapitel erklärt.

Wann können Sie außerordentlich kündigen?

Wenn Ihr Versicherer den Beitrag erhöht, eine berechtigte Leistung ablehnt oder innerhalb von zwölf Monaten zwei versicherte Rechtsschutzfälle eingetreten sind. Dann müssen Sie das Ende des Versicherungsjahres nicht abwarten. Die Sonderkündigung erklären Sie in diesen Fällen innerhalb eines Monats. Fällt das versicherte Risiko ganz weg, endet der Vertrag nach den Musterbedingungen von selbst.

Sonderkündigungsrecht

Ein Sonderkündigungsrecht erlaubt Ihnen, den Vertrag vorzeitig zu beenden. Es entsteht nicht aus bloßer Un­zufriedenheit, sondern nur aus bestimmten Anlässen, die Gesetz und Versicherungs­bedingungen nennen. Nennen Sie den Anlass in Ihrem Kündigungsschreiben und halten Sie die Frist ein. Sonst bleibt Ihnen nur die ordentliche Kündigung zum Ende des Versicherungsjahres.


Kündigung wegen Beitragserhöhung

Erhöht Ihr Versicherer den Beitrag über die Anpassungsklausel, ohne mehr zu leisten, dürfen Sie bei jeder Erhöhung kündigen. Eine Mindesthöhe gibt es nicht, die oft genannte Schwelle von zehn Prozent gilt hier nicht. Ihre Kündigung muss innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung beim Versicherer sein (Quelle: VVG § 40).

Die Kündigung wirkt sofort, frühestens aber zu dem Tag, an dem die Erhöhung gelten würde. Ihr Versicherer muss Ihnen die Erhöhung spätestens einen Monat vorher mitteilen und dabei auf Ihr Kündigungsrecht hinweisen. Dasselbe gilt, wenn er Leistungen kürzt, ohne den Beitrag zu senken. Kein Sonderkündigungsrecht haben Sie, wenn nur die Versicherungsteuer steigt.

Die Erhöhung folgt in der Regel einem festen Verfahren. Ein Treuhänder ermittelt jedes Jahr bis zum 1. Juli, wie sich Schadenhäufigkeit und Zahlungen im Markt verändert haben. Erst ab plus fünf Prozent darf der Versicherer erhöhen, ab minus fünf Prozent muss er senken. In den ersten zwölf Monaten Ihres Vertrags gibt es keine Anpassung.


Kündigung bei veränderten Risikoumständen

Erhöht sich Ihr Risiko, etwa weil Sie sich zum Auto ein Motorrad anschaffen, darf der Versicherer einen Mehrbeitrag verlangen. Steigt der Beitrag dadurch um mehr als zehn Prozent oder schließt er die höhere Gefahr aus, können Sie innerhalb eines Monats fristlos kündigen (Quelle: VVG § 25). Nur in diesem Fall gilt die Schwelle von zehn Prozent.


Kündigung bei Risikowegfall

Fällt das versicherte Risiko weg, zum Beispiel weil Sie kein Auto mehr haben, endet der Vertrag nach den Musterbedingungen, sobald der Versicherer davon erfährt. Teilen Sie ihm den Wegfall deshalb in Textform mit. Den Beitrag zahlen Sie nur anteilig bis zu diesem Zeitpunkt. Im Fahrzeug-Rechtsschutz können Sie sofort kündigen, wenn seit mindestens sechs Monaten kein Fahrzeug auf Sie zugelassen ist.


Kündigung nach einem Rechtsschutzfall

Lehnt Ihr Versicherer einen Fall ab, obwohl er leisten muss, können Sie vorzeitig kündigen. Die Kündigung muss innerhalb eines Monats nach Erhalt der Ablehnung beim Versicherer sein. Prüfen Sie vorher, ob sich die Ablehnung angreifen lässt, etwa mit Stichentscheid oder beim Ombudsmann. Wie das geht, lesen Sie im Ratgeber Rechtsschutz­versicherung zahlt nicht.

Sind innerhalb von zwölf Monaten mindestens zwei Rechtsschutzfälle eingetreten, für die der Versicherer zahlt, dürfen beide Seiten vorzeitig kündigen. Ihre Frist von einem Monat beginnt, wenn der Versicherer die Leistung für den zweiten Fall bestätigt hat. Ihre Kündigung wirkt mit Zugang oder zu einem späteren Tag Ihrer Wahl, spätestens zum Ende des Versicherungsjahres.

Wie muss die Rechtsschutz­versicherung gekündigt werden?

In Textform, zum Beispiel per Brief, Fax oder E‑Mail, mit Versicherungsnummer und Kündigungstermin. Eine strengere Form, etwa einen eigenhändig unterschriebenen Brief, darf Ihr Versicherer in seinen Bedingungen nicht verlangen. Wichtig sind zwei Dinge: Sie müssen den Zugang beweisen können, und Ihr neuer Vertrag steht, bevor der alte endet.

Dies sollten Sie bei Ihrer Kündigung beachten

1. Neuen Vertrag abschließen

Sichern Sie zuerst den Anschluss. Der neue Vertrag beginnt am Tag nach dem Ende des alten.

2. Frist berechnen

Ordentlich drei Monate vor Ablauf des Versicherungsjahres, bei einer Sonderkündigung meist ein Monat nach dem Anlass.

3. Kündigung in Textform

Versicherungsnummer, Name, Anschrift und Termin, bei einer Sonderkündigung zusätzlich der Anlass.

4. Bestätigung anfordern

Bitten Sie um eine Bestätigung mit dem Datum, zu dem Ihr Vertrag endet.

Ihr Kündigungsschreiben braucht nur wenige Angaben. Diese gehören aber immer hinein, damit der Versicherer Ihren Vertrag eindeutig zuordnen kann und Ihre Kündigung nicht an einer Formalie scheitert. Ein Kündigungsgrund ist nur bei der außerordentlichen Kündigung nötig, bei der ordentlichen Kündigung müssen Sie nichts begründen.

  • Ihr Name, Ihre Anschrift und Ihre Versicherungsnummer
  • Der Kündigungstermin oder „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“
  • Bei außerordentlicher Kündigung der Anlass, etwa die Beitragserhöhung mit Datum der Mitteilung
  • Die Bitte um eine Bestätigung mit dem Enddatum
  • Der Widerruf der Einzugsermächtigung zum Vertragsende

Nutzen Sie für Ihre Kündigung gern unser Musterschreiben. Ersetzen Sie die Angaben in Klammern durch Ihre eigenen und streichen Sie, was nicht zutrifft. Wählen Sie bei einer Sonderkündigung nach einem Schaden die Variante nur, wenn innerhalb von zwölf Monaten zwei versicherte Fälle eingetreten sind, ein einzelner Fall genügt nicht.

Musterkündigung Rechtsschutz­versicherung herunterladen (Word)

Unverbindliches Muster für typische Fälle, Stand Oktober 2026. Es ersetzt keine Prüfung Ihres Einzelfalls: Prüfen Sie Fristen und Angaben selbst und holen Sie im Zweifel Rat ein, zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale, oder bei einer Anwältin oder einem Anwalt.


Kündigung per Einschreiben verschicken

Ein Einschreiben ist keine Pflicht. Ihr Versicherer darf für die Kündigung keine strengere Form als die Textform verlangen (Quelle: BGB § 309). Das Einschreiben mit Rückschein ist aber ein guter Nachweis, dass Ihre Kündigung rechtzeitig angekommen ist. Kündigen Sie per E‑Mail, heben Sie die Eingangsbestätigung des Versicherers auf.

Schicken Sie die Kündigung nicht erst in den letzten Tagen vor Fristende ab. Entscheidend ist, wann sie beim Versicherer eingeht, nicht wann Sie sie abgeschickt haben. Kommt innerhalb weniger Tage keine Bestätigung, fragen Sie nach, solange Sie die Frist noch halten können. So haben Sie im Streitfall einen Beweis in der Hand.

Wann kann der Versicherer die Rechtsschutz­versicherung kündigen?

Zum Ende des Versicherungsjahres, mit derselben Frist wie Sie und ohne Begründung. Vorzeitig nur, wenn Sie Beiträge trotz Zahlungsaufforderung nicht zahlen oder innerhalb von zwölf Monaten zwei versicherte Rechtsschutzfälle hatten. Die Kündigung nach einem Rechtsschutzfall regeln die Versicherungs­bedingungen, nicht das Gesetz.

Mögliche Gründe für Kündigung durch Versicherer

Die Tabelle zeigt, wann Ihr Versicherer den Vertrag beenden darf und was Sie jeweils tun können. Bei Zahlungsverzug schreibt das Gesetz genaue Schritte vor, die er einhalten muss (Quelle: VVG § 38). Bei Schadenfällen ergeben sich die Regeln aus den Bedingungen, in der Regel nach dem Muster des GDV.

GrundWas giltWas Sie tun können
Erstbeitrag nicht gezahltRücktritt möglich, solange nicht gezahlt ist; nach Hinweis kein Schutz für Fälle vor der ZahlungErstbeitrag sofort zahlen
Folgebeitrag nicht gezahltKündigung erst nach Zahlungsaufforderung in Textform mit mindestens 2 Wochen FristInnerhalb 1 Monats nach der Kündigung zahlen, dann wird sie unwirksam
Zwei Rechtsschutzfälle in 12 MonatenKündigung wirkt 1 Monat nach ZugangSelbst zuerst kündigen und den neuen Vertrag sichern
Ordentliche KündigungZum Ende des Versicherungsjahres, gleiche Frist wie für SieNeuen Vertrag rechtzeitig abschließen

Wer nach zwei Fällen gekündigt wird, verliert den Schutz also schon einen Monat später. Beim Folgebeitrag haben Sie eine zweite Chance: Zahlen Sie innerhalb eines Monats nach der Kündigung nach, wird diese unwirksam. Für Fälle, die in der Zwischenzeit eingetreten sind, bleibt der Versicherer aber leistungsfrei (Quelle: VVG § 38).


Was Sie tun können, wenn Ihnen der Versicherer gekündigt hat

Prüfen Sie zuerst, ob die Kündigung wirksam ist: Hat der Versicherer die Frist eingehalten, und waren es wirklich zwei versicherte Fälle innerhalb von zwölf Monaten? Bei Zahlungsverzug retten Sie den Vertrag, wenn Sie innerhalb eines Monats nachzahlen. In allen anderen Fällen können Sie den Versicherer bitten, die Kündigung zurückzunehmen, einen Anspruch darauf haben Sie nicht.

Sie können auch fragen, ob der Versicherer den Vertrag zu geänderten Bedingungen fortführt, etwa mit höherer Selbst­beteiligung. Achten Sie dann darauf, dass Beitrag und Leistung für Sie noch passen. Lässt sich die Kündigung nicht abwenden, schließen Sie den neuen Vertrag so ab, dass er ohne einen Tag Lücke anschließt.

Ob ein neuer Versicherer Sie nach einer Kündigung annimmt, hängt von seinen Antragsfragen und seiner Prüfung ab. Beantworten Sie Fragen zu früheren Verträgen und Kündigungen vollständig und richtig. Vergleichen Sie mehrere Tarife, statt nach der ersten Absage aufzugeben. Welche Rechtsfälle typisch sind und was sie kosten, zeigt unser Überblick über typische Schadensfälle.

Wie wechseln Sie ohne Lücke in einen neuen Vertrag?

Indem Sie zuerst den neuen Vertrag abschließen und erst dann den alten kündigen, mit Beginn des neuen am Tag nach dem Ende des alten. Beim lückenlosen Wechsel schützen Sie die Musterbedingungen vor Nachteilen aus der Vorvertraglichkeit. Oft ist eine Kündigung gar nicht nötig, weil schon eine höhere Selbst­beteiligung den Beitrag deutlich senkt.

Vor Kündigung neuen Rechtsschutz­versicherer finden

Sind Sie mit Beitrag oder Leistung unzufrieden, prüfen Sie vor der Kündigung Ihre Alternativen. Die Tabelle zeigt die vier Wege. Kündigen ohne neuen Vertrag ist nur sinnvoll, wenn Sie den Schutz wirklich nicht mehr brauchen. Denn ein späterer Neuabschluss beginnt wieder mit Wartezeit, und ein Streit, der sich schon abzeichnet, ist dann nicht mehr versichert.

OptionWas passiertPasst meist für
Vertrag behalten, Selbst­beteiligung erhöhenBeitrag sinkt, Schutz läuft ohne Lücke weiterWer vor allem sparen will
Bausteine anpassenNicht mehr benötigte Bausteine fallen weg, etwa Verkehr ohne AutoWer seine Lebenslage geändert hat
Lückenlos wechselnNeuer Vertrag beginnt am Tag nach dem Ende des altenWer einen besseren Tarif gefunden hat
Kündigen ohne neuen VertragKein Schutz für neue Fälle, späterer Neuabschluss mit WartezeitWer keinen Rechtsschutz mehr braucht

Der Tarifvergleich lohnt sich

Am meisten bewegt beim Beitrag die Selbst­beteiligung. Im Rechner der ARAG für einen 35-jährigen Arbeitnehmer senken 150 Euro Selbst­beteiligung den Beitrag im Kompakt-Tarif um rund 28 Prozent gegenüber einem Tarif ohne Selbst­beteiligung, 250 Euro um rund 43 Prozent (Abruf Oktober 2026). Vergleichen Sie trotzdem Beitrag und Leistung gemeinsam, der Leistungsumfang ist wichtiger als der Preis.

Wie die Tarife abschneiden, zeigt unser Rechtsschutz­versicherung Test. In der Gesamtauswertung für Singles aus dem Rating von Franke und Bornberg, dem Test der Stiftung Warentest, der Fairness-Studie von ServiceValue und der Beschwerdestatistik der BaFin liegt die Lippische mit 93 von 100 Punkten vorn, vor der Provinzial und der Provinzial Nord Brandkasse mit je 91 Punkten.


Wartezeit beim nahtlosen Wechsel

Ob der neue Versicherer beim Wechsel auf die Wartezeit von drei Monaten verzichtet, regelt sein Tarif, die Musterbedingungen sehen das nicht vor. Lassen Sie sich den Verzicht vor dem Abschluss schriftlich bestätigen. Sonst sind Sie in den ersten drei Monaten unter anderem im Arbeits-, Wohnungs- und Vertragsrecht nicht geschützt.

Geregelt ist dagegen die Vorvertraglichkeit: Wechseln Sie lückenlos, zahlt der neue Versicherer auch, wenn zum Beispiel ein Antrag bei einer Behörde in die Zeit des alten Vertrags fällt, höchstens im Umfang des alten Schutzes. Auf diese Einrede ganz verzichten die meisten Versicherer laut Verbraucherzentrale erst nach fünf Jahren Vertragsdauer, die ARAG nach drei Jahren.

Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass das Risiko schon im alten Vertrag versichert war und kein Tag dazwischen liegt. Wer zum Beispiel erst den Berufs-Rechtsschutz neu dazunimmt, hat für diesen Baustein keinen Vorvertrag. Welche Sofort-Lösungen es für Streitfälle gibt, die schon laufen, erklärt unser Ratgeber zur Rechtsschutz­versicherung ohne Wartezeit.

Experten-Tipp:
Lieber selbst kündigen als gekündigt werden

„Sofern Sie die Wahl haben, sollten Sie Ihre Rechtsschutz­versicherung immer selbst kündigen. Denn wer darauf wartet, dass ihm der Versicherer kündigt, kann es in Zukunft deutlich schwerer haben. Je nach Antrag müssen Sie vor Abschluss eines neuen Vertrages angeben, ob Ihnen schon einmal ein Versicherer gekündigt hat. Diese Möglichkeit sollten Sie prüfen, sobald die Versicherung die Kostenübernahme für den zweiten Fall bestätigt hat. Wer sich von seiner Rechtsschutz­versicherung trennen möchte, sollte vorab nach Alternativen Ausschau halten.“

Foto von Martin Hacker
Berater

Jetzt Rechtsschutz-Tarife vergleichen

Über unseren Partner Mr-Money vergleichen Sie Rechtsschutz­versicherungen selbst und schließen direkt online ab.

Die häufigsten Fragen zur Kündigung der Rechtsschutz­versicherung

Wie kann ich meine Rechtsschutz­versicherung kündigen?

In Textform, zum Beispiel per Brief, Fax oder E‑Mail. Nennen Sie Name, Anschrift, Versicherungsnummer und den Kündigungstermin oder „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“, bei einer außerordentlichen Kündigung zusätzlich den Anlass. Eine strengere Form als die Textform darf Ihr Versicherer laut § 309 BGB nicht verlangen.

Wann kann ich meine Rechtsschutz­versicherung kündigen?

Zum Ende jedes Versicherungsjahres, wenn die Kündigung nach den Musterbedingungen spätestens drei Monate vorher beim Versicherer ist. Läuft Ihr Vertrag länger als drei Jahre, kündigen Sie laut § 11 VVG schon zum Ende des dritten Jahres. Außerordentlich kündigen Sie nach einer Beitragserhöhung, einer unberechtigten Ablehnung oder zwei Rechtsschutzfällen.

Wie lange ist die Kündigungsfrist bei der Rechtsschutz­versicherung?

Gesetzlich zwischen einem und drei Monaten, für Sie und den Versicherer gleich lang. Die Musterbedingungen des GDV sehen drei Monate vor, die genaue Frist steht in Ihren Versicherungs­bedingungen. Für eine Sonderkündigung, etwa nach einer Beitragserhöhung, haben Sie einen Monat Zeit.

Kann ich die Rechtsschutz­versicherung wegen einer Beitragserhöhung kündigen?

Ja, bei jeder Erhöhung über die Anpassungsklausel, eine Mindesthöhe gibt es laut § 40 VVG nicht. Die Kündigung muss innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung beim Versicherer sein und wirkt frühestens zum Tag der Erhöhung. Steigt nur die Versicherungsteuer, haben Sie kein Sonderkündigungsrecht.

Kann ich die Rechtsschutz­versicherung fristlos kündigen?

In einigen Fällen ja. Nach einer Beitragserhöhung wirkt Ihre Kündigung sofort, frühestens zum Tag der Erhöhung. Steigt der Beitrag wegen eines höheren Risikos um mehr als zehn Prozent, können Sie innerhalb eines Monats fristlos kündigen. Bloße Un­zufriedenheit mit dem Versicherer ist dagegen kein Grund für eine fristlose Kündigung.

Kann die Rechtsschutz­versicherung auch mir kündigen?

Ja: ordentlich zum Ende des Versicherungsjahres, vorzeitig nach zwei versicherten Rechtsschutzfällen innerhalb von zwölf Monaten und bei Zahlungsverzug nach einer Zahlungsaufforderung. Einer Kündigung nach zwei Fällen kommen Sie zuvor, indem Sie selbst kündigen, sobald der zweite Fall bestätigt ist, und vorher den neuen Vertrag abschließen.

Welche Rechtsschutz­versicherung nimmt mich nach einer Kündigung?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Ob ein Versicherer Sie nach einer Kündigung annimmt, hängt von seinen Antragsfragen und seiner Prüfung ab. Schwieriger wird es vor allem, wenn Ihnen der Versicherer gekündigt hat. Vergleichen Sie mehrere Tarife, zum Beispiel über unseren Rechtsschutz­versicherung Test, und beantworten Sie Fragen zu früheren Verträgen vollständig.

Muss ich die Kündigung per Einschreiben schicken?

Nein. Textform genügt, also auch eine E‑Mail oder ein Fax. Ein Einschreiben mit Rückschein ist aber ein guter Nachweis, dass Ihre Kündigung rechtzeitig angekommen ist. Entscheidend ist der Zugang beim Versicherer, nicht das Absendedatum.

Kann der Versicherer nach zwei Rechtsschutzfällen kündigen?

Ja, nach den Musterbedingungen, wenn innerhalb von zwölf Monaten mindestens zwei Fälle eingetreten sind, für die er zahlt. Er muss innerhalb eines Monats kündigen, nachdem er die Leistung für den zweiten Fall bestätigt hat, die Kündigung wirkt einen Monat nach Zugang. Dasselbe Recht haben Sie.

Bin ich nach der Kündigung für alte Fälle noch versichert?

Ja, für Fälle, deren erster Verstoß in die Vertragszeit fällt. Nach den Musterbedingungen können Sie solche Fälle bis drei Jahre nach dem Ende des Schutzes für diesen Bereich melden. Für einen Streit, der erst nach dem Vertragsende beginnt, zahlt der alte Versicherer nicht.

Kann ich den Verkehrs­rechtsschutz kündigen, wenn ich kein Auto mehr habe?

Fällt das versicherte Risiko weg, endet der Vertrag nach den Musterbedingungen, sobald der Versicherer davon erfährt, den Beitrag zahlen Sie nur anteilig. Im Fahrzeug-Rechtsschutz können Sie sofort kündigen, wenn seit mindestens sechs Monaten kein Fahrzeug auf Sie zugelassen ist. Melden Sie den Wegfall in Textform.

Gibt es beim Wechsel eine neue Wartezeit?

Das hängt vom neuen Tarif ab, die Musterbedingungen sehen keinen Verzicht auf die Wartezeit vor. Geschützt sind Sie beim lückenlosen Wechsel dagegen vor Nachteilen aus der Vorvertraglichkeit, höchstens im Umfang des alten Vertrags. Mehr dazu im Ratgeber Rechtsschutz ohne Wartezeit.

Haben Sie alles gefunden?

Schnelle Frage, Kritik oder Feedback?

Wir helfen Ihnen gern. Professionelle Beratung von echten Menschen. Rufen Sie uns zum Ortstarif an oder schreiben Sie uns per E‑Mail.

Foto von Lena Mierbach
Lena Mierbach
Ihre Ansprechpartnerin
transparent-beraten.de GmbH 685 Bewertungen auf ProvenExpert.com