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Gesetzliche Krankenversicherung für Beamte

Kosten, Leistungen, aktuelle Testergebnisse & Vergleich (2021)
Das Wichtigste in Kürze
  • Beamtinnen und Beamte können von der Beihilfe ihres Dienstherrn profitieren und müssen nur eine recht günstige Restkostenversicherung abschließen.
  • Generell genießen Beamte Wahlfreiheit: Sie können entweder in die private oder freiwillig in die gesetzliche Krankenversicherung eintreten.
  • Diese Entscheidung hängt von individuellen Faktoren ab und sollte gut überlegt sein.

Freiwillige gesetzliche Versicherung für Beamte

Unabhängig vom Einkommen können Beamte zu Beginn ihrer Laufbahn frei wählen, ob sie sich privat oder freiwillig gesetzlich versichern möchten – sie genießen also grundsätzlich eine Wahlfreiheit für ihre Krankenversicherung.

Wenn Beamte sich freiwillig gesetzlich versichern, müssen sie den vollen Beitrag von 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenkasse aus eigener Tasche finanzieren, trotz einem Beihilfeanspruch durch den Dienstherrn. Dieser sinkt jedoch praktisch auf null. Das kommt daher, da Beamte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht in Vorleistung gehen, sondern die Leistungen der Ärzte als Sachleistungen sofort von der Krankenkasse bezahlt bekommen. Sie erhalten so keinerlei Belege über die erbrachte ärztliche Leistung, die sie bei der Beihilfestelle erstatten lassen könnten.

Kein genereller Arbeitgeberzuschuss für Beamte

Weiterhin bekommen Staatsdiener keinen Zuschuss vom Arbeitgeber zur GKV, so wie es beispielsweise bei Angestellten der Fall wäre. Eine Ausnahme hiervon gibt es derzeit in sechs Bundesländern. In diesen Bundesländern erhalten Beamte ebenfalls einen hälftigen Arbeitgeberzuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung. Mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt Beihilfeleistungen je nach Bundesland.


Beihilfe für Beamte in der privaten Absicherung

Beamte genießen viele Vorteile, wenn sie sich für eine private Krankenversicherung für Beamte (PKV) entscheiden. Sie erhalten in der Regel eine Beihilfe von ihrem Dienstherren in Höhe von 50 bis 80 Prozent – dies bedeutet, dass sich der Dienstherr mit diesem Prozentsatz an den Kosten für die medizinische Versorgung und allgemeinen Gesundheitsleistungen beteiligt. Der konkrete Betrag ist von der jeweiligen Lebenssituation und dem Bundesland abhängig. Die verbleibende Versorgungslücke von 20 bis 50 Prozent muss durch eigene Vorsorge in Form einer privaten Restkostenversicherung geschlossen werden. Dafür gibt es spezielle Beihilfetarife bzw. Beihilfeergänzungstarife der privaten Krankenversicherer.

Wie funktioniert die Kostenerstattung in der PKV?
Sobald der Beamte einen Arzt aufsucht, muss er für die Behandlung, die Medikamente und für weitere medizinische Dienste erstmal in Vorleistung gehen. Er erhält dann einen Beleg von seinem Arzt, den er bei der Beihilfestelle einreichen muss. Daraufhin erfolgt die anteilige Rückerstattung durch die Beihilfe. Die Rechnung wird außerdem beim PKV-Versicherer eingereicht, um die restlichen Kosten wiederzubekommen.

Alles weitere zum Thema private Krankenversicherung für Beamte erfahren Sie hier:

PKV für Beamte – Infos & Tarifvergleich

Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung für Beamte

Die Beiträge zur GKV richten sich nicht nach dem Einkommen. Dies bedeutet: Wer weniger verdient, zahlt auch weniger Beiträge. Dadurch kann der GKV-Beitrag durchaus günstig ausfallen. Dies ist in der PKV nicht der Fall: Dort orientiert sich die Höhe der Beiträge vorrangig nach dem Gesundheitszustand und Alter.

Freiwillig versicherte Beamte müssen bei einem Arztbesuch nicht erst in Vorleistung gehen. Stattdessen erstattet die gesetzliche Krankenversicherung die Behandlungen und gegebenenfalls die Medikamente direkt.

Zudem ist die Familienversicherung ein Vorteil der gesetzlichen Krankenversicherung. Über die private Krankenversicherung muss nämlich für jedes Kind ein extra Tarif abgeschlossen werden. Beamtenkinder erhalten zwar eine 80 prozentige Beihilfe, jedoch können die Tarife in kinderreichen Familien trotzdem mit der Zeit teuer werden. In der GKV fallen keine zusätzlichen Beiträge für Kinder an.

Übrigens: Erhält der Ehepartner oder Ehegatte ein monatliches Einkommen unter 450 Euro, kann auch dieser in der Familienversicherung der GKV mitversichert werden. In der PKV hätte der Ehepartner einen Beihilfeanspruch von 70 Prozent.

Der Wechsel innerhalb der GKV ist meist einfacher als der Wechsel innerhalb der PKV. Gesetzlich Versicherte können ohne Probleme und lediglich unter Einhaltung der Wechselfristen alle 1,5 Jahre zu einer anderen Krankenkasse wechseln. Dies lohnt sich, wenn der Zusatzbeitrag bei einer anderen Krankenkasse niedriger ist.

Der Anbieterwechsel in der PKV ist dagegen meist mit viel Aufwand verbunden. So muss etwa die Gesundheitsprüfung erneut abgelegt werden.

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Nachteile der GKV für Beamte

Der größte Nachteil der GKV gegenüber der PKV sind die fehlenden Zuschüsse. Beamte in der gesetzlichen Krankenkasse bekommen weder Beihilfe, noch den Arbeitgeberanteil zur GKV dazu gesteuert und müssen so den Krankenkassenbeitrag komplett selbst tragen. Ausnahmeregelungen zum Arbeitgeberzuschuss in der GKV für Beamte gibt es derzeit in einigen wenigen Bundesländern.

Zusätzlich ist der Beitrag vom Einkommen abhängig. Heißt in diesem Fall: Wer mehr verdient, zahlt also auch mehr in die Krankenkasse ein, jedoch nur bis zu einer Beitragsbemessungsgrenze von 51.300 Euro.

Außerdem profitieren Staatsdiener nicht von den allgemeinen Vorzügen einer privaten Krankenversicherung, wie beispielsweise kurze Wartezeiten bei der Terminvergabe, einem viel breiteren Leistungsangebot und der Behandlung vom Chefarzt bei einem Krankenhausaufenthalt.

Beihilfeleistungen je nach Bundesland

Die Leistungen der Beihilfe sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. So kann es vorkommen, dass einige Leistungen beihilfefähig sind, die von der GKV nicht übernommen werden. Das können beispielsweise Zuschüsse zu Sehhilfen oder zum Zahnersatz sein. Die genauen Bestimmungen und Regelungen zur Beihilfe finden Beamte in den Beihilfevorschriften in ihrem Bundesland.

Besonderheiten der Bundesländer in Sachen Arbeitgeberzuschuss

Wie bereits erwähnt, gibt es in einigen Bundesländern eine Ausnahme zur Arbeitgeberzuschussregelung. Normalerweise erhalten Beamte keinen Anteil vom Chef auf die Beiträge zu ihrer GKV. In der folgenden Tabelle erhalten Sie eine Übersicht über alle Bundesländer und dem derzeitigen Stand zu dieser Thematik. Weiter unten erhalten Sie Einzelheiten zu den Ausnahmen der Bundesländer.

Bundesland Derzeitiger Stand zum Zuschuss
Baden-Württemberg Nicht bekannt
Bayern Nicht bekannt
Berlin Zuschuss
Brandenburg Zuschuss
Bremen Zuschuss
Hamburg Zuschuss
Hessen Zuschuss
Mecklenburg-Vorpommern Eventuell
Niedersachsen Nicht bekannt
Nordrhein-Westfalen Nicht geplant
Rheinland-Pfalz Nicht bekannt
Saarland Nicht bekannt
Sachsen Eventuell
Sachsen-Anhalt Nicht bekannt
Schleswig-Holstein Eventuell
Thüringen Zuschuss

*Beachten Sie: Die Regelungen können sich jederzeit ändern. Alle Angaben ohne Gewähr auf Aktualität.

Hamburg führte als erstes Bundesland im Jahr 2018 ein Modell der Bürgerversicherung ein. Jungen Beamten unter 55 Jahren ist es seitdem freigestellt, ob sie sich freiwillig gesetzlich versichern wollen oder privat. Wenn die Wahl auf die GKV fällt, bekommen die Beamten anstatt der Beihilfe den Arbeitgeberanteil ihres Dienstherrn als Pauschale ausgezahlt, so wie alle anderen Arbeitnehmer.

Das Ziel hinter der Einführung einer Bürgerversicherung ist es, für mehr Gerechtigkeit in der medizinischen Versorgung zu schaffen. Alle Versicherten profitieren in der Bürgerversicherung, ungeachtet ihres Standes, von den gleichen Leistungen der Krankenkasse.

Eine weitere Sonderregelung im Bereich Beihilfe existiert in Hessen. Hier gilt der Zuschuss nach dem Sachleistungsprinzip. Als Ausgleich dafür, dass freiwillig gesetzlich versicherte Beamte den Krankenkassenbeitrag aus eigener Tasche zahlen müssen, bekommen sie auch Beihilfe für Leistungen, die die GKV bereits übernommen hat. Der Betrag richtet sich dabei nach den gezahlten Versicherungsbeiträgen der Staatsdiener.
Zum 01.01.2020 haben auch vier weitere Bundesländer eine pauschale Beihilfe für Beamte und Beamtenanwärter eingeführt, die sich freiwillig gesetzlich versichern. Die pauschale Beihilfe des Dienstherren zum GKV-Beitrag beträgt 50 Prozent. Beamtenanwärter sollen nun auch aktiv danach gefragt werden, ob sie sich freiwillig gesetzlich mit der pauschalen Beihilfe oder privat mit der individuellen Beihilfe versichern möchten.

Wechsel von PKV zurück in GKV

Der Wechsel von gesetzlicher Krankenkasse zur privaten Krankenversicherung ist in der Regel bindend. Ein Hin- und Herspringen zwischen den Versicherungen, je nach Lebenssituation, soll damit vom Gesetzgeber verhindert werden. Nur unter ganz bestimmten Bedingungen ist nochmal ein Wechsel zurück in die GKV möglich: Um wieder in die GKV zu gelangen, muss der Beamte in ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis als Angestellter wechseln. Außerdem darf sein Einkommen dann nicht mehr über der Pflichtversicherungsgrenze liegen.

Kein Wechsel mehr ab 55 Jahre

Ganz allgemein ist ein Rückwechsel ab 55 Jahren ausgeschlossen, mit einer Ausnahme: Beamte über der Altersgrenze können in die Familienversicherung über den Ehepartner mit aufgenommen werden. Dazu dürfen sie aber nur ein sehr niedriges Einkommen von höchstens 425 Euro oder 450 Euro in einem Minijob monatlich haben oder gar keines.

Eine weitere Möglichkeit besteht zudem darin, einen Teil des Gehalts durch Entgeltumwandlung in eine betriebliche Altersvorsorge zu transferieren. Der Höchstbetrag dafür liegt jedoch bei 3.120 Euro jährlich.


Vergleich von Versicherungen für Beamte ist sinnvoll

Betrachtet man die Vor- und Nachteile der gesetzlichen Krankenversicherung im Vergleich mit der privaten Krankenversicherung, dann geht es vorrangig um ein Abwägen dieser Vor- und Nachteile. Eine GKV bietet weniger Leistungen, kann jedoch unter Umständen günstiger sein. Je nach persönlicher Situation ergeben sich die Beiträge zur PKV jedoch als noch günstiger.

Im Regelfall ist die Beihilfe und eine gute private Restkostenversicherung die bessere Wahl für Beamte. Der Dienstherr übernimmt im besten Fall 80 Prozent der Krankheitskosten und Beamte selbst müssen nur 20 Prozent über eine Restkostenversicherung absichern. Dennoch hängt die Entscheidung von der individuellen Situation ab. Für Beamte ist es empfehlenswert, verschiedene Situationen einmal durchzurechnen und die Versicherungsmodelle und deren Anbieter zu vergleichen.

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Interessieren Sie sich für die private Krankenversicherung, wissen aber noch nicht, ob es das Richtige für Sie wäre? Dann lassen Sie sich gern von unseren Experten beraten. Alle Infos dazu finden Sie hier: Private Krankenversicherung für Beamte.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 18.01.2021 aktualisiert.
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