So wechseln Sie die gesetzliche Kranken­versicherung

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von Munkhjin Enkhsaikhan
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Das erwartet Sie hier

Was Sie bei einem Wechsel der gesetzlichen Kranken­versicherung beachten müssen und warum sich ein Vergleich verschiedener Kassen lohnt.

Inhalt dieser Seite
  1. Bedingungen für den Wechsel
  2. Schritt für Schritt Anleitung
  3. Tipps zur Kündigung
  4. Worauf Sie bei der neuen Kasse achten sollten

Das Wichtige in Kürze

  • Wer seine gesetzliche Kranken­versicherung wechseln möchte, kann dies ziemlich einfach tun.
  • Es gibt kaum Bedingungen und kurze Fristen, sodass der Wettbewerb zwischen den einzelnen Kassen gestärkt wird.
  • Gesetzlich Versicherte, die wechseln wollen, sollten Zusatzbeitrag und Leistungen vergleichen, um die passende neue Krankenkasse zu finden.

Gesetzliche Kranken­versicherung wechseln: Bedingungen

Jeder Bürger darf grundsätzlich die gesetzliche Kranken­versicherung wechseln und das ganz ohne Angabe eines Grundes. Dafür gibt es nur eine Bedingung: Sie müssen mindestens seit 18 Monaten Mitglied in Ihrer Krankenkasse sein. Nach dieser Bindungsfrist können Sie Ihre Mitgliedschaft bei Ihrer Versicherung jederzeit kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende hin. Wenn Sie zum Beispiel im April kündigen, wird die Kündigung zum 30. Juni wirksam.

Rund 71 Millionen Deutsche sind in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert. Die Techniker Krankenkasse weist allein schon eine Mitgliederzahl von ca. 10 Millionen Versicherten auf, was sie zur größten gesetzliche Kranken­versicherung Deutschlands macht. Daneben gibt es viele weitere große und kleine Krankenkassen, zwischen denen gewählt und gewechselt werden kann.

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Sonderkündigungsrecht der gesetzlichen Kranken­versicherung

Sobald Ihre Krankenkasse den individuellen Zusatzbeitrag erhöht, besteht für Sie ein Sonderkündigungsrecht. Dazu reicht schon die Ankündigung der Anhebung des Beitrags und Sie können außerordentlich kündigen. Sie können von dem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, bis der Zusatzbeitrag endgültig fällig wird. Die Krankenkasse muss die Erhöhung spätestens einen Monat vorher bekannt machen, weshalb Eile bei einem Wechsel der gesetzlichen Kranken­versicherung geboten ist.

Weiterhin wird die 18-Monatsfrist in manchen Fällen außer Kraft gesetzt, zum Beispiel, wenn Sie eine private Kranken­versicherung abschließen. Wenn für Ihren Betrieb eine Innungs- oder Betriebs­krankenkasse ins Leben gerufen wird, gilt die 18-Monatsfrist ebenfalls nicht. Es kann auch sein, dass die Frist außer Kraft gesetzt wird, wenn Sie zu einer Krankenkasse der gleichen Kassenart wechseln möchten.

Anleitung für den Krankenkassenwechsel

1. Krankenkassen vergleichen

Im allerersten Schritt der Krankenkassensuche sollten Sie sich Gedanken machen, worauf Sie Wert legen und was ihre neue Kranken­versicherung leisten soll. Wenn Sie sich darüber im Klaren sind, welche allgemeinen und zusätzlichen Leistungen Ihnen wichtig sind, sollten Sie das Leistungsspektrum mehrerer Krankenkassen miteinander vergleichen und dabei auch den Zusatzbeitrag jeder Kasse nicht aus den Augen lassen. Dieser wird individuell von jedem Versicherungs­unternehmen festgelegt und variiert in der Höhe. Mit einer Reduzierung des Zusatzbeitrages lässt sich jährlich einiges an Geld sparen.


2. Alte Krankenkasse schriftlich kündigen

Anschließend müssen Sie eigenständig eine schriftliche Kündigung bei Ihrer alten Versicherung einreichen. Die Kündigungsfrist beträgt immer zwei Monate zum Monatsende hin. Haben Sie die Kündigung dann eingereicht, lässt Ihnen das Versicherungs­unternehmen binnen 14 Tagen eine Kündigungsbestätigung zukommen.


3. Antrag auf Mitgliedschaft bei der neuen Versicherung stellen

Die Kündigungsbestätigung Ihrer alten Versicherung müssen Sie zusammen mit Ihrem Antrag auf eine Mitgliedschaft und weiteren Dokumenten an ihre neugewählte Kranken­versicherung schicken. Zwingend notwendig für die weitere Bearbeitung sind die Angabe eines Beitrittstermins und der Name der alten Versicherung. Wenn der Antrag bearbeitet und bestätigt wurde, erhalten Sie eine Mitgliedsbescheinigung.

Folgende Dokumente müssen Sie an Ihre neue Versicherung übermitteln:

  • Antragsformular auf Mitgliedschaft
  • Kündigungsbestätigung des alten Versicherers
  • Passfoto für die neue Versichertenkarte
  • Ihre Sozial­versicherungsnummer
  • Die Adresse Ihres Arbeitgebers

4. Arbeitgeber über den Kassenwechsel informieren

Sie müssen Ihren Arbeitgeber über den Krankenkassenwechsel informieren und Ihre Mitgliedsbescheinigung in der neuen Krankenkasse bei Ihrer Personalabteilung einreichen. Um Weiteres brauchen Sie sich nicht kümmern. Den Rest übernimmt Ihr Chef, beziehungsweise die Personalabteilung.

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Tipps zur Kündigung

Kündigungsschreiben richtig absenden

Die Kündigung muss wie erwähnt schriftlich bei dem Versicherungs­unternehmen erfolgen. Um auf Nummer Sicher zu gehen, dass das Kündigungsschreiben auf jeden Fall bei der Versicherung eintrifft, können Sie es entweder persönlich abgeben oder per Einschreiben mit Rückschein verschicken lassen. So haben Sie auch gleich einen Nachweis über die fristgerechte Kündigung.

Die Krankenkasse muss Ihnen dann innerhalb von zwei Wochen eine schriftliche Bestätigung der Kündigung zukommen lassen. Ist dies nicht der Fall und haben Sie nach zwei Wochen noch nichts von der alten Versicherung gehört, können Sie bei dem Unternehmen anrufen. Fragen Sie nach, wie weit der Bearbeitungsstand ist und fordern Sie explizit den Bescheid über die Kündigung an.


Lückenloser Schutz bei Kündigung

Der Versicherungs­schutz bleibt bei einer Kündigung lückenlos bestehen, sodass Sie bedenkenlos ihre gesetzliche Kranken­versicherung wechseln können. Für den Fall, dass wider Erwarten ein neuer Vertrag bei Ihrer gewünschten Versicherung nicht zu Stande kommt, bleiben Sie automatisch bei Ihrem alten Anbieter versichert. Grund: In Deutschland besteht seit April 2007 eine allgemeine Kranken­versicherungspflicht. Zudem ist auch eine doppelte Kranken­versicherung nicht möglich.


Keine Gesundheits­prüfung

Die gesetzliche Krankenkasse ist verpflichtet, jeden Antragsteller ungeachtet seiner Vorerkrankungen und seines allgemeinen Gesundheits­zustand aufzunehmen. Aus diesem Grund müssen Sie auch, anders als bei der privaten Kranken­versicherung, im Vorfeld keine Gesundheits­prüfung ablegen.

Worauf Sie bei der neuen Krankenkasse achten sollten

1. Höhe des Zusatzbeitrags

Den Zusatzbeitrag legt jede Krankenkasse individuell fest, manche verlangen schlichtweg auch keinen. In der Regel liegt er jedoch zwischen 0,6 und 1,7 Prozent des Gehalts des Versicherten und muss aus eigener Tasche finanziert werden. Der Arbeitgeber beteiligt sich an diesen Kosten nicht, wie bei dem allgemeinen Krankenkassenbeitrag. Dieser beträgt 14,6 Prozent, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer hälftig teilen. Der Zusatzbeitrag ist oft der Hauptgrund, wieso Versicherte die gesetzliche Kranken­versicherung wechseln.


2. Freiwillige Zusatzleistungen

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, die Krankenkasse zu wechseln, sollten Sie dabei nicht nur vordergründig an den Zusatzbeitrag denken. Auch die gewährten Zusatzleistungen sollten ausschlaggebend für die Wahl des neuen Versicherers sein. 95 Prozent der medizinischen Leistungen sind zwar gesetzlich vorgeschrieben, die Zusatzleistungen variieren jedoch stark in ihrem Umfang. Manche Krankenkassen bezuschussen zum Beispiel Homöopathie, Osteopathie, Akupunktur, Impfungen für einen Auslandsaufenthalt oder eine professionelle Zahnreinigung. Daher sollten Sie bei der Wahl der neuen Kasse gut überlegen, welche Zusatzleistungen Ihnen in Zukunft am meisten nützen könnten.

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