So einfach wechseln Sie Ihre Kranken­kasse

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von Munkhjin Enkhsaikhan
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Das erwartet Sie hier

Warum sich ein Wechsel der gesetzlichen Kranken­­versicherung lohnt und welche Fristen Sie beachten müssen. Mit Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Inhalt dieser Seite
  1. Voraussetzungen und Bedingungen
  2. Schritt für Schritt Anleitung
  3. Lohnt sich ein Wechsel? (mit Kostenbeispielen)
  4. Worauf Sie bei der neuen Kasse achten sollten

Das Wichtige in Kürze

  • Der Wechsel der gesetzlichen Kranken­­versicherung ist generell sehr einfach.
  • Sie müssen lediglich mindestens 12 Monate Mitglied bei Ihrer Kranken­kasse gewesen sein und eine Kündigungsfrist von 2 Monaten beachten.
  • Unter Umständen können Versicherte auch vom Sonder­kündigungsrecht Gebrauch machen.
  • Seit Januar 2021 müssen Sie nicht mehr bei der alten Kasse kündigen – Sie melden sich nur noch bei der neuen Kranken­kasse an.
  • In der Regel wechselt man zu einer Kranken­kasse mit niedrigerem Zusatzbeitrag oder besseren Leistungen.

Voraussetzungen und Bedingungen: Welche Wechselmöglichkeiten gibt es?

Wechselmöglichkeiten im Überblick

Es gibt verschiedene Wege, wie Sie Ihre gesetzliche Kranken­­versicherung kündigen und wechseln können:

VarianteBedingungen
Reguläre Kündigung und WechselBindungsfrist von 12 Monaten
Kündigungsfrist von 2 Monaten
Außerordentliche Kündigung mit Sonder­kündigungsrechtBei erstmaliger Erhebung/Erhöhung des Zusatzbeitrages
Kündigungsfrist von 2 Monaten
Freiwillig Versicherte mit WahltarifenIn diesem Fall sind Sie 1-3 Jahre an den Tarif gebunden und können erst danach wechseln.
Wechsel in die private Kranken­­versicherungIn diesem Fall müssen Sie die Kündigung bei der alten Kranken­kasse noch selbst durchführen.
Umzug ins AuslandIn diesem Fall müssen Sie die Kündigung bei der alten Kranken­kasse noch selbst durchführen.

Wann Sie Ihre gesetzliche Kranken­­versicherung direkt wechseln können

In folgenden Fällen müssen Sie nicht kündigen und können direkt die Kranken­kasse wechseln:

  • Wenn Sie Ihren Arbeitgeber wechseln oder neu in die Kranken­­versicherung der Rentner kommen (Sie müssen dann innerhalb der ersten 14 Tage die Kranken­kasse wechseln).
  • Wenn Sie pflichtversichert waren und sich jetzt freiwillig gesetzlich krankenversichern (oder umgekehrt).
  • Wenn Sie familienversichert waren und sich jetzt selbst krankenversichern.
  • Wenn Sie arbeitslos werden und Arbeits­losengeld beziehen.
  • Wenn Sie aus dem Ausland nach Deutschland ziehen.

Reform des Kranken­kassenwahlrechts: Das ist neu ab 2021

Seit Januar 2021 ist der Wechsel der gesetzlichen Kranken­­versicherung noch viel einfacher. Die Neuerungen im Überblick:

  • Versicherte müssen nicht mehr selbst bei der alten Kasse kündigen. Das Anmelden bei der neuen Kasse genügt.
  • Die Mindest­mitgliedschaft (Bindungsfrist) von 18 Monaten verkürzt sich auf 12 Monate.
  • Versicherte müssen dem Arbeitgeber keine Mitgliedsbescheinigung mehr vorlegen, sondern nur noch die neue Kranken­kasse formlos mitteilen.

Nähere Infos finden Sie hier beim Bundes­ministerium für Gesundheit

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So einfach geht der Kranken­kassenwechsel in 2021

1. Neue Kranken­kasse finden

Vergleichen Sie verschiedene Kranken­kassen miteinander und schauen Sie auf die Höhe des Zusatzbeitrages und auf die angebotenen Zusatzleistungen – je nachdem, was Ihnen persönlich wichtig ist. Hier kommen Sie zu unseren 3 Top Empfehlungen.

2. Mitgliedsantrag stellen

Haben Sie sich für eine neue gesetzliche Kranken­­versicherung entschieden, dann füllen Sie das Beitrittsformular aus und senden Sie es ab. Wichtig hierbei sind der genaue Beitrittstermin und die Angabe zur Vor­versicherung. Außerdem senden Sie gleich ein Passfoto für die Versichertenkarte, Ihre Sozial­versicherungs­nummer sowie die Adresse Ihres Arbeitgebers mit. Die neue Kasse kümmert sich dann um den Rest – auch um die Kündigung der alten Kranken­­versicherung. Übrigens: Eine gesetzliche Kranken­kasse darf Sie nicht ablehnen.

3. Arbeitgeber informieren

Nachdem die neue Kranken­kassen Ihnen den Wechsel bestätigt hat, können Sie Ihren Arbeitgeber (Arbeits­agentur oder Renten­versicherung) über den Kassenwechsel informieren. Dazu müssen Sie keine Mitgliedsbescheinigung mehr vorlegen – diese erhält der Arbeitgeber später automatisch von der neuen Kranken­kasse. Sie sagen ihm einfach Bescheid, dass Sie gewechselt haben und wie Ihre neue Kranken­kasse heißt.

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Das sind unsere 3 Empfehlungen für Ihren Versicherungs­schutz.

Warum sich ein Kranken­kassenwechsel (finanziell) lohnt

Die meisten Versicherten wechseln Ihre gesetzliche Kranken­kasse, weil sie am Beitrag sparen wollen. Dies ist durchaus sinnvoll, da sich die Höhe des Zusatzbeitrages von Kranken­kasse zu Kranken­kasse teilweise deutlich unterscheiden. Allein unter den bundesweit geöffneten gesetzlichen Kranken­kassen variiert der individuelle Zusatzbeitrag aktuell zwischen 0,39 und 2,50 Prozent. Hier besteht für Versicherte großes Einsparpotenzial, was wir Ihnen anhand eines Angestellten in folgenden Kostenbeispielen verdeutlichen:

Beitrags­satz gesamt
(14,6 % + Zusatzbeitrag)
Beitrag pro Monat
(Arbeitnehmeranteil)
Ersparnis pro MonatErsparnis pro Jahr
Aktuelle GKV17,1 %256,50 €
GKV 216,3 %244,50 €12 €144 €
GKV 315,8 %237 €19,50 €234 €
GKV 414,99 %224,85 €31,65 €379,80 €
3.000 € monatliches Brutto­einkommen, ohne Pflege­versicherungs­beiträge, Stand: 2021

Worauf Sie bei der neuen Kranken­kasse achten sollten

Die Höhe des Zusatzbeitrags

Der allgemeine Beitrags­satz in Höhe von 14,6 Prozent ist bei allen Kranken­kassen gleich. Den Zusatzbeitrag legt jede Kranken­kasse hingegen individuell fest, je nach ihrer wirtschaftlichen Situation: Geht es gesetzlichen Kranken­­versicherungen finanziell gut, so verlangen sie in der Regel einen niedrigeren Zusatzbeitrag. Vergleichen Sie also den Zusatzbeitrag der für Sie infrage kommenden Kranken­kassen.


Freiwillige Zusatzleistungen

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, die Kranken­kasse zu wechseln, sollten Sie dabei nicht nur vordergründig an den Zusatzbeitrag denken. Auch die gewährten Zusatzleistungen sollten ausschlaggebend für die Wahl des neuen Versicherers sein. 95 Prozent der medizinischen Leistungen sind zwar gesetzlich vorgeschrieben, die Zusatzleistungen variieren jedoch stark in ihrem Umfang.

Zu möglichen Zusatzleistungen gehören:

  • Kostenübernahme für Homöopathie
  • Kostenübernahme für Akupunktur
  • Kostenübernahme für Reiseimpfungen
  • Zuschuss zur professionelle Zahnreinigung

Überlegen Sie, welche Zusatzleistungen Ihnen besonders wichtig sind und achten Sie auf diese, wenn Sie die Kranken­kassen vergleichen.


Service und Kundenorientierung

Zuletzt möchte man sich gut bei seiner gesetzlichen Kranken­­versicherung aufgehoben fühlen und diese auch schnell und einfach kontaktieren können, falls Fragen aufkommen. Auch hier unterscheiden sich die gesetzlichen Kranken­­versicherungen. So bieten einige Kranken­kassen besondere Service-Leistungen an:

  • 24/7-Servicetelefon
  • Online-Portal oder Smartphone-App
  • Unterstützung bei der Arztsuche

Legen Sie Wert auf eine gute Kundenorientierung und komfortable Service-Extras, dann lesen Sie in Erfahrungs­- und Testberichte rein und schauen Sie sich das Angebot der Kranken­­versicherungen dahingehend genau an.

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Die häufigsten Fragen zum Wechsel der gesetzlichen Kranken­­versicherung

Wie und wann kann ich die Kranken­kasse wechseln?

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Jeder gesetzlich Versicherte kann seine Kranken­kasse wechseln, wenn er mindestens 12 Monate versichert war. Die Kündigungsfrist beträgt 2 Monate vor Monatsende. Erhöht sich der Zusatzbeitrag, so haben Versicherte ein Sonder­kündigungsrecht. Seit Januar 2021 ist der Kranken­kassenwechsel noch einfacher: Sie müssen sich lediglich bei der neuen Kranken­­versicherung anmelden, den Rest erledigt die neue Kranken­kasse.

Wie oft kann ich die Kranken­kasse wechseln?

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Prinzipiell können Sie Ihre Kranken­kasse so oft wechseln, wie Sie möchten. Beachten Sie jedoch, dass Sie stets mindestens 12 Monate Mitglied sein müssen und die Kündigungsfrist von 2 Monaten berücksichtigen. Bei Inanspruchnahme des Sonder­kündigungsrechts und in einigen anderen Fällen entfällt die Bindungsfrist von 12 Monaten.

Sollte man die Kranken­kasse wechseln?

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Die Kranken­kasse zu wechseln ist sinnvoll, wenn der Zusatzbeitrag der eigenen Kranken­­versicherung relativ hoch ist oder die freiwilligen Zusatzleistungen nicht ausreichen. Vor einigen Jahren war ein Wechsel noch relativ egal, da sowohl der Beitrag als auch der Leistungs­umfang bei nahezu allen Kassen gleich war. Mittlerweile unterscheiden sich die Kranken­kassen in beiden Punkten teilweise deutlich voneinander.

Wen muss ich bei einem Kranken­kassenwechsel informieren?

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Nachdem Sie die Bestätigung Ihrer neuen Kranken­kasse über den Wechsel erhalten haben, teilen Sie dies Ihrem Arbeitgeber mit. Falls Sie arbeitslos sind, dann informieren Sie die Agentur für Arbeit. Beziehen Sie Rente, so geht die Information an die Renten­versicherung.

Kann man bei einem Arbeitgeberwechsel auch die Kranken­kasse wechseln?

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Ja, Sie können bei einem Arbeitgeberwechsel auch die Kranken­kasse wechseln. In einem solchen Fall entfällt die 12-monatige Bindungsfrist. Sie können also direkt eine neue Kranken­­versicherung aussuchen und sich als Mitglied anmelden. Dies müssen Sie innerhalb der ersten 14 Tage bei Ihrem neuen Arbeitgeber tun.

Wie kann ich von der privaten in die gesetzliche Kranken­­versicherung wechseln?

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Der Wechsel von der privaten zurück in die gesetzliche Kranken­­versicherung kann schwierig und teilweise unmöglich werden. Bei Angestellten muss das Brutto­einkommen unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze fallen, dann müssen sie sich wieder gesetzlich versichern. Gleiches gilt für Selbständige, die ins Angestelltenverhältnis wechseln. Für Versicherte ab 55 Jahren wird der Wechsel zurück in die GKV sehr schwierig.

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Katharina Tennius
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