Diese Leistungen der privaten Kranken­versicherung stehen Ihnen bei Depressionen zu

Von Maureen Menger
Fachlich geprüft durch Robert Böhrk
Zuletzt aktualisiert am

Das erwartet Sie hier

Was die private Kranken­versicherung bei Depressionen leistet und wie Sie Ihre Chancen auf einen Abschluss trotz einer Depression optimieren können.

Inhalt dieser Seite
  1. Was leistet die PKV bei Depressionen?
  2. PKV trotz Depression – ist das möglich?
  3. Warnzeichen und Folgen einer Depression
  4. Die häufigsten Fragen zur PKV bei Depressionen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine private Kranken­versicherung trotz Depression ist unter Bedingungen möglich – oft mit Risikozuschlag, Leistungsausschluss oder über den Basistarif, bei laufender Therapie meist gar nicht.
  • Die private Kranken­versicherung erstattet Behandlungskosten bei einer Depression je nach Tarif ganz oder teilweise.
  • Risikozuschläge bei psychischer Vorgeschichte liegen je nach Anbieter und Verlauf häufig zwischen 10 und 50 % des Beitrags.
  • Eine anonyme Risikovoranfrage klärt Ihre Aufnahmechancen vorab, ohne dass ein Ablehnungseintrag entsteht.
  • Lassen Sie sich unverbindlich von uns zur passenden privaten Kranken­versicherung beraten. Finanztip empfiehlt unsere PKV-Beratung.

Bei einer psychischen Vorgeschichte liegen der Wunsch nach einer PKV und die Angst vor Ablehnung oft dicht beieinander.

Viele Betroffene haben ihre Depression längst überwunden und stoßen bei der Gesundheitsprüfung trotzdem auf verschlossene Türen. Das fühlt sich ungerecht an, ist aber kein endgültiges Urteil. Denn je nach Diagnose, Verlauf und Antragszeitpunkt reicht die Reaktion der Anbieter von einem überschaubaren Zuschlag bis zur vollen Aufnahme. Entscheidend ist, den Antrag richtig vorzubereiten, statt ihn vorschnell zu stellen. Hier lesen Sie, worauf es dabei ankommt und welche Wege Ihnen offenstehen.

Was leistet die private Kranken­versicherung bei Depressionen?

Warum können Sie uns vertrauen?

Unsere Berater haften persönlich für ihre Empfehlung. Wenn unsere Beratung falsch ist und Sie dadurch im Leistungsfall Nachteile haben, stehen wir dafür ein. Das unterscheidet unsere Beratung von jeder AI-generierten Auskunft, für die niemand haftet. Für die Beratung zur privaten Kranken­versicherung sind wir von Finanztip empfohlen.

Die Inhalte dieser Seite wurden von unserer Fachredaktion in enger Zusammenarbeit mit unseren zertifizierten Experten zu diesem Themenbereich erstellt, um Ihnen aktuelle und fachlich korrekte Informationen zu bieten. Qualitätskontrollen stellen sicher, dass die Inhalte dieser Seite regelmäßig aktualisiert und ergänzt werden.

Depressionen werden häufig im Rahmen einer Psychotherapie behandelt, die viel Geld kosten kann. Versicherte sollten daher ihre Versicherungsunterlagen genau prüfen und vergleichen, welche Leistungen verschiedene Anbieter der privaten Kranken­versicherung (PKV) übernehmen, bevor sie sich entscheiden. Wichtig dabei sind die folgenden Fragen:

  • Wie viele Therapiesitzungen übernimmt der Versicherer? (Es sollten mindestens 30 Sitzungen sein. Zum Vergleich: Eine Verhaltenstherapie kann 24 bis 80 Sitzungen erfordern, andere Therapieverfahren ziehen sich zum Teil noch länger hin.)
  • Wie hoch ist die Erstattung der Kosten? (Oft müssen Versicherungsnehmer mindestens einen Teil der Kosten selbst tragen. Wie groß dieser Teil ist, variiert.)
  • Welche therapeutischen Verfahren werden erstattet?
  • Welche Medikamente werden erstattet? (Wie sieht es zum Beispiel mit medizinischem Cannabis aus?)

Generell gilt: Eine Therapie finanzieren private Versicherer beim Neuabschluss oft nur, wenn der Versicherte noch keine Therapie hinter sich hat. Für einen bereits bestehenden Vertrag ändert eine neue Therapie hingegen nichts an Ihrem Leistungsanspruch.

Mehr zur privaten Kranken­versicherung


Welche Therapieformen werden übernommen?

Schauen Sie bei den Versicherungs­bedingungen und bei dem behandelnden Therapeuten genau hin: Es gibt ärztliche Psychotherapeuten, welche sich nach einem Medizinstudium weitergebildet haben, und psychologische Psychotherapeuten, die ihre Ausbildung zum Therapeuten auf der Basis eines Psychologiestudiums gemacht haben.

In der Regel gibt es bei der Kostenübernahme durch die PKV kein Problem, wenn es sich um einen ärztlichen Psychotherapeuten handelt. Bei psychologischen Psychotherapeuten sind dagegen je nach Versicherer drei Szenarien möglich:

  1. Die Behandlung durch diese wird ebenfalls übernommen oder teilweise erstattet.
  2. Die Behandlung durch diese wird nicht übernommen oder nur teilweise erstattet.
  3. Die Behandlung bei diesen wird nur übernommen oder teilweise erstattet, wenn der Patient vorher die Genehmigung der Versicherung eingeholt hat.

Videobasierte und onlinebasierte Psychotherapien sind mittlerweile regulär zulässig und in der Versorgung etabliert. Ob Ihr PKV-Anbieter sie erstattet, hängt vom Tarif, den zu behandelnden Beschwerden und der medizinischen Begründung ab.


Auch Berufs­unfähigkeit absichern

Gerade in Berufen mit einem hohen Risiko für depressive Erkrankungen empfiehlt es sich, eine Berufs­unfähigkeits­versicherung (BU) abzuschließen. Allerdings haben BU und PKV eines gemeinsam: Wer bereits eine Diagnose oder therapeutische Leistungen wegen einer psychischen Erkrankung in der Krankenakte hat, hat es hier deutlich schwerer. Kann keine BU abgeschlossen werden, kommt unter Umständen eine Grundfähigkeitsabsicherung als Alternative in Frage, die zumindest einige der Leistungen einer BU erbringt.

Icon arbeitende Eltern

Mehr zur Berufs­unfähigkeits­versicherung bei Depressionen


Zum Vergleich: Das leistet die gesetzliche Versicherung bei Depressionen

In der gesetzlichen Kranken­versicherung wird die Behandlung psychischer Probleme mit Krankheits­charakter (Depressionen, Essstörungen, Süchte und weitere) so lange übernommen, wie Bedarf dafür besteht. Die Diagnose muss von einem Arzt oder einem psychologischen Psychotherapeuten gestellt werden und die Behandlungsverfahren sind auf Verfahren beschränkt, die als wissenschaftlich fundiert und wirtschaftlich eingestuft werden, zum Beispiel die Verhaltenstherapie (Quelle: § 12 SGB V).

Mit uns die ideale private Kranken­versicherung finden

Lassen Sie sich von uns zur passenden privaten Kranken­versicherung beraten. Wir sind von Finanztip für die PKV-Beratung empfohlen und finden für Sie einen kostengünstigen und leistungsstarken Tarif. Unsere Beratung ist unverbindlich.

  • Anonyme Risikovoranfrage vorab
  • Vereinfachte Gesundheitsfragen bei passenden Tarifen
  • Immer ein direkter Ansprechpartner
Foto von Robert Böhrk
Experte für Gesundheitsvorsorge

Private Kranken­versicherung trotz Depression – ist das möglich?

Bei der Gesundheitsprüfung fragen PKV-Anbieter nach Vor­erkrankungen, darunter auch psychische Erkrankungen. Mit einer Depression ist es besonders schwierig, sich privat zu versichern. Es ist jedoch unter Umständen trotzdem möglich.

Bevor eine private Kranken­versicherung einem Antrag auf Aufnahme in einen ihrer Tarife stattgibt, müssen die Antragsteller sich einer Gesundheitsprüfung in Form eines Fragenkatalogs stellen. Dabei fragen die Versicherer auch nach psychischen Erkrankungen. Leider ist das Vorhandensein einer solchen Vorerkrankung, zum Beispiel einer Depression, für viele PKV-Anbieter ein Grund für die Ablehnung eines Aufnahmeantrags. Das gilt bereits für kurze Episoden psychotherapeutischer Behandlung oder auch nur einen entsprechenden Vermerk des Hausarztes.


Depression als psychische Vorerkrankung – Ihre Aufnahmechancen

Eine Depression gilt in der privaten Kranken­versicherung als psychische Vorerkrankung und wird von den Anbietern besonders kritisch bewertet. Entscheidend für Ihre Chancen sind der zeitliche Abstand zur Behandlung, die Schwere der Erkrankung und ob es Rückfälle gab.

Wer eine einmalige, abgeschlossene Episode vorweisen kann, die mehrere Jahre zurückliegt, hat deutlich bessere Aufnahmechancen als jemand mit wiederkehrenden Behandlungen. Eine private Kranken­versicherung mit psychischer Vorerkrankung ist damit kein Automatismus – aber in vielen Fällen erreichbar, wenn Sie den Antrag richtig vorbereiten.


Was fragt die PKV genau? ICD-10 und der Bereich F00 bis F99

Die private Kranken­versicherung fragt nicht nur nach dem Wort „Depression“, sondern nach dem gesamten Bereich psychischer Diagnosen. Ärzte verschlüsseln jede Diagnose mit einem Code aus der internationalen Klassifikation ICD-10. Psychische Erkrankungen liegen dort im Bereich F00 bis F99.

Für Depressionen und verwandte Erkrankungen sind vor allem diese Codes relevant:

  • F32 – eine einmalige depressive Episode
  • F33 – eine wiederkehrende (rezidivierende) depressive Störung
  • F40 – phobische Störungen, also Angst­erkrankungen
  • F43.2 – eine Anpassungsstörung, zum Beispiel nach einem Schicksalsschlag

Der Unterschied ist für Ihren Antrag wichtig: Eine einmalige Episode (F32) wiegt in der Regel leichter als eine rezidivierende Störung (F33). Prüfen Sie deshalb, welcher Code in Ihrer Akte steht, bevor Sie einen Antrag stellen.


Wie lange fragt die PKV zurück? Abfragezeiträume von 3, 5 und 10 Jahren

Die private Kranken­versicherung fragt nicht unbegrenzt in die Vergangenheit, sondern innerhalb fester Abfragezeiträume. Diese unterscheiden sich je nach Anbieter und Art der Behandlung – ambulante Behandlungen werden meist kürzer abgefragt als stationäre. Die Grundlage ist Ihre vorvertragliche Anzeigepflicht (Quelle: § 19 VVG).

Art der GesundheitsfrageTypischer Abfragezeitraum
Ambulante Behandlungen (auch Psychotherapie)Meist 3 bis 5 Jahre
Stationäre Behandlungen und KlinikaufenthalteMeist 5 bis 10 Jahre
Sonderfragen einzelner Anbieter zu psychischen ErkrankungenTeils bis 10 Jahre, teils ohne feste Zeitgrenze

Die Zeiträume sind branchenüblich, aber nicht einheitlich. Einzelne Versicherer stellen zu psychischen Erkrankungen offene Zusatzfragen ohne Zeitgrenze – hier zählt dann die gesamte Vorgeschichte. Wer schon lange nicht mehr in Behandlung war, kann durch das richtige Timing des Antrags seine Chancen deutlich verbessern.

Experten-Tipp:
Warum der Antragszeitpunkt über Zuschlag oder Ablehnung entscheidet

„Der naheliegende Reflex ist, den Antrag sofort zu stellen. Doch die Abfragezeiträume ändern die Rechnung: Eine ambulante Therapie fällt je nach Anbieter nach drei bis fünf Jahren aus der Gesundheitsfrage heraus. Prüfen Sie deshalb vor dem Antrag, welche Fristen Ihr Wunschanbieter ansetzt. Mit dem richtigen Timing wird aus einer Ablehnung oft ein moderater Zuschlag.“

Foto von Robert Böhrk
Experte für Gesundheitsvorsorge

Verschiedene Versicherungen – verschiedene Kriterien

Im Fall einer Ablehnung kann es sich dennoch lohnen, einen Antrag bei einer anderen Versicherung zu stellen, die womöglich andere Gesundheitsfragen stellt. Zum Beispiel unterscheiden sich die Abfragezeiträume. Wer schon lange nicht mehr in Behandlung ist, kann sich also unter Umständen trotz einer Vorgeschichte mit Depressionen versichern.

Icon Blatt mit Kopie

Die Details zählen

Ob eine Psychotherapie für den PKV-Anbieter ein Ausschlussgrund ist oder lediglich ein Risikozuschlag fällig wird, hängt von mehreren Faktoren ab. So fragen Versicherer oft danach:

  • Welche genaue Diagnose vorlag
  • Ob die Krankheit ambulant oder stationär behandelt wurde
  • Wie lange die Behandlung dauerte
  • Ob Medikamente verschrieben wurden
  • Ob es einen konkreten Auslöser gab

Eine kurzzeitige Therapie, um zum Beispiel den Verlust eines Familienmitglieds zu verarbeiten, fällt hier weniger ins Gewicht als die langwierige Behandlung einer depressiven Erkrankung. Allerdings können bereits relativ geringfügige Erkrankungen und Behandlungen zum Problem werden.


Wie hoch ist der Risikozuschlag bei Depression?

Ein Risikozuschlag ist eine prozentuale Erhöhung Ihres Versicherungsbeitrags. Bei einer Depression liegt er je nach Anbieter und Verlauf häufig zwischen 10 und 50 Prozent – bei schweren oder wiederkehrenden Verläufen droht statt eines Zuschlags eine Ablehnung oder ein Leistungsausschluss.

In unseren anonymen Risikovoranfragen sehen wir bei psychischer Vorgeschichte folgende Größenordnungen. Es handelt sich um Orientierungswerte aus der Beratungspraxis, nicht um garantierte Konditionen:

Situation und DiagnoseTypische Reaktion der PKVOrientierung Risikozuschlag
Leichte, abgeschlossene Anpassungsstörung (F43.2)Aufnahme oft möglichCa. 10 bis 20 %
Einmalige depressive Episode (F32), länger zurückliegendZuschlag oder LeistungsausschlussCa. 20 bis 30 %
Rezidivierende depressive Störung (F33), mehrere EpisodenHoher Zuschlag, Ausschluss oder AblehnungCa. 40 bis 50 % oder Ablehnung
Laufende Therapie oder stationäre BehandlungMeist AblehnungIn der Regel keine Aufnahme

Weil die Zuschlagshöhe so stark von Ihrer konkreten Diagnose und dem Verlauf abhängt, lässt sie sich nur im Einzelfall seriös einschätzen. Genau hier setzt eine individuelle Prüfung an.

Ihre Chancen auf eine private Kranken­versicherung persönlich einschätzen lassen

Wie hoch Ihr Zuschlag ausfällt, hängt von Ihrer Diagnose und dem Verlauf ab. Wir vergleichen die Tarife der Anbieter für Sie und schätzen Ihre Aufnahmechancen konkret ein. Unsere Beratung ist unverbindlich.

  • Persönlicher Tarifvergleich passend zu Ihrer Vorgeschichte
  • Realistische Einschätzung von Zuschlag und Aufnahmechancen
  • Von Finanztip für die Beratung zur PKV empfohlen
Foto von Robert Böhrk
Experte für Gesundheitsvorsorge

Informieren Sie sich über Ihre Vor­erkrankungen

Nicht jeder erinnert sich an sämtliche ärztliche Behandlungen und Diagnosen der letzten Jahre. Um nicht versehentlich falsche Angaben zu machen oder um ein realistischeres Bild der potenziellen Probleme bei einem PKV-Aufnahmeantrag zu erhalten, sollten Sie sich darüber informieren, welche Behandlungen und Erkrankungen Sie tatsächlich hatten.

Dafür können Sie bei den Ärzten, bei denen Sie in Behandlung waren, nachfragen. Teilweise ist auch ein unkomplizierter Download einer Liste aller Gesundheitsleistungen der letzten Jahre über das Online-Portal der bisherigen Kranken­versicherung möglich.

Experten-Tipp:
Probeantrag stellen

„Wenn Sie sich Ihrer Chancen für eine Aufnahme nicht sicher sind, können Sie einen sogenannten Probeantrag stellen. Der enthält zwar Ihre Gesundheitsdaten, aber keine Informationen über Sie (wie zum Beispiel Name und Adresse). Wenn der Versicherer, bei dem Sie den Probeantrag gestellt haben, Sie ablehnt, müssen Sie diese Ablehnung bei zukünftigen Anträgen bei anderen Versicherern nicht angeben, was Ihre Chancen verbessert.“

Foto von Robert Böhrk
Experte für Gesundheitsvorsorge

So läuft die anonyme Risikovoranfrage ab

Wenn Sie direkt bei einem PKV-Anbieter einen Antrag stellen und abgelehnt werden, wird diese Ablehnung erfasst. Bei jedem weiteren Antrag – auch bei anderen Versicherern – müssen Sie sie angeben. Das verschlechtert Ihre Chancen erheblich.

Bei einer anonymen Risikovoranfrage übermitteln wir für Sie nur die Gesundheitsdaten, nicht Ihren Namen. Sie erfahren vorab, welcher Versicherer Sie zu welchen Konditionen aufnehmen würde – ohne Ablehnungseintrag und ohne Risiko. Diesen Weg bietet weder ein AI-Auskunftstool noch ein Vergleichsportal. Für Menschen mit einer Depression in der Vorgeschichte ist er der sicherste erste Schritt.

Anonym prüfen, ob und wie Sie in die private Kranken­versicherung kommen

Über eine anonyme Risikovoranfrage klären wir Ihre Konditionen vorab – ohne Ihren Namen und ohne Ablehnungseintrag. Wir sind von Finanztip für die PKV-Beratung empfohlen. Unsere Beratung ist unverbindlich.

  • Anfrage nur mit Gesundheitsdaten, ohne Ihren Namen
  • Kein Ablehnungseintrag, der spätere Anträge belastet
  • Konditionen mehrerer Anbieter auf einen Blick
Foto von Robert Böhrk
Experte für Gesundheitsvorsorge

Praxisbeispiel: Risikovoranfrage bei abgeschlossener Depression

Ein 29-jähriger Angestellter kam vor drei Jahren wegen einer depressiven Episode zu 15 Sitzungen Verhaltenstherapie. Heute ist er beschwerdefrei, ohne Medikamente und ohne Rückfall. Über eine anonyme Risikovoranfrage fragten wir für ihn bei fünf Anbietern an.

Icon Angestellte

Das Ergebnis: Zwei Anbieter lehnten ab, zwei boten die Aufnahme mit einem Risikozuschlag von rund 20 Prozent an, ein Anbieter verlangte einen Leistungsausschluss für Psychotherapie. Er entschied sich für den Tarif mit Zuschlag – und keine der beiden Ablehnungen tauchte jemals in einer Datenbank auf.


Achtung: Gesundheitsfragen ehrlich beantworten

Auch wenn Antragstellern dadurch Nachteile entstehen können, sollten sie die Gesundheitsfragen trotzdem ehrlich beantworten. Kann die Versicherung jemandem nachweisen, dass er bei der Gesundheitsprüfung bewusst oder aus grober Fahrlässigkeit gelogen hat, ist das eine der wenigen Situationen, in welchen der PKV-Anbieter einem Kunden kündigen kann, und darüber hinaus drohen auch juristische Konsequenzen.

Wichtig zu wissen: Auch privat bezahlte Therapiesitzungen müssen Sie angeben. Die Anzeigepflicht gilt unabhängig davon, wer die Behandlung bezahlt hat (Quelle: § 19 VVG).

Beispiel

2018 verlor eine Versicherungsnehmerin, die beim Abschluss ihrer privaten Krankenzusatz­versicherung Vor­erkrankungen einschließlich einer depressiven Erkrankung verschwieg oder verharmloste, den Rechtsstreit mit ihrer Versicherung vor Gericht (Quelle: ­versicherungsrecht-siegen.de). Der Versicherer durfte den Vertrag wegen der Anzeigepflicht­verletzung anfechten (Quelle: § 22 VVG). Aber selbst, wenn es keine Kündigung gibt, drohen nachträgliche Leistungsausschlüsse.


Erleichterte Aufnahmebedingungen für Beamte

Im Rahmen der freiwilligen Öffnung einiger Versicherungsanbieter für Beamte wurde Beamten mit Vor­erkrankungen der Zugang zur privaten Kranken­versicherung erleichtert. Wer innerhalb der ersten sechs Monate nach der Verbeamtung einen Antrag stellt oder wer bisher freiwillig gesetzlich versichert war, kann nicht aus Risikogründen abgelehnt werden. Das gilt auch für beihilfeberechtigte Angehörige.

Im Rahmen dieser Öffnungsaktion ist der Risikozuschlag zudem auf maximal 30 Prozent begrenzt, und individuelle Leistungsausschlüsse sind ausgeschlossen (Quelle: PKV-Verband). Für Beamtenanwärter mit einem alten Eintrag ist die Sechs-Monats-Frist deshalb der wichtigste Hebel.

Icon Lupe mit Prozent

Mehr zur PKV für Beamte


Option Leistungsausschluss

Ein Eintritt in die private Kranken­versicherung trotz Vor­erkrankungen ist auch möglich, wenn Leistungsausschlüsse vereinbart werden. Ein Versicherungsnehmer mit Depressionen kann sich also ver­pflichten, zum Beispiel eine Psychotherapie bei Bedarf selbst zu bezahlen.


Aufnahmezwang im Basistarif

Prinzipiell haben private Kranken­versicherungen das Recht, Anträge abzulehnen. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Auch Menschen mit Vor­erkrankungen haben unter Umständen ein Anrecht darauf, in den Basistarif der privaten Kranken­versicherung aufgenommen zu werden. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben, wenn

  • Der Antragsteller gerade keine Kranken­versicherung hat und sich nicht gesetzlich versichern kann
  • Der Antrag innerhalb der ersten sechs Monate der freiwilligen gesetzlichen Versicherung erfolgt
  • Der Antragsteller privat versichert ist und seinen Vertrag frühestens 2009 abgeschlossen hat

Der Basistarif liefert Gesundheitsleistungen auf dem Niveau gesetzlicher Kranken­versicherungen und darf niemanden aus Risikogründen ablehnen (Quelle: § 152 VAG). Dementsprechend gibt es hier keine individuellen Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge. Allerdings bleiben seine Leistungen weit hinter denen normaler PKV-Tarife zurück, und der Beitrag ist mit dem gesetzlichen Höchstbeitrag vergleichsweise hoch. Mehr darüber erfahren Sie auf unserer Seite zum Thema:

Basistarif der PKV

Experten-Tipp:
Der Basistarif ist selten die beste Notlösung

„Der Basistarif gilt vielen als sichere Rückfalloption, weil niemand abgelehnt wird. Doch seine Leistungen bleiben auf gesetzlichem Niveau, während der Beitrag oft am Höchstsatz liegt. Wer stattdessen einen Voll­versicherungstarif mit einem gezielten Leistungsausschluss für Psychotherapie prüft, sichert sich meist bessere Leistungen zum faireren Beitrag. Rechnen Sie beide Wege konkret durch, bevor Sie sich festlegen.“

Foto von Robert Böhrk
Experte für Gesundheitsvorsorge

Tarife mit und ohne schriftliche Leistungszusage

Ob Ihre Psychotherapie später wirklich erstattet wird, entscheidet sich bei manchen Tarifen erst im Leistungsfall. Es gibt einen praxisrelevanten Unterschied, den viele Antragsteller übersehen: Tarife mit und ohne vorherige Leistungszusage.

Manche Tarife prüfen die Erstattung vorab und geben eine schriftliche Zusage. Andere entscheiden erst, wenn die Behandlung bereits läuft – dann tragen Sie das Risiko einer nachträglichen Ablehnung. Für Menschen mit psychischer Vorgeschichte ist eine Vorabprüfung mit schriftlicher Leistungszusage deshalb das sicherere Auswahlkriterium.

Kommt es zum Streit über die Erstattung, begleiten wir Sie als Ihr Experte im Leistungsfall: Wir prüfen die Ablehnung, kennen die Vertragsbedingungen und setzen Ihren Anspruch gegenüber dem Versicherer durch. Diesen Beistand bietet keine AI-Auskunft.

Experten-Tipp:
Der günstigste Tarif kann im Leistungsfall der teuerste sein

„Bei der Tarifwahl zählt für viele zuerst der Monatsbeitrag. Bei einer psychischen Vorgeschichte ist das riskant: Manche Tarife entscheiden über die Erstattung Ihrer Psychotherapie erst, wenn die Behandlung längst läuft. Achten Sie stattdessen auf eine schriftliche Leistungszusage vorab. Diese Vorabprüfung kostet etwas mehr Beitrag, gibt Ihnen aber die Sicherheit, dass Ihre Therapie später wirklich bezahlt wird.“

Foto von Robert Böhrk
Experte für Gesundheitsvorsorge

Warnzeichen und Folgen einer Depression

Depressive Störungen sind weit verbreitet. In Deutschland weisen rund 9,2 Prozent der Bevölkerung die Symptome einer depressiven Erkrankung auf, bei jüngeren Menschen sind es sogar 11,5 Prozent (Quelle: RKI).

Weltweit sind nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 280 Millionen Menschen betroffen, das entspricht etwa fünf Prozent der Erwachsenen (Quelle: WHO). Ursache einer Depression ist in der Regel eine Kombination unterschiedlicher sozialer, psychischer und körperlicher Faktoren.


Was ist eine Depression? Definition der WHO

Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Depression „eine weit verbreitete psychische Störung, die durch Traurigkeit, Interesselosigkeit und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sein kann“ (Quelle: WHO).

Icon Kopfschmerzen

Depressionen in Deutschland: Zahlen des RKI

Eine Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) von 2019 ermittelte, dass Deutsche im europäischen Vergleich überdurchschnittlich von depressiver Symptomatik betroffen sind. Insgesamt weisen 9,2 Prozent der deutschen Bevölkerung die Symptome einer Depression auf, während es im EU-Durchschnitt 6,6 Prozent sind. Insbesondere bei den jüngeren Menschen geben viele (11,5 Prozent) an, an depressiven Symptomen zu leiden. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Dabei sind jedoch Verzerrungen der Antworten, zum Beispiel durch Selbst-Stigmatisierung, möglich (Quelle: RKI).


Symptome einer Depression

Für die oben erwähnte Studie wurden Patienten gefragt, ob sie von folgenden Symptomen betroffen sind:

  • Depressive Verstimmung
  • Vermindertes Interesse
  • Gewichts- oder Appetitverlust
  • Schlafstörungen
  • Psychomotorische Unruhe oder Verlangsamung
  • Müdigkeit oder Energieverlust
  • Wertlosigkeits- oder Schuldgefühle
  • Konzentrationsprobleme

Die Studienteilnehmer wurden bei jedem dieser Symptome danach gefragt, wie oft sie diese erlebten, auf einer Skala von „überhaupt nicht“ bis zu „beinahe jeden Tag“ (Quelle: RKI). Liegen mehrere dieser Symptome für den überwiegenden Teil der Zeit vor, ist eine Depression sehr wahrscheinlich. Es sind jedoch bei weitem nicht die einzigen möglichen Symptome einer Depression.


Formen von Depression

Depressionen nehmen viele Gestalten an. So gibt es zum Beispiel:

  • Unipolare Depression
  • Chronische Depression
  • Saisonal bedingte Depression
  • Wochenbettdepression
  • Prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS)
  • Bipolare Störung

(Quelle: Gesundheitsinformation)


Folgen einer Depression

Depressionen sind nicht nur eine belastende Erfahrung, sondern können für die Betroffenen wirtschaftlich bedrohlich werden, da sie die Arbeitsfähigkeit einschränken. Depressionen zählen zu den häufigsten Ursachen für lange Krankschreibungen. Nach dem DAK-Psychreport 2025 entfielen 2024 rund 183 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 Versicherte auf Depressionen – gegenüber 2023 nahezu unverändert, aber weiterhin der höchste Wert unter den psychischen Diagnosen (Quelle: DAK).

Icon Dokument mit Umschlag

Psychische Erkrankungen insgesamt lagen laut TK-Gesundheitsreport 2025 im Jahr 2024 mit 374 Fehltagen je 100 Versicherungsjahre auf Rang zwei aller Krankheits­arten und sind seit 2006 um rund 159 Prozent gestiegen. Wer erkrankt, fällt dabei überdurchschnittlich lange aus: Eine psychisch bedingte Krankschreibung dauerte 2024 im Schnitt rund 41 Tage.

Besonders belastet sind Arbeitslose: Sie sind laut Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) etwa drei- bis viermal so häufig psychisch erkrankt wie Erwerbstätige, und mit der Dauer der Arbeitslosigkeit steigt vor allem das Risiko für Depressionen und Angst­erkrankungen (Quelle: BPtK-Studie zur Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit).


Burnout und Depression

Die Deutsche Depressionshilfe warnt vor einer Verwechslung von Erschöpfung, Stress, Depression und Burnout. Diese könne nämlich dazu führen, den Behandlungsbedarf einer Depression zu unterschätzen, weil diese lediglich einer Überarbeitung zugeschrieben wird. Tatsächlich könne Arbeit dadurch, dass sie den Alltag strukturiert, einen positiven Effekt auf depressive Symptome haben (Quelle: Deutsche Depressionshilfe). Allerdings scheint es durchaus Jobs zu geben, die mit einem höheren Depressionsrisiko einhergehen, wie die schon erwähnte TK-Studie nahelegt.

Wer ist besonders häufig betroffen?

Callcenter-Agenten, Altenpfleger und Mitarbeiter im Erziehungs- und Sicherheitsbereich sind laut TK-Studie besonders häufig von Depressionen betroffen. Die statistische Auswertung kommt auch zu dem überraschenden Ergebnis, dass in einigen Bereichen, die gewöhnlich als durch hohen Leistungsdruck gekennzeichnet wahrgenommen werden, Stress und Belastungen den Beschäftigten weniger psychisch zusetzen. So sind die Zahlen bei Vorständen, Geschäftsführern, Unternehmensberatern, Software-Entwicklern oder Ärzten niedriger.

Von den zehn am meisten von Depressionen betroffenen Berufsgruppen gehören sieben dem Berufsbereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung an. Besonders häufig vertreten sind darunter die medizinischen Gesundheitsberufe. Die höchsten Betroffenenraten sowie die meisten Fehltage gibt es jedoch in der Tätigkeitsgruppe Berufe im Dialogmarketing, also in Berufen mit überwiegender Tätigkeit für Callcenter, Service- und Kundenhotlines.


Früherkennung und Therapie helfen

Depressionen unterscheiden sich von normalen Stimmungsschwankungen, zum Beispiel der Trauer nach einem Schicksalsschlag. Je früher eine depressive Erkrankung erkannt wird, desto wahrscheinlicher ist der Behandlungserfolg. Die Therapie einer Depression besteht in der Regel aus:

  • Psychotherapie
  • Medikamenten, falls nötig
  • Ergänzenden Maßnahmen (Ergotherapie, sozialpädagogische Maßnahmen und weitere), wenn nötig

Hält eine schwere Depression trotz Therapie lange an, liegen zeitgleich auch körperliche Erkrankungen vor oder besteht Suizidgefahr, sind mitunter auch stationäre Behandlungen notwendig.


Weitere Informationen zum Thema private Kranken­versicherung mit Vor­erkrankungen

Jetzt Ihre Aufnahmechancen klären

Sie kennen nun die entscheidenden Faktoren – der nächste Schritt ist eine realistische Einschätzung für Ihre Situation. Wir prüfen für Sie anonym, welche Anbieter Sie trotz Depression zu welchen Konditionen aufnehmen. Wir sind von Finanztip für unsere PKV-Beratung empfohlen.

  • Anonyme Risikovoranfrage ohne Ablehnungseintrag
  • Vergleich mehrerer Anbieter statt Einzelantrag
  • Persönliche Einschätzung Ihrer Aufnahmechancen
Foto von Robert Böhrk
Experte für Gesundheitsvorsorge

Die häufigsten Fragen zur privaten Kranken­versicherung bei Depressionen

Wann darf die private Kranken­versicherung einen Antrag wegen einer Depression ablehnen?

Die private Kranken­versicherung darf einen Antrag wegen einer Depression ablehnen. Sie führt vor der Aufnahme eine Gesundheitsprüfung durch und bewertet psychische Vor­erkrankungen besonders kritisch. Je nach Diagnose und Verlauf reicht die Reaktion von einem Risikozuschlag über einen Leistungsausschluss bis zur Ablehnung. Bei einer laufenden Therapie oder einer schweren, wiederkehrenden Störung lehnen die meisten Anbieter ab. Grundlage ist die vorvertragliche Anzeigepflicht laut § 19 VVG. Eine Ausnahme ist der Basistarif der PKV, der niemanden aus Risikogründen ablehnen darf.

Warum kann mich die gesetzliche Kranken­versicherung wegen einer Depression nicht ablehnen?

Die gesetzliche Kranken­versicherung darf niemanden aus Gesundheitsgründen ablehnen. Anders als die private Kranken­versicherung stellt sie keine Gesundheitsfragen und erhebt keinen Risikozuschlag. Für sie gilt ein Kontrahierungszwang laut § 5 SGB V. Ob Sie in die gesetzliche Kranken­versicherung wechseln können, hängt aber von den Zugangsvoraussetzungen ab, zum Beispiel von Ihrem Einkommen, Ihrem Beruf oder Ihrem Alter. Eine Depression spielt dabei keine Rolle.

Wann fällt der Risikozuschlag wegen einer Depression wieder weg?

Ein Risikozuschlag für eine Depression fällt in der Regel nicht automatisch weg. Er wird bei der Aufnahme vereinbart und gilt zunächst für die gesamte Vertragslaufzeit. Sie können jedoch eine Neubewertung beantragen, wenn Sie über mehrere Jahre beschwerdefrei und ohne Behandlung geblieben sind. Der Versicherer prüft dann, ob sich das Risiko verringert hat. Einen Anspruch auf Streichung gibt es nicht, doch bei einem stabilen Verlauf zeigen sich viele Anbieter gesprächsbereit.

Wie viele Therapiesitzungen übernimmt die private Kranken­versicherung bei einer Depression?

Wie viele Therapiesitzungen die private Kranken­versicherung übernimmt, hängt vom Tarif ab. Manche Tarife erstatten eine feste Anzahl pro Jahr, andere staffeln den Erstattungssatz nach Sitzungszahl. Als grobe Orientierung sollten es mindestens 30 Sitzungen sein. Zum Vergleich: Eine Verhaltenstherapie umfasst je nach Verlauf etwa 24 bis 80 Sitzungen. Prüfen Sie vor dem Abschluss, wie viele Sitzungen Ihr Tarif abdeckt und wie hoch Ihr Eigenanteil ist.

Welche Psychotherapeuten erstattet die private Kranken­versicherung?

Ob die private Kranken­versicherung einen psychologischen Psychotherapeuten erstattet, hängt vom Tarif ab. Bei ärztlichen Psychotherapeuten gibt es meist keine Probleme mit der Kostenübernahme. Bei psychologischen Psychotherapeuten sind je nach Versicherer drei Fälle möglich: volle Erstattung, nur teilweise Erstattung oder Erstattung erst nach vorheriger Genehmigung. Prüfen Sie deshalb in den Versicherungs­bedingungen, welche Therapeutengruppen Ihr Tarif abdeckt.

Was passiert, wenn ich eine Depression bei der Gesundheitsprüfung verschweige?

Wenn Sie eine Depression bei der Gesundheitsprüfung verschweigen, riskieren Sie Ihren Versicherungsschutz. Bei einer Anzeigepflicht­verletzung kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten, ihn anfechten oder Leistungen nachträglich ausschließen. Das gilt auch für privat bezahlte Therapiesitzungen, denn die Anzeigepflicht gilt unabhängig davon, wer die Behandlung bezahlt hat. Rechtsgrundlage ist die vorvertragliche Anzeigepflicht laut § 19 VVG. Beantworten Sie die Gesundheitsfragen deshalb immer vollständig und ehrlich.

Welche Chancen haben Beamte mit einer Depression auf eine private Kranken­versicherung?

Beamte mit einer Depression haben oft bessere Chancen als andere Antragsteller. Über die Öffnungsaktion der privaten Kranken­versicherung können sie nicht aus Risikogründen abgelehnt werden. Voraussetzung ist ein Antrag innerhalb der ersten sechs Monate nach der Verbeamtung. Der Risikozuschlag ist dabei auf maximal 30 Prozent begrenzt, und individuelle Leistungsausschlüsse sind ausgeschlossen. Die Regel gilt auch für beihilfeberechtigte Angehörige.

Was bedeutet ein Leistungsausschluss für Psychotherapie in der PKV?

Ein Leistungsausschluss bedeutet, dass die private Kranken­versicherung eine bestimmte Behandlung nicht bezahlt. Bei einem Ausschluss für Psychotherapie tragen Sie die Kosten psychotherapeutischer Behandlungen selbst. Der übrige Versicherungsschutz bleibt davon unberührt. Ein Leistungsausschluss ist häufig eine Alternative zur Ablehnung: Statt Sie ganz abzulehnen, nimmt der Versicherer Sie ohne die kritische Leistung auf. Wägen Sie ab, ob dieser Ausschluss für Sie tragbar ist.

Wer zahlt bei einer Depression, wenn ich nicht mehr arbeiten kann?

Wenn Sie als Angestellter wegen einer Depression nicht arbeiten können, zahlt zunächst Ihr Arbeitgeber. Die Lohnfortzahlung läuft bis zu sechs Wochen laut § 3 EntgFG. Danach erhalten Sie Krankengeld von Ihrer Kranken­versicherung. Behandlungskosten wie Medikamente, Klinikaufenthalte und Therapien übernimmt die Kranken­versicherung je nach Vertrag ganz, teilweise oder gar nicht. Für den langfristigen Schutz Ihres Einkommens ist zusätzlich eine Berufs­unfähigkeits­versicherung bei Depression sinnvoll.

Haben Sie alles gefunden?

Schnelle Frage, Kritik oder Feedback?

Wir helfen Ihnen gern. Professionelle Beratung von echten Menschen. Rufen Sie uns zum Ortstarif an oder schreiben Sie uns per E‑Mail.

Foto von Lena Mierbach
Lena Mierbach
Ihre Ansprechpartnerin
Beitragsbemessungsgrenze Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße, die festlegt, bis zu welchem Betrag das Einkommen von gesetzlich Versicherten zur Beitragsberechnung der gesetzlichen Sozialversicherungen herangezogen wird. Es gibt verschiedene Werte für die Kranken- und Rentenversicherung.
transparent-beraten.de GmbH 685 Bewertungen auf ProvenExpert.com