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Betrieb­liche Alters­vorsorge – Kritik und Nachteile

Ob eine bAV für Arbeitnehmer sinnvoll ist, ist Abwägungssache - wir zeigen Kritikpunkte und mögliche Nachteile auf.
Das Wichtigste in Kürze
  • Die nachgelagerte Besteuerung im Alter bewirkt, dass vom Steuervorteil der betrieb­lichen Alters­vorsorge (bAV) oft wenig übrig bleibt.
  • Zudem werden durch die Entgelt­umwandlung gesetzliche Sozial­leistungen gemindert, da diese das Bruttogehalt verringert.
  • Arbeitnehmer können außerdem beim Arbeit­geber­wechsel nicht sicher sein, dass sie ihren bAV-Vertrag mitnehmen können.
  • Eine pauschale Antwort auf die Frage, ob die bAV sinnvoll ist, gibt es jedoch nicht. Dies muss in jedem Fall individuell betrachtet werden.

Vorsicht bei rein arbeit­nehmer­finan­zierter betrieblicher Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge wird von den meisten Arbeitgebern angeboten. Doch bei den unterschiedlichen Durchführungswegen kann der Arbeitnehmer auch auf unterschiedliche Weise profitieren oder sogar Verluste machen. Besonders die rein arbeitnehmerfinanzierte Entgeltumwandlung ist mit Vorsicht zu genießen. Der Gesetzgeber hat jedoch im Jahr 2017 die Situation für Versicherte verbessert und neue Regelungen geschaffen. So sind Arbeitgeber seitdem verpflichtet, einen Zuschuss zur bAV ihrer Angestellten zu zahlen.

… mehr zum Thema Entgeltumwandlung

Niedrigeres Brutto­gehalt führt zu Ver­lusten bei den Sozial­leistungen

Bei der Entgelt­umwandlung wird in der Regel damit geworben, dass ein Teil der Einzahlung in die betriebliche Altersvorsorge durch Steuern und Sozialabgaben finanziert wird, die der Arbeitnehmer einspart. Dieser Vorteil kann bei näherer Betrachtung aber auch zum Nachteil werden. Denn für den Arbeitnehmer bedeuten geringere Einzahlungen in die Sozialversicherung, dass auch der Anspruch auf die gesetzliche Rente und andere Sozialabgaben geringer wird. Denn weniger Brutto bedeutet nicht nur eine niedrigere gesetzliche Rentenversicherung, sondern auch weniger Arbeitslosengeld, Elterngeld, Krankengeld und Erwerbsminderungsrente.


Nach­gelagerte Besteuerung: Volle Abgaben­last im Alter

Ein weiterer Nachteil der betrieb­lichen Alters­vorsorge ist nicht nur, dass der Versicherte die Art der bAV nicht auswählen kann und in diesem Zusammenhang abhängig vom Arbeitgeber ist. Der Anteil der zu versteuernden Rente im Alter steigt zudem stetig an, bis er im Jahr 2040 bei 100 Prozent angekommen sein wird. Hier muss genau gegengerechnet werden, ob sich demgegenüber die Einsparungen in der Einzahlungsphase lohnen. Auf die betriebliche Alters­vorsorge werden außerdem im Rentenalter Kranken- und Pflege­versiche­rungs­beiträge in voller Höhe fällig, also Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil.

… mehr zum Thema Steuern und bAV

Video: 3 Dinge, die Sie über die betriebliche Altersvorsorge wissen müssen

Ob sich eine betriebliche Alters­vorsorge für Sie lohnt und welche Alternativen es gibt, erklären Ihnen gerne unsere Versicherungs­experten. Kontaktieren Sie uns gern persönlich – unverbindlich und kostenfrei: 030 – 120 82 82 8 (Mo – Fr: 9 – 18 Uhr) oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de.

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Nachteile durch Jobwechsel

Auch bei einem Arbeit­geber­wechsel werden Nachteile der betrieb­lichen Alters­vorsorge erkennbar. Denn in diesem Fall stellt sich die Auszahlung der bAV bzw. Weiterführung der bAV oft als durchaus kompliziert dar. Die vom Arbeitnehmer per Entgelt­umwandlung eingezahlten Beiträge können zwar nicht verloren gehen, in einigen Fällen können aber die Zuschüsse des Arbeitgebers verfallen. Folgende Kriterien müssen seit 2018 hierfür erfüllt sein:

  • der Arbeitnehmer muss das 21. Lebensjahr vollendet haben
  • er muss länger als drei Jahre im Betrieb angestellt sein

Dies gilt für Verträge, die ab dem 1.1.2018 abgeschlossen wurden. Bei Verträgen, die zwischen dem 1.1.2009 und dem 31.12.2017 abgeschlossen wurden, gilt eine Betriebszugehörigkeit von fünf Jahren und ein Mindestalter von 25 Jahren. Diese Einschränkungen gelten für Pensionskassen, Pensionsfonds und Direktversicherungen, wenn diese nach dem Jahr 2004 abgeschlossen wurden. Wenn eine Anwartschaft vor 2005 erworben wurde, dann müssen sich alle Parteien bei der Übernahme des Vertrages einig sein, sonst bleibt dem Arbeitnehmer nur, die bAV allein weiterzuführen.

Zusatz­leistungen können nicht immer mit­genommen werden

Ein weiterer Nachteil: Wenn der alte Arbeitgeber Zusatzleistungen, wie beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung angeboten hat, heißt dies nicht, dass der neue Arbeitgeber dies auch tun muss. Wenn er dies ablehnt, verliert die versicherte Person entweder ihren Versicherungsschutz, oder muss die komplette Versicherung privat fortführen.

… mehr zum Thema Jobwechsel und bAV

Arbeit­nehmer ist an Vertrag gebunden

Ein bAV-Vertrag ist relativ unflexibel, denn er kann in der Regel vom Versicherten weder verkauft, noch beliehen oder verpfändet werden. Nur in einigen Ausnahmefällen lassen es die Versicherungsgesellschaften zu, dass man sich einen Teil des Ersparten auszahlen lassen kann. Dies ist allerdings nur eine Ausnahme und nur in begründeten Einzelfällen möglich. Zudem ist es sehr schwierig, einen solchen Vertrag zu kündigen. Meist kann dieser nur stillgelegt werden.

… mehr zum Thema bAV kündigen
Dieser Artikel wurde zuletzt am 27.03.2020 aktualisiert.
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Claudia Täubner
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