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Schimmel in der Wohnung: Was nun?

Schimmel in der Wohnung ist nicht nur unangenehm, sondern kann durchaus Folgen für die Gesundheit haben – und zwar bereits im Anfangsstadium. Doch wer kommt eigentlich für die Kosten für Beseitigung und eventuelle Reparaturen auf?

Schimmel in der Wohnung: Wer ist verantwortlich?

Wie auch bei allen anderen Schäden, die nicht durch unsachgemäße Behandlung des Mieters zustande gekommen sind, gilt: Für die Beseitigung von Schimmel in der Wohnung ist der Vermieter verantwortlich. Ist der Mieter selbst für die Schimmelbildung verantwortlich, muss er nicht nur für eine fachgerechte Beseitigung des Schimmels sorgen, sondern auch für eventuelle Schäden aufkommen.

Wer trägt die Beweislast bei Schimmel in der Wohnung?

Die Beweislast bei Schimmel in der Wohnung liegt zunächst beim Vermieter. Dieser muss belegen, dass die Schimmelbildung nicht auf Ursachen zurückzuführen sind, die in seinem Verantwortungsbereich liegen – dazu zählen beispielsweise Baumängel, Fassaden- oder Putzschäden, mangelhafte Dachisolierung oder ungenügende Wärmedämmung.

Hat der Vermieter glaubhaft nachgewiesen, dass der Schimmel nicht durch Mängel in seinen Verantwortungsbereich entstand, verschiebt sich die Beweislast in Richtung Mieter. Nun muss dieser nachweisen, dass der Schimmel nicht durch unzureichende Belüftung und Beheizung entstand.

Kommt es zum Rechtsstreit, weil die Parteien sich nicht einigen können, wird meist ein Sachverständiger hinzugezogen, dessen Aussage oft die Grundlage für das spätere Urteil ist. 

Gutachter für Schimmel in der Wohnung

Bei Mängeln an der Wohnung hat der Vermieter das Recht die Quelle des Mangels als Erster zu untersuchen und zu beseitigen. Das heißt, der Mieter darf nicht einfach einen Gutachter für Schimmel bestellen. Der Mieter sollte dem Vermieter eine Frist für die Mängelbegutachtung bzw. Mängelbeseitigung setzen (Der empfohlene Zeitrahmen liegt bei einer Frist von 2 bis 3 Wochen). Lässt der Vermieter diese Frist verstreichen, kann der Mieter aktiv werden.

Wer haftet für Schimmel in der Wohnung?

Die Frage der Haftung bei Schimmel in der Wohnung hängt vor allem davon ab, wer verantwortlich für den Schaden ist. Dies ist jedoch häufig nur mit Hilfe eines Gutachters festzustellen. Mit Klärung der Schuldfrage ergibt sich auch die Antwort, wer haftet bei Schimmel in der Wohnung.

Schimmel in der Wohnung: Mietrecht

Das Mietrecht wird im BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt. Das Thema Schimmel in der Wohnung hat im Mietrecht zwar keinen eigenen Paragraphen. Klar geregelt ist allerdings, welche Rechte und Pflichten Mieter und Vermieter haben, wenn ein Mangel auftritt. Eine wichtige Rolle spielt die Frage, ob der Mangel bereits vor der Vertragsunterzeichnung bekannt war.
Weiterhin regelt § 536c ob und wann der Vermieter über einen Mangel informiert werden muss.

c§ 536c Während der Mietzeit auftretende Mängel; Mängelanzeige durch den Mieter

(1) Zeigt sich im Laufe der Mietzeit ein Mangel der Mietsache oder wird eine Maßnahme zum Schutz der Mietsache gegen eine nicht vorhergesehene Gefahr erforderlich, so hat der Mieter dies dem Vermieter unverzüglich anzuzeigen. […]
(2) Unterlässt der Mieter die Anzeige, so ist er dem Vermieter zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. […]

Schimmel in der Wohnung: Schreiben an Vermieter

Das Mietrecht verlangt, dass der Mieter den Vermieter einen auftretenden Mangel unverzüglich anzeigt. In welcher Form der Vermieter über den Mangel in Kenntnis gesetzt werden soll, ist jedoch nicht vorgeschrieben. Die Entscheidung ob die Information über den Schimmel in der Wohnung durch ein Schreiben an den Vermieter erfolgt, liegt im Ermessen des Mieters.
Ein Brief bzw. eine E-Mail hat den Vorteil, dass der Mieter etwas Schriftliches in der Hand hat, falls es zu Unstimmigkeiten mit dem Vermieter kommt.

Was kann Schimmel in der Wohnung auslösen?

Ein Schimmelbefall ist immer auf eine erhöhte Feuchtigkeit in der Wohnung zurückzuführen. Dieses kann auf der einen Seite durch ein kaputtes Wasserrohr geschehen, das über lange Zeit unentdeckt geblieben ist, aber auch durch das Verhalten des Mieters. Lüftet der Mieter zum Beispiel nach dem Duschen, nach dem Kochen oder dem Wäschetrocknen das Zimmer nicht richtig und ist das Zimmer zugleich nicht ausreichend geheizt, kann dieses über einen längeren Zeitraum zu Schimmel führen.

Wie der Schimmel entstanden ist, kann in einigen Fällen nur ein ausgewiesener Fachmann feststellen. Dieser misst dann zum Beispiel die Luftqualität im Raum und nimmt Proben von den betroffenen Stellen.

Ab wann ist Schimmel in der Wohnung gefährlich?

Die Frage, ab wann Schimmel in der Wohnung gefährlich ist, lässt sich nicht ohne Weiteres beantworten, da hier die Meinungen teilweise auseinander gehen. Wo sich Schimmel bildet, besteht die Möglichkeit, dass sich gesundheitsgefährdende Sporen in der Luft befinden. Allein die Möglichkeit genügt jedoch nicht, um von einer Gesundheitsgefährdung auszugehen.
Für gesunde Menschen sind Schimmelpilze in der Regel ungefährlich. Anders sieht es bei Kindern, Allergikern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem aus.

Krank durch Schimmel in der Wohnung

Auch wenn gesunde Menschen sich im Normalfall nicht vor Schimmel fürchten müssen, gibt es doch Anzeichen, dass Schimmel zumindest Allergien auslösen kann. Krank durch Schimmel in der Wohnung – diese Gefahr besteht jedoch eher für Menschen, die bereits unter Allergien, Asthma oder Neurodermitis leiden.

Anzeichen für Schimmel in Wohnung

Schimmel zeigt sich auf unterschiedliche Weisen. Schimmelsporen in der Luft können nur durch einen Test nachgewiesen werden. Sichtbare Anzeichen für Schimmel in der Wohnung sind meist dunkle Flecken in Zimmerecken, an Wänden und in Fugen von Fenstern, Waschbecken und Ähnlichem. Ein weiteres Anzeichen ist der Geruch. Riecht es in bestimmten Ecken der Wohnung trotz Lüften muffig, ist das ein Anzeichen für Schimmel in Wohnung.

Umfrage: Schimmel in zwei von drei Haushalten

Bei einer Umfrage von test.de gaben 60 Prozent der Befragten an, einen aktuellen Schimmelbefall ind er Wohnung zu haben. Weitere 8 Prozent haben zudem verdächtige Flecken oder Schimmelgeruch identifiziert. Mehr als die Hälfte aller Befragten, die grundsätzlich mit Schimmel in der Wohnung zu tun haben, haben den Befall im Badezimmer (53 Prozent der Befragten). Der Raum, der am zweithäufigsten genannt wurde, ist das Schlafzimmer (40 Prozent).

Dass Badezimmer und Schlafzimmer so häufig genannt wurden, ist nicht verwunderlich. Denn während es im Badezimmer oft besonders feucht ist, werden Schlafzimmer häufig nicht besonders stark beheizt. Und Feuchtigkeit und geringe Temperaturen sind ein Nährboden für Schimmelpilze.

Was tun bei Schimmel in der Wohnung?

Bei ersten eindeutigen Anzeichen für Schimmel in der Wohnung muss der Mieter dieses dem Vermieter unverzüglich melden. Idealerweise dokumentiert man den Schimmel mit Fotos, am besten nicht nur in Nahaufnahme, sondern auch das Areal um die Schimmelflecken herum. So kann man ggf. schon erste Schadensursachen erkennen. Der Vermieter veranlasst dann die Beseitigung.

Test auf Schimmel in der Wohnung

Im Handel sind verschiedene Anti-Schimmel-Mittel erhältlich, die zum Teil auch vorbeugende Wirkung haben. Potenziell gefährdete Stellen in der Wohnung können auch mit Hilfe eines einfachen Thermometers identifiziert werden. Durch das Messen und Auswerten von Temperaturunterschieden lassen sich sogenannte Wärmebrücken finden.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich in der Apotheke einen Test auf Schimmel besorgen. Eine Probe nimmt man hier selbst und schickt diese in ein Fachlabor zur Analyse. 

Darum ist es wichtig den Vermieter zu informieren

Die unverzügliche Meldung an den Vermieter ist nicht nur wichtig, da der Schimmel zu Gesundheitsschäden führen kann, sondern auch, da der Schaden in Grenzen gehalten werden kann, wenn rechtzeitig etwas unternommen wird. Wenn sich der Mieter zu viel Zeit lässt, können die Reparaturkosten durchaus höher ausfallen. Im Ernstfall kann sogar die Bausubstanz beschädigt werden. Bei einer verspäteten Meldung an den Vermieter kann der Mieter sogar für die Behebung dieser Schäden bzw. für die Extra-Kosten herangezogen werden.

Ist eine Mietminderung bei Schimmel in der Wohnung erlaubt?

Grundsätzlich kann ein Schimmelbefall ein Mietmangel sein. Der Mieter kann bei Schimmel in der Wohnung die Miete also mindern. Allerdings ist hier Vorsicht geboten: Wenn sich später herausstellen sollte, dass der Mieter selbst für den Schimmel verantwortlich ist, muss er die geminderte Miete nicht nur nachzahlen, sondern im Extremfall sogar eine fristlose Kündigung hinnehmen.

Wieviel Mietminderung bei Schimmel in der Wohnung?

Je nach Ausmaß des Schimmelbefalls kann die Miete um 20 bis 30 Prozent gemindert werden. Aber auch die Ursachen der Schimmelbildung spielen eine Rolle. Das Amtsgericht Bremen entschied 2015 in einem Fall zu Gunsten eines Mieters, der eine Mietminderung aufgrund von Schimmel in der Wohnung vorgenommen hatte. Das Gericht bestätigte, dass ein Schimmelpilzbefall in Küche, Bad und Wohnzimmer der Mietwohnung eine Mietminderung von 30 Prozent rechtfertigen, wenn der Schimmel auf baubedingte Ursachen zurückzuführen ist (Quelle).

Vertragskündigung bei Schimmel in der Wohnung

Rechte, Pflichten und Möglichkeiten auf Schimmel in der Wohnung zu reagieren. Nicht immer ist eine fristlose Kündigung empfehlenswert bzw. möglich.

Fristlose Kündigung wegen Schimmel in der Wohnung: Ist das möglich?

Von einer fristlosen Kündigung ist zunächst abzuraten, selbst wenn der Mieter der Auffassung ist, dass ein Verbleib in der Wohnung nicht mehr zumutbar ist. Vor rechtlichen Schritten sollte man unbedingt mit einem Juristen Rücksprache halten. Hilfe bieten zum Beispiel Mietervereine oder Verbraucherzentralen an.

Kündigungsfrist bei Schimmel in der Wohnung

Kann nachgewiesen werden, dass der Ausmaß des Schimmelbefalls so groß ist, dass eine Gesundheitsgefährdung besteht, ist eine fristlose Kündigung möglich. Ist dies nicht der Fall, sollten Mieter von der normalen Kündigungsfrist ausgehen. Denn der Vermieter hat in jedem Fall ein Recht, den Mangel zu beseitigen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 24.04.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Leοn Κnigge
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