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Hochwasser im Keller

Was ist zu tun, wenn die Kellerräume unter Wasser stehen? Welche Versicherung zahlt bei Hochwasser im Keller und in welchen Fällen steht Mietern eine Mietminderung zu?

Hochwasser im Keller: Wer zahlt?

Welche Versicherung zahlt, wenn der Keller unter Wasser steht? – Bei der Schadensregulierung nach einem Wasserschaden geht es zunächst um die Frage: Was wurde beschädigt? Denn wenn der Hausrat des Kellers hinüber ist, kommt eine andere Versicherungs ins Spiel als bei einem Schaden am Gebäude selbst.

Bei Sachschäden wie zum Beispiel zerstörtem Hausrat, der im Keller lagert – Der zerstörte Fernseher, der im Keller abgestellt wurde, wird ebenso von der Hausratversicherung übernommen, wie der eingelagerte Teppich oder die abgestellten Holzmöbel der Küche. Aber Achtung! Dieses gilt nur, wenn es sich um eine Hausratversicherung mit Elementarschutz handelt (eine Elementarschadenversicherung), der bei Vertragsabschluss gesondert vereinbart werden muss! Eine “normale” Hausratversicherung ohne Elementarschutz greift hier nicht.

Bei Schäden am Gebäude selbst – Jeglicher Gebäudeschaden, der durch Hochwasser entstanden ist, wird von der Gebäudeversicherung übernommen. Aber auch hier: Achtung! Auch in diesem Fall greift die Versicherung nur, wenn zusätzlich zum Basis-Schutz ein Elementarschutz vereinbart wurde! Eine Police ohne Elementarschutz übernimmt die Kosten bei Schäden durch:

  • Feuer (auch Löschwasserschäden),
  • Leitungswasser (auch bei geplatzten Rohren nach Frost),
  • Sturm und Hagel (ab Windstärke 8).

Wer sich zusätzlich gegen Hochwasserschäden, Schneeschäden und Schäden durch Erdrutsch versichern möchte, benötigt die Elementarversicherung.

BERATER-TIPP

„Immobilien, die nicht regelmäßig bewohnt werden, benötigen unter Umständen einen besonderen Versicherungsschutz, zum Beispiel in Form einer Gebäudeversicherung für Ferienhäuser. Der Hintergrund: Nur unregelmäßig bewohnte Gebäude stellen für die Versicherer ein Sonderrisiko dar. Wer sich hier nicht mit seinem Versicherer abspricht, riskiert seinen Versicherungsschutz!”

Was tun bei Hochwasser im Keller?

Hochwasser im Keller – was tun? Die oberste Regel lautet: Weiteren Schaden vermeiden, sowohl Personen- als auch Sach- bzw. Gebäudeschäden! Erst wenn sichergestellt ist, dass der Schaden nicht noch größer wird – und niemand zu Schaden kommen kann! – können Sie sich um weitere Schritte kümmern.

1. Weitere Schäden vermeiden

Eine große Gefahr geht bei Hochwasser im Keller von Stromleitungen aus: Wenn der Stromkasten ohne Gefahr zu erreichen ist, sollte der Strom für den Kellerbereich unverzüglich abgeschaltet werden. Befindet sich der Stromkasten im Keller, sollte für die eigene Sicherheit unbedingt die Feuerwehr gerufen werden! Gleiches gilt, wenn im Keller Giftstoffe oder Heizöl gelagert werden und austreten können.

2. Wasser abpumpen

Bevor es mit dem Aufräumen losgehen kann, muss das Wasser aus dem Keller abgepumpt werden. Dies sollte möglichst zeitnah geschehen, damit sich Dämmungen und Trockenbau-Teile möglichst nicht mit Wasser vollsaugen können. Zudem ist es ein Vorteil, wenn mit dem Wasser möglichst viel Schlamm entsorgt wird. Denn hat sich der Schlamm erst einmal verfestigt, ist die schwere, träge Masse nur schwer aus den Räumen zu entfernen.

Aber Achtung! Auch wenn man nach einem Hochwasser am liebsten unverzüglich mit den Aufräumarbeiten anfangen möchte: Das Abpumpen des Wasser sollte erst beginnen, wenn der Grundwasserspiegel ausreichend gesunken ist. Ansonsten kann die Bodenwanne des Gebäudes Schaden nehmen. Als grober Richtwert gilt: Loslegen können Hausbesitzer, sobald der Wasserstand außerhalb des Hauses niedriger ist als im Haus selbst.

3. Versicherung informieren, Schaden dokumentieren

Wenn der Wasserstand ein Abpumpen noch nicht zulässt, bleibt häufig etwas Zeit für eine erste Rücksprache mit dem Versicherer. Dieser gibt durch, welche Informationen in welcher Form benötigt werden, damit der Schaden später möglichst umstandslos und vollständig reguliert werden kann.

Damit dieses möglich ist, wird häufig eine Dokumentation des Schadens in Form von Fotos oder auch Videoaufnahmen verlangt. In einigen Fällen machen aus Skizzen Sinn. Möglichst genaue Zeitangaben können hilfreich sein, damit der Versicherer mithilfe des Wetterdienstes die Situation so gut es geht nachvollziehen kann.

Nichts wegwerfen ohne Rücksprache!
Bevor Gegenstände entsorgt werden, sollte unbedingt mit dem Versicherer Rücksprache gehalten werden, da dieser den Schaden womöglich von einem Sachverständigen begutachten lassen möchte. Werden Dinge voreilig entsorgt, ist dieses nicht mehr möglich und der Versicherungsnehmer bleibt womöglich auf einem Teil des Schadens sitzen.

4. Aufräumarbeiten

Auch wenn das Wasser abgepumpt ist, ist der Keller feucht nach dem Hochwasser und es besteht für eventuell unbeschädigten Hausrat im Keller weiterhin Gefahr: Die hohe Luftfeuchtigkeit kann für elektronische Geräte oder Holzmöbel ebenso zu einem Problem werden wie die Trockengeräte, die das Gemäuer trocknen sollen. Wer hier nicht aufpasst und den Hausrat in Sicherheit bringt, muss damit rechnen, dass die Versicherung nicht den kompletten Schaden übernimmt.

Nach Hochwasser: Keller trocknen

Ob beim Trocknen der Gemäuer ein spezialisiertes Unternehmen beauftragt werden muss, oder ob Trockengeräte aus dem Baumarkt ausreichen, hängt von der Stärke und der Dauer der Überschwemmung sowie von den verarbeiteten Baumaterialien ab. Bei einer nur kurzen Überschwemmungsphase und vergleichsweise stabilen Materialien reichen womöglich die Baumarkt-Geräte aus, die vom Hausbesitzer selbst aufgestellt werden können.

Egal für welche Variante man sich entscheidet, nach einem Hochwasser gilt: Keller trocknen, muss sein, um Langzeitschäden zu vermeiden. Denn der Keller ist in jedem Fall feucht nach einem Hochwasser.

Tipp: Nach dem Hochwasser: Kellerfenster abdichten

Um einen neuerlichen Schaden zu vermeiden (oder im besten Fall vorsorglich) empfiehlt es sich die Kellerfenster zu überprüfen und abzudichten. Im Internet finden sich verschiedene Anleitungen, um nach einem Hochwasser das Kellerfenster abzudichten.

Wie schütze ich meinen Keller vor Hochwasser?

Der Keller ist naturgemäß am meisten gefährdet, wenn ein Hochwasser kommt. Wer neu baut, sollte in jedem Fall mögliche Überschwemmungen in die Gebäudeplanung miteinbeziehen (Infomationen finden sich in der Hochwasserschutzfibel des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit). Bei Bestandsgebäuden kann man nachrüsten und so sein Haus vor Hochwasser schützen. Möglich sind Schutzelemente für die Fenster und mobile Hochwasserschutzwände, aber auch die Abdichtung der Kellerfenster ist ein elementarer Bestandteil der Schutzmaßnahmen (siehe Tipp: Nach dem Hochwasser: Kellerfenster abdichten).

Mietminderung bei Hochwasser im Keller

Wurde das Haus oder die Wohnung gemietet, muss gewährleistet sein, dass ein dazugehöriger Keller auch genutzt werden kann. Steht der Keller unter Wasser oder ist aus einem anderen Grund nicht nutzbar, steht dem Mieter eine Mietminderung zu.

Wie hoch diese Mietminderung bei Hochwasser im Keller ausfallen kann, bemisst sich an der so genannten Mietminderungsquote, die der Situation angemessen ist. Bei früheren Gerichtsurteilen wurde häufig entschieden, dass eine Mietminderung von 5 Prozent angemessen ist. Dieses ist allerdings nur eine Orientierungshilfe, im Einzelfall können andere Werte als angemessen betrachtet werden. Zu berücksichtigen sind zum Beispiel Gebäude aus der Nachkriegszeit, für die zum Teil eigene Bestimmungen gelten.

Beachten Sie: Hat das Hochwasser nicht nur die Räumlichkeiten beschädigt, sondern auch den Hausrat des Mieters, steht dem Mieter neben einer Mietminderung auch Schadensersatz zu.

Schauen Sie in Ihren Mietvertrag
Um Anspruch auf eine Mietminderung zu haben, müssen die Kellerräume bzw. das Kellerabteil auch tatsächlich zur Mietsache gehören. Die Nutzung des Kellers muss also vertraglich festgehalten sein. Wird der Keller oder ein Teil des Kellers ohne Absprache mit dem Vermieter genutzt, kann die Haftungsfrage mitunter schwierig werden.

(Sämtliche Angaben dieses Beitrags ohne Gewähr!)

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