Berufs­unfähigkeits­versicherung kündigen: Musterbrief, Fristen und bessere Wege

Fachlich geprüft durch Patrick Knittel
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Das Wichtigste in Kürze

  • Jederzeit zum Ende der Versicherungsperiode können Sie Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung kündigen, bei monatlicher Zahlweise meist zum Monatsende. Bei Verträgen ab Oktober 2016 genügt eine E‑Mail, bei älteren prüfen Sie die Form in den Bedingungen.
  • Geld zurück gibt es bei einer reinen BU in der Regel nicht, weil die Überschüsse laufend den Beitrag senken. Einen Rückkaufswert gibt es nur bei Verträgen mit Sparanteil, etwa einer Zusatz­versicherung zur Lebens­versicherung.
  • Kündigen Sie erst nach der Zusage eines neuen Versicherers: 2023 wurden laut GDV 3 % der BU-Anträge abgelehnt und 10 % nur mit Leistungsausschluss angenommen.
  • Bei Geldsorgen sind eine Stundung oder eine niedrigere Rente fast immer besser als die Kündigung. Die Beitragsfreistellung wirkt dauerhaft und lässt bei einer reinen BU meist nur eine kleine Rente übrig.
  • Ein späterer Neuabschluss wird teurer: Wer mit 40 kündigt und denselben Schutz neu abschließt, zahlt im Beispiel 11,01 € mehr im Monat, bis 67 rund 3.570 €, und beantwortet alle Gesundheitsfragen neu.
Patrick Knittel

Ein Kündigungsschreiben ist schnell aufgesetzt, der Schutz dahinter nicht …

Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung, kurz BU, zu kündigen, ist formal einfach: ein Schreiben in Textform, wirksam zum Ende der laufenden Versicherungsperiode. Schwer wird es danach. Geld zurück gibt es bei einer reinen BU in aller Regel nicht. Wer später wieder Schutz braucht, beantragt neu, ist älter und beantwortet die Gesundheitsfragen zum dann aktuellen Stand. Deshalb finden Sie hier beides: den Musterbrief für alle, deren Entscheidung feststeht, und die Wege, mit denen Sie einen Engpass überbrücken, ohne den Schutz aufzugeben. Dazu kommen Fristen, Widerruf, Rückkaufswert, die Sonderfälle bei der Zusatz­versicherung und die Frage, wann der Versicherer selbst kündigen darf.

Was passiert, wenn Sie Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung kündigen?

Kündigen Sie Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung, endet der Schutz zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode. Ab dann zahlen Sie keinen Beitrag mehr. Werden Sie aber berufsunfähig, bekommen Sie keine Rente. Geld zurück gibt es bei einer reinen BU meist nicht. Ein späterer Neuabschluss kostet mehr und setzt eine neue Gesundheitsprüfung voraus.

Das ist neu in 2026

Neue Widerrufsmöglichkeit: Seit dem 19. Juni 2026 müssen Versicherer bei Verträgen, die online im Fernabsatz geschlossen wurden, eine Widerrufsfunktion bereitstellen. Über eine Schaltfläche „Vertrag widerrufen“ erklären Sie den Widerruf dann direkt auf der Internetseite des Versicherers. Eine Kündigungsschaltfläche schreibt das Gesetz für Versicherungen dagegen weiterhin nicht vor.

Unsere Vorlage für Ihr Kündigungsschreiben

Steht Ihre Entscheidung fest, nutzen Sie unseren Musterbrief als Word-Datei. Sie tragen nur Ihre Anschrift, die Anschrift des Versicherers, die Versicherungsnummer und den gewünschten Termin ein. Die Vorlage kündigt zusätzlich „hilfsweise zum nächstmöglichen Termin“. So ist die Kündigung auch dann wirksam, wenn Sie das Datum falsch berechnet haben.

Musterbrief: Berufs­unfähigkeits­versicherung kündigen (Word-Datei)

Zusätzlich bittet der Brief um eine schriftliche Bestätigung mit dem Datum, zu dem der Vertrag endet. Heben Sie diese Bestätigung auf. Wollen Sie wechseln, schicken Sie den Brief erst ab, wenn der neue Versicherungsschein bei Ihnen liegt. Warum das so wichtig ist, lesen Sie weiter unten.


Was Sie gewinnen und was Sie verlieren

Der Gewinn einer Kündigung ist sofort sichtbar: Der Beitrag fällt weg. Was Sie verlieren, zeigt sich erst später, und es lässt sich nicht einfach zurückkaufen. Die Tabelle stellt beide Seiten für eine reine Berufs­unfähigkeits­versicherung gegenüber, also einen Vertrag ohne Sparanteil.

PunktNach der KündigungWenn Sie den Vertrag behalten
BeitragFällt zum Ende der Periode wegLäuft weiter, Stundung oder Herabsetzung möglich
SchutzEndet, oder es bleibt eine kleine beitragsfreie Rente, wenn Ihr Vertrag die Mindestrente erreichtBleibt bis zum vereinbarten Endalter
Geld zurückMeist nichts, nur bei angesammelten ÜberschüssenKein Thema
Neuer VertragHöheres Eintrittsalter, neue GesundheitsfragenEintrittsalter und Gesundheit von damals gelten weiter
Fristen des VersicherersBeginnen im neuen Vertrag wieder bei nullNach 5 Jahren abgelaufen, bei Vorsatz oder Arglist nach 10 Jahren

Ohne BU bleibt bei Berufs­unfähigkeit nur die gesetzliche Erwerbsminderungs­rente. Wer 2025 neu eine volle Erwerbsminderungs­rente bekam, erhielt im Schnitt 1.126 Euro im Monat, und zwar als Zahlbetrag nach Abzug von Kranken- und Pflege­versicherung. Die volle Rente bekommt nur, wer weniger als drei Stunden am Tag arbeiten kann (Quelle: Deutsche Renten­versicherung).


Kündigung nur bei Zusage des neuen Versicherers

Wer wechseln will, kündigt erst, wenn der neue Versicherer den Antrag ohne Einschränkung angenommen hat. Selbstverständlich ist das nicht. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wurden 2023 drei Prozent der BU-Anträge abgelehnt, zehn Prozent mit Leistungsausschluss und drei Prozent mit Zuschlag angenommen (Quelle: GDV).

Wo die Gesundheitsgeschichte Fragen aufwirft, ist die Lage deutlich enger. In unserer Beratung wird nur etwa jede fünfte Risikovoranfrage zu normalen Bedingungen angenommen. Eine Diagnose, die seit Ihrem Abschluss dazugekommen ist, kann im neuen Vertrag zum Ausschluss werden. Im alten Vertrag ist sie versichert, weil dort Ihre Gesundheit von damals zählt.

Vorzeitig enden jedes Jahr mehr BU-Verträge, als viele vermuten. Für 2024 weist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bei der Einzel-BU 188.000 vorzeitige Abgänge auf 5.651.000 Verträge aus. Das sind 3,33 Prozent, gegenüber 2,71 Prozent über alle Lebens­versicherungen. Darin stecken Kündigungen, Beitragsfreistellungen und Rückkäufe zusammen (Quelle: BaFin).

Vor der Kündigung Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung prüfen lassen

Ob sich Ihr Vertrag anpassen, retten oder ersetzen lässt, steht in den Bedingungen von damals. Wir prüfen sie mit Ihnen, kostenfrei und unverbindlich.

  • Prüfung Ihres bestehenden Vertrags vor der Kündigung
  • Stundung, niedrigere Rente und Wechsel durchgerechnet
  • Anonyme Risikovoranfrage, bevor Sie etwas aufgeben
  • Finanztip empfiehlt unsere BU-Beratung
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Berater

Wann ist eine Kündigung der Berufs­unfähigkeits­versicherung sinnvoll?

Sinnvoll ist eine Kündigung nur in zwei Lagen: wenn ein besserer Vertrag schon angenommen ist oder wenn Sie die Absicherung wirklich nicht mehr brauchen. Ein vorübergehender Engpass, ein Beitragsanstieg oder Ärger mit dem Versicherer sind keine guten Gründe. Dafür gibt es Wege, bei denen der Schutz bestehen bleibt.

Wann lohnt sich ein Wechsel?

Ein Wechsel lohnt sich vor allem, wenn Ihr Vertrag einen Mangel in den Bedingungen hat, den Sie im Bestand nicht beheben können. Das klassische Beispiel ist die abstrakte Verweisung: Der Versicherer darf Sie dann auf jeden anderen Beruf verweisen, den Sie gar nicht ausüben. In der Leistungspraxis ist das selten, ein Wechsel lohnt deshalb nur, wenn Sie den neuen Vertrag ohne Einschränkung bekommen. Auch ein zu frühes Endalter kann einen Wechsel tragen.

Wann sich ein Anbieterwechsel rechnet, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen und was Ihr Altvertrag mit jedem Jahr an Wert gewinnt, erklären wir ausführlich auf unserer Seite Berufs­unfähigkeits­versicherung wechseln. Für diese Seite zählt nur eine Regel: Die Kündigung ist der letzte Schritt eines Wechsels, nie der erste.


Wenn Sie die Absicherung nicht mehr brauchen

Manchmal ist der Schutz schlicht überflüssig geworden. Das kann kurz vor dem Ende der Versicherungsdauer sein, wenn nur noch wenige Beiträge ausstehen, oder wenn Ihr Lebensunterhalt ohne Ihr Arbeitseinkommen gesichert ist, etwa durch Vermögen oder eine Altersrente. Dann ist die Kündigung eine nüchterne Rechnung und kein Fehler.

Rechnen Sie dafür die restlichen Beiträge gegen die Rente, die Sie im Ernstfall bis zum Vertragsende bekämen. Bei einer Rente von 1.500 Euro und drei verbleibenden Jahren stehen bis zu 54.000 Euro Leistung gegen drei Jahresbeiträge. Fällt die Rechnung trotzdem klar aus, kündigen Sie mit dem Musterbrief oben.


Wann sollten Sie bei Ihrem Versicherer bleiben?

Gegen eine Kündigung sprechen vor allem Umstände, die sich seit dem Abschluss zu Ihren Ungunsten verändert haben. Je mehr der folgenden Punkte auf Sie zutreffen, desto wertvoller ist Ihr bestehender Vertrag:

  • Ihre Gesundheit hat sich seit dem Abschluss verschlechtert, auch durch Beschwerden ohne feste Diagnose
  • Sie sind deutlich älter als beim Abschluss und brauchen den Schutz noch viele Jahre
  • Ein neuer Versicherer hat noch nicht zugesagt oder will einen Ausschluss
  • Ein Leistungsantrag läuft oder ist absehbar
  • Der Engpass ist vorübergehend, etwa in der Elternzeit oder bei Arbeitslosigkeit
Ihre SituationKündigen?Der bessere Weg
Beitrag ist vorübergehend nicht bezahlbarNeinStundung beantragen
Beitrag ist dauerhaft zu hochNeinRente herabsetzen, Bausteine streichen
Besserer Vertrag ist angenommenJa, danachKündigen zum Beginn des neuen Schutzes
Gesundheit hat sich verschlechtertNeinAltvertrag halten, Lücken per Nach­versicherung schließen
Absicherung wird nicht mehr gebrauchtJa, möglichRestbeiträge gegen mögliche Rente rechnen

Experten-Tipp:
Wer wegen Geld kündigt, löst ein kurzes Problem mit einer dauerhaften Lücke

„Wenn mir jemand sagt, er will seine BU kündigen, frage ich zuerst nach dem Grund. Selten ist es ein besserer Vertrag, meistens ist es das Geld. Ein Engpass von ein paar Monaten ist aber kein Grund, einen Schutz aufzugeben, den Sie mit heutiger Gesundheit vielleicht nicht mehr bekommen. Mein Rat: Fragen Sie Ihren Versicherer schriftlich nach Stundung und Herabsetzung, bevor Sie das Kündigungsschreiben abschicken.“

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Berater

Wie kündigen Sie Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung richtig?

Sie kündigen mit einem Schreiben in Textform, also per Brief, Fax oder E‑Mail, unter Angabe Ihrer Versicherungsnummer. Wirksam wird die Kündigung zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode, die sich nach Ihrer Zahlweise richtet. Eine Begründung brauchen Sie nicht. Entscheidend ist, dass das Schreiben rechtzeitig und nachweisbar beim Versicherer eingeht.

1. Termin bestimmen

Prüfen Sie im Versicherungsschein Ihre Zahlweise. Sie bestimmt, zu welchem Termin Ihre Kündigung frühestens wirkt.

2. Schreiben aufsetzen

Nutzen Sie unseren Musterbrief mit Versicherungsnummer, Termin und dem Zusatz „hilfsweise zum nächstmöglichen Termin“.

3. Zugang nachweisen

Schicken Sie die Kündigung so, dass Sie den Eingang belegen können, etwa per E‑Mail mit Eingangsbestätigung oder per Einschreiben.

4. Bestätigung prüfen

Kontrollieren Sie das Enddatum in der Bestätigung und ob der Beitragseinzug danach wirklich endet.


Wie läuft die ordentliche Kündigung ab?

Für die Berufs­unfähigkeits­versicherung gelten die Regeln der Lebens­versicherung. Danach können Sie bei laufender Beitragszahlung jederzeit zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode kündigen. So steht es in § 168 des Versicherungs­vertrags­gesetzes (VVG), der über § 176 VVG auch für die BU gilt (Quelle: VVG § 168).

Die Versicherungsperiode ist nach dem Gesetz ein Jahr, wenn der Beitrag nicht nach kürzeren Abschnitten bemessen ist. In den Musterbedingungen des GDV entspricht sie Ihrer Zahlweise (Quelle: VVG § 12). Zahlen Sie monatlich, endet der Vertrag in der Regel zum Monatsende. Lesen Sie in Ihren Bedingungen unter „Kündigung“ nach, was Ihr Vertrag genau vorsieht.


Kündigungsfristen im Überblick

Die Kündigung muss vor dem Ende der Periode beim Versicherer eingehen. Die Tabelle zeigt, zu welchem Termin sie je nach Zahlweise wirkt und welche Frist für den Widerruf eines neuen Vertrags gilt.

FallKündigung wirkt zumBeispiel
Monatliche ZahlweiseEnde des laufenden MonatsEingang am 20. März, Vertragsende am 31. März
Vierteljährliche ZahlweiseEnde des laufenden ZahlquartalsQuartal beginnt mit dem Vertragsbeginn, nicht mit dem Kalender
Halbjährliche ZahlweiseEnde des laufenden HalbjahresHalbjahr ab Vertragsbeginn gerechnet
Jährliche ZahlweiseEnde des VersicherungsjahresVertragsbeginn 1. Juli, Ende am 30. Juni
Widerruf eines neuen Vertrags30 Tage nach Zugang aller UnterlagenGilt für den neuen, nicht für den alten Vertrag

Oft ist noch von einer Frist von „einem Monat vor Ablauf des Versicherungsjahres“ und von § 11 VVG die Rede. Diese Vorschrift betrifft aber unbefristete Verträge. Für die BU gilt die Sonderregel des § 168 VVG, und die erlaubt die Kündigung zu jedem Periodenende.


Form: Meist genügt eine E‑Mail, Einschreiben ist freiwillig

Nach den Musterbedingungen des GDV genügt die Textform, also auch eine E‑Mail. Bei Verträgen ab Oktober 2016 darf der Versicherer in seinen Bedingungen keine strengere Form als die Textform verlangen (Quelle: BGB § 309). Bei älteren Verträgen kann noch die Schriftform vereinbart sein. Steht in Ihren Bedingungen „schriftlich“, schicken Sie einen unterschriebenen Brief. Ein Einschreiben mit Rückschein ist kein Muss, aber ein sicherer Weg, den Zugang zu beweisen.

Einen Kündigungsbutton auf der Internetseite, wie ihn viele online geschlossene Verträge haben müssen, gibt es bei der BU nicht. Die Pflicht dazu gilt nicht für Verträge über Finanzdienstleistungen, zu denen Versicherungen zählen (Quelle: BGB § 312k). Schicken Sie Ihre Kündigung deshalb an die Anschrift oder E‑Mail-Adresse aus Ihren Vertragsunterlagen.


Wann kann ich außerordentlich kündigen?

Ein Sonderkündigungsrecht bei einer Beitragserhöhung gibt es nur, wenn der Versicherer den Beitrag über eine Anpassungsklausel erhöht. Dann können Sie innerhalb eines Monats nach der Mitteilung kündigen (Quelle: VVG § 40). Das ist bei der BU selten, denn die meisten Erhöhungen haben einen anderen Grund.

Fast alle BU-Verträge kennen einen höheren Bruttobeitrag und einen niedrigeren Zahlbeitrag. Sinken die Überschüsse, steigt der Zahlbeitrag bis höchstens zum Bruttobeitrag. Das ist vertraglich vereinbart und löst kein Sonderkündigungsrecht aus. Kündigen können Sie ohnehin jederzeit zum Periodenende, ein Sonderrecht brauchen Sie dafür nicht.

Erhöht der Versicherer den Beitrag ausnahmsweise nach § 163 VVG mit Bestätigung eines Treuhänders, können Sie verlangen, dass stattdessen die Leistung herabgesetzt wird (Quelle: VVG § 163). Und passt der Versicherer den Vertrag nach einer falschen Angabe im Antrag an, indem er den Beitrag um mehr als zehn Prozent erhöht oder einen Ausschluss einfügt, dürfen Sie innerhalb eines Monats fristlos kündigen (Quelle: VVG § 19).


Widerruf: Der Ausweg in den ersten 30 Tagen

Einen gerade geschlossenen Vertrag müssen Sie nicht kündigen, Sie können ihn innerhalb von 30 Tagen widerrufen, ohne Begründung und in Textform. Die Frist beginnt erst, wenn Versicherungsschein, Bedingungen, Informationen und Belehrung bei Ihnen eingegangen sind. Rechtzeitiges Absenden genügt (Quelle: VVG § 152).

Nach einem Widerruf zahlt der Versicherer den Beitragsanteil ab Zugang des Widerrufs zurück. Wichtig ist das vor allem beim Wechsel: Enthält der neue Vertrag einen Ausschluss, den Sie übersehen haben, kommen Sie innerhalb der 30 Tage folgenlos heraus, solange der Altvertrag noch läuft.


Wann eine Kündigung nicht möglich ist

Beziehen Sie bereits eine BU-Rente, können Sie den Vertrag nach den Musterbedingungen des GDV nicht kündigen (Quelle: GDV-Musterbedingungen). Das schützt Sie: Im Leistungsfall sind Sie ohnehin von den Beiträgen befreit, eine Kündigung würde nur die Rente beenden.

Läuft gerade ein Leistungsantrag, ist eine Kündigung zwar möglich, aber fast immer ein Fehler. Welche Unterlagen der Versicherer prüft und wie Sie den Antrag sauber stellen, erklären wir im Ratgeber zum Leistungsantrag.

Experten-Tipp:
Kündigen Sie zu einem Termin, nicht an einem Tag

„Das Schreiben selbst ist das kleinste Risiko. Fehler passieren beim Datum. Ich lasse jede Kündigung auf einen festen Termin lauten und hilfsweise auf den nächstmöglichen, damit sie nicht an einer falschen Rechnung scheitert. Beim Wechsel lege ich das Ende des alten Vertrags auf den Beginn des neuen, nie davor. Und erst wenn die Bestätigung mit dem Enddatum da ist, ist die Sache für mich erledigt.“

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Berater

Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung ohne Lücke wechseln

Wir klären vorab, ob ein neuer Vertrag für Sie erreichbar ist, und legen Kündigung und Neubeginn auf denselben Tag. Ihr Altvertrag bleibt bis dahin unberührt.

  • Anonyme Risikovoranfrage bei vielen Versicherern
  • Kündigung erst nach der schriftlichen Annahme
  • Alt- und Neuvertrag nebeneinander verglichen
  • Finanztip empfiehlt unsere BU-Beratung
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Berater

Bekommen Sie bei einer Kündigung der Berufs­unfähigkeits­versicherung Geld zurück?

In der Regel nicht. Eine selbständige Berufs­unfähigkeits­versicherung versichert nur das Risiko, berufsunfähig zu werden, und bildet dafür kaum Kapital. Die Überschüsse senken meist laufend Ihren Beitrag. Geld gibt es nur, wenn der Vertrag Überschüsse ansammelt oder einen Sparanteil hat.

Hat die Berufs­unfähigkeits­versicherung einen Rückkaufswert?

Einen gesetzlichen Rückkaufswert schuldet der Versicherer nur bei Verträgen, bei denen der Eintritt der Leistung gewiss ist, etwa bei einer Kapitallebens­versicherung. Bei der BU ist ungewiss, ob Sie je berufsunfähig werden, deshalb fällt sie nicht darunter (Quelle: VVG § 169).

Die Musterbedingungen des GDV schließen außerdem einen Anspruch auf Rückzahlung der Beiträge aus. Die Beiträge haben Ihren Schutz bezahlt, solange der Vertrag lief. Das ist kein Verlust im eigentlichen Sinn: Wer nicht berufsunfähig geworden ist, hat für sein Geld genau die Sicherheit bekommen, die er gekauft hat.


Hier gibt es bei Kündigung eine Auszahlung

Nach den GDV-Musterbedingungen wird eine gekündigte BU in eine beitragsfreie Versicherung umgewandelt, wenn die beitragsfreie BU-Rente einen Mindestbetrag erreicht. Wie hoch dieser ist, legt jeder Versicherer in seinen Bedingungen fest. Wird er nicht erreicht, endet der Vertrag, und Sie erhalten einen Rückkaufswert, soweit einer vorhanden ist. In den ersten Jahren ist wegen der Abschluss- und Vertriebskosten und der Risikobeiträge kein oder nur wenig Geld dafür vorhanden.

VertragGeld bei KündigungWoher es kommt
Selbständige BU mit BeitragsverrechnungMeist nichtsÜberschüsse haben laufend den Beitrag gesenkt
Selbständige BU mit verzinslicher AnsammlungDas angesammelte GuthabenGutgeschriebene Überschüsse
BU mit BeitragsrückgewährEin RückkaufswertSparanteil des Vertrags
Zusatz­versicherung zur Kapitallebens- oder Renten­versicherungRückkaufswert des HauptvertragsHauptvertrag, nicht die BU
Zusatz­versicherung zur Risikolebens­versicherungMeist nichtsKein Sparanteil im Vertrag

Fordern Sie nach der Kündigung eine Abrechnung über Überschüsse an, wenn Ihr Vertrag keine Beitragsverrechnung hatte. Was in welcher Überschussform steckt, erklären wir ausführlich im Ratgeber Gibt es bei der BU Geld zurück?


Was Sie die Kündigung wirklich kostet

Teuer wird eine Kündigung erst, wenn Sie den Schutz später wieder brauchen. Dann zählt das neue Eintrittsalter. Bei der Allianz kostet ein Elektrotechniker mit 1.500 Euro Rente bis 67 im Tarif BU Komfort mit 30 Jahren 72,37 Euro im Monat, mit 40 Jahren 83,38 Euro und mit 50 Jahren 91,94 Euro (Quelle: Allianz).

EintrittsalterMonatsbeitragMehr als mit 30
30 Jahre72,37 €Ausgangswert
40 Jahre83,38 €Plus 11,01 € (plus 15,2 %)
50 Jahre91,94 €Plus 19,57 € (plus 27,0 %)

Beispielrechnung unserer Redaktion: Wer mit 30 abgeschlossen hat, mit 40 kündigt und denselben Schutz neu beantragt, zahlt 11,01 Euro mehr im Monat. Bis zum Endalter 67 sind das rund 3.570 Euro. Die Rechnung unterstellt, dass Ihr Altvertrag so viel kostet wie ein heutiger Abschluss mit 30, und gilt nur bei Annahme ohne Zuschlag. Grundlage: Allianz-Beiträge für Versicherungsbeginn 1. Juli 2026, Stand 22. Juni 2026.

Der Beitrag ist dabei der kleinere Teil. Im neuen Vertrag beantworten Sie alle Gesundheitsfragen neu, und die Rechte des Versicherers wegen falscher Angaben laufen wieder fünf Jahre, bei Vorsatz oder Arglist zehn Jahre (Quelle: VVG § 21). Was den Beitrag sonst bestimmt, zeigt unser Ratgeber zu den Kosten der BU.

Welche Alternativen zur Kündigung der Berufs­unfähigkeits­versicherung gibt es?

Statt zu kündigen, können Sie die Beiträge stunden, die Rente herabsetzen, einzelne Bausteine streichen, den Vertrag beitragsfrei stellen oder beim selben Versicherer den Tarif wechseln. Bei einem vorübergehenden Engpass ist die Stundung meist die beste Wahl, bei dauerhaft zu hohem Beitrag die niedrigere Rente.

Die Alternativen im Vergleich

AlternativeSchutz währenddessenWirkung auf den BeitragDer Haken
StundungBleibt meist voll erhaltenAufgeschoben, später nachzuzahlenKein gesetzlicher Anspruch, Bedingungen prüfen
Rente herabsetzenBleibt, aber niedrigerSinkt dauerhaftSpätere Erhöhung oft nur mit Gesundheitsprüfung
Bausteine streichenBleibt im KernSinkt etwasZusatzschutz geht verloren
BeitragsfreistellungNur noch kleine beitragsfreie RenteEntfälltDauerhaft, Rückkehr nur nach Bedingungen
Wechsel nach ZusageNeuer Vertrag ersetzt den altenJe nach AngebotNeue Gesundheitsprüfung, neue Fristen

Stundung der Beiträge beantragen

Bei einer Stundung setzen Sie die Beiträge für eine vereinbarte Zeit aus und zahlen sie später nach, der Schutz bleibt in der Regel bestehen. Einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es nicht, es ist eine Option Ihrer Bedingungen. Wie lange Sie stunden können und welche Voraussetzungen gelten, legt jeder Versicherer selbst fest.

Manche Tarife bieten eigene Überbrückungshilfen. Bei der KlinikRente von Swiss Life können Sie den Beitrag zum Beispiel bis zu 36 Monate auf fünf Euro im Monat senken, 70 Prozent der BU-Rente bleiben dabei versichert (Quelle: Swiss Life). Fragen Sie Ihren Versicherer schriftlich, welche Möglichkeit Ihr Vertrag kennt.


Rente herabsetzen statt kündigen

Der Beitrag folgt der versicherten Rente. Senken Sie die Rente, sinkt der Beitrag dauerhaft und sofort. Das kostet Absicherung, ist aber besser als gar keine. Bleiben Sie dabei möglichst bei einer Rente, mit der Sie im Ernstfall zusammen mit der gesetzlichen Erwerbsminderungs­rente über die Runden kämen.

Prüfen Sie vorher, ob Ihr Vertrag eine spätere Wiedererhöhung ohne neue Gesundheitsprüfung zulässt. Sonst brauchen Sie dafür einen Anlass aus der Nach­versicherungsgarantie, etwa Heirat, Geburt eines Kindes oder Hauskauf, oder eine neue Gesundheitsprüfung.


Vertragsbestandteile kündigen

Statt des ganzen Vertrags können Sie einzelne Bausteine streichen lassen, etwa eine Arbeitsunfähigkeitsklausel, eine Pflegeoption oder eine Leistungsdynamik. Auch der jährlichen Erhöhung aus der Beitragsdynamik können Sie widersprechen. Das hält den Beitrag stabil, kann bei manchen Versicherern aber das Recht auf künftige Erhöhungen kosten, wie wir im Ratgeber zur Dynamik erklären.


Vertrag beitragsfrei stellen

Die Beitragsfreistellung ist ein gesetzliches Recht: Sie können sie jederzeit zum Schluss der Versicherungsperiode verlangen, wenn die vereinbarte Mindestleistung erreicht wird. Sonst erhalten Sie einen vorhandenen Rückkaufswert, und der Vertrag endet (Quelle: VVG § 165).

Anders als viele glauben, ist die Freistellung keine Pause, sondern eine dauerhafte Umwandlung. Bei einer reinen BU bleibt dann meist nur eine sehr kleine Rente. Eine Freistellung lässt sich nicht ohne Weiteres rückgängig machen und eine Wiederherstellung kann eine neue Gesundheitsprüfung erfordern.

Experten-Tipp:
Die Beitragsfreistellung klingt nach Pause, ist aber meist ein Abschied

„Beitragsfrei stellen hört sich harmlos an, als würde der Vertrag nur kurz schlafen. Bei einer reinen BU bleibt danach aber eine Rente übrig, von der niemand leben kann, und zurück geht es nur, wenn die Bedingungen das ausdrücklich vorsehen. Ich lese deshalb immer zuerst die Klausel zur Wiederinkraftsetzung. Steht dort keine Frist ohne Gesundheitsprüfung, ist die Stundung oder eine niedrigere Rente für mich der bessere Weg.“

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Versicherungsvertrag pausieren

„Pausieren“ ist kein fester Begriff im Gesetz. Gemeint ist je nach Versicherer eine Stundung, eine befristete Beitragsfreistellung oder eine eigene Ruheregelung. Die entscheidende Frage lautet immer: Bin ich während der Pause versichert? Lautet die Antwort nein, ist die Pause keine Alternative, sondern eine Lücke auf Zeit.


Tarifwechsel beim gleichen Anbieter

Fragen Sie Ihren Versicherer, ob er Ihnen einen anderen Tarif im eigenen Haus anbietet, etwa mit einer günstigeren Berufseinstufung nach einem Berufswechsel. Klären Sie dabei schriftlich, ob er für den Wechsel neue Gesundheitsfragen stellt. Tut er das, gelten dieselben Vorsichtsregeln wie bei einem Wechsel zu einem anderen Anbieter.

Stundung, niedrigere Rente oder Wechsel: Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung durchgerechnet

Welche Alternative Ihr Vertrag kennt und was sie Sie kostet, steht in Ihren Bedingungen. Wir lesen sie mit Ihnen und rechnen die Wege nebeneinander, kostenfrei und unverbindlich.

  • Alternativen zur Kündigung in Ihren Bedingungen geprüft
  • Beitrag und Rente für jeden Weg nebeneinander
  • Ergebnis auch dann, wenn es „Vertrag behalten“ heißt
  • Finanztip empfiehlt unsere BU-Beratung
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Wann darf der Versicherer Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung kündigen?

Der Versicherer kann sich vor allem in zwei Fällen vom Vertrag lösen: wenn Sie im Antrag Fragen zu Ihrer Gesundheit falsch beantwortet haben und wenn Sie mit einem Folgebeitrag in Verzug sind. In beiden Fällen gelten strenge Regeln, und Sie haben Möglichkeiten, sich zu wehren.

Wann kann die Versicherung Ihnen kündigen?

Haben Sie im Antrag eine Frage falsch beantwortet, hängt die Folge vom Grad Ihres Verschuldens ab. Zurücktreten, kündigen oder den Vertrag anpassen darf der Versicherer nur, wenn er Sie vorher gesondert in Textform über die Folgen einer falschen Angabe belehrt hat (Quelle: VVG § 19).

VerschuldenRecht des VersicherersFolge für Sie
Ohne Verschulden oder leicht fahrlässigKündigung mit einem Monat Frist, stattdessen Vertragsanpassung, wenn er Sie zu anderen Bedingungen versichert hätteGekündigter Vertrag wird beitragsfrei, angepasster läuft mit Zuschlag oder Ausschluss weiter
Grob fahrlässigRücktritt, stattdessen Vertragsanpassung, wenn er Sie zu anderen Bedingungen versichert hätteNach Rücktritt keine Leistung, außer der verschwiegene Umstand war nicht ursächlich
VorsätzlichRücktrittKeine Leistung, außer der verschwiegene Umstand war nicht ursächlich
ArglistigAnfechtung wegen TäuschungKeine Leistung, gezahlte Beiträge bleiben beim Versicherer

Geltend machen muss er seine Rechte innerhalb eines Monats, nachdem er von der falschen Angabe erfahren hat. Sie erlöschen fünf Jahre nach Vertragsschluss, bei Vorsatz oder Arglist nach zehn Jahren. Das gilt nicht für Versicherungsfälle, die vorher eingetreten sind (Quelle: VVG § 21).

Kündigt der Versicherer wegen leichter Fahrlässigkeit, endet Ihr Schutz nicht ganz: Der Vertrag wird in eine beitragsfreie Versicherung umgewandelt, mit der Rente, die Ihre bisherigen Beiträge tragen (Quelle: VVG § 166).

Nach einem Rücktritt oder einer Anfechtung stehen dem Versicherer die Beiträge bis zu diesem Zeitpunkt zu (Quelle: VVG § 39). Wie ernst das Thema im Leistungsfall ist, zeigen die typischen Gesundheitsfragen im Antrag. Wir erklären sie im Ratgeber zu den Gesundheitsfragen der BU.


Zahlungsverzug: Mahnung, Leistungsfreiheit, Kündigung

Zahlen Sie einen Folgebeitrag nicht, muss der Versicherer Sie in Textform mahnen und Ihnen mindestens zwei Wochen Frist setzen. Verstreicht sie, zahlt der Versicherer für einen danach eintretenden Versicherungsfall nur noch die Leistung, die Ihre bisherigen Beiträge als beitragsfreie Versicherung tragen (Quelle: VVG § 166). Bei einer reinen BU ist das meist sehr wenig oder nichts. Außerdem darf er fristlos kündigen, dann wird der Vertrag beitragsfrei gestellt. Zahlen Sie innerhalb eines Monats nach der Kündigung, wird sie unwirksam (Quelle: VVG § 38).

Experten-Tipp:
Eine geplatzte Lastschrift ist die teuerste Art zu kündigen

„Manche lassen die Lastschrift einfach platzen, statt zu kündigen. Das ist der schlechteste Weg. Ab dem Ende der Mahnfrist schrumpft Ihr Schutz auf das, was Ihre bisherigen Beiträge als beitragsfreie Rente tragen, und bei einer reinen BU ist das oft fast nichts. Wenn das Geld knapp wird, melden Sie sich beim Versicherer, bevor die erste Rate ausfällt. Dann lässt sich über eine Stundung reden, solange Ihr Schutz noch vollständig besteht.“

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Wie kündigen Sie eine Berufs­unfähigkeitszusatz­versicherung?

Eine Berufs­unfähigkeitszusatz­versicherung, kurz BUZ, hängt an einem Hauptvertrag, meist einer Renten-, Kapitallebens- oder Risikolebens­versicherung. Oft können Sie sie einzeln kündigen, dann läuft der Hauptvertrag weiter. Kündigen Sie dagegen den Hauptvertrag, endet auch die BUZ.

Was, wenn ich eine Berufs­unfähigkeitszusatz­versicherung habe?

Die BUZ ist weit verbreitet: Ende 2024 gab es laut GDV 10,5 Millionen Zusatz­versicherungen gegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit, einschließlich reiner Beitragsbefreiungen (Quelle: GDV). Welche Fristen gelten und ob Sie nur die BUZ kündigen können, steht in den Bedingungen Ihres Vertrags.

Kündigen Sie nur die BUZ, erlischt der Berufs­unfähigkeitsschutz, der Hauptvertrag läuft mit niedrigerem Beitrag weiter. Einen Rückkaufswert gibt es aus der BUZ dabei in der Regel nicht, so regeln es zum Beispiel die BUZ-Bedingungen von Swiss Life (Quelle: Swiss Life). Mehr zum Aufbau erklärt unser Ratgeber zur Berufs­unfähigkeitszusatz­versicherung.


Rückkaufswert nur bei Kombi-Verträgen

Geld bei einer Kündigung gibt es nur aus einem Hauptvertrag mit Sparanteil. Kündigen Sie eine Kapitallebens- oder Renten­versicherung mit BUZ, zahlt der Versicherer den Rückkaufswert des Hauptvertrags aus. Die BUZ selbst bringt nichts mit, sie endet einfach. Wer an das Geld will, gibt also seinen BU-Schutz mit auf.

Was Sie kündigenWas mit dem BU-Schutz passiertWas Sie bekommen
Nur die BUZEndet, Hauptvertrag läuft weiterAus der BUZ meist nichts
Kapitallebens- oder Renten­versicherung mit BUZEndet mit dem HauptvertragRückkaufswert des Hauptvertrags
Risikolebens­versicherung mit BUZEndet mit dem HauptvertragMeist nichts

Brauchen Sie den BU-Schutz noch, sichern Sie vor der Kündigung des Hauptvertrags eine selbständige BU. Klären Sie per anonymer Risikovoranfrage, zu welchen Bedingungen Sie heute versichert würden, und kündigen Sie erst nach der Annahme.

Vor der Kündigung Ihrer Lebens­versicherung den BU-Schutz sichern

Wer eine Lebens­versicherung mit Zusatz­versicherung kündigt, verliert die Absicherung der Arbeitskraft gleich mit. Wir klären vorher, welche selbständige BU Sie heute bekommen.

  • Anonyme Risikovoranfrage vor der Kündigung
  • Vergleich vieler Versicherer für Ihren Beruf
  • Begleitung bis in den Leistungsfall
  • Finanztip empfiehlt unsere BU-Beratung
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Häufige Fragen zur Kündigung der Berufs­unfähigkeits­versicherung

Wie hoch ist der Rückkaufswert einer Berufs­unfähigkeits­versicherung?

Bei einer reinen Berufs­unfähigkeits­versicherung gibt es meist keinen Rückkaufswert. Laut § 169 VVG ist er nur bei Verträgen geschuldet, bei denen die Leistung sicher fällig wird, und das ist bei der BU nicht der Fall. Geld kann es geben, wenn der Vertrag Überschüsse verzinslich ansammelt, eine Beitragsrückgewähr enthält oder als Zusatz­versicherung an einer Kapitallebens- oder Renten­versicherung hängt. Dann stammt das Geld aus dem Guthaben oder dem Hauptvertrag. Die Höhe nennt Ihnen der Versicherer auf Anfrage.

Ist es sinnvoll, eine Berufs­unfähigkeits­versicherung zu kündigen?

Nur selten. Sinnvoll ist die Kündigung, wenn ein neuer, besserer Vertrag schon angenommen ist, etwa weil Ihr alter Vertrag eine abstrakte Verweisung enthält, oder wenn Sie die Absicherung nicht mehr brauchen. Bei einem finanziellen Engpass sind eine Stundung, eine niedrigere Rente oder gestrichene Zusatzbausteine fast immer besser, weil der Schutz erhalten bleibt und Sie später nicht neu beantragen müssen.

Kann ich meine Berufs­unfähigkeits­versicherung wechseln?

Ja, aber ein Wechsel ist rechtlich ein neuer Vertrag mit voller Gesundheitsprüfung plus die Kündigung des alten. Stellen Sie zuerst eine anonyme Risikovoranfrage, beantragen Sie dann den neuen Vertrag und kündigen Sie den alten erst, wenn die Annahme schriftlich vorliegt. Haben sich Gesundheit oder Beruf verschlechtert, lohnt der Wechsel oft nicht.

Kann ich meine Berufs­unfähigkeits­versicherung per E‑Mail kündigen?

Ja, wenn Ihr Vertrag nach September 2016 geschlossen wurde. Dann genügt nach den Musterbedingungen des GDV die Textform, und dazu gehört die E‑Mail. Ältere Verträge können noch die Schriftform verlangen, dann kündigen Sie mit einem unterschriebenen Brief. Achten Sie darauf, dass Sie den Eingang belegen können, etwa durch eine Eingangsbestätigung, und nennen Sie immer Ihre Versicherungsnummer und den gewünschten Termin.

Muss ich die Kündigung meiner Berufs­unfähigkeits­versicherung begründen?

Nein. Die ordentliche Kündigung zum Ende der Versicherungsperiode nach § 168 VVG braucht keinen Grund. Es genügt, dass Ihr Schreiben eindeutig erkennen lässt, welcher Vertrag zu welchem Termin enden soll. Ein Grund hilft höchstens, wenn Sie vom Versicherer zuerst Alternativen wie eine Stundung angeboten bekommen möchten.

Kann ich kündigen, während ich eine BU-Rente beziehe?

Nach den Musterbedingungen des GDV nein. Während des Rentenbezugs sind Sie ohnehin von der Beitragszahlung befreit, eine Kündigung würde nur Ihre Rente beenden. Läuft dagegen erst ein Leistungsantrag, ist eine Kündigung möglich, aber fast immer ein Fehler, weil Sie damit den Schutz für die Zukunft aufgeben.

Habe ich bei einer Beitragserhöhung ein Sonderkündigungsrecht?

Nur, wenn der Versicherer den Beitrag über eine vertragliche Anpassungsklausel erhöht. Dann innerhalb eines Monats nach § 40 VVG. Steigt dagegen der Zahlbeitrag, weil die Überschüsse sinken, ist das vertraglich vereinbart und kein Grund für eine Sonderkündigung. Ihr normales Kündigungsrecht zum Ende jeder Versicherungsperiode bleibt davon unberührt.

Kann ich nach einer Kündigung später wieder eine Berufs­unfähigkeits­versicherung abschließen?

Ja, aber nur über einen neuen Antrag. Sie sind dann älter, zahlen einen höheren Beitrag und beantworten alle Gesundheitsfragen zum aktuellen Stand. Diagnosen, die seit Ihrem ersten Abschluss dazugekommen sind, können zu Zuschlägen, Ausschlüssen oder einer Ablehnung führen. Klären Sie das vorher mit einer anonymen Risikovoranfrage.

Sollte ich meine Berufs­unfähigkeits­versicherung in der Elternzeit kündigen?

Meist nicht. Ihr Vertrag läuft in der Elternzeit unverändert weiter, und für eine spätere Leistungsprüfung zählt der Beruf, den Sie vorher ausgeübt haben. Wird das Geld knapp, ist eine Stundung oder eine vorübergehend niedrigere Rente die bessere Wahl.

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Lena Mierbach
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