Das erwartet Sie hier
Warum es das Wohnförderkonto beim Wohn-Riester gibt, wie Verzinsung und Versteuerung funktionieren und was sich ab 2028 ändert, mit Rechenbeispielen.
Inhalt dieser SeiteDas Wichtigste in Kürze
- Das Wohnförderkonto ist ein fiktives Konto der Zentralen Zulagenstelle. Darauf steht alles, was Sie gefördert aus Riester in die eigene Wohnung gesteckt haben.
- Der Stand wächst jedes Jahr um zwei Prozent, letztmals im Jahr, in dem Ihre Auszahlungsphase beginnt.
- Ab Beginn der Auszahlungsphase versteuern Sie den Stand: verteilt bis zum 85. Lebensjahr oder auf einmal mit 30 Prozent Nachlass.
- Für Entnahmen und Darlehen vor dem 01.01.2028 bleiben Verzinsung, Verteilung bis 85 und Nachlass erhalten. Für spätere Verwendungen entfällt die Verzinsung, und das Konto wird über fünf Jahre versteuert.

Oliver Karp
Unser Experte für Altersvorsorge
Fast 30.000 Euro, die ein Wohn-Riester-Sparer im Alter versteuert, hat er nie bekommen…
… sie sind reiner Aufschlag aus der Verzinsung des Wohnförderkontos. Ein Beispiel: Kauft ein Sparer mit 30 Jahren und tilgt 19 Jahre lang mit Riester-Förderung, steht sein Konto mit 67 bei 69.876,20 Euro, davon 29.976,20 Euro aus den zwei Prozent im Jahr. Das Wohnförderkonto ist ein fiktives Konto der Zentralen Zulagenstelle, das festhält, wie viel gefördertes Kapital in Ihrer Wohnung steckt. Wir rechnen durch, ob die Verteilung bis 85 oder die Einmalbesteuerung günstiger ist, zeigen, wie Sie das Konto vorzeitig zurückführen, und erklären, wann es auf einen Schlag versteuert wird. Für Verwendungen ab dem 01.01.2028 entfällt die Verzinsung.
Was ist ein Wohnförderkonto beim Wohn-Riester?
Das Wohnförderkonto ist ein fiktives Konto, das die Zentrale Zulagenstelle für Ihren Wohn-Riester führt. Es erfasst das geförderte Geld, das in Ihre selbst genutzte Wohnung geflossen ist, erhöht den Stand jedes Jahr um zwei Prozent und ist ab Beginn der Auszahlungsphase die Grundlage für Ihre Steuer.
Reform 2027: Was das für Ihr Wohnförderkonto bedeutet
Für Ihr Wohnförderkonto zählt der 01.01.2028. Haben Sie vorher Geld entnommen oder Ihr Wohn-Riester-Darlehen erhalten, bleiben die Verzinsung von zwei Prozent, die Verteilung bis zum 85. Lebensjahr und der Nachlass von 30 Prozent bei der Einmalbesteuerung erhalten, auch wenn Ihre Auszahlungsphase erst später beginnt. Neue Riester-Verträge nach altem Recht gibt es nur bis 31.12.2026, ab dem 01.01.2027 startet das Altersvorsorgedepot. Für Verwendungen ab dem 01.01.2028 entfällt die Verzinsung, und das Konto wird über fünf Jahre versteuert.
| Regel | Bisheriges Recht | Neues Recht |
|---|---|---|
| Gilt für | Entnahmen und Darlehen vor dem 01.01.2028, also alle heutigen Wohn-Riester-Sparer | Verwendungen für die Wohnung ab dem 01.01.2028 |
| Verzinsung | Zwei Prozent im Jahr bis zum Beginn der Auszahlungsphase | Entfällt |
| Verteilte Besteuerung | Gleichmäßig bis zum 85. Lebensjahr | Auf fünf Jahre |
| Einmalbesteuerung | Möglich, mit 30 % Nachlass | Entfällt |
| Neuer Wohn-Riester-Vertrag | Nach altem Recht nur bis 31.12.2026 | ab 2027 nach neuem Recht, Entnahme für die Wohnung kein Pflichtangebot |
Rechtsgrundlage ist § 92a EStG. Das Konto führt die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen, Sie müssen es weder eröffnen noch pflegen. Sie teilt Ihrem Anbieter jedes Jahr den Stand mit, und der Anbieter weist ihn in Ihrer Jahresbescheinigung aus. Wie Wohn-Riester insgesamt funktioniert, erklärt unsere Seite zum Wohn-Riester.
Wohnförderkonto: für Besteuerung notwendig
Bei einer normalen Riester-Rente profitieren Sie in der Ansparphase von Zulagen und Steuervorteil und versteuern später die monatliche Rente. Das nennt sich nachgelagerte Besteuerung. Beim Wohn-Riester fließt das geförderte Geld dagegen schon vor der Rente in die Immobilie. Es gibt also keine Rente, die das Finanzamt später besteuern könnte.
Deshalb gibt es das Wohnförderkonto. Es hält fest, wie viel gefördertes Kapital in Ihrer Wohnung steckt, und liefert die Rechengrundlage für die Steuer im Alter. Weil das Konto fiktiv ist, können Sie kein Geld abheben. Ein Wohnförderkonto wird gebildet, sobald Sie Riester-Guthaben für die Wohnung entnehmen oder geförderte Tilgungsleistungen für Ihren Baukredit zahlen.
Das wird mit dem Wohnförderkonto erfasst:
- Der entnommene Betrag, im Gesetz Altersvorsorge-Eigenheimbetrag genannt, mindestens 3.000 Euro.
- Geförderte Tilgungsleistungen für einen Wohn-Riester-Darlehensvertrag.
- Die Zulagen, die für diese Tilgungen gezahlt wurden.
- Bei Bauspar-Kombinationen die Beiträge, Zulagen und Erträge, die in die Tilgung des Darlehens fließen.
- Der jährliche Aufschlag von zwei Prozent bis zum Beginn der Auszahlungsphase.
Gefördert werden Beiträge und Tilgungen bis zu 2.100 Euro im Jahr, die Zulagen eingerechnet. Für Ihren bestehenden Vertrag gilt dabei weiter die alte Förderung mit 175 Euro Grundzulage seit 2018 und der Kinderzulage von 185 oder 300 Euro je Kind. Wie Sie das Geld für Kauf, Bau oder Tilgung entnehmen, steht unter Riester-Rente umwandeln.
Wie hoch wird Ihr Wohnförderkonto?
Wir rechnen kostenfrei mit Ihren eigenen Vertragswerten aus, wie Ihr Wohnförderkonto bis zur Rente wächst und welche Steuer im Alter auf Sie zukommt.
- Prüfung Ihres Vertrags, eines neuen Riester-Vertrags und des Altersvorsorgedepots
- Rechnung mit Ihrem Kontostand aus der Jahresbescheinigung
- Vergleich von Einmalbesteuerung und Verteilung
Wie wird das Wohnförderkonto verzinst?
Das Guthaben auf dem Wohnförderkonto wird jedes Jahr um zwei Prozent erhöht. Die Verzinsung endet nicht automatisch mit 67, sondern läuft letztmals für das Jahr, in dem Ihre Auszahlungsphase beginnt.
Verzinsung des Wohnförderkontos
Die Zentrale Zulagenstelle erhöht den Gesamtbetrag auf dem Wohnförderkonto nach Ablauf jedes Beitragsjahres um zwei Prozent. Damit soll der Vorteil ausgeglichen werden, den Sie durch das früh eingesetzte Kapital in Ihrer Immobilie haben. Echte Zinsen bekommen Sie nicht, der Aufschlag erhöht nur den Betrag, den Sie später versteuern.
Den Beginn der Auszahlungsphase vereinbaren Sie mit Ihrem Anbieter, er muss zwischen dem 60. und dem 68. Geburtstag liegen. Ohne Vereinbarung gilt der 67. Geburtstag. Je früher Sie beginnen, desto weniger Jahre wächst das Konto. Dafür verteilt sich die Steuer auf mehr Jahre bis zum 85. Lebensjahr.
Rechenbeispiel: Verzinsung beim Wohn-Riester
Ein 30-jähriger Riester-Sparer ohne Kinder kauft eine durch Wohn-Riester geförderte Immobilie. Er tilgt sie über 19 Jahre und bekommt dabei jedes Jahr 2.100 Euro gefördert, Tilgung und Zulagen zusammen. Seine Auszahlungsphase beginnt mit 67, also weitere 18 Jahre nach der letzten Tilgung.
| Rechenschritt | Betrag |
|---|---|
| Geförderte Tilgung und Zulagen im Jahr | 2.100,00 € |
| Über 19 Jahre | 39.900,00 € |
| Plus zwei Prozent im Jahr während der Tilgung | 48.924,48 € |
| Plus zwei Prozent im Jahr bis zum Rentenbeginn mit 67 | 69.876,20 € |
Rechenbeispiel: Was die Verzinsung ausmacht
Geförderte Tilgung und Zulagen von 2.100 Euro im Jahr über 19 Jahre, Aufschlag von 2 Prozent am Ende jedes Jahres, Rentenbeginn mit 67
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Tilgung und Zulagen über 19 Jahre | 39.900,00 € |
| Plus Verzinsung während der Tilgung | 9.024,48 € |
| Plus Verzinsung in den 18 Jahren danach | 20.951,72 € |
| Zu versteuern ab 67 | 69.876,20 € |
Von den 69.876,20 Euro sind 29.976,20 Euro reiner Aufschlag aus der Verzinsung (Rechnung nach § 92a Absatz 2 EStG).
Wohnförderkonto vorzeitig ausgleichen
Sie können das Wohnförderkonto bis zum Beginn der Auszahlungsphase ganz oder teilweise zurückführen. Dazu zahlen Sie Geld auf einen auf Ihren Namen laufenden zertifizierten Riester-Vertrag ein und sagen dem Anbieter, dass die Zahlung das Wohnförderkonto mindern soll. Der Anbieter meldet die Einzahlung an die Zentrale Zulagenstelle.
Was Sie zurückführen, wächst nicht mehr um zwei Prozent und fehlt später bei der Steuer auf das Wohnförderkonto. Das Geld liegt dafür wieder in einem Riester-Vertrag und wird im Alter als Rente ausgezahlt und versteuert. Lohnend ist das vor allem, wenn Sie im Alter ein höheres Einkommen erwarten und die Steuer auf das Konto senken wollen.
Wie wird das Wohnförderkonto besteuert?
Ab Beginn der Auszahlungsphase versteuern Sie den Stand des Wohnförderkontos mit Ihrem persönlichen Steuersatz. Sie haben zwei Möglichkeiten: Sie verteilen den Betrag gleichmäßig bis zum 85. Lebensjahr oder lösen das Konto auf einmal auf. Dann sind nur 70 Prozent steuerpflichtig.
Einmalige Versteuerung
Wer das Wohnförderkonto auf einmal auflöst, erhält dafür einen Steuernachlass von 30 Prozent. Steuerpflichtig sind dann nur 70 Prozent des Betrags, der sich auf dem Konto angesammelt hat. Das gilt für alle Entnahmen und Darlehen vor dem 01.01.2028, auch wenn die Auszahlung erst später beginnt. Diese Auflösung können Sie jederzeit in der Auszahlungsphase bei der Zentralen Zulagenstelle verlangen, auch wenn Sie zunächst die jährliche Besteuerung gewählt haben.
Durch die Einmalzahlung kann Ihr Steuersatz im Jahr der Auflösung jedoch stark steigen, sodass der Nachlass teilweise oder ganz aufgezehrt wird. Außerdem gilt eine Sperrfrist: Geben Sie die Selbstnutzung in den ersten zehn Jahren nach Beginn der Auszahlungsphase auf, versteuern Sie das Eineinhalbfache des steuerfrei gebliebenen Teils, zwischen dem zehnten und 20. Jahr das Einfache.
Jährliche Besteuerung
Bei der jährlichen Besteuerung gilt Ihr individueller Steuersatz. Maßgeblich ist der Stand des Wohnförderkontos am Ende des Jahres, in dem Ihre Auszahlungsphase beginnt. Er wird durch die Zahl der Jahre bis zum 85. Lebensjahr geteilt. Bei Rentenbeginn mit 67 sind das 18 Jahre, jeder Jahresbetrag wird Ihrem zu versteuernden Einkommen zugerechnet.
Diesen Jahresbetrag nennt das Gesetz Verminderungsbetrag (§ 92a Absatz 2 Satz 5 EStG). Weil sich die Steuer auf viele Jahre verteilt, profitieren Sie von einem Stundungseffekt, und Ihr Steuersatz steigt meist nur wenig. Der Wechsel geht nur in eine Richtung: von der jährlichen Besteuerung zur Auflösung, nicht zurück.
Ob eine einmalige Versteuerung oder jährliche Steuerzahlungen besser sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind Ihr steuerpflichtiges Einkommen im Alter und der daraus folgende Steuersatz. Je niedriger Ihr Einkommen im Ruhestand, desto eher lohnt sich die Verteilung. Wie Riester-Leistungen allgemein besteuert werden, erklärt unsere Seite zur Auszahlung der Riester-Rente.
Rechenbeispiel: So wird versteuert
Das Wohnförderkonto unseres Sparers aus dem Rechenbeispiel zur Verzinsung steht bei Rentenbeginn mit 67 bei 69.876,20 Euro. Diesen Betrag muss er nun versteuern, auf einmal oder jährlich. Sein zu versteuerndes Einkommen im Alter liegt ohne das Wohnförderkonto bei 20.000 Euro im Jahr.
Einmalige Versteuerung: Weil er die Immobilie vor 2028 mit Wohn-Riester finanziert hat, zahlt er wegen des Nachlasses von 30 Prozent nur auf 48.913,34 Euro Steuern, also auf 70 Prozent, obwohl seine Rente erst später beginnt. 20.962,86 Euro bleiben steuerfrei, solange er in den nächsten 20 Jahren selbst in der Immobilie wohnt.
| Einmalige Versteuerung | Betrag |
|---|---|
| Zu versteuerndes Einkommen | 20.000,00 € |
| Betrag auf dem Wohnförderkonto (100 %) | 69.876,20 € |
| Zu versteuernder Betrag auf dem Wohnförderkonto (70 %) | 48.913,34 € |
| Zu versteuerndes Gesamteinkommen im Jahr der Auflösung | 68.913,34 € |
Jährliche Besteuerung: Wählt er die Verteilung, werden die 69.876,20 Euro durch 18 geteilt. Rund 3.882 Euro kommen dann jedes Jahr bis zum 85. Lebensjahr zu seinem zu versteuernden Einkommen hinzu.
| Jährliche Besteuerung | Betrag |
|---|---|
| Betrag auf dem Wohnförderkonto | 69.876,20 € |
| Verteilt auf 18 Jahre | 3.882,01 € im Jahr |
| Zu versteuerndes Einkommen im Jahr | 20.000,00 € plus 3.882,01 €, also 23.882,01 € |
Rechenbeispiel: Die Einmalbesteuerung ballt die Steuer in einem einzigen Jahr, die Verteilung streckt sie bis zum 85. Geburtstag. Bei kleinem Alterseinkommen frisst die höhere Progression den Nachlass von 30 Prozent deshalb oft auf. Die genaue Steuer hängt von Ihren übrigen Einkünften ab (§ 92a EStG und § 22 Nummer 5 EStG).
Wie gebe ich das Wohnförderkonto in der Steuererklärung an?
Vor Rentenbeginn geben Sie Ihre Wohn-Riester-Beiträge und Tilgungen in der Anlage AV an. Ab Rentenbeginn müssen Sie das Wohnförderkonto nicht selbst berechnen: Die Zentrale Zulagenstelle stellt Stand und Jahresbetrag fest, Ihr Anbieter teilt Ihnen den steuerpflichtigen Betrag mit.
1. Anlage AV abgeben
Tragen Sie bis zum Rentenbeginn Ihre Beiträge und Tilgungen in die Anlage AV ein. Das Finanzamt prüft dann von selbst, ob der Steuervorteil höher ist als Ihre Zulagen.
2. Jahresbescheinigung prüfen
Ihr Anbieter weist jedes Jahr den Stand Ihres Wohnförderkontos aus. Gleichen Sie ihn mit Ihren Entnahmen und Tilgungen ab.
3. Beginn festlegen
Vereinbaren Sie mit dem Anbieter den Beginn der Auszahlungsphase zwischen 60 und 68. Zu diesem Zeitpunkt stellt die Zulagenstelle den Stand fest und schickt Ihnen einen Bescheid.
4. Besteuerung wählen
Entscheiden Sie, ob Sie verteilt bis 85 oder auf einmal versteuern. Die Auflösung beantragen Sie bei der Zentralen Zulagenstelle.
So tragen Sie das Wohnförderkonto in der Steuererklärung ein
Steuerlich behandelt das Finanzamt Wohn-Riester wie jeden anderen Riester-Vertrag: Die Beiträge sind Sonderausgaben, die Leistungen im Alter sonstige Einkünfte. Das gilt auch für die Versteuerung des Wohnförderkontos. Je nach Lebensphase brauchen Sie dafür ein anderes Formular, vor und nach dem Beginn der Auszahlungsphase.
- Vor Renteneintritt: Ihre Wohn-Riester-Beiträge und Tilgungen tragen Sie in der Anlage AV (Altersvorsorgebeiträge) ein. Nur so prüft das Finanzamt, ob Ihnen über die Zulagen hinaus ein Steuervorteil zusteht.
- Nach Renteneintritt: Den Verminderungsbetrag oder den Auflösungsbetrag teilt Ihr Anbieter Ihnen nach amtlichem Muster mit und meldet ihn an die Finanzverwaltung. Nur wenn Sie von diesem Betrag abweichen möchten, füllen Sie die Anlage R-AV/bAV unter „Leistungen aus einem Altersvorsorgevertrag“ aus.
Welche Angaben Sie auf den Formularen genau machen müssen, lesen Sie auf unserer Hauptseite mit Ausfüllhilfen zum Thema. Dort finden Sie auch die Günstigerprüfung, mit der das Finanzamt Zulagen und Steuervorteil vergleicht, und die Regeln für Ehepaare mit zwei Verträgen.
Stand des Wohnförderkontos einsehen
Den aktuellen Stand finden Sie in der Jahresbescheinigung Ihres Anbieters, denn die Zentrale Zulagenstelle meldet ihm den Stand jedes Jahr (§ 92 EStG). Haben Sie das Guthaben ganz entnommen, kann der Anbieter stattdessen einmal darauf hinweisen, dass sich das Konto jährlich um zwei Prozent erhöht.
Zu Beginn der Auszahlungsphase stellt die Zulagenstelle den Stand von Amts wegen fest und schickt Ihnen einen Bescheid (§ 92b EStG). Vorher können Sie eine Feststellung des Wohnförderkontos bei der Zentralen Zulagenstelle beantragen, etwa wenn Ihnen Unterlagen fehlen oder Sie einen Verkauf planen und die Steuer vorher kennen wollen.
Wann wird das Wohnförderkonto auf einen Schlag versteuert?
Auf einen Schlag versteuert wird das Wohnförderkonto, wenn Sie die Selbstnutzung aufgeben, etwa durch Verkauf, Vermietung oder Tod. Es gibt aber Ausnahmen: Wer eine neue eigene Wohnung kauft oder den Betrag in einen Riester-Vertrag einzahlt, vermeidet die sofortige Steuer.
Wenn die Immobilie verkauft wird oder der Eigentümer stirbt
Verkaufen oder vermieten Sie die geförderte Immobilie, geben Sie die Selbstnutzung auf. Dann wird das Wohnförderkonto aufgelöst, und der noch offene Betrag wird im Jahr der Aufgabe voll versteuert, ohne Nachlass. Das gilt vor und nach Rentenbeginn. Melden müssen Sie die Aufgabe vor Rentenbeginn Ihrem Anbieter, in der Auszahlungsphase der Zentralen Zulagenstelle.
Die Auflösung lässt sich vermeiden. Sie kaufen innerhalb von zwei Jahren vor bis fünf Jahren nach dem Auszug eine neue selbst genutzte Wohnung. Sie zahlen den offenen Betrag innerhalb eines Jahres in einen Riester-Vertrag ein. Sie ziehen innerhalb von fünf Jahren wieder ein. Weitere Ausnahmen gelten bei Scheidung, Pflege oder beruflichem Umzug (§ 92a Absatz 3 und 4 EStG).
Verstirbt der Eigentümer, wird der Auflösungsbetrag ihm selbst zugerechnet und mit seinem persönlichen Steuersatz in seiner letzten Steuererklärung versteuert. Die Steuer zahlen dann die Erben aus dem Nachlass. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Wohnförderkonto auf den überlebenden Ehegatten übergehen. Mehr dazu unter Riester-Rente im Todesfall und Riester-Rente bei Scheidung.
Die typischen Fehler
- Verzinsung unterschätzt:
Der Aufschlag von zwei Prozent läuft bis zum Beginn der Auszahlungsphase und kann den Kontostand fast verdoppeln. - Einmalbesteuerung ohne Rechnung:
Bei kleinem Alterseinkommen frisst der Progressionssprung den Nachlass von 30 Prozent oft auf. - Auszug nach der Einmalbesteuerung:
Wer in den ersten 20 Jahren nach Beginn der Auszahlungsphase verkauft oder vermietet, versteuert den Nachlass nach. - Verkauf ohne Plan:
Ohne neue Wohnung oder Einzahlung in einen Riester-Vertrag wird der ganze offene Betrag in einem Jahr fällig. - Auszug nicht gemeldet:
Die Aufgabe der Selbstnutzung müssen Sie anzeigen, vor Rentenbeginn dem Anbieter, danach der Zentralen Zulagenstelle. Bei einem Todesfall trifft die Pflicht die Erben.
Experten-Tipp:
Erst rechnen, dann die Steuerart wählen
„Viele Wohn-Riester-Sparer sehen erst im Feststellungsbescheid, wie groß ihr Wohnförderkonto geworden ist. Die Einmalbesteuerung klingt mit 30 Prozent Nachlass verlockend, bringt aber in einem einzigen Jahr einen hohen Steuersatz. Und wer danach in den ersten zehn Jahren verkauft, zahlt auf den gesparten Teil das Eineinhalbfache. Rechnen Sie beide Wege mit Ihrer echten Rente durch, bevor Sie sich festlegen.“
Lassen Sie Ihr Wohnförderkonto durchrechnen, bevor Sie entscheiden
Wir prüfen kostenfrei Ihren Kontostand, rechnen Einmalbesteuerung und Verteilung mit Ihrem Alterseinkommen durch und sagen Ihnen, was bei Verkauf oder Auszug passiert.
- Prüfung Ihres Vertrags, eines neuen Riester-Vertrags und des Altersvorsorgedepots
- Rechnung mit Ihrem Feststellungsbescheid
- Klare Empfehlung zur Besteuerungsart
Die häufigsten Fragen zum Wohnförderkonto beim Wohn-Riester
Was ist das Wohnförderkonto beim Wohn-Riester genau?
Das Wohnförderkonto ist ein fiktives Konto, das die Zentrale Zulagenstelle zu Ihrem Wohn-Riester führt. Es erfasst alle geförderten Beträge, die in Ihre selbst genutzte Immobilie geflossen sind, also Entnahmen, geförderte Tilgungen und die Zulagen dafür. Es dient nur dazu, im Alter die nachgelagerte Besteuerung zu berechnen, Sie können also nicht wie bei einem normalen Konto darüber verfügen.
Welche Zahlungen werden auf dem Wohnförderkonto gutgeschrieben?
Erfasst werden der für die Wohnung entnommene Betrag, die geförderten Tilgungsleistungen und die Zulagen dafür, dazu jedes Jahr ein Aufschlag von zwei Prozent. Gefördert werden Beiträge und Tilgungen bis 2.100 Euro im Jahr einschließlich Zulagen. Der Stand dient nur als Rechengröße für die spätere Steuer.
Warum ist das Wohnförderkonto für die Besteuerung notwendig?
Beim Wohn-Riester gibt es keine laufende Rentenzahlung, die später besteuert werden könnte, weil das geförderte Kapital bereits vor Rentenbeginn in die Immobilie fließt. Das Wohnförderkonto bildet daher ein fiktives Guthaben, das ab Beginn der Auszahlungsphase als Grundlage für die nachgelagerte Besteuerung dient.
Wie wird das Guthaben auf dem Wohnförderkonto verzinst?
Das Guthaben wird nach jedem Beitragsjahr um zwei Prozent erhöht, letztmals für das Jahr, in dem Ihre Auszahlungsphase beginnt. Diesen Beginn vereinbaren Sie mit dem Anbieter zwischen dem 60. und 68. Geburtstag, ohne Vereinbarung gilt der 67. Geburtstag. Für Verwendungen ab dem 01.01.2028 entfällt die Verzinsung.
Wie wird das Wohnförderkonto im Rentenalter besteuert?
Ab Beginn der Auszahlungsphase versteuern Sie den Stand mit Ihrem persönlichen Steuersatz. Sie wählen zwischen Einmalversteuerung und jährlicher Versteuerung. Bei der jährlichen Variante wird der Kontostand durch die Zahl der Jahre bis zum 85. Lebensjahr geteilt, bei Beginn mit 67 also durch 18, und dieser Jahresbetrag Ihrem Einkommen zugerechnet.
Lohnt sich die einmalige Versteuerung mit 30 Prozent Steuernachlass?
Bei der Einmalversteuerung werden nur 70 Prozent des Wohnförderkontos besteuert. Das gilt für Entnahmen und Darlehen vor dem 01.01.2028, auch wenn Ihre Rente erst später beginnt. Der Vorteil kann aber durch den hohen Progressionssprung im Jahr der Auflösung aufgezehrt werden. Verkaufen oder vermieten Sie die Immobilie danach innerhalb von 20 Jahren, wird der Nachlass nachversteuert. Lassen Sie beide Wege vorher durchrechnen.
Wann ist die jährliche Versteuerung des Wohnförderkontos sinnvoll?
Die jährliche Versteuerung verteilt die Steuerlast bis zum 85. Lebensjahr und hält Ihren Steuersatz meist deutlich niedriger als eine Einmalzahlung. Sie passt vor allem bei moderatem Alterseinkommen. Später können Sie jederzeit in der Auszahlungsphase noch zur Auflösung wechseln, umgekehrt geht es nicht.
Wie wirkt sich ein Immobilienverkauf auf das Wohnförderkonto aus?
Beim Verkauf der geförderten Immobilie wird der noch offene Betrag aus dem Wohnförderkonto grundsätzlich auf einen Schlag versteuert, vor und nach Rentenbeginn. Das vermeiden Sie, wenn Sie innerhalb von fünf Jahren eine neue selbst genutzte Wohnung erwerben oder den Betrag innerhalb eines Jahres in einen Riester-Vertrag einzahlen.
Was passiert mit dem Wohnförderkonto, wenn der Eigentümer verstirbt?
Verstirbt der Eigentümer, wird der noch offene Betrag aufgelöst und ihm selbst zugerechnet, also mit seinem persönlichen Steuersatz versteuert. Die Steuer tragen die Erben aus dem Nachlass, was bei der Nachlassplanung berücksichtigt werden sollte. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Konto auf den überlebenden Ehegatten übergehen.
Kann ich das Wohnförderkonto vorzeitig reduzieren oder ausgleichen?
Ja. Bis zum Beginn der Auszahlungsphase können Sie das Wohnförderkonto ganz oder teilweise ausgleichen, indem Sie Beträge in einen zertifizierten Riester-Vertrag auf Ihren Namen einzahlen. Dadurch sinken der spätere Kontostand und die Steuer auf das Konto. Das Geld wird dafür im Alter als Riester-Leistung versteuert.
Wie erfahre ich den aktuellen Stand meines Wohnförderkontos?
Den Stand weist Ihr Anbieter in der jährlichen Bescheinigung aus, weil ihm die Zentrale Zulagenstelle den Wert jedes Jahr mitteilt. Zu Beginn der Auszahlungsphase stellt die Zulagenstelle den Stand per Bescheid fest. Vorher können Sie dort eine Feststellung des Wohnförderkontos beantragen.
Ändert die Reform etwas an meinem Wohnförderkonto?
Für Entnahmen und Darlehen vor dem 01.01.2028 bleiben zwei Prozent Verzinsung, die Verteilung bis 85 und der Nachlass von 30 Prozent bei der Einmalbesteuerung erhalten, auch wenn Ihre Rente erst später beginnt. Für Verwendungen ab 2028 entfällt die Verzinsung, das Konto wird über fünf Jahre versteuert, und die Einmalbesteuerung fällt weg.
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