Handwerker verursacht Schaden: Wer haftet und wer zahlt?

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Das erwartet Sie hier

Wer bei einem Handwerkerschaden haftet, welche Versicherung zahlt, was Sie sofort tun sollten und wie Sie Ihr Recht durchsetzen, wenn der Betrieb nicht zahlen will.

Inhalt dieser Seite
  1. Wer zahlt? Auf einen Blick
  2. Wann haftet der Handwerker?
  3. Was zahlt welche Versicherung?
  4. Ihre Pflichten im Schadenfall
  5. Wann zahlt die Versicherung nicht?
  6. So sichern Sie sich ab
  7. Häufige Fragen (FAQ)
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Handwerksbetrieb haftet, wenn er oder seine Mitarbeiter bei der Arbeit einen Schaden bei Ihnen verursachen. Bezahlt wird in der Regel über seine Betriebs­haftpflicht­versicherung, die der Betrieb selbst informieren muss.
  • Schaden oder Mangel ist die entscheidende Frage. Die Betriebs­haftpflicht zahlt beschädigte Sachen und Folgeschäden, nicht aber die Nachbesserung der eigenen, mangelhaften Arbeit.
  • Dokumentieren Sie den Schaden sofort mit Fotos und Datum. Im Streit müssen Sie beweisen, dass der Handwerker den Schaden verursacht hat.
  • Bei Streit helfen die Schlichtungsstellen der Handwerkskammern oder ein Anwalt. Die Kosten trägt eine Rechtsschutz­versicherung, wenn der Vertrag vor dem Streit bestand; für Neu- und Umbauten braucht es den Bauherren-Rechtsschutz.

Handwerker verursacht Schaden: Wer zahlt? Die Zuordnung auf einen Blick

Für einen Schaden, den ein Handwerker bei der Arbeit verursacht, haftet der Handwerksbetrieb, der den Auftrag angenommen hat. Er zahlt selbst oder über seine Betriebs­haftpflicht­versicherung. Ihre eigenen Versicherungen springen bei Wasserschäden und beschädigtem Hausrat oft schneller ein und holen sich das Geld später beim Betrieb zurück.

Vier Wege zum Geld

Betriebs­haftpflicht des Handwerkers

Zahlt Sach- und Personenschäden, die der Betrieb bei Ihnen verursacht, auch Folgeschäden einer mangelhaften Arbeit. Melden muss der Betrieb, nicht Sie.

Ihre Gebäude­versicherung

Zahlt Leitungswasserschäden am Gebäude, auch wenn ein Handwerker die Leitung angebohrt hat, und nimmt danach Rückgriff beim Betrieb.

Ihre Hausrat­versicherung

Ersetzt Möbel und Geräte, die durch einen versicherten Leitungswasserschaden zerstört wurden, und holt sich das Geld ebenfalls beim Verursacher zurück.

Ihre Rechtsschutz­versicherung

Zahlt Anwalt und Gericht, wenn der Handwerker den Schaden bestreitet oder nicht bezahlen will, sofern der Vertrag vor dem Streit bestand.


In Wohnung und Haus: Welcher Fall, wer zahlt?

Was ist passiert?Wer zahltNur wenn
Handwerker beschädigt Boden, Fliesen, Türrahmen oder MöbelHandwerksbetrieb über seine Betriebs­haftpflichtSchaden bei der Arbeit entstanden; an der bearbeiteten Sache selbst oft nur mit Zusatzbaustein
Handwerker bohrt eine Wasserleitung anHandwerksbetrieb oder Ihre Gebäude­versicherung mit RückgriffLeitungswasser ist im Gebäudevertrag versichert
Die Arbeit selbst ist mangelhaft, etwa schiefe FliesenHandwerksbetrieb durch NachbesserungKeine Versicherung: Nachbesserung ist von der Betriebs­haftpflicht ausgeschlossen
Mangel verursacht einen Folgeschaden, etwa eine undichte Dusche durchnässt die DeckeBetriebs­haftpflicht des BetriebsFolgeschaden an anderen Sachen; die Dusche selbst bessert der Betrieb nach
Farbe, Staub oder Mörtel auf Teppich und SofaHandwerksbetrieb über seine Betriebs­haftpflichtReinigung oder Ersatz, bei älteren Sachen zum Zeitwert

Mieter, Nachbarn und Dritte: Wer haftet?

Was ist passiert?Wer haftetNur wenn
Handwerker des Vermieters beschädigt Sachen des MietersVermieter und HandwerksbetriebMieter kann sich an beide wenden; seine Hausrat­versicherung zahlt bei versicherten Gefahren vorab
Vom Mieter beauftragter Handwerker beschädigt die WohnungMieter gegenüber dem Vermieter, Betrieb gegenüber dem MieterMieter holt sich das Geld beim Handwerksbetrieb zurück
Handwerker verursacht Schaden beim NachbarnHandwerksbetrieb und der Eigentümer, der ihn beauftragt hatEigentümer haftet dem Nachbarn auch ohne eigenes Verschulden
Handwerker verletzt Passanten oder BesucherBetriebs­haftpflicht des BetriebsPersonenschaden durch die Arbeit oder die Baustelle
Handwerker verletzt sich selbst bei IhnenBerufsgenossenschaft des BetriebsSie haften nur bei eigener Pflicht­verletzung, etwa einer ungesicherten Treppe

Streit um Schaden und Rechnung: Was hilft?

Was ist passiert?Was Sie tun könnenNur wenn
Handwerker will Schaden nicht bezahlenFrist setzen, Schlichtung der Handwerkskammer, AnwaltRechtsschutz zahlt, wenn der Vertrag vor dem Streit bestand
Rechnung trotz Schaden oder Mangel voll gefordertRechnung kürzen oder Zahlung zurückhaltenBegründung schriftlich, Betrag belegbar
Streit bei Neubau oder UmbauBauherren-RechtsschutzVor Baubeginn abgeschlossen

Die meisten Streitfälle mit Handwerkern drehen sich um Geld: Der Betrieb bestreitet den Schaden, die Versicherung lehnt ab oder die Rechnung soll trotzdem voll bezahlt werden. Wer dann einen Anwalt braucht, zahlt ihn ohne Rechtsschutz­versicherung selbst, auch wenn er am Ende recht bekommt.

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Wann haftet der Handwerker für einen Schaden?

Der Handwerker haftet, wenn er bei der Arbeit schuldhaft eine Pflicht verletzt und dadurch einen Schaden verursacht. Grundlage ist der Werkvertrag mit Ihnen und daneben das allgemeine Haftungsrecht. Ob am Ende er selbst oder eine Versicherung zahlt, hängt davon ab, ob ein Mangel oder ein Schaden vorliegt.

Wer haftet für einen Schaden durch Handwerker?

Wer einen Handwerker beauftragt, schließt einen Werkvertrag (§ 631 BGB). Beschädigt der Handwerker dabei Ihr Eigentum, schuldet der Betrieb Schadensersatz aus dem Vertrag (§ 280 BGB, bei Mängeln über § 634 BGB). Daneben haftet jeder, der fremdes Eigentum schuldhaft beschädigt, aus unerlaubter Handlung (§ 823 BGB). Das gilt auch gegenüber Mietern und Nachbarn ohne eigenen Vertrag.


Mangel, Folgeschaden oder Bearbeitungsschaden: Die Art entscheidet über den Zahler

Für die Versicherung zählt, was beschädigt ist. Die eigene Arbeit des Handwerkers ersetzt keine Betriebs­haftpflicht, die Nachbesserung schuldet der Betrieb selbst. Schäden an anderen Sachen zahlt sie dagegen. Dazwischen liegt der Bearbeitungsschaden an der Sache, an der gerade gearbeitet wird. Ihn decken viele Verträge nur über einen Zusatzbaustein.

ArtBeispielWer zahlt
MangelFliesen schief verlegt, falsches Holz für die TürBetrieb durch Nachbesserung, keine Versicherung
MangelfolgeschadenUndichter Anschluss durchnässt später den ParkettbodenBetriebs­haftpflicht
BearbeitungsschadenInstallateur beschädigt das Waschbecken, an dem er arbeitetBetriebs­haftpflicht nur mit Zusatzbaustein, sonst der Betrieb selbst
Sachschaden bei Gelegenheit der ArbeitLeiter fällt auf den FernseherBetriebs­haftpflicht

Handwerksbetrieb haftet für seine Mitarbeiter

Verursacht ein Mitarbeiter eines Handwerksbetriebs einen Schaden beim Auftraggeber, haftet der Betrieb. Dabei spielt es keine Rolle, ob es ein angestellter Handwerker oder ein Auszubildender ist. Der Hintergrund: Unternehmen haften für sogenannte Erfüllungsgehilfen (Quelle: Bürgerliches Gesetzbuch, § 276 und § 278).

Auch von der Firma beauftragte andere Unternehmen (Subunternehmen) und deren Mitarbeiter fallen in diese Gruppe. Hat der Handwerker oder der Handwerksbetrieb keine Betriebs­haftpflicht­versicherung, muss der Handwerker beziehungsweise der Handwerksbetrieb unter Umständen die Kosten für einen verursachten Schaden selbst tragen.


Grad des Verschuldens kann über Haftung entscheiden

Auch wenn das Handwerksunternehmen für den Schaden grundsätzlich aufkommen muss, kann es unter bestimmten Voraussetzungen den Schaden an den angestellten Mitarbeiter weiterreichen. Entscheidend ist dabei, wie fahrlässig der Verursacher gehandelt hat. Diese Abstufung gilt nur für Angestellte des Betriebs. Ein beauftragtes Subunternehmen haftet dem Betrieb dagegen schon bei leichter Fahrlässigkeit. Unterschieden wird zwischen leichter, mittlerer und grober Fahrlässigkeit. Bei grober Fahrlässigkeit kann die Haftung teilweise oder komplett auf den Verursacher übergehen:

GradBeispielWer haftet
Leichte FahrlässigkeitDer Auszubildende lässt aus Versehen etwas Farbe auf den Teppich oder das Parkett tropfen.Das Unternehmen, nicht der Handwerker beziehungsweise der Auszubildende.
Mittlere FahrlässigkeitDer Maler verzichtet beim Wandstreichen auf eine Abdeckplane, obwohl er mit dünnflüssiger Farbe in einem mit Teppich ausgelegten Zimmer arbeitet. Er hätte voraussehen müssen, dass sein Handeln zu einem Schaden führt.Der Handwerker kann in Teilhaftung genommen werden.
Grobe FahrlässigkeitDer Handwerker erscheint betrunken auf der Baustelle und stößt den vollen Farbeimer so um, dass sich die gesamte Farbe über den Teppich ergießt.Wahrscheinlich trägt der Handwerker den Schaden in voller Höhe selbst.

Gerichte wägen allerdings jeden Einzelfall ab. Eine starre gesetzliche Obergrenze gibt es nicht. Viele Urteile bewegen sich allerdings in der Größenordnung von drei bis vier Monatsgehältern. Für Sie als Auftraggeber ändert diese interne Aufteilung nichts: Ihr Anspruchsgegner bleibt der Betrieb.


Handwerker verursacht Schaden beim Mieter: Wer haftet?

Beauftragt der Vermieter den Handwerker, ist der Handwerker sein Erfüllungsgehilfe bei der Instandhaltung der Wohnung (§ 535 BGB, § 278 BGB). Beschädigt er Möbel, Teppich oder Geräte des Mieters, haftet der Vermieter dem Mieter. Daneben kann der Mieter den Handwerksbetrieb direkt aus § 823 BGB in Anspruch nehmen.

Beauftragt der Mieter den Handwerker selbst, etwa für eine Küche oder einen neuen Boden, kehrt sich die Kette um. Der Mieter haftet dem Vermieter für Schäden an der Wohnung, die sein Handwerker verursacht, und holt sich das Geld beim Betrieb zurück. Mehr zum Streit mit dem Vermieter lesen Sie im Beitrag Probleme mit dem Vermieter.


Wer haftet für Schäden beim Nachbarn?

Ob der Handwerker nun einen Schaden beim Nachbarn des Auftraggebers oder beim Auftraggeber selbst verursacht hat, spielt für die Haftungsfrage keine Rolle. Auch hier haftet das Unternehmen. Der Handwerksbetrieb muss also entweder selbst für den Schaden aufkommen oder der eigenen Betriebs­haftpflicht­versicherung den Schaden melden.

Zusätzlich haftet der Eigentümer, der den Handwerker beauftragt hat, dem Nachbarn auch ohne eigenes Verschulden. Das hat der Bundesgerichtshof am 9. Februar 2018 für einen Dachdecker entschieden, der einen Brand auf das Nachbarhaus verursacht hatte (V ZR 311/16, nachbarrechtlicher Ausgleichsanspruch nach § 906 BGB). Die sorgfältige Auswahl des Betriebs entlastet den Eigentümer nicht.


Wer muss beweisen, dass der Handwerker den Schaden verursacht hat?

Die Beweislast liegt beim Geschädigten. Sie müssen beweisen, dass der Handwerker den Schaden verursacht und dabei eine Pflicht verletzt hat. Steht die Pflicht­verletzung aus dem Vertrag fest, wird sein Verschulden vermutet (§ 280 Absatz 1 Satz 2 BGB). Dann muss der Betrieb beweisen, dass ihn keine Schuld trifft.

Hilfe bietet der Anscheinsbeweis: Spricht ein typischer Ablauf für den Handwerker, etwa Wasser tritt unmittelbar nach Arbeiten an genau dieser Leitung aus, genügt dieser erste Anschein. Der Betrieb muss dann einen anderen ernsthaft möglichen Ablauf darlegen. Fotos mit Datum, Zeugen und ein früh beauftragter Sachverständiger entscheiden darum oft den Streit.


Wie lange haftet ein Handwerker für seine Arbeit?

Ansprüche wegen Mängeln verjähren nach § 634a BGB in zwei Jahren ab der Abnahme, bei Arbeiten an einem Bauwerk in fünf Jahren. Ansprüche aus § 823 BGB wegen beschädigter Sachen verjähren in der regelmäßigen Frist von drei Jahren (§ 195 BGB), gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem Sie Schaden und Verursacher kennen (§ 199 BGB).

Was zahlt welche Versicherung bei einem Handwerkerschaden?

Zuerst zahlt die Betriebs­haftpflicht des Handwerkers. Ihre eigene Gebäude- oder Hausrat­versicherung ist der zweite Weg, wenn der Betrieb blockiert. Die Rechtsschutz­versicherung zahlt keinen Schaden, aber den Anwalt, der ihn durchsetzt.

Welche Versicherung übernimmt Handwerker-Schäden?

Wenn der Handwerksbetrieb eine Betriebs­haftpflicht­versicherung abgeschlossen hat, kommt diese für entstandene Schäden auf. Der Betrieb muss den Schaden selbst seiner Versicherung melden, nicht Sie. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Schaden in der eigenen Werkstatt oder beim Kunden verursacht worden ist.

  • Beschädigte Sachen beim Kunden, beim Nachbarn oder bei anderen Gewerken
  • Folgeschäden einer mangelhaften Arbeit an anderen Sachen (Mangelfolgeschäden)
  • Personenschäden an Kunden, Besuchern und Passanten
  • Abwehr unberechtigter Forderungen, wenn der Betrieb den Schaden bestreitet
  • Nachbesserung der eigenen, mangelhaften Arbeit (Erfüllungsausschluss)
  • Schäden an der Sache, an der gearbeitet wird (Bearbeitungsschäden), ohne Zusatzbaustein
  • Reine Vermögensschäden ohne Sach- oder Personenschaden

Typischer Streitpunkt: der Bearbeitungsschaden. Nach den Musterbedingungen des GDV (AHB, Ziffer 7.7) sind Schäden an Sachen ausgeschlossen, die der Betrieb gerade bearbeitet oder repariert. Viele Handwerkerverträge schließen sie über einen Zusatzbaustein wieder ein, oft mit eigener Höchstsumme. Fehlt der Baustein, zahlt der Betrieb selbst.


Bei diesen Schäden leistet die Betriebs­haftpflicht

Sachschäden

Beschädigung oder Zerstörung von physischen Gegenständen. Beispiel: Der Fliesenleger haftet, wenn er mit seinem Werkzeug oder während seiner Arbeit einen Türrahmen oder den Holzboden beschädigt.

Personenschäden

Verletzung, Gesundheitsschädigung oder Tod einer Person. Beispiel: Eine Baustelle ist nicht ordnungsgemäß gesichert und von einem Gerüst fallen Gegenstände auf die Straße und verletzen vorbeigehende Passanten.

Unechte Vermögensschäden

Finanzielle Verluste, die Folge eines Personen- oder Sachschadens sind, zum Beispiel Verdienstausfälle aufgrund der Krankschreibung.

Alle Infos zu echten Vermögensschäden erhalten Sie auf der Seite zur Vermögensschaden­haftpflicht­versicherung. Die Nachbesserung der eigenen Arbeit bleibt immer Sache des Betriebs: Ansprüche auf Erfüllung und Nacherfüllung sind nach Ziffer 1.2 der AHB nicht versichert, auch wenn sie gesetzlich bestehen.

Alle Infos zur Betriebs­haftpflicht­versicherung für Handwerker

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Gebäude­versicherung: Wasserschaden durch den Handwerker

Bohrt ein Handwerker eine Leitung an oder löst er eine Verbindung, ist das für Ihre Gebäude­versicherung ein Leitungswasserschaden nach den Musterbedingungen VGB 2022. Sie zahlt die Reparatur am Gebäude, ohne auf die Klärung der Schuldfrage zu warten. Danach geht Ihr Anspruch gegen den Handwerker auf den Versicherer über (§ 86 VVG).

  • Durchnässte Wände, Decken, Estrich und Böden
  • Bruchschäden an Rohren der Wasserversorgung im Gebäude
  • Trocknung und Leckortung in vielen Tarifen
  • Die Nachbesserung der mangelhaften Installation selbst
  • Schäden ohne Leitungswasser, etwa ein zerkratzter Boden
  • Ableitungsrohre außerhalb des Gebäudes ohne Vereinbarung

Typischer Streitpunkt: die Wahl des Weges. Der Weg über die eigene Versicherung ist schneller, belastet aber Ihren Schadenverlauf und die Selbst­beteiligung tragen Sie zunächst selbst. Mehr zu Leitungsschäden lesen Sie im Beitrag Rohrbruch: Wer zahlt?.


Hausrat- und Privat­haftpflicht­versicherung: Ihre eigenen Verträge

Die Hausrat­versicherung ersetzt Möbel, Teppiche und Geräte, die durch einen versicherten Leitungswasserschaden zerstört wurden, zum Wiederbeschaffungswert. Auch sie nimmt danach Rückgriff beim Handwerker. Farbe auf dem Sofa oder ein zerkratzter Boden sind dagegen keine versicherte Gefahr, hier bleibt nur der Anspruch gegen den Betrieb.

  • Hausrat: Schäden an beweglichen Sachen durch Leitungswasser, Feuer oder Einbruch
  • Privat­haftpflicht: wenn Sie selbst einem Dritten haften, etwa als Mieter für den Handwerker, den Sie beauftragt haben, je nach Tarif
  • Hausrat: Verschmutzung, Kratzer und Bruch durch die Arbeit des Handwerkers
  • Privat­haftpflicht: Schäden an Ihren eigenen Sachen

Wer hilft bei Streitigkeiten mit dem Handwerker?

Zahlt der Betrieb nicht und lehnt seine Versicherung ab, helfen zuerst die Schlichtungsstellen der Handwerkskammern, dann ein Fachanwalt. Den Anwalt zahlt eine Rechtsschutz­versicherung, wenn sie vor dem Streit bestand. Für Neu- und Umbauten gilt ein eigener Baustein.


Auslöser für Streitigkeiten mit dem Handwerker

  • Handwerker ist unpünktlich
  • Mangelhafte Handwerkerleistung
  • Rechnung teurer als der Kostenvoranschlag
  • Handwerker erscheint zum Termin erst gar nicht
  • Fristen werden nicht eingehalten

So hilft die Handwerkskammer

Zeigt der Handwerksbetrieb keine Einsicht, können Sie sich an die örtliche Handwerkskammer wenden. Einige Handwerkskammern haben eine Schlichtungsstelle, die Sie bei einer außergerichtlichen Einigung unterstützen kann (§ 91 HwO). Die Kosten dafür sind meist geringer als für eine Klage mithilfe eines Anwalts.

Auf der Webseite der Handwerkskammern können Sie nach der Kammer in Ihrem Bundesland suchen. Bei größeren Streitwerten kann auch die zuständige Bauschlichtungsstelle weiterhelfen.


So hilft die Rechtsschutz­versicherung

Kann die Handwerkskammer nicht weiterhelfen oder kommt es zu keiner Einigung, hilft oft nur noch der Gang zum Fachanwalt (zum Beispiel für Bau- und Architektenrecht). Dieser unterstützt Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte, wenn nötig auch vor Gericht. Dies kostet natürlich. Haben Sie rechtzeitig eine private Rechtsschutz­versicherung abgeschlossen, kann diese die anfallenden Kosten für den Anwalt oder einen eventuellen Prozess übernehmen und Ihnen bei Bedarf auch einen Anwalt zur Seite stellen.

  • Anwalt, Gericht und Sachverständige im Streit um Schaden, Mangel und Rechnung
  • Freie Anwaltswahl in den meisten Tarifen
  • Streit, der vor Vertragsbeginn oder in der Wartezeit von drei Monaten entstanden ist
  • Neubau und genehmigungspflichtiger Umbau ohne eigenen Baustein

Achtung bei Neu- und Umbauten!

Eine private Rechtsschutz­versicherung hilft bei „gängigen“ Handwerkeraufträgen, wie dem Reparieren einer Heizung oder eines Rohres. Handwerkliche Arbeiten im Rahmen eines Neu- oder Umbaus müssen gesondert abgesichert werden. Dazu benötigen Sie eine spezielle Bauherren-Rechtsschutz­versicherung. Was bei Baumängeln rechtlich gilt, lesen Sie im Beitrag Baupfusch: Was gilt bei Baumängeln?.

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Was muss ich tun, wenn ein Handwerker einen Schaden verursacht?

Klären Sie zuerst, ob ein Mangel oder ein Schaden vorliegt, dokumentieren Sie alles und fordern Sie den Betrieb schriftlich mit Frist zur Meldung an seine Versicherung auf. Wer seine eigene Versicherung einschaltet, hat zusätzlich die Pflichten aus dem Versicherungs­vertrags­gesetz.

Was ist bei einem Handwerker-Schaden zu tun?

Sichern Sie den Nachweis, bevor aufgeräumt oder repariert wird. Danach geht die Meldung an den Betrieb, nicht an dessen Versicherung. Die vier Schritte unten stehen in der Reihenfolge, in der sie im Streit geprüft werden.


1. Schaden oder Mangel?

Ein Mangel liegt vor, wenn die vereinbarte Leistung nicht beziehungsweise nicht im vereinbarten Umfang erbracht wurde. Ein Schaden muss dabei (noch) nicht entstanden sein. Handwerksbetriebe haben das Recht und die Pflicht, bei einem Mangel nachzubessern (Quelle: Bürgerliches Gesetzbuch, § 635). Um dies zu ermöglichen, muss dem Betrieb eine Frist gesetzt werden. Erst nach einem erfolglosen Nachbesserungsversuch können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.

Bei einem Schaden gibt es dieses Nachbesserungsrecht nicht. Der Auftraggeber kann hier sofort die Beseitigung des Schadens beziehungsweise die Kostenübernahme einfordern. Dies sind zwei Beispiele für einen Mangel:

  • So kann ein Tischler die neue Tür zwar akkurat hergestellt und eingebaut haben, er hat aber zugleich das verkehrte Holz verwendet. Ein Schaden, wie ein Riss im Türholz, ist zwar nicht entstanden, durch das falsche Material ist allerdings ein Mangel entstanden.
  • Ein Mangel kann zum Beispiel eine „Farbnase“ (gemeint: ein dicker Farbtropfen) auf einer frisch lackierten Tür sein. Ein Schaden ist wiederum der Farbtropfen, der auf dem Teppich des Auftraggebers gelandet ist.

2. Den Schaden dokumentieren

Verursacht ein Handwerker einen Schaden, sollten Sie den Schaden umgehend dokumentieren, zum Beispiel per Foto oder Video. Im Zweifelsfall müssen Sie beweisen, dass der Handwerker tatsächlich den Schaden verursacht hat. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, anwesende Mitarbeiter und Zeugen.


3. Dem Handwerksbetrieb Bescheid geben

Kontaktieren Sie den verantwortlichen Handwerksbetrieb und bitten Sie ihn, den Schaden seiner Versicherung, falls vorhanden, zu melden, denn für die Schadensmeldung ist der Handwerksbetrieb zuständig. Tun Sie das schriftlich, damit der Zugang später belegbar ist.

Für die schriftliche Mängelrüge mit Frist können Sie unser Musterschreiben nutzen. Selbst beseitigen lassen dürfen Sie erst, wenn die Frist erfolglos abgelaufen ist, und in der Regel erst nach der Abnahme.

Muster Mängelrüge an den Handwerker herunterladen (Word)

Unverbindliches Muster für typische Fälle, Stand Oktober 2026. Es ersetzt keine Prüfung Ihres Einzelfalls: Prüfen Sie Fristen und Angaben selbst und holen Sie im Zweifel Rat ein, zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale, oder bei einer Anwältin oder einem Anwalt.


4. Sachverständige hinzuziehen

Bei größeren Schäden kann es sich lohnen, einen Sachverständigen in Absprache mit dem Versicherer hinzuzuziehen, der die Ursache und das Ausmaß des Schadens offiziell feststellt.

Experten-Tipp:
Frist setzen, Kopie verlangen

„Der Handwerksbetrieb sollte seiner Betriebs­haftpflicht den Schaden so schnell wie möglich melden. Setzen Sie dem Handwerksbetrieb dafür am besten eine Frist. Außerdem sollte er Ihnen mitteilen, bei welcher Versicherungsgesellschaft die Firma versichert ist, und Ihnen eine Kopie der Schadensmeldung zukommen lassen.“

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Berater

Wenn Ihre eigene Versicherung zahlen soll

1. Schaden mindern

Weitere Schäden abwenden, soweit zumutbar (§ 82 VVG). Die Kosten dafür erstattet der Versicherer.

2. Unverzüglich melden

Ohne schuldhaftes Zögern (§ 30 VVG), mit Versicherungsscheinnummer, Datum und Namen des Handwerksbetriebs.

3. Nichts reparieren lassen

Vor der Freigabe keine Reparatur und keine Entsorgung. Was weg ist, kann weder der Versicherer noch der Gutachter des Handwerkers prüfen.

4. Mitwirken

Gutachtertermine wahrnehmen und Unterlagen vorlegen. Sonst droht eine Kürzung nach § 28 VVG.

5. Anspruch nicht verschenken

Keinen Verzicht gegenüber dem Handwerker erklären. Der Versicherer holt sich sein Geld beim Betrieb zurück und darf dabei nicht behindert werden (§ 86 VVG).

6. Fristen notieren

Verjährung im Blick behalten: zwei Jahre für Mängel ab Abnahme, fünf Jahre am Bauwerk.


Darf ich die Rechnung kürzen, wenn der Handwerker einen Schaden verursacht hat?

Ja, in Grenzen. Bei einem Mangel dürfen Sie nach Fälligkeit einen angemessenen Teil der Vergütung zurückhalten, in der Regel das Doppelte der Kosten für die Beseitigung (§ 641 Absatz 3 BGB, Einrede nach § 320 BGB). Für einen Schaden an Ihren Sachen können Sie mit Ihrem Schadensersatzanspruch gegen die Rechnung aufrechnen (§ 387 BGB).

Kürzen Sie nur um einen Betrag, den Sie mit Fotos, Kostenvoranschlag oder Gutachten belegen können, und begründen Sie die Kürzung schriftlich. Den unstreitigen Rest der Rechnung zahlen Sie fristgerecht. Wer ohne Grund oder zu viel einbehält, gerät mit dem Rest in Verzug und trägt dann Zinsen und Mahnkosten.

Ratgeber: Schäden mit der Handykamera dokumentieren

Wann zahlen Handwerker und Versicherung nicht oder weniger?

Die meisten Ablehnungen haben einen von zwei Gründen: Der Schaden ist eigentlich ein Mangel der Arbeit, oder der Nachweis fehlt. Dazu kommen Abzüge, weil Schadensersatz nur den Zustand vor dem Schaden ersetzt.

Die häufigsten Ablehnungsgründe

  • Der Schaden betrifft nur die eigene, mangelhafte Arbeit des Handwerkers
  • Bearbeitungsschaden ohne Zusatzbaustein im Vertrag des Betriebs
  • Ursache nicht nachweisbar, weil schon repariert oder aufgeräumt wurde
  • Mitverschulden, etwa wenn Sie vor einer bekannten Gefahr nicht gewarnt haben (§ 254 BGB)
  • Verjährung oder Betrieb ohne Versicherung und ohne Geld

Wenn der Handwerker den Schaden nicht bezahlen will

Bestreitet der Betrieb den Schaden oder meldet er ihn nicht, setzen Sie ihm schriftlich eine Frist von zwei Wochen zur Stellungnahme und Meldung an seine Versicherung. Verstreicht sie, folgen Schlichtung, Anwalt und notfalls Klage. Bei Leitungswasser ist der Weg über Ihre eigene Gebäude- oder Hausrat­versicherung oft schneller.

  • Lehnt die Betriebs­haftpflicht ab, haftet der Betrieb trotzdem selbst weiter
  • Ein Mahnbescheid ist der günstigste gerichtliche Weg, wenn der Betrieb den Schaden nicht bestreitet

Zeitwert statt Neuwert: Warum weniger ankommt

Schadensersatz stellt den Zustand vor dem Schaden her (§ 249 BGB). Für einen zehn Jahre alten Teppich gibt es darum meist nur den Zeitwert, nicht den Preis eines neuen. Wird eine alte Sache durch eine neue ersetzt, ziehen Betrieb und Versicherer einen Abzug „neu für alt“ ab.

Zur Einordnung: Die Hausrat­versicherung ersetzt versicherte Schäden zum Wiederbeschaffungswert, also zum Preis einer neuen Sache gleicher Art und Güte. Bei einem Leitungswasserschaden kann der Weg über den eigenen Vertrag darum mehr bringen als der Anspruch gegen den Handwerker.


Eigene Versicherung: Pflichten und Kündigung nach dem Schaden

Verletzen Sie die Pflichten aus Kapitel 4, darf Ihr eigener Versicherer nach § 28 VVG kürzen. Nach der Regulierung dürfen beide Seiten den Vertrag einen Monat lang kündigen (§ 92 VVG). Das ist ein Grund, kleine Schäden direkt mit dem Handwerksbetrieb zu regeln.

Ratgeber: Was tun, wenn die Versicherung nicht zahlt?

Wie sichere ich mich beim nächsten Handwerkerauftrag ab?

Gegen den Schaden selbst hilft der Vertrag mit dem Handwerker, gegen den Streit danach die eigene Versicherung. Beides lässt sich vor dem Auftrag regeln.

Darauf kommt es im Vertrag an

Diese Punkte entscheiden im Streit, ob Sie Ihr Geld bekommen. Die meisten kosten nichts außer einer Nachfrage vor dem Auftrag.

  • Rechtsschutz mit Vertrags­rechtsschutz, abgeschlossen vor dem Auftrag, wegen der Wartezeit von drei Monaten
  • Bauherren-Rechtsschutz vor dem Baubeginn, wenn Sie neu bauen oder umbauen
  • Leitungswasser in Gebäude- und Hausrat­versicherung, damit ein Wasserschaden durch den Handwerker sofort bezahlt wird
  • Nachweis der Betriebs­haftpflicht des Betriebs vor dem Auftrag, bei größeren Arbeiten mit Frage nach dem Einschluss von Bearbeitungsschäden

Tipps, wie Sie Streitigkeiten mit Handwerkern vermeiden

Drei Gewohnheiten sichern Ihre Position, bevor überhaupt etwas passiert. Sie schaffen Beweise für Termin, Preis und Zustand der Arbeit.

  • Termine schriftlich vereinbaren: Lassen Sie sich den vereinbarten Termin immer noch einmal schriftlich (zum Beispiel per E‑Mail) geben, falls Sie telefonisch einen Termin ausmachen. So haben Sie später einen Nachweis, wenn der Handwerker zu spät oder nicht erscheint.
  • Kostenvoranschlag erstellen lassen: Lassen Sie sich immer einen Kostenvoranschlag erstellen, bevor die Arbeiten beginnen. So haben Sie bei späterer Preisdiskussion einen „Beweis“.
  • Abnahmeprotokoll nicht zu vorschnell unterschreiben: Nehmen Sie sich Zeit, die geleisteten Arbeiten zu überprüfen. Unterschreiben Sie erst dann das Abnahmeprotokoll. Andernfalls wird es schwierig, Mängel tatsächlich nachzuweisen.

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Die häufigsten Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Mangel und einem Schaden durch den Handwerker?

Ein Mangel liegt vor, wenn die vereinbarte Leistung nicht oder nicht im vereinbarten Umfang erbracht wurde, ohne dass zwingend bereits ein Schaden eingetreten ist. In diesem Fall hat der Handwerksbetrieb das Recht und die Pflicht zur Nachbesserung, wofür Sie ihm eine angemessene Frist setzen müssen. Erst nach erfolgloser Nachbesserung können Sie Schadensersatzansprüche geltend machen. Ein Schaden liegt dagegen vor, wenn bereits eine Sache oder Person konkret verletzt oder beschädigt wurde, hier können Sie unmittelbar Beseitigung beziehungsweise Kostenübernahme verlangen.

Was sollte ich unmittelbar tun, wenn ein Handwerker bei mir einen Schaden verursacht?

Dokumentieren Sie den Schaden so früh wie möglich, etwa durch Fotos oder Videos, damit Sie später nachweisen können, dass der Handwerker den Schaden verursacht hat. Informieren Sie anschließend umgehend den verantwortlichen Handwerksbetrieb und fordern Sie ihn auf, den Schaden seiner Betriebs­haftpflicht­versicherung zu melden. Bei größeren Schäden kann es sinnvoll sein, in Abstimmung mit der Versicherung einen Sachverständigen hinzuzuziehen, der Ursache und Ausmaß des Schadens offiziell feststellt. Setzen Sie dem Betrieb am besten schriftlich eine Frist zur Schadenmeldung und lassen Sie sich eine Kopie der Meldung an den Versicherer geben.

Welche Versicherung kommt für vom Handwerker verursachte Schäden auf?

In der Regel ist die Betriebs­haftpflicht­versicherung des Handwerksbetriebs für durch den Handwerker verursachte Schäden zuständig. Der Betrieb muss den Schaden selbst seiner Versicherung melden, unabhängig davon, ob er in der Werkstatt oder beim Kunden vor Ort entstanden ist. Die Betriebs­haftpflicht übernimmt typischerweise Sachschäden (zum Beispiel beschädigter Boden), Personenschäden (zum Beispiel verletzte Passanten) und daraus folgende unechte Vermögensschäden wie Verdienstausfälle. Hat der Betrieb keine solche Versicherung, muss er den Schaden grundsätzlich aus eigenen Mitteln tragen, was die Durchsetzung Ihrer Ansprüche aber nicht ausschließt.

Für welche Arten von Schäden haftet die Betriebs­haftpflicht eines Handwerkers?

Die Betriebs­haftpflicht leistet bei Sachschäden, also bei Beschädigung oder Zerstörung von Gegenständen, etwa wenn ein Fliesenleger beim Arbeiten einen Türrahmen oder Holzboden beschädigt. Sie übernimmt zudem Personenschäden wie Verletzung, Gesundheitsschädigung oder Tod, etwa wenn durch ungesicherte Baustellen-Gegenstände Passanten getroffen werden. Außerdem sind sogenannte unechte Vermögensschäden abgedeckt, also finanzielle Nachteile, die als Folge eines Personen- oder Sachschadens entstehen, zum Beispiel Verdienstausfall wegen Krankschreibung. Reine Vermögensschäden ohne vorausgehenden Personen- oder Sachschaden sind dagegen gesondert über eine Vermögensschaden­haftpflicht abzusichern.

Wer haftet, wenn ein Mitarbeiter oder Azubi des Handwerksbetriebs den Schaden verursacht?

Verursacht ein Mitarbeiter oder Auszubildender eines Handwerksbetriebs einen Schaden beim Auftraggeber, haftet grundsätzlich der Betrieb als Unternehmen. Das gilt auch für von der Firma beauftragte Subunternehmen und deren Beschäftigte, die als sogenannte Erfüllungsgehilfen gelten. Bei eigenen Mitarbeitern kann der Betrieb den Schaden intern unter Umständen teilweise oder ganz weiterreichen, wenn diese mittlere oder grobe Fahrlässigkeit zu vertreten haben. Ein Subunternehmen haftet dem Betrieb dagegen schon bei leichter Fahrlässigkeit. Für Sie als Auftraggeber bleibt aber primär das Unternehmen Ihr Anspruchsgegner, nicht der einzelne Mitarbeiter.

Wie wirkt sich der Grad der Fahrlässigkeit des Handwerkers auf die Haftung aus?

Bei leichter Fahrlässigkeit, etwa wenn ein Azubi versehentlich etwas Farbe auf den Teppich tropfen lässt, haftet normalerweise allein das Unternehmen und nicht der einzelne Handwerker. Bei mittlerer Fahrlässigkeit, zum Beispiel wenn ohne notwendige Abdeckplane mit dünnflüssiger Farbe in einem Teppichzimmer gearbeitet wird, kann der Handwerker in Teilhaftung genommen werden. Grobe Fahrlässigkeit liegt etwa vor, wenn der Handwerker betrunken auf der Baustelle arbeitet und dadurch einen massiven Schaden verursacht; hier kann er den Schaden im Extremfall vollständig selbst tragen müssen. Gerichte begrenzen den vom Arbeitnehmer zu tragenden Schadensersatz oft auf drei bis vier Monatsgehälter, können diese Grenze in Ausnahmefällen aber auch überschreiten.

Wer haftet, wenn der Handwerker beim Nachbarn einen Schaden verursacht?

Für die Haftung macht es keinen Unterschied, ob der Schaden beim Auftraggeber selbst oder beim Nachbarn entsteht. Verursacht der Handwerker bei Arbeiten in Ihrer Wohnung beispielsweise einen Wasserschaden in der Nachbarwohnung, haftet ebenfalls das beauftragte Unternehmen. Der Betrieb muss den Schaden entweder aus eigenen Mitteln regulieren oder ihn seiner Betriebs­haftpflicht­versicherung melden. Der geschädigte Nachbar kann sich mit seinen Ansprüchen somit an den Handwerksbetrieb wenden und ist nicht darauf angewiesen, dass Sie persönlich zahlen.

An wen kann ich mich wenden, wenn es Streit mit dem Handwerker über den Schaden gibt?

Zeigt der Handwerksbetrieb sich uneinsichtig, können Sie sich an die für Sie zuständige Handwerkskammer wenden. Viele Kammern unterhalten Schlichtungsstellen, die bei einer außergerichtlichen Einigung unterstützen und in der Regel geringere Kosten verursachen als ein Gerichtsverfahren. Bei höheren Streitwerten kommt zusätzlich eine Bauschlichtungsstelle in Betracht, die auf Bau- und Handwerkerkonflikte spezialisiert ist. Führen diese Wege nicht zum Ziel, sollten Sie einen Fachanwalt, etwa für Bau- und Architektenrecht, hinzuziehen; eine vorhandene Rechtsschutz­versicherung kann die Kosten für Anwalt und Prozess übernehmen.

Deckt meine Rechtsschutz­versicherung Streitigkeiten mit Handwerkern ab?

Eine private Rechtsschutz­versicherung übernimmt häufig Kosten für Anwalt und Gericht, wenn Sie Ihre Ansprüche gegen einen Handwerker durchsetzen müssen. Dies gilt typischerweise für alltägliche Handwerkeraufträge wie Reparaturen an Heizung oder Rohrleitungen, sofern der entsprechende Vertrags- oder Wohn­rechtsschutzbaustein enthalten ist. Bei Neu- oder Umbauten von Immobilien ist in der Regel eine spezielle Bauherren-Rechtsschutz­versicherung erforderlich, weil diese umfangreicheren Bauvorhaben besondere Risiken bergen. Prüfen Sie Ihren Vertrag im Zweifel genau oder lassen Sie sich individuell beraten, ob der konkrete Fall gedeckt ist.

Wer muss beweisen, dass der Handwerker den Schaden verursacht hat?

Sie als Geschädigter. Sie müssen nachweisen, dass der Handwerker den Schaden verursacht und eine Pflicht verletzt hat; sein Verschulden wird dann nach § 280 Absatz 1 Satz 2 BGB vermutet. Spricht ein typischer Ablauf für den Handwerker, etwa ein Wasseraustritt direkt nach Arbeiten an der Leitung, hilft Ihnen der Anscheinsbeweis.

Darf ich die Handwerkerrechnung kürzen, wenn der Handwerker einen Schaden verursacht hat?

Ja, wenn Sie die Kürzung belegen und schriftlich begründen. Bei einem Mangel dürfen Sie in der Regel das Doppelte der Kosten für die Beseitigung zurückhalten (§ 641 Absatz 3 BGB), bei einem Schaden an Ihren Sachen mit Ihrem Schadensersatzanspruch aufrechnen. Den unstreitigen Rest zahlen Sie fristgerecht.

Wer zahlt einen Wasserschaden durch den Handwerker?

Der Handwerksbetrieb über seine Betriebs­haftpflicht­versicherung. Schneller geht es oft über Ihre eigene Gebäude­versicherung für das Gebäude und die Hausrat­versicherung für Möbel, wenn Leitungswasser versichert ist. Beide holen sich das Geld danach beim Handwerker zurück (§ 86 VVG).

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