Mietsachschäden in der Hunde­haftpflicht­versicherung

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Was Mietsachschäden in der Hunde­haftpflicht­versicherung sind und worauf Sie achten sollten, wenn Sie sich gegen diese absichern.

Inhalt dieser Seite
  1. Was sind Mietsachschäden?
  2. Wann zahlt die Hunde­­haftpflicht?
  3. Beispiele für anerkannte Schäden
  4. Die richtige Deckungssumme
  5. Wann zahlt die Versicherung nicht?

Das Wichtige in Kürze

  • Mietsachschäden können in der Hunde­haftpflicht­versicherung optional versichert werden.
  • Versichert werden können Mietsachschäden an unbeweglichen und beweglichen Objekten.
  • Der Versicherungs­schutz für Mietsachschäden in der Hunde­haftpflicht schließt auch Schäden in Hotels, Ferienwohnungen und Mietwagen ein.
  • Prüfen Sie vor dem Abschluss, welche Leistungs­ausschlüsse für die Police bestehen.

Was sind Mietsachschäden in der Hunde­haftpflicht­versicherung?

Für eine Hunde­haftpflicht­versicherung gelten die gleichen Grundsätze wie für eine private Haftpflicht­versicherung: Gegenstände, die gemietet oder geliehen sind, werden durch die Policen nicht versichert. Für die Hunde­haftpflicht gelten jedoch etwas andere Regelungen: Sie kann mit und ohne eine Versicherung für Mietsachschäden abgeschlossen werden. Dies sind Schäden, die das Tier an unbeweglichen oder beweglichen Gegenständen verursacht hat. Je nach Tarif kann sich die Hunde­haftpflicht auch nur auf eine dieser beiden Gegenstandstypen beziehen.

Bewegliche und unbewegliche Gegenstände

Mietsachschäden an beweglichen Gegenständen betreffen Möbel, Hausrat und technische Geräte in einer gemieteten Wohnung. Unbewegliche Gegenstände in gemieteten Objekten sind fest montierte Dinge, die zum Mietobjekt gehören. Versichert werden durch diesen Vertragsbestandteil also Schäden an einem gemieteten Objekt. Dazu gehören beispielsweise:

  • Türen
  • Fenster
  • Wände

Welche Mietsachschäden erfasst die Hunde­haftpflicht?

Welche Mietsachschäden eine Hunde­haftpflicht­versicherung reguliert, richtet sich nach dem gewählten Tarif und dem Versicherungs­umfang. In Basistarifen sind lediglich Schäden in einer ständig bewohnten Mietwohnung versichert. Hundehalter, die mit ihrem Tier häufig in den Urlaub fahren, sollten sich jedoch für einen Tarif entscheiden, in dem auch Mietsachschäden an beweglichen und unbeweglichen Gegenständen in Hotels, Ferienwohnungen und gegebenenfalls an Mietfahrzeugen mitversichert sind.

Hunde­haftpflicht für Mietsachschäden – auch für Hausbesitzer?

Eine Hunde­haftpflicht, die Mietsachschäden einschließt, kann auch für Besitzer eines Hauses oder einer Eigentumswohnung sinnvoll sein. Wenn sie häufig mit ihren Tieren reisen, sollten sie auf diesen Schutz auf keinen Fall verzichten. Wichtig ist für alle Versicherungs­nehmer, dass die Hunde­haftpflicht­versicherung auch für Mietsachschäden im Ausland aufkommt.

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Beispiele für anerkannte Mietsachschäden in der Hunde­haftpflicht

Die folgenden beiden Beispiele verdeutlichen, warum eine Hunde­haftpflicht, die Mietsachschäden einschließt, für Hundehalter wichtig ist:

Schäden an unbeweglichen Gegenständen

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Frau X fährt an einem heißen Sommertag zum Shopping und für einen Restaurantbesuch mit einer Freundin in die Stadt. Ihren Hund – einen recht kräftigen unkastrierten Rüden – lässt sie deshalb für etwa drei Stunden allein in der Mietwohnung, da sie ihn durch die Hitze nicht belasten will. In die Nachbarwohnung kommen in dieser Zeit Besucher, deren läufige Hündin es sich auf dem Balkon gemütlich macht. Der Rüde von Frau X möchte die Hundedame unbedingt kennenlernen.

Das Resultat: Zwei massiv zerkratze und teilweise zerstörte Türen sowie Schäden an mehreren Wänden. Der Vermieter macht gegenüber der Hundebesitzerin eine Schadenersatzforderung in Höhe von 3.000 Euro geltend, die von der Hunde­haftpflicht übernommen wird.

Schäden an beweglichen Gegenständen

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Herr Y und seine Frau haben ein Ferienhaus gemietet, natürlich fährt auch ihr Hund mit in den Urlaub. Am ersten Abend gehen sie in ein Restaurant und lassen den Hund in der Ferienwohnung zurück. Normalerweise kann das stubenreine und eigentlich recht brave Tier für einige Stunden problemlos allein zu Hause bleiben. In der Ferienwohnung hat er sich allerdings auf den Teppich erleichtert und außerdem die Couchgarnitur im Wohnzimmer ziemlich stark zerstört.

Der Gesamtschaden beläuft sich auf 1.800 Euro, da der Vermieter geltend macht, dass ihm aufgrund des Schadensumfangs Reparatur und Reinigung nicht zuzumuten sind. Auch hier kommt die Hunde­haftpflicht­versicherung für den Schaden auf.

Die häufigsten Schadensfälle der Hunde­haftpflicht­versicherung

Diese Auflistung der häufigsten Schadensfälle der Hunde­haftpflicht­versicherung zeigt, dass Schäden in der Wohnung keine Seltenheit sind:

SchadensfälleHäufigkeit
Verletzung Tier22,98 %
Kleine Schäden21,95 %
Verletzung Mensch20,20 %
In der Wohnung18,69 %
Im Verkehr13,40 %
Elektronikschäden1,42 %
Eigenschäden0,92 %
Vermögens­schäden0,12 %
Ausfalldeckung0,06 %
Brandschäden0,02 %

Mehr zu typischen Schadensfällen in der Hunde­haftpflicht und dem richtigen Verhalten im Schadensfall können Sie hier nachlesen:

Typische Schadensfälle der Hunde­haftpflicht­versicherung

Wie hoch sollte die Deckungssumme für Mietsachschäden in der Hunde­haftpflicht sein?

Viele Versicherungs­verträge für eine Hunde­haftpflicht sehen vor, dass die Regulierung von Mietsachschäden bis zur Höhe der vereinbarten Deckungssumme für den Gesamtvertrag vorgenommen wird, die allerdings vor allem auf eine umfassende Absicherung des Versicherungs­nehmers bei Personenschäden ausgerichtet ist. In anderen Tarifen wird für Mietsachschäden eine separate Deckungssumme festgehalten. Sie sollte so bemessen sein, dass sie dem Wert des Mietobjektes und einer eventuell mitgemieteten Einrichtung entspricht. Durch eine Selbstbeteiligung im Schadensfall lässt sich die Versicherungs­prämie reduzieren.

Experten-Tipp:

„Eine Schadensregulierung von Mietsachschäden durch die Hunde­haftpflicht sollte nur bei größeren Schadenssummen erfolgen. Ebenso wie in der Privat­haftpflicht können häufige Versicherungs­fälle auch in der Hunde­haftpflicht einen Versicherungs­ausschluss nach sich ziehen. Wer von einem Ausschluss betroffen ist, hat in der Regel Schwierigkeiten, eine neue Haftpflicht­versicherung für seinen Hund zu finden.“

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Signatur von Benjamin Mai
Benjamin Mai
Berater

Welche Mietsachschäden übernimmt die Hunde­haftpflicht nicht?

Auch für Mietsachschäden in der Hunde­haftpflicht haben die Versicherer diverse Ausschlusskriterien vorgesehen. Eine Versicherungs­leistung muss grundsätzlich nicht erfolgen, wenn ein Mietsachschaden vorsätzlich herbeigeführt wurde oder der Versicherungs­nehmer seine Pflichten zur Beaufsichtigung des Hundes grob fahrlässig nicht erfüllt hat. Nicht versichert werden außerdem Schäden am eigenen Wohnungsinventar sowie an Leasing-Fahrzeugen. Letztere können bei einigen Versicherungs­gesellschaften separat gegen Aufpreis mitversichert werden.

Beispiele

Durch die Versicherungs­­bedingungen werden in der Regel außerdem die folgenden Mietsachschäden ausgeschlossen:

Schäden durch übermäßige Beanspruchung, Abnutzung und Verschleiß

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Unter Abnutzung und Verschleiß fallen beispielsweise Abnutzungserscheinungen, die sich aus der Anwesenheit eines Hundes in der Wohnung normalerweise ergeben – beispielsweise Kratzer und Krallenspuren auf einem Holzfußboden. Übermäßige Beanspruchung kann gegeben sein, wenn keine Erlaubnis des Vermieters zur Hundehaltung vorliegt, mehrere Hunde auf kleinem Raum gehalten werden oder ein Hund häufig auf den Boden uriniert. Manche Versicherungen schließen Schäden durch tierische Ausscheidungen auch grundsätzlich aus ihren Leistungs­katalogen aus.

Glasschäden

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Glasschäden in der eigenen Mietwohnung übernimmt die Hunde­haftpflicht nicht – hierfür hätte eine Glas­versicherung abgeschlossen werden müssen.

Elektrische Geräte

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Je nach Tarif schließt die Hunde­haftpflicht auch die Haftung für Schäden an elektrischen Geräten sowie an Heiz-, Warmwasserbereitungs- und Kesselanlagen aus. Mieter von möblierten Wohnungen sowie Hundehalter, die mit ihren Tieren oft auf Reisen sind, sollten darauf achten, dass in der Police auch solche Schäden mitversichert sind.

Schäden durch übermäßige Beanspruchung vermeiden

Vor allem bei Schäden durch eine übermäßige Beanspruchung müssen immer die konkreten Umstände im Einzelfall berücksichtigt werden. Hundehalter sollten sich daher bereits im Vorfeld Gedanken machen, wie sie diese vermeiden können. Befindet sich in der Mietwohnung beispielsweise ein für Hunde empfindlicher Fußboden, sollten Hundehalter diesen vorsorglich, etwa durch das Auslegen von Teppichen, schützen.

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