Eigenschäden in der Hunde­haftpflicht­versicherung

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von Swantje Niemann
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Wie ein Eigenschaden in der Hunde­haftpflicht­versicherung aussehen kann, wieso eine Absicherung dagegen schwierig sein kann, und welche Optionen Sie für die Versicherung von Eigenschäden haben.

Inhalt dieser Seite
  1. Was sind Eigenschäden?
  2. Beispiele für Eigenschäden?
  3. Regulierung als Mietsachschäden
  4. Regulierung über Ausfalldeckung
  5. Eigenschäden richtig versichern

Das Wichtige in Kürze

  • Eigenschäden können in der Hunde­haftpflicht­versicherung normalerweise nicht versichert werden.
  • Der Ausschluss von Eigenschäden betrifft nicht nur den Versicherungs­nehmer selbst, sondern alle Personen, die mit ihm in einem Haushalt leben.
  • In bestimmten Konstellationen ist es möglich, Eigenschäden durch eine Ausfalldeckung zu versichern.
  • Einige Versicherungs­gesellschaften bieten in der Hunde­haftpflicht inzwischen auch eine standardmäßige oder zusätzliche Versicherung gegen Eigenschäden an.

Was sind Eigenschäden in der Hunde­haftpflicht­versicherung?

Eine Hunde­haftpflicht­versicherung versichert Personen-, Sach- und Mietsachschäden, die ein Hund gegenüber Dritten verursacht. Schäden durch den eigenen Hund fallen dagegen in der Regel nicht unter den Versicherungs­schutz einer Hunde­haftpflicht. Dies gilt in den meisten Fällen für:

  • alle Schäden durch die Hundehaltung selbst
  • Schäden, die einer im Haushalt des Versicherungs­nehmers lebenden Person zugefügt werden

Eigenschäden in der Hundeschule

In der Regel gelten Hunde­haftpflicht­versicherungen auch beim Training in einer Hundeschule. Dabei spielt es keine Rolle, wo das Hundetraining stattfindet. Allerdings schließen auch hier Versicherer in den meisten Fällen die Regulierung von Eigenschäden aus.

Typische Beispiele für Eigenschäden

Typische Beispiele, in denen für einen Versicherungs­nehmer und seine Angehörigen oder Mitbewohner Eigenschäden durch einen Hund entstehen können, sind die folgenden Situationen:

  • Der Hund beißt eine im Haushalt lebende Person.
  • Der Hund zerstört Gegenstände des Versicherungs­nehmers oder eines Haushaltsmitglieds.
  • Der Hund reißt hochwertige technische Geräte (Laptop, Fernseher) herunter.
  • Der Hund wird für wenige Minuten allein im eigenen Auto zurückgelassen. In dieser Zeit zerbeißt er einen Teil der Polsterung und der Armaturen.

Die Hunde­haftpflicht­versicherung deckt diese Eigenschäden nicht

Eine Schadensregulierung durch die Hunde­haftpflicht ist in all diesen Szenarien vom Grundsatz her nicht vorgesehen. Auch eine Kostenerstattung durch andere, nicht spezifisch auf den Hund bezogene Versicherungen – beispielsweise die Regulierung von Sachschäden durch die Hausrat­versicherung – kommt in solchen Fällen nicht in Frage. Durch Hunde verursachte Schäden sind in diesen Policen in der Regel nicht mitversichert – und selbst wenn, würde auch hier ein Eigenschadenausschluss greifen.

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Regulierung von Eigenschäden als Mietsachschaden

Der Versicherungs­schutz gegen Mietsachschäden im Rahmen einer Hunde­haftpflicht greift bei Eigenschäden nicht.

Expertinnen-Tipp:

Mietsachschäden in der Hunde­haftpflicht­versicherung sind keine Eigenschäden. Wer in seiner Hunde­haftpflicht durch den Hund verursachte Mietsachschäden mitversichert hat, kann mit einer Erstattung der entsprechenden Schadensumme rechnen, sofern für die Schadensregulierung keine Ausschlusskriterien greifen. Jedoch beziehen sich Mietsachschäden grundsätzlich auf Schäden am Eigentum Dritter. Die Hunde­haftpflicht greift nur dann, wenn der Vermieter – also der Eigentümer­ des vermieteten Objektes – Schadenersatzforderungen wegen Schäden an unbeweglichen oder beweglichen Gegenständen am oder innerhalb des Mietobjekts geltend macht.“

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Katharina Krech
Beraterin

Regulierung von Eigenschäden über eine Ausfalldeckung

Eine Möglichkeit, Eigenschäden zu versichern, ist möglicherweise die Schadenregulierung über eine sogenannte Ausfalldeckung. Viele Verträge für eine Hunde­haftpflicht sehen eine solche Ausfalldeckung vor. Sie greift immer dann, wenn ein Schadensverursacher über keine eigene Hunde­haftpflicht­versicherung verfügt und finanziell nicht in der Lage ist, den entstandenen Schaden zu regulieren.

Beispiel

Der eigene Hund und der Hund eines fremden Halters werden in eine Beißerei verwickelt, für die der Versicherungs­nehmer die Verantwortung zu tragen hat. Beide Hunde sind verletzt und müssen tierärztlich behandelt werden. Für die Tierarztkosten der Gegenseite kommt die eigene Hunde­haftpflicht auf. Die Kosten für die Behandlung des eigenen Hundes gelten jedoch als Eigenschaden, dessen Erstattung im vorhandenen Versicherungs­vertrag nicht vorgesehen ist. Wenn im Tarif eine Ausfallklausel integriert ist und der fremde Hundehalter zur Schadenregulierung nicht in der Lage ist, kommt die Erstattung dieser Kosten durch eine Ausfallklausel in Frage. Die Möglichkeit hierzu ist jedoch tarifabhängig.

Eigenschäden richtig versichern

Letztlich stehen Hundehaltern nur wenige Möglichkeiten offen, in ihrer Hunde­haftpflicht­versicherung auch Eigenschäden zu versichern. Sie müssen damit rechnen, die Kosten solcher Schäden aus eigener Tasche zu begleichen. Allerdings finden sich auch zwischen den Versicherungs­gesellschaften zum Teil größere Unterschiede im Hinblick auf die Erstattung von Eigenschäden.

Alternative zur Deckung von Eigenschäden

Um Eigenschäden bei einzelnen Gegenständen zu decken, können Hundehalter eine sogenannte Sach­versicherung abschließen. Diese kann beispielsweise für Brillen, Hörgeräte oder Laptops abgeschlossen werden. Allerdings sollten Sie sich auch hier vorher informieren, ob ein durch den eigenen Hund entstandener Schaden durch die Versicherung gedeckt ist.

Versicherer und Tarife vergleichen

In den letzten Jahren hat in der Versicherungs­wirtschaft tendenziell ein Umdenken in Bezug auf die Versicherung von Eigenschäden in der Hunde­haftpflicht eingesetzt. Einige Versicherungs­gesellschaften betrachten Schäden nicht im Haushalt lebender Familienangehöriger nicht mehr als Eigenschäden und leisten dementsprechend – noch vor wenigen Jahren wurden solche Leistungs­fälle kategorisch ausgeschlossen. Andere Versicherungen integrieren Eigenschäden auch in größerem Umfang in ihre Hunde­haftpflicht. Besonders kostengünstig ist, wenn Eigenschäden standardmäßig mitversichert werden. Andere Tarife sehen die Mit­versicherung von Eigenschäden in der Hunde­haftpflicht gegen einen Aufpreis vor.

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Ein ausführlicher Angebotsvergleich ist wichtig

Vor dem Vertragsabschluss für eine Hunde­haftpflicht sollten Hundehalter die verschiedenen Tarife und Versicherungs­­bedingungen daher exakt vergleichen und einen Versicherer wählen, der auch Eigenschäden mitversichert. Der Vertrag sollte mindestens Vereinbarungen über die Versicherung von Schäden bei nicht im Haushalt lebenden Familienangehörigen sowie zur Ausfalldeckung enthalten. Optimal ist eine Hunde­haftpflicht, die Eigenschäden in größerem Umfang mitversichert.

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