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Hund hat gebissen: Was tun?

Es gilt: Hundehalter müssen ihren Hund jederzeit unter Kontrolle haben. Wenn der Vierbeiner nun dennoch eine Person oder ein anderes Tier beißt, hat dieses Konsequenzen.

Hund hat gebissen: die rechtlichen Folgen

Welche rechtlichen Folgen ein Hundebiss hat, hängt sowohl vom Schaden als auch vom Geschädigten ab.

Schäden, für die der Hundehalter aufkommen muss

Ob nun der Briefträger, ein Spaziergänger oder der Nachbar, der zu Besuch da ist – Wenn ein Hund zugebissen hat, haftet der Halter. Dieses gilt für Sachschäden, für Personenschäden und für Vermögensschäden.

Es gilt der Grundsatz: Hunde müssen immer im s. g. Einwirkungsbereich des Hundehalters sein. Der Halter muss also dafür sorge tragen, dass er immer darauf Einfluss nehmen kann, was der Hund tut. Und wenn der Hund dennoch etwas zerstört oder jemanden verletzt, haftet der Hundehalter.

  • Schadensersatz – Sachschäden, die auf den Hundebiss zurückzuführen sind, müssen vom Hundehalter beglichen werden. Dieses können zum Beispiel zerrissene Hosen oder auch kaputte Fahrräder sein (wenn der Hundebiss zu einem Sturz mit dem Fahrrad geführt hat). Außerdem müssen eventuelle Kosten für Hilfs- und Heilmittel vom Halter bzw. dessen Versicherung erstattet werden, also Medikamente und Gehhilfen. Auch Fahrtkosten zu Ärzten zählen dazu.
  • Schmerzensgeld – Wurde eine Person durch einen Hundebiss verletzt, hat diese Person Anspruch auf Schmerzensgeld. Wie hoch dieses ausfällt, hängt unter anderem von der Art und der Intensität der Verletzung ab. So kann ein Hundebiss mit eher harmlosen körperlichen Folgen eine Schmerzensgeld von wenigen hundert Euro nach sich ziehen, während ein Biss, der im Krankenhaus behandelt werden musste und zu einer Infektion führte, schnell zu einem Schmerzensgeld von mehreren tausend Euro führen kann.
  • Entgeltschaden – Wenn der Hundebiss dazu führt, dass der Geschädigte 6 Wochen oder länger nicht arbeiten kann, muss dem Geschädigten das entgangene Entgelt gezahlt werden. Üblicherweise wird dieses mit dem Krankengeld, das die Krankenkasse zahlt, verrechnet.

Geschädigte können unter Umständen weitere Ansprüche geltend machen wie zum Beispiel einen Haushaltsführungsschaden, wenn der eigene Haushalt nach dem Biss des Hundes nicht mehr geführt werden kann.

Das tut das Ordnungsamt, wenn der Hund gebissen hat

Gibt es nach einem Hundebiss eine Anzeige, prüft das Ordnungsamt, ob der Hund als gefährlich eingestuft werden muss. Der Halter bekommt nach einem gemeldeten Biss in der Regel einen Anhörungsbogen zugeschickt, in dem er sich zum Vorfall äußern kann. Hier kann er auch eventuelle Zeugen benennen. Das Ordnungsamt kann nach Abschluss der Prüfung zum Beispiel anordnen, dass der Hund an der Leine geführt werden oder einen Maulkorb tragen muss. Zudem kann ein s. g. Wesenstest angeordnet werden, um eingehender zu prüfen, ob der Hund eine Gefahr darstellt.

Welche Versicherung ist zuständig?

Eine Hundehaftpflichtversicherung deckt grundsätzlich Sachschäden, Personenschäden und Vermögensschäden ab. Wenn der eigene Hund also zum Beispiel den Pizzaboten gebissen hat, kommt die Hundehaftpflicht für die zerrissene Hose auf (Sachschaden), für die Arztrechnung (Personenschaden) und für einen eventuellen Verdienstausfall (Vermögensschaden).

Eine reguläre Haftpflichtversicherung reicht in vielen Fällen nicht aus, um die Schäden, die der eigene Hund verursacht hat, abzudecken. Beachten Sie ggf. Ihre Vertragsunterlagen oder sprechen Sie mit Ihrem Versicherungsmakler.

Wenn der Hundehalter keine Versicherung abgeschlossen hat, muss er für sämtliche Kosten selbst aufkommen. Unter Umständen greift hier allerdings das Krankentagegeld (s. a. Abschnitt weiter unten).

Hundehaftpflicht in einigen Bundesländern Pflicht
Während einige Bundesländer den Hundehaltern freistellen, ob sie eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen, haben andere Bundesländer eine Versicherungspflicht eingeführt. Zuletzt war dieses in sechs Bundesländern der Fall: Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Erkundigen Sie sich bei zum Beispiel Ihrem Ordnungsamt, welche Regelungen an Ihrem Wohnort gelten.

Dann zahlt die Versicherung nicht

Die Hundehaftpflichtversicherung verweigert die Zahlung, wenn zum Beispiel ein Leinenzwang bestand, das Tier aber trotzdem nicht angeleint war. Außerdem kann die Versicherung die Zahlung verweigern, wenn der Schaden zu spät gemeldet wurde. Für Strafen und Bußgelder müssen Halter ebenfalls selbst aufkommen, unabhängig vom gewählten Versicherungsschutz.

Mein Hund hat einen anderen Hund gebissen

Auch hier gilt der Grundsatz: Wenn ein Hund durch einen Biss einen Schaden verursacht hat, haftet der Halter. Wenn der Schaden bei einem anderen Hund entstanden ist, haftet der Halter gegenüber dem geschädigten Halter. Ob eine abgeschlossene Hundehaftpflichtversicherung den Schaden übernimmt, ist ebenfalls abhängig davon, ob zum Beispiel gegen eine Leinenpflicht verstoßen wurde oder der Halter bzw. der Hundeführer sorglos gehandelt hat. Ist dieses nicht der Fall, springt die Hundehaftpflicht in der Regel ein.

Beispielfälle - Hund hat gebissen

Ganz egal, wen und warum ein Hund beißt, der Halter haftet für Schäden, die der Vierbeiner verursacht.

Mein Hund hat den Briefträger gebissen

Hund und Briefträger, das ist eine scheinbar uralte Feindschaft. Tatsächlich werden jedes Jahr rund 2.000 Briefträger von Hunden angegriffen. Und das sind nur die Fälle, bei denen die Attacke so stark war, dass die Folgen als Arbeitsunfall dokumentiert sind.

Wenn Ihr Hund den Briefträger beißt und der betroffene Postbote mit der Verletzung zum Arzt geht, wird der Fall aktenkundig. Hundebisse werden den zuständigen Behörden gemeldet. Diese nehmen daraufhin Kontakt zu dem Hundehalter auf.

Je nach Sachlage fordern die Behörden einen Wesenstest für den Hund. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Inhalte dieses Wesenstests. In jedem Fall ist es ratsam sich frühzeitig auf den Besuch der Behörde einzustellen und Vorkehrungen zu treffen, damit der Hund keine Möglichkeit mehr hat, den Briefträger zu beißen.

Mein Hund hat Besuch gebissen

Im Grunde ist es ganz egal, wen der Hund beißt, der Hundehalter haftet für alle Schäden, die sein Hund verursacht. Hat Ihr Hund Ihren Besuch gebissen, sodass dieser zum Arzt muss, wird der Fall aktenkundig, denn Hundebisse müssen gemeldet werden. Dann schaltet sich die Behörde ein. Außerdem kann Ihr Besuch eventuell Schadensersatz fordern.

Mein Hund hat einen anderen Hund gebissen. Zahlt die Versicherung?

Hat der Hund einen anderen Hund gebissen, zahlt die Versicherung, wenn der Halter eine entsprechende Hundehaftpflicht abgeschlossen hat. Die Hundehaftpflicht sollte im besten Fall auch leisten, wenn Halterpflichten, wie der Leinenzwang nicht eingehalten wurden.

Mein eigener Hund hat mich gebissen

Wer von seinem eigenen Hund gebissen wurde, kann einen Versicherungsschaden höchstens über die Krankentagegeldversicherung abwickeln. Ist der Geschädigte so schwer verletzt, dass er länger als 6 Wochen nicht arbeitsfähig ist (zum Beispiel aufgrund einer Infektion), übernimmt die Krankenkasse hier zwei Drittel des Gehalts. Das letzte Drittel übernimmt zum Beispiel die private Zusatzversicherung.

Was tun, wenn mich ein fremder Hund gebissen hat?

Wenn Sie von einem fremden Hund gebissen wurden, sollten Sie sich in jedem Fall die Adresse des Halters notieren und die Verletzungen dokumentieren, für den Fall, dass Sie Schadensersatz fordern möchten. Je nach Schwere der Attacke kommt auch eine Anzeige in Frage. Außerdem sollten Sie einen Arzt aufsuchen und sich gegebenenfalls gegen Tetanus impfen lassen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 24.04.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Leοn Κnigge
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