Das erwartet Sie hier
Welche Versicherung bei Kollision, Grundberührung, Diebstahl oder Sturm zahlt, wie Sie einen Bootsschaden richtig melden und wann der Versicherer kürzen darf.
Inhalt dieser Seite- Wer zahlt bei einem Bootsschaden? Die Zuordnung auf einen Blick
- Wann ist ein Bootsschaden ein Versicherungsfall?
- Was zahlt welche Versicherung bei einem Bootsschaden?
- Was müssen Sie nach einem Bootsschaden tun?
- Wann zahlt die Bootsversicherung nicht oder weniger?
- Wer zahlt Bergung und Wrackbeseitigung?
- Wie sichern Sie Ihr Boot für den nächsten Schaden ab?
- Häufige Fragen (FAQ)
Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Zuständige: Die Bootshaftpflicht zahlt Schäden an anderen, die Bootskasko Schäden am eigenen Boot.
- Grobe Fahrlässigkeit: In der Haftpflicht bleibt der Schaden gedeckt, in der Kasko darf der Versicherer kürzen.
- Unverzüglich melden: Schaden mindern, in Textform melden, Diebstahl und Brand bei der Polizei anzeigen.
- Diebstahl: Außenborder sind nur mit anerkannter Sicherung versichert, Handy und Bargeld nie über die Kasko.
Wer zahlt bei einem Bootsschaden? Die Zuordnung auf einen Blick
Schäden an anderen Booten, Stegen oder Menschen zahlt die Bootshaftpflicht, Schäden am eigenen Boot die Bootskasko. Die Rechtsschutzversicherung zahlt keine Bootsschäden. Für Handy und Geldbörse, die an Bord gestohlen werden, kommt allenfalls Ihre Hausratversicherung in Frage, je nach Tarif.
Drei Versicherungen, klare Zuständigkeiten
Bootshaftpflicht
Zahlt Schäden, die Sie mit Ihrem Boot anderen zufügen, auch bei grober Fahrlässigkeit.
Bootskasko
Zahlt Schäden an Ihrem Boot, an Motor, Ausrüstung und Beiboot bis zur vereinbarten Summe.
Hausratversicherung
Kann je nach Tarif für Wertsachen einspringen, die die Kasko ausschließt.
Schäden an anderen: Wer zahlt?
Verursachen Sie mit Ihrem Boot einen Schaden, haften Sie dem Geschädigten nach dem Gesetz ohne Obergrenze. Ihre Bootshaftpflicht zahlt diese Forderung bis zur Deckungssumme, solange Sie den Schaden nicht vorsätzlich verursacht haben (Quelle: VVG § 103).
| Was ist passiert? | Wer zahlt | Nur wenn |
|---|---|---|
| Sie rammen beim Anlegen ein anderes Boot | Bootshaftpflicht | Kein Vorsatz |
| Ihr Boot verletzt einen Schwimmer | Bootshaftpflicht | Kein Vorsatz |
| Ihr Boot beschädigt einen fremden Steg | Bootshaftpflicht | Kein Vorsatz, Steg nicht von Ihnen gemietet |
| Ein anderer Bootsführer rammt Sie | Seine Bootshaftpflicht, sonst er selbst | Er hat den Unfall verschuldet |
Schäden am eigenen Boot: Wer zahlt?
Schäden an Ihrem eigenen Boot zahlt nur die Bootskasko, die Haftpflicht nie. Nach den Musterbedingungen ist sie eine Allgefahrendeckung: Versichert ist alles, was die Bedingungen nicht ausdrücklich ausschließen. Das gilt für Motor- und Segelboote gleich.
| Was ist passiert? | Wer zahlt | Nur wenn |
|---|---|---|
| Grundberührung beschädigt Rumpf und Propeller | Bootskasko | Kein Verschleiß, bei grober Fahrlässigkeit Kürzung möglich |
| Außenborder gestohlen | Bootskasko | Motor war mit anerkannter Sicherung befestigt |
| Sturm reißt das Boot vom Liegeplatz | Bootskasko | Boot war ausreichend vertäut |
| Gesunkenes Boot muss geräumt werden | Bootskasko | Versichertes Ereignis ging voraus, Sie müssen räumen |
| Handy und Geldbörse von Bord gestohlen | Nicht die Kasko, eventuell Hausratversicherung | Ihr Hausrattarif schließt das ein |
Wann ist ein Bootsschaden ein Versicherungsfall?
In der Kasko ist jeder Schaden am Boot ein Versicherungsfall, den die Bedingungen nicht ausdrücklich ausschließen. In der Haftpflicht ist es der Schaden, für den ein anderer von Ihnen Schadensersatz verlangt. Ob gezahlt wird, entscheidet dann die Ursache.
Die Ursache entscheidet über den Zahler
Teilkasko und Vollkasko kennen die Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nicht, das sind Tarifnamen mit unterschiedlichem Umfang (Quelle: GDV, Musterbedingungen Wassersportfahrzeuge 2008/2021). Ein Materialfehler selbst ist nicht versichert, der Folgeschaden daraus schon. Bricht ein Beschlag wegen eines Fertigungsfehlers, zahlt die Kasko nicht den Beschlag, aber den Schaden, den er anrichtet.
Für Motor und Elektronik gilt eine Einschränkung. Schäden dort sind nur versichert, wenn sie durch einen Unfall des Boots, Brand, Blitz, Explosion, höhere Gewalt, Diebstahl oder böswillige Fremde entstehen. Ein Motorschaden durch Verschleiß ist kein Versicherungsfall. Dasselbe gilt für persönliche Sachen an Bord.
Welche Schäden sind am häufigsten?
Eine bundesweite Statistik zu Bootsunfällen gibt es nicht. Die beste Zahlenreihe kommt vom Bodensee: 2023 erfasste die internationale Unfallstatistik dort 148 Schiffsunfälle, häufigste Ursache war mangelnde Sorgfalt (Quelle: Internationale Unfallstatistik Bodensee 2023). 50 dieser Unfälle passierten in Häfen oder an Stegen, also dort, wo Kollisionen typisch sind, 43 in der Uferzone, 36 auf offenem See und 19 auf den Flussstrecken des Rheins.
- Mangelnde Sorgfalt77 Unfälle
- Technik oder Ausrüstung28 Unfälle
- Sturm oder Seegang18 Unfälle
- Sonstige Ursachen18 Unfälle
- Fahrregeln missachtet7 Unfälle
Auf Nord- und Ostsee zeigen die Einsätze der Seenotretter ein ähnliches Bild. 2025 galten 876 von 1.723 Einsätzen der DGzRS Wassersportlern, bei Seglern waren Motorprobleme mit 299 und Grundberührung mit 220 Fällen die häufigsten Gründe (Quelle: DGzRS nach YACHT). Für die Versicherung heißt das: Die Grundberührung zahlt die Kasko, den Motorschaden durch Verschleiß nicht.
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Was zahlt welche Versicherung bei einem Bootsschaden?
Haftpflicht und Kasko teilen sich die Arbeit: Die eine zahlt, was Sie anderen schulden, die andere repariert Ihr eigenes Boot. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen drei typische Fälle mit Beispielkosten.
Bootshaftpflicht: Kollision am Steg
Herr Franke rammt beim Anlegen ein Hausboot, er war schlicht zu schnell. Sein Bug trifft eine empfindliche Stelle der Außenhaut. Die Reparatur des anderen Boots kostet 1.800 Euro, an seinem eigenen Bug entstehen 450 Euro Schaden. Ohne Versicherung zahlt er beides selbst, zusammen 2.250 Euro. Wäre jemand verletzt worden, kämen Behandlung, Verdienstausfall und Schmerzensgeld hinzu.
Mit Versicherung zahlt seine Bootshaftpflicht die 1.800 Euro am Hausboot, und zwar regulär: Für Fahrlässigkeit ist sie da, Kulanz braucht es nicht. Selbst bei grober Fahrlässigkeit müsste sie zahlen, nur Vorsatz ist ausgeschlossen. Den Schaden am eigenen Bug übernimmt die Bootskasko, Herr Franke trägt nur seine Selbstbeteiligung.
- Sach- und Personenschäden anderer, auch Verdienstausfall und Schmerzensgeld
- Schäden an fremden Booten, Stegen und Hafenanlagen
- Auch bei grober Fahrlässigkeit
- Vorsätzlich verursachte Schäden
- Schäden am eigenen Boot, dafür ist die Kasko da
Typischer Streitpunkt ist die Deckungssumme. Eine Bootshaftpflicht mit nur 100.000 Euro reicht für einen schweren Personenschaden nicht und liegt unter den Pflichtsummen in Italien, Spanien, Kroatien und der Schweiz: Kroatien verlangt 464.520 Euro, Italien pauschal 7,75 Millionen Euro. Die Summen aller Länder stehen auf der Seite Auslandsbestätigung der Bootsversicherung.
Bootskasko: Grundberührung am Ufer
Herr Meisner fährt mit seinem Motorboot dicht am Ufer entlang. Das Wasser ist flacher als gedacht, scharfkantige Steine beschädigen Rumpf und Propeller. Die Reparatur des Rumpfs kostet 800 Euro, der neue Propeller 180 Euro. Ohne Kasko zahlt er die 980 Euro selbst.
Seine Bootskasko zahlt beides, auch wenn er unaufmerksam war, denn einfache Fahrlässigkeit ist voll versichert. Hätte er grob fahrlässig gehandelt, etwa betrunken am Steuer, dürfte der Versicherer die Leistung nach der Schwere des Verschuldens kürzen (Quelle: VVG § 81). Viele Tarife verzichten ganz oder bis zu einer Summe auf diese Kürzung.
- Unfall, Grundberührung, Kollision, Sturm, Brand und Diebstahl
- Boot, Motor, Ausrüstung, Zubehör, Inventar, Beiboot und persönliche Sachen
- Schutz auch an Land, beim Kranen und beim Transport
- Rettungskosten und Wrackbeseitigung bis zur Versicherungssumme
- Verschleiß, Alter, Rost, Osmose und Materialfehler selbst
- Frost, Eis, Regen und Sonne als Ursache
- Mangelhafte Vertäuung und unbemanntes Liegen vor offener Küste
- Mobiltelefone, Laptops, Bargeld und Wertsachen
Typischer Streitpunkt ist der Wert. Nach den Musterbedingungen gilt die Versicherungssumme als feste Taxe, der Versicherer darf also nicht einwenden, Ihr Boot sei unterversichert. Bei Totalverlust zahlt er die Summe abzüglich Restwert, bei Beschädigung die Reparatur bis zur Summe. Einen Minderwert nach der Reparatur ersetzt er nicht, Neuwert nur, wenn Ihr Tarif das zusagt.
Bootskasko: Diebstahl am Steg
Herr Wille legt mit seinem kleinen Segelboot für eine Nacht an einem unbewachten Steg an. Geldbörse und Smartphone nimmt er mit zum Abendessen, die Ausrüstung bleibt an Bord. Danach meldet er der Polizei als gestohlen: ein fest eingebautes Funkgerät für 129 Euro, eine fest verschraubte Kompasseinheit für 95 Euro und zwei Rettungswesten aus der abgeschlossenen Kajüte für 110 Euro.
Weil die Teile fest montiert oder verschlossen waren, ersetzt die Kasko von Herrn Wille die 334 Euro, abzüglich seiner Selbstbeteiligung. Lose Teile, die offen an Deck liegen, sind nach den Musterbedingungen nicht versichert. Smartphone und Geldbörse hätte die Kasko ohnehin nicht ersetzt, dafür kommt höchstens die Hausratversicherung in Frage.
Häufiger als ganze Boote werden Außenbordmotoren gestohlen. 2023 waren es bundesweit 531 Motoren, so wenige wie nie, dazu 160 Sportboote (Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg). Die Kasko zahlt beim Außenborder nur, wenn er mit einer anerkannten Sicherung befestigt war. Dasselbe gilt für ein Boot auf dem Trailer.
- 20171.062 Motoren
- 2018988 Motoren
- 2019795 Motoren
- 2020541 Motoren
- 2021540 Motoren
- 2022593 Motoren
- 2023531 Motoren
Was müssen Sie nach einem Bootsschaden tun?
Erst den Schaden begrenzen, dann melden: Sobald Menschen und Boot in Sicherheit sind, informieren Sie den Versicherer unverzüglich, nach den Musterbedingungen in Textform. Bei Diebstahl, Brand und Explosion kommt die Polizei dazu. Wer diese Pflichten verletzt, riskiert seinen Anspruch.
Die Schritte nach einem Schaden
1. Schaden mindern
Verhindern Sie, dass der Schaden größer wird. Das hat Vorrang vor Fotos. Gebotene Kosten dafür ersetzt der Versicherer.
2. Unverzüglich melden
Melden Sie den Schaden ohne Zögern und in Textform, sind Menschen verletzt, zusätzlich sofort telefonisch.
3. Beweise sichern
Fotos, Unfallprotokoll, Skizze, Zeugen und Wertnachweise sammeln, Aktenzeichen der Polizei notieren.
4. Polizei einschalten
Diebstahl, Brand und Explosion anzeigen, im Ausland bei Polizei und Hafenbehörde und danach am Wohnort.
5. Besichtigung abwarten
Lassen Sie den Versicherer den Schaden ansehen, bevor Sie reparieren lassen.
6. Gegner haftbar machen
Fordern Sie den Unfallgegner in Textform auf, für den Schaden einzustehen, und laden Sie ihn zur gemeinsamen Besichtigung ein.
7. Teile aufbewahren
Verkaufen oder entsorgen Sie beschädigte Teile erst, wenn der Versicherer den Schaden anerkannt hat.
Muster für Ihre Schadenmeldung
Für die Meldung in Textform haben wir ein Muster vorbereitet, mit Varianten für einen Haftpflichtfall und einen Schaden am eigenen Boot. Tragen Sie Datum, Ort, Hergang, Beteiligte und Zeugen ein und legen Sie Fotos und Belege bei. Wie Sie Schäden allgemein richtig melden, erklärt unser Ratgeber Versicherungsschäden richtig melden.
Muster Schadenmeldung herunterladen (Word)
Unverbindliches Muster für typische Fälle, Stand Oktober 2026. Es ersetzt keine Prüfung Ihres Einzelfalls: Prüfen Sie Fristen und Angaben selbst und holen Sie im Zweifel Rat ein, zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale oder bei einer Anwältin oder einem Anwalt.
Was passiert, wenn Sie eine Pflicht verletzen?
Verletzen Sie eine dieser Pflichten vorsätzlich, muss der Versicherer nicht zahlen, bei grober Fahrlässigkeit darf er kürzen. Sie können aber nachweisen, dass die Verletzung weder den Schaden noch seine Feststellung beeinflusst hat (Quelle: VVG § 28). Dann bleibt es bei der vollen Leistung, außer bei Arglist. Für Auskünfte nach dem Schaden muss der Versicherer vorher in Textform auf die Folgen hingewiesen haben.
Wann zahlt die Bootsversicherung nicht oder weniger?
Die Haftpflicht zahlt auch bei grober Fahrlässigkeit, nach dem Gesetz ist nur Vorsatz ausgeschlossen. Daneben gelten die Ausschlüsse Ihrer Bedingungen, etwa für Ansprüche mitversicherter Personen untereinander oder für Schäden an gemieteten Liegeplätzen. In der Kasko führen Ausschlüsse wie Verschleiß, Osmose oder ein ungesicherter Außenborder zur Ablehnung, grobe Fahrlässigkeit zu einer Kürzung. Dazu kommen verletzte Pflichten und eine Gefahrerhöhung ohne Zustimmung des Versicherers.
Grobe Fahrlässigkeit: Haftpflicht zahlt, Kasko kürzt
Grob fahrlässig handelt, wer naheliegende Vorsicht außer Acht lässt, etwa mit hoher Geschwindigkeit in einen vollen Hafen einläuft. In der Bootshaftpflicht ändert das nichts, nur bei Vorsatz ist der Versicherer frei (Quelle: VVG § 103). In der Kasko darf er die Leistung für Ihr eigenes Boot im Verhältnis zur Schwere des Verschuldens kürzen, im Extremfall bis auf null.
Diese Kürzung erlaubt das Gesetz ausdrücklich (Quelle: VVG § 81). Viele Kasko-Tarife verzichten aber ganz oder bis zu einer bestimmten Summe darauf. Prüfen Sie Ihren Tarif auf diesen Verzicht, bevor etwas passiert. Vorsatz bleibt immer ausgeschlossen, auch in der Haftpflicht.
Diese Gründe führen zur Ablehnung in der Kasko
Nach den Musterbedingungen sind bestimmte Ursachen ausgeschlossen (Quelle: GDV, Musterbedingungen Wassersportfahrzeuge 2008/2021). Steht eine davon hinter dem Schaden, zahlt die Kasko nicht. Einige Tarife erweitern den Schutz, etwa für Osmose, das steht dann ausdrücklich in den Bedingungen.
- Verschleiß, Alter, Rost, Korrosion, Kavitation und Osmose
- Material- und Konstruktionsfehler selbst, nicht aber deren Folgeschäden
- Frost, Eis, Sonne, Regen und Schnee als Ursache
- Mangelhafte Vertäuung oder Verankerung
- Diebstahl eines Außenborders oder eines Boots auf dem Trailer ohne anerkannte Sicherung
- Gewerbliche Nutzung statt Sport und Freizeit
Gefahrerhöhung und Kündigung nach dem Schaden
Haben Sie ohne Zustimmung des Versicherers das Risiko erhöht, etwa durch eine Vermietung oder einen stärkeren Motor, darf er je nach Verschulden die Leistung kürzen oder kündigen (Quelle: VVG § 23). Zeigen Sie solche Änderungen deshalb vorher an. Eine Vermietung gegen Entgelt gilt nach den Musterbedingungen ausdrücklich als Gefahrerhöhung.
Nach einem Schaden dürfen beide Seiten kündigen: in der Kasko bis einen Monat nach Abschluss der Verhandlungen über die Entschädigung (Quelle: VVG § 92), in der Haftpflicht innerhalb eines Monats, nachdem der Versicherer den Anspruch anerkannt oder zu Unrecht abgelehnt hat, im Prozess ab Rechtskraft des Urteils (§ 111 VVG). Der Versicherer muss einen Monat Frist einhalten. Wie Sie selbst kündigen, erklärt die Seite Bootsversicherung kündigen.
Wer zahlt Bergung und Wrackbeseitigung?
Die Bootskasko. Sie ersetzt die Kosten, um einen Schaden abzuwenden oder zu mindern, auch wenn die Rettung scheitert. Die Wrackbeseitigung zahlt sie nach den Musterbedingungen zusätzlich bis zur Höhe der Versicherungssumme, wenn ein versichertes Ereignis vorausging und Sie zur Beseitigung verpflichtet sind. Ohne Kasko tragen Sie diese Kosten selbst.
Rettungskosten und Wrackbeseitigung
Aufwendungen, die Sie zur Rettung für geboten halten durften, ersetzt der Versicherer auch dann, wenn sie erfolglos bleiben. Auf Verlangen zahlt er einen Vorschuss (Quelle: VVG § 83). Handeln Sie auf seine Weisung, erstattet er die Kosten auch über die Versicherungssumme hinaus. Deshalb lohnt der Anruf beim Versicherer, bevor Sie einen Bergungsauftrag erteilen.
Auf Bundeswasserstraßen kann die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung ein gesunkenes oder treibendes Boot selbst beseitigen, wenn Sie nicht rechtzeitig handeln. Die Kosten fordert sie von Ihnen als Eigentümer zurück (Quelle: WaStrG § 30). War der Untergang in Ihrer Kasko versichert, zahlt sie die Beseitigung bis zur Versicherungssumme.
Bergung auf See: Lloyd’s Open Form
Wer ein gefährdetes Boot in Seegewässern erfolgreich birgt, hat Anspruch auf Bergelohn. Zahlen müssen die Eigentümer von Boot und geborgenem Gut, anteilig nach ihrem Wert (Quelle: HGB § 576). International üblich ist dafür der Standardvertrag Lloyd’s Open Form, seit dem 01.06.2024 in der Fassung LOF 2024. Die Höhe des Lohns legt später ein Schiedsgericht fest.
Den Vertrag gibt Lloyd’s in London heraus. Er ist für Bergungen auf See gedacht und im Binnenbereich praktisch ohne Bedeutung. Rufen Sie wenn möglich zuerst Ihren Versicherer an, bevor Sie einen Bergungsvertrag annehmen, denn er trägt am Ende die Kosten.
Wie sichern Sie Ihr Boot für den nächsten Schaden ab?
Mit einer Bootshaftpflicht mit ausreichender Summe und einer Kasko, die zu Wert, Liegeplatz und Fahrtgebiet passt. Achten Sie im Tarif auf die Punkte, an denen es im Schadensfall hakt, vor allem auf den Verzicht auf die Kürzung bei grober Fahrlässigkeit.
Darauf sollten Sie im Tarif achten
Diese Merkmale entscheiden, ob Ihre Versicherung im Ernstfall voll zahlt. Einige gehen über die Musterbedingungen hinaus und stehen nur in einzelnen Tarifen. Vergleichen Sie sie, bevor Sie abschließen, nicht erst nach dem Schaden.
- Haftpflichtsumme mindestens so hoch wie die strengste Pflicht im Fahrtgebiet, für Italien pauschal 7,75 Millionen Euro
- Verzicht auf die Kürzung bei grober Fahrlässigkeit in der Kasko
- Versicherungssumme als feste Taxe, Neuwert nur als ausdrückliche Tarifzusage
- Fahrtgebiet passend zu Ihren Reisen, Schutz an Land und beim Transport
- Anerkannte Sicherung für Außenborder und Trailer
Welche Versicherer unsere Experten empfehlen, steht auf der Seite Bootsversicherung im Test. Was Haftpflicht und Kasko leisten und was sie kosten, erklärt die Hauptseite Bootsversicherung.
Experten-Tipp:
Unser Experte für Bootsversicherungen
„Nach einem Schaden zeigt sich, was im Vertrag steht. Bei der Kasko achte ich vor allem auf drei Punkte: einen Verzicht auf die Kürzung bei grober Fahrlässigkeit, eine feste Taxe ohne Einwand der Unterversicherung und eine klare Regel für den Außenborder. In der Haftpflicht zählt die Summe. Wer nach Italien fährt, braucht pauschal mindestens 7,75 Millionen Euro. Und melden Sie jeden Schaden sofort in Textform, auch wenn er klein wirkt.“
Die häufigsten Fragen zu Schadensfällen in der Bootsversicherung
Was muss ich nach einem Bootsunfall tun?
Bringen Sie zuerst Menschen in Sicherheit und verhindern Sie, dass der Schaden größer wird. Dann melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrem Versicherer, nach den Musterbedingungen in Textform, und sichern Fotos, Zeugen und ein Unfallprotokoll. Diebstahl, Brand und Explosion zeigen Sie bei der Polizei an.
Welche Versicherung zahlt bei einer Kollision mit einem anderen Boot?
Für den Schaden am anderen Boot Ihre Bootshaftpflicht, für den Schaden an Ihrem eigenen Boot Ihre Bootskasko. Hat der andere Bootsführer den Unfall verursacht, haftet er Ihnen, und seine Bootshaftpflicht zahlt, wenn er eine hat. Die Rechtsschutzversicherung zahlt keine Bootsschäden.
Zahlt die Bootsversicherung bei Diebstahl?
Die Bootskasko zahlt bei Diebstahl von Boot, Motor, fest eingebauter Technik und Ausrüstung. Lose Teile sind nur versichert, wenn sie im verschlossenen Boot lagen, Außenborder und Boote auf dem Trailer nur mit anerkannter Sicherung. Mobiltelefone, Laptops, Bargeld und Wertsachen ersetzt die Kasko nicht.
Ist mein Außenbordmotor gegen Diebstahl versichert?
In der Bootskasko ja, aber nur, wenn er mit einer anerkannten Sicherung befestigt war. Ohne Sicherung lehnt der Versicherer nach den Musterbedingungen ab. 2023 wurden in Deutschland 531 Außenborder gestohlen, laut Innenministerium Baden-Württemberg so wenige wie nie zuvor.
Zahlt die Bootshaftpflicht bei grober Fahrlässigkeit?
Ja. In der Haftpflicht ist der Versicherer nach § 103 VVG nur bei Vorsatz leistungsfrei, grob fahrlässig verursachte Schäden an anderen bleiben gedeckt. Anders in der Kasko: Dort darf der Versicherer die Leistung für Ihr eigenes Boot kürzen, wenn Ihr Tarif nicht darauf verzichtet.
Zahlt die Bootskasko Sturmschäden?
Ja. Die Musterbedingungen versichern alle Gefahren außer den ausdrücklich ausgeschlossenen, und Sturm gehört nicht zu den Ausschlüssen. Kein Geld gibt es, wenn das Boot mangelhaft vertäut oder verankert war oder unbemannt vor offener Küste lag. Frost, Eis, Regen und Schnee als Ursache sind ausgeschlossen.
Sind Handy und Geldbörse an Bord versichert?
Nicht über die Bootskasko. Persönliche Sachen an Bord sind zwar mitversichert, Mobiltelefone, Laptops, Bargeld und Wertsachen aber ausdrücklich ausgeschlossen. Ob Ihre Hausratversicherung einen Diebstahl außerhalb der Wohnung zahlt, hängt von Ihrem Tarif ab.
Zahlt die Kasko bei Osmose oder Verschleiß?
Nein. Alter, Abnutzung, Rost, Korrosion, Kavitation und Osmose sind nach den Musterbedingungen ausgeschlossen. Einige Tarife erweitern den Schutz für Osmose, das steht dann ausdrücklich in den Bedingungen. Auch ein Material- oder Konstruktionsfehler selbst ist nicht versichert, wohl aber der Folgeschaden.
Zahlt die Kasko einen Mastbruch?
Das hängt von der Ursache ab. Bricht der Mast bei einem Unfall oder im Sturm, zahlt die Kasko. Bricht er wegen eines Konstruktions-, Fabrikations- oder Materialfehlers, ist der Fehler selbst nicht versichert, die Schäden, die der fallende Mast am Boot anrichtet, aber schon. Bricht er wegen Alter oder Abnutzung, zahlt die Kasko nach den Musterbedingungen nicht.
Wer zahlt die Bergung meines Boots?
Ihre Bootskasko, wenn ein versichertes Ereignis vorausging. Sie ersetzt Rettungskosten auch bei erfolgloser Rettung und die Wrackbeseitigung nach den Musterbedingungen bis zur Versicherungssumme, wenn Sie zur Beseitigung verpflichtet sind. Ohne Kasko zahlen Sie selbst, auf Bundeswasserstraßen fordert die Behörde die Kosten einer Beseitigung von Ihnen zurück.
Darf mir der Versicherer nach einem Schaden kündigen?
Ja, und Sie ihm auch. In der Kasko geht das bis einen Monat nach Abschluss der Verhandlungen über die Entschädigung, in der Haftpflicht innerhalb eines Monats, nachdem der Versicherer den Anspruch anerkannt oder zu Unrecht abgelehnt hat. Der Versicherer muss einen Monat Frist einhalten. Wie Sie selbst kündigen, steht auf der Seite Bootsversicherung kündigen.
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