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TK-Chef enthüllt: Krankenkassen manipulieren bei Diagnosestellung

Krankenkassen betrügen offenbar in großem Stil bei der Abrechnung von Leistungen. Dies gab der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zu.

- News von Mario Müller

Prämien für kranke Patienten

Als Begründung, warum er Klartext redet, gab Baas an, dass er das System der Krankenkassen resistent gegen Manipulation machen möchte. Die Krankenkassen hätten eine Art Bonussystem für schwerwiegende Diagnosen entwickelt. „Die Kassen bezahlen zum Beispiel Prämien von zehn Euro je Fall für Ärzte, wenn sie den Patienten auf dem Papier kränker machen“, erklärte Baas. Manche Ärzte werden dazu von den Kassen besucht, andere erhalten Anrufe. Für dieses System hätten die gesetzlichen Krankenversicherungen seit 2014 etwa eine Milliarde Euro ausgegeben.

Damit sich das Verfahren auch lohnt, ist unter den Kassen offensichtlich ein Wettkampf entstanden, wer die meisten Ärzte dazu bringen kann, Diagnosen zu stellen. Dabei wird enorm Einfluss auf die Diagnosen der Ärzte genommen. „Aus einem leichten Bluthochdruck wird ein schwerer. Aus einer depressiven Stimmung eine echte Depression, das bringt 1000 Euro mehr im Jahr pro Fall,“ so Baas. Ziel der Krankenkassen sei dabei, im Rahmen des Risikostrukturausgleichs einen größeren Anteil aus dem staatlichen Gesundheitsfonds zu erhalten.

Prämien-Ausgaben schwächen die Kassen

Seit dem Jahr 2014 haben die Kassen insgesamt etwa eine Milliarde Euro für diese Prämien ausgegeben. Geld, das für die Behandlungskosten der Patienten hätte ausgegeben werden können.  Wenn die Kassen auf diese Manipulationen verzichten würden, könnte der ständig ansteigende Beitragssatz der TK 0,3 Prozentpunkte niedriger liegen. Ob sich nach der Aussprache von Baas etwas an diesem System ändern wird bleibt jedoch fraglich. Baas sagte im Interview, es wäre hilfreich zu klären, ob die Methode illegal sei. Der Vorgang geschehe gänzlich ohne Aufsicht. „Das Bundesversicherungsamt und die Landesaufsichten sehen das ganz unterschiedlich und agieren nicht einheitlich.“

Beitragssatz als Schwachstelle der Krankenkassen

Der Beitragssatz der Krankenkassen ist in den letzten Jahren ein sensibles Thema geworden. Denn es ist noch immer nicht geklärt, wer bei der Finanzierung der Kassen den größten Anteil zahlen muss. Eine Kostenanlyse von Spiegel Online hat ergeben, dass die Versicherten einen weitaus größeren Anteil zu zahlen haben, als die Arbeitgeber. Bei den weiterhin zu erwartenden hohen Ausgaben dürfte sich das in nächster Zeit auch nicht ändern.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 02.08.2017 aktualisiert.
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Mario Müller
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