Umfrage: 9 von 10 Patienten wissen nicht, was in ihrer Kranken­akte steht

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von Munkhjin Enkhsaikhan
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Der Kranken­kassen-Skandal, bei dem die Kassen ihre Patienten kränker darstellen als sie tatsächlich sind, kann für Patienten schlimme Folgen haben. Dennoch hat sich kaum jemand mit der eigenen Kranken­akte befasst, zeigt eine Umfrage von www.transparent-beraten.de.

Wir haben nachgefragt: 9 von 10 Patienten wissen laut unserer Online-Umfrage nicht, was in ihrer Akte bei der Kranken­kasse steht.

Auf die Frage “Wissen Sie, was in Ihrer Patientenakte steht?” antworteten gerade einmal 10 Prozent mit “Ja, ich habe mich erkundigt”. Auf die übrigen 90 Prozent verteilten sich die Antworten “Nein, ich erkundige mich jetzt” (34 Prozent), “Nein, ich kann damit nichts anfangen” (27 Prozent), “Nein, ich frage immer meinen Arzt” (17 Prozent) und “Nein, diese Information ist für mich nicht wichtig” (13 Prozent).

An der Online-Umfrage nahmen 1185 Teilnehmer teil (Umfragezeitraum: 6. Juni – 15. Oktober 2018).

Für einige Patienten kann die Unwissenheit zu einem Problem werden, zum Beispiel bei der Auszahlung einer Berufs­unfähigkeits­versicherung: Wird ein Versicherungs­nehmer arbeitsunfähig und verlangt die Auszahlung seiner Berufs­unfähigkeits­versicherung, kann die Versicherung die Zahlungen teilweise oder vollständig verweigern, wenn die bei der Vertragsunterschrift gemachten Angaben nicht mit den Angaben in der Kranken­akte übereinstimmen.

Die Kranken­akten stehen seit dem s. g. Kranken­kassen-Skandal verstärkt im Fokus. Dabei kam heraus, dass zahlreiche Kassen die Akten ihrer Patienten bewusst “verschlechtert” hatten, um vom Bund höhere Zuschüsse zu erhalten. Der Hintergrund: Je mehr Krankheiten eine Kranken­kasse im Versicherungs­bestand betreut, desto höher fällt der Bundes­zuschuss aus (wir berichteten).

Große Sorgen machen sich die Patienten derzeit offenbar in Hamburg: In der Hansestadt hat es seit Jahresbeginn die meisten Internet-Suchanfragen zum Thema Kranken­akte gegeben. Einen großen Wissensdurst gibt es außerdem in Brandenburg und im Saarland (zweit- bzw. dritthäufigsten Anfragen – Angaben lt. Google Trends, jeweils im Verhältnis zur Einwohnerzahl; Zeitraum: 01.01. – 15.10.2018).