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Probleme mit der Krankenkasse: Das können Sie tun!

Wer hilft bei Problemen mit der Krankenkasse? Was mache ich, wenn die Krankenkasse sich hartnäckig weigert, die Kosten für zum Beispiel eine Therapie zu übernehmen? Und worauf muss ich achten, wenn es vor das Sozialgericht geht?

Das Wichtigste in Kürze
  • Bei Problemen mit der Krankenkasse können Sie sich an verschiedene unabhängige Stellen wenden.
  • Lassen Sie sich bei Problemen mit der Krankenkasse im Voraus beraten, welche weiteren Schritte empfehlenswert sind.
  • Bei einer Klage vor dem Sozialgericht ist die Unterstützung durch einen Anwalt ratsam.

Probleme mit der Krankenkasse: Wer hilft?

Wer Probleme mit seiner Krankenkasse hat, zum Beispiel da Leistungen abgelehnt oder das Krankengeld nicht gezahlt wurde, kann sich an verschiedene unabhängige Patientenberatungen sowie an die Verbraucherzentralen der Bundesländer wenden. Einige unabhängige Patientenberatungen bieten ihren Service kostenlos an, die Verbraucherzentralen verlangen in der Regel eine Gebühr. Die Qualität der Beratung ist mitunter davon abhängig, ob es in der jeweiligen Organisation Fachleute gibt, die auf das jeweilige Fachgebiet spezialisiert sind. Zudem gibt es spezialisierte Anwälte, bei denen häufig die Erstberatung kostenlos ist.


Übersicht aller Anlaufstellen

Im Folgenden finden Sie eine Auflistung aller hier behandelten Anlaufstellen, die Ihnen bei Problemen mit der Krankenkasse behilflich sein können – inklusive Telefonnummern. Weitere Informationen zu den jeweiligen Stellen finden Sie weiter unten in diesem Beitrag.

AnlaufstelleBesonderheitTelefonnummer
Unabhängige Patientenberatung DeutschlandDeutsch0800 / 011 77 22
Türkisch0800 / 011 77 23
Russisch0800 / 011 77 24
Arabisch0800 / 33 22 12 25
Bundesministerium für GesundheitBürgertelefon zur Krankenversicherung030 / 340 60 66 01
Bürgertelefon zur Pflegeversicherung030 / 340 60 66 02
Bürgertelefon zur gesundheitlichen Prävention030 / 340 60 66 03
Bundesamt für Soziale Sicherung0228 / 619 0
OmbudsmannPrivate Kranken- und Pflegeversicherung0800 / 2 55 04 44

Beratung bei Problemen mit der Krankenkasse

Welcher Ansprechpartner der richtige bei Problemen mit der Krankenkasse ist, hängt auch mit dem konkreten Problem zusammen, um das es geht. Ob Anwalt oder Verbraucherzentrale, meist ziehen größere Probleme auch Kosten mit sich. Hier lohnt es sich, Kosten und Nutzen miteinander abzuwägen.

Probleme mit der Krankenkasse wegen des Krankengeldes

Für den Bezug von Krankengeld ist ein lückenloser Nachweis der Arbeitsunfähigkeit nötig. Hat die Krankenkasse Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit, kann sie über den Medizinischen Dienst der Krankenkassen ein unabhängiges Gutachten erstellen lassen. Der Versicherte ist verpflichtet daran mitzuwirken. Im Zuge dessen muss die Arbeitsunfähigkeit unter Umständen unabhängig von den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nachgewiesen werden.

Wer hilft bei Problemen mit der Krankenkasse?

Wenn Sie als Versicherter Probleme mit der Krankenkasse wegen des Krankengeldes oder ähnlicher Belange haben, können Sie sich an einen Anwalt oder an die unabhängige Patientenberatung Deutschland UPD wenden.


Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bietet mit seinem Bürgertelefon eine unabhängige Anlaufstelle für Patienten. An dieses können Sie sich mit allen Fragen zum deutschen Gesundheitssystem wenden. Für gehörlose oder hörgeschädigte Menschen bietet das BMG zudem einen Beratungsservice über ein Gebärdentelefon an. Des Weiteren übernimmt das Bürgertelefon des BMG folgende Aufgaben:

  • Vermittlung gesetzlicher Grundlagen
  • Aufklärung über mögliche gesetzliche Ansprüche
  • Aufnahme individueller Probleme und Anregungen
  • Vermittlung von Adressen und Ansprechpartnern

Das Bürgertelefon ist unter folgenden Rufnummern erreichbar:

Bürgertelefon zur Krankenversicherung030 / 340 60 66 01
Bürgertelefon zur Pflegeversicherung030 / 340 60 66 02
Bürgertelefon zur gesundheitlichen Prävention030 / 340 60 66 03

So gehen Sie bei Problemen vor

Das konkrete Vorgehen bei einem Problem mit der Krankenkasse besprechen Sie am besten frühzeitig mit einem fachkundigen Berater. Denn je nach Sachlage empfiehlt sich womöglich ein abweichendes Vorgehen. Beachten Sie dabei auch, ob es Fristen gibt, die Sie einhalten müssen!

Bei einem drohenden oder akuten Problem mit der Krankenkasse sollten Sie sich an eine Beratungsstelle oder einen Fachanwalt wenden. Ein Fachmann kann einschätzen, ob ein Widerspruch oder eine spätere Klage vor dem Sozialgericht überhaupt Aussicht auf Erfolg hat.

Hat die Krankenkasse einen Antrag abgelehnt, können Sie innerhalb von vier Wochen Widerspruch einlegen. Neben einer Begründung kann eine Stellungnahme des behandelnden Mediziners von Vorteil sein. Den Widerspruch können Sie entweder per Post oder mündlich in einer Filiale der Kasse einlegen. Bei einem mündlichen Widerspruch nimmt ein Sachbearbeiter Ihren Widerspruch schriftlich zu Protokoll und bittet um eine Unterschrift. Eine Widerspruch per E-Mail oder Telefon ist wegen der fehlenden Unterschrift nicht möglich. Zieht die Krankenkasse das Widerspruchsverfahren unnötig in die Länge, können Sie Beschwerde beim Bundesamt für Soziale Sicherung einlegen.

Hat die Krankenkasse auch Ihren Widerspruch abgelehnt, ist diese dazu verpflichtet, den Vorgang an den Widerspruchausschuss weiterzugeben. Dieser setzt sich aus Vertretern der Krankenkassen zusammen. Spätestens nach drei Monaten muss Ihnen der Ausschuss eine Entscheidung mitgeteilt haben. Ansonsten können Sie vor dem Sozialgericht eine Untätigkeitsklage einreichen. Sollte Ihr Widerspruch auch vom Ausschuss abgelehnt worden sein, können Sie vor dem Sozialgericht klagen.

Der Gang vor das Sozialgericht ist für klagende Versicherte recht problemlos, denn die Gerichtskosten trägt nicht der Kläger – auch nicht, wenn das Gericht der beklagten Partei Recht gibt. Selbst auf einen Anwalt können klagende Versicherte verzichten, obwohl dies nicht ratsam ist. Im Falle einer gerichtlichen Niederlage müssen die Kosten für den Anwalt allerdings getragen werden. (Beachten Sie auch den Beitrag zur Rechtsschutzversicherung.)


Versicherte in der privaten Krankenversicherung

Versicherte in der privaten Krankenversicherung müssen keinen formellen Widerspruch einlegen, wenn eine Kostenübernahme abgelehnt wurde. Wenn Sie als Privatpatient gegen eine Ablehnung der Kostenübernahme vorgehen möchten, schreiben Sie an Ihren Versicherer und erläutern, wieso die Leistungen notwendig sind. Für die Einreichung gilt in der Regel eine Verjährungsfrist von drei Jahren.

Verweigert Ihre Krankenversicherung dennoch die Kostenübernahme, können Sie sich an den Ombudsmann Ihres Versicherers wenden. Dieser schlichtet zwischen den Parteien und wird nicht vom Versicherten bezahlt. Sollte der Ombudsmann nicht weiterhelfen, können Sie Klage beim Sozialgericht einreichen.

Probleme mit der Krankenkasse: Ein Anwalt hilft

Bei Streitigkeiten mit einer privaten Krankenversicherung hilft der Berliner Fachanwalt für Versicherungsrecht, Dr. Knut Pilz, weiter. Dr. Pilz vertritt seine Mandanten gegenüber Versicherungen und setzte beispielsweise vor Gericht durch, dass Beitragserhöhungen des Versicherers Axa für unwirksam erklärt wurden. Bei uns berichtet er von “Fällen aus der Kanzlei”.

Beachten Sie: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder sonstige Fachberatung. Sämtliche Angaben dieses Beitrags ohne Gewähr.


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