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Erdrutsch – welche Versicherung hilft?

Erdrutsch: Wie Sie reagieren sollten und welche Versicherung hilft

Das Wichtigste in Kürze
  • Wird ein Gebäude durch einen Erdrutsch beschädigt, hilft die Elementarschadenversicherung.
  • Bei Photovoltaikalagen und Rohbauten sind andere Versicherungen zuständig.
  • Wenn Sie eine Erdrutsch bemerken, bewahren Sie Ruhe, dokumentieren Sie die Schäden und informieren Sie Ihre Versicherung.

Was tun bei einem Erdrutsch?

Was können Sie nach einem Erdrutsch tun, um weitere Schäden zu vermeiden? Diese Checkliste kann helfen:

  • Ihre Sicherheit geht vor: Riskieren Sie lieber Ihr Eigentum als Ihre Sicherheit und halten Sie sich mit riskanten Rettungsversuchen zurück.
  • Dokumentieren und belegen Sie den Schaden: Machen Sie Fotos und sammeln Sie Kaufbelege, um Sie der Versicherung vorzulegen. Lesen Sie hier, wie Sie dabei vorgehen: Schäden per Handykamera dokumentieren.
  • Melden Sie die Schäden so schnell wie möglich dem Versicherer, noch bevor sie Handwerker beauftragen.
  • Provisorische Reparaturen: Dichten Sie z.B. zerbrochene Fenster ab und räumen Sie herumliegende Gegenstände auf, um z.B. das Eindringen von Regen und Stolperrisiken zu verringern

Welche Versicherung zahlt?

Ein Erdrutsch ist eine der erweiterten Naturgefahren (Elementarrisiken), die vom erweiterten Naturgefahrenschutz bzw. der Elementarschadenversicherung versichert werden. Diese deckt die folgenden Schäden ab:

Versicherte Risiken der Elementarschadenversicherung
  • Erdrutsch
  • Erdsenkung
  • Erdbeben
  • Starkregen
  • Schneedruck
  • Lawinen
  • Hochwasser

Wohngebäude- und Hausratversicherung

Für gewöhnlich decken Wohngebäudeversicherungen und Hausratversicherungen nur die folgenden Risiken im Bereich der Naturgefahren ab, gerade, wenn es sich um ältere Policen handelt:

  • Sturm
  • Hagel
  • Blitzschlag

Ob sie bei einem Erdrutsch zahlen, kommt darauf an, ob sie den Versicherungsbaustein “erweiterte Naturgefahren” bzw. eine Versicherung gegen Elementarschäden beinhalten. Lesen Sie Ihre Versicherungsbedingungen um herauszufinden, ob das der Fall ist.

Erdrutsch durch Leitungswasserschaden
Es gibt eine Ausnahme: Wurde der Erdrutsch durch einen Leitungswasserschaden verursacht, greift die Gebäude- oder Hausratversicherung. Mehr zum Thema Rohrbuch.

Wartezeit beachten

Teilweise gibt es Wartezeiten, bis man die Elementarschadenversicherung in Anspruch nehmen kann. Überprüfen Sie Ihre Versicherungsunterlagen.

Video: Wohngebäudeversicherung in zehn Minuten

In diesem Video erhalten Sie einen Überblick über die Wohngebäudeversicherung:

Eine Teil- und Vollkaskoversicherung versichert gegen die folgenden Naturgefahren:

  • Sturm
  • Hagel
  • Blitz
  • Überschwemmung
  • Erdbeben, Erdrutsche und Lawinen hingegen sind meist leider nicht mit inbegriffen.

    Für Photovoltaik-Anlagen ist eine eigene Versicherung nötig. Bei dieser handelt es sich jedoch üblicherweise um eine Photovoltaikversicherung mit Allgefahrendeckung – wenn also in den Versicherungsunterlagen eine Gefahr nicht explizit ausgeschlossen ist, ist die Anlage gegen diese versichert.
    Rohbauten sind durch die Bauleistungsversicherung gegen extreme Wetterbedingungen, Vandalismus und eben auch Elementarschäden wie Erdrutsche versichert. Wohngebäude- und Elementarschadenversicherungen greifen hier noch nicht.
    Welche Versicherung verantwortlich ist, hängt davon ab, ob die Schäden ausschließlich auf den Erdrutsch oder aber auf bereits bestehende Mängel im Gebäude zurückzuführen sind. Auch z.B. eine Situation, in der ein Hang auf eine Weise aufgeschüttet wurde, die einen Erdrutsch besonders wahrscheinlich macht, kann dazu führen, dass sich die Versicherung gegen die Zahlung wehrt. Auch ein Baupfusch beim Hausbau ist ein anderes Thema.

    Was zählt als Erdrutsch?

    Ein Erdrutsch wird als Abgleiten oder Abrutschen von Erde und Gestein definiert. Auch schleichendes Abgleiten, das z.B. Risse in Gebäuden verursacht, zählt als Erdrutsch. Oft ist die Abgrenzung, ob ein Erdrutsch naturbedingt oder menschengemacht ist, schwierig.

    Erdbeben und Erdsenkung

    Neben dem Erdrutsch gibt es noch das Erdbeben und die Erdsenkung. Letztere beschreibt das Entstehen und Zusammenbrechen eines Hohlraums unter der Erde, durch den darüber gebaute Häuser absacken können.

    Wie kommt es zu Erdrutschen?
    Erdrutsche entstehen vor allem durch starke Niederschläge. Diese weichen den Boden auf, wodurch an Hängen Erd- und Steinmassen in Bewegung geraten. Es ist oft unerheblich, ob ein Erdrutsch durch ein Naturereignis oder menschliche Einwirkung ausgelöst wurde, die die Übergänge hier fließend sind. Erdrutsche sind z.B. besonders wahrscheinlich, wo Wälder abgeholzt wurden und daher nicht mehr ihrer Funktion nachkommen können, den Boden festzuhalten.

    ZÜRS-Zonen & Kosten der Elementarschadenversicherung

    Wie viel eine Elementarschadenversicherung kostet und ob Versicherer sie überhaupt anbieten, hängt davon ab, wie sie die Risiken des Gebäudestandorts einschätzen. Dabei wird zwischen verschiedenen Risikoregionen mit verschieden hoher Wahrscheinlichkeit für Naturgefahren, sogenannten ZÜRS-Zonen unterschieden.

    … mehr zu Naturgefahren in Deutschland
    Der Klimawandel geht mit häufigeren extremen Wetterbedingungen, darunter Starkregen einher. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten steigt also das Erdrutschrisiko.

    Fazit

    Ist ein Erdrutsch eingetreten, hilft bei einem fertigen Gebäude die Wohngebäude- oder Hausratversicherung, sofern eine Elementarschadenversicherung an sie angeschlossen ist. Für Autos, Photovoltaik-Anlagen und Rohbauten sind andere Versicherungen verantwortlich.


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    Dieser Artikel wurde zuletzt am 30.11.2020 aktualisiert.
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    Swantje Niemann
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