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Kfz-Wasserschaden in der Teilkasko

Welche Versicherung zahlt, bei einem Wasserschaden am Kfz? Genügt hier bereits der Abschluss einer Kfz-Teilkaskoversicherung oder ist ein solcher Schaden nur über die Kasko-Vollversicherung gedeckt? Was tun, wenn mein Auto einen Wasserschaden hat.

Wie entstehen Wasserschäden am Auto?

Wasserschäden am Auto entstehen in den meisten Fällen, wenn ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug in eine Überschwemmung hineinfährt. Aber auch ein abgestelltes Auto, welches über einen längeren Zeitraum unter Wasser stand, kann betroffen sein. Bauteile und auch die Autotechnik sind zwar gegen Spritzwasser geschützt, „tauchbadresistent“ ist die Autotechnik jedoch nicht.

Bereits eine Wasserhöhe von 25 cm kann für die Technik am Auto problematisch sein. So kann es hier zu Schäden an Sensoren, Elektronik, Fahrwerk und Bremsen kommen.

Kfz-Wasserschaden: Teilkasko muss nicht zahlen

In der Teilkasko sind zwar Schäden aus Überschwemmungen abgedeckt, doch ein, durch einen Wasserschlag entstandener Motorschaden führt nur zu einer Leistungspflicht des Versicherers, wenn dieser direkt aus einer Überschwemmung resultiert und es sich entsprechend um ein unmittelbares Schadensereignis handelt.

Versicherte Gefahren in der KFZ-Teilkaskoversicherung
  • Brand, Explosion
  • Entwendung (Diebstahl, Raub…)
  • Sturm, Hagel, Blitzschlag und Überschwemmung (unmittelbare Einwirkung auf das Fahrzeug)
  • Zusammenstoß des bewegten Fahrzeugs mit Haarwild, Pferden, Rindern, Ziegen und Schafen
  • Glasbruch
  • Kurzschlussschäden an der Verkabelung
  • Marderbiss an Kabeln, Schläuchen und Leitungen

Ein unmittelbares Schadensereignis ist dann gegeben, wenn ein Auto von einer herannahenden Wassermasse überschwemmt wird und das Wasser somit unmittelbar auf das Kfz einwirkt. [Weitere Informationen zu den Leistungen einer Kfz-Versicherung)

Kfz-Wasserschaden: Ein Fall für die Vollkaskoversicherung

Im Vergleich zur Teilkasko ist der Leistungsumfang bei der Vollkaskoversicherung größer. Entsprechend sind jedoch auch die Kosten dieser Kfz-Versicherung deutlich höher.

Die Vollkaskoversicherung kommt für Wasserschäden am Kfz auf. Im Gegensatz zur Teilkasko gilt dies nicht nur für unmittelbare Einwirkungen, sondern auch, wenn der Schaden durch Befahren einer überfluteten Straße ausgelöst wurde. Kommt es hier zum Motorschaden, ist die Versicherung in der Leistungspflicht.

BERATER-TIPP

»Was Bedeutet eigentlich unmittelbare Einwirkung? Nach allgemeiner Auffassung in Rechtsprechung wird vorausgesetzt, dass die Naturgewalt einzige oder letzte Ursache für einen Schaden gewesen ist. Die Beschädigung des Fahrzeuges ist also ausschließlich auf die Überschwemmung zurückzuführen – nicht etwa auf einen Fahrfehler oder ein Einwirken Dritter.«

Achtung: grobe Fahrlässigkeit

Beruft sich die Kfz-Versicherung hier auf den Tatbestand der groben Fahrlässigkeit, kann sie unter Umständen die Leistung ganz oder teilweise verweigern.

Gerichtsurteil zur Leistungspflicht einer Teilkaskoversicherung

Im vorliegenden Fall war der Kläger mit seinem PKW unterwegs. Er bog in eine Straße ein, die durch einen vorangegangenen Starkregen überschwemmt worden war. Aufgrund des Straßengefälles hatte der Fahrer die Wassermengen erst zu spät erkannt und konnte sein Fahrzeug nicht rechtzeitig bremsen. Somit ließ es sich nicht vermeiden, dass er das angesammelte Wasser durchfuhr. Am Fahrzeug entstand ein kapitaler Motorschaden. Die Beseitigung kostete über 3.500 Euro. Diese Summe machte der Kläger seiner Teilkaskoversicherung (alles zur KFZ-Versicherung) gegenüber geltend.

Der Versicherer lehnte die Regulierung des Schadens ab. Er führte zur Begründung aus, dass nach den Versicherungsbedingungen nur Schäden versichert sind, die aus einer unmittelbaren Einwirkung aus Naturereignissen entstehen.

Das Amtsgericht Krefeld bestätigte die Sicht der Versicherung. Für den Versicherer heißt das, dass er nicht für einen Schaden aufkommen muss, den der Fahrzeughalter verursacht hat, indem er mit seinem Wagen in eine sichtbare Überschwemmung fährt.

Da der Kläger mit seinem Wagen direkt in die Wassermenge gefahren war, ist das Merkmal der Unmittelbarkeit eines Naturereignisses nicht erfüllt (Az. 6 C 456/09 v. 27. Januar 2016).

So verhalten sich Autofahrer richtig

Für einen Autofahrer ist diese Situation etwas heikel. Letztlich wird die Teilkasko-Versicherung nur zahlen, wenn der Schaden am Fahrzeug direkt aus den Wassermassen entsteht. Wenn ein Auto also durch sintflutartige Regenfälle oder stark anschwellende Flüsse Schäden davon trägt, wäre dies wohl ein Naturereignis entsprechend den geltenden Versicherungsbedingungen. Anders sieht es aus, wenn der Fahrer mit seinem Wagen selbst in eine überflutete Unterführung fährt, weil er glaubt, diese noch passieren zu können oder weil er diese nicht vollständig einschätzen kann. In diesem Fall liegt das Risiko eines Fahrzeugschadens beim Fahrer.

Kfz-Wasserschaden reparieren

Ob und in welchen Umfang ein Kfz-Wasserschaden repariert werden muss, hängt zum großen Teil davon ab, wie tief das Auto im Wasser stand.

  • Bei einem Wasserstand, bei dem der Innenraum des Fahrzeugs trocken geblieben ist, besteht ein eher geringes Schadensrisiko. Trotzdem sollte das Auto in einer Werkstatt überprüft werden.
  • Reichte das Wasser bis über die Türschwellen, sodass auch der Innenraum betroffen ist, kann man davon ausgehen, dass das Kfz in Mitleidenschaft gezogen worden ist.

Hier rät der ADAC zum Austausch von Bodenbelägen und Dämmmatten. Außerdem sollten alle im Boden befindlichen Bauteile überprüft werden und sicherheitsrelevante Teile vorsorglich durch Neuteile ersetzt werden. Eine gründliche Trocknung auch der Innenbereiche der Türe ist ebenfalls empfehlenswert. Die Kosten für solche Maßnahmen können schnell im 5-stelligen Euro-Bereich liegen.

  • Stand das Auto komplett unter Wasser, heißt bis zur Scheibenunterkante oder noch höher, kann in den meisten Fällen von einem wirtschaftlichen Totalschaden ausgegangen werden. Der Grund ist, dass bei solchen Wasserständen sehr wahrscheinlich der überwiegende Teil der Elektronik betroffen ist. Eine qualitative Bestandsaufnahme kann nur von einem Kfz-Werkstatt durchgeführt werden.

Weitere Tipps zum Thema hält der ADAC bereit.

Kfz-Wasserschaden: Was tun?

Kommt es zum Kfz-Wasserschaden zahlt die Teilkasko nur, wenn es sich um eine unmittelbare Schadenseinwirkung handelt. Auf der sicheren Seite sind Autobesitzer nur mit einer Vollkaskoversicherung, die auch bei grober Fahrlässigkeit leistet.

In jedem Fall sollte eine Inspektion in einer Werkstatt durchgeführt werden, um die Gefahr zu umgehen, dass sicherheitsrelevante Bauteile beschädigt wurden.

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