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Träger der Pflege­versicherung

Krankenversicherungen und ihre Pflegekassen im Überblick
Die Träger der Pflegeversicherung sind die Pflegekassen. Diese sind bei den Krankenkassen angesiedelt, gelten jedoch als eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung sind automatisch pflegeversichert. Doch auch für privat Versicherte ist die Pflegeversicherung eine Pflichtversicherung.
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Träger der Pflegeversicherung in Deutschland

Die Träger der Pflegeversicherung sind die Pflegekassen. Diese sind an die Krankenkassen angeschlossen. Dementsprechend unterscheidet man gesetzliche bzw. soziale und private Pflegekassen. Ganz allgemein gilt: Man ist dort pflegeversichert, wo man auch krankenversichert ist.

Soziale Pflegeversicherung – Träger

Träger der gesetzlichen Pflegeversicherung sind die sozialen Pflegekassen. An jede Krankenkasse ist eine Pflegekasse angeschlossen. Auch wenn die Aufgaben von den Krankenkassen wahrgenommen werden, handelt es sich bei den Trägern um selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts, die sich selbst verwalten.

Die Beiträge zur gesetzlichen Pflegepflichtversicherung bemessen sich am Einkommen der Versicherten. Der Beitragssatz liegt seit 2019 bei 3,05 Prozent und wird jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.

Ausnahmen von der allgemeinen Regel
In Sachsen gilt ein höherer Beitragssatz als in den übrigen Bundesländern, da hier der Buß- und Bettag ein Feiertag ist. Außerdem ist die Pflegeversicherung für kinderlose GKV-Mitglieder seit 2005 teurer als für Versicherte mit Kindern. Kinderlose zahlen ab dem 23. Lebensjahr, einen um 0,25 Prozent höheren Beitragssatz (Dies gilt nicht für Personen, die vor 1940 geboren wurden.).
Rentner müssen die Beiträge zur sozialen Pflegeversicherung komplett selbst zahlen.

Private Pflegeversicherung – Träger

Träger der privaten Pflegeversicherung sind die privaten Pflegekassen. Die Leistungen der privaten und der sozialen Pflegekassen sind gesetzlich festgeschrieben und unterscheiden sich dementsprechend nicht voneinander. Gleiches gilt für die Kosten der privaten Pflegeversicherung. Handelt es sich um einen Angestellten teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Kosten. Selbständige und Freiberufler müssen, ebenso wie Rentner ihre Pflegeversicherungsbeiträge komplett selbst zahlen.

Achtung: Private Pflegeversicherung ist nicht gleich Pflegezusatzversicherung

Die private Pflegeversicherung bzw. private Pflegepflichtversicherung ist nicht zu verwechseln mit der Pflegezusatzversicherung. Bei der Pflegezusatzversicherung handelt es sich um eine freiwillige private Vorsorge mit dem Ziel, Versorgungslücken zu schließen. Denn die Pflegepflichtversicherung, egal ob es sich bei dem Träger um eine private oder eine gesetzliche Pflegekasse handelt, deckt nur einen Teil der Kosten ab, die bei einer Pflegebedürftigkeit anfallen.

Die Versicherten im Überblick

Gesetzlich Versicherte

Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung sind automatisch in der sozialen Pflegeversicherung versichert. Sie müssen keinen Aufnahmeantrag stellen. Dies gilt für Studierende, Rentner, Arbeiter und Angestellte. Aus der Versicherungspflicht scheidet nur aus, wer seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt. Allerdings besteht die Möglichkeit auf Antrag weiter in der Pflegeversicherung zu bleiben.

Familienversicherte

Wer familienversichert ist, ist automatisch auch pflegeversichert und muss keine Beiträge zahlen. Dies gilt für unterhaltsberechtigte Kinder und Ehepartner, deren regelmäßiges Monatseinkommen unter 435 bzw. 450 Euro liegt.

Freiwillig Versicherte

Personen, die keine Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, können sich privat oder freiwillig gesetzlich krankenversichern. Wählen sie die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung sind sie automatisch auch Mitglied in der entsprechenden sozialen Pflegeversicherung. Allerdings können sie sich von der Pflegeversicherung befreien lassen. Voraussetzung ist, dass sie die Befreiung innerhalb der ersten drei Monate ab Versicherungsbeginn beantragen. Außerdem muss der Abschluss einer anderen Pflegeversicherung nachgewiesen werden.

Privat Versicherte

Wer Mitglied einer privaten Krankenversicherung ist, muss auch eine private Pflegeversicherung abschließen. Dabei ist der Versicherungsnehmer ebenso wie bei der sozialen Pflegeversicherung an den Anbieter gebunden. Das heißt, Kranken- und Pflegeversicherung sind vom gleichen Versicherungsunternehmen.

Versorgungslücke schließen

Die Pflegepflichtversicherung kann nur einen Teil der finanziellen Belastungen abfangen, die mit einer Pflegebedürftigkeit verbunden sind. Mit Inkrafttreten der Pflegestärkungsgesetze 2015 und 2017 und der damit verbundenen Umstellung von den Pflegestufen auf nun mehr fünf Pflegegrade wurden die Leistungen zwar deutlich ausgebaut und verbessert, doch trotz allem bleibt eine erhebliche Versorgungslücke bestehen. Vor allem, wenn die Pflege in einem Pflegeheim erfolgen soll bzw. muss.

Haben die betroffenen Familien dann keine großen Ersparnisse wird eine Pflegebedürftigkeit schnell zu einer erheblichen finanziellen Belastung. Hier können private Pflegezusatzversicherungen Abhilfe schaffen. Je nach Art der Pflegezusatzversicherung erhalten die Versicherten unterschiedliche Leistungen.

Die Pflegezusatzversicherungen im Überblick

Die Pflegetagegeldversicherung leistet je nach Pflegegrad eine vertraglich festgelegte Summe unabhängig von den tatsächlich anfallenden Kosten.

Bei der Pflegekostenversicherung zahlt einen Teil der Pflegekosten und stockt somit die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung auf.

Ähnlich wie bei der Pflegetagegeldversicherung zahlt die Pflegerentenversicherung im Leistungsfall eine vertraglich vereinbarte monatliche Rente an den Versicherten, deren Höhe vom Pflegegrad abhängt.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 29.04.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Müni Enkhsaikhan
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