Träger der Pflege­versicherung: Wer ist für Sie zuständig?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Pflegekassen sind die Träger: Bei jeder gesetzlichen Krankenkasse ist eine eigene Pflegekasse errichtet. Zum 1. Januar 2026 gab es 93 davon.
  • Private Versicherer für Privatversicherte: Die private Pflegepflicht­versicherung führen private Kranken­versicherungsunternehmen durch, nicht „private Pflegekassen“.
  • Ihre Kranken­versicherung entscheidet: Sie sind dort pflegeversichert, wo Sie krankenversichert sind. Die Leistungen sind bei beiden Trägern gleich hoch.
  • Nur eine Teilabsicherung: Im Pflegeheim bleiben im ersten Jahr im Schnitt 3.364 € im Monat selbst zu zahlen, egal welcher Träger zuständig ist.

Wer sind die Träger der Pflege­versicherung in Deutschland?

Träger der sozialen Pflege­versicherung sind die Pflegekassen. Bei jeder gesetzlichen Krankenkasse ist eine eigene Pflegekasse errichtet, die Krankenkasse stellt Personal und Organe. Die private Pflegepflicht­versicherung führen private Kranken­versicherungsunternehmen durch. Welcher Träger für Sie zuständig ist, ergibt sich aus Ihrer Kranken­versicherung.

Pflegekassen als eigenständige Körperschaften

Jede Pflegekasse ist eine rechtsfähige Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbst­verwaltung. Sie ist also rechtlich eigenständig, obwohl die Krankenkasse ihre Geschäfte führt. Für Sie heißt das: Ihre Pflegekasse erreichen Sie über Ihre Krankenkasse, unter derselben Adresse und mit derselben Versichertennummer (Quelle: SGB XI § 46).

Zuständig ist immer die Pflegekasse der Krankenkasse, bei der Sie pflicht- oder freiwillig versichert sind. Familienversicherte gehören zur Pflegekasse des Mitglieds, über das sie mitversichert sind. Wechseln Sie die Krankenkasse, wechselt die Pflegekasse automatisch mit (Quelle: SGB XI § 48).


Die Regeln auf einen Blick

Die Tabelle zeigt die beiden Systeme nebeneinander. Gemeinsam ist ihnen der gesetzliche Auftrag: Beide zahlen dieselben Leistungen nach Pflegegrad. Verschieden sind Rechtsform, Zahl der Träger, Verband und Gutachter. Den größten Unterschied für Ihren Geldbeutel macht der Beitrag, dazu mehr im nächsten Kapitel.

RegelSoziale Pflege­versicherungPrivate Pflegepflicht­versicherung
TrägerPflegekassen bei den gesetzlichen KrankenkassenPrivate Kranken­versicherungsunternehmen
RechtsformKörperschaft des öffentlichen RechtsVersicherungs­unternehmen unter Versicherungsaufsicht
Anzahl93 Pflegekassen (Stand 1.1.2026)42 Unternehmen laut Medicproof
VerbandGKV-SpitzenverbandVerband der Privaten Kranken­versicherung
GutachterMedizinischer DienstMedicproof

Wie sind die Träger der Pflege­versicherung organisiert?

In zwei getrennten Systemen mit gleichen Leistungen. Die soziale Pflege­versicherung ist öffentlich-rechtlich organisiert, der Beitrag richtet sich nach Ihrem Einkommen. Die private Pflegepflicht­versicherung ist ein Vertrag mit einem privaten Versicherer, der Beitrag richtet sich nach Eintrittsalter und Gesundheit beim Abschluss.

Träger der gesetzlichen Pflege­versicherung

Zum 1. Januar 2026 gab es 93 gesetzliche Krankenkassen und damit ebenso viele Pflegekassen. Die Krankenkassenliste des GKV-Spitzenverbands zeigt im Oktober 2026 noch 92 Einträge (Quelle: GKV-Spitzenverband). Mehr zu Beiträgen und Leistungen lesen Sie im Ratgeber zur gesetzlichen Pflege­versicherung.

Die Kassen gehören zu sechs Kassenarten: Allgemeine Ortskrankenkassen, Betriebskrankenkassen, Innungskrankenkassen, die landwirtschaftliche Krankenkasse, die Knappschaft und die Ersatzkassen (Quelle: SGB V § 4). Welche Kasse zu Ihnen passt, erklären wir im Ratgeber zur gesetzlichen Kranken­versicherung.

Auf Bundesebene vertritt der GKV-Spitzenverband alle Pflegekassen, er nimmt die Aufgaben des Spitzenverbands Bund der Pflegekassen wahr (Quelle: SGB XI § 53). Kassen, die in mehr als drei Bundesländern tätig sind, beaufsichtigt das Bundesamt für Soziale Sicherung. Für Kassen in einem Land ist die Landesaufsicht zuständig, ebenso für Kassen in zwei oder drei Ländern, wenn die beteiligten Länder ein aufsichtführendes Land bestimmen.


Welche Kosten fallen für die gesetzliche Pflege­versicherung an?

Der Beitragssatz liegt 2026 bei 3,6 Prozent Ihres beitragspflichtigen Einkommens, für Kinderlose ab 23 Jahren bei 4,2 Prozent. Ab dem zweiten Kind unter 25 sinkt er. Der Arbeitgeber zahlt 1,8 Prozent, in Sachsen nur 1,3 Prozent (Quelle: SGB XI § 55).

Beiträge fallen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro im Monat an. Der Höchstbeitrag liegt deshalb laut Bundesgesundheitsministerium bei 209,26 Euro, für Kinderlose rechnerisch bei 244,13 Euro im Monat (Quelle: BMG, Zahlen und Fakten zur Pflege­versicherung). Rentner und Selbständige zahlen ihren Beitrag allein.


Träger der privaten Pflege­versicherung

„Private Pflegekassen“ gibt es nicht. Die private Pflegepflicht­versicherung führen private Kranken­versicherungsunternehmen durch. Laut Medicproof sind das 42 Unternehmen, dazu kommen die Postbeamtenkrankenkasse und die Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten (Quelle: Medicproof). Wie Medicproof Ihren Pflegegrad feststellt, lesen Sie im Ratgeber zu Medicproof.

Im Verband der Privaten Kranken­versicherung sind 39 ordentliche und zehn außerordentliche Mitglieder organisiert (Quelle: PKV-Verband). Nicht jedes Mitglied ist Träger einer Pflegepflicht­versicherung: Die außerordentlichen Mitglieder, etwa die Deutsche Familien­versicherung, bieten keine Pflegepflicht­versicherung an.

Wer privat krankenversichert ist, schließt die Pflegepflicht­versicherung beim selben Unternehmen ab. Innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der Versicherungspflicht dürfen Sie auch ein anderes Unternehmen wählen. Die Leistungen müssen denen der sozialen Pflege­versicherung gleichwertig sein, statt Sachleistungen gibt es Kostenerstattung (Quelle: SGB XI § 23).


Welche Kosten fallen für die private Pflege­versicherung an?

Ihr Beitrag richtet sich nicht nach dem Einkommen, sondern nach Alter und Gesundheit bei Vertragsabschluss. Der Versicherer muss Sie aufnehmen und darf Vor­erkrankungen nicht ausschließen. Nach fünf Jahren Vor­versicherungszeit ist der Beitrag auf den Höchstbeitrag der sozialen Pflege­versicherung begrenzt, 2026 also auf 209,26 Euro (Quelle: SGB XI § 110).

Kinder sind beitragsfrei mitversichert, unter denselben Voraussetzungen wie in der Familien­versicherung. Angestellte erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Zuschuss in Höhe der Hälfte des Beitrags, höchstens so viel, wie er in der sozialen Pflege­versicherung zahlen würde. 2026 sind das bis 104,63 Euro im Monat, in Sachsen bis 75,56 Euro (Quelle: SGB XI § 61).


Wer finanziert die Pflege­versicherung?

Vor allem die Beitragszahler: Beschäftigte, Arbeitgeber, Rentner und Selbständige zahlen ein, das Bundesamt für Soziale Sicherung verwaltet die Beiträge im Ausgleichsfonds und gleicht die Finanzen der Pflegekassen untereinander aus. 2025 nahm die soziale Pflege­versicherung 73,33 Milliarden Euro ein und gab 73,82 Milliarden Euro aus, das Defizit lag bei 0,49 Milliarden Euro (Quelle: BMG, Zahlen und Fakten zur Pflege­versicherung).

Auch der Bund gibt Geld. Laut Gesetz zahlt er seit 2022 jährlich eine Milliarde Euro pauschal in den Ausgleichsfonds, für 2024 bis 2027 ist diese Zahlung ausgesetzt. Dazu kamen zinslose Darlehen des Bundes in den Jahren 2022, 2025 und 2026 (Quelle: SGB XI § 61a). Die private Pflegepflicht­versicherung finanziert sich allein aus den Beiträgen ihrer Versicherten.

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Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

Welcher Träger ist für welche Versicherten zuständig?

Das entscheidet Ihre Kranken­versicherung: Sie sind dort pflegeversichert, wo Sie krankenversichert sind. Gesetzlich Versicherte gehören automatisch zur Pflegekasse ihrer Krankenkasse. Privat Versicherte haben einen eigenen Vertrag mit ihrem Kranken­versicherer. Nur wenige Gruppen haben eine Wahl.

Überblick: Welcher Träger ist für mich zuständig?

Für die meisten Versicherten ist die Frage mit einem Blick auf die Versichertenkarte beantwortet. Die Tabelle zeigt, welcher Träger für welche Gruppe zuständig ist und was dabei jeweils gilt. Die Beträge sind Stand 2026.

VersichertengruppeZuständiger TrägerWas gilt
Pflichtversicherte (Angestellte, Studierende, Rentner)Pflegekasse der eigenen KrankenkasseAutomatisch, kein Antrag nötig
FamilienversichertePflegekasse des MitgliedsBeitragsfrei bis 565 € Einkommen im Monat, bei Minijob 603 €
Freiwillig gesetzlich VersichertePflegekasse der KrankenkasseBefreiung für eine private Pflegepflicht­versicherung nur binnen 3 Monaten
Privat KrankenversicherteEigener privater Kranken­versichererAbschluss Pflicht, Wechsel binnen 6 Monaten möglich
Beamte mit BeihilfePflegekasse oder privater VersichererLeistungen zur Hälfte, den Rest trägt die Beihilfe

Besonderheiten für Versichertengruppen im Detail

Freiwillig gesetzlich Versicherte, etwa Angestellte über der Versicherungspflicht­grenze von 77.400 Euro im Jahr oder Selbständige, sind Pflichtmitglied der sozialen Pflege­versicherung. Sie können sich innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht zugunsten einer privaten Pflegepflicht­versicherung befreien lassen, unwiderruflich (Quelle: SGB XI § 22). Mehr dazu im Ratgeber zur freiwilligen Kranken­versicherung.

Familienversicherte zahlen keinen eigenen Beitrag, solange ihr Gesamteinkommen 565 Euro im Monat nicht übersteigt, bei einem Minijob 603 Euro. Kinder sind bis 18 mitversichert, bis 23 ohne Erwerbstätigkeit und bis 25 in Schule oder Ausbildung, bei einer Behinderung ohne Altersgrenze (Quelle: SGB XI § 25).

Verlegen Sie Ihren Wohnsitz ins Ausland, endet die Versicherungspflicht. Sie können sich bei Ihrer bisherigen Pflegekasse weiterversichern, wenn Sie den Antrag spätestens einen Monat nach dem Ausscheiden stellen. Der Beitrag beträgt 2026 dann 23,73 Euro im Monat (Quelle: SGB XI § 26). Was im Ausland gilt, lesen Sie im Ratgeber zur Pflege­versicherung im Ausland.

Beamte mit Beihilfe erhalten die Leistungen ihres Trägers nur zur Hälfte, die andere Hälfte trägt die Beihilfe. Privat versicherte Beamte schließen deshalb einen anteiligen, beihilfekonformen Tarif ab, dessen Beitrag höchstens die Hälfte des Höchstbeitrags betragen darf (Quelle: SGB XI § 110). Einzelheiten im Ratgeber für Beamte.

Was zahlen die Träger der Pflege­versicherung?

Pflegekassen und private Versicherer zahlen dieselben Beträge, gestaffelt nach Pflegegrad. Das Pflegegeld liegt 2026 zwischen 347 und 990 Euro im Monat. Privat Versicherte bekommen statt der Sachleistung eine Kostenerstattung in gleicher Höhe. Die Beträge gelten 2026 unverändert seit Januar 2025.

Leistungen nach Pflegegrad

Die wichtigsten Leistungen sind Pflegegeld, wenn Angehörige pflegen, Pflege­sachleistungen für einen ambulanten Pflegedienst und der Betrag für das Pflegeheim. Pflegegeld und Sachleistung lassen sich kombinieren. Wie Ihr Pflegegrad festgestellt wird, erklären wir im Ratgeber zu den Pflegegraden (Quelle: SGB XI § 37).

PflegegradPflegegeld im MonatPflegesachleistung bisPflegeheim im Monat
1Kein PflegegeldKeine131 € Zuschuss
2347 €796 €805 €
3599 €1.497 €1.319 €
4800 €1.859 €1.855 €
5990 €2.299 €2.096 €

Weitere Leistungen der Träger

Neben den Monatsbeträgen zahlen Pflegekasse und privater Versicherer weitere Leistungen, die Sie jeweils gesondert beantragen. Die meisten gelten zusätzlich zu Pflegegeld oder Sachleistung. Diese Leistungen stehen Ihnen 2026 bei Pflege zu Hause zu (Quelle: BMG, Zahlen und Fakten zur Pflege­versicherung):

  • Tages- und Nachtpflege ab Pflegegrad 2, je nach Grad bis 721 bis 2.085 Euro im Monat
  • Entlastungsbetrag bis 131 Euro im Monat ab Pflegegrad 1 für anerkannte Hilfen im Alltag
  • Bis 3.539 Euro im Jahr für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege ab Pflegegrad 2
  • Bis 4.180 Euro je Maßnahme für den Umbau der Wohnung ab Pflegegrad 1
  • Kostenlose Pflegeberatung durch Ihre Pflegekasse oder Ihren privaten Versicherer

Wie bekommen Sie Leistungen von Ihrem Träger?

Mit einem Antrag bei Ihrem Träger: bei der Pflegekasse Ihrer Krankenkasse oder, wenn Sie privat versichert sind, bei Ihrem Kranken­versicherer. Gezahlt wird ab dem Monat, in dem Sie den Antrag stellen. Die Entscheidung muss innerhalb von 25 Arbeitstagen kommen.

1. Träger klären

Ihre Pflegekasse sitzt bei Ihrer Krankenkasse, deren Name steht auf Ihrer Versichertenkarte. Privat Versicherte wenden sich an ihren Kranken­versicherer.

2. Antrag stellen

Ein formloser Anruf oder Brief genügt zunächst. Stellen Sie den Antrag früh, denn für die Zeit davor gibt es kein Geld.

3. Begutachtung

Gesetzlich Versicherte begutachtet der Medizinische Dienst, privat Versicherte Medicproof. Meist kommt der Gutachter zu Ihnen nach Hause.

4. Bescheid prüfen

Kommt die Entscheidung zu spät, zahlt der Träger 70 Euro je begonnene Woche, sofern er die Verzögerung zu vertreten hat.


Beratung und Einwände

Jeder Träger muss Sie kostenlos beraten: die Pflegekasse, der private Versicherer oder ein Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe. Gegen den Bescheid der Pflegekasse legen Sie innerhalb eines Monats Widerspruch ein. Privat Versicherte richten Einwände an den Versicherer und können vor dem Sozialgericht klagen (Quelle: SGG § 84).

Wann lohnt sich eine Pflegezusatz­versicherung?

Immer dann, wenn Sie den Eigenanteil im Pflegeheim oder die Kosten der Pflege zu Hause nicht sicher aus Rente und Ersparnissen tragen können. Kein Träger zahlt die tatsächlichen Kosten. Im Pflegeheim blieben im ersten Jahr im Schnitt 3.364 Euro im Monat selbst zu zahlen, Stand 1. Juli 2026.

Private Pflege­versicherung ist nicht gleich Pflegezusatz­versicherung

Die private Pflegepflicht­versicherung ist für Privatversicherte Pflicht und leistet genau so viel wie die Pflegekasse. Eine Pflegezusatz­versicherung ist dagegen freiwillig und schließt die Lücke zu den tatsächlichen Kosten. Wer beides verwechselt, glaubt sich abgesichert und ist es nicht. Diese Fehler sehen wir häufig:

  • Die private Pflegepflicht­versicherung für einen vollen Pflegeschutz halten
  • Davon ausgehen, dass der Träger das Pflegeheim komplett bezahlt
  • Den Antrag erst stellen, wenn die Pflege schon läuft
  • Die Dreimonatsfrist für die Befreiung als freiwillig Versicherter verpassen
  • Die Wechselfrist von sechs Monaten in der privaten Pflegepflicht­versicherung übersehen
  • Eine Zusatz­versicherung erst prüfen, wenn Gesundheitsfragen schon zum Problem werden

Die Zahl dazu stammt vom Verband der Ersatzkassen: 3.364 Euro im ersten Jahr setzen sich aus 1.775 Euro Eigenanteil für die Pflege, 1.068 Euro für Unterkunft und Verpflegung und 521 Euro Investitionskosten zusammen. Mit längerer Aufenthaltsdauer sinkt der Pflegeanteil durch Zuschläge der Kasse (Quelle: vdek).

Eigenanteil im Pflegeheim im ersten Jahr nach Kostenart, 1. Juli 2026
  • Pflege, nach Zuschlag1.775 €
  • Unterkunft und Verpflegung1.068 €
  • Investitionskosten521 €

Quelle: vdek, Eigenanteile im Pflegeheim, Stand 1. Juli 2026


Arten der Pflegezusatz­versicherung

Am flexibelsten ist für die meisten die Pflegetagegeld­versicherung: Sie zahlt einen vereinbarten Betrag ohne Kostennachweis, auch wenn Angehörige pflegen. Die Pflegekosten­versicherung stockt die Leistung der Kasse auf. Die Pflegerenten­versicherung zahlt eine lebenslange Rente, kostet aber deutlich mehr.

Der Beitrag hängt vor allem vom Eintrittsalter ab. Für 2.000 Euro im Monat bei Pflege im Heim zahlen 35-Jährige 55 bis 87 Euro im Monat, 55-Jährige 134 bis 215 Euro. Das zeigt eine Studie von Assekurata im Auftrag des PKV-Verbands mit Stand März 2026 (Quelle: Assekurata).

Experten-Tipp:
Experte für Pflege­­versicherungen

„Viele Privatversicherte sagen mir, sie hätten doch eine private Pflege­versicherung. Gemeint ist fast immer die Pflegepflicht­versicherung. Die zahlt aber genau dieselben festen Beträge wie die Pflegekasse, egal wer der Träger ist. Den Rest trägt die Familie. Ich rate deshalb, die Lücke mit einem Pflegetagegeld zu schließen, solange Sie gesund sind. Mit jedem Jahr Warten steigt der Beitrag.“

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Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

Was kostet eine private Pflege­versicherung?

Die häufigsten Fragen zu den Trägern der Pflege­versicherung

Wer ist der Träger der Pflege­versicherung?

Träger der sozialen Pflege­versicherung sind die Pflegekassen, die bei jeder gesetzlichen Krankenkasse errichtet sind. Die private Pflegepflicht­versicherung führen private Kranken­versicherungsunternehmen durch. Sie sind jeweils dort pflegeversichert, wo Sie krankenversichert sind. Die Leistungen sind bei beiden Trägern gleich hoch.

Wer ist der Träger der gesetzlichen Pflege­versicherung?

Die Pflegekassen. Sie sind laut § 46 SGB XI rechtsfähige Körperschaften des öffentlichen Rechts mit Selbst­verwaltung, ihre Geschäfte führt die jeweilige Krankenkasse. Zum 1. Januar 2026 gab es 93 gesetzliche Krankenkassen und damit 93 Pflegekassen.

Wer ist Träger der privaten Pflege­versicherung?

Private Kranken­versicherungsunternehmen, laut Medicproof 42, dazu die Postbeamtenkrankenkasse und die Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten. Eigene private Pflegekassen gibt es nicht. Privatversicherte schließen die Pflegepflicht­versicherung meist bei ihrem Kranken­versicherer ab und dürfen innerhalb von sechs Monaten ein anderes Unternehmen wählen.

Welche Sozial­versicherung ist der übergeordnete Träger der gesetzlichen Pflege­versicherung?

Einen übergeordneten Träger gibt es nicht, Träger sind die einzelnen Pflegekassen. Auf Bundesebene vertritt sie der GKV-Spitzenverband, der laut § 53 SGB XI die Aufgaben des Spitzenverbands Bund der Pflegekassen wahrnimmt. Die Aufsicht führen das Bundesamt für Soziale Sicherung und die Länder.

Wie finanziert sich die gesetzliche Pflege­versicherung?

Vor allem über die Beiträge von Versicherten und Arbeitgebern, 2026 sind das 3,6 Prozent des Einkommens, kinderlos 4,2 Prozent. Der Bund zahlt laut Gesetz zusätzlich eine Milliarde Euro im Jahr, diese Zahlung ist für 2024 bis 2027 ausgesetzt. Dazu kamen Darlehen des Bundes in den Jahren 2022, 2025 und 2026.

Welche Pflegekassen gibt es?

So viele wie gesetzliche Krankenkassen, zum 1. Januar 2026 waren es 93. Sie gehören zu sechs Kassenarten: Allgemeine Ortskrankenkassen, Betriebs- und Innungskrankenkassen, Ersatzkassen, die Knappschaft und die landwirtschaftliche Krankenkasse. Eine aktuelle Liste führt der GKV-Spitzenverband.

Zu welcher Versicherung gehört die Pflege­versicherung?

Zur Kranken­versicherung. Bei jeder gesetzlichen Krankenkasse ist eine Pflegekasse errichtet, deshalb sind gesetzlich Krankenversicherte automatisch in der sozialen Pflege­versicherung. Privat Krankenversicherte müssen eine private Pflegepflicht­versicherung abschließen, in der Regel beim selben Unternehmen.

Wo bin ich pflegeversichert?

Dort, wo Sie krankenversichert sind. Gesetzlich Versicherte gehören zur Pflegekasse ihrer Krankenkasse, Familienversicherte zur Pflegekasse des Mitglieds. Privat Versicherte haben die Pflegepflicht­versicherung bei einem privaten Kranken­versicherer. Wechseln Sie die Krankenkasse, wechselt auch die Pflegekasse.

Wer zahlt die Beiträge zur Pflege­versicherung?

Angestellte teilen sich den Beitrag mit dem Arbeitgeber, der 1,8 Prozent zahlt, in Sachsen 1,3 Prozent. Den Zuschlag für Kinderlose tragen Beschäftigte allein. Rentner und Selbständige zahlen den vollen Beitrag selbst. Privat versicherte Angestellte bekommen einen Zuschuss bis 104,63 Euro im Monat.

Kann ich den Träger meiner Pflege­versicherung wechseln?

In der sozialen Pflege­versicherung wechseln Sie die Pflegekasse automatisch, wenn Sie die Krankenkasse wechseln. In der privaten Pflegepflicht­versicherung dürfen Sie innerhalb von sechs Monaten ab Beginn der Versicherungspflicht ein anderes Unternehmen wählen, laut § 23 SGB XI.

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Beitragsbemessungsgrenze Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße, die festlegt, bis zu welchem Betrag das Einkommen von gesetzlich Versicherten zur Beitragsberechnung der gesetzlichen Sozialversicherungen herangezogen wird. Es gibt verschiedene Werte für die Kranken- und Rentenversicherung.
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