Coronavirus in Deutsch­land: Wie sieht es mit Ihrem Ver­sicherungs­schutz aus?

Foto von von Munkhjin Enkhsaikhan
von Munkhjin Enkhsaikhan
veröffentlicht

Täglich gibt es neue Meldungen zum Coronavirus und der damit verbundenen Infektionskrankheit Covid-19. Viele stellen sich Fragen zum Thema Auslands­reisen und Reiserücktritt. Längst hat das Virus nicht mehr nur Auswirkungen auf die Gesundheit von Einzel­personen. Auch Firmen, Betriebe und Selbständige fragen sich: Was passiert, wenn mein Laden ge­schlossen wird – bin ich versichert? Und wie hilft mir der Staat?

Updates: Coronavirus und Versicherungen

Für viele Betriebe ist die noch immer andauernde Corona-Pandemie existenzbedrohend. Vor allem Gastronomen und Kulturbetriebe leiden unter den Schließungsverordnungen der Länder. Gerade für solche Fälle haben viele Unternehmer eine Betriebs­schließungs­versicherung abgeschlossen. Doch aktuell verweigern die meisten Versicherungen eine Entschädigung bei einer coronabedingten Betriebs­schließung. Verwiesen wird auf die Versicherungs­­bedingungen, in denen das neuartige Covid-19-Virus nicht gelistet ist, oder auf die grundsätzliche Möglichkeit von Außer-Haus-Verkauf von Speisen und Getränken, auch wenn diese nicht wirtschaftlich sein sollte. Einige Versicherungen bieten ihren Kunden sogenannte Kulanzangebote an, die jedoch höchstens 10 bis 15 Prozent der vereinbarten Tages­sätze umfassen und mit denen keine Rechtspflicht anerkannt wird.

Die Entscheidungen der Gerichte fallen zu dieser Thematik noch sehr unterschiedlich aus. Damit Sie den Überblick behalten, tragen wir in unserem Corona-Blog die aktuellen Meldungen in Bezug auf Corona und Versicherungen für Sie zusammen:

Alle Corona-Urteile für Unternehmen und ihre Versicherungen


Wenn Sie Ihre Versicherungs­beiträge nicht mehr zahlen können: So helfen Versicherer

Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage fehlen vielen Angestellten, Selbständigen und Firmen die Einnahmen. So auch die Mittel, um etwaige Versicherungs­beiträge weiterhin zu zahlen. Die Versicherer bieten hier aktuell die Möglichkeit, Ihre Beiträge zu stunden, um Ihnen in dieser Situation zu helfen. Das primäre Ziel: Den Versicherungs­schutz zu erhalten.

Bei einer Beitrags­stundung treffen Sie mit Ihrem Versicherer die Vereinbarung, dass Sie für 3, 6 oder 12 Monate Ihre Versicherungs­prämie nicht mehr zahlen müssen. Nach dieser Zeit zahlen Sie die Beiträge nach, entweder per Einmalzahlung oder in regelmäßigen Raten. Ist auch dies nicht möglich, bieten einige Versicherer die Option der Verrechnung mit dem Wert der Versicherung an.

Weitere Möglichkeiten bei finanziellen Engpässen

  • Beitrags­freistellung (Achtung: Versicherungs­schutz geht u. U. verloren. Bei Lebens- und Renten­versicherungen verringert sich ggf. die spätere Auszahlung)
  • Anpassung der Prämie bei Umsatzreduzierung (für Gewerbe)
  • Reduzierung der Fahrzeugflotte bzw. Stilllegung von aktuell nichtgenutzten Fahrzeugen (für Gewerbe)
  • Erhöhung der Selbstbeteiligung (verringert den Beitrag)
  • Änderung der Zahlweise
  • Tarifwechsel (beispielsweise Wechsel in den leistungsschwächeren jedoch günstigeren Notlagentarif der privaten Kranken­­versicherung mit späterer Rückkehr in Normaltarif ohne erneute Gesundheits­prüfung)
  • Verzicht auf Mahnkosten bzw. Verschiebung des Mahnverfahrens

Die Voraussetzungen und Bedingungen der Maßnahmen unterscheiden sich je nach Versicherungs­gesellschaft. Sprechen Sie hierzu am besten direkt Ihren Versicherer oder Ihren Versicherungs­berater an. Beachten Sie auch, dass die meisten Versicherer die Entscheidungen aktuell individuell für den Einzelfall treffen.


Informationen für Firmen und Betriebe

Was, wenn meine Firma bzw. Betrieb wegen behördlicher Quarantäne­maßnahmen geschlossen werden muss?

lesen

Betriebs­schließungs­versicherung:

Einen umfangreichen Versicherungs­schutz bietet im Grunde eine Betriebs­­schließungs­versicherung. Ob die Folgen des Coronavirus für den Betrieb bzw. die Entschädigungskosten für eine Betriebs­­schließung durch behördliche Auflagen übernommen werden (z. B. Löhne, Mieten und laufende Kosten), hängt primär von der Bedingungsgrundlage des Versicherers ab. Bezieht sich die Gesellschaft pauschal auf das 5 Jahre alte In­fektions­schutzgesetz, so besteht kein Versicherungs­schutz. Das Coronavirus wurde erst kürzlich in das Gesetz unter dem Paragraph 6 aufgenommen. Umfassen die Bedingungen allgemeingültig die Para­graphen 6 und 7 des Gesetzes, so leistet der Versicherer Entschädigung, wenn die zuständige Behörde aufgrund in diesen Paragraphen namentlich genannten, meldepflichtigen Krankheiten und Krankheits­erregern den Betrieb schließt – also auch beim Coronavirus.

Betriebs­unterbrechungs­­versicherung:

Eine Betriebs­unterbrechungs­­versicherung bzw. Betriebs­ausfall­versicherung kommt aktuell nur in Frage, wenn explizit der Inhaber der Firma ebenfalls versichert ist. Dies bedeutet konkret: Wenn der Inhaber am Coronavirus erkrankt oder ihm Quarantäne verordnet wird und er daraufhin ausfällt, leistet die Versicherung. Oftmals steht hier zur Bedingung, dass der Betrieb ohne den Inhaber nicht funktioniert, etwa, wie es in einer Arztpraxis oder Anwalts­kanzlei der Fall wäre.

Ertragsausfall­versicherung:

Eine solche Sach­versicherung leistet nicht bei einem Ertragsausfall aufgrund des Coronavirus. Grundlage der Leistungs­pflicht einer Ertragsausfall­versicherung ist ein expliziter, vorangegangener Sachschaden.

Was, wenn meine Waren nicht geliefert bzw. trans­portiert werden können?

lesen

Bezieht Ihr Betrieb Waren aus dem Ausland bzw. ist auf Warenlieferungen angewiesen, so besteht beim aktuellen Coronavirus und auch bei Infektionsgefahr von Krankheiten nur bedingt bis gar kein Ver­sicherungs­schutz. In einer Transport­versicherung ist die Leistung bei “Verzögerung der Reise” explizit aus­geschlossen. Inwiefern Warenlieferungen in Verbindung mit dem Coronavirus ver­sichert sind, ist im Einzelfall vom Versicherer zu prüfen.

Derzeit kaum Neuanträge möglich

Laut der VEMA (Versicherungs­makler Gen­ossen­schaft eG) sind Neuanträge derzeit kaum noch möglich. Versicherer, die eine Betriebs­­schließungs­­versicherung oder eine Betriebs­­unterbrechungs­­­versicherung mit Absicherung der leitenden Person anbieten, haben einen Annahmestopp verhängt, da die Ausbreitung des Coronavirus und die resul­tierenden Folgen nicht abgeschätzt werden können. Eine Beantragung dieser Versicherungen ist wahrscheinlich erst ab nächstem Jahr möglich.

Coronavirus aus den Bedingungen ausgeschlossen

Haben Versicherer noch keinen Annahmestopp ausgesprochen, wird das Coronavirus sehr wahrscheinlich als Leistungs­auslöser ausgeschlossen. Dies ist uns bereits von einigen Versicherungs­gesellschaften für gewerbliche Policen bekannt. Voraussichtlich werden weitere Versicherungs­produkte und Versicherungs­gesellschaften folgen. Inwiefern sich Entscheidungen auf bestehende Versicherungs­verträge auswirken, ist im Einzelfall abzuklären.

Wenn Sie bereits Versicherungen haben

Haben Sie für Ihren Betrieb oder Ihre Firma bereits eine Betriebs­schließungs­versicherung oder eine Betriebs­unterbrechungs­-/Betriebs­ausfall­versicherung abgeschlossen, dann treten Sie für Fragen um den Versicherungs­schutz bezüglich Coronavirus/Covid-19 mit Ihrem Versicherer direkt in Kontakt. Je nach Tarif­bedingungen sowie der Einschätzung der Ver­sicherungs­gesell­schaft hängt die Leistungs­­erbringung ab, falls Ihr Betrieb wirklich wegen behördlicher Auflagen geschlossen werden muss und Sie Versicherungs­­leistungen beantragen.


Informationen für Veranstalter

Was, wenn meine Ver­anstaltung wegen behördlicher Auflagen aus­fallen muss?

lesen

Prinzipiell leistet eine Ver­anstaltungs­ausfall­­versicherung u. a. bei Ausfall wegen Streik, Terror oder Versagen technischer Einrichtungen, bei wetter­bedingten Ausfällen oder bei Personenausfall aufgrund Unfall oder Krankheit eines Künstlers. Bestandteil einiger Policen ist auch der Leistungs­punkt “Ausfall wegen behördlicher Verordnungen”. Aktuell schließen viele Versicherer diesen Leistungs­punkt jedoch aus. Bedeutet: Die Ausfall­versicherung leistet nicht, wenn wegen behördlichen Qua­ran­täne­maß­nahmen oder anderen Verordnungen bezüglich des Coronavirus die Veranstaltung abgesagt wird. Dies wurde uns von zwei Seiten bestätigt.

Wie Sie bei Epidemien und Pandemien versichert sind und wie Sie Ihren Betrieb vorsorglich absichern können, erfahren Sie in diesem Ratgeber:

Versicherungs­schutz bei Epidemien und Pandemien für Unternehmen

Informationen für Angestellte

Was, wenn ich am Corona­virus erkranke – wer zahlt mein Gehalt?

lesen

“Das Coronavirus ist trotz seiner pro­minenten Medienpräsenz ein Krank­heits­erreger, wie jeder andere auch”, so die VEMA. Daher erhalten Sie als Angestellter Lohnfortzahlung von Ihrem Arbeitgeber für 6 Wochen, wenn Sie erkranken. Ab der 7. Woche bekommen Sie Kranken­geld, welches Sie jedoch selbst bei der zuständigen Landesbehörde beantragen müssen. Das gleiche gilt auch, wenn Sie vom Gesundheits­amt in Quarantäne geschickt werden.

Was, wenn ich aus Angst vor Ansteckung nicht an einer Dienstreise oder dienstlichen Veranstaltung teilnehmen möchte?

lesen

In einem solchen Fall kann keinerlei Erstattung geleistet werden, da die reine Angst bzw. Furcht vor dem Coronavirus keine Begründung zur Leistungs­erbringung darstellt. “Die reine Angst vor etwas ist nicht versicherbar”, so die VEMA.

Kann ich trotz Kurzarbeit privat krankenversichert bleiben?

lesen

In der privaten Kranken­­versicherung (PKV) gilt prinzipiell: Wenn der Lohn unter die Beitrags­bemessungsgrenze fällt, muss der Versicherte zurück in die gesetzliche Kranken­­versicherung (GKV) wechseln. Beim Thema Kurzarbeit gilt jedoch: Solange das verringerte Einkommen nicht länger als 3 Monate anhält, kann der Versicherte in der PKV bleiben. Auch der Arbeitgeberzuschuss zur PKV wird weiter gezahlt, allerdings nur auf den tatsächlich gezahlten Kurzarbeitslohn. Für PKV-Versicherte bedeutet dies, dass sie über die Monate etwas höhere Beiträge für ihre PKV zahlen müssen. Sollte dies nicht möglich sein, kann man den Versicherer direkt kontaktieren. Mehr dazu im Abschnitt „Wenn Sie Ihre Versicherungs­beiträge nicht mehr zahlen können“ .

Hat die Coronakrise Auswirkungen auf meine betriebliche Altersvorsorge?

lesen

Wenn Ihr Arbeitgeber Kurzarbeit anordnet:

Bei Kurzarbeit wird dem Arbeitnehmer in der Regel entweder ein Teil seines Lohns (Kurzlohn) und ein Zuschuss in Form des Kurzarbeitergeldes, oder komplett nur Kurzarbeitergeld gezahlt. Dabei gilt für die betriebliche Altersvorsorge (bAV):

  • Wenn der Arbeitnehmer noch einen Teil seines ursprünglichen Lohns erhält, ist eine Fortführung der bAV grundsätzlich möglich. Hier können sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf eine Reduzierung des Beitrages zur Entgeltumwandlung einigen. Beachtet werden sollte hier jedoch, dass sich dann auch der Arbeitgeberzuschuss verringert.
  • Wenn der Arbeitnehmer ausschließlich Kurzarbeitergeld erhält, jedoch keinen Lohn, ist auch das Fortführen der bAV nicht möglich, da es sich beim Kurzarbeitergeld um eine Lohnersatzleistung handelt, nicht aber um Entgelt, welches umgewandelt und bezuschusst werden kann. Sie können Ihre bAV jedoch privat weiterführen. Dabei zahlen Sie Ihre Beiträge dann regulär von Ihrem Nettoeinkommen.

Es gelten unter Umständen andere Regelungen, wenn die bAV rein arbeitgeberfinanziert ist.

Wenn Ihr Arbeitgeber Zwangsurlaub anordnet:
Bei Zwangsurlaub ändert sich an Ihrer bAV nichts weiter, da Sie in der Regel weiterhin Gehalt beziehen.

Wenn Sie entlassen werden und noch keinen neuen Job haben:
In einem solchen Fall entfallen natürlich jegliche Einnahmen. Auch eine private Fortführung des Vertrages wird unter Umständen schwierig. Sie können mit Ihrem bAV-Anbieter eine Stilllegung des Vertrages vereinbaren.

Bitte beachten Sie: Das Thema betriebliche Altersvorsorge ist unheimlich komplex und es spielen stets verschiedene Akteure eine Rolle. Jegliche Änderungen an bestehenden bAV-Verträgen erfordern zudem Änderungen der arbeitsrechtlichen Zusage sowie der Entgeltumwandlungsvereinbarung. Auch sollten besondere Regelungen beachtet werden, wie etwa im Betriebs­rentengesetz, Tarifverträgen oder Versorgungsordnungen. Haben Sie einen bAV-Vertrag mit Zusatzbausteinen, sollten Sie vor etwaigen Maßnahmen die Auswirkungen auf diese abwägen. Wenden Sie sich in jedem Fall an den zuständigen bAV-Ansprechpartner Ihrer Firma, Ihrem Arbeitgeber oder Ihrem Versicherungs­berater.

Informationen für Selbständige und Frei­berufler

Erhalte ich als Selbständiger Kranken­tagegeld, wenn ich am Coronavirus erkranke?

lesen

Ähnlich wie bei Angestellten gilt auch für das Kranken­tagegeld für Selbständige: Der Coronavirus ist ein Krankheits­erreger. Wenn Sie als Selbständiger am Virus erkranken und eine private Kran­ken­tage­geld­­versicherung haben, leistet diese.

Wenn man als Selbständiger in Quarantäne geschickt wird, kann man sich für eine Lohnerstattung an die zuständige Landes­behörde wenden. Die Erstattung erfolgt in der Regel auf Basis des Ein­kommens des Vorjahres­.

Corona Schutzschirm: Finanzielle Hilfsprogramme vom Staat

Das Bundes­finanziministerium hat am 23. März ein umfangreiches Hilfsprogramm aufgestellt, um Unternehmen und Selbständige wirtschaftlich zu unterstützen und Arbeits­plätze zu sichern. Die geplanten Hilfen im Überblick.

Kleinunternehmen, Selbständige und Freiberufler

lesen

1. Soforthilfe

Es handelt sich um einmalige Soforthilfen, mit denen anfallende Miet- und Betriebs­kosten gedeckt werden können. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden. Betroffenen Unternehmen müssen nachweisen, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten infolge der Corona-Pandemie eingetreten sind (heißt: Vor März 2020 muss das Unternehmen liquide gewesen sein).

Liegt dies vor, können folgende Unternehmen folgende Zuschüsse erwarten:

  • Selbständige und Unternehmen bis max. 5 Beschäftigte: max. 9.000 Euro für 3 Monate
  • Selbständige und Unternehmen bis max. 10 Beschäftigte: max. 15.000 Euro für 3 Monate

2. Kredite

Auch Kleinunternehmern und Solo-Selbständigen sollen Hilfskredite über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung gestellt werden. Die Voraussetzungen für diese Kredite sollen massiv gelockert und die Konditionen verbessert worden sein. Die KfW übernimmt 80-90 Prozent der Haftung für diese Kredite.

Folgende Kreditprogramme stehen zur Verfügung:

  • KfW-Unternehmerkredit – für Unternehmen älter als 5 Jahre
  • ERP-Gründerkredit – für Unternehmen jünger als 5 Jahre

Die Beantragung der Hilfskredite erfolgt über die Hausbank oder einen anderen Finanzierungspartner. Alle Informationen dazu auf der Seite des Bundes­finanzministeriums (am Ende dieses Abschnittes verlinkt) oder direkt bei der KfW.

3. Grundsicherung:

Selbständige sollen leichteren Zugang zur Grundsicherung erhalten. Für 6 Monate müssen bei der Beantragung von Grundsicherung keine Vermögens­verhältnisse offengelegt und kein Vermögen angetastet werden. Mithilfe der Grundsicherung kann trotz Verdienstausfall der Lebensunterhalt sowie die eigene Unterkunft gesichert werden.

Mittelständler und Großunternehmen

lesen

1. Schutzfonds

Es soll ein wirtschaftsstabiliserungsfonds errichtet werden, der in Kombination mit den KfW-Kreditprogrammen insbesondere großen Unternehmen eine finanzielle Stütze sein soll. Zu den geplanten Maßnahmen gehören staatliche Liquiditätsgarantien und Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals. Alle Infos dazu auf der Seite des Bundes­finanzministeriums (am Ende dieses Abschnittes verlinkt).

2. Kredite:

Ebenso wie Kleinunternehmen bietet das Bundes­finanzministerium zusammen mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auch mittleren und großen Unternehmen umfangreiche Hilfskredite. Die Haftung übernimmt die KfW zu 80-90 Prozent. Prozesse zur Risikobewertung sollen vereinfacht werden, damit die Kreditvergabe zügig erfolgen kann.

Je nach Alter und Größe des Unternehmens sind folgende Hilfskredite vorgesehen:

  • Unternehmerkredit (1 Milliarden Euro)
  • Gründerkredit (1 Milliarden Euro)
  • Kredit für Wachstum (25 Millionen Euro bis unbegrenzt)

Alle Informationen dazu auf der Seite des Bundes­finanzministeriums (am Ende dieses Abschnittes verlinkt) oder direkt bei der KfW.

Beschäftigte

lesen

Beschäftigte bzw. Angestellte allein können konkret nichts tun. Ihre Arbeitgeber bzw. die Unternehmen können für ihre Beschäftigten jedoch Kurzarbeitergeld beantragen, um Kündigungen zu vermeiden. Dieses wird von der Bundes­agentur für Arbeit gezahlt, wenn es durch das Coronavirus zu Arbeits­ausfällen kommt. Der Zugang zum Kurzarbeitergeld wurde dafür erleichtert. Die Beantragung erfolgt bei der Bundes­agentur für Arbeit.

Mehr Informationen dazu im Update „Neue Regelungen für Kurzarbeitergeld“, in unserem Ratgeber zum Thema Kurzarbeit oder auf der Seite des Bundes­finanzministeriums.

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Hilfsprogrammen sowie Hinweise zur Beantragung finden Sie auf der Seite des Bundes­finanziministeriums.


Alles rund um Auslands­reisen

Was, wenn ich aus Angst vor Ansteckung meine bereits gebuchte Reise nicht antreten möchte?

lesen

Wenn Sie einfach so stornieren, dann müssen Sie mit Stornokosten rechnen. Teilweise kann auf Kulanz des Reise­veranstalters aufgrund der aktuellen Situation gesetzt werden. Treten Sie am besten direkt mit dem Reiseveranstalter bzw. dem Hotel und der Airline in Kontakt.

Reiserücktritts­versicherung:

Eine Reiserücktritts­versicherung schützt prinzipiell davor, wenn man wegen eines unerwarteten Ereignisses (Erkrankung, Todesfall in der Familie, Verlust des Arbeits­platzes) seine Reise nicht antreten kann. “Die Angst zu erkranken, stellt kein versichertes Ereignis dar”, so die Hanse Merkur. Anders kann die Lage aussehen, wenn das Auswärtige Amt eine Reise­warnung für Ihre Reiseregion heraus­gegeben hat. Hier kann oft beim Reiseveranstalter umgebucht oder storniert werden.

Was, wenn ich aus Angst vor Ansteckung meine bereits gebuchte Reise nicht antreten möchte?

lesen

Wenn Sie einfach so stornieren, dann müssen Sie mit Stornokosten rechnen. Teilweise kann auf Kulanz des Reise­veranstalters aufgrund der aktuellen Situation gesetzt werden. Treten Sie am besten direkt mit dem Reiseveranstalter bzw. dem Hotel und der Airline in Kontakt.

Reiserücktritts­versicherung:

Eine Reiserücktritts­versicherung schützt prinzipiell davor, wenn man wegen eines unerwarteten Ereignisses (Erkrankung, Todesfall in der Familie, Verlust des Arbeits­platzes) seine Reise nicht antreten kann. “Die Angst zu erkranken, stellt kein versichertes Ereignis dar”, so die Hanse Merkur. Anders kann die Lage aussehen, wenn das Auswärtige Amt eine Reise­warnung für Ihre Reiseregion heraus­gegeben hat. Hier kann oft beim Reiseveranstalter umgebucht oder storniert werden.

Was, wenn ich vor meiner Reise am Coronavirus erkranke?

lesen

In einem solchen Fall würde die Reiserücktritts­versicherung greifen und man bekommt die Kosten der Reise erstattet. Anders als die Angst zu erkranken ist die tatsächliche Erkrankung ein versicherter Rücktrittsgrund.

Was, wenn ich während der Reise am Coronavirus erkranke?

lesen

Auslands­kranken­versicherung:

Eine private Auslands­kranken­versicherung übernimmt in der Regel alle anfallenden Behandlungs­kosten, die die gesetzliche Kranken­­versicherung nicht zahlt. Demnach leistet sie auch für Behandlungen aufgrund einer Coronavirus-Infektion, wie der GDV (Gesamtverband der Deutschen Ver­sicherungs­wirtschaft) bestätigt. Je nach Tarif und Versicherungs­­bedingungen wird auch der Rücktransport nach Deutschland übernommen.

Reiseabbruch­versicherung:

Eine Reiseabbruch­versicherung leistet nur bei Erkrankung an Covid-19 im Urlaub, wenn:

  • zum Zeitpunkt der Einreise keine Reisewarnung durch das Auswärtige Amt für die Reiseregion ausgesprochen wurde
  • zum Zeitpunkt der Einreise kein Pandemie-Status ausgerufen wurde.

Ich kann meine Reise nicht antreten: Wann ist der Reiseveranstalter zuständig, wann die private Reise­versicherung?

lesen

Prinzipiell gilt: Sollte der Reiseantritt aufgrund von Reisebeschränkungen bzw. -sperren nicht möglich sein, dann wenden Sie sich an Ihren Reiseveranstalter (bzw. das Hotel, die Airline oder dorthin, wo Sie Ihre Reise gebucht haben). Für eine private Reise­versicherung ist die Verhängung einer Reisesperre kein versichertes Ereignis. Sollten Sie die Reise aufgrund einer Coronavirus-Erkrankung nicht antreten können, dann wenden Sie sich an den Anbieter Ihrer Reiserücktritts­versicherung. Eine Krankheit als Grund für den Reiserücktritt oder -abbruch ist dagegen ein versichertes Ereignis.

Bei Pandemie-Status kein Versicherungs­schutz!

Sobald die WHO offiziell den Pandemie-Status für das Coronavirus ausruft (was am 11. März geschah, mehr dazu im Abschnitt „Updates“ ), besteht für Reise­­versicherungen grundsätzlich kein Ver­sicherungs­schutz mehr. Dies gilt für Reise­­versicherungs­­pakete, Reise­rücktritts­­versicherungen und Reise­abbruch­­versicherungen. In den Vertrags­­bedingungen ist explizit aufgeführt, dass „Schäden, Erkrankungen und Tod infolge einer Pandemie“ nicht versichert sind. Dies gilt auch unabhängig von einer Reisewarnung des Aus­wärtigen Amtes, so die VEMA.

Ein ausführliches FAQ hat die Ergo hier und die Allianz hier veröffentlicht. Bitte beachten Sie, dass es sich dabei nur um die Reise­versicherungen der jeweiligen Anbieter handelt. Je nach Versicherungs­unternehmen können sich die Bedingungen unterscheiden. Wenden Sie sich bei konkreten Fragen zu Ihrer individuellen Situation am besten direkt an Ihren Versicherer.


Zahlt Kranken­­versicherung die Kosten für einen Coronaviren-Test?

Gesetzliche Kranken­kassen

lesen

Ein Test auf Coronaviren wird für gesetzlich Versicherte von der gesetzlichen Kranken­­versicherung übernommen, wenn die Bedingungen auf Verdachtsfall des Robert-Koch-Instituts erfüllt sind und der zuständige Arzt eine Notwendigkeit darin sieht. Aktuell belaufen sich die Kosten auf ca. 130 Euro zzgl. Porto.

Private Kranken­­versicherungen

lesen

Wer privat versichert ist, kann die Kosten für den Corona-Test zur Erstattung bei seiner privaten Kranken­­versicherung einreichen. Laut Bedingungen leisten private Kranken­­versicherer auch für “ambulante Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten”. Sind die Kriterien des Robert-Koch-Instituts erfüllt und der Verdacht auf Ansteckung begründet, kann ein Corona-Test durchgeführt und die Kosten von der privaten Kranken­­versicherung erstattet werden. Aktuell belaufen sich diese für privat Versicherte auf ca. 150 Euro zzgl. Porto.

Nicht wegen jedem Verdacht gleich Corona-Test durchführen lassen

Einen Test nur wegen des vagen Verdachts einer Infektion durchführen zu lassen, ist laut Ärzten nicht sinnvoll. In jedem Fall sollte der Hausarzt oder die Gesundheits­behörde telefonisch kontaktiert werden, um das weitere Vorgehen zu klären. Ein Verdacht auf Ansteckung ist dann begründet, wenn Sie sich kürzlich in einer Risikoregion aufgehalten oder Kontakt zu einem Erkrankten hatten.

Wichtig: „Untersuchungen werden nur auf Veranlassung eines Arztes durchgeführt“, betont auch nochmal das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg. Die Proben für einen Coronaviren-Test werden vom behandelnden Arzt abgenommen und an zuständige Labore geschickt, unter anderem auch an Institute wie das BNITM.

Alle weiteren Informationen zu den Kriterien des Robert-Koch-Instituts für Verdachtsfälle sowie über das Testvorgehen finden Sie hier.


Leistet die Berufs­­un­fähig­keits­ver­sicherung?

Was, wenn ich aufgrund der Viruserkrankung berufs­unfähig werde?

lesen

Da die private Be­rufs­un­fähig­keits­­versicherung (BU) bei jeder nicht explizit ausgeschlossenen Krankheit leistet, gilt dies natürlich theoretisch auch für Covid-19. Grundsätzlich gilt: Wenn die Auswirkungen der Krankheit die Berufs­­fähigkeit zu mind. 50 Prozent für mind. voraussichtlich 6 Monate mindern, leistet der Versicherer und zahlt die Berufs­­unfähig­keitsrente aus. Dies muss ärztlich bestätigt werden.

Greift die Infektionsklausel in der BU beim Coronavirus?

lesen

Wer eine private BU mit dem Einschluss der Infektionsklausel abgeschlossen hat, kann bei einem behördlich angeordneten Tätig­keits­verbot mit einer Leistung rechnen. Oftmals wird diese Klausel für Ärzte, Zahnärzte und andere medizinische Berufe vereinbart. Auch wenn vom Versicherten für andere Personen eine Infektionsgefahr mit dem Coronavirus ausgeht, gilt dieser nach der Infektionsklausel als berufsunfähig und erhält Leistung.

Achtung: Dies gilt vorerst nur für bestehende BU-Verträge. Für Neuverträge wird voraussichtlich die Infektionsklausel beim Coronavirus nicht greift, wenn ein Notzustand herrscht, in dem die Infektionsrate in Deutschland voraussichtlich sehr hoch sein wird. Darüber sind BU-Versicherer aktuell im Gespräch. Offizielle bzw. schriftliche Aussagen liegen hierzu noch nicht vor.


Weitere Informationen zum Coronavirus und Covid-19


Disclaimer

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem Coronavirus und dessen Folgen um eine neuartige Erscheinung handelt. Auch die Folgen für die Versicherungs­wirtschaft sind demnach nicht abzuschätzen. Wir übernehmen keine Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben. Die Inhalte dieser Seite dienen Ihnen lediglich der Information.

Ob und in welchem Umfang Sie Ver­sicherungs­schutz haben oder dieser möglich ist, ist aufgrund der dynamischen Entwicklung stets eine Einzelfallentscheidung. Wenn Sie als Betrieb oder als Privatperson bereits eine ent­sprechende Versicherungs­police haben, wenden Sie sich bitte direkt an die Ver­sicherungs­gesell­schaft oder an Ihren Versicherungs­berater oder -makler, um das weitere Vorgehen zu klären.