Die Versicherungs­steuer auf einen Blick!

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von Munkhjin Enkhsaikhan
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Das erwartet Sie hier

Eine Übersicht der Versicherungs­steuer für alle Sparten – inklusive der Ausnahmen.

Inhalt dieser Seite
  1. Versicherungs­­steuer im Überblick
  2. Wie wird Versicherungs­­steuer berechnet?
  3. Wie wird Versicherungs­­steuer gezahlt?
  4. Versicherungs­­steuer absetzbar?
  5. Weitere Fragen

Das Wichtige in Kürze

  • Die Höhe der allgemeinen Versicherungs­steuer beträgt derzeit 19 Prozent.
  • Bei vielen Versicherungs­arten wird allerdings ein abweichender Steuersatz zugrunde gelegt.
  • In diesem Beitrag erhalten Sie einen kompletten Überblick.

Die Höhe der Versicherungs­steuer

Grundlage der Versicherungs­steuer ist das Versicherungs­steuergesetz.

VersicherungSteuersatz
Kfz-Versicherung19,00 %
Hausrat­versicherung ohne Feuer19,00 %
Hausrat­versicherung mit Feuer16,15 %
Rechtsschutz­versicherung19,00 %
Unfall­versicherung19,00 %
Unfall­versicherung Beitrags­rückgewähr3,80 %
Private Haftpflicht­versicherung19,00 %
Haftpflicht­versicherung Haus-/Grundbesitzer19,00 %
Weitere Sach­versicherungen19,00 %
Gebäude­versicherung mit Feuer16,34 %
Alleinige Feuer­versicherung13,20 %
Hagel­versicherung0,03 %
Private Kranken­­versicherung0,00 %
Gesetzliche Kranken­­versicherung0,00 %
Kapitallebens­versicherung0,00 %
Risikolebens­versicherung0,00 %
Private Renten­versicherung0,00 %
Gesetzliche Renten­versicherung0,00 %
Berufs­unfähigkeits­versicherung0,00 %
Erwerbs­unfähigkeits­versicherung0,00 %
(Steuersätze seit 01. Juli 2010; sämtliche Angaben ohne Gewähr)

Versicherungs­steuer und Mehrwertsteuer

Die Versicherungs­steuer ist nicht mit der Mehrwertsteuer in Zusammenhang zu bringen. Dies liegt daran, dass die Versicherungs­steuer nichts mit wirtschaftlichen Vorgängen, wie etwa die Mehrwertsteuer, zu tun hat. Etwaige Änderungen der Mehrwertsteuer wirken sich also nicht auf die Versicherungs­steuer aus.

Wie wird die Versicherungs­steuer berechnet?

Die Steuersätze werden auf Grundlage der Versicherungs­beiträge bzw. -prämien erhoben (dem sog. Jahresentgelt). Eine Ausnahme bildet hier die Hagel­versicherung, bei der die Versicherungs­summe als Grundlage herangezogen wird.


Worauf keine Versicherungs­steuer fällig wird

  • Lebens- und Kranken­­versicherungen
  • Berufs­- und Erwerbs­unfähigkeits­versicherung
  • gesetzliche Arbeits­losen­versicherungen
  • Kleine Vieh­versicherungen, wenn die Versicherungs­summe einen Betrag von 4.000 Euro nicht übersteigt
  • Sportinvaliditäts­versicherungen. Dies gilt sowohl für Verträge, die von Vereinen für ihre Sportler abgeschlossen werden, also auch für Verträge, die die Sportler selbst abschließen.

So wird die Versicherungs­steuer gezahlt

Die Ver­siche­rungs­steuer wird zusammen mit den Versicherungs­beiträgen gezahlt und ist mit deren Zahlung fällig, muss also zeitgleich mit den Beiträgen entrichtet werden. Die Versicherer ziehen die Steuer zusammen mit den Beiträgen ein und reichen die Steuer an das Finanzamt weiter. In den Versicherungs­verträgen wird die Steuer nicht gesondert ausgewiesen.

Expertinnen-Tipp:

„ie Versicherungs­nehmer haben in der Regel mit der Versicherungs­steuer nichts zu tun. Sie wird von den Versicherungs­gesellschaften für ihre Mitglieder direkt an das Bundes­zentralamt für Steuern abgeführt.“

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Katharina Krech
Beraterin

Steuer beim Finanzamt absetzen

Die Versicherungs­steuer kann nicht von der Steuer abgesetzt werden, denn die Erhebung steht in keinem Zusammenhang mit der Wirtschaftlichkeit von Privatpersonen, Unternehmen oder Institutionen. Eine Einreichung beim Finanzamt wäre ohnehin schwerlich möglich, da die Steuer in den Versicherungs­verträgen nicht extra ausgewiesen werden. Nur die Versicherungs­beiträge können unter Umständen von Personen und Firmen von der Steuer abgesetzt werden.

Wie Sie Ihre Versicherungs­beiträge steuerlich geltend machen können, lesen Sie hier:

Versicherungs­beiträge richtig von der Steuer absetzen

Gut zu wissen – Rund um die Versicherungs­steuer

Einnahmen für den Fiskus

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Zuletzt spülte die Versicherungs­steuer jährlich rund 10 Milliarden Euro in die Staatskasse. Der Anteil an den gesamten Steuereinnahmen liegt damit bei 4 Prozent.

Deswegen zahlen Unternehmen Versicherungs­- statt Umsatzsteuer

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Die Umsatzsteuer ist für den Verkauf bzw. den Erwerb von Gütern und die Bezahlung von Dienstleistungen gedacht. Versicherungen werden vom Gesetzgeber in steuerlicher Sicht in keine dieser beiden Kategorien eingeordnet. Statt der Umsatzsteuer zahlen Versicherungs­unternehmen die Ver­siche­rungs­steuer an den Fiskus.

Was hat es mit der Versicherungs­steuernummer auf sich?

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Das Nummernschild des Versicherungs­wesens: Jeder Versicherungs­nehmer hat eine Ver­siche­rungs­steuer­nummer, damit die Beiträge eindeutig zugeordnet werden können.

Deswegen kann die Versicherungs­steuer nicht als Vorsteuer abgesetzt werden

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Die Versicherungs­steuer wird vom Gesetzgeber als keine “gesetzlich geschuldete Steuer” angesehen. Aus diesem Grund hat der Bundes­finanzhof 2011 ein Urteil gefällt, nachdem die Versicherungs­steuer nicht als Vorsteuer eingezogen werden darf.

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