Auszahlung der Lebens­versicherung – Ratgeber und Anleitung

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von Swantje Niemann
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Das erwartet Sie hier

Welche Unterschiede und Optionen es bei den verschiedenen Arten der Lebens­versicherung bei der Auszahlung gibt, wie die ausgezahlte Summe steuerlich behandelt wird und wie Sie eine reibungslose Auszahlung gewährleisten.

Inhalt dieser Seite
  1. Auszahlung der Risikolebens­­versicherung
  2. Auszahlung der Kapitallebens­­versicherung
  3. Auszahlung in der Steuer
  4. Auszahlung bei Arbeits­­losigkeit
  5. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Bei der Auszahlung der Lebens­versicherung ist nach der Art der Versicherung zu unterscheiden.
  • Die Risikolebens­versicherung wird nur im Todesfall der versicherten Person ausgezahlt. Hier müssen die Angehörigen die Auszahlung beantragen.
  • Die Kapitallebens­versicherung ist als Vorsorge­ für das Alter gedacht und wird deshalb meist zum Beginn des Rentenalters ausgezahlt.

Auszahlung der Risikolebens­versicherung im Todesfall

Auszahlung nur im Todesfall

Die Risikolebens­versicherung wird nur im Todesfall ausgezahlt, die Versicherungs­summe erhalten also die Erben bzw. die in der Versicherungs­police benannten Personen. Damit gilt die Police als sogenannter Hinterbliebenen­schutz.

Benötigte Unterlagen

Bei der Beantragung der Auszahlung müssen in der Regel folgende Unterlagen beim Versicherer eingereicht werden:

  • Totenschein
  • Sterbeurkunde
  • Original­versicherungs­schein
  • Personalausweis der verstorbenen Person
  • Ggf. Familienstammbuch
  • Ggf. Geburtsurkunde

Versicherer umgehend informieren

Die Vorlage dieser Unterlagen bei der Versicherung sollte unverzüglich erfolgen, die Versicherung ist außerdem ebenso unverzüglich darüber zu informieren, dass der Versicherungs­fall eingetreten ist. Die Auszahlung erfolgt dann häufig recht zeitnah.

Ausführliche Informationen zur Risikolebens­versicherung

Kapitalauszahlung: einmalig und ratierlich möglich

Optionen für die Auszahlung

Die Kapitallebens­versicherung zählt nicht ausschließlich zum Hinterbliebenen­schutz, sondern soll die Rente des Versicherungs­nehmers erhöhen, falls dieser den Auszahlungszeitpunkt erlebt. Der Versicherte hat bei den meisten Kapitallebens­versicherungen die Möglichkeit, zwischen einer einmaligen Kapitalauszahlung und einer Rentenzahlung zu wählen. Achten Sie darauf, dass Ihre Versicherung Ihre aktuellen Kontodaten hat, damit sie die Summe auf das richtige Konto überweist.

Die Auszahlung besteht aus den angesparten Versicherungs­beiträgen und aus der garantierten Verzinsung. Die Summe der verzinsten Beiträge entspricht der Versicherungs­summe, die im Erlebensfall an die versicherte Person ausgezahlt wird. Hinzu kommen noch die Gewinn- und Überschussbeteiligungen. Sie erhöhen die Auszahlung, sind aber nicht garantiert.

In den letzten Jahren sind die Gewinn- und Überschussbeteiligungen eher gesunken, weshalb die Kapitallebens­versicherung derzeit als nur mäßig rentable Form der Altersvorsorge gilt.

Expertinnen-Tipp:

„Ob man sich das angesparte Kapital als Einmalzahlung oder als monatliche Rente auszahlen lassen möchte, sollte man sich im Vorhinein gut überlegen. Eine Einmalzahlung lohnt sich eigentlich nur, wenn man nicht mehr lange lebt, das kann jedoch niemand vorhersehen. Auch wenn man eine größere Investition, wie die Finanzierung einer Immobilie tätigen möchte, ist die einmalige Auszahlung von Vorteil. Die monatliche Rentenzahlung erfolgt ein Leben lang und ist garantiert, lohnt sich somit mehr als die Einmalzahlung, wenn man noch einige Zeit lebt.“

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Katharina Krech
Beraterin

Diese steuerlichen Aspekte sollten Sie berücksichtigen

Die Auszahlung der Kapitallebens­versicherung in der Steuer

Bei der Auszahlung der Kapitallebens­versicherung sind steuerliche Aspekte zu berücksichtigen. Maßgebend für die Besteuerung sind

  • das Jahr des Vertragsabschlusses
  • die Laufzeit
  • das Alter des Versicherten zum Zeitpunkt der Auszahlung.

In der Regel fällt eine Besteuerung der Auszahlung in jedem Fall an, sie wird aber abhängig vom Abschlussjahr, von der Laufzeit und vom Alter des Versicherten unterschiedlich hoch sein.

Als Anhaltspunkt für eine geringe Besteuerung kann gelten, dass neue Verträge eine Laufzeit von mindestens 12 Jahren haben müssen und dass die Auszahlung erst nach dem vollendeten 62. Lebensjahr der versicherten Person erfolgt. Unter diesen Voraussetzungen wird die Besteuerung nach dem Halbeinkünfteverfahren angewandt. Das heißt, der Versicherte muss nur die Hälfte der erwirtschafteten Erträge versteuern. Details dazu finden Sie auf unserer Seite zum Thema:

Auszahlung der Kapitallebens­versicherung


Die Auszahlung der Risikolebens­versicherung in der Steuer

Bei der Risikolebens­versicherung ist die ausgezahlte Summe einkommenssteuerfrei, aber unterliegt der Erbschaftssteuer. Dank hoher Freibeträge stehen jedoch bei Ehe- und Lebenspartnern ebenso wie bei Kindern und Enkeln als Begünstigten die Chancen gut, dass keine Steuern anfallen. Sehr viel kleiner jedoch ist der Freibetrag der Erbschaftssteuer bei unverheirateten Paaren – hier beträgt er nur 20.000 Euro. Umgehen lässt sich das, indem sich Partner „über Kreuz“ versichern, also jeweils eine Versicherung für das Leben des Partners abschließen.

Mehr zur steuerlichen Behandlung der Lebens­versicherung

Auszahlung der Lebens­versicherung bei Arbeits­losigkeit

Auswirkungen auf das Arbeits­losengeld

Wird der Besitzer eines Lebens­versicherung-Vertrags arbeitslos, so kann sich das angesparte Kapital negativ auf die Höhe des ausgezahlten Arbeits­losengeldes auswirken. Während die Risikolebens­versicherung nicht vom Arbeits­amt angerührt wird, da sie nicht kapitalbildend ist, muss eine vorhandene Kapitallebens­versicherung unter Umständen erst aufgebraucht werden, bevor das Arbeits­amt Zahlungen leistet. Allerdings gibt es hierbei einige Schongrenzen.

Das Arbeits­amt kann die Liquidierung des Angesparten jedoch nicht verlangen, wenn die Auflösung des Vertrags einen Verlust mit sich bringen würde, der höher als 10 Prozent des Zeitwerts ist. Wer also bei einer Kündigung seines Vertrags weniger als 90 Prozent seiner Beiträge erhalten würde, der darf seine Lebens­versicherung behalten.

Hartz-IV-sichere Lebens­versicherungen

Der Versicherte kann sich auch selbst darum kümmern, dass seine Versicherung vor dem Arbeits­amt geschützt wird. Wenn der Versicherte einen sogenannten Verwertbarkeitsausschluss mit dem Versicherer vereinbart, kann er sein angespartes Kapital schützen. Denn durch diesen Ausschluss wird sichergestellt, dass das ersparte Kapital erst im Rentenalter ausgezahlt wird. Da die Lebens­versicherung somit ausschließlich der Altersvorsorge dient, bleibt sie vom Arbeits­amt unangetastet. Jeder Versicherer dürfte bereit sein, diese Vereinbarung mit dem Inhaber der Versicherung zu treffen.

Welche Formen der Altersvorsorge noch vor Hartz IV sicher sind, erfahren Sie hier:

Welche Altersvorsorge ist Hartz-IV-sicher?

Fazit

Bei der Auszahlung der Lebens­versicherung kommt es darauf an, um welche Art der Lebens­versicherung es sich handelt. Bei der Risikolebens­versicherung ist es wichtig, den Versicherer im Versicherungs­fall schnell zu informieren. Bei der Kapitallebens­versicherung hat die exakte Gestaltung der Police großen Einfluss auf die steuerliche Behandlung und den Erhalt des angesparten Kapitals bei Arbeits­losigkeit.

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Die häufigsten Fragen zur Auszahlung der Lebens­versicherung

Wird eine Lebens­versicherung automatisch ausgezahlt?

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Bei der Risikolebens­versicherung muss sich die Familie des Versicherungs­nehmers an den Versicherer wenden, um die Auszahlung zu erhalten. Bei der Kapitallebens­versicherung erfolgt normalerweise eine Überweisung am Tag des Ablaufs der Versicherung, wenn der Versicherungs­nehmer keine anderslautenden Anweisungen gegeben hat. Wichtig für eine unkomplizierte Auszahlung ist, dass der Versicherer aktuelle Kontodaten hat.

Wird eine ausgezahlte Lebens­versicherung versteuert?

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Auf die Auszahlung einer Risikolebens­versicherung fallen keine Steuern an. Welcher Anteil der Auszahlung einer Kapitallebens­versicherung versteuert wird, hängt vom Alter des Vertrages, der Laufzeit der Versicherung und dem Alter des Versicherungs­nehmers bei der Auszahlung ab.

Wie läuft die Auszahlung einer Lebens­versicherung ab

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Handelt es sich um eine Risikolebens­versicherung, müssen die Hinterbliebenen­ Kontakt mit dem Versicherer aufnehmen und ihn über das Eintreten des Versicherungs­falls informieren. Die Auszahlung erfolgt dann zeitnah. Bei Kapitallebens­versicherung nimmt der Versicherer in der Regel einige Wochen vor Auslaufen des Vertrags Kontakt mit dem Versicherungs­nehmer auf und überweist das Geld schließlich entsprechend der im Vertrag festgelegten Bedingungen auf das angegebene Konto.

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