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Mobbing: Was können Betroffene tun?

Wann fängt Mobbing an, wie erkenne ich diese Form von Gewalt und was kann ich als Betroffener oder Zeuge tun? Lesen Sie hier alles zum Thema Mobbing in der Schule und am Arbeitsplatz.

Begriffsdefinition: Mobbing

Für Mobbing existiert keine einheitliche Definition, denn diese Art der Gewalt kann sich ganz unterschiedlich äußern. Grundsätzlich handelt es sich jedoch um einen gezielten Angriff auf eine bestimmte Person oder Gruppe. Ziel der Täter ist die soziale Ausgrenzung oder Isolierung des Mobbingopfers. Die Angriffe erfolgen regelmäßig und über einen längeren Zeitraum.

Typische Methoden des Mobbings:

  • Verbreitung von Lügen
  • Beschimpfungen und Beleidigungen
  • Zuweisung sinnloser Aufgaben (siehe Mobbing am Arbeitsplatz)
  • Gewaltandrohung
  • körperliche Übergriffe

Mobbing Opfer: Der Mythos vom klassischen Opfertyp

Die Annahme, Opfer von Mobbing-Attacken werden nur schüchterne, ängstliche und konfliktscheue Menschen ist höchst umstritten. Entscheidender sind nach Ansicht vieler Wissenschaftler die sozialen Umstände. Ob ein Mobbingversuch gestartet wird, hängt demnach vor allem davon ab, in welcher Situation sich die Beteiligten befinden. Häufig werden „der Neue“,  Außenseiter, Frauen in klassischen Männerberufen Opfer von Mobbing.

Häufig suchen die Betroffenen die Schuld für die Angriffe bei sich selbst. Erst mit der Zeit bzw. mit Hilfe Außenstehender erkennen sie, dass nicht sie das Problem sind, sondern die mobbende Person. Neben Opfer und Täter spielen auch die Mitläufer eine wichtige Rolle. Denn durch ihr Tun oder Unterlassen bestärken sie den Täter in seinem Handeln.

Wann beginnt Mobbing?

Mobbing auf den ersten Blick zu erkennen, ist nicht immer ganz leicht. Selbst die Betroffenen selbst nehmen oft erst sehr spät war, dass sie ein Opfer von Mobbing sind. Mobbing beginnt häufig schleichend. Es fängt mit kleinen Sticheleien an, die als Lästereien und Witze abgetan werden. Doch der oder die Täter systematisch mit dem Ziel vorgehen, das Opfer zu quälen und seelisch zu verletzen, handelt es sich um Mobbing.

Hinweis: Mobbing passiert überall – ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld, selbst aus Pflegeheimen sind Fälle bekannt.

Ab wann ist Mobbing strafbar?

Mobbing an sich ist nicht strafbar. Doch häufig bedienen sich die Täter strafbarer Handlungen, für die sie durchaus zur Rechenschaft gezogen werden können.

Tatbestände, die zu Geld- oder sogar Freiheitsstrafen führen können:

  • üble Nachrede
  • Körperverletzung
  • Verleumdung
  • Erpressung
  • Beleidigung
  • Nötigung
  • Sachbeschädigung
  • Diebstahl

Wie hilft eine Rechtsschutzversicherung?

Wer Opfer von Mobbingattacken wird, kann unter Umständen rechtlich dagegen vorgehen und Schmerzensgeld fordern. Hier hilft eine Rechtsschutzversicherung. Findet das Mobbing am Arbeitsplatz statt, braucht man eine Rechtschutzversicherung, die auch den Bereich Arbeitsrechtsschutz abdeckt.

Wichtig: Bei Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht müssen beide Parteien ihre Kosten selbst tragen, unabhängig davon, wer Recht bekommt. Bei Versicherten übernimmt dies die Rechtsschutzversicherung.

Mobbing am Arbeitsplatz

Jeder achte Arbeitnehmer gibt an, an seinem aktuellen Arbeitsplatz schon einmal gemobbt worden zu sein. Das geht aus einer Studie des Markt- und Sozialforschungsinstituts Ifak aus dem Jahr 2008 hervor (Quelle).

Mobbing am Arbeitsplatz tritt sowohl zwischen Kollegen als auch zwischen Vorgesetzten und Untergebenen auf. Experten sprechen von Mobbing am Arbeitsplatz, wenn die betroffene Person mindestens einmal in der Woche über einen Zeitraum von wenigstens sechs Monaten kontinuierlich angegriffen wird, mit dem Ziel sie auszugrenzen oder gar die Kündigung herbeizuführen. Das Risiko, dass Mobbing am Arbeitsplatz auftritt, wächst mit der Unzufriedenheit der Mitarbeiter.

Bossing: Mobbing durch Vorgesetzte

Was ist Bossing?

Bossing ist eine spezielle Form des Mobbings. Wesentlicher Unterschied zum Mobbing: Opfer und Täter stehen auf unterschiedlichen Hierarchieebenen im Unternhemen. Beim Bossing ist der Täter ein Vorgesetzter oder der Chef des Opfers. Das macht es für das Mobbingopfer umso schwerer, sich zur Wehr zu setzen.

Mobbing durch Vorgesetzte

Das Mobbing durch Vorgesetzte ist besonders perfide, denn der Arbeitnehmer befindet sich in einem Abhängigkeitsverhältnis. Seine wirtschaftliche Existenz hängt oft an der Erwerbstätigkeit. Typische Mobbingmethoden von Vorgesetzten sind die deutliche Bevorzugung anderer Mitarbeiter, abwertende Kommentare in Gegenwart von anderen und die Zuweisung sinnloser oder minderwertiger Tätigkeiten.

Wo gibt es Hilfe für Arbeitnehmer?

Selbsthilfegruppen und Psychotherapeuten sind eine Möglichkeit mit der Situation besser zurechtzukommen. Wichtig ist jedoch auch der Weg an die „Öffentlichkeit“. Man sollte das Gespräch mit dem Vorgesetzten oder mit Kollegen suchen. Auch Mitarbeiter der Personalabteilung sind mögliche Ansprechpartner.

Betroffene können von ihrem Beschwerderecht Gebrauch machen und offiziell das beleidigende Verhalten anklagen. Nach Betriebsverfassungsgesetz § 85 besteht die Möglichkeit, Beschwerde beim Betriebsrat einzulegen. Helfen alle Maßnahmen gegen den Täter nicht, bleibt manchmal nur die Kündigung. Denn Mobbing im Job ist häufig schwer nachzuweisen, sodass Gerichtsverfahren nur selten zum Erfolg. Allerdings kann hier ein Beratungsgespräch mit einem Fachanwalt hilfreich sein, um die Möglichkeiten abzuwägen.

Cybermobbing bzw. Internetmobbing: Die Gefahr der sozialen Netzwerke

Cybermobbing meint Mobbingattacken, die über das Internet erfolgen. In der Regel geschieht dies über soziale Netzwerke wie Facebook oder WhatsApp. Der Täter agiert in der Regel anonym. Dies muss jedoch nicht bedeuten, dass sich Opfer und Täter nicht kennen. Nicht selten quält der Täter sein Opfer bereits in der Schule oder am Arbeitsplatz und setzt die Schikanen im Internet fort. Die Politik versucht durch gezielte Maßnahmen und Gesetzesentwürfe, dem Cybermobbing bzw. Internetmobbing entgegenzuwirken. Doch Regulierungen der sozialen Netzwerke sind schwierig.

Mobbing in der Schule

Mobbing in der SchuleNach einer Pisa-Studie werden in Deutschland 15,7 % aller 15-Jährigen regelmäßig Opfer von Mobbingattacken an ihrer Schule. Oft sind sie so von Scham erfüllt, dass sie sich nicht an ihre Lehrer oder Eltern wenden. Sie isolieren sich zunehmend und entwickeln oft psychische Störungen. Da Kinder und Jugendliche nur selten von sich aus über das Mobbing in der Schule berichten, sollten Eltern und Lehrer auf erste mögliche Warnzeichen achten.

Mögliche Anzeichen, dass ein Kind betroffen ist:

  • Das Kind möchte nicht mehr zur Schule.
  • Es möchte den Schulweg nicht alleine gehen.
  • Die Schulische Leistung lässt stark nach.
  • Das Kind gibt an, Geld zu verlieren. In Wirklichkeit wird es erpresst.
  • Das Kind beginnt zu stottern.
  • Es zieht sich immer mehr zurück.
  • Kind hat nachts Albträume.
Hilfe finden

Wo gibt es Hilfe für Schüler?

Schüler sollten sich zuerst an ihre Lehrer und an die Schulleitung wenden. Auch ein Gespräch mit den Eltern kann helfen. Eine Unterhaltung mit dem Täter selbst bringt nur in seltenen Fällen etwas. Haben die Mobbingattacken bereits einen seelischen Schaden verursacht, kann es ratsam sein, einen Therapeuten zu Rate zu ziehen. Darüber hinaus erweist es sich oft als hilfreich, sich als Opfer an Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und Foren zu wenden, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.

Bei akuten Fällen können sich Kinder und Jugendlich die Nummer gegen Kummer wählen. Das Kinder- und Jugendtelefons ist Montag bis Samstag von 14 bis 20 Uhr unter dieser Nummer erreichbar: 116111

Was tun bei Mobbing

Wer Mobbingattacken gegenüber anderen sieht, sollte umgehend einschreiten und sich für das Opfer stark machen. Wer selbst gemobbt wird, sollte versuchen sich an eine Vertrauensperson zu wenden. Dies kann im Arbeitsumfeld der Betriebsrat oder bei Schülern, der Schulpsychologe oder die Schulsozialarbeiterin sein. Aber auch Freunde können erste Ansprechpartner sein. Zudem ist es wichtig, sich Unterstützung am Mobbingort zu suchen. Leider ist dies nicht immer möglich.

Tipp: Für ein rechtliches Vorgehen gegen Mobbingattacken sollten die Vorfälle mit Datum und Ort im Detail dokumentiert werden. Dies kann schriftlich geschehen oder man filmt die Attacke mit Unterstützung einer vertrauten Person. Diese Maßnahmen dienen dazu, dass Mobbing zu beweisen und den Täter zur Verantwortung zu ziehen.

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