Versicherungsmakler oder Versicherungsvertreter: Wo liegt der Unterschied?

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Was ist der Unterschied zwischen Versicherungsmakler und Versicherungsvertreter und welche Vor- und Nachteile bietet die jeweilige Beratung.

Inhalt dieser Seite
  1. Versicherungsvertreter: im Sinne der Versicherungsgesellschaft
  2. Vor und Nachteile eines Versicherungsvertreters
  3. Versicherungsmakler: im Interesse der Kunden
  4. Vor und Nachteile eines Versicherungsmaklers
  5. Seltenheit: Honorarberater
  6. Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Versicherungen sind eine äußert komplexe Thematik. Zahlreiche Versicherer bieten heutzutage ein breites Spektrum an unterschiedlichsten Produktvarianten an.
  • Um als Laie nicht den Überblick zu verlieren und den optimalen Schutz für sich selbst zu finden, ist eine kompetente Beratung unbedingt notwendig.
  • In diesem Zusammenhang ist oftmals die Rede von Versicherungsmaklern und Versicherungsvertretern.
  • Doch wo liegt der Unterschied? Und welche Vor- und Nachteile bietet die jeweilige Beratung?

Versicherungsvertreter – im Sinne der Versicherungsgesellschaft

Wie sich anhand des Begriffes bereits erahnen lässt, vertritt ein Versicherungsvertreter eine bestimmte Versicherung oder Versicherungsgruppe und handelt in deren Interesse. Das bedeutet, dass der Vertreter potentielle Kunden ausschließlich in Bezug auf die Produkte des Unternehmens berät, für das er tätig ist. Häufig werden Versicherungsvertreter daher auch als Ausschließlichkeitsvermittler bezeichnet.

Übersicht zu den Vor- und Nachteilen eines Versicherungsvertreters

Im Folgenden sehen Sie die Vor- und Nachteile eines Versicherungsvertreters:

VorteileNachteile
Vermeidung von Deckungslückenkein umfassender Marktüberblick
günstige Preise durch Bündelrabattegeringe Produktpalette
kostenlose Beratungnicht immer das beste Produkt

Alle Versicherungsverträge bei einem Anbieter abzuschließen, kann für den Kunden durchaus Vorteile haben. Oftmals wird der Versicherungsnehmer mit sogenannten Bündelrabatten angelockt. Zudem können unvorteilhafte Überschneidungen im Versicherungs­schutz ebenso vermieden werden, wie riskante Deckungslücken.


Nicht immer wird das beste Produkt anboten

Bei der Beratung durch einen Versicherungsvertreter sollte jedoch bedacht werden, dass dieser keinen umfassenden Marktüberblick gibt und gegebenenfalls auch nicht das beste Produkt vermittelt, sondern das seiner Versicherungsgesellschaft. Bietet eine andere Gesellschaft ein für den Kunden besser passendes Angebot, wird dieser von dem Vertreter nicht darüber in Kenntnis gesetzt.

Versicherungsmakler – im Interesse der Kunden

Anders als der Versicherungsvertreter arbeitet der Versicherungsmakler im Auftrag des Abnehmers und sucht für diesen, aus einer Vielzahl von Angeboten auf dem Markt, die passende Versicherung heraus. Per gesetzlicher Definition ist festgelegt, dass ein Versicherungsmakler nicht weisungsgebunden ist. Die Anzahl der freien Makler liegt in Deutschland bisher deutlich unter der gebundener Vertreter.

Übersicht zu den Vor- und Nachteilen eines Versicherungsmaklers

Im Folgenden sehen Sie die Vor- und Nachteile eines Versicherungsmaklers:

VorteileNachteile
breite Produktpalettekein vollständiger Marktüberblick
kundenorientiert
objektive Beratung

Da der Versicherungsmakler nicht nur die Produkte einer einzigen Versicherung vermittelt, hat der Kunde die Möglichkeit aus einer deutlich größeren Produktpalette das für ihn passende Angebot auszuwählen. Ein vollständiger Marktüberblick ist jedoch auch bei dieser Beratung nicht gegeben, da die freien Makler mit verschiedenen Versicherungsgesellschaften zusammenarbeiten. Dennoch arbeitet der Versicherungsmakler besonders kundenorientiert und berät deutlich objektiver als der Versicherungsberater.


Vergleich hilft bei der Entscheidung

Die Beziehung zwischen dem Versicherungsmakler und seinem Kunden baut selbstverständlich auf Vertrauen. Trotzdem muss der Versicherungsnehmer sich nicht ausschließlich auf die unabhängige Empfehlung seines Maklers verlassen. Dieser sollte für den Interessenten einen Vergleich erstellen, in dem drei bis sechs Angebote enthalten sind. Die Gegenüberstellung hilft dem Kunden bei seiner endgültigen Entscheidungsfindung.

Seltenheit: Honorarberater

Die Versicherungsberatung durch einen sogenannten Honorarberater ist in Deutschland bisher ausgesprochen selten, aber zulässig. Anders als der Versicherungsvertreter und der Versicherungsmakler, wird der Honorarberater vom Kunden direkt für die erbrachte Leistung bezahlt. Eine Versicherungsvermittlung ist ihm jedoch untersagt, zu den Aufgaben zählt ausschließlich die neutrale Darstellung des benötigten Versicherungs­schutzes gegenüber dem Abnehmer.

Fazit

Eine Versicherung sollte immer zu den persönlichen Interessen des Abnehmers passen, daher ist eine individuelle Beratung unerlässlich. Aufgrund dessen empfiehlt es sich bei der Beratung auf einen Versicherungsmakler zurückzugreifen. Dieser bietet einen objektiven, breit gefächerten Überblick und verhilft dem Kunden damit zu dem für ihn besten Produkt.

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