Was man über die Maklervollmacht wissen sollte

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Welche Handlungsmöglichkeiten und Pflichten eine Maklervollmacht überträgt und mit welchen Vor- und Nachteilen das für den Kunden einhergeht.

Inhalt dieser Seite
  1. Was ist eine Maklervollmacht?
  2. Vorteile und Nachteile
  3. Rechte und Pflichten des Maklers
  4. Beispielformulierungen
  5. Kündigung der Vollmacht

Das Wichtige in Kürze

  • Wer einen Versicherungs­makler beauftragt, kann diesem eine Vollmacht erteilen.
  • Dadurch ergeben sich für beide Seiten gewisse Rechte und Pflichten.
  • Ein mit einer Vollmacht ausgestatteter Makler fungiert als Ansprechpartner für mehrere Versicherungen und nimmt bei diesen im Auftrag des Kunden Änderungen vor.

Definition: Was ist eine Maklervollmacht und wozu wird sie benötigt?

Wer einen Versicherungs­makler beauftragt, kann diesem eine Maklervollmacht erteilen. Mit dieser Vollmacht ist es dem Makler dann möglich, die Versicherungs­angelegenheiten des Kunden zu übernehmen. Durch die Maklervollmacht ist das sogenannte Außenverhältnis geregelt. Das bedeutet, dass festgelegt wird, welche Angelegenheiten und Erklärungen der Versicherungs­makler gegenüber Versicherungs­unternehmen treffen kann. Die Versicherung muss die Entscheidung des Kunden, einen Makler mit den Aufgaben zu betreuen, akzeptieren.

Vor- und Nachteile einer Maklervollmach

Der Vorteil an der Beauftragung eines Versicherungs­maklers ist, dass der Kunde einen einzigen Ansprechpartner für die unterschiedlichen Versicherungen hat. Außerdem ermöglicht eine solche Vollmacht eine schnelle Handlung, wenn beispielsweise Fristen eingehalten werden müssen. Der Versicherungs­makler kann für den Versicherten Verträge beispielsweise fristgerecht kündigen, umstellen, oder notwendige Änderungen einfach und unkompliziert im Sinne des Versicherten veranlassen.

Dies mag für manche auch nachteilig klingen, denn der Makler hat in diesem Zusammenhang einen großen Handlungsspielraum gegenüber den Versicherungen des Kunden. Allerdings muss der Makler den Kunden über jeden Schritt, den er unternimmt informieren. Wenn sich Veränderungen ergeben, die der Versicherte als Nachteil empfinden könnte, tritt der Makler mit dem Versicherten in Kontakt.

Unterschied zum Maklervertrag

Der Maklervertrag, bzw. Maklerauftrag, regelt, im Gegensatz zur Maklervollmacht, das Innenverhältnis. Also jenes Verhältnis zwischen Versicherungs­kunden und Makler. In der Regel sind dort daher Regelungen über den Beginn und die Dauer des Maklerauftrags (Kündigungsmöglichkeiten), die konkreten Aufgaben des Maklers (Beratung und Vermittlung des passenden Versicherungs­schutzes und gegebenenfalls Betreuung) und des Kunden (Hinweispflicht bei Risikoänderung), die Vergütung des Maklers (Brutto- oder Nettopolice) sowie, soweit gesetzlich zulässig, Haftungs- und Verjährungseinschränkungen festgelegt.

Rechte und Pflichten eines Versicherungs­maklers

Ein Versicherungs­makler, dem eine Maklervollmacht erteilt wurde, darf genau festgelegte Aufgabenbereiche für den Versicherten übernehmen. Diese sind in der Vollmacht, die der Kunde unterschreiben muss, festgelegt. Handelt er über diese Befugnisse hinaus, kann der Versicherungs­nehmer sein Recht auf Schadenersatz geltend machen.

Beispielformulierungen einer Maklervollmacht

Maklervollmachten können sich in ihrem Inhalt voneinander unterscheiden. Deshalb ist es dem Versicherungs­kunden angeraten, dass er die Vollmacht vor dem Unterzeichnen gründlich durchliest und alle Punkte versteht. In der Regel werden folgende Punkte in der Maklervollmacht genannt:

  • Der Versicherungs­makler tritt als aktive und passive Vertretung des Versicherten gegenüber den Versicherungs­gesellschaften auf
  • Dem Makler wird das Recht auf Kündigung und Neuabschluss von Versicherungs­verträgen erteilt
  • Er darf bei der Schadensabwicklung mitwirken
  • Die Erteilung von Untervollmachten an weitere Versicherungs­makler oder an sonstige Personen, die zur Beschaffung von Verträgen beauftragt sind

Kündigung der Maklervollmacht

Eine Maklervollmacht ist im Grunde genommen nur eine besondere Form der Vollmacht. Diese kann unter Umständen auch nur befristet ausgestellt worden sein. Wenn dies der Fall ist, erlischt die Maklervollmacht automatisch mit dem Auslaufen der Frist und eine Kündigung ist nicht mehr notwendig. Auch die Beendigung des Maklervertrags führt automatisch zu einem Erlöschen der Vollmacht.

Ebenso ist der Tod des Versicherungs­maklers ein Grund für das Erlöschen der Vollmacht. Wenn allerdings der Kunde verstirbt, ist die Vollmacht in der Regel auch weiterhin gültig. Wer die Maklervollmacht kündigen möchte, der braucht keine Frist einzuhalten. Denn laut der Regelung im BGB kann der Kunde die von ihm unterzeichnete Vollmacht jederzeit widerrufen.

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