Bauvertrag prüfen lassen – So geht’s

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von Nina Bruckmann
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Warum Sie Ihren Bauvertrag prüfen lassen sollten und wo Sie dies tun können. Inkl. komplette Übersicht über alle Stellen in allen Bundes­ländern.

Inhalt dieser Seite
  1. Besonderer Versicherungs­­bedarf für Bauherren
  2. Bauvertrag prüfen lassen!
  3. Übersicht: Prüfstellen aller Bundes­­länder
  4. Bauherren­­rechtsschutz

Das Wichtige in Kürze

  • Seit 2018 gilt ein neues Bauvertragsrecht. Bauunternehmer nutzen jedoch häufig noch veraltete Bauverträge.
  • Bauherren können ihren Bauvertrag bei diversen Verbraucherzentralen oder beim TÜV prüfen lassen.
  • Wir haben Bauherren eine komplette Liste aller Bundes­länder zusammengestellt, bei deren Verbraucherzentralen sie ihren Bauvertrag prüfen lassen können.
  • Mit einer Bauherren­rechtsschutz­versicherung sichern sich Bauherren ab, wenn es dennoch zu Streitigkeiten kommt.

Besonderer Versicherungs­bedarf für Bauherren

Generell gibt es zwei wichtige Schritte zu einer idealen Absicherung:

  • Rechtsschutz­versicherung für Bauherren
  • Bauvertrag prüfen lassen

Ein Bauherren­rechtsschutz­versicherung wird nur von wenigen Versicherern angeboten und bringt, bis auf einen Anbieter, eine Wartezeit von sechs Monaten mit sich. Wer den Bau eines Eigenheims plant, sollte sich daher rechtzeitig Gedanken um eine ausreichende Absicherung machen. Denn verzögert sich die Fertigstellung um einen längeren Zeitraum, ergeben sich ungeplant hohe Zusatzkosten oder geht der beauftragte Bauunternehmer sogar insolvent, kann das Bauvorhaben schnell existenzbedrohend werden. Um in einem solchen Fall auf der sicheren Seite zu sein und die im Bauvertrag festgehaltenen Leistungen vor Gericht durchsetzen zu können, empfiehlt sich unter anderem der Abschluss einer Bauherren­rechtsschutz­versicherung. Diese übernimmt bei Streitigkeiten unter anderem die Anwalts- und Gerichtskosten.

Mehr zur Bauherren-Rechtsschutz­versicherung

Bauvertrag prüfen lassen!

Ein weiterer wichtiger Punkt für private Bauherren ist, den Bauvertrag prüfen zu lassen, um z.B. im Fall von Baupfusch eine rechtliche Handhabe zu haben. Und dies, bevor sie ihre Unterschrift unter diesen setzen. Denn im Bauvertrag, der mit dem Bauunternehmer geschlossen wird, sollten die wichtigsten Leistungen und Pflichten detailliert vereinbart sein. Seit 2018 soll ein neues Bauvertragsrecht die Lage für private Bauherren verbessern. Trotzdem werden in vielen Fällen weiterhin alte und nicht den Anforderungen entsprechende Bauverträge genutzt. Die folgenden Punkte sollten dabei unter anderem mindestens in einem Bauvertrag enthalten sein:

  • Gebäudedaten und Pläne (z.B. Grundrisse, Ansichten, Schnitte)
  • Leistungs­umfang
  • Arbeiten am Grundstück
  • Angaben zum Energie- und Schallschutzstandard
  • Beschreibung der gebäudetechnischen Anlage­n und Ausstattungen im Bereich Sanitär-, Elektroinstallation und Außenanlagen
  • Verbindliche Angaben zum Fertigstellungszeitpunkt
  • Besondere Qualitätsmerkmale
  • Preissicherheiten

Fallstricke und Vertragslücken

Doch auch wenn die vorgenannten Angaben im Bauvertrag enthalten sind, kann dieser noch immer Fallstricke und Vertragslücken enthalten. Diese können dem Bauherren vor, während und sogar noch nach der Bauphase große Probleme bereiten. Daher sollten sie ihren Bauvertrag, bevor sie ihn unterschreiben, von einem Experten, wie zum Beispiel einem Bausachverständigen prüfen lassen.

Laien ist es in der Regel nicht möglich, Bauverträge vollumfänglich zu prüfen. Denn schon scheinbar harmlose Formulierungen wie “oder ähnlich” oder “technische Änderungen” können dafür sorgen, dass Baumaterialien nicht die gewünschte Qualität aufweisen. Oder im Leistungs­verzeichnis fehlt beispielsweise der Anschluss des Hauses ans Versorgungsnetz. Der Aufwand und die Kosten für eine Prüfung des Bauvertrages ist im Vergleich zu den Folgen einer Nichtprüfung daher eine wichtige Investition.

Wer darf einen Bauvertrag prüfen?

Die Prüfung eines Bauvertrages muss nicht zwingend von einem Notar durchgeführt werden. Bauherren sollten sich aber auf jeden Fall an einen Experten wenden, der Erfahrung mit der Thematik hat. Solche Experten finden sich unter anderem in den Verbraucherzentralen und beim TÜV. Dort können Bauherren ihren Bauvertrag von Architekten, Ingenieuren und spezialisierten Anwälten prüfen lassen.

Übersicht über die Prüfstellen aller Bundes­länder

In der folgenden Tabelle finden Bauherren alle Anlaufstellen der Verbraucherzentralen und des TÜV, bei denen sie ihren Bauvertrag prüfen lassen können.

VerbraucherzentraleFür welche Region zuständig?Kosten
VZ Baden-WürttembergBaden-Württemberg360,67 Euro (je Beratung)
VZ BerlinBerlin194,96 Euro (je 90 Minuten)
VZ BremenBremen341,10 Euro (pro Vertrag)
VZ HamburgHamburg160 Euro (pro Vertrag)
VZ Mecklenburg-VorpommernMecklenburg-Vorpommern68 Euro
VZ NiedersachsenNiedersachsen90 Euro (bis zu 60 Minuten)
VZ Nordrhein-WestfalenNordrhein-Westfalen341,18 Euro (je Beratung)
VZ Rheinland-PfalzRheinland-Pfalz141,35 Euro
VZ SachsenSachsen38,99 Euro (je 30 Minuten)
VZ ThüringenThüringen87 Euro (je 45 Minuten)
TÜVFür welche Region zuständig?Kosten
TÜV Nordbundesweitindividuell
TÜV Südbundesweitindividuell

Bauherren­rechtsschutz

Kommt es dennoch im Verlauf des Bauvorhabens zu Streitigkeiten, kann eine Rechtsschutz­versicherung für Bauherren helfen. In der Regel wird diese mit einer Wartezeit von 6 Monaten angeboten. Es empfiehlt sich daher, sich frühzeitig um einen Bauherren­rechtsschutz zu kümmern.

Bei uns können Sie von einer Rechtsschutz­versicherung für Bauherren mit besonderen Konditionen und ohne Wartezeit profitieren. Nutzen Sie dazu unseren kostenfreien Online-Rechner.

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