Haftpflicht­versicherung – Typische Schadensfälle und wie Sie sich verhalten sollten

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von Swantje Niemann
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Was bei einem Schadensfall in der privaten Haftpflicht­versicherung zu tun ist und wie die Schadensregulierung aussehen kann.

Inhalt dieser Seite
  1. Verhalten im Schadensfall
  2. Beispielfall 1: Gefälligkeitsschaden
  3. Beispielfall 2: Verkehrsunfall
  4. Bespielfall 3: Kind verursacht Schaden

Das Wichtige in Kürze

  • Zahlen Sie im Schadensfall nicht übereilt, sondern informieren Sie so schnell wie möglich Ihre Haftpflicht­versicherung und leiten Sie sämtliche Forderungen weiter.
  • Kommt es zu einem Schadensfall, bewahrt die private Haftpflicht­versicherung Versicherte davor, unbegrenzt mit ihrem eigenen Vermögen zu haften.
  • Achten Sie beim Abschließen einer privaten Haftpflicht­versicherung auch darauf, dass Gefälligkeitsschäden versichert sind.

Wie verhalte ich mich im Schadensfall?

Sobald Sie unabsichtlich jemandem einen Schaden verursacht haben, müssen Sie zeitnah den Schadensfall ihrer Haftpflicht­versicherung melden. Das bedeutet, dass Sie so früh wie möglich aktiv werden müssen und die Sache nicht unnötig hinauszögern dürfen. Nutzen Sie zur Dokumentation der genauen Schäden bestenfalls Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln. Den Schadensfall sollten Sie so früh wie möglich melden. Nur dann können Sie die Schadensersatz­ansprüche der Geschädigten an Ihre Haftpflicht­versicherung verweisen.

Gehen Sie keinesfalls in Vorleistung! Wann immer jemand Sie haftbar machen will und Zahlungen verlangt, geben Sie Mahnungen und Forderung unmittelbar in Ihren Versicherer weiter. Stimmen Sie bei jedem Schadensfall die Schritte gemeinsam ab. Versorgen Sie Ihren Versicherer mit allen Informationen, die dieser für die Regulierung des Schadens benötigt. Die konkrete Schilderung der Vorgänge, die zum Schaden führten, sollten Sie nüchtern und sachlich formulieren. Das beschleunigt im Zweifelsfall die Schadensregulierung.

Keine Alleingänge im Schadensfall!

Gestehen Sie gegenüber Geschädigten niemals eine Schuld ein, ohne vorher mit Ihrem Versicherer gesprochen zu haben! Und zahlen Sie nie für Schäden, die von Ihrer Haftpflicht­versicherung abgedeckt sind! Ihre Versicherung prüft für Sie, ob gestellte Ansprüche berechtigt sind und wehrt diese im Zweifel für Sie ab.

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Beispielfall 1: Gefälligkeitsschaden beim Umzug

Schadensbeispiel

Martin ist Student und hilft öfter mal Freunden beim Umzug. Bei einer Hilfsaktion lässt er versehentlich den Computer eines Freundes fallen, der daraufhin nicht mehr funktioniert. Der PC war noch recht neu, es entsteht ein Schaden von etwa 1.500 Euro.

Gefälligkeitsschaden ohne private Haftpflicht­versicherung

Wenn Martin keine private Haftpflicht­versicherung abgeschlossen hat, die auch Gefälligkeitsschäden in ihrem Leistungs­umfang einschließt, muss er den entstandenen Schaden aus eigener Tasche bezahlen. Studenten sollten darauf achten, dass bestimmte Leistungen von der Haftpflicht­versicherung übernommen werden, die ihre Lebenssituation berücksichtigen. Welche Leistungen das sind und wie die Haftpflicht­versicherungen für Studenten im Test abschneiden, erfahren Sie hier.

Gefälligkeitsschäden mit privater Haftpflicht­versicherung

Mit privater Haftpflicht­versicherung hat Martin nichts zu befürchten. Allerdings nur, wenn sie auch Gefälligkeitsschäden mit einschließt. Dies sollte gerade bei Studenten vor dem Vertragsabschluss überprüft werden. Denn laut BGB § 823 haftet in Deutschland zwar jeder für die Schäden, die er anderen zufügt, allerdings nicht im Rahmen einer Gefälligkeit. Deshalb haften für diese Art von Schaden auch oft keine Haftpflicht­versicherungen, denn es können keine Ansprüche von Dritten gestellt werden.

Experten-Tipp:

„Die Haftpflicht­versicherung schützt Sie grundsätzlich vor den Kosten von Personen-, Sach- und Vermögens­schäden, die Sie Dritten verursachen. Im BGB ist geregelt, dass der Verursacher des Schadens haftbar zu machen ist. Dazu kann im schlimmsten Fall das private Vermögen herangezogen werden. Vor diesem finanziellen Risiko schützt die Haftpflicht­versicherung.“

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Signatur von Benjamin Mai
Benjamin Mai
Berater

Beispielfall 2: Verkehrsunfall durch Unachtsamkeit

Schadensbeispiel

Frau Meier hat es eilig und überquert eine rote Ampel. Daraufhin muss ein Auto scharf bremsen, woraufhin es zu einem Auffahrunfall mit einem Bus kommt. Sowohl der Fahrer des Autos als auch der des Busses und einige Fahrgäste werden verletzt. Aus dem Unfall resultieren sowohl Schadenersatzansprüche für die beschädigten Fahrzeuge als auch Personenschäden und daraus resultierende Schmerzensgeldforderungen von insgesamt 750.000 Euro.

Verkehrsunfall ohne private Haftpflicht­versicherung

Ohne private Haftpflicht­versicherung sieht es für Frau Meier schlecht aus. Denn in Deutschland muss jeder in voller Höhe für den durch ihn verursachten Schaden haften. Frau Meier müsste in diesem Fall aufgrund einer kleinen Unachtsamkeit für den Rest ihres Lebens Schulden abbezahlen.

Verkehrsunfall mit privater Haftpflicht­versicherung

Hat Frau Meier eine private Haftpflicht­versicherung abgeschlossen, hat sie nichts zu befürchten. Mit einem geringen monatlichen Beitrag von im Schnitt 4 bis 7 Euro kann sie sich vor dem finanziellen Ruin durch derartige Unfälle absichern.

Beispielfall 3: Kind verursacht Schaden

Schadensbeispiel

Der 8-jährige Sohn von Herr und Frau Fischer wirft beim Ballspielen versehentlich die Fensterscheibe der Nachbarn ein. Die Scheibe muss ersetzt werden. Der Schaden beläuft sich auf eine Summe von 600 Euro. Diesen Betrag schuldet das Ehepaar Fischer den Nachbarn.

Schaden durch Kind ohne private Haftpflicht­versicherung

Wenn die Familie keine private Haftpflicht­versicherung abgeschlossen hat, muss sie für den Schaden des Kindes in voller Höhe aufkommen.

Schaden durch Kind mit privater Haftpflicht­versicherung

Wenn die Familie eine private Haftpflicht­versicherung abgeschlossen hat, so sind alle Mitglieder der Familie in dem Schutz eingeschlossen. Daher wird auch der Schaden, der durch das Kind verursacht wird, von der Versicherung übernommen. Für einen Beitrag von einigen Euro im Monat kann die Familie alle Mitglieder vor solchen und anderen Schäden schützen.

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