Hunde­haftpflicht mit Hundekranken­versicherung kombinieren

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von Swantje Niemann
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Welche Vor- und Nachteile damit einhergehen, ein Versicherungs­paket aus einer Hunde­haftpflicht­versicherung und einer Hundekranken­versicherung abzuschließen.

Inhalt dieser Seite
  1. Erklärung der beiden Versicherungen
  2. Kombinationsmöglichkeiten
  3. Vorteile der Kombination
  4. Rechenbeispiel
  5. Nachteile der Kombination
  6. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Bei einem Kombi-Angebot von Hunde­haftpflicht und Hundekranken­versicherung werden zwei sehr wichtige Hunde­versicherungen miteinander kombiniert.
  • Beide Versicherungen schützen den Halter vor hohen finanziellen Belastungen, sowohl gegenüber Dritten als auch im Krankheits­fall des Hundes.
  • In der Regel ist ein solches Kombi-Angebot günstiger, als zwei Einzel­versicherungen
  • Aufgrund des Sonder­kündigungsrechtes entstehen Hundehaltern aber mitunter Nachteile, die zu bedenken sind.

Was sind Hunde­haftpflicht- und Hundekranken­versicherung?

Sowohl die Hunde­haftpflicht als auch die Hundekranken­versicherung sollen den Versicherungs­nehmer und Hundehalter vor großen finanziellen Belastungen schützen. Wie diese entstehen, beeinflusst schließlich auch, welche Versicherung im Anschluss greift.

Was leistet die Hunde­haftpflicht?

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Die Hunde­haftpflicht­versicherung funktioniert ähnlich wie die private Haftpflicht des Hundehalters. Sie schützt den Halter also vor Schadensansprüchen von Dritten. Dazu kommt es beispielsweise dann, wenn der Vierbeiner einen Menschen anfällt und ihm Schaden zufügt. Existiert keine Haftpflicht, müsste der Hundehalter stattdessen mit seinem Privatvermögen haften.

Selbiges gilt auch dann, wenn der Vierbeiner zwar keinem Menschen Schaden zufügt, aber dem Eigentum einer anderen Person. So beispielsweise dann denkbar, wenn er mit seinen Krallen ein Auto zerkratzt, aber ebenso, wenn er vor ein Auto läuft und das in einem Unfall resultiert.

Was leistet die Hundekranken­versicherung?

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Die Hundekranken­versicherung ist hingegen mit der Kranken­­versicherung des Halters vergleichbar. Sie soll diesen also vor den erwartungsgemäß hohen Behandlungs­kosten schützen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Kleinere Behandlungen
  • Impfungen
  • Operationen

Während Impfungen und Routineuntersuchungen kaum finanziell ins Gewicht fallen, sind es vor allem Operationen, die für den Hundehalter zu einer sehr kostspieligen Angelegenheit werden können. Mit einer Hundekranken­versicherung wird der Halter dahingehend entlastet, weil für die notwendige Operation dann der Versicherer aufkommt. Voll­versicherungen, die tatsächlich jede Art der Behandlung abdecken, sind aber entsprechend teuer. Deshalb kann bei einigen Anbietern auch nur eine Hunde-OP-Versicherung abgeschlossen werden.

Mehr zu den einzelnen Versicherungen und die Möglichkeit, Tarife zu vergleichen, finden Sie hier:

Hunde­haftpflicht­versicherung
Hundekranken­versicherung
Hunde-OP-Versicherung

Kombinationsmöglichkeiten Haftpflicht- und Kranken­schutz für den Hund

Einige Versicherer bieten Kombinationsmöglichkeiten des Haftpflicht- und Kranken­schutzes für den Hund an. Natürlich können die beiden Versicherungen auch einzeln abgeschlossen werden. Im Kombi-Paket ergeben sich jedoch in der Regel Preisvorteile. Kombinationen sind in dieser Form denkbar:

  • Hunde­haftpflicht mit Kranken­vollschutz
  • Hunde­haftpflicht mit OP-Schutz

Die erste Variante ist dabei die teurere Variante für den Hundehalter. Dafür sind mit der Hundekranken­versicherung alle notwendigen Eingriffe bis zur vereinbarten Deckungssumme versichert, die bei Tieren üblicherweise in Vollnarkose durchgeführt werden – auch Operationen. Wer sich hingegen für die zweite Variante entscheidet, wird weitaus geringere Prämien zahlen. Beim OP-Schutz-Paket sind dann aber auch nur Operationen versichert – keine Behandlungen oder Impfungen.

Die Hunde­haftpflicht­versicherung selbst macht nur einen geringen Teil der Gesamtkosten aus, bietet dafür aber einen zuverlässigen Schutz gegenüber den Schadensansprüchen von Dritten. Sie ist in solchen Kombi-Paketen daher zwangsläufig enthalten.

Fallbeispiel: Wer zahlt was bei einem Unfall mit Hund?

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Um den Sinn der einzelnen Versicherungen besser zu erläutern, hilft ein Beispiel aus der Praxis: Der Hund entreißt sich und läuft vor ein Fahrrad. Der Fahrradfahrer stürzt, beschädigt sein Fahrrad und bricht sich den Arm, der Hund wird von den Rädern verletzt.

Die Haftpflicht­versicherung übernimmt:

  • Kosten für das zerstörte Fahrrad
  • Kosten für medizinische Behandlungen des Fahrradfahrers

Die Hundekranken­versicherung übernimmt:

  • Kosten für Medikamente für den Hund
  • Kosten für Hilfsmittel für die Behandlung des Hundes
  • Kosten für eine Operation des Hundes aufgrund gebrochener Pfote

Hat der Hundehalter lediglich den OP-Schutz versichert, würde die Versicherung lediglich die Kosten für die Operation übernehmen, nicht jedoch die für Medikamente und Hilfsmittel.

Selbstbehalt überprüfen

Wie auch bei Versicherungen für den Menschen, können solche Policen und Kombi-Pakete mit einem Selbstbehalt ausgezeichnet sein. Mit einer höheren Selbstbeteiligung reduzieren sich die laufenden Kosten (Prämien). Dafür muss der Selbstbehalt zuerst ausgeschöpft werden, bevor die Versicherung zahlt. Wer auf den Selbstbehalt verzichtet, zahlt zwar höhere Prämien, erhält aber schon ab der ersten Behandlung eine Erstattung.

Vorteile der Kombination von Hunde­haftpflicht & Hundekranken­versicherung

Mehr Komfort

Hundehalter können die beiden essentiellen Versicherungen bequem bei einem Versicherer abschließen und haben, unabhängig des jeweiligen Falles, einen festen Ansprechpartner. Das kann der Übersicht zuträglich sein.

Günstigere Prämien

Kombi-Variante ist meist günstiger, als beide Policen separat bei verschiedenen Versicherern abzuschließen. Diese Situation ist aber von der aktuellen Marktsituation abhängig. Normalerweise sind Kombi-Versicherungen zumindest bei einem Versicherer günstiger zu haben, als wenn beide Policen bei dem gleichen Versicherer separat verwaltet werden.

Rundum abgesichert

Wird die Kranken­voll­versicherung inklusive OP-Schutz gewählt, kann sich der Hundehalter sicher sein, dass er sich mit jedem erdenklichen Fall an die Versicherung oder den Vertrauensmann da wenden kann.

Rechenbeispiel: Wie viel günstiger ist eine Kombi­versicherung?

Musterkunde:

  • 35 Jahre alt
  • Hund: Labrador
  • Selbstbeteiligung: 150 €
Einzelpolicen*In Kombination*
Hunde­haftpflicht: 81,15 €
Hundekranken­versicherung: 1.010,11 €
Gesamt: 1.091,26 €
1.036,68 €
Hunde­haftpflicht: 81,15€
Hunde-OP-Versicherung: 155,45 €
Gesamt: 236,60 €
224,76 €
*jährliche Kosten

Kontaktieren Sie uns für ein Kombi-Angebot

Über unseren Online-Vergleich können Sie die Hunde­haftpflicht und die Hundekranken­versicherung bzw. die Hunde-OP-Versicherung derzeit nur einzeln vergleichen und abschließen. Interessieren Sie sich für eine der Kombinationsvarianten, dann kontaktieren Sie am besten unser Makler-Team.

Nachteile der Kombi-Versicherungen

Weniger flexibel

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Unter Umständen sind Hundehalter hinsichtlich der Zusatzbausteine etwas stärker eingeschränkt, als wenn jede Police einzeln abgeschlossen und „zusammengebaut“ wird. Erneut ist das aber von den Strukturen des Versicherers abhängig und lässt sich daher nur schwer pauschalisieren.

Sonder­kündigungsrecht

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Beide Parteien genießen im Versicherungs­fall ein Sonder­kündigungsrecht. Für den Hundehalter selbst ist dieses Recht nur wenig von Bedeutung, für den Versicherer aber umso mehr. Kommt es nämlich zu einem Schadensfall, der beispielsweise den Haftpflicht-Teil betrifft, genießt der Versicherer ein Sonder­kündigungsrecht, das alle Bestandteile gleichermaßen betrifft. Der Versicherer könnte sich also, aufgrund des Schadensfalls dazu entschließen zu kündigen, wodurch der Hundehalter im Beispiel auch den Kranken­- und OP-Schutz verliert.

Experten-Tipp:

„Wir raten aufgrund des Sonder­kündigungsrechts des Versicherers davon ab, die beiden Hunde­versicherungen in Kombination abzuschließen. Denn bei der Suche nach einem neuen Versicherer kann sich das sehr nachteilig auswirken. Ein potentieller neuer Versicherer wird die Schadensfälle aus der jüngeren Vergangenheit abfragen, die den Hundehalter dann schlechter stellen. Die Kündigung könnte dann in gesteigerten Kosten resultieren, wenn alle Komponenten aus dem damaligen Kombi-Vertrag erneut abgeschlossen werden müssen. Im schlimmsten Fall erhält der Hundehalter gar keine neue Versicherung.“

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Martin Hacker
Berater

Fazit

Eine Hunde­haftpflicht­versicherung ist zweifelsohne für jeden Hundehalter sinnvoll – teilweise auch gesetzlich vorgeschrieben. Ob Sie für Ihr Tier eine Kranken­­versicherung benötigen, müssen Sie selbst abwägen: Sind Sie finanziell in der Lage, teure Tierarztkosten selbst zu tragen? Oder möchten Sie sich für einen solchen Fall über regelmäßige Versicherungs­beiträge absichern? Bedenken Sie hierbei: In der Regel sind es die Operationen, die bei einem Krankheits­fall des Tieres besonders aufs Geld schlagen.

Vergleichen Sie Tarife, um einen preislichen Eindruck zu bekommen. Kommen Sie zu dem Entschluss, dass eine Kranken­­versicherung für Ihren Hund infrage kommt, wägen Sie ab, ob Sie diesen lieber separat oder in Kombination mit der Hunde­haftpflicht abschließen möchten.

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Katharina Tennius
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