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Versicherungsschutz im Praktikum – Was Praktikanten beachten sollten

So versichern sich Schüler, Studenten und Absolventen während des Praktikums – mit Tabelle & Expertentipp.

Das Wichtigste in Kürze
  • Während eines Praktikums muss Versicherungsschutz gewährleistet sein.
  • Dazu brauchen Praktikanten z.B. eine Kranken-, Haftpflicht- und idealerweise noch eine Unfallversicherung. Weitere Versicherungen können je nach Situation empfehlenswert sein.
  • Welche Versicherungen nötig sind und inwiefern sie bereits durch Familienversicherungen abgedeckt sind, hängt von der Situation des Praktikanten und der Art des Praktikums ab.

Welche Versicherungen brauchen Praktikanten?

Viele Hochschul- und Fachhochschulstudenten müssen während ihrer Studienzeit verschiedene Pflichtpraktika absolvieren, um ihr Studium erfolgreich abzuschließen. Die Praktika dienen dem Erwerb von beruflichen Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen und sollen die Studenten auf das Leben nach dem Studium vorbereiten.

Aber auch außerhalb des Studiums sind Praktika üblich: Schüler schnuppern in der Regel in der 9. Klasse in einen Beruf hinein, und für viele bietet es sich an, zwischen Schule und Studium, Arbeit oder Ausbildung ein Praktikum zu absolvieren.

Wichtige Versicherungen für Praktikanten
  • Krankenversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Unfallversicherung
  • Rechtsschutzversicherung je nach Bedarf

Dauert das Praktikum lange genug oder wird ausreichend bezahlt, kann es auch zu einer Versicherungspflicht in der Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung führen. Um diese Versicherungen müssen sich die Praktikanten jedoch nicht selbst kümmern.

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Praktika während des Studiums

Die häufigste Form der vorgeschriebenen Praktika ist das sogenannte Zwischenpraktikum (weitere Infos erhalten Sie bei der DAK), das von der Studien- oder Prüfungsordnung vorgesehen wird und innerhalb der Semester stattfindet. Der Student ist demnach während der Absolvierung des Praktikums an der entsprechenden Bildungseinrichtung immatrikuliert.

Für diese Form des Praktikums besteht zunächst einmal keine Versicherungspflicht als Arbeitnehmer in der Kranken-, Pflege-, Renten und Unfallversicherung. Weder die Dauer des Studentenpraktikums, noch die Höhe des Entgelts spielen diesbezüglich eine Rolle. Ausnahme: In der Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht für freiwillige Zwischenpraktika, wenn das Entgelt 450 Euro monatlich und die Dauer des Praktikums die einer kurzfristigen Beschäftigung überschreiten.

Der Student ist über die bestehende Familienversicherung (GKV) weiterhin kranken- und unfallversichert, soweit er das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, es sei denn er hat die Möglichkeit einer privaten Versicherung wahrgenommen.

Neben dem Zwischenpraktikum kann auch ein Vorpraktikum bzw. Nachpraktikum von der Studien- und Prüfungsordnung vorgesehen sein. Bei einem Vor- oder Nachpraktikum (schauen Sie für weitere Informationen auf der TK-Website vorbei) ist der Student nicht an der Hochschule oder Universität immatrikuliert und hat das Studium noch nicht begonnen bzw. bereits abgeschlossen.

Für die versicherungsrechtliche Beurteilung ist es entscheidend, ob der Praktikant eine Vergütung erhält oder nicht. Erfolgt das Praktikum gegen Entgelt, so besteht die Versicherungspflicht als Arbeitnehmer in der Kranken- und Pflegeversicherung sowie in der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Eventuell greift hier jedoch noch die Familienversicherung.

Viele Absolventen entscheiden sich nach dem Ende ihres Studiums für ein Praktikum, entweder zur Orientierung oder auch als Einstieg in ein Unternehmen. Mit der Exmatrikulation endet die Versicherungspflicht als Studierender, soweit keine private Krankenversicherung bestanden hat. Um auch weiterhin krankenversichert zu sein, kann der ehemalige Student sich zunächst freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichern.

Die Familienversicherung bis zum 25. Lebensjahr besteht nur dann weiter, wenn der Versicherte jünger als 23 Jahre ist und keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Absolviert ein freiwilliger Praktikant sein Praktikum ohne Entgelt oder ist er geringfügig beschäftigt, so ist er als Arbeitnehmer versicherungsfrei und es ändert sich hinsichtlich der versicherungrechtlichen Beurteilung nichts.

Bei einer geringfügigen Beschäftigung ist der Arbeitgeber jedoch verpflichtet, einen Pauschalbeitrag in die Krankenkasse einzuzahlen. Überschreitet die Vergütung 450 Euro, so ist der Praktikant als Arbeitnehmer versicherungspflichtig. Die Pflichtbeiträge werden je zur Hälfte vom Arbeitgeber und dem freiwilligen Praktikanten bezahlt.

Erfolgt das entsprechende Praktikum jedoch unentgeltlich, so ist der Praktikant kein kranken- und pflegeversicherungspflichtiger Arbeitnehmer. Aufgrund einer Sondervorschrift besteht jedoch eine Pflichtmitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse, soweit kein Versicherungsschutz durch eine bestehende Familienversicherung gewährleistet ist.

Grundsätzliche Versicherungspflicht in der Arbeitslosen- und Rentenversicherung

In der Arbeitslosen- und Rentenversicherung besteht die Versicherungspflicht unabhängig von der Zahlung eines Entgelts. Der Praktikant hat den Status eines Berufsauszubildenden, wobei die Beiträge allein vom Arbeitgeber zu zahlen sind.


Praktika während oder nach der Schulzeit

Schülerpraktika werden von Schulen initiiert und dienen als Orientierungshilfe für die spätere Berufswahl. Ein Schülerpraktikum ohne Entgelt ist grundsätzlich versicherungsfrei, auch dann, wenn vom Arbeitgeber ein Taschengeld als Anerkennung gezahlt wird. Die Schüler sind über die Familienversicherung der Eltern gesetzlich krankenversichert bzw. über einen eigenen Vertrag privat versichert, soweit die Eltern über eine private Krankenversicherung abgesichert sind.
Schüler sind zudem gesetzlich unfallversichert. Die Unfallversicherung gilt jedoch nur für Unfälle während der Arbeit sowie Wegeunfälle. Haben die Eltern ihr Kind zusätzlich über eine private Unfallversicherung versichert, so umfasst der Versicherungsschutz sowohl das Berufs-, als auch das Privatleben.

Arbeitslosen- und Rentenversicherung

Für die Arbeitslosenversicherung gilt ebenso wie für die Rentenversicherung die 450-Euro-Grenze. Dementsprechend ist ein freiwilliger Praktikant versicherungsfrei, soweit es sich um eine geringfügige Beschäftigung oder ein unbezahltes Praktikum handelt. Bei einem Verdienst über der Grenze gilt die Versicherungspflicht als Arbeitnehmer und die Beträge werden zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt.


Überblick: Welche Versicherung für welchen Praktikumstyp?

ArtKrankenversicherungUnfallversicherungHaftpflichtversicherung
Zwischenpraktikumbis 25 Jahre über die Familienversicherung (GKV), oder über die private Krankenversicherung, bei Verdienst über 405 Euro erlischt Familienversicherungs­schutz und der Praktikant muss sich selbst versichernPrivate Unfallversicherung/ gesetzliche Unfallversicherung bei Pflichtpraktikumüber die elterliche Haftpflichtversicherung oder eigene Haftpflichtversicherung
Vor- oder Nachpraktikum mit Entgeltbis 25 Jahre über die Familienversicherung (GKV), oder über die private Krankenversicherung, ab dem 25. Lebensjahr muss der Praktikant sich selbst über eine gesetzliche Krankenkasse versichern, der Pflichtbeitrag wird je nachdem, ob es sich um ein Pflichtpraktikum handelt und wie hoch das Entgelt ist, anteilig oder vollständig vom Arbeitgeber übernommenPrivate Unfallversicherungüber die elterliche Haftpflichtversicherung oder eigene Haftpflichtversicherung
Vor- oder Nachpraktikum ohne Entgeltbis 25 Jahre über die Familienversicherung (GKV), oder über die private Krankenversicherung, ab dem 25. Lebensjahr muss der Praktikant sich selbst über eine gesetzliche Krankenkasse versichern, der Arbeitgeber bezahlt einen Pauschalbeitrag.Private Unfallversicherungüber die elterliche Haftpflichtversicherung oder eigene Haftpflichtversicherung
freiwilliges Praktikum nach Studienabschluss ohne Entgeltüber eine gesetzliche Krankenkasse, der Arbeitgeber bezahlt einen PauschalbeitragPrivate Unfallversicherung/ gesetzliche Unfallversicherungüber die elterliche Haftpflichtversicherung oder eigene Haftpflichtversicherung
freiwilliges Praktikum nach Studienabschluss mit Entgeltüber eine gesetzliche Krankenkasse, bis 450 Euro zahlt der Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag, bei einem Verdienst darüber wird der Pflichtbeitrag jeweils anteilig vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer übernommenPrivate Unfallversicherungüber die elterliche Haftpflichtversicherung oder eigene Haftpflichtversicherung
Schülerpraktikumüber die Familienversicherung (GKV) der Eltern, oder über die private KrankenversicherungPrivate Unfallversicherung/ gesetzliche Unfallversicherungüber die elterliche Haftpflichtversicherung
Praktikum nach Schulabschlussüber die Familienversicherung/ private Krankenversicherung (Ausnahme: längerfristige Beschäftigung mit Entgelt über 450 € im Monat)Private Unfallversicherungüber die elterliche Haftpflichtversicherung (bei geringfügigem/keinem Entgelt) oder eigene Haftpflichtversicherung
Auslandspraktikumüber die GKV oder PKV, gegebenenfalls über eine zusätzliche Auslandskranken­versicherungPrivate Unfallversicherungüber die elterliche Haftpflichtversicherung oder eigene Haftpflichtversicherung

Wann reicht die Versicherung der Eltern bzw. die gesetzliche Versicherung?

Wer ein Praktikum absolviert, braucht zwar einige Versicherungen. Gerade jüngere Praktikanten, die noch bei ihren Eltern wohnen, können sich jedoch in vielen Fällen zurücklehnen, da der Versicherungsschutz ihrer Familie sich auch auf sie erstreckt.

Krankenversicherung

Über Ihre Eltern in der GKV familienversichert sind Kinder, die

  • unter 25 sind
  • ihr erstes Studium (Bachelor, bzw. Bachelor und unmittelbar daran anschließender Master) noch nicht abgeschlossen haben
  • noch kein eigenes Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze haben

Privatpatienten haben von Anfang an eigene Policen bzw. bis zu einem bestimmten Alter eine Versicherung, die an die ihrer Eltern angeschlossen ist.

Unfallversicherung

Der Versicherungsschutz durch eine Familienunfallversicherung umfasst in der Regel nur Kinder bis zum 18. Lebensjahr. Studenten brauchen daher eine eigene Unfallversicherung. Die gesetzliche Unfallversicherung sichert Praktikanten einen gewissen Versicherungsschutz zu, aber nur in engen Grenzen: Es muss sich um ein unbezahltes Praktikum oder ein Pflichtpraktikum der Schule oder Universität handeln. Nicht versichert sind freiwillige Auslandspraktika, auch wenn sie bei deutschen Firmen absolviert werden. Der Schutz gilt nur am Arbeitsplatz bzw. auf dem direkten Weg dorthin. Um Versicherungslücken zu schließen empfiehlt sich eine zusätzliche private Unfallversicherung.

Für Praktikanten, die ihr Praktikum im Ausland absolvieren möchten, empfiehlt es sich, eine zusätzliche private Auslandskrankenversicherung abzuschließen, um im Krankheitsfall ausreichend geschützt zu sein und immense Kosten zu vermeiden. Prinzipiell sind die Praktikanten jedoch auch im Ausland über die GKV oder PKV weiterhin krankenversichert. Ebenso empfiehlt sich auch eine private Unfallversicherung, da der Versicherungsschutz hier weltweit greift. Wer sich als Praktikant im Ausland rundum absichern möchte, hat die Möglichkeit eine komplette Auslandszeit-Versicherung abzuschließen, die für den Auslandsaufenthalt sowohl die Reise- und Unfallversicherung, als auch die Haftpflichtversicherung umfasst.
Haftpflichtschutz weltweit
Wer als Student eine Haftpflichtversicherung abschließt, sollte darauf achten, dass der Versicherungsschutz weltweit gilt. Insbesondere dann, wenn ein Auslandspraktikum oder -semester geplant ist.

Haftpflichtversicherung

Über ihre Eltern haftpflichtversichert sind meist Kinder, die

  • nicht verheiratet sind
  • ihren Hauptwohnsitz noch bei den Eltern haben
  • im ersten Studium/der ersten Ausbildung/einem freiwilligen ökologischen oder sozialen Jahr sind

Überprüfen Sie ihre Versicherungsunterlagen, da die Bedingungen hier von Versicherer zu Versicherer variieren.

Haftpflichtversicherung: ein Muss für Studenten

Grundsätzlich sollte jeder Student eine private Haftpflichtversicherung abschließen, soweit dieser nicht mehr durch die elterliche Versicherung geschützt ist. Viele Haftpflichtversicherungen für Studenten enthalten einen Schutz, der die Zeit des Praktikums umfasst.

Zumeist gelten jedoch bestimmte Sonderregelungen sowie Einschränkungen, zum Beispiel in Bezug auf die Praktikumsdauer und den Ort, an dem der Schaden entstanden ist. Darüber hinaus beschränken die Gesellschaften oftmals auch die Versicherungssumme. Eine Rechtsschutzversicherung für Studenten ist weniger wichtig, aber kann sich als nützlich erweisen, falls es zu einem Rechtsstreit mit dem Arbeitgeber kommt.

Rechtsschutzversicherung

Studenten und Auszubildende

  • unter 15
  • ohne eigene Einkünfte
  • die bei den Eltern gemeldet
  • und unverheiratet sind

können über diese kostenlos in der Rechtsschutzversicherung im Familientarif mitversichert sein. Die Rechtsschutzversicherung ist während des Praktikums weitaus weniger wichtig als die Kranken- oder Haftpflichtversicherung, aber falls es zum Streit mit dem Arbeitgeber kommt, kann sie hilfreich sein.


Beispielfall der Praktikantin Jessica Lutschak aus Berlin

Stell dich doch erst einmal kurz vor: Wie heißt Du? Wie alt bist Du? Und woher kommst Du?

Foto

Jessica Lutschak: Ich heiße Jessica Lutschak und bin 24 Jahre alt. Seit Kurzem wohne ich in Berlin, ursprünglich komme ich aus Rostock.

Seit wann arbeitest Du bei Urlaubsheld und in welcher Position?

Jessica Lutschak: Ich arbeite seit Oktober 2015 als freiwillige Praktikantin bei Urlaubsheld. Davor war ich Studentin und habe meinen Master in Germanistik gemacht.

Handelt es sich dabei um ein bezahltes oder ein unentgeltliches Praktikum?

Jessica Lutschak: Das Praktikum wird vergütet.

Hast Du Dir vor dem Praktikum schonmal Gedanken über Deinen Versicherungsschutz gemacht?

Jessica Lutschak: Mit dem Thema Krankenversicherung habe ich mich, mehr oder weniger zwangsläufig, auch schon vor meinem Praktikum beschäftigt. Schon während meines Studiums habe ich immer wieder Post von meiner Krankenversicherung bekommen, die von mir wissen wollte was ich nach meinem Studium machen werde. Als ich dann wusste, dass ich ein Praktikum machen werde, war es für mich schwierig, die nötigen Informationen zu finden. Ich wusste nur, dass ich nach meinem Abschluss nicht mehr über die Familienversicherung abgesichert bin, aber nicht wie viel ich zahlen muss. Natürlich habe ich mir auch Gedanken darüber gemacht, den Anbieter zu wechseln, mich am Ende dann aber doch dagegen entschieden.

Denkst Du, dass Du ausreichend versichert bist? Welche Versicherungen hast Du oder von welchen weißt Du?

Jessica Lutschak: Grundsätzlich denke ich schon, dass ich ausreichend versichert bin. Um eine Hausratversicherung habe ich mich bisher ehrlich gesagt noch nicht gekümmert, weil ich in einer WG zur Untermiete wohne und gar nicht so recht weiß, wie es in dem Fall mit meinem Versicherungsschutz aussieht. Ich weiß auch, dass es außerdem noch eine KFZ-Versicherung und eine Zahnzusatzversicherung gibt. Ich habe aber kein Auto und auch eine Zahnversicherung halte ich nicht für nötig.

versicherungsmakler-alex

Versicherungsmakler Alexander Vorgerd von transparent-beraten.de: Da Jessica in einer WG wohnt, empfehle ich ihr, eine Hausratsversicherung für alle WG-Mitglieder abzuschließen, da eine einzelne “Zimmerversicherung” nur für das entsprechende Zimmer gilt und nicht für die ganze Wohnung. Außerdem sollte sie auf jeden Fall eine Haftpflichtversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, da beide zu den elementaren Versicherungen gehören, die ein junger Mensch haben sollte. Eher ist hierbei noch auf die Berufsunfähigkeitsversicherung zu verzichten aber eine Haftpflichtversicherung sollte prinzipiell jeder haben. Diese kostet in der Regel auch nicht mehr als 50 Euro im Jahr.


Fazit

Praktikanten brauchen umfassenden Versicherungsschutz. Dieser geht allerdings nicht weit über die Versicherungen hinaus, die man ohnehin haben sollte, und kann zu einem Großteil oder sogar vollständig durch Familienversicherungen abgedeckt sein.

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