Versicherungsschutz für Elektroautos: Welche Besonderheiten müssen beachtet werden?

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Das Wichtigste in Kürze

  • Auch für Elektroautos und Hybridfahrzeuge ist die Kfz-Haftpflicht­versicherung gesetzlich vorgeschrieben.
  • Gerade für Neuwagen und junge Gebrauchtwagen lohnt sich eine Kasko­versicherung.
  • Wichtig ist, den Akku sowie Ladestation und Zubehör ausreichend zu versichern.
  • Die Versicherung von E-Autos ist nicht unbedingt teurer als die von Verbrenner-Autos.
  • E-Autobesitzer profitieren von einer Reihe von staatlichen Förderungen.

Das erwartet Sie hier

Wie Elektro- und Hybrid-Autos versichert werden, was das kostet und worauf Sie besonders achten müssen.

Inhalt dieser Seite
  1. Wie versichert man Elektroautos?
  2. Besondere Leistungen für E Autos
  3. Was kostet die Absicherung?
  4. Staatliche Förderung
  5. Fazit

Wie versichert man ein Elektroauto?

Icon Auto

Kfz-Haftpflicht­versicherung auch für E-Autos Pflicht

Damit ein Elektro- oder Hybridfahrzeug zugelassen wird, brauchen Sie mindestens eine Kfz-Haftpflicht­versicherung. Diese übernimmt die Kosten, wenn Sie Dritten einen Schaden zufügen, also eine Person, fremde Fahrzeuge oder Sachen durch Ihr Auto beschädigen.

Alle Leistungen einer Kfz-Versicherung


Kfz-Kasko­versicherung: Besonders sinnvoll für neue Fahrzeuge

Haben Sie einen Neuwagen oder ein E-Auto, welches unter fünf Jahre alt ist, empfiehlt sich zusätzlich zur ver­pflichtenden Kfz-Haftpflicht­versicherung eine freiwillige Kasko­versicherung. Denn einerseits sind Elektrofahrzeuge in der Anschaffung teurer als Verbrenner und anderseits sind damit auch Schäden an Akku, Ladekabel und Ladestation abgedeckt.

So funktioniert die Kasko­versicherung

Mit einer Kasko­versicherung sind auch die Kosten für Schäden an Ihrem eigenen Fahrzeug abgedeckt. Sie haben die Wahl zwischen Teilkasko und Vollkasko:

  • Die Teilkasko­versicherung zahlt bei Schäden durch unter anderem Diebstahl oder Wildunfälle.
  • Die Vollkasko­versicherung leistet auch bei Schäden durch selbst verschuldeten Unfällen

Wichtige Leistungen: Darauf müssen Sie bei der Absicherung Ihres Elektroautos besonders achten

Im Prinzip versichern Sie Ihr E-Auto genauso wie einen herkömmlichen Verbrenner. Es gibt jedoch bestimmte Leistungen, auf die Sie besonders achten sollten und die notwendig für die ideale Absicherung Ihres Elektroautos oder Hybridfahrzeugs sind.

Icon Batterie Elektro Auto

Akku ausreichend mitversichern

Der Akku eines Elektroautos ist Herzstück des Wagens und das teuerste Bauteil am Elektroauto. Bei einem Tesla kann der Wert des Akkus bis zu 20.000 Euro betragen. Daher sollten Sie unbedingt darauf achten, dass dieser im Kaskoschutz der Kfz-Versicherung mitversichert ist. Gegen diese Schäden sollte der Akku versichert sein:

  • Schäden durch Kurzschluss
  • Bedienfehler
  • Schäden durch Tierbiss
  • Verlust des Akkus
  • Kosten für Entsorgung defekter Akkus

Tipp: Achten Sie am besten darauf, dass der Tarif eine Allgefahrendeckung für den Akkumulator beinhaltet. So sind alle Schäden durch Beschädigung oder Verlust abgesichert.

Auto oder Akku geleast?

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Haben Sie ein Leasingfahrzeug oder einen geleasten Akku, dann erkundigen Sie sich, wer sich um die Absicherung und um etwaige Schäden kümmern muss. Trägt der Leasinggeber das Risiko, dann müssen Sie es nicht extra versichern. Haben Sie beispielsweise den Akku geleast und das Fahrzeug gehört ansonsten Ihnen, können Sie den Baustein „Akku-Ausschluss“ in Ihre Kfz-Versicherung integrieren. Das spart Ihnen eine Menge Geld.

Das Ladekabel nicht vergessen

Elektroautos müssen aufgeladen werden. Daher ist es nur sinnvoll, auch das Ladekabel im Versicherungsschutz zu berücksichtigen. Mit einer Kasko­versicherung sind folgende Schäden am Ladekabel abgedeckt:

  • Diebstahl
  • Tierbisse

Achtung: Viele Tarife setzen voraus, dass der Schaden während des Aufladens passiert ist oder das Kabel unter Verschluss sicher verwahrt war. Schauen Sie also genau in die Vertragsbedingungen.

Icon Ladestation

Wie ist die Ladestation versichert?

Auch Ihre mobile oder fest verbaute Ladestation kann versichert werden – inklusive Ladekarte, Wallbox und Induktionsplatten. Hier lohnt sich eine Vollkasko­versicherung, um auf der sicheren Seite zu sein. Damit sind unter anderem folgende Schäden abgedeckt:

  • Fehlbedienung
  • Mut- oder böswillige Handlung
  • Tierbisse
  • Diebstahl

Obergrenzen beachten

Oftmals ist die Ladestation zwar mitversichert, jedoch gelten Obergrenzen. Das bedeutet, Schäden an Ihrer Ladestation sind beispielsweise bis zu 1.000 Euro oder 2.500 Euro versichert. Eine höhere Deckung können Sie eventuell durch eine Hausrat­versicherung oder Gebäude­versicherung erreichen.


Teure Abschleppkosten vermeiden

Auch die Abschleppkosten sollten abgesichert sein, da diese bei Elektroautos deutlich höher ausfallen können. Das Abschleppen sollten Sie keinesfalls selbst durchführen, da durch die an den Achsen erzeugte Energie eine Überhitzung und somit eine schwere Beschädigung des Akkus verursacht werden kann.

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Kosten einer E-Auto­versicherung

Icon Beleg

Rechenbeispiel: E-Auto­versicherung für einen VW ID.3

  • Kraftstoffart: Elektro
  • Leistung: 95 PS / 70 kW
  • Baujahr: 2019
  • Ungefährer Neuwert: 35.000 €
  • Jährliche Fahrleistung: ca. 6.000 km

Beispielhafte Kfz-Tarife pro Jahr

Nur HaftpflichtHaftpflicht + TeilkaskoHaftpflicht + Vollkasko
345,41 €401,59 €700,84 €
Selbst­beteiligung Teilkasko: 150 €; Selbst­beteiligung Vollkasko: 500 €

Was kostet die Kfz-Versicherung für Ihr Elektroauto?

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Absicherung von reinen Elektroautos oftmals günstiger

Viele Versicherer vergeben Rabatte für die Absicherung von reinen Elektroautos gegenüber der Versicherung von Hybridfahrzeugen. Diese betragen in der Regel fünf Prozent. Abgesehen von diesem Rabatt ist die Versicherung von Elektro- oder Hybridautos nicht wesentlich teurer als die von Verbrenner-Autos.


Wovon hängen die Kosten einer Kfz-Versicherung für Elektroautos ab?

Die Kosten für die Absicherung eines Elektroautos werden genauso berechnet wie die Kfz-Versicherung für ein Verbrenner-Auto. Folgende Faktoren spielen eine entscheidende Rolle:

Kostenfaktoren der Kfz-Versicherung erklärt

Objektive Risikomerkmale: Regional- und Typklasse

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Die Regional- und die Typklasse ist bei der Berechnung der Kfz-Versicherung besonders wichtig. Die Regionalklasse ist abhängig von der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadensfall in dem entsprechenden Zulassungsbezirk, während sich die Typklasse auf die Schadensquote des Automodells bezieht.

Mehr Unfälle mit E-Autos?

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Lange galt der Mythos, dass es mit Elektroautos zu mehr Schadenfällen kommt als mit Verbrenner-Autos. Jedoch kann keine statistisch höhere Unfallquote mit Elektro- oder Hybridfahrzeugen nachgewiesen werden. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind Schäden durch Elektroautos weder teurer noch besonders häufiger.

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Staatliche Förderung: Umweltbonus, THG-Quote, Steuerbefreiung

Icon Baum

Umweltbonus: Kein Geld mehr für den Kauf von E-Autos

Die Bundesregierung möchte mehr E-Autos in Deutschland etablieren. Daher wurde seit 2021 der Kauf von neuen und gebrauchten, umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen mit dem Umweltbonus gefördert. Der Kauf von Batterieelektro- oder Brennstoffzellenfahrzeuge wurde beispielsweise mit bis zu 4.500 Euro, der von jungen Gebrauchtfahrzeugen mit bis zu 5.000 Euro bezuschusst. Am 13.12.2023 wurde beschlossen, diese Förderung zu beenden. Seit dem 18.12.2023 können daher keine neuen Anträge mehr gestellt werden. Bereits zugesagte Förderungen werden ausgezahlt (Quelle: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).

Keine Kfz-Steuer auf Elektroautos

Für vollelektrische Fahrzeuge entfällt die Kfz-Steuer für insgesamt zehn Jahre, wenn die Erstzulassung bis zum 31. Dezember 2025 erfolgt ist. Sollte das Fahrzeug seinen Halter wechseln, so erhält der neue Fahrzeughalter die Steuerbefreiung für den noch verbleibenden Zeitraum.

Auch nach Ablauf der zehn Jahre bleibt es günstig, denn dann sinkt die Kfz-Steuer für Elektroautos um 50 Prozent. Wurde das Fahrzeug nachträglich zu einem E-Auto umgebaut, dann ist dieses auch steuerbefreit, und zwar ab dem Tag, an dem das Fahrzeug umgerüstet wurde und die Zulassungsbehörde die Voraussetzungen als erfüllt ansieht.

THG-Quote: Mehrere hundert Euro im Jahr bekommen

Besitzer von Elektroautos können seit 2022 ihre eingesparten CO2-Emissionen „verkaufen“. THG-Quote steht hier für Treibhausgasminderungsquote – das Verringern dieser Quote stellt eine der Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele dar. Wird diese Quote von verantwortlichen Unternehmen nicht erfüllt, drohen Strafzahlungen. Und hier kommen Sie als E-Autobesitzer ins Spiel: Die eingesparten CO2-Emissionen eines rein batteriebetriebenen E-Fahrzeugs von Privatpersonen können diese Unternehmen als Ausgleich anrechnen lassen. Sie als Autofahrer bekommen je nach Anbieter rund 350 Euro pro Jahr.

Wie erfolgt der Verkauf der CO2-Zertifikate?

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Der Handel mit CO2-Zertifikaten erfolgt nicht direkt mit den betroffenen Unternehmen. Es gibt mehrere Online-Anbieter, die Ihnen Ihr CO2-Zertifikat abkaufen und Ihnen Ihr Geld auszahlen. Die Anbieter reichen dann gesammelt Fahrzeuge beim Umweltbundesamt ein und verkaufen die Zertifikate gebündelt einem Unternehmen, beispielsweise einem Mineralölunternehmen.

Was passiert, wenn das E-Fahrzeug verkauft wird?

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Die THG-Quote kann nur einmal im Kalenderjahr geltend gemacht werden. Verkaufen Sie also Ihr Fahrzeug oder erwerben im Laufe des Jahres ein neues E-Auto, kann das entsprechende CO2-Zertifikat nur verkauft werden, wenn es innerhalb des Kalenderjahres noch nicht eingereicht wurde.

Für welche Fahrzeuge kann die THG-Quote noch angerechnet werden?

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Neben Elektroautos gilt die THG-Quote auch für:

  • E-Busse
  • E-Leichtkrafträder
  • E-Motorräder
Icon Parkplatz

Lohnt sich ein E-Kennzeichen?

Ein E-Kennzeichen ist für E-Autobesitzer keine Pflicht, bringt jedoch viele Vorteile mit sich:

  • Parken auf öffentlichen Straßen und Wegen
  • Teilweiser oder kompletter Erlass von Gebühren bei öffentlichen Parkraumbewirtschaftungen
  • Nutzung von Sonderspuren
  • Ausnahmen bei Zufahrtsbeschränkungen und Durchfahrtsverboten

Ein solches E-Kennzeichen können Batterieelektrofahrzeuge, Brennstoffzellenautos und Plug-in-Hybridfahrzeuge beantragen. Zur Beantragung wenden Sie sich an das zuständige Amt Ihres Bundeslandes.

Fazit

Die Anschaffung eines Elekroautos ist zwar unter Umständen kostspieliger als die eines Verbrenners, jedoch winken viele Vorteile: Der Kauf wird staatlich gefördert, Sie zahlen keine Kfz-Steuer, Sie beteiligen sich am Klimaschutz und können Ihre CO2-Einsparung sogar verkaufen.

Die Versicherung von Elektroautos und Hybridfahrzeugen hat jedoch einige Besonderheiten. Im Grund schließen Sie eine normale Kfz-Versicherung ab, sollten jedoch unbedingt darauf achten, dass beispielsweise der Akkumulator ausreichend abgesichert ist. Auch Ladekabel und Ladestation sollten im Versicherungsumfang berücksichtigt werden. Denken Sie auch an eine ausreichend hohe Deckung der Abschleppkosten, da diese bei E-Autos besonders hoch sind.

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Katharina Burnus
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