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Alkohol am Steuer – welche Strafen drohen?

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von Munkhjin Enkhsaikhan
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Das erwartet Sie hier

Das Wichtige in Kürze

  • Die Strafen für Alkohol am Steuer sind im Bußgeldkatalog für Alkohol gesetzlich geregelt.
  • Ab einer Promillegrenze von 1,1 gilt Alkohol am Steuer als Straftat. Es drohen Freiheits- und Geldstrafen, Entzug der Fahrerlaubnis und eine Anzeige.
  • Härtere Strafen drohen bei Unfällen unter Alkoholeinfluss. Dann wird zusätzlich ein Verfahren durch die Staatsanwaltschaft eingeleitet.
  • Für Fahranfänger in der Probezeit gilt die Null-Promilleregel. Dies bedeutet: Alkohol am Steuer ist grundsätzlich verboten.
  • Hilfe vom Anwalt kann beansprucht werden. Die Kosten für Anwalt und Gericht übernimmt unter Umständen eine Verkehrsrechtsschutz­versicherung.

Alkohol am Steuer: Wie Promille und ein Fahrverbot zusammenhängen

Nicht jedes Glas Bier führt zu einer Strafe, doch gilt grundsätzlich: Alkohol verlangsamt die Reaktionszeit. Wie sehr diese eingeschränkt wird und ob weitere Erscheinungen hinzukommen wie zum Beispiel Konzentrationsstörungen und Beeinträchtigung der Sehkraft, hängt unter anderem von der konsumierten Alkoholmenge, vom allgemeinen körperlichen Zustand des Fahrers sowie von den Speisen ab, die der Fahrer zu sich genommen hat. Je nach Promillegrenze sieht der Bußgeldkatalog für Alkohol gewisse Strafen für Autofahren unter Alkoholeinfluss vor. Welche das sind und was bei einem Unfall unter Alkohol zu beachten ist, haben wir Ihnen in diesem Beitrag zusammengefasst.

Ein kleines Bier reicht oft schon aus

Ein kleines Bier zu 0,33 Liter reicht oft schon, um die 0,3-Promillegrenze zu erreichen. Wer mit diesem Alkoholwert angetroffen wird, hat zwar noch keine Ordnungswidrigkeit begangen, muss allerdings dennoch mit Konsequenzen rechnen, wenn z. B. eine auffällige oder unsichere Fahrweise an den Tag gelegt wird.

Welche Strafen erwarten mich bei Alkohol am Steuer?

Die Strafen für Alkohol am Steuer richten sich nach dem Bußgeldkatalog für Alkohol, der vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) herausgegeben wird. Der Katalog wird in unregelmäßigen Abständen angepasst. In Einzelfällen kann die Bußgeldbehörde oder ein Tatrichter auch andere Bußgeldbeträge aussprechen.

Strafen laut Bußgeldkatalog 2021

TatbestandPunkte in FlensburgStrafenFahrverbote und Entzug der FahrerlaubnisOrdnungswidrigkeit oder Straftat
Gefährdung des Straßenverkehrs unter Alkoholeinfluss (ab 0,3 Promille)1-3Freiheits- oder GeldstrafeFahrverbote bis Entzug der Fahrerlaubnis Je nach Art und Schwere
0,5 – 1,09 Promille2500 €Fahrverbot: 1 MonatOrdnungswidrigkeit
Bei wiederholtem Verstoß21.000 €Fahrverbot: 3 MonateOrdnungswidrigkeit
Ab dem dritten Verstoß31.500 €Fahrverbot: 3 MonateOrdnungswidrigkeit
Ab 1,1 Promille3Freiheits- oder GeldstrafeEntzug der Fahrerlaubnis für 6 Monate bis 5 Jahre oder lebenslangStraftat
Fahranfänger ab 0,0 Promille1-3Freiheits- oder Geldstrafe (ab 250 €)Fahrverbote bis Entzug der Fahrerlaubnis, Verlängerung ProbezeitJe nach Art und Schwere
Quelle: Bußgeldkatalog

Welche Grenze gilt: 0,3 oder 0,5 Promille?

Ein Alkoholgehalt von unter 0,5 Promille gilt laut dem Bußgeldkatalog für Alkohol grundsätzlich noch nicht als Ordnungswidrigkeit. Unter besonderen Umständen wie zum Beispiel einem Unfall, einem auffälligen Fahrstil oder der Verkehrsgefährdung kann allerdings bereits ein Wert von 0,3 Promille geahndet werden.

Anmerkung: Die genannten Werte im Bußgeldkatalog für Alkohol sind lediglich Richtwerte. Sollte ein Richter beispielsweise außergewöhnliche Umstände oder ein besonderes Verhalten des Autofahrers feststellen, können die Strafen abweichen.


Wann gilt Alkohol am Steuer als Ordnungswidrigkeit?

In der Regel gilt das Autofahren mit einem Promillewert zwischen 0,5 und 1,09 Promille als Ordnungswidrigkeit. Bei der Kontrolle sind Sie noch klar ansprechbar und haben keinen Unfall oder weitere Gefährdung anderer verursacht. Laut Bußgeldkatalog können Sie mit Geldstrafen von 500 Euro bis 1.500 Euro rechnen sowie Punkten in Flensburg und „lediglich“ einem Fahrverbot von einigen Monaten.

Wann ist Alkohol am Steuer eine Straftat?

Das Autofahren ab einem Promillewert von mehr als 1,1 gilt als Straftat. Nach § 316 StGB zählt Trunkenheit im Straßenverkehr zu den Verkehrsstraftaten. Die Strafen sind streng:

  • 3 Punkte in Flensburg
  • Geldstrafe
  • Freiheitsstrafe möglich
  • Fahrverbot und Entzug des Führerscheins

Nach Ablauf des Fahrverbots wird erneut geprüft, ob der Fahrer seinen Führerschein wieder erhält. Bei Wiederholungstätern oder schwerwiegenden Fällen droht ein lebenslanger Entzug der Fahrerlaubnis.

Wann verjährt Alkohol am Steuer?

Ordnungswidrigkeiten wegen Alkohol im Straßenverkehr verjähren frühestens nach 6 Monaten. Wichtig zu wissen: Es handelt sich nur um eine Ordnungswidrigkeit, solange der Promillewert unter 1,1 liegt. Bei Überschreitung dieser Promillegrenze handelt es sich um eine Straftat. Die Punkte in Flensburg werden allerdings erst nach mehreren Jahren gelöscht.

Was für Strafen drohen, wenn man geblitzt wird?

Alkohol am Steuer in der Probezeit: Die 0-Promille-Regel

Für Fahranfänger gibt es die sog. 0-Promille-Regel. Das bedeutet, dass Neulinge am Steuer keinen Alkohol trinken dürfen. Wer dagegen verstößt, muss bereits bei 0,1 Promille mit entsprechenden Strafen rechnen. Die Strafen steigen je nach Alkoholgehalt im Blut.

Strafen für Fahranfänger in der Probezeit

Im besten Fall (bei erstmaligem Verstoß und ohne weitere Gefährdung)

  • 1 Punkt in Flensburg
  • 250 Euro Bußgeld
  • Verlängerung der Probezeit um 2 Jahre
  • Verpflichtung zur Nachschulung

Im schlechtesten Fall (bei wiederholtem Verstoß und mit weiterer Gefährdung)

  • 3 Punkt in Flensburg
  • Variables Bußgeld
  • Fahrverbot und Führerscheinentzug
  • Geld- und Freiheitsstrafen möglich

0-Promille-Regel für alle unter 21 Jahre

Die 0-Promillegrenze gilt nicht nur während der 2-jährigen Probezeit, sondern für alle unter 21 Jahren. Für sie ist Alkohol im Straßenverkehr gesetzlich verboten. Der oben aufgeführte Auszug aus dem Bußgeldkatalog Alkohol gilt dementsprechend auch für Autofahrer über 21 Jahre.

Alkohol am Steuer bei Unfall: Ist der Führerschein weg?

Wenn bei einem Unfall Alkohol im Spiel war, leitet die Staatsanwaltschaft ein Verfahren ein. Ersttäter bekommen dann in der Regel einen Strafbefehl zugestellt, der zu einem schriftlichen Verfahren führt. Bei Wiederholungstätern reicht ein schriftliches Verfahren in der Regel nicht aus, es kommt zu einer öffentlichen Verhandlung vor Gericht. Zusätzlich wird der Führerschein entzogen.

Strafen bei Alkohol am Steuer mit Unfall

  • Geldbußen zu wenigstens 70 Tagessätzen
  • Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren
  • Abgabe des Führerscheins
  • Je nach Alkoholkonzentration im Blut Punkte in Flensburg

Wichtig: Sobald man mit Alkohol am Steuer in einen Unfall verwickelt ist, erhält man in der Regel eine Teilschuld zugesprochen.

Wann kommt es zur Anzeige wegen Alkohol am Steuer?

Bei Promillewerten ab 1,1 liegt eine Straftat vor und der Betroffene kann mit einer Anzeige rechnen. Autofahrer, die unter Alkoholeinfluss an einem Unfall beteiligt sind, müssen auch bei geringeren Promillewerten mit einer Anzeige rechnen. Sind Personen betroffen, wird in der Regel auch eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung gemacht.

Was gilt für Alkohol beim Fahrrad fahren?

Die Strafen für Fahrradfahrer weichen laut Bußgeldkatalog Alkohol von denen der Autofahrer ab. Hier werden häufig Geldstrafen zwischen 5 und 35 Euro verlangt, wobei es auch Verstöße gibt, die mit deutlich höheren Summen belegt werden.

Einen Punkt in Flensburg gibt es in der Regel, wenn ein Buß- oder Verwarnungsgeld von mindesten 60 Euro verhängt worden sind. Bei einer alkoholisierten Fahrradfahrt, bei der der Radfahrer mit 1,6 Promille oder mehr erwischt wird, ist in der Regel nicht nur der Kfz-Führerschein weg. Hier muss auch der Radfahrer zusätzlich eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) absolvieren. Mehr dazu im Abschnitt „Medizinisch-psychologische Untersuchung“ .

Ein weiteres großes Problem für Fahrradfahrer: Fahrradklau:

Fahrrad geklaut – was tun?

Wer unterstützt mich beim Vorwurf auf Alkohol am Steuer?

Wer mit Alkohol im Straßenverkehr erwischt wird, kann sich in jedem Fall von einem Anwalt beraten lassen. In vielen Fällen ist dies auch ratsam, denn ein Fachanwalt kann unter Umständen die Strafe mildern. Je nach Art und Schwere Ihrer Straftat könnte der Anwalt auf Augenblicksversagen oder persönliche Umstände plädieren.

Die anwaltliche Beratung und Vertretung ist in der Regel jedoch mit Kosten verbunden. Mit einer Rechtsschutz­versicherung kann sich der Versicherte ohne Angst vor den Kosten für eine Beratung zum Sachverhalt Alkohol am Steuer an einen Anwalt wenden. Diese kann auch einen Anwalt vermitteln.

Das leistet eine Verkehrsrechtsschutz­versicherung

Eine Verkehrsrechtsschutz­versicherung übernimmt die Beratungskosten beim Rechtsanwalt sowie die Kosten einer außergerichtlichen Schlichtung und eventuelle Prozesskosten. Achten Sie jedoch auf Leistungsausschlüsse! Vorsätzliche Straftaten, wie Trunkenheit am Steuer, kann von den Leistungen ausgeschlossen sein.

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Wie hilft die Kfz-Versicherung?

Für Schadensansprüche Dritter ist Ihre Kfz-Versicherung zuständig. Kommt also durch Ihre Trunkenheit am Steuer ein Dritter zu Schaden, dann kann dieser die Ansprüche gegen Ihren Versicherer stellen. Doch Achtung: Ist der Alkoholkonsum verantwortlich für den Autounfall und die daraus resultierenden Schäden, können die Leistungen gekürzt werden. Kann Ihnen grobe Fahrlässigkeit bewiesen werden und lag der Promillewert über 1,1 Promille, dann kann der Kfz-Versicherer die Leistungen auch komplett verweigern. Schadensersatzansprüche müssen Sie dann aus eigener Tasche zahlen.

Die MPU: Medizinisch-psychologische Untersuchung

Wann eine MPU verordnet wird, ist klar gesetzlich geregelt. Alkohol am Steuer zieht eine MPU nach sich, wenn die Promillegrenze von 1,6 überschritten wird. Einige Bundesländer setzen eine niedrigere Promillegrenze an und verhängen die Strafe bereits bei 1,1 Promille.

Wann wird eine MPU angeordnet?

  • Ab 1,6 Promille
  • Mehrmaliger Verstoß gegen Alkohol am Steuer
  • Fahrten unter Drogeneinfluss
  • Ab 8 Punkte in Flensburg

Ablauf einer MPU

Die medizinisch-psychologische Untersuchung besteht in der Regel aus 4 Teilen. Betroffene müssen Fragebögen beantworten und Leistungstests bestehen. Diese sollen vor allem die Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit sowie die Reaktionsgeschwindigkeit der Teilnehmer überprüfen.

Darüber hinaus finden eine medizinische Untersuchung und ein psychologisches Gespräch statt. Wurde die MPU wegen Drogen oder Alkohol am Steuer angeordnet, ist auch ein Blut- oder Urintest Teil der medizinischen Untersuchung.

Fazit

Je nach Promillewert im Blut und ob eine weitere Gefährdung des Straßenverkehrs vorlag, richten sich die Strafen bei Alkohol am Steuer. Strengere Grenzen gelten dabei für Fahranfänger und Fahrer unter 21 Jahren. Besonders, wenn man für einen Unfall unter Alkoholeinfluss verantwortlich ist, kann man mit Geld- oder Freiheitsstrafen und Punkten in Flensburg rechnen. In der Regel wird man dann auch vor Gericht vorgeladen. Spätestens dann sollte sich der Fahrer an einen Anwalt wenden. Die Kosten übernimmt unter Umständen eine Verkehrsrechtsschutz­versicherung.

Beachten Sie: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung! Alle Angaben sind ohne Gewähr.


Die häufigsten Fragen zum Thema Alkohol am Steuer

Wie viel Alkohol am Steuer erlaubt?

Generell liegt die Grenze für Alkohol beim Autofahren bei 0,5 Promille. Liegt ein auffälliges Fahrverhalten vor oder eine besondere Gefährdung des Straßenverkehrs, können bereits 0,3 Promille am Steuer zu Strafen führen. Für Fahranfänger in der Probezeit sowie für Personen unter 21 Jahren gilt die 0-Promille-Grenze.

Was passiert, wenn man mit 0,5 Promille angehalten wird?

Wird man mit einem Promillewert zwischen 0,5 und 1,09 angehalten, muss man mit einem Bußgeld von 500 bis 1.500 Euro, 2 bis 3 Punkten in Flensburg sowie einem Fahrverbot von 1 bis 3 Monaten rechnen.

Welche Strafe droht bei 1.8 Promille?

Wer mit mehr als 1,1 Promille am Steuer angehalten wird, wird mit 3 Punkten in Flensburg sowie einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren bestraft. Außerdem wird der Führerschein entzogen.

Wann bekomme ich den Bußgeldbescheid wegen Alkohol am Steuer?

In der Regel trifft der Bußgeldbescheid ca. 4 bis 6 Wochen nach der Trunkenheitsfahrt bei Ihnen ein. Wird Ihnen als Strafe der Führerschein entzogen, haben Sie in einigen Fällen die Möglichkeit, den Zeitraum selbst zu wählen.

Wann wird der Führerschein entzogen?

Ab einem Promillewert von 1,1 Promille beim Autofahren wird der Führerschein entzogen, und zwar unabhängig davon, ob es das erste Mal oder ein wiederholtes Mal war. Wurde zusätzlich ein Unfall gebaut, ist in der Regel auf jeden Fall der Führerschein weg.

Wie lange ist der Führerschein weg?

Je nach Art und Schwere der Straftat sind Sie Ihren Führerschein für 6 Monate bis 5 Jahre – manchmal auch lebenslang los.

Wann verjährt ein Eintrag wegen Alkohol?

Eine Ordnungswidrigkeit wegen Alkohol oder Drogen verjährt in der Regel nach 6 Monaten. Eine Straftat im Straßenverkehr dagegen verjährt erst nach frühestens 3 Jahren.

Kann man das Fahrverbot wegen Alkohol am Steuer umgehen?

Es gibt einige wenige Ausnahmen, in denen das verordnete Fahrverbot in eine Geldstrafe „umgewandelt“ werden kann: Wenn Sie ohne Ihren Führerschein oder mit einem Fahrverbot Ihren Job verlieren würden, weil Sie beispielsweise Berufsfahrer oder bei Ihrer beruflichen Tätigkeit stark auf das Auto angewiesen sind. Hier sollten Sie sich jedoch anwaltliche Unterstützung holen.

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Verfasst von Munkhjin Enkhsaikhan & Team
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