Bettwanzen – welche Versicherung hilft?

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Wer zahlt bei Bettwanzenbefall für Schädlingsbekämpfung und entstandene Schäden?

Inhalt dieser Seite
  1. Bettwanzenbefall und seine Folgen
  2. Versicherungen gegen Bettwanzen in Privatwohnungen
  3. Versicherungen für Hotels
  4. Tipps gegen Bettwanzen
  5. Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Bettwanzen sind ein Gesundheitsrisiko und lassen sich nur mit professioneller Hilfe bekämpfen.
  • Normalerweise ist die Bekämpfung von Bettwanzen nicht in Hausrat­versicherungen inbegriffen, aber es gibt die Möglichkeit, sich dagegen zu versichern.
  • Hotels können sich durch eine Betriebs­­unterbrechungs- oder Ertragsausfall­versicherung absichern.

Warum ist Bettwanzenbefall so ein großes Problem?

Bettwanzen können z.B. über Reisegepäck oder gebrauchte Möbel in eine Wohnung gelangen. Dort angekommen, vermehren und verbreiten sie sich schnell. Hinzu kommt noch, dass sie sehr widerstandsfähig sind: Bettwanzen kommen lange ohne Nahrung aus und haben eine hohe Toleranz für hohe und niedrige Temperaturen. Da es sich um Blutsauger handelt, lassen sie die Zimmerbewohner mit Stichen zurück, die zunächst kaum auffallen, aber Tage später stark zu jucken beginnen und gerötete Quaddeln verursachen. Neben dem lästigen Juckreiz drohen entzündete Haut und sogar allergische Reaktionen. Sie können auch Krankheiten übertragen. Hinzu kommen Dreck und Schäden am Mobiliar.

Bekämpfung aufwendig und teuer

Ist eine Wohnung oder ein Zimmer erstmal von Bettwanzen befallen, müssen diese aufwendig und idealerweise professionell von diesen befreit werden. Das beinhaltet auch das Auseinandernehmen und Reinigen von Betten und Schränken, den Einsatz von Chemikalien und das Abdichten von Fugen. Falls dies mehrere Stunden in Anspruch nimmt, können hohe Kosten zusammenkommen, beträgt der Stundenlohn eines Kammerjägers doch 100-200 Euro. Sie selbstständig zu bekämpfen, funktioniert in der Regel nicht besonders gut, und die dafür notwendigen giftigen Chemikalien können bei Kindern und Haustieren heftige Reaktionen hervorrufen.

Achtung: Unseriöse Kammerjäger

Bettwanzenbefall ist eine sehr unangenehme Erfahrung, der Betroffene so schnell wie möglich entkommen wollen. Dennoch sollten Sie beim Beauftragen einer Schädlingsbekämpfungsfirma die Augen offen halten und nicht das erstbeste Angebot nehmen. Denn viele Anbieter, die schlechte Arbeit zu überhöhten Preisen leisten, nutzen die Panik Betroffener aus. Informieren Sie sich lieber sorgfältig und beauftragen Sie eine seriöse Firma.

Bettwanzen in Privatwohnungen

Einige Haus- und Wohnungs­schutzbriefe, die in Ergänzung zur Hausrat­versicherung erworben werden können, beinhalten eine Absicherung gegen Schädlingsbefall und übernehmen z.B. bis zu einer bestimmten Höhe die Kosten für Kammerjäger, die sachgemäße Umsiedlung von Bienennestern oder ähnliches. Bei vielen Versicherungen wird im Falle eines Schädlingsbefalls eine bestimmte Summe pro Einsatz gezahlt, z.B. 500 Euro, und es gibt eine jährliche Obergrenze. Andere Schutzbriefe wiederum beinhalten das Versprechen, dass sich die Versicherung komplett um die Beauftragung und Bezahlung einer Schädlingsbekämpfungsfirma kümmert. Für den Versicherungs­schutz gilt die Bedingung, dass der Schädlingsbefall nicht bereits vor Abschluss der Versicherung sichtbar war.

Leider umfasst die Definition von Schädlingen oft nur die folgenden Tiere:

  • Kakerlaken
  • Ratten
  • Mäuse
  • Motten
  • Ameisen
  • Silberfische

Eine Nachfrage bei der Allianz hat jedoch ergeben, dass deren Haus- und Wohnungs­schutzbrief – ein Baustein zu ihrer Hausrat- und Wohngebäude­versicherung – Unterstützung bei Bettwanzenbefall abdeckt, obwohl diese nicht in den Bedingungen genannt werden. Versicherten wird der Preis der Schädlingsbekämpfung bis zu einer Höhe von 500 Euro erstattet. Unter Umständen lohnt es sich also, direkt bei einer Versicherung nachzufragen.

Falls Sie auf der Suche nach einer Hausrat­versicherung sind, benutzen Sie gerne unseren kostenlosen Tarifrechner, um verschiedene für Sie passende Angebote zu vergleichen. Dort finden Sie u.a. den eben erwähnten Tarif der Allianz.

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Zahlt die Gebäude­versicherung?

Falls die Bekämpfung der Bettwanzen in die Verantwortung des Vermieters fällt, könnte sie von der Wohngebäude­versicherung abgedeckt sein – allerdings schließen auch hier viele Tarife entweder die Erstattung von Schäden durch Tiere und Ungeziefer entweder kategorisch aus oder haben Listen von Schädlingen, auf deren Schäden ihre Leistungen beschränkt sind. Eventuell muss ein Versicherungsbaustein, der vor (einigen Arten von) Ungeziefer schützt, zum Preis einer höheren Prämie hinzugefügt werden.

Sind Bettwanzen meldepflichtig?

Anders als in amerikanischen Großstädten und Teilen Österreichs und der Schweiz müssen Bettwanzen in Deutschland nicht den Behörden gemeldet werden.

Pflichten von Mietern und Vermietern

Vermieter sind verpflichtet, Mietern die Wohnung ohne unzumutbaren Schädlingsbefall zu überlassen. Falls Mietern hartnäckiger Ungezieferbefall verschwiegen wird, von dem der Vermieter bei Vertragsabschluss weiß, hat letzterer gegen seine Pflichten verstoßen.

Mieter dagegen sind verpflichtet, die Wohnung achtsam zu behandeln und nach Möglichkeit Schädlingsbefall zu verhindern. Tritt dieser dennoch ein, müssen sie den Vermieter informieren, der dann Maßnahmen ergreift. Sie können keinen Aufwandsersatz für selbst ergriffene Maßnahmen verlangen.

Wer bezahlt die Schädlingsbekämpfung?

Da Bettwanzen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen, kann ihre Präsenz eine Wohnung sogar vorübergehend unbenutzbar machen. Es ist daher wichtig, den Vermieter schnellstmöglich zu informieren – auch, weil den Mietern aus einer verzögerten Meldung entstehende Kosten in Rechnung gestellt werden können. Bezahlt wird der Kammerjäger, falls keine Versicherung vorliegt und keine Verantwortung des Vermieters für den Befall nachgewiesen werden kann, vom Mieter.

Versicherung gegen ungenannte Gefahren

Die “unbenannten Gefahren”, gegen welche manche Versicherungstarife die Versicherungsnehmer absichern, schließen alle durch unvorhergesehene, äußere Umstände verursachten Schäden ein, die nicht explizit ausgeschlossen wurden. Lesen Sie die Liste aufmerksam durch, um herauszufinden, ob Ihre Versicherung Sie bei Bettwanzenbefall unterstützt. Im Zweifelsfall können Sie auch hier direkt bei Ihrem Versicherer nachfragen.

Bettwanzen in Hotels

Durch Bettwanzenbefall entstehen Hotels die folgenden Kosten:

  • Kosten der Bekämpfung
  • Entgangener Umsatz durch vorübergehend unbewohnbare Zimmer
  • Reparatur und Ersatz durch Bettwanzen oder Bettwanzenbekämpfung beschädigter Einrichtung
  • Schadenersatzforderungen durch Hotelgäste
  • Imageschäden

Diese hohen Kosten und gravierenden Einschränkungen des Betriebs – manchmal müssen ganze Flure renoviert werden und stehen tage- oder wochenlang nicht zur Verfügung – sind natürlich eine große Belastung für Betriebe, die dementsprechend nach Versicherungen für diese Situationen suchen.

Versicherungen gegen Bettwanzenbefall

Leider haben Hoteliers wie Besitzer von Wohngebäuden oft das Problem, dass ihre Gebäude­versicherung keinen Schutz vor Bettwanzenbefall miteinschließt. Die oben genannten Kosten könnten jedoch zum Teil durch eine Betriebs­­unterbrechungs– oder Ertragsausfall­versicherung gedeckt werden. Diese trägt die fortlaufenden Kosten, z.B. Mieten, Zinsen und Personalkosten, und ersetzt Gewinne, die ohne die Betriebs­unterbrechung erzielt worden wären.

Die Kosten einer solchen Versicherung werden individuell berechnet. Faktoren hierfür sind die Haftzeit, die Größe des Betriebs und die Gefahren, gegen welche dieser sich absichern lassen möchte. Nutzen Sie für eine Angebotserstellung unseren kostenfreien Tarifrechner.

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Geschäftsinhalts­versicherung

Eine Geschäftsinhalts­versicherung, die Schäden durch Ungeziefer und spezifisch Bettwanzen nicht ausschließt, kann eine wertvolle Ergänzung für eine Ertragsausfall­versicherung sein und z.B. zerstörtes Mobiliar ersetzen.

Versicherungen gegen Bettwanzen in der Schweiz

In der Schweiz werden Hygiene­versicherungen für Hotel- und Gastronomiebetriebe angeboten. Diese zahlen für Schäden durch Krankheits­erreger und Ungeziefer. Hier sind Bettwanzen explizit eingeschlossen.

Außerdem bietet die Allianz Suisse einen Wohnungs­schutzbrief an, der die Rückerstattung von Kosten für Schädlingsbekämpfung beinhaltet, auch wenn diese gedeckelt sind. Hier sind auch Bettwanzen mit inbegriffen.

Tipps gegen Bettwanzen

Wahrscheinlich war Ihnen schon vor der Lektüre des Artikels klar, dass Sie keine Bettwanzen in Ihrem Leben haben wollen. Wir haben ein paar entsprechende Tipps für Sie zusammengetragen. Denn auch wenn Bettwanzenbefall nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat, gibt es ein paar Verhaltensweisen, mit denen Sie ihn unwahrscheinlicher machen, frühzeitig erkennen und eindämmen können.

  • Reisen Sie mit Hartschalenkoffern und verwenden Sie gegebenenfalls spezielle Schutzsäcke mit Reißverschluss.
  • Überprüfen Sie ihre Hotelzimmer, bevor Sie ihre Sachen auspacken oder sich ins Bett legen, und geben Sie bei Bettwanzenbefall sofort an der Rezeption Bescheid.
  • Waschtemperaturen ab 43 Grad oder mehrtägiges Einfrieren töten Bettwanzen (anders als einige Chemikalien, gegen welche diese bereits Resistenzen entwickelt haben).
  • Achten Sie auf kleine dunkle Krümel (Bettwanzenkot), kleine Blutspuren auf der Bettdecke und Häutungshüllen.
  • Entfernen Sie betroffene Gegenstände aus der Wohnung.
  • Vorsicht beim Kauf gebrauchter Möbel und Textilien – waschen Sie Kleidung am besten gleich nach dem Erhalt.

Fazit

Bettwanzen sind unangenehme Mitbewohner – auch, weil es aufwendig und teuer ist, sie loszuwerden. Schauen Sie in Ihre Versicherungsunterlagen, ob Ihr Haus- und Wohnungs­schutzbrief oder Ihre Gebäude­versicherung einen Teil der Kosten für die Schädlingsbekämpfung übernimmt und beauftragen Sie ein seriöses Schädlingsbekämpfungsunternehmen. Achten Sie beim Abschließen einer Versicherung genau darauf, ob Schädlingsbefall darin eingeschlossen ist und wie dieser definiert wird. Leider ist es nicht einfach, eine Versicherung zu finden, die auch vor Bettwanzen schützt.

Hotelbetriebe hingegen können sich mit einer Betriebs­­unterbrechungs- oder Ertragsausfall­versicherung zumindest vor einem Teil der Kosten schützen, die durch Bettwanzenbefall und die notwendigen Beseitigungs­maßnahmen entstehen. Auch hier lohnt sich ein Blick in die Versicherungsunterlagen oder gegebenenfalls eine Nachfrage direkt beim Versicherer.

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