Hausrat­versicherung – Typische Schadensfälle

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von Swantje Niemann
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Das erwartet Sie hier

Was im Schadensfall zu tun ist und und welche Kosten die Hausrat­versicherung trägt.

Inhalt dieser Seite
  1. Verhalten im Schadensfall
  2. Beispiel 1: Feuerschaden
  3. Beispiel 2: Diebstahl
  4. Beispiel 3: Sturmschaden

Das Wichtige in Kürze

  • Kommt es zu einem Schadensfall, müssen Sie zuallererst Maßnahmen ergreifen, um weitere Schäden zu verhindern.
  • Informieren Sie anschließend schnell Ihre Hausrat­versicherung.
  • Bei grober Fahrlässigkeit sind je nach Tarif Leistungs­kürzungen möglich.

Wie verhalte ich mich im Schadensfall?

Geht vom Schaden noch eine Gefahr aus, müssen Sie den selbstverständlich erst einmal unter Kontrolle bringen. Feuer müssen gelöscht, Lecks provisorisch gestopft werden. Einbrecher sollten entweder dingfest gemacht oder verjagt worden sein. Dann können Sie, sobald sich die Situation beruhigt hat, Ihrer Hausrat­versicherung den Schadensfall melden.

Machen Sie auch mehrere Fotos vom Schaden, um dessen Ausmaß genau zu dokumentieren. Schließlich wird bei kleineren Summen kein Gutachter zu Ihnen entsandt. Dann reichen Sie die gemachten Aufnahmen zusammen mit dem ausgefüllten Schadensformular bei ihrem Versicherer ein. Geht es um große Summen, wird ein Vertreter Ihrer Hausrat­versicherung gemeinsam mit Ihnen vor Ort den Schaden begutachten und festhalten.

Lassen Sie sich nicht zu viel Zeit mit der Meldung Ihres Schadens! Je früher Sie Ihre Hausrat­versicherung informieren, desto besser. Einige Versicherer geben Ihnen maximal 1 Woche Zeit.

Beispiel 1: Feuerschaden in der Wohnung

Familie Schröder hat ein Kind und wohnt in einer 75 qm großen Wohnung. Die Versicherungs­summe der Hausrat­versicherung beträgt 48.750 €. Durch einen Kurzschluss am Fernsehgerät entsteht ein Feuer. Der Brand kann gelöscht werden, ohne dass weitere Schäden entstehen. Die Schadenshöhe beträgt 800 Euro. Leistungen bei Feuerschäden sind im Tarif integriert.

Feuerschaden ohne private Hausrat­versicherung

Wenn die Familie keine Hausrat­versicherung besitzt, muss der Fernseher selbst ersetzt werden, außerdem müssen alle Schäden, die durch das Feuer am Hausrat entstehen, beseitigt und ersetzt werden.

Feuerschaden mit Hausrat­versicherung

Mit der Hausrat­versicherung muss Familie Schröder nichts für den entstandenen Schaden zahlen, wenn der Schaden am Kabel nicht vorher schon sichtbar war. Die Versicherung übernimmt sowohl die Kosten für den zerstörten Fernseher als auch die Kosten für alle anderen Schäden, beispielsweise auch jene, die durch den Löscheinsatz entstanden sind. Wertgegenstände, wie etwa teuren Uhren, werden hingegen nur bis 20 Prozent des Werts versichert.

Keine Zahlung bei grober Fahrlässigkeit

Wenn der Versicherungs­nehmer den Brand durch eine vorsätzliche Handlung selbst verursacht hat, übernimmt die Versicherung nicht die Kosten für den entstandenen Schaden. Viele Versicherungen schließen zwar mittlerweile grobe Fahrlässigkeit ein, wenn der Brand allerdings vorsätzlich verursacht wurde, zahlt die Versicherung nichts. Der Versicherer entscheidet letztendlich „je nach Schwere des Verschuldens“. In älteren Versicherungs­verträgen kann es allerdings der Fall sein, dass grobe Fahrlässigkeit noch nicht enthalten ist.

Expertinnen-Tipp:

„Auf jeden Fall sollte darauf geachtet werden, dass die Hausrat­versicherung auch bei grober Fahrlässigkeit leistet. Viele Schäden fallen in diese Kategorie und ohne Aufnahme in den Versicherungs­schutz bleibt man auf den Kosten sitzen.“

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Katharina Krech
Beraterin

Beispiel 2: Diebstahl

Während Familie Schröder im Urlaub ist, wird in der Wohnung der Familie eingebrochen. Die Schadenhöhe beläuft sich auf 4.000 Euro (nicht Wertsachen) und 12.000 (Wertsachen).

Diebstahl ohne Hausrat­versicherung

Wenn die Familie keine Hausrat­versicherung abgeschlossen hat, muss sie die entstandenen Kosten selbst bezahlen. Auf die Familie kommt also ein Betrag von 16.000 Euro zu, nicht gerade wenig für die meisten Menschen.

Diebstahl mit Hausrat­versicherung

Die Hausrat­versicherung der Familie übernimmt bei jenem Hausrat, der nicht zu den Wertgegenständen zählt, 100 Prozent der entstandenen Kosten. Bei einer Wohnfläche von 75 m² beträgt die Deckungssumme der Hausrat­versicherung 48.750 Euro. Für die gestohlenen Wertsachen bekommt man von der Hausrat­versicherung maximal 20 Prozent der Versicherungs­summe erstattet. Familie Schröder kann daher mit höchstens 9.750 Euro rechnen.

Beispiel 3: Sturmschaden

Familie Schröder verlässt die Wohnung und vergisst das Fenster zu schließen. Ein unerwarteter Sturm kommt auf und durch eine zerstörte Vase entsteht ein Sachschaden in Höhe von 200 Euro.

Sturmschaden ohne Hausrat­versicherung

Der Betrag von 200 Euro muss komplett von Familie Schröder bezahlt werden.

Sturmschaden mit Hausrat­versicherung

In der Regel übernimmt die Hausrat­versicherung zwar die kompletten Kosten, wenn etwas durch Sturm beschädigt wurde, in diesem Fall kürzt die Versicherung allerdings die Leistung, da die Familie grob fahrlässig gehandelt hat. Beim Verlassen der Wohnung das Fenster offen zu lassen, wird von Versicherungen als grob fahrlässig bewertet. Deshalb ist es empfehlenswert, eine Hausrat­versicherung abzuschließen, bei der grobe Fahrlässigkeit uneingeschränkt mitversichert ist. Der Vorteil für den Kunden ist, dass der Versicherer dem Kunden nicht die Leistung kürzt, wenn dieser durch Unachtsamkeit einen Schaden hervorruft.

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