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Vorsorgevollmacht

Die Vorsorgevollmacht ist ein Instrument, das dazu dient, die eigene Zukunft auch dann noch selbst gestalten zu können, wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist Entscheidungen zu treffen, zum Beispiel aufgrund eines Unfalls oder einer schwerwiegenden Erkrankung. Mittels der Vollmacht macht der Vollmachtgeber eine von ihm bestimmte Vertrauensperson zum Vertreter seines Willens, im Falle einer Entscheidungsunfähigkeit.
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Wer sollte eine Vorsorgevollmacht ausstellen?

Grundsätzlich ist die Vorsorgevollmacht für jede volljährige Person von Bedeutung. Eine Notsituation tritt oftmals schneller ein, als man denkt und das auch in jüngeren Jahren. Bei der Ausstellung der Vollmacht muss der Vollmachtgeber in einem geschäftsfähigen Zustand sein, daher ist es empfehlenswert, sich rechtzeitig mit der Thematik zu befassen. Trotzdem liegt das Durchschnittsalter bislang bei über 65 Jahren und ist damit deutlich zu hoch. Minderjährige werden grundsätzlich von ihren Sorgeberechtigten, zumeist den Eltern, vertreten und benötigen daher keine Vollmacht.

Wie erstelle ich eine Vollmacht?

Im Internet findet man verschiedene Vollmachtsformulare, die als Vordruck genutzt werden können. Da eine Vorsorgevollmacht jedoch eine persönliche und individuelle Angelegenheit ist, sollte sie vom Vollmachtgeber frei gestaltet werden. Ein vorgefertigtes Formular kann dennoch den Anreiz für die eigenen Überlegungen geben. Bevor eine Vollmacht erstellt wird, sollte sich der Vollmachtgeber intensiv mit der Thematik befassen und ein ausführliches Gespräch mit der von ihm festgelegten Vertrauensperson führen.

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Warum ist eine Vorsorgevollmacht so wichtig?

Für den Fall, dass man selbst nicht mehr für seinen Willen einstehen kann, ist die Vorsorgevollmacht die beste Möglichkeit, damit die persönlichen Wünsche dennoch berücksichtigt werden. Wurde keine Vollmacht ausgestellt, so wird für die erkrankte oder verletzte Person ein Betreuer vom Betreuungsgericht festgelegt. Die Entscheidungsmacht liegt dann dementsprechend in fremden Händen.

Auch Angehörige benötigen Vollmacht
Viele glauben, dass die gesetzliche Vertretungsmacht im Fall einer Einwilligungsunfähigkeit grundsätzlich bei nahestehenden Angehörigen liegt. Dies ist jedoch ein Trugschluss, denn weder Ehegatten, noch Kinder oder Verwandte dürfen wirksam Entscheidungen treffen, wenn keine rechtsgeschäftliche Vollmacht vorliegt.

Was beinhaltet die Vorsorgevollmacht?

Eine Vorsorgevollmacht kann sich auf alle rechtlich relevanten Handlungen beziehen, bei denen eine Stellvertretung zulässig ist. Dementsprechend kann die Vollmacht von dem Vollmachtgeber frei gestaltet werden und sollte die Bereiche beinhalten, die individuell wichtig sind. Dazu können zum Beispiel Vermögensangelegenheiten, die Aufenthaltsbestimmung und die Gesundheitsfürsorge gehören. Wichtig ist, dass für jeden Teilbereich eindeutig formulierte Aussagen getroffen werden, wozu der Bevollmächtigte tatsächlich berechtigt ist. Es besteht auch die Möglichkeit für die verschiedenen Gebiete unterschiedliche Vertrauenspersonen zu bevollmächtigen.

Diese Bereiche sollte eine Vorsorgevollmacht umfassen

Wiederbelebung: Der Patient sollte festhalten, ob bei ihm generell lebenserhaltende Maßnahmen durchgeführt werden sollen bzw. ob nur in bestimmten Situationen diese Maßnahmen ergriffen werden sollen.

Lebenserhaltende Maßnahmen: Wenn der Patient bestimmte Einschränkungen bei lebenserhaltenden Maßnahmen wünscht, wie zum Beispiel bei Hirntod, dann sollte dies ebenfalls in der Vorsorgevollmacht festgehalten werden. Auch wird an dieser Stelle vermerkt, ob Organtransplantationen durchgeführt werden sollen, wenn dies eine lebensrettende Maßnahme darstellt.

Künstliche Beatmung: Der Patient hat die Möglichkeit zu entscheiden, ob eine künstliche Beatmung durchgeführt werden soll bzw. zu welchem Zeitpunkt sie beendet werden kann.

Künstliche Ernährung, künstliche Flüssigkeitszufuhr: Sollen künstliche Ernährung sowie Flüssigkeitszufuhr bereitgestellt werden? Wenn ja, mit Beschränkungen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt?

Schmerzbehandlung: Sollen Schmerzmittel verabreicht werden, auch wenn dies die Lebenszeit verkürzt?

Keine Generalvollmacht möglich
Es ist wichtig zu wissen, dass eine sogenannte Generalvollmacht unzulässig ist. Bei einer gefährlichen Heilbehandlung oder aber der Freiheitsentziehung ist in jedem Fall die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts erforderlich. Dies gilt auch dann, wenn eine Vollmacht vorliegt.

Welche formalen Anforderungen muss die Vollmacht erfüllen?

Aus Gründen der Klarheit sowie der Beweiskraft ist eine schriftliche Abfassung der Vorsorgevollmacht erforderlich. Verbraucherschützer raten in zwei Schritten vorzugehen. Zunächst sollte der Vollmachtgeber eine Vollmacht ausstellen, die nach außen und somit gegenüber Dritten sofort wirksam ist, damit der Bevollmächtigte im Notfall tatsächlich handeln kann. Anschließend wird das sogenannte Innenverhältnis, zwischen dem Vollmachtgeber und seiner Vertrauensperson, geregelt. An dieser Stelle wird konkret festgelegt unter welchen Umständen der Bevollmächtigte entscheiden darf.

Ideale Form durch notarielle Beurkundung
Idealer Weise sollte eine ausgestellte Vorsorgevollmacht notariell beurkundet werden, auch wenn dies nicht zwingend gefordert wird. Der Grund ist, dass eine beurkundete Vollmacht überall anerkannt wird, da sie als besonders rechtssicher gilt. Für bestimmte Angelegenheiten schreibt der Gesetzgeber die Beglaubigung durch einen Notar sogar vor, beispielsweise wenn es um Immobilienangelegenheiten geht.

Wer kann bevollmächtigt werden?

Grundsätzlich kann jede volljährige Person als Bevollmächtigter festgelegt werden. Grundvoraussetzung ist die Geschäftsfähigkeit. Eine Vorsorgevollmacht sollte aufgrund ihrer hohen Bedeutung niemals leichtfertig ausgestellt werden und setzt das uneingeschränkte und unbedingte Vertrauen zum Bevollmächtigten voraus.

Was kostet eine Vorsorgevollmacht?

Wer eine Vorsorgevollmacht selbst verfasst, muss natürlich nichts bezahlen. Allerdings wird eine notarielle Vorsorgevollmacht überall anerkannt, da sie rechtssicher ist. Die Kosten einer Vorsorgevollmacht variieren je nachdem, wie hoch der Wert des Vermögens des Verfassers ist. Der Geschäftswelt darf maximal die Hälfte des Vermögens betragen.

Wichtige Tipps zur Vorsorgevollmacht

  • Jede Vollmacht sollte frühzeitig erstellt werden, solange die ausstellende Person noch Geschäftsfähig ist. Denn bei Personen, die beispielsweise Demenz haben, kann es zu Schwierigkeiten kommen, da in diesem fall die Entscheidungsfähigkeit angezweifelt werden kann.
  • Wer die Vorsorgevollmacht notariell beglaubigen lässt, ist auf der sicheren Seite. Denn dann kann die Vollmacht weder verloren noch von unbefugten Dritten verändert werden.
  • Um die Aktualität der Vorsorgevollmacht zu garantieren, sollte möglichst die Unterschrift unter dem Dokument alle zwei Jahre erneuert werden. So kann gezeigt werden, dass die Wünsche noch die aktuelle Einstellung des Verfassers widerspiegeln und können nicht angezweifelt werden.
  • Ungenaue Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden. Nur wer sich klar uns un missverständlich ausdrückt kann davon ausgehen, dass genau nach seinen Vorstellungen gehandelt wird.
Dieser Artikel wurde zuletzt am 22.04.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Lätitia Miltz
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