Berufs­unfähigkeits­versicherung für Raucher: Was kostet sie mehr?

Von Maureen Menger
Fachlich geprüft durch Patrick Knittel
Zuletzt aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Berufs­unfähigkeits­versicherung für Raucher kostet je nach Versicherer zwischen null und rund 30 Prozent mehr als für Nichtraucher, bei identischer Leistung. Bei einem Versicherer mit hohem Zuschlag summieren sich die Mehrkosten über die Laufzeit auf 6.000 bis 17.000 Euro, je nach Beruf und Eintrittsalter.
  • Als Raucher gilt bei fast allen Versicherern, wer in den letzten zwölf Monaten vor dem Antrag geraucht, gedampft oder Shisha geraucht hat, auch nur gelegentlich.
  • Nachweisen kann der Versicherer das Rauchen im Leistungsfall über Arztberichte und Patientenakten, ein Nikotintest beim Antrag ist in der BU nicht üblich.
  • Ein Rauchstopp nach Vertragsabschluss senkt den Beitrag nur, wenn Ihr Vertrag eine Umstellung auf den Nichtrauchertarif ausdrücklich vorsieht.
  • Wer das Rauchen bewusst verschweigt, riskiert die gesamte BU-Rente und verliert die gezahlten Beiträge. Bei einem fahrlässigen Fehler wird der Vertrag meist rückwirkend auf den Rauchertarif umgestellt.
Patrick Knittel

Der Raucherzuschlag ist selten der teuerste Posten …

Der Raucherzuschlag ist selten der größte Kostenfaktor in Ihrer Berufs­unfähigkeits­versicherung. Zwischen günstigen und teuren Tarifen liegen für denselben rauchenden Kunden oft größere Unterschiede als zwischen Raucher und Nichtraucher. Manche Versicherer verlangen kaum einen Aufschlag, andere rund 30 Prozent mehr. Dazu kommt, dass jeder Versicherer selbst festlegt, wer als Raucher gilt und ob ein späterer Rauchstopp den Beitrag senkt. Wer hier nur auf den ersten Tarif schaut, zahlt über die Laufzeit schnell mehrere tausend Euro mehr als nötig. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wo die Unterschiede liegen und wie Sie als Raucher oder Ex-Raucher einen fairen Beitrag finden.

Bekommen Raucher eine Berufs­unfähigkeits­versicherung?

Neu in 2026

Die Gothaer unterscheidet in der Berufs­unfähigkeits­versicherung seit dem 1. Juli 2026 zwischen Raucher- und Nichtrauchertarif. Damit verlangt ein weiterer großer Anbieter einen Raucherzuschlag. → Mehr dazu im Abschnitt „Wie viel mehr zahlen Raucher für die Berufs­unfähigkeits­versicherung?“

Ebenfalls seit Juli 2026 fragt die Gothaer im Antrag nach Drogenkonsum in den letzten fünf Jahren. Wer Cannabis raucht, muss dort zusätzlich die Raucherfrage mit „Ja“ beantworten. → Mehr dazu im Abschnitt „Wann gelten Sie in der Berufs­unfähigkeits­versicherung als Raucher?“

Ja. Raucher bekommen eine Berufs­unfähigkeits­versicherung, kurz BU, in aller Regel ohne Probleme. Nach unserer Beratungserfahrung ist das Rauchen allein für die Versicherer kein Ablehnungsgrund, sondern ein Tarifmerkmal. Sie landen im Rauchertarif und zahlen einen höheren Beitrag.

Eine eigene „Raucher-BU“ gibt es nicht. Es ist dieselbe Versicherung, die Ihnen eine monatliche Rente zahlt, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Wer als Raucher gilt, wie hoch der Zuschlag ist und was nach einem Rauchstopp passiert, legt jeder Versicherer selbst fest. Das Gesetz kennt den Begriff „Raucher“ nicht. Für Raucher lohnt sich der Blick ins Kleingedruckte deshalb besonders.


Gleiche Leistung, höherer Beitrag

Wer die Raucherfrage im Antrag korrekt beantwortet, ist für raucherbedingte Krankheiten genauso versichert wie jeder Nichtraucher. Wir haben dafür Bedingungen geprüft, unter anderem von Dialog, CosmosDirekt und Volkswohl Bund. Darin gibt es keinen Ausschluss für Lungenkrebs, Herzinfarkt oder COPD, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Die Gothaer gibt an, dass sich Raucher- und Nichtrauchertarif nur in der Beitragshöhe unterscheiden und die Leistungen identisch sind.

Raucher sind beim Thema BU keine kleine Gruppe. Im typischen Abschlussalter zwischen 20 und 40 Jahren rauchen laut Mikrozensus 2025 zwischen 21 und 24 Prozent der Menschen in Deutschland (Quelle: Statistisches Bundesamt). Dazu kommen viele, die nur dampfen oder Shisha rauchen. Für die meisten Versicherer sind auch sie Raucher.


Warum Versicherer von Rauchern mehr verlangen

Raucher werden häufiger berufsunfähig. Der Rück­versicherer Gen Re nennt Herz-Kreislauf, Krebs und Psyche als Hauptgründe, wobei sich Krebs erst ab etwa 40 Jahren bemerkbar macht (Quelle: Gen Re). Im Vergleich zur Risikolebens­versicherung für Raucher sind die Preisunterschiede in der BU laut Gen Re aber „deutlich geringer“. Ein naheliegender Grund: Viele BU-Fälle gehen auf psychische Erkrankungen, Rückenleiden und Unfälle zurück, bei denen das Rauchen eine kleinere Rolle spielt als bei der Sterblichkeit.

Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen zusammen gut 22 Prozent aller BU-Fälle aus. Laut dem Rating 2026 von Morgen und Morgen entfallen 16,3 Prozent auf Krebs und 6,08 Prozent auf Erkrankungen von Herz und Gefäßen (Quelle: Morgen und Morgen). Häufigste Ursache sind mit 32,34 Prozent psychische Erkrankungen, und auch dort sieht Gen Re bei Rauchern ein erhöhtes Risiko. Klauseln und die passende Rentenhöhe erklären wir in unserem Ratgeber zur Berufs­unfähigkeits­versicherung.

Als Raucher die passende Berufs­unfähigkeits­versicherung finden

Wer als Raucher gilt und wie hoch der Aufschlag ausfällt, regelt jeder Versicherer anders. Unsere BU-Beratung ist von Finanztip empfohlen. Wir klären für Sie bei mehreren Versicherern, wie Sie eingestuft werden, kostenfrei und unverbindlich.

  • Anonyme Risikovoranfrage, ohne Ihren Namen zu nennen
  • Tarife mit geringem oder ohne Raucherzuschlag im Blick
  • Volle Leistung auch bei raucherbedingten Erkrankungen, wenn korrekt angegeben
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Berater

Wann gelten Sie in der Berufs­unfähigkeits­versicherung als Raucher?

Als Raucher gilt in der BU fast immer, wer in den letzten zwölf Monaten vor dem Antrag aktiv geraucht oder gedampft hat. Dasselbe gilt für Nikotin in anderer Form. Die Menge spielt keine Rolle, auch eine einzelne Zigarette auf einer Party zählt. Was genau unter „Rauchen“ fällt, entscheidet allein der Wortlaut der Raucherfrage im Antrag Ihres Versicherers.

Die Zwölf-Monats-Regel

Zwölf Monate sind in der BU der Marktstandard. Diese Frist nennen die Bedingungen von Dialog und Allianz sowie die Antragsfrage der Gothaer. Stichtag ist der Tag, an dem Sie den Antrag unterschreiben. Dieselbe Frist nennt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für die Risikolebens­versicherung. Als Nichtraucher gelte dort „in aller Regel“, wer „in den letzten zwölf Monaten keinen Tabak konsumiert hat“ (Quelle: GDV).

Neben dieser Regel kennen einige Versicherer eine zweite, günstigere Stufe für Langzeit-Nichtraucher. Die Hannoversche unterscheidet zum Beispiel Raucher, Nichtraucher ab zwölf Monaten und Nichtraucher ab zehn Jahren. Wer seit zehn Jahren nicht raucht, sollte gezielt nach dieser Stufe fragen.


Was alles als Rauchen zählt

Die Raucherfrage ist Teil der Gesundheitsfragen in der Berufs­unfähigkeits­versicherung. Sie erfasst heute weit mehr als die klassische Zigarette. Die Tabelle zeigt, wie die von uns geprüften Anträge und Bedingungen die Konsumformen einordnen. Verbindlich ist immer der Wortlaut beim Versicherer, bei dem Sie den Antrag stellen.

KonsumformZählt als Rauchen?Worauf Sie achten sollten
Zigarette, Zigarre, Zigarillo, PfeifeJa, bei allen geprüften VersicherernAuch gelegentlicher Konsum zählt
E-Zigarette mit NikotinJa, bei allen geprüften VersicherernGilt auch für Einweg-E-Zigaretten
E-Zigarette ohne NikotinJe nach VersichererDialog und Gothaer werten nikotinfreies Dampfen ausdrücklich als Rauchen
Tabakerhitzer, zum Beispiel IQOSJa, bei den meistenKein Rauch, aber Tabak und Nikotin
Shisha und E-ShishaJa, fast immerNikotinfreie Dampfsteine sind nirgends ausdrücklich geregelt, im Zweifel per Voranfrage klären
Kautabak, SnusJa, bei vielenFällt unter „Nikotin in sonstiger Form“
Nikotinpflaster, NikotinkaugummiJe nach VersichererKann die Zwölf-Monats-Frist nach einem Rauchstopp verlängern
Cannabis, gerauchtJe nach VersichererZusätzlich gibt es oft eine eigene Drogenfrage
PassivrauchenNeinAlle geprüften Definitionen verlangen aktives Rauchen
Grundlage: Antragsfragen und Bedingungen von Dialog, Gothaer, Allianz, Hannoversche und ERGO sowie Raucherdefinitionen von Zurich und InterRisk aus der Risikolebens­versicherung, Stand 2021 bis 2026.

Gelegenheitsraucher und Partyraucher

Wer nur gelegentlich raucht, ist für den Versicherer trotzdem Raucher. Eine Ausnahme für „nur auf Partys“ oder „nur im Urlaub“ gibt es in keiner der geprüften Definitionen. Bei der Gothaer gilt als Raucher, wer aktuell oder in den letzten zwölf Monaten auch nur einmal geraucht hat. Wer sich selbst eigentlich als Nichtraucher sieht, kreuzt hier am häufigsten falsch an.


E-Zigarette, Tabakerhitzer und Shisha

Eine E-Zigarette mit Nikotin macht Sie bei allen geprüften Versicherern zum Raucher. Bei nikotinfreien Liquids entscheidet der Wortlaut. Die Dialog definiert als Raucher, wer „aktiv geraucht oder gedampft (nikotinhaltig oder nikotinfrei)“ hat. Fragt ein Antrag dagegen nur nach Nikotin, fallen nikotinfreie Liquids nicht darunter.

Wer nur dampft, raucht oft doch gelegentlich. Laut der Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA) rauchten 2025 68,9 Prozent der E-Zigaretten-Nutzer zusätzlich Tabak (Quelle: DEBRA-Studie). Eine einzige Zigarette in den letzten zwölf Monaten genügt, und Sie sind bei jedem Versicherer Raucher. Tabakerhitzer wie IQOS und Shisha zählen bei fast allen Versicherern ausdrücklich als Rauchen. Bei der Hannoverschen genügt schon die Verwendung einer Wasserpfeife, nach dem Wortlaut also auch ohne Nikotin.


Nikotinersatz, Snus und Cannabis

Auch Nikotin ohne Rauch kann zählen. Zurich nennt Nikotinpflaster und Nikotinkaugummi ausdrücklich, die Dialog führt eine eigene Kategorie „Nikotinkonsument“, und die Gothaer nennt Kautabak und Snus. Für Ex-Raucher heißt das: Bei diesen Versicherern kann die Zwölf-Monats-Frist erst mit dem letzten Pflaster beginnen, nicht mit der letzten Zigarette.

Cannabis berührt zwei getrennte Fragen: die Raucherfrage und die Drogenfrage. Die Gothaer verlangt seit Juli 2026, dass gerauchtes Cannabis bei der Raucherfrage mit „Ja“ angegeben wird. Zusätzlich fragt sie nach Drogen in den letzten fünf Jahren. Signal Iduna zählt reinen Cannabiskonsum ohne Tabak dagegen nicht als Rauchen, erfasst ihn aber über die Gesundheitsfragen.

Die Legalisierung durch das Konsumcannabisgesetz (KCanG) ändert nichts an Ihrer Anzeigepflicht, also der Pflicht, die Fragen im Antrag wahrheitsgemäß zu beantworten (Quelle: KCanG). Ein Joint mit Tabak fällt außerdem bei allen Versicherern unter die Raucherfrage.


Passivrauchen und die Absicht, Nichtraucher zu bleiben

Wer nur passiv mitraucht, etwa in der Gastronomie oder mit einem rauchenden Partner, ist kein Raucher im Sinne des Antrags und antwortet mit „Nein“. Einige Versicherer, darunter Allianz und Hannoversche, verlangen zusätzlich eine Erklärung für die Zukunft: Nichtraucher ist dort nur, wer auch „beabsichtigt, in Zukunft nicht zu rauchen“. Kreuzen Sie das nur an, wenn es beim Antrag tatsächlich so ist.

Experten-Tipp:
„Nur auf Partys“ ist keine Antwort auf die Raucherfrage

„Shisha am Wochenende, nikotinfreie Liquids, ab und zu ein Joint: Wer sich selbst als Nichtraucher sieht, ist es für den Versicherer oft nicht. Besonders die Cannabis-Frage wird nach meiner Erfahrung häufig verschwiegen, obwohl die Legalisierung an der Anzeigepflicht nichts ändert. Mein Grundsatz: im Antrag nicht verharmlosen. Klären Sie Grenzfälle per anonymer Risikovoranfrage, bevor Sie unterschreiben.“

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Wie viel mehr zahlen Raucher für die Berufs­unfähigkeits­versicherung?

Wie viel mehr Raucher für die Berufs­unfähigkeits­versicherung zahlen, hängt stark vom Versicherer ab. Laut einer Auswertung des Rück­versicherers Gen Re reichten die Raucherzuschläge 2023 von Werten im kleinen einstelligen Prozentbereich bis über 20 Prozent (Quelle: Gen Re). Manche Versicherer verlangen gar keinen Zuschlag, weil sie Raucher und Nichtraucher gemeinsam kalkulieren.

Tarife ohne Raucherzuschlag werden allerdings seltener. Derselben Auswertung zufolge unterschieden 2023 rund drei Viertel der BU-Anbieter nach dem Raucherstatus. Seitdem sind weitere dazugekommen, zum Beispiel die Gothaer mit einem eigenen Raucher- und Nichtrauchertarif seit dem 1. Juli 2026. Laut dem Marktblick 2025 von Morgen und Morgen fließt das Rauchverhalten insgesamt stärker in die Kalkulation ein (Quelle: Morgen und Morgen).


Was Raucher 2026 in Euro zahlen

Das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) hat 2026 für mehrere rauchende Modellkunden die Beiträge von bis zu 24 Versicherern verglichen (Quelle: DFSI). Die Tabelle zeigt die monatlichen Zahlbeiträge für vier dieser Profile, vom günstigsten bis zum teuersten Tarif.

Raucher-ModellkundeEintrittsalter / Endalter / BU-RenteGünstigster TarifMittelwert (Median)Teuerster Tarif
Auszubildende Bankkauffrau, 100 % Büro20 / 67 / 650 €22,26 €30,01 €45,00 €
Programmierer, 70 % Büro32 / 67 / 2.200 €67,77 €93,92 €143,08 €
Allgemeinmediziner, 20 % körperlich34 / 65 / 1.650 €49,21 €58,77 €109,73 €
Altenpfleger, 80 % körperlich23 / 65 / 800 €73,72 €100,47 €142,76 €
Monatliche Zahlbeiträge (netto), Versicherungsbeginn 1. Mai 2026. Median: eigene Berechnung aus den Einzelwerten der DFSI-Studie.

Für denselben rauchenden Kunden kostet der teuerste Tarif etwa das Doppelte des günstigsten. Ein günstiger Tarif mit Zuschlag kann deshalb billiger sein als ein teurer Tarif ohne Zuschlag.


Warum Ihr Beruf den Zuschlag in Euro bestimmt

Der Raucherzuschlag ist ein Prozentsatz auf den Grundbeitrag. Wer beruflich ohnehin teuer eingestuft ist, zahlt deshalb deutlich mehr Zuschlag. Das zeigt der Online-Tarifrechner der EUROPA Lebens­versicherung, abgerufen am 06.10.2026. Eine 30-jährige Bürokauffrau zahlt dort für 1.500 Euro BU-Rente als Raucherin 18,45 Euro mehr im Monat, eine Pflegefachkraft 38,30 Euro, bei fast gleichem Prozentsatz. Raucher in Handwerk und Pflege spüren den Zuschlag also besonders.


Mehrkosten über die gesamte Laufzeit

Über die gesamte Vertragslaufzeit kann der Raucherzuschlag mehrere tausend Euro ausmachen. Die Tabelle zeigt das am Beispiel des EUROPA-Tarifs E-BU. Dessen Zuschlag liegt mit 28,5 bis 30,4 Prozent am oberen Rand des Marktes. Sie bildet also ab, was Rauchen bei einem Versicherer mit hohem Zuschlag kostet, nicht den Marktdurchschnitt.

BerufEintritt mit 25Eintritt mit 35Eintritt mit 45
Bürokaufmann/-frau8.355 € (16,71 €)7.744 € (20,38 €)6.344 € (24,40 €)
Elektriker/-in10.175 € (20,35 €)9.401 € (24,74 €)7.769 € (29,88 €)
Pflegefachkraft17.240 € (34,48 €)16.150 € (42,50 €)13.294 € (51,13 €)
Mehrkosten des Rauchertarifs bis 67, in Klammern der Mehrbeitrag pro Monat. Monatsbeiträge: Online-Tarifrechner der EUROPA Lebens­versicherung AG, Tarif E-BU Komfort, 1.500 Euro BU-Rente, Endalter 67, Zahlbeitrag monatlich, abgerufen am 06.10.2026. Mehrkosten: eigene Rechnung (Mehrbeitrag mal Beitragsmonate, gerundet), ohne Dynamik, Zinsen und Inflation. Annahmen: Versicherungsbeginn 01.11.2026, Geburtstag am 15.06., Vertragsende im Monat des 67. Geburtstags. Daraus ergeben sich 500 Beitragsmonate bei Eintrittsalter 25, 440 bei 30, 380 bei 35 und 260 bei 45. Im Rechner abgelesen wurde die Laufzeit für Eintrittsalter 30, die übrigen Alter sind analog gerechnet.

Zwei Dinge fallen auf: Jüngere zahlen pro Monat weniger Zuschlag, wegen der längeren Laufzeit aber insgesamt mehr. Und eine Pflegefachkraft zahlt in Euro etwa doppelt so viel Zuschlag wie eine Bürokraft, obwohl der Prozentsatz gleich ist. Bei einem Versicherer mit niedrigerem Zuschlag fielen die Mehrkosten entsprechend geringer aus.

Die Werte sind Zahlbeiträge, also Beiträge nach Abzug der Überschussbeteiligung. Sie sind nicht garantiert: Der Versicherer darf den Zahlbeitrag bis zum höheren Bruttobeitrag anheben, in dem der Raucherzuschlag prozentual genauso steckt.


Wo Raucher weniger Zuschlag zahlen

Den Raucherzuschlag selbst können Sie nicht verhandeln, aber Sie können gezielt vergleichen. Laut Gen Re verwendet ein Teil der Anbieter in der BU nur einen „eher geringen“ Preisabstand zwischen Rauchern und Nichtrauchern. Diese Stellschrauben lohnen sich für Raucher:

  • Tarife ohne oder mit kleinem Raucherzuschlag gezielt suchen und mit der Bedingungsqualität abwägen
  • Den Gesamtbeitrag vergleichen, nicht nur den Zuschlag, weil die Spanne zwischen den Anbietern größer ist als der Zuschlag
  • Die betriebliche Absicherung prüfen, denn im Kollektivgeschäft kalkulieren manche Versicherer weiter gemischt
  • Als Langzeit-Nichtraucher nach einer Zehn-Jahres-Stufe fragen
  • Die Rente bedarfsgerecht wählen, statt sie nur wegen des Zuschlags zu senken

Bei der Gothaer bleibt es nach eigenen Angaben im Kollektivgeschäft bei der bisherigen gemischten Kalkulation. Beim Volkswohl Bund unterscheidet die Zusatz­versicherung in der Unterstützungs­kasse, einem Weg der betrieblichen Altersversorgung, „nicht zwischen Rauchern und Nichtrauchern“. Ob sich eine betriebliche Berufs­unfähigkeits­versicherung für Sie lohnt, hängt aber auch von Arbeitgeberwechsel und Steuer ab.

Welcher Tarif für Sie am günstigsten ist, hängt von Beruf, Alter, Rentenhöhe und Ihrer genauen Konsumform ab. Ein Tarif, der Gelegenheitsraucher und Dampfer gleich behandelt, kann für Sie teurer oder günstiger sein als einer mit feinerer Abstufung. Das lässt sich nur mit einem Vergleich über mehrere Versicherer für Ihre persönlichen Daten klären.

Jetzt als Raucher abschließen oder erst mit dem Rauchen aufhören?

Finanziell lohnt sich der Rauchstopp vor dem Antrag für die Berufs­unfähigkeits­versicherung deutlich. Ein Jahr älter kostet meist nur ein bis gut zwei Euro mehr im Monat, der Raucherstatus dagegen ein Vielfaches. Trotzdem ist Warten ein Risiko, weil Sie bis zum Antrag ohne Schutz sind. Fehlen nur noch wenige Wochen bis zu zwölf rauchfreien Monaten, spricht viel fürs Warten, sonst meist für den sofortigen Abschluss.

Die Rechnung: Raucher ab 25 oder Nichtraucher ab 26

Angenommen, Sie sind 25 und rauchen. Variante A: Sie schließen sofort als Raucher ab und bleiben bis 67 im Rauchertarif. Variante B: Sie hören auf und schließen nach zwölf Monaten mit 26 als Nichtraucher ab. Die Tabelle vergleicht beide beim EUROPA-Tarif mit 1.500 Euro Rente über denselben Zeitraum, die 488 Monate, in denen beide Verträge laufen.

BerufA: Raucher ab 25B: Nichtraucher ab 26Vorteil von B über 488 Monate
Bürojob74,73 € pro Monat59,08 € pro Monat7.637 €
Elektriker91,08 € pro Monat71,98 € pro Monat9.321 €
Pflege155,52 € pro Monat123,26 € pro Monat15.743 €
Monatsbeiträge: Online-Tarifrechner der EUROPA Lebens­versicherung AG, Tarif E-BU Komfort, Endalter 67, abgerufen am 06.10.2026. Vorteil: eigene Rechnung, Differenz der Monatsbeiträge mal 488 Beitragsmonate, gerundet. Annahmen: Beginn von Variante A am 01.11.2026 (500 Beitragsmonate), von Variante B am 01.11.2027, Geburtstag am 15.06., Vertragsende im Monat des 67. Geburtstags. Der Zuschlag dieses Versicherers liegt mit rund 30 Prozent am oberen Marktrand.

In den zwölf Monaten vor dem Start von Variante B zahlt nur Variante A Beitrag, je nach Beruf rund 900 bis 1.900 Euro. Dafür sind Sie in dieser Zeit versichert, mit Variante B nicht. Das zusätzliche Lebensjahr verteuert Variante B nur um 1,06 bis 2,22 Euro im Monat. Teurer als das Warten ist also der Raucherstatus.

Diese Rechnung geht nur auf, wenn der Rauchstopp dauerhaft gelingt und sich Ihre Gesundheit in den zwölf Monaten nicht verschlechtert. Verlangt Ihr Versicherer einen geringeren Zuschlag, schrumpft der Vorteil von Variante B entsprechend.


Warum Warten trotzdem riskant ist

In den zwölf Monaten Wartezeit haben Sie keinen BU-Schutz. Werden Sie in dieser Zeit krank, müssen Sie die neue Diagnose im Antrag angeben, und aus einem Raucherzuschlag kann ein Ausschluss oder eine Ablehnung werden. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät deshalb ausdrücklich von taktischem Abwarten ab: Ein Abschluss „nach Ablauf einer taktischen Wartezeit“ könne „dann zu spät“ kommen (Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz). Dazu kommt das Risiko eines Rückfalls: Eine einzige Zigarette in der Wartezeit setzt die Zwölf-Monats-Frist bei den meisten Versicherern neu in Gang.


Der Mittelweg: jetzt absichern, später profitieren

Sie müssen sich nicht zwischen Schutz und günstigem Beitrag entscheiden. Schließen Sie jetzt als Raucher ab und wählen Sie gezielt einen Tarif, der zu Ihrem Plan passt. Das ist entweder einer mit geringem Raucherzuschlag oder einer mit Umstellungsklausel, die Sie nach einem Rauchstopp in den Nichtrauchertarif wechseln lässt. Nach unserer Auswertung der Versicherungs­bedingungen sind solche Klauseln in der BU allerdings selten und an strenge Alters- und Fristgrenzen gebunden.

Eine zweite Möglichkeit ist der spätere Neuabschluss als Nichtraucher. Sie sind dann von Anfang an geschützt und wechseln, wenn Sie zwölf Monate rauchfrei sind. Dafür beantworten Sie die Gesundheitsfragen neu, sind älter, und die Fristen für einen Rücktritt des Versicherers beginnen von vorn.


Unsere Faustregeln für die Entscheidung

Nach unserer Beratungserfahrung helfen bei der Entscheidung zwischen sofortigem Abschluss und Warten fünf Faustregeln:

  • Sind Sie schon zwölf Monate rauchfrei, beantragen Sie zeitnah als Nichtraucher, bevor neue Diagnosen dazukommen.
  • Fehlen nur noch wenige Wochen bis zu zwölf rauchfreien Monaten und sind Sie gesund, warten Sie und unterschreiben direkt nach Fristablauf.
  • Fehlen noch viele Monate, haben Sie Beschwerden, arbeiten Sie körperlich oder steht ein Berufsstart an, sichern Sie sich jetzt ab.
  • Ziehen Sie den Nichtraucherstatus nie vor: Wer nach elf Monaten „Nichtraucher“ ankreuzt, macht eine falsche Angabe.
  • Haben Sie mit Nikotinpflaster, Kaugummi oder E-Zigarette entwöhnt, zählen Sie die zwölf Monate ab dem letzten Nikotinkontakt.

Beispiel: Pflegefachfrau, 35, seit 14 Monaten rauchfrei

Eine 35-jährige Pflegefachfrau, die seit 14 Monaten nicht raucht, zahlt beim EUROPA-Tarif als Nichtraucherin 144,77 Euro statt 187,27 Euro, also 42,50 Euro weniger im Monat. Vorher prüft sie, ob sie in den letzten zwölf Monaten Nikotinpflaster oder eine E-Zigarette genutzt hat. Ein Raucher-Vermerk in ihrer Patientenakte aus der Zeit davor steht der Nichtraucherangabe nicht entgegen. Die Raucherfrage betrifft meist nur die zwölf Monate vor der Unterschrift.

Das Beispiel ist ein Rechenbeispiel auf Basis des EUROPA-Tarifrechners und kein Kundenfall. Mehr zu den Beiträgen in diesem Beruf steht in unserem Ratgeber zur Berufs­unfähigkeits­versicherung für Pflegekräfte.

Experten-Tipp:
„Erst aufhören, dann abschließen“ ist oft der riskantere Rat

„Der Rat, erst zwölf Monate rauchfrei zu werden, klingt rechnerisch klug. Doch eine neue Diagnose in der Wartezeit wiegt schwerer als jeder Raucherzuschlag: Bei meinen Voranfragen mit Vor­erkrankungen endet rund die Hälfte mit Zuschlag oder Ausschluss. Mein Rat: Lassen Sie per anonymer Voranfrage klären, was Sie heute bekommen. Mit diesem Ergebnis entscheiden Sie über das Warten auf Basis echter Zahlen statt einer Schätzung.“

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Abschließen oder warten: Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung durchgerechnet

Ob Sie sofort als Raucher abschließen, noch kurz warten oder schon als Nichtraucher beantragen, hängt von Beruf, Alter und Ihrem letzten Nikotinkontakt ab. Finanztip empfiehlt unsere Beratung zur Berufs­unfähigkeits­versicherung. Wir rechnen Ihre Wege durch, kostenfrei und unverbindlich.

  • Raucher- und Nichtraucherbeitrag für Ihren Beruf im direkten Vergleich
  • Tarife mit geringem Zuschlag oder Umstellungsklausel im Blick
  • Anonyme Voranfrage, bevor Sie sich entscheiden
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Rauchen im Antrag angeben: Wie beantworten Sie die Raucherfrage richtig?

Rauchen müssen Sie im Antrag angeben, sobald der Versicherer danach fragt. Lesen Sie den genauen Wortlaut der Frage und beantworten Sie ihn für die letzten zwölf Monate bis zum Tag der Unterschrift. Nach § 19 Absatz 1 Versicherungs­vertrags­gesetz (VVG) müssen Sie alle Umstände anzeigen, nach denen der Versicherer in Textform fragt (Quelle: VVG § 19). Im Zweifel geben Sie an, statt wegzulassen. Bei Grenzfällen klärt eine anonyme Risikovoranfrage, wie Sie eingestuft werden.


Checkliste für die Raucherfrage

Mit diesen Schritten beantworten Sie die Raucherfrage sicher und vollständig:

  • Prüfen Sie den Zeitraum. In der BU sind es meist zwölf Monate vor der Antragsunterschrift.
  • Gleichen Sie alle genannten Produkte ab: E-Zigarette, auch nikotinfrei, Tabakerhitzer, Shisha, Snus, Kautabak, Nikotinpflaster und gerauchtes Cannabis.
  • Denken Sie daran, dass auch einmaliger oder gelegentlicher Konsum zählt.
  • Geben Sie die Menge ehrlich an, wenn danach gefragt wird.
  • Beantworten Sie eine Drogenfrage getrennt von der Raucherfrage.
  • Gleichen Sie Ihre Angaben mit Ihrer Patientenakte ab.
  • Beantworten Sie nur, was gefragt wird, aber deuten Sie die Frage nicht zu Ihren Gunsten um.

Zur Patientenakte empfiehlt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Behandlungsdaten bei der Krankenkasse oder der Kassenärztlichen Vereinigung anzufragen, damit nichts vergessen wird (Quelle: GDV). Steht dort ein Vermerk zum Rauchen, wissen Sie, was der Versicherer im Leistungsfall sehen würde. Bei der Mengenangabe fragt etwa die Hannoversche, wie viele Zigaretten oder E-Zigaretten Sie „im Schnitt täglich“ rauchen.

Schließen Eltern für ihr Kind ab, zählen nach § 156 VVG auch Wissen und Verhalten des Kindes (Quelle: VVG § 156). Raucht oder dampft der 16-Jährige heimlich, ist ein „Nein“ der Eltern trotzdem eine falsche Angabe. Beantworten Sie die Raucherfrage deshalb gemeinsam mit dem Kind.

Fragt der Versicherer nach Ihrer Unterschrift, aber vor der Annahme noch einmal nach, gilt die Anzeigepflicht auch dafür. Wer die zwölf Monate erst während der Bearbeitung erreicht, war am Tag der Unterschrift noch Raucher und braucht für den Nichtrauchertarif einen neuen Antrag.


Raucher mit Vor­erkrankungen: zwei getrennte Prüfungen

Raucherstatus und Vor­erkrankungen prüft der Versicherer jeweils für sich. Der Raucherstatus entscheidet über den Tarif, Erkrankungen wie Asthma, COPD oder Bluthochdruck über Normalannahme, Zuschlag, Ausschluss oder Ablehnung. Beides kann zusammenkommen: Laut Gothaer wirkt der Raucherstatus zusätzlich zu möglichen Zuschlägen oder Klauseln auf den Beitrag.

Die meisten Anträge gehen trotzdem glatt durch. Laut dem Marktblick 2026 von Morgen und Morgen wurden 2025 79,88 Prozent der BU-Anträge ohne Erschwernis angenommen, nur 2,75 Prozent wurden wegen Vor­erkrankungen abgelehnt (Quelle: Morgen und Morgen). Haben Sie Atemwegsbeschwerden, finden Sie Details in unserem Ratgeber zur Berufs­unfähigkeits­versicherung trotz Asthma.


Warum sich vor dem BU-Antrag eine anonyme Voranfrage lohnt

Stellen Sie einen Antrag direkt beim Versicherer und kommt der Vertrag nicht zustande, bleiben Ihre Gesundheitsdaten gespeichert. Signal Iduna etwa speichert sie laut Einwilligung „bis zum Ende des dritten Kalenderjahres nach dem Jahr der Antragstellung“ und nutzt sie für spätere Anträge. Stellen Sie bei Grenzfällen deshalb keinen Antrag auf Verdacht.

Die anonyme Risikovoranfrage vermeidet das: Ein Experte fragt bei mehreren Versicherern an, ob und zu welchen Bedingungen sie Sie versichern würden. Ihren Namen nennt er dabei nicht. Die Verbraucherzentrale empfiehlt diesen Weg, weil „Ihr Name und auch Ihre Anschrift […] nicht angegeben“ werden (Quelle: Verbraucherzentrale). Die Hannoversche speichert solche Voranfragen nach eigenen Angaben gar nicht.

Für Raucher lohnt die Voranfrage vor allem in drei Situationen. Sie hilft bei unklarer Einstufung wie Shisha, nikotinfreiem Dampfen, Snus, Cannabis oder Nikotinpflaster, bei raucherbedingten Befunden wie Bronchitis und knapp vor der Zwölf-Monats-Frist. Der Antrag ohne vorherige Voranfrage ist einer der häufigsten vermeidbaren Fehler. Ein Vergleichsrechner allein leistet diese Vorprüfung nicht.

Kann die Versicherung nachweisen, dass Sie rauchen?

Ja. In der Berufs­unfähigkeits­versicherung geschieht das in der Regel nicht durch einen Test beim Antrag, sondern im Leistungsfall: Dann prüft der Versicherer Arztberichte und Patientenakten. Ein dort dokumentierter Vermerk wie „Nikotinabusus“ oder eine Raucherberatung beim Arzt reicht als Beleg gegen eine Nichtraucherangabe, auch viele Jahre nach dem Antrag.

Beantragen Sie eine BU-Rente, darf der Versicherer nach § 31 Versicherungs­vertrags­gesetz (VVG) „jede Auskunft“ verlangen, die er für die Prüfung braucht (Quelle: VVG § 31). Dazu gehören vor allem Arztberichte und Krankenkassenunterlagen aus den Jahren vor dem Antrag. Der GDV bestätigt, wie schnell falsche Angaben auffallen: „Bei einer Leistungsprüfung kann demnach schnell offensichtlich werden, dass die Angaben bei Vertragsschluss falsch waren“ (Quelle: GDV).

Beim Antrag gilt dagegen Ihre Selbstauskunft. Ein Nikotintest bei Antragstellung ist in der BU kein Standard. Ein vertragliches Recht, den Nichtraucherstatus per Cotinintest nachzuprüfen, kennen wir nur aus der Risikolebens­versicherung, zum Beispiel bei InterRisk.


Wie lange ist Rauchen im Körper nachweisbar?

Für die BU zählt weniger, wie lange Nikotin im Körper bleibt, als das, was in Ihrer Patientenakte steht. Nikotin selbst baut der Körper schnell ab. Labore messen deshalb meist Cotinin, das wichtigste Abbauprodukt. Es hat eine Halbwertszeit von etwa 16 Stunden (Quelle: National Cancer Institute). Wie lange es nachweisbar bleibt, hängt vom Messmedium, von der Rauchmenge und vom Grenzwert des Labors ab.

Auch Passivrauch hinterlässt Cotinin. Die US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) nutzt Cotinin im Blut ausdrücklich als Marker für Passivrauch „in the previous few days“ (Quelle: EPA). An Ihrer Einstufung ändert das nichts: Passivraucher sind keine Raucher und beantworten die Raucherfrage mit „Nein“.

Im Leistungsfall prüft der Versicherer selten Ihr Blut von heute, sondern Ihre Unterlagen aus den Jahren vor dem Antrag. Wer wenige Tage vor einem Test aufhört, gewinnt deshalb nichts: Entscheidend ist die Aktenlage über Jahre.


Was in Ihrer Patientenakte steht

Ärzte notieren das Rauchen oft nebenbei, etwa bei Vorsorgeuntersuchungen, Lungenfunktionstests oder einer Bronchitis. Ein solcher Vermerk kann im Leistungsfall gegen Ihre Angabe stehen, auch Jahre nach dem Antrag.

Eine Pflicht, die eigene Krankenakte vor dem Antrag anzufordern, gibt es nach unserer Einschätzung nicht. Sie hilft aber, Diagnosen und Vermerke zeitlich richtig einzuordnen. Gerade Ex-Raucher sehen dort, ob ihr Rauchstopp beim Arzt auch dokumentiert ist. Was im Leistungsfall der Berufs­unfähigkeits­versicherung sonst geprüft wird, erklären wir separat.

Experten-Tipp:
Nicht der Nikotintest entscheidet, sondern Ihre Akte

„Der Nikotintest ist das falsche Schreckgespenst. Im Leistungsfall zählt, was Ihre Arztberichte aus den Jahren vor dem Antrag über das Rauchen sagen. Wer die Raucherfrage ehrlich beantwortet hat, kann diese Prüfung gelassen sehen. Mein Leitsatz: im Leistungsfall nicht dramatisieren, sondern die Akte für sich sprechen lassen.“

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Angaben abgleichen, dann die Berufs­unfähigkeits­versicherung beantragen

Was in Ihrer Patientenakte steht, sieht der Versicherer spätestens im Leistungsfall. Unsere Beratung zur Berufs­unfähigkeits­versicherung ist von Finanztip empfohlen. Wir gehen Ihren Konsum und Ihre Unterlagen vor dem Antrag mit Ihnen durch.

  • Raucherangabe und Patientenakte vorher abgeglichen
  • Anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern, ohne Name und Anschrift
  • Antrag erst, wenn ein Angebot passt, mit denselben Angaben wie in der Voranfrage
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Berater

Was passiert, wenn Sie das Rauchen im Antrag verschweigen?

Das hängt vom Verschulden ab. Bei einem fahrlässigen Fehler stellt der Versicherer Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung meist rückwirkend auf den Rauchertarif um. Bei Vorsatz oder Arglist droht der Verlust der gesamten BU-Rente, und die gezahlten Beiträge sind verloren.

Für Raucher ist die Lage dabei günstiger als für Menschen mit schweren Vor­erkrankungen. Bei Fahrlässigkeit darf der Versicherer nach § 19 Absatz 3 und 4 VVG nicht zurücktreten, wenn er den Vertrag auch zu anderen Bedingungen geschlossen hätte (Quelle: VVG § 19). Weil Versicherer Raucher in der Regel annehmen, nur teurer, ist die typische Folge der Raucherbeitrag.

VerschuldenTypisches BeispielFolge
Ohne VerschuldenDie Frage war unklar formuliert und für Sie nicht verständlichRaucherbeitrag ab der laufenden Versicherungsperiode, viele gute Tarife verzichten darauf
Einfache oder grobe FahrlässigkeitEine Gelegenheitsraucherin kreuzt „Nichtraucher“ an, weil sie nicht weiß, dass auch gelegentliches Rauchen zähltRückwirkende Umstellung auf den Rauchertarif, in der Regel kein Rücktritt
VorsatzJemand kreuzt „Nichtraucher“ an, obwohl er weiß, dass sein Konsum als Rauchen zähltRücktritt, Leistung nur, wenn das Rauchen für die Berufs­unfähigkeit nicht ursächlich war
ArglistBewusste Täuschung, um den Beitrag zu drückenAnfechtung, Vertrag von Anfang an nichtig, keine Leistung
Grundlage: §§ 19, 21 und 22 VVG sowie §§ 123 und 142 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Ob ein Fehler fahrlässig oder vorsätzlich war, ist immer eine Frage des Einzelfalls.

Das Fahrlässigkeits-Beispiel gilt nur, solange Sie die Regel nicht kennen. Wer weiß, dass auch die Partyzigarette oder die Shisha zählt, und trotzdem „Nichtraucher“ ankreuzt, handelt im Sinne von § 19 Absatz 3 VVG vorsätzlich.


Ohne Verschulden: Gute Tarife sehen von Konsequenzen ab

Haben Sie ohne eigenes Verschulden falsch angegeben, darf der Versicherer nur den Raucherbeitrag ab der laufenden Versicherungsperiode verlangen. Viele gute Tarife verzichten ausdrücklich darauf. Bei Morgen und Morgen ist dieser Verzicht sogar Mindestkriterium für vier oder fünf Sterne im BU-Rating (Quelle: Morgen und Morgen).


Vorsatz und Arglist: Hier steht alles auf dem Spiel

Bei Vorsatz kann der Versicherer zurücktreten. Er muss trotzdem zahlen, wenn das verschwiegene Rauchen für die Berufs­unfähigkeit nicht ursächlich war, etwa bei einem Sturz von der Leiter (Quelle: VVG § 21). Bei Arglist entfällt diese Ausnahme. Wo die Grenze zwischen beiden liegt, entscheidet im Streitfall ein Gericht, und das ist kein Argument fürs Verschweigen.

Arglist setzt mehr voraus als eine objektiv falsche Antwort. Das hat das Oberlandesgericht Karlsruhe am 20.04.2018 in einem BU-Fall entschieden (Aktenzeichen 12 U 156/16). Danach muss feststehen, dass der Versicherungsnehmer die Entscheidung des Versicherers bewusst beeinflussen wollte. Liegt Arglist vor, kann der Versicherer den Vertrag zusätzlich anfechten (Quelle: VVG § 22).

Nach einer Anfechtung gilt der Vertrag als von Anfang an nichtig (Quelle: BGB § 142). Einen Rückkaufswert gibt es in der reinen BU nicht. Nach Rücktritt oder Anfechtung behält der Versicherer die Beiträge bis zu diesem Zeitpunkt (Quelle: VVG § 39). Sie stehen dann so da, als wären Sie nie versichert gewesen, haben aber jahrelang gezahlt.

Verschweigen lohnt sich auch rechnerisch nicht. Bei einem Versicherer mit hohem Zuschlag sparen Sie als vorgeblicher Nichtraucher 16 bis 51 Euro im Monat. Dafür riskieren Sie eine BU-Rente, die über viele Jahre Ihr Einkommen ersetzen soll.


Wie lange der Versicherer zurückgreifen kann

FristWas gilt
1 Monat ab KenntnisSo lange hat der Versicherer Zeit, Rücktritt, Kündigung oder Vertragsanpassung schriftlich zu erklären
5 Jahre ab VertragsschlussDanach sind Rücktritt, Kündigung und Anpassung bei Fahrlässigkeit ausgeschlossen
10 Jahre ab VertragsschlussGrenze bei Vorsatz oder Arglist, danach ist auch die Anfechtung ausgeschlossen
1 Jahr ab EntdeckungFrist für die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung
Grundlage: § 21 VVG und § 124 BGB

Wichtig: Ein Leistungsfall hält die Frist offen. Ein Beispiel: Sie werden im vierten Vertragsjahr berufsunfähig, die falsche Raucherangabe fällt erst im siebten Jahr bei der Leistungsprüfung auf. Dann kann der Versicherer seine Rechte noch geltend machen. Für die Anfechtung wegen Arglist gilt nach § 124 BGB eine absolute Grenze von zehn Jahren ab Vertragsschluss (Quelle: BGB § 124).

Zwei Regeln aus § 19 Absatz 5 und 6 VVG schützen Sie zusätzlich. Seine Rechte hat der Versicherer nur, wenn er Sie gesondert in Textform über die Folgen einer falschen Angabe belehrt hat. Und steigt Ihr Beitrag durch die Anpassung um mehr als zehn Prozent, dürfen Sie innerhalb eines Monats fristlos kündigen.


Wie häufig falsche Angaben im Leistungsfall eine Rolle spielen

Falsche Antragsangaben sind ein häufiger Ablehnungsgrund. Laut dem Marktblick 2026 von Morgen und Morgen gingen 8,46 Prozent der abgelehnten Leistungsanträge auf eine verletzte Anzeigepflicht zurück, 6,21 Prozent auf Anfechtung oder Betrug. Zusammen ist das rund jede siebte Ablehnung (Quelle: Morgen und Morgen).

Auch in unserer Beratung ist die vorvertragliche Anzeigepflicht­verletzung der häufigste Streitpunkt mit Versicherern im Leistungsfall. Besonders häufig verschwiegen wird nach unserer Beobachtung die Frage nach Cannabis. Seit der Legalisierung halten viele sie für unwichtig, ein Verschweigen kann trotzdem als Anzeigepflicht­verletzung gewertet werden.


Falsche Angabe gemacht: Was Sie jetzt tun können

Merken Sie nach der Unterschrift, aber vor der Annahme, dass Ihre Raucherangabe falsch war, korrigieren Sie sie sofort. Ist der Vertrag schon zustande gekommen, können Sie die Unrichtigkeit selbst mitteilen. Der Versicherer muss dann innerhalb eines Monats reagieren, bei einem fahrlässigen Fehler meist mit der Umstellung auf den Raucherbeitrag. Das Risiko, im Ernstfall die Leistung zu verlieren, ist damit vom Tisch.

War die falsche Angabe bewusst, kann eine Selbstanzeige zum Rücktritt führen. Lassen Sie sich deshalb vor der Korrektur beraten. Im Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS) ist der Raucherstatus kein genannter Meldeanlass: Der GDV nennt für die BU erhöhte Risiken und Über­versicherung (Quelle: GDV).


Was passiert, wenn der Versicherer nicht zahlen will?

Leistungsablehnungen sind in der BU keine Seltenheit, und der Raucherstatus ist dabei ein typischer Prüfpunkt. Als Ihr Versicherungsexperte prüfen wir dann die Ablehnung, fordern die Begründung an und setzen Ihren Anspruch gegenüber dem Versicherer durch. Patrick Knittel rät, nur die erforderlichen Unterlagen einzureichen und sie vorher prüfen zu lassen.

Was passiert, wenn Sie während der Laufzeit anfangen oder aufhören zu rauchen?

Fangen Sie nach Abschluss Ihrer Berufs­unfähigkeits­versicherung mit dem Rauchen an, müssen Sie das meist nicht melden, und Ihr Beitrag bleibt gleich. Hören Sie auf, sinkt der Beitrag nur mit Umstellungsklausel im Vertrag. In beiden Fällen zählt Ihr Raucherstatus zum Zeitpunkt des Antrags, nicht Ihr heutiges Rauchverhalten.

SituationMüssen Sie es melden?Ändert sich der Beitrag?
Sie fangen nach Abschluss an zu rauchenIn den geprüften BU-Bedingungen neinNein
Sie hören nach Abschluss aufNeinNur mit Umstellungsklausel
Sie erhöhen die Rente über die Nach­versicherungKeine neue RaucherfrageEs gilt die ursprüngliche Kalkulation
Sie schließen einen neuen Vertrag abDer aktuelle Raucherstatus wird abgefragtJa, in beide Richtungen

Rauchbeginn nach Abschluss: meist keine Meldepflicht

Einen späteren Rauchbeginn müssen Sie nur melden, wenn Ihr Vertrag ihn ausdrücklich in Textform als Gefahrerhöhung vereinbart. Eine Gefahrerhöhung ist ein Umstand, der das versicherte Risiko nach Vertragsschluss steigert. Das regelt § 158 Absatz 1 Versicherungs­vertrags­gesetz (VVG), der über § 176 VVG auch für die BU gilt (Quelle: VVG § 158). Der Name „Nichtrauchertarif“ allein reicht dafür nicht.

In allen BU-Bedingungen, die wir geprüft haben, ist eine solche Pflicht ausdrücklich ausgeschlossen. Die Dialog schreibt: „Sie müssen uns nicht mitteilen, wenn sich bei der versicherten Person nach Antragstellung gefahrerhebliche Umstände […] ändern“. Als Beispiel nennt sie die Aufnahme des Rauchens. Ähnlich regeln es die Bayerische, der Volkswohl Bund und die Gothaer.

In der Risikolebens­versicherung ist eine Meldepflicht bei Rauchbeginn nach unserer Auswertung der Versicherungs­bedingungen dagegen deutlich verbreiteter. Wer eine Berufs­unfähigkeits-Zusatz­versicherung (BUZ) zu einer Risikolebens­versicherung hat, sucht in den Bedingungen deshalb nach den Stichworten Gefahrerhöhung und Mitteilungs­pflichten.

Wer als Nichtraucher abschließt, behält den Nichtraucherbeitrag bei diesen Tarifen also auch, wenn er später zu rauchen beginnt. Voraussetzung ist, dass die Angaben beim Antrag gestimmt haben. Ein Rückfall vor der Unterschrift ist kein Statuswechsel, sondern eine falsche Angabe im Antrag.


Rauchstopp: Umstellung nur mit Klausel

Einen Anspruch auf den Nichtrauchertarif nach dem Rauchstopp haben Sie nur, wenn Ihr Vertrag ihn vorsieht. Zwar erlaubt § 41 VVG grundsätzlich, eine Herabsetzung des Beitrags zu verlangen, wenn gefahrerhöhende Umstände wegfallen (Quelle: VVG § 41). Für Lebens- und Berufs­unfähigkeits­versicherungen gilt das nach § 158 Absatz 3 VVG aber nur in ausdrücklich vereinbarten Fällen.

Solche Umstellungsklauseln sind in der BU selten und streng. Die beste Regelung, die wir gefunden haben, hat die Dialog. Sie stellt ohne erneute Risikoprüfung um, wenn die versicherte Person jünger als 36 Jahre ist. Zusätzlich muss sie seit mindestens fünf Jahren weder rauchen noch dampfen noch Nikotin konsumieren. Rechnerisch profitiert davon also nur, wer spätestens mit 30 aufhört. Bei der Gothaer können Bestandskunden gar nicht in den Nichtrauchertarif wechseln.

Mit der sogenannten Günstigerprüfung hat die Umstellung nichts zu tun. Der Begriff meint in der BU die Neueinstufung nach einem Berufswechsel, zum Beispiel wenn Sie vom Handwerk ins Büro wechseln. Ein Rauchstopp wird dabei nicht berücksichtigt.


Nach­versicherung: Ihr Raucherstatus bleibt eingefroren

Erhöhen Sie Ihre Rente über die Nach­versicherungsgarantie, also ohne neue Gesundheitsfragen, aber mit Prüfung von Anlass und Einkommen, gilt die Einstufung des Ursprungsvertrags weiter. Der Volkswohl Bund stellt dabei ausdrücklich „auch keine Fragen […] zum Rauchverhalten“. Die Gothaer rechnet die Erhöhung nach eigenen Angaben im alten Tarif mit der Kalkulation vom Vertragsbeginn.

Das wirkt in zwei Richtungen: Wer als Nichtraucher eingestiegen ist und heute raucht, erhöht weiter zum Nichtraucherbeitrag, wer als Raucher eingestiegen ist, weiter im Rauchertarif. Nach mehr als zwölf Monaten Beitragsfreistellung verlangt zum Beispiel die Dialog eine erneute Risikoprüfung, bei der der Raucherstatus neu abgefragt werden kann.


Im Rauchertarif und inzwischen rauchfrei: Ihre Optionen

Haben Sie als Raucher abgeschlossen und inzwischen aufgehört, gehen Sie Schritt für Schritt vor:

  • Prüfen Sie Bedingungen und Versicherungsschein auf eine Umstellungsklausel. Gibt es eine, beantragen Sie die Umstellung in Textform.
  • Rechnen Sie einen Neuabschluss als Nichtraucher durch. Neues Eintrittsalter, neue Gesundheitsprüfung und neu laufende Rücktrittsfristen gehören in die Rechnung.
  • Kündigen Sie den alten Vertrag erst, wenn der neue angenommen und die Widerrufsfrist abgelaufen ist.
  • Haben Sie einen älteren Vertrag ohne Raucherunterscheidung, lohnt ein Wechsel meist nicht, solange Sie noch rauchen.

Ob sich ein Neuabschluss mit 45 lohnt, hängt vom Beitrag Ihres Altvertrags ab. Ein Rechenbeispiel mit heutigen Werten des EUROPA-Tarifs für eine Bürokraft: Ein Raucherabschluss mit 35 kostet 89,93 Euro im Monat. Ein Neuabschluss als Nichtraucher mit 45 kostet 81,61 Euro. Wer 2016 mit 35 als Raucher abgeschlossen hat, spart damit nur rund acht Euro im Monat.

Die Rechnung unterstellt, dass Ihr Altvertrag so viel kostet wie ein heutiger Raucherabschluss mit 35. Ihren tatsächlichen Beitrag finden Sie im Versicherungsschein. Gegen den Wechsel spricht oft die neue Gesundheitsprüfung: Wer wegen einer Herz- oder Lungenerkrankung aufgehört hat, gewinnt durch einen Neuabschluss meist nichts.

Die Widerrufsfrist für einen neuen Vertrag beträgt 30 Tage (Quelle: VVG § 152). Kündigen Sie davor, riskieren Sie eine Lücke ohne Schutz. Worauf Sie beim Wechsel der Berufs­unfähigkeits­versicherung sonst achten sollten, haben wir separat zusammengefasst.

Experten-Tipp:
Nach dem Rauchstopp zählt Ihr Altvertrag mehr als der Nichtrauchertarif

„Nach dem Rauchstopp wollen viele so schnell wie möglich in den Nichtrauchertarif. Ich halte das für die falsche Priorität. Ihr Vertrag sichert Sie zu dem Gesundheitszustand bei Abschluss ab, und diesen Vorteil holt Ihnen kein neuer Tarif zurück. Prüfen Sie die Bedingungen auf eine Umstellungsklausel und beantragen Sie die Umstellung, sobald Sie deren Fristen erfüllen. Ohne Klausel ist Ihr bestehender Schutz oft mehr wert als der Nichtraucherbeitrag.“

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Mit dem Rauchen aufhören: hier gibt es Hilfe

Mit dem Programm „Rauchfrei“ unterstützt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA) Menschen jeden Alters beim Rauchstopp. Ehrenamtliche Rauchfrei-Lotsen geben unter anderem Ratschläge zu Themen wie Entzugserscheinungen und was am besten dabei hilft, aufzuhören. Telefonische Beratung zur Rauchentwöhnung finden Sie unter der Rufnummer 0800/8 31 31 31. Weitere Infos zum Thema Nichtrauchen erhalten Sie unter www.rauchfrei-info.de.

Im Rauchertarif und rauchfrei: Ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung prüfen lassen

Ob Ihr Vertrag eine Umstellung erlaubt und ob sich ein Neuabschluss als Nichtraucher rechnet, steht im Kleingedruckten und in Ihrem Versicherungsschein. Unsere BU-Beratung ist von Finanztip empfohlen. Wir prüfen beides mit Ihnen, kostenfrei und unverbindlich.

  • Ihre Bedingungen auf eine Umstellungsklausel geprüft
  • Altvertrag gegen Neuabschluss als Nichtraucher gerechnet
  • Kündigung erst, wenn der neue Vertrag sicher steht
Foto von Patrick Knittel
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Häufige Fragen zur Berufs­unfähigkeits­versicherung für Raucher

Kann die Versicherung nachweisen, dass ich rauche?

Ja, aber meist erst im Leistungsfall. Beim Antrag gilt Ihre Selbstauskunft, ein Nikotintest ist in der BU nicht üblich. Beantragen Sie später eine Rente, darf der Versicherer nach § 31 VVG „jede Auskunft“ verlangen, die er für die Prüfung braucht, etwa Arztberichte und Patientenakten. Ein dort dokumentierter Vermerk wie „Nikotinabusus“ gilt als Beleg gegen eine Nichtraucherangabe, auch viele Jahre nach dem Antrag.

Wie lange lässt sich Rauchen nachweisen?

Nikotin baut der Körper schnell ab. Labore messen deshalb meist Cotinin, ein Abbauprodukt mit einer Halbwertszeit von etwa 16 Stunden, wie das National Cancer Institute angibt. Wie lange der Nachweis nach der letzten Zigarette gelingt, hängt vom Messmedium, von der Rauchmenge und vom Grenzwert des Labors ab. Für die BU zählt das kaum: Entscheidend ist die Aktenlage über Jahre.

Zählt eine E-Zigarette ohne Nikotin bei der BU als Rauchen?

Das hängt vom Wortlaut der Raucherfrage ab. Mit Nikotin zählt die E-Zigarette bei allen von uns geprüften Versicherern als Rauchen. Ohne Nikotin werten Dialog und Gothaer das Dampfen ausdrücklich ebenfalls als Rauchen. Fragt ein Antrag dagegen nur nach Nikotin, fallen nikotinfreie Liquids nicht darunter. Eine anonyme Risikovoranfrage klärt vor dem Antrag, wie Ihr Versicherer einstuft.

Muss ich eine Partyzigarette oder Shisha im BU-Antrag angeben?

Ja, beides zählt. Eine Ausnahme für „nur auf Partys“ oder „nur im Urlaub“ gibt es in keiner der von uns geprüften Definitionen. Die Gothaer rechnet schon eine einzige Zigarette im Abfragezeitraum zum Rauchen. Shisha gilt bei fast allen Versicherern als Rauchen. Wer die Regel kennt und trotzdem „Nichtraucher“ ankreuzt, handelt nach § 19 Absatz 3 VVG vorsätzlich.

Muss ich Cannabis im BU-Antrag angeben?

Ja, sobald der Antrag danach fragt. Cannabis kann zwei getrennte Fragen berühren: die Raucherfrage und die Drogenfrage. Die Gothaer verlangt seit Juli 2026, gerauchtes Cannabis bei der Raucherfrage mit „Ja“ anzugeben, und fragt zusätzlich nach Drogenkonsum in den letzten fünf Jahren. Die Legalisierung durch das Konsumcannabisgesetz ändert nichts an Ihrer Anzeigepflicht.

Ab wann gelte ich als Nichtraucher?

Bei den meisten Versicherern gelten Sie als Nichtraucher, wenn Sie in den zwölf Monaten vor der Antragsunterschrift rauchfrei waren. Das zeigt unsere Auswertung der Versicherungs­bedingungen. Gezählt wird bis zum Tag der Unterschrift, nicht bis zur Annahme des Antrags. Bei Versicherern, die Nikotinersatz einbeziehen, beginnt die Frist erst mit dem letzten Pflaster oder Kaugummi. Manche kennen eine zweite, günstigere Stufe für Langzeit-Nichtraucher, zum Beispiel nach zehn Jahren.

Was meldet der Versicherer im HIS, wenn ich Raucher bin?

Der Raucherstatus ist nach den vorliegenden Quellen kein ausdrücklicher Meldeanlass im Hinweis- und Informationssystem der Versicherer, kurz HIS. Der GDV nennt für die BU zwei Anlässe: erhöhte Risiken und Über­versicherung. Ob ein reiner Raucherzuschlag als erheblich höherer Beitrag gemeldet wird, ist nicht belegt.

Welche Daten über Sie gespeichert sind, erfahren Sie nach Angaben der Verbraucherzentrale per kostenloser Selbstauskunft einmal pro Jahr.

Was kann ich tun, wenn mein Beitrag nachträglich auf den Rauchertarif angehoben wird?

Wird Ihr Beitrag nach einer falschen Raucherangabe rückwirkend angepasst, kommt es auf die Höhe an. Steigt er um mehr als zehn Prozent, dürfen Sie nach § 19 Absatz 6 VVG innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung fristlos kündigen. Der Versicherer muss Sie darauf hinweisen.

Sinnvoll ist das selten. Ein Neuabschluss bedeutet ein höheres Eintrittsalter, eine neue Gesundheitsprüfung und als Raucher wieder einen Zuschlag. Prüfen Sie deshalb zuerst, ob der angepasste Raucherbeitrag im Vergleich zu einem neuen Vertrag tragbar ist.

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Lena Mierbach
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