Versicherungen: Auch ohne Ehering können Paare sparen

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von Nina Bruckmann
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Wie auch unverheiratete Paare bei Versicherungen sparen können, auf welche Besonderheiten Sie achten sollten und welche Versicherungen Sie lieber getrennt abschließen sollten.

Inhalt dieser Seite
  1. Unterschiedliche Lebenssituationen
  2. Worauf ist zu achten?
  3. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Nach mehreren Jahren durch Dick und Dünn entschließen sich viele Paare dazu, zusammenzuziehen.
  • In der ersten gemeinsamen Wohnung teilen sie nicht nur sämtliches Innenmobiliar, sondern auch die Versicherungen.
  • Vor dem Umzug mit eigenen Versicherungen ausgestattet, können Paare mit ihrer Lebensgemeinschaft bedeutende Einsparungspotenziale realisieren.

Versicherungs­branche berücksichtigt unterschiedliche Lebenssituationen

Während das Zusammenleben zweier sich liebender Personen in der Vergangenheit als Kuppelei abgetan wurde, wird die wilde Ehe in der heutigen Zeit als gesellschaftlich normal empfunden. Diese gesellschaftliche Normalität ist auch an der Versicherungs­wirtschaft nicht vorbei gegangen, sodass sie spezielle Partnertarife in unterschiedlichen Versicherungs­sparten integriert hat.


Standardtarifen ist der Vorzug zu geben

Lebt ein Paar in einem Haushalt zusammen, wird der Besitz einer Versicherung als völlig ausreichend erachtet. Jedoch ist darauf zu achten, dass es sich bei der Versicherungs­police, nicht um einen Single-Tarif handelt. Dahingehend muss ein Standard-Tarif abgeschlossen werden, der in der Regel ein bis zwei Euro teurer ist.


Gemeinsame Wohnung bedeutet gemeinsamen Hausrat

Im Hinblick auf die Inneneinrichtung, sollte eine gemeinsame Hausrat­versicherung abgeschlossen werden. Immerhin wird sämtlicher Hausrat von beiden gemeinsam genutzt, sodass es naheliegt alle Gegenstände gemeinschaftlich abzusichern. Sind beide Partner im Besitz einer eigenen Hausrat­versicherung, muss lediglich der Versicherer über die Veränderung in Kenntnis gesetzt werden. Anschließend wird die jüngst abgeschlossene Versicherung einfach ausgesetzt und das Paar bleibt über den länger laufenden Versicherungs­vertrag versichert.


Vergünstigungen über alle haftenden Versicherungs­bereiche hinweg

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei der privaten Haftpflicht­versicherung ab. Im Zusammenschluss können Paare mit einem Standard-Tarif ein bis zwei Euro einsparen. Hierbei muss einer der beiden ihre Versicherung darüber informieren, dass er zukünftig in der Versicherung des Partners mitversichert ist. Was für die Hausrat­versicherung und Privat­haftpflicht gilt, erleben Paare auch beim Abschluss einer Rechtsschutz­versicherung. Unabhängig davon, ob das Paar verheiratet ist oder nicht, ist der Lebensgefährte ohne Zusatzkosten in der Versicherung mitversichert.


Paarprinzip nicht in allen Versicherungs­bereichen möglich

So begrüßend das Paarprinzip von zahlreichen ­versicherungs­bewussten Paaren angenommen wird, kommt es nicht in jedem Versicherungs­bereich zum Tragen.
Beispielsweise sollte der Abschluss einer privaten Unfall­versicherung getrennt erfolgen. Dabei bieten Versicherer Paaren in eheähnlichen Verhältnissen die Möglichkeit der Familien­versicherung, die Sparpotenziale von monatlich zwei bis drei Euro birgt.


Einzelabschluss ist vorteilhafter

Nichtsdestotrotz ist es einfacher, wenn einzelne Unfall­versicherungen abgeschlossen werden. Denn der Versicherungs­beitrag sowie die Versicherungs­summe werden nach dem Alter, Gehalt und der Berufs­gruppe des Lebenspartners berechnet. Zum anderen entgehen Paare der Pflicht, sich ein gegenseitiges Bezugsrecht einzuräumen.


Bezugsrecht bestimmt den Empfänger der Versicherungs­summe

Damit bringen sie ausdrücklich zur Sprache, wer im Todesfall (weitere Informationen zur Sterbegeld­versicherung) die Versicherungs­summe ausgezahlt erhält. Wird kein Bezugsrecht eingeräumt, geht die Versicherungs­summe über an die gesetzlichen Erben .


Risikolebens­versicherung als eigenständige Absicherung weiterlaufen lassen

Auch bei dem Gedanken die Risikolebens­versicherung zusammenführen zu wollen, werden die Lebenspartner vom Bezugsrecht eingeholt. Im Übrigen sollte bei der Risikolebens­versicherung an den Ernstfall gedacht werden. Bei Zusammenlegung der Risikolebens­versicherung wird die Versicherungs­summe nur einmalig ausgezahlt. Gehören Kinder zur Lebensgemeinschaft, ist es durchaus sinnvoll zwei Risikolebens­versicherungen zu besitzen. Erleiden die Eltern beispielsweise einen tödlichen Unfall, wird den Hinterbliebenen­ zweimal eine Versicherungs­summe aus der Risikolebens­versicherung ausgezahlt.

Worauf ist beim partnerschaftlichen Versicherungs­abschluss zu achten?

Damit der Versicherungs­schutz für beide Lebenspartner in Kraft tritt, müssen einige Dinge beachtet werden:


Partner eintragen lassen

Damit der Versicherungs­schutz im Schadensfall auch aktiv wird, müssen beide Lebenspartner im Versicherungs­vertrag namentlich erwähnt sein. Jedoch sei zu beachten, dass sie keine Ansprüche gegeneinander geltend machen können. Geht zum Beispiel etwas im Haushalt kaputt, ist das ihr eigenes Pech.


Versicherungs­summe anpassen

Beim Abschluss einer Versicherung neigen zahlreiche Versicherungs­nehmer zu Bescheidenheit und geben oftmals eine niedrige Versicherungs­summe an- so auch Paare. Nichtsahnend, dass ihnen damit im Schadensfall bedeutende Summen durch die Lappen gehen. Wird ein Schaden im Wert von 60.000 Euro registriert und die Versicherungs­summe ist nur mit 40.000 Euro festgesetzt, würden dem Paar nur 67 Prozent des Schadens ersetzt werden. Beim gemeinschaftlichen Abschluss kann es durchaus vorkommen, dass sich die Versicherungs­summe verringert, weil beispielsweise nur ein Herd oder Kühlschrank genutzt wird. Dessen ungeachtet wird die Höhe des Versicherungs­beitrags auch von der jeweiligen Versicherungs­summe beeinflusst.


Gesetzliche Versicherungen begünstigen nur verheiratete Paare

Können Paare bei den privaten Versicherungen Einsparungen realisieren, spaltet sich das Bild bei den Sozial­versicherungen. Hierbei machen die gesetzliche Kranken­­versicherung wie auch Renten­versicherung Unterschiede zwischen verheirateten und nicht verheirateten Paaren. Im Gegensatz zu den anderen Versicherungs­bereichen wirkt sich diese Abgrenzung nachteilig auf die nicht verheirateten Paare aus.


Kein Anspruch auf Versicherungs­leistung

Stirbt beispielsweise der Partner, können keine Ansprüche aus der gesetzlichen Renten­versicherung wie Witwenrente geltend gemacht werden. Scheint dieses Thema in jungen Jahren noch uninteressant, wird es haarsträubender bei älteren Partnern. Denn ihnen würde im Todesfall bei Vorlage eines Trauscheins immerhin eine Versichertenrente von 60 Prozent zustehen. Ähnlich sieht es auch beim Leistungs­anspruch der gesetzlichen Unfall­versicherung aus. Hierbei wird der Hinterbliebenen­schutz nur bei Ehepartner eingetragener Lebensgemeinschaften aktiv.

Fazit

Spielen Paare mit dem Gedanken zusammenzuziehen, erleben sie nicht nur wohnsituative Veränderungen. Mit der Lebensgemeinschaft werden ihnen zahlreiche Sparpotenziale eingeräumt. Mit sogenannten Partner-Tarifen wird Paaren die Möglichkeit gegeben, sich von ihren Einzel­versicherungen zu verabschieden und gemeinschaftliche Versicherungen abzuschließen. Damit verstärkt sich nicht nur ihr Zusammengehörigkeitsgefühl, sondern sie können auch bedeutende Kosten einsparen.

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