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Kapital­lebens­versicherung – Auszahlung

Bei den wichtigsten Fragen rund um die Auszahlung einer Kapitallebensversicherung geht es vor allem darum, ob sie als Einmalzahlung oder als monatliche Rente geleistet wird. Lesen Sie, was es sonst noch zu wissen gibt.
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Einmalzahlung oder Rentenzahlung zur Auswahl
In der Regel ist bei einer Kapitallebensversicherung eine Wahlmöglichkeit zwischen einer einmaligen Auszahlung der angesparten und verzinsten Beiträge und einer monatlichen Rentenzahlung gegeben. Häufig sind Mischformen möglich, dabei wird ein Teil des verfügbaren Kapitals als Ganzes ausgezahlt, der Rest wird als monatliche Rente geleistet. Ob man sich für eine einmalige vollständige Auszahlung entscheidet oder ob eine ratierliche Auszahlung als Rente in Frage kommt, hängt von unterschiedlichen Kriterien ab.

Die finanzielle Situation ist ausschlaggebend

Die Auszahlung als Summe kann in Frage kommen, wenn man mit dem angesparten Kapital eine Immobilie bezahlen möchte. Manchmal ist auch der Neubau oder der Kauf eines Objekts geplant, wenn die Lebensversicherung ausgezahlt wird. Der Traum vom mietfreien Wohnen im Ruhestand ist dann zum Greifen nah, viele Versicherte haben ihr Leben lang dafür gespart und Geld in eine Kapitallebensversicherung eingezahlt. Vielleicht ist die Immobilie auch schon schuldenfrei, größere Renovierungen stehen nicht mehr an, deshalb möchte man die gesetzliche Rente aufstocken. In diesem Fall bietet sich eine lebenslange Rentenzahlung an. Die individuelle finanzielle Situation des Versicherungsnehmers ist also maßgeblich für die Wahl der geeigneten Variante.

Beteiligung an den Bewertungsreserven

Der Versicherte wird während der Laufzeit des Lebensversicherungs-Vertrags an den Überschüssen der Versicherung beteiligt. Spätestens wenn der Vertrag endet, erhält der Versicherte in der Regel mindestens die Hälfte der Anteile an den Bewertungsreserven des Versicherers.

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Jede Auszahlung unterliegt der Besteuerung

Sowohl die Einmalauszahlung als auch die ratierliche Rentenzahlung muss versteuert werden. Der Versicherungsnehmer hat also für den ausgezahlten Betrag eine Steuer zu zahlen. Die Art der Besteuerung hängt bei einer Kapitallebensversicherung vom Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ab. Das wichtigste Datum ist der 31. Dezember 2004. Nicht minder maßgeblich sind:

  • Laufzeit des Versicherungsvertrags
  • Alter des Versicherten zum Renteneintritt
Steuerfreiheit möglich für ältere Verträge

Wenn eine Kapitallebensversicherung bis zum 31. Dezember 2004 abgeschlossen wurde, ist die Auszahlung steuerfrei, wenn die Ablaufleistung als Einmalzahlung geleistet wird. Dazu muss die Versicherungspolice bis zum 31. Dezember 2004 ausgestellt sein, der erste Beitrag musste bis zum 31. März 2005 eingezahlt sein, die Laufzeit muss mindestens 12 Jahre betragen, und es müssen mindestens fünf Jahre lang Beiträge eingezahlt worden sein. Somit sind es vor allem ältere Kapitallebensversicherungen, die unter diesen engen Voraussetzungen steuerfrei ausgezahlt werden.

Keine Befreiung bei späterem Abschluss

Wenn Verträge ab dem 01. Januar 2005 abgeschlossen sind, greifen andere Vorschriften. Für die Besteuerung kommt das Alterseinkünftegesetz zur Anwendung. Erträge aus einer Kapitallebensversicherung sind danach voll steuerpflichtig. Nur unter engen Voraussetzungen ist die Hälfte des Ertrags steuerpflichtig. Dazu muss die Ablaufleistung in einer Summe ausgezahlt werden, die Vertragslaufzeit muss mindestens 12 Jahre betragen, die Auszahlung darf erst nach dem vollendeten 60. Lebensjahr und für Neuverträge mit Abschluss ab 2012 ab dem vollendeten 62. Lebensjahr erfolgen. Ist der Vertrag nach dem 31. März 2009 abgeschlossen, muss der Todesfallschutz außerdem über mindestens 50 Prozent der Beitragssumme vereinbart werden.

So werden monatliche Renten versteuert

Wird die Kapitallebensversicherung als lebenslange Leibrente ausgezahlt, ist der Ertragsanteil zu versteuern. Er richtet sich nach dem Alter, in dem sich der Versicherte seine Kapitallebensversicherung auszahlen lässt. Je früher der Versicherte in den Ruhestand geht, desto höher ist der Ertragsanteil. Wer mit 65 Jahren eine Auszahlung beantragt, muss 18 Prozent der Erträge mit seinem Steuersatz versteuern.

Auszahlung oder Rente?

Nach einer langen Sparphase kommt bei jedem Sparer der Zeitpunkt, an dem er sich entscheiden muss, ob er das angesparte Kapital auf einen Schlag ausgezahlt bekommen möchte oder als monatliche Rente. Eine Einmalzahlung können nur jene erstattet bekommen, die vor Vertragsbeginn ein Kapitalwahlrecht vereinbart haben. Es mag zwar verlockend erscheinen, eine große Geldsumme auf einmal ausgezahlt zu bekommen, lohnenswert ist dies jedoch nur, wenn der Versicherte nicht alt wird. Wird er alt, ist die Summe irgendwann aufgebraucht und der Lebensstandard sinkt stark ab. Die monatliche Rente wird hingegen bis zum Versterben des Versicherungsnehmers ausgezahlt. Die Auszahlungsform sollte also gut überlegt sein.

Auszahlung an Dritte
Wenn die Lebensversicherungssumme an einen Dritten vererbt wird, so muss auf das erhaltene Kapital eine Erbschaftssteuer gezahlt werden, es sei denn, der Bezugsberechtigte wird im Vertrag genannt. Dann gehört die Versicherungssumme nicht zur Erbmasse. Wenn der Erbe nicht namentlich im Vertrag genannt wird, so verteilt sich die Erbmasse außerdem auf alle Erben, also auch auf mögliche andere Bezugsberechtigte.

Lebensversicherung Auszahlung und Hartz IV

Wer eine Lebensversicherung abgeschlossen hat und die Auszahlung ansteht, während der Versicherte Hartz IV bezieht, steht vor der Frage, ob das Jobcenter das erhaltene Geld auf das Hartz IV anrechnen kann. Denn ein Grundsatz von Hartz IV ist, dass erst das vorhandene Vermögen ausgezahlt werden muss, bevor man staatliche Leistungen erhalten kann. Erst wenn dieses Vermögen aufgebraucht wurde, kann Arbeitslosengeld II bezogen werden. Kapitallebensversicherungen gehören zu diesem Vermögen. Allerdings gibt es Höchstbeträge für die Altersvorsorge. Dieser Höchstbeitrag errechnet sich aus 750 Euro mal dem Lebensalter. Dabei gibt es jedoch Höchstwerte. Bei den Geburtsjahrgängen von 1958 bis 1963 liegt dieser Höchstwert beispielsweise bei 49.500 Euro. Wer mehr besitzt, muss diesen Betrag erst aufbrauchen, bevor Hartz IV ausgezahlt wird.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 22.04.2019 aktualisiert.
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Claudia Täubner
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