Experte erklärt: Darum trauen sich Versicherungen nicht an Bitcoins heran!

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von Munkhjin Enkhsaikhan
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Während Versicherer aus den USA zaghafte Tests für Bitcoin-Versicherungen durchführen, halten sich deutsche Versicherer auffallend zurück. Ein Versicherungs­experte erklärt die Hintergründe.

Knapp 17 Millionen Bitcoins sind seit Anfang des Jahres weltweit im Umlauf – mit weiter steigender Tendenz, trotz eindringlicher Warnungen von Verbraucherschützern. Kein Wunder also, dass besonders die Versicherungs­-Riesen aus den USA wie zum Beispiel der Versicherungs­konzern AIG erste Tests durchführen, um den Verlust von Bitcoins sinnvoll abzusichern. Die deutschen Versicherer halten sich allerdings auffallend zurück – und zwar nicht zu unrecht, meint Versicherungs­experte Christian Achillius von der BavariaDirekt.

“Grundgedanke einer Versicherung ist ja die Schätzbarkeit des zufälligen Risikos”, so Achillius. “Insbesondere bei Kryptowährungen lässt sich dies aber nur schwer bis gar nicht einschätzen, um daraus eine Prämie zu kalkulieren.” Die Kursschwankungen sind für Versicherungen schlichtweg unberechenbar.

Hoffen auf erfolgreiche Tests aus Übersee

Ein weiteres Problem ist das so genannte Kumulrisiko, bei dem ein einziges Ereignis (hier: ein Kurseinbruch) Folgen für zahlreiche Versicherungs­nehmer hätte. “Damit ist ein Risikoausgleich im Kollektiv, was ja dem Grundgedanken der Versicherungs­welt entspricht, nicht möglich”, erklärt Achillius. Wenn also alle Versicherungs­nehmer eines einzigen Produkts (in diesem Fall: eine Bitcoin-Versicherung) gleichzeitig Leistungs­ansprüche stellen, geht die Rechnung für die Versicherung nicht mehr auf.

Die deutschen Versicherer tun also gut daran, von Kryptowährungen zunächst einmal die Finger zu lassen. Denn dass die US-Amerikaner mit ihren Produkttests erfolgreich sind, ist trotz der schwierigen Vorzeichen gar nicht mal unwahrscheinlich: Für die internen Tests liegen vermutlich zahlreiche risikorelevante Daten für eine Kalkulation vor, von denen deutsche Versicherer nur träumen können. Und bei erfolgreichen Tests von AIG und Co. könnten die Modelle für den deutschen Markt übernommen und angepasst werden.

Lesen Sie hier das vollständige Interview zum Thema Bitcoin-Versicherung mit Versicherungs­experte Christian Achillius.