Versicherungsrisiko Diabetes: Damit müssen Betroffene rechnen

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Wer als Versicherungsnehmer unter Diabetes leidet, muss oft schon vor dem Vertragsabschluss einige Hürden überwinden. Ob private Unfall- oder Kranken­versicherung, Berufsunfähigkeits­versicherung oder Lebens­versicherung, für Diabetiker gelten im Zusammenhang mit der Risikoübernahme besondere Voraussetzungen. Doch worauf sollten Betroffene beim Vertragsabschluss tatsächlich achten? Und dürfen Versicherungen Kunden aufgrund ihrer chronischen Erkrankung tatsächlich ablehnen?

Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse für Diabetespatienten

Wer von der Zuckerkrankheit betroffen ist, hat es beim Abschluss einer privaten Versicherung oftmals nicht leicht und muss mit zusätzlichen Kosten und einem eingeschränkten Leistungsumfang rechnen. Die Risikozuschläge betragen nicht selten bis zu 100 Prozent der generellen Versicherungsprämie und das trotz Leistungsausschlüssen. Viele Versicherer zahlen im Schadensfall nur dann, wenn dieser nicht im Zusammenhang mit der Erkrankung steht, wodurch die Tarife für Patienten unzureichend werden. Ein Grund mehr, das Kleingedruckte im Vertrag gründlich zu lesen.

Mit diesen Einschränkungen müssen Diabetiker rechnen

  • Prämienzuschüsse
  • Leistungsausschlüsse
  • Begrenzte Versicherungsdauer
  • Begrenzte Versicherungssumme

Risikoprüfung vor Vertragsabschluss

Bevor ein Vertrag mit der gewünschten Versicherung Zustande kommen kann, erfolgt grundsätzlich eine Risikoprüfung. Zunächst werden die ­versicherungstechnischen Rahmendaten betrachtet, gefolgt von der Prüfung des objektiven und subjektiven Risikos. Das objektive Risiko wird anhand von statistischen Daten zur Lebenserwartung, dem Eintritt der Berufsunfähigkeit und der Unfallgefährdung ermittelt, wobei es sich um objektivierbare Tatsachen handelt. Die subjektiven Risiken stehen hingegen im Zusammenhang mit der individuellen Person und werden zum Beispiel von Ernährungsgewohnheiten und Verhaltensweisen beeinflusst. Auf der Basis der Risikoüberprüfung werden anschließend die Versicherungsbedingungen und Beiträge festgelegt.

Diese Faktoren spielen bei der Prüfung des objektiven Risikos eine Rolle

  • Diabetes Typ (Typ 1 oder Typ 2)
  • Zeitpunkt der Diagnose
  • akute Einstellung
  • Art der Behandlung und weitere

Essentielle Versicherungen für Diabetiker

Die Kranken­versicherung und die Haftpflicht­versicherung gehören zu den grundlegenden Versicherungen, die jeder Mensch abschließen sollte. Für Diabetiker sind zwei weitere Versicherungen von besonderer Bedeutung. Zum einen die Rechtsschutz­versicherung inklusive Verkehrs- und Arbeits­rechtsschutz und zum anderen die Berufsunfähigkeits­versicherung. Die Rechtsschutz­versicherung kommt zum Beispiel zum Einsatz, wenn es aufgrund eines Ablehnungsbescheides der Krankenkasse zu einem Widerspruchsverfahren kommt.

Komplikationen beim Abschluss der BU-Versicherung

Vor allem für Menschen die unter einer chronischen Erkrankung leiden, ist eine Invaliditätsvorsorge von großer Bedeutung. Doch gerade diese werden von Versicherungen oftmals abgelehnt oder müssen mit erheblich höheren Beiträgen rechnen. Experten empfehlen daher, schon vor der Antragsstellung verschiedene Angebote anonym einzuholen. Der Grund ist, dass sich die Versicherungsunternehmen untereinander austauschen und ein Antrag, der von einer Gesellschaft abgelehnt wurde, oft dazu führt, dass weitere Versicherungen den Abschluss verweigern.

Diabetes darf nicht verschwiegen werden

Wer unter der Zuckerkrankheit leidet, muss dies beim Versicherungsabschluss unbedingt wahrheitsgemäß beantworten und darf die Vorerkrankung keinesfalls verschweigen. Für Betroffene Kunden besteht sonst das Risiko, dass der Versicherungsschutz unwirksam wird. Das Verschweigen könnte im Ernstfall vom Gericht sogar als arglistige Täuschung betrachtet werden.

Diabetes-Typ ist entscheidend

Gerade bei der BU-Versicherung ist der Diabetes-Typ ein entscheidender Faktor, wenn es um die Annahme bzw. Ablehnung eines Antrags geht. Aus Kostengründen müssen Diabetiker oftmals mit einer Ablehnung rechnen, die Mühe der Antragsstellung lohnt sich aber dennoch. Relevant für die Entscheidung der Versicherung ist unter anderem der Diabetes-Typ. Betroffene vom Typ 2 haben bei vielen privaten Anbietern zum Beispiel bessere Chancen eine Versicherung abzuschließen. Entscheidend sind zum Beispiel auch die Blutwerte, bereits bestehende Folgeschäden und die medikamentöse Behandlung.

Unterstützung bei der Tarif-Suche

Als Laie ist es, aufgrund der vielen Besonderheiten, oftmals schwierig das für Diabetiker passende Angebot zu finden. Unsere unabhängigen Versicherungsmakler beraten Sie gerne und helfen Ihnen dabei den individuell besten Tarif zu finden. In jedem Fall empfiehlt es sich, die Vertragsbedingungen genau zu lesen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Auch hierbei kann es hilfreich sein, einen Experten zu Rate zu ziehen.