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Wie Erträge in einer Vermögensverwaltung besteuert werden, warum Sie die Gebühren privat nicht absetzen können und wann Sie die Anlage KAP brauchen.
Inhalt dieser Seite- Wie werden Erträge in einer Vermögensverwaltung besteuert?
- Können Sie die Kosten der Vermögensverwaltung steuerlich absetzen?
- Welche Steuerregeln gelten für Fonds, Verluste und ältere Anlagen?
- Wann gehören Erträge aus der Vermögensverwaltung in die Anlage KAP?
- Welche Steuerfehler kosten Anleger in der Vermögensverwaltung Geld?
- Häufige Fragen (FAQ)
Das Wichtigste in Kürze
- Abgeltungsteuer: Erträge aus Ihrer Vermögensverwaltung kosten 25 % Steuer plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %, mit Kirchensteuer bis 27,99 %. Die Depotbank behält die Steuer direkt ein.
- Gebühren nicht absetzbar: Verwaltungs- und Depotgebühren dürfen Sie im Privatvermögen nicht als Werbungskosten abziehen. An die Stelle der tatsächlichen Kosten tritt der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (Ehepaare 2.000 €), auch wenn Ihre Gebühren höher sind.
- Ausnahme All-in-Fee: Den im Vertrag ausgewiesenen Transaktionsanteil einer Pauschalgebühr, höchstens 50 % der Gebühr, verrechnet die Bank wie Kaufkosten.
- Anlage KAP: Sie brauchen sie vor allem, wenn Sie zu viel gezahlte Steuer zurückholen, die Günstigerprüfung beantragen, Verluste bankübergreifend verrechnen oder Erträge ohne deutschen Steuerabzug haben.
Wie werden Erträge in einer Vermögensverwaltung besteuert?
Erträge aus einer Vermögensverwaltung werden genauso besteuert wie Erträge aus einem Depot, das Sie selbst führen: mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Depotbank behält die Steuer automatisch ein. Die Gebühr für die Verwaltung mindert Ihre Steuer dabei nicht.
So verhält sich die Vermögensverwaltung in der Steuer
Steuerlich zählt nicht, wer die Anlageentscheidungen trifft, sondern wem das Depot gehört. In einer Vermögensverwaltung liegt das Depot auf Ihren Namen bei einer Depotbank. Dividenden, Zinsen, Fondsausschüttungen und Gewinne aus Verkäufen sind deshalb Ihre Einkünfte aus Kapitalvermögen, egal ob Sie Ihr Vermögen selbst verwalten oder einen Verwalter beauftragen.
| Ertrag | Steuer im Privatvermögen | Was die Depotbank tut |
|---|---|---|
| Zinsen und Dividenden | 25 % Abgeltungsteuer plus Soli, gegebenenfalls Kirchensteuer | Behält die Steuer bei der Gutschrift ein |
| Gewinne aus Aktienverkäufen | Wie Zinsen, Verluste nur mit Aktiengewinnen verrechenbar | Führt einen eigenen Verlusttopf für Aktien |
| Erträge aus Fonds und ETFs | Teilfreistellung, bei Aktienfonds 30 % steuerfrei | Rechnet die Teilfreistellung schon beim Abzug ein |
| Thesaurierende Fonds | Jährliche Vorabpauschale | Behält die Steuer Anfang des Folgejahres ein |
| Gebühr der Vermögensverwaltung | Nicht absetzbar, Ausnahme Transaktionsanteil | Bucht nur den Transaktionsanteil in den Verlusttopf |
Die Abgeltungsteuer ist nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) der gesonderte Steuertarif von 25 Prozent für Kapitalerträge im Privatvermögen (Quelle: § 32d EStG). Kapitalertragsteuer heißt das Verfahren, mit dem die Bank diese Steuer direkt einbehält. Was dabei gilt und wie Sie zu viel gezahlte Steuer zurückholen, erklärt unsere Seite zur Kapitalertragsteuer.
Wie hoch ist die Steuer auf Kapitalerträge?
Auf die 25 Prozent kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, berechnet auf die Steuer, für alle Anleger und ohne Freigrenze (Quelle: § 4 Solidaritätszuschlaggesetz). Sind Sie Mitglied einer Kirche, fällt Kirchensteuer von acht Prozent in Bayern und Baden-Württemberg und neun Prozent in den übrigen Ländern an. Sie senkt die Kapitalertragsteuer leicht, deshalb steigt die Gesamtbelastung nur wenig.
| Ihre Lage | Gesamtsteuersatz | Von 1.000 € Dividende bleiben |
|---|---|---|
| Ohne Kirchensteuer | 26,375 % | 736,25 € |
| Kirchensteuer 8 % (Bayern, Baden-Württemberg) | 27,82 % | Rund 722 € |
| Kirchensteuer 9 % (übrige Länder) | 27,99 % | Rund 720 € |
Können Sie die Kosten der Vermögensverwaltung steuerlich absetzen?
Nein, im Privatvermögen nicht. Vermögensverwaltungsgebühren, Depotgebühren und andere Kosten Ihrer Geldanlage sind keine abziehbaren Werbungskosten. Sie gelten mit dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr als abgegolten, für zusammen veranlagte Ehepaare 2.000 Euro. Eine Ausnahme gibt es nur für den ausgewiesenen Transaktionsanteil einer Pauschalgebühr.
Werbungskosten und die Abgeltungssteuer
Das Einkommensteuergesetz erlaubt bei Kapitalerträgen nur den Sparer-Pauschbetrag. Der Abzug der tatsächlichen Werbungskosten ist ausdrücklich ausgeschlossen (Quelle: § 20 Absatz 9 EStG). Das gilt für die Verwaltungsgebühr ebenso wie für Depotgebühren, Beratungskosten, Fachliteratur oder die Reise zur Hauptversammlung. Bis Ende 2008, vor Einführung der Abgeltungsteuer, waren diese Kosten noch absetzbar.
Für Ihre Steuererklärung heißt das: Die Gebühr gehört nicht in die Anlage KAP, dort wird sie nicht berücksichtigt. Auch die Günstigerprüfung ändert daran nichts. Lassen Sie Ihre Kapitalerträge mit dem persönlichen Steuersatz besteuern, bleibt der Abzug trotzdem auf den Pauschbetrag beschränkt (Quelle: § 32d Absatz 6 EStG).
Ausnahme: der Transaktionsanteil einer All-in-Fee
Viele Vermögensverwaltungen berechnen eine Pauschalgebühr, die Verwaltung, Depot und Wertpapiergeschäfte abdeckt. Weist der Vertrag oder die Abrechnung den Anteil für Kauf- und Verkaufskosten aus, zählt dieser Teil wie Transaktionskosten. Er wird mit Ihren Erträgen verrechnet. Laut Bundesfinanzministerium (BMF) gilt das für höchstens 50 Prozent der Pauschalgebühr.
Beantragen müssen Sie dafür nichts. Die Bank bucht den Transaktionsanteil in Ihren Verlustverrechnungstopf und verrechnet ihn mit dem nächsten Ertrag. Die Regel steht im BMF-Schreiben „Einzelfragen zur Abgeltungsteuer“ vom 14.05.2025 und gilt auch für Beratungsverträge mit Pauschalgebühr. Fragen Sie vor Vertragsschluss, ob und in welcher Höhe der Anteil ausgewiesen wird.
Rechenbeispiel: Transaktionsanteil einer Pauschalgebühr
Depot 300.000 Euro, Gebühr und Anteil angenommen, keine Werte eines Anbieters
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Pauschalgebühr: 1,2 % im Jahr | 3.600 € |
| Davon Transaktionsanteil: 40 % | 1.440 € |
| Übriger Teil ohne steuerliche Wirkung | 2.160 € |
| Steuerersparnis: 26,375 % auf 1.440 € | Rund 380 € |
Nur der ausgewiesene Transaktionsanteil wird mit Ihren steuerpflichtigen Erträgen verrechnet, das spart hier rund 380 Euro.
Und wenn die Gebühr den Pauschbetrag weit übersteigt?
Auch dann bleibt es beim Verbot. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Beschluss vom 08.04.2025 bestätigt, dass das Abzugsverbot verfassungsgemäß ist, auch wenn die Vermögensverwaltungsgebühren den Sparer-Pauschbetrag deutlich übersteigen (Aktenzeichen VIII B 79/24). Ein Einspruch allein mit Hinweis auf hohe Gebühren hilft deshalb nicht weiter.
Gebühren im Fonds und in der GmbH
Anders wirken Kosten, die innerhalb eines Fonds anfallen. Sie werden dem Fondsvermögen entnommen und schmälern dessen Wertentwicklung. Damit fällt auch der Gewinn kleiner aus, den Sie später versteuern. Absetzen können Sie diese Kosten nicht, sie senken aber die Grundlage der Steuer. Mehr zu dieser Form lesen Sie bei der Fondsvermögensverwaltung.
In einer vermögensverwaltenden GmbH gelten eigene Regeln. Eine GmbH ist immer Gewerbebetrieb, ihre Erträge werden mit Körperschaftsteuer, bis 2027 15 Prozent plus Solidaritätszuschlag und ab 2028 schrittweise weniger, sowie mit Gewerbesteuer besteuert. Ob sich das lohnt, hängt vor allem von der Art der Anlagen, der Anlagedauer und den laufenden Kosten der Gesellschaft ab. Die Einzelheiten stehen auf unserer Seite zur vermögensverwaltenden GmbH.
Experten-Tipp:
Leiter Vermögensverwaltung bei von Buddenbrock
„Die Gebühr einer Vermögensverwaltung können Sie privat nicht von der Steuer absetzen. Das sage ich jedem Kunden vorab, damit niemand mit falschen Erwartungen startet. Lassen Sie sich deshalb den Kostenausweis geben und vergleichen Sie die Gesamtkosten. Steuerlich zählt für mich in der Verwaltung vor allem, Verkäufe mit Blick auf Gewinne und Verluste zu planen und nicht ohne Grund umzuschichten. Ihre Steuererklärung und die Steuerberatung ersetzt das nicht.“
Ihr Vermögen steuerbewusst verwalten lassen
Wie Ihr Depot aufgebaut ist und wann umgeschichtet wird, entscheidet mit darüber, wann Steuer anfällt. Unser Portfoliomanagement bespricht Strategie und Anlage mit Ihnen, die Steuerberatung im Einzelfall bleibt bei Ihrem Steuerberater.
- Persönliches Gespräch mit dem Portfoliomanagement
- Anlagestrategie nach Ziel, Risiko und Anlagehorizont
- Digital ab 10.000 Euro oder individuell ab 100.000 Euro
Welche Steuerregeln gelten für Fonds, Verluste und ältere Anlagen?
Neben dem Steuersatz entscheiden vor allem vier Regeln, wie viel Steuer Ihre Vermögensverwaltung tatsächlich kostet: die Teilfreistellung bei Fonds, die Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds, die Verrechnung von Verlusten und der Bestandsschutz für alte Anlagen. Die Depotbank wendet alle vier automatisch an.
Teilfreistellung bei Fonds und ETFs
Fonds zahlen auf deutsche Dividenden selbst schon 15 Prozent Körperschaftsteuer, Umschichtungen im Fonds bleiben dagegen steuerfrei. Zum Ausgleich ist bei Ihnen ein fester Teil der Erträge steuerfrei, je nach Fondsart. Die Bank berücksichtigt das bereits beim Steuerabzug (Quelle: § 20 Investmentsteuergesetz).
| Fondsart | Steuerfreier Teil der Erträge |
|---|---|
| Aktienfonds und Aktien-ETFs | 30 % |
| Mischfonds | 15 % |
| Immobilienfonds | 60 % |
| Immobilienfonds mit Schwerpunkt Ausland | 80 % |
Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds
Schüttet ein Fonds nichts aus, versteuern Sie jedes Jahr eine Vorabpauschale. Sie errechnet sich aus dem Wert zu Jahresbeginn mal 70 Prozent des Basiszinses, höchstens aber aus dem tatsächlichen Wertzuwachs. Für 2026 beträgt der Basiszins 3,20 Prozent. Die Pauschale gilt am 04.01.2027 als zugeflossen, dann behält die Bank die Steuer ein (Quelle: § 18 Investmentsteuergesetz).
Rechenbeispiel: Vorabpauschale für einen Aktien-ETF
Thesaurierender Aktien-ETF, Anfang 2026 100.000 Euro wert, Zuwachs im Jahr mindestens 2.240 Euro, Sparer-Pauschbetrag verbraucht
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Wert Anfang 2026 | 100.000 € |
| Vorabpauschale: 2,24 % des Werts | 2.240 € |
| Steuerpflichtig nach 30 % Teilfreistellung | 1.568 € |
Beim späteren Verkauf wird die Pauschale vom Gewinn abgezogen, sie ist also eine vorgezogene, keine zusätzliche Steuer.
Verlusttöpfe: Wie Verluste verrechnet werden
Verluste aus Kapitalanlagen verrechnet die Bank nur mit Kapitalerträgen, nicht mit Ihrem Gehalt oder Ihrer Rente. Für Aktien gibt es einen eigenen Verlusttopf: Verluste aus Aktienverkäufen gleichen nur Gewinne aus Aktienverkäufen aus. Was im Jahr nicht verrechnet wird, trägt die Bank ins nächste Jahr vor (Quelle: § 20 Absatz 6 EStG).
Haben Sie Depots bei mehreren Banken, verrechnet jede nur ihre eigenen Töpfe. Für einen Ausgleich zwischen den Banken brauchen Sie eine Verlustbescheinigung. Beantragen Sie sie bis zum 15. Dezember bei der Bank mit den Verlusten. Der Antrag ist unwiderruflich, die Bank trägt die Verluste dann nicht mehr vor. Die Bescheinigung geben Sie mit der Steuererklärung ab (Quelle: § 43a Absatz 3 EStG).
Die frühere Grenze von 20.000 Euro für Verluste aus Termingeschäften und Forderungsausfällen ist gestrichen. Ob der eigene Aktientopf verfassungsgemäß ist, prüft das Bundesverfassungsgericht (Stand 13.10.2026).
Vor 2009 erworbene Aktien sind ein Sonderfall
Aktien, die vor dem 01.01.2009 gekauft wurden, können Sie ohne Abgeltungsteuer verkaufen, das ist der sogenannte Bestandsschutz (Quelle: § 52 Absatz 28 EStG). Haben Sie Aktien desselben Unternehmens vor und nach 2009 gekauft, gelten bei einem Teilverkauf die zuerst gekauften Papiere als zuerst verkauft. Das gilt auch, wenn eine Vermögensverwaltung verkauft.
Für Fondsanteile von vor 2009 gilt der Schutz nur noch teilweise. Steuerfrei ist der Wertzuwachs bis Ende 2017. Gewinne ab 2018 sind steuerpflichtig, soweit sie einen einmaligen Freibetrag von 100.000 Euro je Person übersteigen (Quelle: § 56 Investmentsteuergesetz).
Wann statt der Abgeltungsteuer Ihr persönlicher Steuersatz gilt
Nicht jeder Kapitalertrag fällt unter den 25-Prozent-Tarif. Zinsen aus einem Darlehen an eine nahestehende Person, die diese Zinsen steuerlich absetzt, und Zinsen einer Kapitalgesellschaft an einen Gesellschafter mit mindestens zehn Prozent Beteiligung versteuern Sie mit Ihrem persönlichen Steuersatz (Quelle: § 32d Absatz 2 EStG). Steuerfrei sind solche Zinsen nicht, und der Sparer-Pauschbetrag gilt für sie ebenfalls nicht.
Ausländische Quellensteuer
Auf Dividenden ausländischer Aktien behält oft schon der Herkunftsstaat Steuer ein. Diese ausländische Quellensteuer rechnet die Bank auf die deutsche Abgeltungsteuer an, aber nur so weit, wie sie nach dem Doppelbesteuerungsabkommen im Herkunftsstaat bleiben darf, höchstens 25 Prozent je Ertrag. Was der Herkunftsstaat darüber hinaus einbehält, bekommen Sie nur mit einem Erstattungsantrag in diesem Staat zurück. Hat die Bank anrechenbare Steuer übersehen, holen Sie sie über die Anlage KAP nach (Quelle: § 32d Absatz 5 EStG).
Wann gehören Erträge aus der Vermögensverwaltung in die Anlage KAP?
Läuft Ihre Vermögensverwaltung über eine deutsche Depotbank, ist die Steuer mit dem Abzug in der Regel erledigt. Die Anlage KAP der Einkommensteuererklärung brauchen Sie vor allem in vier Fällen: bei zu viel gezahlter Steuer, für die Günstigerprüfung, für Verluste bei mehreren Banken und für Erträge ohne deutschen Steuerabzug.
1. Steuerabzug überprüfen lassen
Haben Sie den Sparer-Pauschbetrag nicht ausgeschöpft oder wurde Kirchensteuer oder Quellensteuer nicht richtig berücksichtigt, beantragen Sie in der Anlage KAP die Überprüfung des Steuereinbehalts.
2. Günstigerprüfung beantragen
Ist Ihr persönlicher Steuersatz niedriger als 25 Prozent, lassen Sie Ihre Kapitalerträge mit diesem Satz besteuern. Das Finanzamt prüft, was günstiger ist.
3. Verluste bankübergreifend verrechnen
Wollen Sie Verluste einer Bank mit Gewinnen einer anderen verrechnen, reichen Sie die Verlustbescheinigung mit der Anlage KAP ein.
4. Erträge ohne Steuerabzug angeben
Führen Sie ein Depot bei einer ausländischen Bank, erklären Sie die Erträge selbst. Sie werden dann ebenfalls mit 25 Prozent besteuert.
Freistellungsauftrag
Damit die Bank den Sparer-Pauschbetrag gleich beim Abzug berücksichtigt, erteilen Sie ihr einen Freistellungsauftrag mit Ihrer Steuer-Identifikationsnummer. Haben Sie mehrere Depots oder Konten, verteilen Sie den Betrag. Alle Aufträge zusammen dürfen 1.000 Euro, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 Euro nicht übersteigen (Quelle: § 44a EStG).
Ändern können Sie den Auftrag auch im laufenden Jahr, herabsetzen allerdings nur bis zu dem Betrag, den die Bank schon genutzt hat. Für das abgelaufene Jahr wirkt eine Erhöhung noch bis zum 31. Januar. Befristen lässt sich ein Auftrag nur zum Jahresende. So regelt es das BMF-Schreiben zur Abgeltungsteuer vom 14.05.2025.
Günstigerprüfung
Ist Ihr persönlicher Steuersatz niedriger als 25 Prozent, etwa im Ruhestand oder bei geringem Einkommen, beantragen Sie in der Anlage KAP die Günstigerprüfung. Das Finanzamt besteuert Ihre Kapitalerträge dann mit dem niedrigeren Satz und erstattet die Differenz. Der Antrag gilt einheitlich für alle Kapitalerträge eines Jahres, bei Ehepaaren für beide (Quelle: § 32d Absatz 6 EStG).
Wie Sie zu viel gezahlte Steuer im Einzelnen zurückholen und was für Rentner und Kinder gilt, lesen Sie auf unserer Seite zur Kapitalertragsteuer. Dort finden Sie auch ein Rechenbeispiel mit und ohne Kirchensteuer.
Welche Steuerfehler kosten Anleger in der Vermögensverwaltung Geld?
Teuer wird es selten beim Steuersatz, sondern bei Freistellungsaufträgen, bei Verlusten über mehrere Banken und bei falschen Erwartungen an die Gebühr. Prüfen Sie einmal im Jahr, ob einer dieser Fehler auf Sie zutrifft.
- Die Verwaltungsgebühr als Werbungskosten in die Steuererklärung eintragen: Sie wird nicht berücksichtigt
- Den Freistellungsauftrag bei der neuen Depotbank vergessen: Die Bank behält ab dem ersten Euro Steuer ein
- Die Verlustbescheinigung nicht bis zum 15. Dezember beantragen: Die Verluste bleiben bei der einen Bank, während eine andere Bank Gewinne versteuert
- Bei thesaurierenden Fonds kein Geld für die Vorabpauschale auf dem Verrechnungskonto bereithalten
- Für Erträge eines ausländischen Depots keine Anlage KAP abgeben
Depotwechsel ohne Steuerfolgen
Wechseln Sie die Vermögensverwaltung und übertragen Ihr Depot auf Ihren Namen zu einer anderen Bank, ist das kein Verkauf. Die alte Bank meldet der neuen die Anschaffungsdaten, es fällt keine Steuer an (Quelle: § 43a Absatz 2 EStG). Steuer entsteht erst, wenn die neue Verwaltung Papiere mit Gewinn verkauft. Mehr dazu auf der Seite zum Kündigen einer Vermögensverwaltung.
Übertrag auf eine andere Person
Anders ist es, wenn Sie Wertpapiere auf das Depot einer anderen Person übertragen. Die Bank behandelt das zunächst wie einen Verkauf und behält Steuer ein, es sei denn, Sie teilen ihr mit, dass es sich um eine Schenkung handelt. Dann meldet die Bank den Übertrag dem Finanzamt. Was bei Schenkungen und im Erbfall gilt, erklärt unsere Seite zur Erbschaftssteuer.
Häufige Fragen zu Vermögensverwaltung und Steuer
Kann ich die Gebühren meiner Vermögensverwaltung von der Steuer absetzen?
Nein, nicht im Privatvermögen. Laut § 20 Absatz 9 EStG sind alle Kosten der Geldanlage mit dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr abgegolten, für zusammen veranlagte Ehepaare 2.000 Euro. Abziehbar sind nur Kauf- und Verkaufskosten einzelner Geschäfte und bei einer Pauschalgebühr der im Vertrag ausgewiesene Transaktionsanteil, höchstens die Hälfte der Gebühr.
Wie werden Erträge aus einer Vermögensverwaltung versteuert?
Wie Erträge aus jedem anderen Depot: mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Steuer und gegebenenfalls Kirchensteuer. Zusammen sind das 26,375 Prozent, mit Kirchensteuer bis 27,99 Prozent. Die Depotbank behält die Steuer direkt ein.
Muss ich Erträge aus der Vermögensverwaltung in der Anlage KAP angeben?
Bei einer deutschen Depotbank meist nicht, weil die Steuer mit dem Abzug abgegolten ist. Die Anlage KAP lohnt sich, wenn Sie zu viel gezahlte Steuer zurückholen, die Günstigerprüfung beantragen oder Verluste zwischen Banken verrechnen wollen. Pflicht ist sie für Erträge ohne deutschen Steuerabzug, etwa bei einer ausländischen Bank. Pflicht ist die Anlage KAP außerdem, wenn Sie bei der Bank einen Sperrvermerk für den Kirchensteuerabzug eingetragen haben. Das Finanzamt setzt die Kirchensteuer auf Ihre Kapitalerträge dann selbst fest.
Sind Depotgebühren steuerlich absetzbar?
Nein. Depotgebühren zählen wie die Verwaltungsgebühr zu den Werbungskosten, deren Abzug im Privatvermögen ausgeschlossen ist. Sie sind mit dem Sparer-Pauschbetrag abgegolten. Anders ist es bei Kauf- und Verkaufskosten einzelner Geschäfte, die den Gewinn aus dem Verkauf mindern.
Was ist der Transaktionskostenanteil einer All-in-Fee?
Eine All-in-Fee ist eine Pauschalgebühr, die Verwaltung, Depot und Wertpapiergeschäfte abdeckt. Weist der Vertrag oder die Abrechnung den Anteil für Kauf- und Verkaufskosten aus, verrechnet die Bank diesen Teil wie Transaktionskosten. Nach dem BMF-Schreiben zur Abgeltungsteuer vom 14.05.2025 gilt das für höchstens 50 Prozent der Pauschalgebühr.
Wie hoch ist die Abgeltungsteuer mit Soli und Kirchensteuer?
Ohne Kirchensteuer beträgt die Belastung 26,375 Prozent, mit acht Prozent Kirchensteuer 27,82 Prozent und mit neun Prozent Kirchensteuer 27,99 Prozent. Die Kirchensteuer wirkt nicht voll, weil sie die Kapitalertragsteuer um ein Viertel der Kirchensteuer senkt.
Ist eine Vermögensverwaltung steuerlich anders als ein eigenes Depot?
Nein. Das Depot liegt auf Ihren Namen, deshalb versteuern Sie die Erträge genauso wie bei einem selbst geführten Depot. Der Unterschied liegt bei den Kosten: Die Verwaltungsgebühr kommt hinzu und ist nicht absetzbar. Wann Ihr Verwalter Papiere mit Gewinn oder Verlust verkauft, beeinflusst allerdings, wann Steuer anfällt.
Was ist die Vorabpauschale und wann wird sie fällig?
Die Vorabpauschale ist ein vorgezogener Ertrag, den Sie für thesaurierende Fonds jedes Jahr versteuern. Für 2026 gilt ein Basiszins von 3,20 Prozent, die Pauschale gilt laut § 18 Investmentsteuergesetz am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen, für 2026 also am 04.01.2027. Beim Verkauf wird sie vom Gewinn abgezogen.
Wie werden Verluste in der Vermögensverwaltung verrechnet?
Die Bank verrechnet Verluste automatisch mit allen Erträgen desselben Jahres, auch mit schon versteuerten, und erstattet dann die Steuer. Nicht genutzte Verluste trägt sie ins Folgejahr vor. Verluste aus Aktienverkäufen gleichen nur Gewinne aus Aktienverkäufen aus. Für einen Ausgleich zwischen mehreren Banken brauchen Sie eine Verlustbescheinigung und die Anlage KAP.
Lohnt sich eine vermögensverwaltende GmbH, um Steuern zu sparen?
Das hängt vor allem von der Art der Anlagen, der Dauer, für die Gewinne in der GmbH bleiben, und den laufenden Kosten ab, nicht von einer festen Vermögensgrenze. In der GmbH zahlen Sie auf Erträge Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer, bei der Ausschüttung an Sie kommt Kapitalertragsteuer hinzu. Wie die Rechnung aussieht, erklärt unsere Seite zur vermögensverwaltenden GmbH.
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