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Was eine vermögensverwaltende GmbH ist, welche Steuern wirklich anfallen, ab wann sie sich lohnen kann und wie Sie eine gründen.
Inhalt dieser SeiteDas Wichtigste in Kürze
- Definition: Eine vermögensverwaltende GmbH legt nur ihr eigenes Vermögen an, etwa Aktien, Beteiligungen oder Immobilien, und betreibt kein operatives Geschäft.
- Nicht steuerfrei: Auf Erträge zahlt die GmbH 15,825 % Körperschaftsteuer mit Soli und Gewerbesteuer. Kursgewinne aus Aktien sind zu 95 % frei, Erträge aus Aktien-ETFs nur teilweise (80 % bei der Körperschaftsteuer, 40 % bei der Gewerbesteuer), Zinsen gar nicht.
- Vorteil Thesaurierung: Der Vorteil entsteht, solange Gewinne in der GmbH bleiben. Bei Ausschüttung kommen 26,375 % Kapitalertragsteuer mit Soli hinzu.
- Keine feste Grenze: Ob sich die GmbH lohnt, hängt von Art der Anlagen, Anlagedauer und laufenden Kosten ab, nicht von einem Mindestvermögen. Rechnen Sie es mit einem Steuerberater durch.

Sascha Riemann
Leiter Vermögensverwaltung bei von Buddenbrock
Für Zinsen und Dividenden aus kleinen Aktienpaketen zahlt eine GmbH mehr Steuer als Sie privat…
… und das, bevor überhaupt etwas ausgeschüttet wird. Eine vermögensverwaltende GmbH ist also kein Steuersparmodell für jedes Depot. Ihren Vorteil spielt sie bei Kursgewinnen aus Aktien und Dividenden ab zehn Prozent Beteiligung aus, die zu 95 Prozent steuerfrei sind, und bei Mieterträgen mit erweiterter Gewerbesteuerkürzung. Das gilt aber nur, solange die Gewinne in der GmbH bleiben, denn bei jeder Ausschüttung fällt noch einmal Kapitalertragsteuer an. Wir zeigen, welche Formen es gibt, welche Steuern wirklich anfallen, ab wann sich die GmbH lohnen kann, was sie laufend kostet und wie Sie selbst eine gründen.
Was ist eine vermögensverwaltende GmbH?
Eine vermögensverwaltende GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, deren einziger Zweck die Verwaltung eigenen Vermögens ist. Sie hält Wertpapiere, Beteiligungen an anderen Firmen oder Immobilien und lebt von deren Erträgen. Waren oder Dienstleistungen verkauft sie nicht. Umgangssprachlich heißt sie auch Vermögens-GmbH oder Verwaltungs-GmbH.
Definition: Was macht eine Verwaltungs-GmbH?
Die Gesellschafter bringen privates Vermögen in die GmbH ein oder lassen sie mit dem Stammkapital Vermögen aufbauen. Die GmbH legt es an, kassiert Zinsen, Dividenden und Mieten und entscheidet, ob sie Gewinne ausschüttet oder behält. Weil sie nur eigenes Vermögen anlegt, ist das keine Vermögensverwaltung für andere, für die eine Erlaubnis der BaFin nötig wäre.
Das unterscheidet sie von einer Vermögensverwaltung im engeren Sinn: Dort entscheidet ein Verwalter mit Erlaubnis über das Depot eines Kunden (Quelle: § 2 Absatz 2 Nummer 9 WpIG). Beides lässt sich verbinden, denn auch eine GmbH kann ihr Depot verwalten lassen. Wie eine Vermögensverwaltung funktioniert, erklärt unsere Seite zur Vermögensverwaltung.
Steuern in der GmbH und im Privatvermögen auf einen Blick
| Ertrag | Im Privatvermögen (ohne Kirchensteuer) | In der vermögensverwaltenden GmbH |
|---|---|---|
| Zinsen | 26,375 % Abgeltungsteuer mit Soli | 15,825 % Körperschaftsteuer mit Soli plus Gewerbesteuer |
| Dividenden, Beteiligung unter 10 % | 26,375 % | Voll körperschaft- und gewerbesteuerpflichtig |
| Dividenden, Beteiligung ab 10 % | 26,375 % | 95 % frei von Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer erst ab 15 % gekürzt |
| Kursgewinne aus Aktien | 26,375 % | 95 % steuerfrei, unabhängig von der Beteiligungshöhe |
| Erträge aus Aktien-ETFs | 30 % Teilfreistellung, Rest 26,375 % | 80 % frei von Körperschaftsteuer, nur 40 % frei von Gewerbesteuer |
Die Tabelle zeigt die erste Steuerstufe in der GmbH. Schüttet die GmbH Gewinne an Sie aus, zahlen Sie darauf noch einmal Kapitalertragsteuer. Der Vorteil der GmbH liegt deshalb vor allem im Aufschub: Was in der Gesellschaft bleibt und dort neu angelegt wird, ist nur mit der niedrigeren Steuer der GmbH belastet.
Was ist eine Vermögensgesellschaft?
Vermögensgesellschaft ist der Oberbegriff für jede Gesellschaft, die Familienvermögen hält und verwaltet, statt am Markt tätig zu sein. Neben der GmbH kommen dafür die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die Kommanditgesellschaft (KG) und die GmbH und Co. KG in Frage. Diese Personengesellschaften folgen steuerlich eigenen Regeln, die ein Steuerberater für Ihren Fall prüfen sollte.
Welche Formen der vermögensverwaltenden GmbH gibt es?
In der Praxis gibt es zwei Grundformen: Die GmbH hält eigenes Vermögen wie Wertpapiere und Immobilien, oder sie bündelt als Holding Beteiligungen an anderen Firmen. Beide lassen sich kombinieren. Welche Form passt, hängt davon ab, was Sie besitzen und was Sie damit vorhaben.
Diese Formen der vermögensverwaltenden GmbH gibt es
Bei der ersten Form bringen Sie Privatvermögen ein oder bauen es in der GmbH neu auf, meist Aktien, Fonds, Anleihen oder Immobilien. Eine Sonderform ist die immobilienverwaltende GmbH, die nur eigene Immobilien vermietet und verpachtet. Mehr dazu lesen Sie auf unseren Seiten zu Immobilien in der Vermögensverwaltung und zu Immobilien als Kapitalanlage.
Bei der zweiten Form hält die GmbH Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften, also an einer GmbH oder Aktiengesellschaft (AG). Das ist typisch für Unternehmer, die ihre Firmenanteile nicht privat, sondern über eine eigene GmbH halten. Diese Form heißt Holding.
Die vermögensverwaltende GmbH als Holding
Eine Holding ist eine Muttergesellschaft, die Anteile an mindestens einer Tochtergesellschaft hält. Rechtlich bleiben die Firmen selbständig. Für Unternehmer interessant ist die Finanz- oder Vermögensholding: Sie hält Beteiligungen, greift aber kaum in das Geschäft der Töchter ein und verwaltet vor allem das Vermögen der Gruppe.
Schüttet die Tochter Gewinne an die Holding aus, behält sie zunächst Kapitalertragsteuer ein. Die Holding bekommt diese über ihre Steuererklärung angerechnet oder erstattet. Ab zehn Prozent Beteiligung bleiben 95 Prozent der Dividende frei von Körperschaftsteuer, ab 15 Prozent zu Beginn des Jahres gilt das auch für die Gewerbesteuer. Erst bei der Ausschüttung an Sie privat wird die Dividende voll besteuert (Quelle: § 8b KStG).
Diese Formen einer Holding gibt es
| Form | Was die Muttergesellschaft tut |
|---|---|
| Finanzholding oder Vermögensholding | Hält und verwaltet Beteiligungen, kaum Einfluss auf die Töchter |
| Management-Holding | Steuert die Töchter strategisch, ist selbst nicht am Markt tätig |
| Operative Holding | Ist selbst am Markt tätig und führt die Töchter |
| Organisatorische Holding | Ordnet Bereiche innerhalb eines Unternehmens |
Welche Steuern zahlt eine vermögensverwaltende GmbH?
Eine vermögensverwaltende GmbH ist nicht steuerfrei. Sie zahlt auf ihren Gewinn Körperschaftsteuer von 15 Prozent plus Solidaritätszuschlag, zusammen 15,825 Prozent, und als GmbH immer auch Gewerbesteuer. Steuerlich günstiger als privat ist sie nur bei bestimmten Erträgen und nur, solange die Gewinne in der Gesellschaft bleiben.
Mögliche Steuerersparnisse durch die vermögensverwaltende GmbH
Eine GmbH gilt immer als Gewerbebetrieb, egal ob sie ein Geschäft betreibt oder nur Vermögen verwaltet (Quelle: § 2 Gewerbesteuergesetz). Gewerbesteuer fällt also grundsätzlich an. Die Gewerbesteuer berechnet sich aus 3,5 Prozent des Gewerbeertrags mal dem Hebesatz der Gemeinde, ab 2027 mindestens 280 Prozent. Einen Freibetrag wie Einzelunternehmer hat die GmbH nicht.
Was die GmbH an Sie ausschüttet, versteuern Sie noch einmal privat: 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag, die die GmbH direkt einbehält. Sind Sie zu mindestens 25 Prozent beteiligt, oder zu mindestens 1 Prozent und arbeiten maßgeblich für die GmbH, können Sie stattdessen das Teileinkünfteverfahren beantragen. Der Antrag gilt fünf Jahre. Dann sind 40 Prozent der Ausschüttung steuerfrei und der Rest wird mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert.
Steuerersparnisse durch Wertpapiere
Kursgewinne aus Aktien sind in der GmbH zu 95 Prozent steuerfrei, unabhängig davon, wie viel Prozent einer Firma die GmbH hält. Fünf Prozent gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben und werden damit doch versteuert (Quelle: § 8b KStG). Für Dividenden gilt das erst ab zehn Prozent Beteiligung, Dividenden aus kleineren Aktienpaketen sind voll steuerpflichtig.
ETFs und Investmentfonds fallen nicht unter diese Regel. Für sie gilt die Teilfreistellung des Investmentsteuergesetzes: Bei Aktienfonds sind 80 Prozent der Erträge von der Körperschaftsteuer frei, bei Mischfonds 40 Prozent. Für die Gewerbesteuer zählt die Teilfreistellung nur zur Hälfte, also 40 und 20 Prozent (Quelle: § 20 Investmentsteuergesetz). Zinsen aus Anleihen und Konten sind in der GmbH voll steuerpflichtig, mit Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer.
Kosten der Geldanlage wie Depot- und Verwaltungsgebühren kann die GmbH als Betriebsausgaben abziehen. Kosten, die auf Investmentfonds entfallen, allerdings nur in dem Teil, der nicht teilfreigestellt ist. Im Privatvermögen geht das nicht, dort sind sie mit dem Sparer-Pauschbetrag abgegolten. Wie das privat genau geregelt ist, lesen Sie auf unserer Seite zu Vermögensverwaltung und Steuer.
Steuerersparnisse durch Beteiligungen
Hält die GmbH mindestens zehn Prozent an einer anderen Kapitalgesellschaft, sind deren Dividenden zu 95 Prozent von der Körperschaftsteuer befreit. Bei der Gewerbesteuer gilt das erst ab 15 Prozent Beteiligung zu Beginn des Jahres (Quelle: § 9 Gewerbesteuergesetz). Gewinne aus dem Verkauf solcher Anteile sind ebenfalls zu 95 Prozent frei.
Bleiben die Gewinne in der GmbH und werden neu angelegt, fällt keine zweite Steuer an. Steuerfrei sind sie aber nicht, die fünf Prozent und alle übrigen Erträge versteuert die GmbH laufend. Erst wenn die GmbH Gewinne an Sie ausschüttet, kommt die Kapitalertragsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer hinzu.
Steuerersparnisse durch Immobilien
Mieteinnahmen versteuern Sie privat mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz. In der GmbH zahlen Sie darauf 15,825 Prozent Körperschaftsteuer mit Solidaritätszuschlag. Dabei bleibt es aber nur mit der erweiterten Gewerbesteuerkürzung. Sie steht der GmbH auf Antrag zu, wenn sie ausschließlich eigenen Grundbesitz verwaltet, daneben darf sie nur eigenes Kapitalvermögen halten (Quelle: § 9 Gewerbesteuergesetz).
Die Kürzung ist ein Rechtsanspruch, kein Ermessen des Finanzamts, und Sie beantragen sie mit der Gewerbesteuererklärung. Sie entlastet nur die Erträge aus dem Grundbesitz. Erträge aus Wertpapieren bleiben gewerbesteuerpflichtig, und betreibt die GmbH daneben ein Geschäft, entfällt die Kürzung ganz. Eine reine Wertpapier-GmbH hat von ihr nichts, weil nur Erträge aus Grundbesitz gekürzt werden.
Beachten Sie zwei Nachteile: Bringen Sie eine Immobilie ein, fällt Grunderwerbsteuer an, deren Satz jedes Bundesland selbst festlegt. Und verkauft die GmbH eine Immobilie, ist der Gewinn immer steuerpflichtig. Die Frist von zehn Jahren, nach der private Verkäufe steuerfrei sind, gilt in der GmbH nicht.
Körperschaftsteuer sinkt ab 2028
Die Körperschaftsteuer beträgt bis einschließlich 2027 15 Prozent. Danach sinkt sie jedes Jahr um einen Prozentpunkt: 14 Prozent 2028, 13 Prozent 2029, 12 Prozent 2030, 11 Prozent 2031 und 10 Prozent ab 2032 (Quelle: § 23 KStG). Schon ab 2027 steigt der Mindesthebesatz der Gewerbesteuer auf 280 Prozent.
Rechenbeispiel: GmbH oder privat?
Unsere Redaktion hat für 10.000 Euro Ertrag gerechnet, wie viel Steuer privat und in der GmbH anfällt. Angenommen ist ein Gewerbesteuer-Hebesatz von 400 Prozent, ohne Kirchensteuer, Sparer-Pauschbetrag und Kosten. Die letzte Spalte zeigt die Gesamtsteuer, wenn die GmbH den Rest an Sie ausschüttet.
| 10.000 € Ertrag | Privat | GmbH, Gewinn bleibt drin | GmbH, Gewinn wird ausgeschüttet |
|---|---|---|---|
| Zinsen | 2.637,50 € | 2.982,50 € | Rund 4.833 € |
| Dividende, Beteiligung unter 10 % | 2.637,50 € | 2.982,50 € | Rund 4.833 € |
| Kursgewinn aus Aktien | 2.637,50 € | Rund 149 € | Rund 2.747 € |
So lesen Sie das Beispiel: Für Zinsen und Dividenden aus kleinen Aktienpaketen ist die GmbH teurer als das Privatdepot, schon bevor etwas ausgeschüttet wird. Bei Kursgewinnen aus Aktien bleiben in der GmbH rund 2.500 Euro mehr zum Wiederanlegen. Wird alles ausgeschüttet, landen Sie wieder nahe an der privaten Steuer. Der Vorteil ist also ein Aufschub, der sich über viele Jahre auszahlt.
Ab welchem Vermögen lohnt sich eine vermögensverwaltende GmbH?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Ob sich die GmbH lohnt, hängt weniger von der Höhe des Vermögens ab als davon, woraus es besteht, wie lange die Erträge in der Gesellschaft bleiben und was die GmbH jedes Jahr kostet. Die oft genannten 100.000 Euro sind keine belegte Schwelle.
Diese Faktoren entscheiden
- Sie halten vor allem Aktien, die Sie lange auf Kursgewinne halten, oder Beteiligungen ab zehn Prozent
- Sie können die Erträge über viele Jahre in der GmbH lassen und brauchen sie nicht zum Leben
- Sie vermieten Immobilien und erfüllen die Voraussetzungen der erweiterten Gewerbesteuerkürzung
- Die Steuerersparnis liegt deutlich über den laufenden Kosten für Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen
- Ihr Vermögen besteht vor allem aus Zinsanlagen oder ETFs
- Sie brauchen die Erträge regelmäßig privat und müssten laufend ausschütten
Oft wird mit dem persönlichen Steuersatz argumentiert. Für Wertpapiere zählt er wenig, weil Kapitalerträge privat ohnehin mit 25 Prozent Abgeltungsteuer besteuert werden. Wichtig ist er bei Mieteinnahmen, die privat mit dem persönlichen Satz versteuert werden. Lassen Sie die Rechnung für Ihr Vermögen von einem Steuerberater aufstellen.
Gründen Sie zu Beginn Ihres Vermögensaufbaus
Am einfachsten ist es, die GmbH früh zu gründen und das Vermögen in ihr aufzubauen. Bestehendes Vermögen später einzubringen, kann teuer werden: Wertpapiere gelten beim Einbringen steuerlich in der Regel als verkauft, ausdrücklich auch bei einer Einlage ohne Gegenleistung. Auf die Kursgewinne fällt dann privat Abgeltungsteuer an. Bei Immobilien fallen Grunderwerbsteuer und innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf Steuer auf den Wertzuwachs an.
Kosten einer vermögensverwaltenden GmbH
Bei der Gründung zahlen Sie Notar und Handelsregister nach den gesetzlichen Gebühren, dazu kommt das Stammkapital von mindestens 25.000 Euro. Das Stammkapital ist kein Kostenpunkt, es bleibt Vermögen der GmbH. Bei Immobilien kommen Grunderwerbsteuer und weitere Notarkosten hinzu. Lassen Sie sich die Gründungskosten vorab vom Notar nennen.
Laufend kostet die GmbH vor allem Buchhaltung und Jahresabschluss, die Erklärungen zur Körperschaft- und Gewerbesteuer und meist einen Steuerberater. Dazu kommen der Beitrag zur Industrie- und Handelskammer (IHK), die Offenlegung beim Unternehmensregister und die Depotkosten. Die Höhe hängt von Umfang und Steuerberater ab, holen Sie Angebote ein.
Experten-Tipp:
Leiter Vermögensverwaltung bei von Buddenbrock
„Viele fragen mich, ab welchem Betrag sich eine GmbH für ihr Depot lohnt. Die Summe allein entscheidet das nicht. Wichtig ist, was im Depot liegt und wie lange die Erträge in der Gesellschaft bleiben. Bei Zinsen und ETFs bringt die GmbH wenig, bei Aktien, die lange gehalten werden, mehr. Rechnen Sie das mit Ihrem Steuerberater durch, bevor Sie gründen.“
Ihr Vermögen von Profis verwalten lassen
Vor der Frage nach der richtigen Gesellschaftsform steht die nach der richtigen Anlagestrategie. Unser Portfoliomanagement bespricht sie mit Ihnen. Gründung und Steuerberatung bleiben bei Ihrem Steuerberater und Notar.
- Persönliches Gespräch mit dem Portfoliomanagement
- Anlagestrategie nach Ziel, Risiko und Anlagehorizont
- Digital ab 10.000 Euro oder individuell ab 100.000 Euro
Wie gründen Sie eine vermögensverwaltende GmbH?
Die Gründung läuft wie bei jeder GmbH: Gesellschaftsvertrag aufsetzen, beim Notar beurkunden lassen, Stammkapital einzahlen und ins Handelsregister eintragen lassen. Vorher sollten Sie mit einem Steuerberater klären, ob sich die GmbH für Ihr Vermögen rechnet und wie Sie es einbringen.
So wird eine vermögensverwaltende GmbH gegründet
1. Gesellschaftsvertrag aufsetzen
Sie legen Firma, Sitz, Unternehmensgegenstand, Stammkapital und die Geschäftsanteile der Gesellschafter fest.
2. Beim Notar beurkunden
Der Notar beurkundet den Vertrag, auf Wunsch auch per Video, und erstellt die Gesellschafterliste.
3. Konto eröffnen und einzahlen
Sie eröffnen ein Geschäftskonto und zahlen vor der Anmeldung mindestens 12.500 Euro des Stammkapitals ein.
4. Ins Handelsregister eintragen
Der Notar meldet die GmbH beim Handelsregister an. Mit der Eintragung entsteht die GmbH als eigene Rechtsperson.
Erstellung eines Gesellschaftsvertrags
Der Gesellschaftsvertrag, oft auch Satzung genannt, muss notariell beurkundet werden (Quelle: § 2 GmbHG). Pflicht sind Firma und Sitz, der Gegenstand des Unternehmens, die Höhe des Stammkapitals sowie Zahl und Nennbeträge der Geschäftsanteile jedes Gesellschafters. Als Gegenstand steht bei einer vermögensverwaltenden GmbH meist die Verwaltung eigenen Vermögens.
Mit höchstens drei Gesellschaftern und einem Geschäftsführer können Sie das Musterprotokoll des Gesetzes nutzen. Für eine vermögensverwaltende GmbH reicht es selten, weil Regeln zu Ausschüttungen, Nachfolge und Ausscheiden fehlen. Gerade bei Familiengesellschaften lohnt eine eigene Satzung, die Notar und Steuerberater gemeinsam entwerfen.
Was Sie zusätzlich bei der Gründung beachten sollten
| Punkt | Was gilt |
|---|---|
| Stammkapital | Mindestens 25.000 €, vor der Anmeldung mindestens 12.500 € eingezahlt |
| Offenlegung | Jahresabschluss jedes Jahr beim Unternehmensregister |
| Industrie- und Handelskammer | Pflichtmitglied, sobald die GmbH zur Gewerbesteuer veranlagt wird |
| Gewerbesteuerkürzung | Rechtsanspruch auf Antrag, keine Genehmigung vor dem Start |
| Trennung von Privatvermögen | Geschäfte mit Gesellschaftern nur zu Bedingungen wie unter Fremden |
Das Stammkapital muss nicht von allen Gesellschaftern gleich hoch kommen. Wie viel jeder einzahlt, richtet sich nach seinem Geschäftsanteil. Die Gesellschaft bekommt mit der Eintragung ein eigenes Vermögen, das von Ihrem privaten getrennt ist. Entnahmen ohne Gesellschafterbeschluss oder ein Kredit zu Vorzugsbedingungen gelten steuerlich als verdeckte Gewinnausschüttung.
Wer kann Geschäftsführer einer vermögensverwaltenden GmbH werden?
Gründen kann eine GmbH jeder, auch eine einzelne Person. Geschäftsführer darf aber nicht jeder werden: Wer wegen bestimmter Straftaten verurteilt wurde, etwa wegen Insolvenzverschleppung, Bankrott oder Betrug, ist für fünf Jahre ab Rechtskraft des Urteils ausgeschlossen, bei Betrug nur nach einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr (Quelle: § 6 GmbHG). Klären Sie Zweifel vor der Gründung mit dem Notar.
Vermögensverwaltende UG statt GmbH?
Eine Unternehmergesellschaft (UG) kommt mit weniger Stammkapital aus, das allerdings voll eingezahlt werden muss. Sacheinlagen sind bei der UG verboten, Wertpapiere oder Immobilien lassen sich bei der Gründung also nicht einbringen. Außerdem muss sie ein Viertel ihres Jahresüberschusses in eine Rücklage stellen. Für eine Vermögensgesellschaft ist das meist unpraktisch.
Welche Vor- und Nachteile hat eine vermögensverwaltende GmbH?
Der größte Vorteil ist der Steueraufschub bei Aktien und Beteiligungen, solange Gewinne in der GmbH bleiben. Die Nachteile sind laufende Kosten, Gewerbesteuer auf Zinsen und kleine Dividenden, eine zweite Steuer bei Ausschüttung und die strenge Trennung von Ihrem Privatvermögen.
Vorteile
- Kursgewinne aus Aktien und Dividenden ab zehn Prozent Beteiligung sind zu 95 Prozent steuerfrei
- Gewinne lassen sich mit niedriger Steuer neu anlegen, solange sie in der GmbH bleiben
- Kosten der Geldanlage sind als Betriebsausgaben abziehbar, bei Investmentfonds nur im nicht teilfreigestellten Teil
- Mieterträge tragen mit erweiterter Kürzung nur 15,825 Prozent Steuer, ab 2028 weniger
- Anteile lassen sich schrittweise an Kinder übertragen, die Familie behält das Vermögen zusammen
Nachteile
- Zinsen und Dividenden aus kleinen Aktienpaketen kosten in der GmbH mehr Steuer als privat
- Bei jeder Ausschüttung fällt noch einmal Kapitalertragsteuer an
- Laufende Kosten für Buchhaltung, Jahresabschluss, Steuererklärungen und IHK-Beitrag
- Verkäufe von Immobilien sind auch nach zehn Jahren steuerpflichtig
- Keine Verschonung bei Erbschaft und Schenkung, wenn das Vermögen fast nur aus Wertpapieren oder vermieteten Immobilien besteht
Vorsicht bei Nachfolge und Erbschaft
Viele Familien nutzen die GmbH, um Vermögen an die nächste Generation weiterzugeben. Steuerlich ist das kein Selbstläufer. Begünstigt sein können GmbH-Anteile überhaupt nur, wenn der Erblasser oder Schenker zu mehr als 25 Prozent beteiligt war. Besteht das Vermögen der GmbH zu mindestens 90 Prozent aus Wertpapieren oder an Dritte vermieteten Immobilien, gibt es keine Verschonung für Betriebsvermögen. Die Anteile werden dann mit ihrem vollen Wert besteuert, mindestens mit dem Substanzwert.
Freibeträge, Steuerklassen und die Zehnjahresfrist für Schenkungen gelten für GmbH-Anteile wie für anderes Vermögen. Wie sie funktionieren und wie Sie die Steuer legal senken, erklärt unsere Seite zur Erbschaftssteuer. Für sehr große Familienvermögen kann auch ein Family Office die Verwaltung bündeln.
Häufige Fragen zur vermögensverwaltenden GmbH
Was ist eine vermögensverwaltende GmbH?
Eine vermögensverwaltende GmbH ist eine Kapitalgesellschaft, die nur ihr eigenes Vermögen verwaltet, etwa Aktien, Fonds, Beteiligungen oder Immobilien. Sie betreibt kein operatives Geschäft und lebt von Zinsen, Dividenden, Mieten und Kursgewinnen. Umgangssprachlich heißt sie auch Verwaltungs-GmbH oder Vermögens-GmbH.
Was ist der Vorteil einer vermögensverwaltenden GmbH?
Kursgewinne aus Aktien und Dividenden ab zehn Prozent Beteiligung sind in der GmbH zu 95 Prozent steuerfrei. Solange die Gewinne in der Gesellschaft bleiben, können Sie sie fast ungeschmälert neu anlegen. Erst bei der Ausschüttung an Sie fällt die zweite Steuer an.
Ab welchem Vermögen lohnt sich eine vermögensverwaltende GmbH?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Entscheidend sind die Art der Anlagen, die Dauer, für die Gewinne in der GmbH bleiben, und die laufenden Kosten. Bei Zinsanlagen und ETFs lohnt sie sich selten, bei Aktien und Beteiligungen eher. Lassen Sie die Rechnung von einem Steuerberater aufstellen.
Sind Gewinne in einer vermögensverwaltenden GmbH steuerfrei?
Nein. Die GmbH zahlt auf ihren Gewinn Körperschaftsteuer mit Solidaritätszuschlag, 2026 zusammen 15,825 Prozent, und Gewerbesteuer. Nur Kursgewinne aus Aktien und Dividenden ab zehn Prozent Beteiligung sind zu 95 Prozent frei. Thesaurierte Gewinne sind also nicht steuerfrei, nur die Steuer bei Ihnen privat entfällt bis zur Ausschüttung.
Gilt die Steuerbefreiung für Aktien auch für ETFs?
Nein. Die Befreiung nach § 8b KStG gilt für Aktien und Anteile an Kapitalgesellschaften, nicht für Investmentfonds. Bei Aktien-ETFs sind in der GmbH 80 Prozent der Erträge von der Körperschaftsteuer und 40 Prozent von der Gewerbesteuer frei, bei Mischfonds 40 und 20 Prozent.
Muss eine vermögensverwaltende GmbH Gewerbesteuer zahlen?
Ja, eine GmbH ist immer gewerbesteuerpflichtig. Verwaltet sie ausschließlich eigenen Grundbesitz, kann sie die erweiterte Kürzung beantragen, dann sind die Erträge aus dem Grundbesitz frei von Gewerbesteuer. Eine GmbH mit Wertpapieren zahlt Gewerbesteuer auf Zinsen, Dividenden unter 15 Prozent Beteiligung und den steuerpflichtigen Rest der Kursgewinne.
Was muss in der Satzung einer vermögensverwaltenden GmbH stehen?
Laut § 3 GmbHG Firma und Sitz, der Gegenstand des Unternehmens, die Höhe des Stammkapitals sowie Zahl und Nennbeträge der Geschäftsanteile. Als Gegenstand steht meist die Verwaltung eigenen Vermögens. Sinnvoll sind zusätzlich Regeln zu Ausschüttungen, Nachfolge und dem Ausscheiden von Gesellschaftern.
Wie viel Stammkapital braucht eine vermögensverwaltende GmbH?
Mindestens 25.000 Euro, mehr ist erlaubt. Vor der Anmeldung zum Handelsregister müssen mindestens 12.500 Euro eingezahlt sein. Das Stammkapital bleibt Vermögen der GmbH und kann angelegt werden.
Was ist eine Vermögensgesellschaft?
Vermögensgesellschaft ist der Oberbegriff für Gesellschaften, die Familienvermögen halten und verwalten, statt am Markt tätig zu sein. Möglich sind eine GmbH, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), eine Kommanditgesellschaft (KG) oder eine GmbH und Co. KG. Steuerlich gelten für die Personengesellschaften andere Regeln als für die GmbH.
Kann ich mein Privatvermögen in eine vermögensverwaltende GmbH einbringen?
Ja, aber das kann teuer werden. Wertpapiere gelten beim Einbringen steuerlich in der Regel als verkauft, ausdrücklich auch bei einer Einlage ohne Gegenleistung. Auf die Kursgewinne fällt dann privat Abgeltungsteuer an. Bei Immobilien fallen Grunderwerbsteuer und Notarkosten an, innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf zusätzlich Steuer auf den Wertzuwachs. Am günstigsten ist es meist, das Vermögen in der GmbH neu aufzubauen.
Was passiert mit der vermögensverwaltenden GmbH im Erbfall?
Die Erben erhalten die Geschäftsanteile, nicht die einzelnen Wertpapiere oder Immobilien. Verschonung für Betriebsvermögen gibt es nur bei mehr als 25 Prozent Beteiligung und auch dann nicht, wenn das Vermögen der GmbH zu mindestens 90 Prozent aus Wertpapieren oder vermieteten Immobilien besteht. Es gelten die normalen Freibeträge und Steuersätze der Erbschaftssteuer.
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